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Bewegung

Es liest sich so banal. Michael Harms hat seine Freunde jeweils im Alter von 20 und 40 Jahren fotografiert. Toll. Toll? Toll! Denn ich hatte vor dem Klick nicht gedacht, dass ich das so bewegend finden könnte. Es sind nicht die Sekundenbruchteile der beiden Fotos, sondern die 20 zwischen den Portraits liegenden Jahre, die man ahnt, vermutet, sieht.

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29 Kommentare

  1. 01

    Ja – ganz großartig! Das sind ja auch diejenigen Jahre, in denen einfach das Meiste passiert und verändert.
    Interessant dabei ist, ob und wie sich das in der Physiognomie so niederschlägt. Ganz nach dem Motto: zähle Deine Falten und ich sage Dir wie viele Partys Du gefeiert und wie viele Kinder Du hast …

  2. 02

    Schön zu sehen auch, dass die meisten Personen im Alter eher toller anzusehen sind, finde ich.

  3. 03
  4. 04

    Spannendes Projekt und tolle Fotos. Danke für den Hinweis.

  5. 05

    Naja, das liegt wohl auch an der 80er Mode (ich sach nur Frisuren …).

  6. 06

    Sensationell!
    Was mir aber auffällt: Michael, in der ersten Reihe, hat sich so stark verändert, dass m.E. keinerlei Ähnlichkeiten mehr existieren. Bei allen Anderen erkennt man sofort dass es die gleiche Person ist.
    Geht das nur mir so?

  7. 07
  8. 08

    ..außerdem ist es in s/w und deswegen ja sowieso ausdrucksstark ;-)

    Ich find da nicht viel dran. Menschen verändern sich eben über die Jahre. Und?

    @Buzz: Mir gehts auch so. Da habe ich auch kurz gestutzt.

  9. 09

    time is a bitch!

  10. 10

    Es ist sicher unfair, aber ich finde den Männern ist das Altern besser bekommen. Die sehen mit 40 durch die Bank besser aus. Bei den Frauen ist es eher so-so.

  11. 11
    Malte

    @ Buzz
    Finde ich auch. Ein anderer Mensch mit Kinngrübchen ist er geworden.

  12. 12

    @Nico: ja, darin besteht ja auch bloß das leben. wie langweilig. :-)

    ich fand es beeindruckend zu sehen, wie viele (v.a. michael) misstrauischer, verletzlicher wirkten. schöne arbeit.

  13. 13

    schönes und interessantes projekt.
    ich hatte auch das gefühl das die männer im alter besser aussehen.
    allerdings sind die 20er portraits viel weicher ausgeleuchtet als die 40er.
    das ist dann eben nicht mehr so schmeichelhaft für die damen 20 jahre später.
    dafür sieht man besser das gelebte leben der damen (die reife).

  14. 14

    Kann ich gar nicht teilen, die Meinung über die Damen, die „schlechter“ abschneiden würden. Aber man fühlt sich wohl immer eher zu den Gleichaltrigen hingezogen. :)

  15. 15

    @johnny: das dachte ich auch gerade :) obwohl ich so im alter dazwischen liege…

  16. 16

    @heidrun: Ich finde daran nicht die riesigste Leistung. Sieht man es aus fotografischer Sicht, dann hat er deutlich die Bildaussage durch hartes Licht gesteigert, vielleicht wurden die älteren Aufnahmen auch weichgezeichnet. Aber da es normale Brustbilder sind, ist das meiner Meinung nach halt sehr banal, bzw. nicht gerade originell. Da könnte schließlich jeder kommen..

    Ich würde mir wünschen mehr über die Personen zu erfahren und finde die Fotos nicht gerade aussagekräftig. Die Menschen haben sich verändert. das ist nichts Neues, dass sie das tun. Wie verändern sie sich? Äußerlich. Und innerlich? Sieht man nicht.

  17. 17

    „Da könnte schließlich jeder kommen.“

    Na klar. Hinterher können immer alle alles. Aber machen muss man’s. ;)

    Und ob Fotos aussagekräftig sind oder nicht, liegt ja auch immer im Auge des Betrachters.

  18. 18

    Mann, was sind die alt geworden , ist bei anderen Menschen auch so? Dachte immer ich bin Berufsjugendlicher … Scheiße, die Zeit nagt wohl auch an mir … spätestens jetzt ist alles klar!

  19. 19

    @Nico: Mehr über die fotografierten Personen erfährst Du via Interviews in „Das Magazin“, Oktoberheft 2006.

  20. 20

    @Johnny: Ich wollte keinen Smiley hintersetzen, weil ich dachte, jeder versteht die Ironie ;-)

    @Corleone: OK, das macht Sinn. Nur funktionieren die Fotos dann auch nicht für sich. Es ist halt ganz witzig, in meinen Augen aber nicht mehr als das.

  21. 21
    flo

    und im zweiten bild immer die charakterbombe (das lässt hoffen, hihi!) .

    wirklich sympathisch.

  22. 22
    kleines frühstück

    Ich will jetzt niemanden enttäuschen, aber solche Studien gab es schon früher und öfter. Ich sage nur: August Sander, auch wenn dieses umfangreiche Projekt über den privaten Raum hinaus mehrere Jahrzehnte einer ganzen Gesellschaft umfasst hat. Das ist spannend!
    Harms finde ich jetzt nicht so beeindruckend. Schließlich könnte man auch einfach Privatfotos der gezeigten Menschen vergleichen!

  23. 23

    Mit Sander zu kommen ist natürlich gemein, aber tatsächlich Maßstab. Genauso wie Edward Weston für Akt oder Henri Cartier-Bresson für Fotojournalismus. … Allerdings wünsche ich mir als Photoblogger mehr aktive Auseinandersetzung mit Fotografie (machen!).

  24. 24
    kaot

    Und jetzt warten wir nochmal 20 Jahre und gucken uns dann 3 Fotos an.
    Das wäre sicher auch nochmal interessant zu sehen, wie die Leute dann aussehen. Sehr geniale Idee/Fotos.

  25. 25
    Dagger

    Nicht schlecht!

  26. 26
    Radiowaves

    Ich wußte schon vor dem Anklicken, was gleich passieren wird: mir tut nur noch alles weh. Das ist wie im Herbst, wenn sich das Bild draußen vorm Fenster täglich rasant verändert. Gestern noch grüne Blätter, heute gelbe, morgen keine mehr. Die Zeit rennt unerbittlich. Wohl dem, der seinen Platz fest im Hier und Jetzt hat. Der muß, wenn er die Augen für immer zumacht, nicht auf Warteschleifen zurückblicken, die er drehte in der Hoffnung, irgendwann einmal leben zu können.
    Ich drehe diese Warteschleifen, seit 1992. Irgendwas ist damals passiert und ich stand plötzlich draußen. Da, wo ich sein will, das ist unendlich weit weg. So wie bei Tomte: „Sie erreichen ihre Ziele, für uns ist es unsagbar weit.“ Mehr als ein Drittel, vielleicht schon mehr als die Hälfte des Lebens ist vorbei – und immer noch Wartesaal. Da tut jede Erinnerung an das Ticken der Uhr einfach nur weh. Und diese Fotos erinnern daran wirklich sehr eindrucksvoll.

  27. 27

    Hallo zusammen,

    habe soeben Eure Diskussion über meine Arbeit entdeckt. Vielen Dank für Lob und Tadel. Schade irgendwie, dass ich das nur durch Zufall (Egosurfen bei Google) entdeckt hab.

    Alles Gute

    Michael

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