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WM revisited – Fahne zeigen

In einer Umfrage von Forsa im Auftrag der Zwangsarbeiter-Stiftung bekannten 86 Prozent der 14- bis 18-Jährigen, stolz auf ihre Nationalität zu sein. (…) Immerhin 65 Prozent nannten den dritten Platz bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 als Grund.

Aus der Zeit. Und ich weiß wieder, warum mir bei diesem ganzen Fahnengeschwenke richtiggehend übel geworden ist, damals. Und immer wieder übel werden wird.

Überhaupt: Fahnen. Ganz unsympathische Dinger. Außer, man hat selbst eine (Bier, Jägermeister, Lektorat).

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Vikash Dhorasoo

Der folgende Eintrag ist nur für französischsprachige Leser geeignet. Ich versuche jetzt schon länger herauszufinden, wie ich das Filmchen untertiteln könnte, aber eine Lösung steht noch aus. Trotzdem – und seis nur, damit ichs wiederfinde – hier die wahre Dokumentation über die équipe tricolore zur WM 2006: Read on my dear…

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„Ihr seid der letzte Dreck.“

Nein, kein Lorant-Zitat. Sondern die Anrufe der Bildleser, nachdem die Titanic die WM heim ins Reich holte.

Direkt-„Satire, ja, wos angebracht ist.“

Alt. Und gut. Und alt.

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Liegen lernen

Als bedauerliches Nebenprodukt der Fußball-WM musste ich mir häufiger mal einen der siebenhundertfünfzigtausend äußerst unerbau- und -freulichen Clips ansehen, die jedwedes Sendeformat von Galileo („Scheltschame Schwerkraft – Warum der Ball zum Boden will“) bis Frühstücksfernsehen („Heute backen wir Bananenflankenkuchen“) zu produzieren sich genötigt sah. Getoppt wurden diese Formate mit dem Charme schulphysikalischer Formelsammlungen eigentlich nur von den vollständig humorbefreiten Comicstrips, die die ARD auszustrahlen sich nicht entsagen wollte – warum auch immer. Wahrscheinlich hat der Sportschau-Unterhaltungsbeauftragte bei Karl Moik gelernt. Ausnahmen gab’s wie immer auch, und wie so häufig liefen sie Sonntags um halb Zwölf in der ARD:

Und ich sollte vielleicht mal wieder zum Humor-TÜV.

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My private World-Cup: Spieler (nach Namen)

Ich stelle mal auf: Read on my dear…

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My private World-Cup (Vorrunde)

Ihr habt es so gewollt. Ich wollte das ja eigentlich vermeiden: aber was will man machen, wenn sich die Hälfte des Clubs Xavier Naidoo wünscht, dann legt der DJ das eben auf. Verhackstückte Assoziationen zur WM – here we go. Read on my dear…

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WM-Rückblick

Wm-Rückblicke sind gerade schwer in Mode. So mancher Brust entfährt ein sanftes Stöhnen, wenn der Kopf an jenen Sommer zurückdenkt: Damals, als Deutschland sich in sich selbst verliebte. Und die Liebe, typisch deutsch, mit Fahnenmeer und schlechter Musik feierte. Und keiner moserte. Und alles so schön war. Bis die Ex-Geliebte kam.

Nunja, vielleicht gibt’s demnächst auch noch nen Rückblick. Mal sehen. Abgesehen davon, wollte ich jenes Gsella-Gedicht, das wollte ich euch nicht vorenthalten:

[Edit: Malte hat völkerrechtliche Bedenken angemeldet, deswegen steht jetzt statt des schönen Gedichts: Ein Wort zu den WM-Sponsoren aus der zensierten Titanicausgabe dieses weit weniger schöne Edit hier.]

[Edit II: Zwei Edits und ein Gedicht. Hab ich schon erzählt, dass meine frühere Babysitterin Edith hieß? Gehört aber auch gar nicht hierher.]

Ein Wort zu den WM-Sponsoren (Thomas Gsella)

Wer Biere mag, wird Budweiser nicht mögen.
Hyundai heißt auf deutsch “die böse Tat”.
McDonald’s Pampe stammt aus Schweinetrögen
die man mit Cola ausgewaschen hat.

Avaya kenn’ ich nicht; es wird ein Scheiß
Wie Obi sein, so krempel halt und Schrauben.
Bei Adidas paßt Leistung nicht zum Preis.
Daß Philips sich noch traut, ist kaum zu glauben.

Gilette – Bécaud? Es ist mir unergründlich.
Fly Emirates fliegt stinkend hin und her.
Wer MasterCard benutzt, lebt tief versündlich.

Yahoos und Fujis Aus ersehn’ ich stündlich.
Die deutsche T-Com aber lieb ich sehr,
und auch die Bahn ist ungeheuer pünktlich.

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A summernights dream

Was ich erwarte von diesem Film? Das Negative in drei Worten vorneweg: Zu viel Naidoo.

Entrückung. Ganz viele erwachsene Menschen, die sich verhalten, als wären sie zwölf Jahre alt und wären beim ersten Boygroup Konzert und einer der Jungs hätte in die Menge gehustet. Verhalten, wie viele diesen Sommer (nicht das Husten). Wie ich auch. Wie andersartig neu wir teilweise waren.
Ein hoffentlich weitestgehend unkommentierter Film, der einen dieses schöne Ereignis aus einer anderen Betrachtungsweise noch einmal erleben lässt.
Einblicke, die sagen, wie normal diese Menschen am Ball sind. Wie weit weg vom Platz diese semiprofessionellen Aftergameinterviews doch sind, weil der Terror oder die Euphorie im Kopf zu ganz anderen Zeitpunkten stattfindet. Wie geplant die Tore und Pässe waren, oder auch nicht. Mal Mäuschen spielen. Wird es nicht, aber ich wünsche mir das.
Vielleicht auch etwas enttäuscht sein, weil Lahm nicht nur im Fernsehen so redet. Sondern immer quäkt. Und ihn deswegen mögen. Und weil Hitzkopf Lehmann abseits des Platzes so friedlich scheint. Und immer noch nicht wieder in die Handschuhe spuckt und…
Ein bißchen Gewinner sein, obwohl wir es nicht geschafft haben. Und ich bin mir nicht sicher ob ich den Film genauso gespannt erwartet hätte, wenn wir Weltmeister geworden wären, weil es schon zu durchgekaut wäre.

Und endlich mal wissen was auf diesem verdammten Papierfitzel stand, den Lehmann in die Hand gedrückt bekam, bevor Argentinien erledigt wurde. Oder wie Psychologie mit leeren Papierzetteln funktioniert.
Und ganz im Geheimen hoffe ich einige Taktiken/Ansprachen des Trainers herauszufiltern, die Herr Finke meinem SC Freiburg mal beibringen könnte, bevor letztiger endgültig in Liga 3 verschwindet.

Ich hoffe, der Film wird gut.

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2006 • September

10 zu whatever. Einfaches Triumphieren gegen Amateure. Ich stelle mir die ganze Zeit den SCF gegen die Sanmarinesen vor…. Egal. Glückwunsch! Weiß jemand die Adresse von Jogi? ;)

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Die Wahrheit!

Sonntag, 9. August Juli 2006. Berlin, Deutschland.
Irgendwann nach 22 Uhr.

Marco M. zieht Zinedine Z. mehrfach am Trikot.
Zinedine Z.: “Wenn du mein Trikot haben willst, kriegst du’s nach dem Abpfiff.”
Marco M.: “Ach nö, deine Schwester wär mir lieber.”
Zinedine Z.: *swoosh*

[Aus den Tagebüchern des Marco M., nachzulesen beispielweise dort.]

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Was Materazzi zu Zidane gesagt hat (Director´s Cut)

Ganz echt jetzt, ich schwör.

Zidane: «Wenn du es haben willst, schenke ichs dir nachher.»
Materazzi: «Lass mich, du Schwuchtel. Du, mit deiner Nutten-Schwester. Scheisse.»
(Zidane dreht sich um.)
Materazzi: «Deine Schwester, diese Nutte.»
(Zidane geht auf Materazzi zu.)
Materazzi: «Ich spalte dir den Arsch.»
(Zwei Sekunden später rammt Zidane seinen Kopf gegen Materazzis Brust.)

Paris Match hat eine Bild-für- Bild- Analyse der Sequenz von französischen Kriminologen neapolitanischer Herkunft, einer polnischen Tarotkartenlegerin, zwei Kindern, die die Jungfrau Maria bei sich im Garten gesehen haben und einem Hund, der sprechen kann, erstellen lassen.
Zidanes Bruder allerdings besteht darauf, dass Materazzi Zidane rassistisch beleidigt habe.

… et lui a dit qu’il ne pouvait pas porter le maillot de l’équipe de France parce qu’il était arabe et pas français“

Aber, ach, das ist alles so Mitte Juli.

via giustyle

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Unsaubere Hände am Gral

Petzen, Betrüger, Manipulatoren, Doper, Provokateure besudeln den
heiligsten aller Pokale. Ein erschütterndes Ende unserer Feier, der
letzte Gast hat auf den Teppich gekotzt und die silbernen Löffel geklaut. Ich habe das letzte Spiel am Epizentrum der WM gesehen, auf der Berliner Fanmeile, neben mir den öligsten der Dicke-Frauen-Besteiger. Ein einziges Mal war während der letzten Stunde ein Mucks von ihm zu hören:
“Bravo Materazzi!”
Materazzi war tatsächlich Großes geglückt:
Er hatte Buddha provoziert.
Glückwunsch, Mazze. Allerdings muss man nicht in Nepal geboren sein, um zu wissen, was die Karma-Polizei dafür auf die Strafzettel schreibt:
Eine Existenz als Filzlaus im Pelz von Luis Figo.

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