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Wider die Schweden

Niemals würden wir uns anmaßen, dem Jogi und dem Jürgen Tipps zu geben oder dem Urs in sein Kerngeschäft zu reden. Auch fühlen wir uns unwürdig, dem anderen großen Jürgen dieser Tage auch nur einen Rasierer zu reichen. Sich als Laien zum Depp zu machen aber fällt voll in unseren Bereich. Vor dem Spiel ist vor dem Spiel — hier die Vor-dem-Spiel-Überlegungen, die nicht “Analyse” genannt werden wollen.

Schwedens Formation: 4-4-2, aber sowas von. Diszipliniert, doch starrer als das deutsche. Rotieren und fiese Tricksereien mit den Rückennummern eher unwahrscheinlich. Positionen mit dem Lineal in den Rasen gezogen, was Stärke und Schwäche zugleich ist. Oft nicht schnell genug in der Defensivbewegung. Hin und wieder schlechte Verbindung zwischen Mittelfeld und Angriff.

Schwedens Angriff: Henrik Larsson. Zlatan Ibrahimovic oder Marcus Allbäck. Ibrahimovic bisher Totalversager. Die anderen beiden zwar gefährlich, aber beide über 30 und mit lächerlicher Chancenverwertung. Von Mertesacker und Metzelder wohl trotzdem nicht völlig auszuschalten, also im Falle eines Gegentors nicht gleich weinen.

Schwedens Mittelfeld: Tobias Linderoth (defensiv). Kim Källström (offensiv). Fredrik Ljungberg (links). Christian Wilhelmsson oder Mattias Jonson (rechts). Sehr schnelle Außen mit Wilhelmsson und Ljungberg, viel Arbeit für Lahm/Schweinsteiger und Schneider/Friedrich. Källstörm mit ähnlich perversen Gewaltschüssen wie Frings, da haben die sich sicher viel zu erzählen in der Mitte. Falls der langsamere Jonson spielt, hat der defensiv gegen den jungen Gott Lahm wenig Chancen. Aber rechts, aber rechts, Ljungberg gegen Friedrich. Mulmig. Deutscher Vorteil: Schneider und Schweinsteiger können rotieren, Frings/Ballack sind flexibler als Källström/Linderoth, auf allen Positionen torgefährlich und stark im Forechecking.

Schwedens Abwehr: Erik Edman (links). Olof Mellberg (zentral, Kapitän). Teddy Lucic (zentral). Niclas Alexandersson (rechts). Bollwerk Mellberg, alle anderen je nach Fernsehkommentator schwach bis knapp solide. Sollbruchstelle der Viererkette: Alexandersson. Spielt schwach und eigentlich im Mittelfeld. Vielleicht hat sich Lagerbäck von Klinsmann abgeguckt, ohne rechten Verteidiger zur WM zu fahren. Werden gegen Klose, Podolski, Odonkor oder Neuville viele Löschflugzeuge benötigen, um die Brände im und vorm Strafraum zu löschen. Außerdem werden Lahm und Schweini an Alexandersson vorbeilevitieren.

Schwedens Torwart: Andreas Isaksson. Verlässlich, aber kein Lehmann. Hat von Källström einen gegen den Kopp gekriegt. Mögliche Spätfolgen. Fragte vor dem Achtelfinale arrogant: “Wer ist Klose?” Möge ihm die Antwort nicht erspart bleiben.

Münchens Hitze: spielt keine Rolle. Beide Mannschaften sind auf den Punkt konditionell so topfit wie einst Ron Jeremy.

Mein allein auf Bauchgefühl beruhender Tipp: Schweden verliert 1:2.

5 Kommentare

  1. 01

    topfit wie einst ron jeremy: ich schmeiss mich weg vor lachen !!
    gute nicht-analyse ansonsten.

  2. 02
    Leurs

    “Außerdem werden Lahm und Schweini an Alexandersson vorbeilevitieren.” -> Szenenapplaus für einen wirklich gelungenen Satz :)

  3. 03

    Den Song zu dem Spiel gibts inzwischen auch schon, passenderweise auf einer Abba-Melodie basierend.

  4. 04
    pierrot

    Schwedens Vorteil: die Standards. Wobei Klinsmann sich wahrscheinlich weniger dämlich anstellen wird als Erikson, und bei Ecken nicht Bernd Schneider an den ersten Pfosten stellt.

    Ansonsten: Urs wär stolz auf Dich.

  5. 05
    WoT

    Der schwarz-rot-güldenen Bauchgefühl-Prognose schließe ich mich an (genauer: Klose, Podolski und gegen Ende der eingewechselte Allbäck) meine aber, daß auch objektiv leichte Voteile bei der Heimmannschaft liegen.

    Cheers

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