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Was ich kann (RMX)

Das nenne ich mal kreative Schlaflosigkeit. Misanthrop, Protagonist der kleinen deutschsprachigen Abstract-Hip Hop-Szene, hat sich mal eben Maltes Textes angenommen und ihn mit Beats versehen.

Und es ist sehr, sehr gut geworden. Nicht wahr?

84 Kommentare

  1. 01

    der hammer wenn hammer das neue wort für letzter scheiß ist.

  2. 02

    ahh, super… der misanthrop ist eh ein guter!

  3. 03
    Angsthase

    Äh, das ist also Grimme-Online-Award-Winning-Inhalt ja?

    Toll, dass es für jeden Mist eine Erklärung in der Wikipedia gibt…

    Also wenn sich das „Abstract Hip Hop“ nennt, dann war Grup Tekkan „intelligent artistic rapmusic“.

    Und gute Nacht!

  4. 04

    @Angsthase: Du gehst früh schlafen…

  5. 05
  6. 06

    Ja, es ist gut geworden.
    Dein letzter Kommentar übrigens auch!

  7. 07
    Niels

    Also ich finds Herrlich! Ganz im gegensatz zu „Retter der Nation“…Bitte heute Abend in der Sendung austauschen!

  8. 08

    Wie großartig ist das denn bitte? Richtig groß!

  9. 09
  10. 10
    Bimstein

    Richtig Geil ist dann das hier.

  11. 11
    Malte

    Heute morgen um sechs Uhr und 15 Minuten, als Max entschieden hatte, dass ich ihn nun genug belohnt hatte für die Rettung von fooligan, habe ich nochmal einen Blick in die Kommentare geworfen. 15 Minuten später bin ich patscheglücklich und ein Dankgebet an Lawrence Lessig sprechend eingeschlafen. Misanthrop, lass uns ein ganz verrücktes Ding zusammen mit einem südkoreanischen Forscher drehen, denn: Ich will noch ein Kind von Dir.

  12. 12
  13. 13

    Klingt wie Geräusch hinter einem Text.

  14. 14

    Mir gefällt’s auch wie dem Euter, also eher weniger.

  15. 15

    Kann mir mal jemand verklickern, was so großartig oder herrlich an einer zweitaktigen Drumloop, einem 08/15 Synthi-Sound und einem sowas von offbeat rappenden sprechenden MC ist, der einen persönlichen (in den kommentaren nicht ganz unumstrittenen oder inhaltlich missverständlichen) Text eines anderen zum Besten zu Gehör bringt?

    @Euter und Angsthase: Recht habt ihr!

  16. 16

    @Andreas: Vielleicht, dass er es einfach gemacht hat? Klar ist das sehr rough. FrüherTM nannte man das eine Demoversion. Abgesehen davon ist seine Umsetzung des Textes sehr gelungen. Was die Anzahl der Takte des Loops betrifft, zähl nochmal nach. Und um onbeat-Rap geht es hier auch nicht.

  17. 17

    Schade, dass einige Leute die Genialität dieses Stückes einfach nicht zu greifen scheinen. Dieses Teil ist einfach Gänsehaut pur; textlich sowie mit dem, was Misanthrop draus gemacht hat. Aber wie will man popresistenten Nonbelievern sowas erklären?

    Ich weiss es nicht. Muss aber ja auch nicht. Misanthrop kann sich sicher sein, dass die Leute, die er damit ansprechen wollte, das auch so ahnen!

    Und Niels: Wir geben uns Mühe. Vielleicht gefällt Dir ja unser nächster Track besser.

  18. 18

    Bitte Leute, ich falle vor euch (Andreas und MC Winkel) virtuell auf die Knie, aber lasst mich nicht dumm sterben: W A S ist denn nun so genial, dass ich das als Normalsterblicher nicht verstehe (ich meine nicht den Text, sondern dessen „musikalische“ Umsetzung)? Mich für doof zu erklären gilt nicht! Ich als nicht popresistenter Believer will es wirklich wissen!

    @ Andreas: Von mir aus auch 4 Takte, wenn du dabei ein Achtel-Feeling hast…

  19. 19
    Dennis

    Phantastisch! Nur weil einem etwas nicht gefällt, ist man dumm, und ein absoluter Nixblicker. Interessant.

    Ob mir das Stück gefällt oder nicht, schreibe ich jetzt mal nicht, denn entweder krich ich was auf den Kopp vom Winkel, oder ich gehe in der Lobhudelei klanglos unter.

  20. 20
    Fritz

    klare und meine persönliche antwort: nein, ist es nicht.

  21. 21
    zolip

    wohl wahr.

    es ist sehr, sehr gut geworden!

    Respekt

  22. 22
    Malte

    @ Andreas B. aus B.
    Im Grunde ist uns doch allen klar, dass man darüber nicht besonders gut diskutieren kann, welche Musik man mag und welche nicht. Wenn dir der Track nicht gefällt, ist es für mich völlig ok.

  23. 23

    @Andreas B. aus B.:

    Auf die Knie zu fallen ist nicht angebracht. Vor niemandem. Auch nicht virtuell. Ich habe nirgends geschrieben, das es genial sei. Sehr gut ist es jedoch allemal. Über den musikalischen Aspekt mag man streiten, der spielt jedoch bei den allerwenigsten Hip Hop Produktionen eine entscheidende Rolle…

    @Dennis:
    Ich habe versucht, in meinem Posting das Stueck auch gleich zu verorten. Wer es interessant findet, mag sich mit dem Thema Slam Poetry / Spoken Word / Alternative Hip Hop / Abstract Hip Hop auseinandersetzen. Ich kann unmoeglich in einem Spreeblick 3-Zeiler noch für den eventuell benötigten poptheoretischen Überbau sorgen.

  24. 24

    Sau cool. Vor allem: Mich erinnert die „Deklamation“ an Peter Hein, auch wenn der rheinische Akzent fehlt.

  25. 25

    Ich finds gut. Unglaublich, wie man sich wegen einem Song so ins Hemd machen kann. Das Stück hat offensichtlich einigen Leuten gefallen. Damit hat es seinen Zweck erfüllt.
    Und Gottseidank müssen wir seit ca. 60 Jahren auch nicht mehr nur das gut finden, was von einigen „Privilegierten“ als „gute“ Musik bezeichnet wird.

  26. 26

    Mir gefällts.

    Kommt dann auch noch ein 88:Komaflash Remix davon? :D

  27. 27

    Mir gefällt es sehr gut. Sehr kreativ. Schön frei.
    Er spricht den Text, als stamme er von ihm selbst. Er identifiziert sich wunderbar damit.
    Ich habe solche Musik bis jetzt noch nie gehört – es hat mich aber sofort überzeugt!

  28. 28
  29. 29

    Malte, man kann sehr wohl darüber diskutieren, welche Musik man mag oder nicht. Nur reden wir hier an dieser Stelle wohl ein wenig aneinander vorbei.

    Wenn mir jemand sagt, dass ihm der obige Song gefällt, spiegelt das eine persönliche Einstellung oder einen persönlichen Geschmack wieder, gegen den überhaupt nichts einzuwenden ist.

    Wenn aber jemand sagt, der Song sei sehr sehr gut geworden (Andreas im Artikel), dann ist das eine Bewertung, eine graduelle Abstufung des persönlichen Geschmacks, der/dem offensichtlich bestimmte Maßstäbe/Kriterien zu Grunde liegen. Wenn ich dann nach diesen Kriterien frage und ein wenig abgebürstet werde und mir statt dessen die Genialität (MC Winkel) oder die Geilheit (Mathias Richel) entgegengehalten wird, ist das ein wenig unbefriedigend. Insofern hast du natürlich recht, dass man dann nicht mehr besonders gut diskutieren kann.

    Nochmal die Frage: Was macht diesen „Track“ zu einem sehr sehr guten? Mir sind die Bewertungskriterien nicht klar.

  30. 30

    Also „sehr sehr gut“ finde ich auch ein wenig übertrieben. Es hört sich nicht so an, als das man für den Song Ewigkeiten an den Reglern drehen musste, aber ich kenn mich auch nicht so aus. Trotzdem sollte man schon die Arbeit respektieren, die dahinter steckt.

  31. 31

    @Andreas B.
    Toller sachlicher Kommentar!

  32. 32
    Acid

    @Angsthase – Abstract Hip Hop ist an sich ’ne sehr feine Sache. Welten vom Chartsgerülpse der Ghettokiddies entfernt.
    Tipp: „Helium Liquide“ von L’Armée des 12
    http://www.90bpm.net/actualite/rap/l-armee-des-12.htm

  33. 33

    Es gibt keine objektiven Kriterien zur Bewertung von Musik. Außer Lautstärke, Länge und Frequenzgang usw., also meßbaren Parametern. Ein Track ist sehr, sehr gut, wenn er jemandem gefällt. Das sollte man spätestens in der 10. Klasse gelernt haben.

  34. 34

    Es gibt sehr wohl objektive Kriterien – auch für Kunst und insbesondere für Musik. Dabei hat ein Musiker in der Regel ein größeres Repertoire an Bewertungskriterien als der reine Konsument. Es gibt z.B. durchaus Stücke die mir nicht gefallen, die aber gut (gemacht) sind. Das sollte man abstrahieren können.

    Natürlich kann auch „schlechte“ Kunst gefallen; insofern kommt es am Ende des Tages tatsächlich nur auf Gefallen oder nichtGefallen an.

  35. 35

    @ Armin: Da hast du bis zur 10. Klasse aber nicht viel über oder in Musik gelernt ;-)

    Meinen Schülern bringe ich schon in der 7. Klasse bei, dass sie auf Form/Struktur, Instrumentation, Ausführung/Gestaltung, Klangqualität, Harmonik, Rhythmik, gesangliche und andere musikalische Besonderheiten und das Wort-Tonverhältnis (bei Vokalmusik) achten. Das funktioniert so natürlich nicht bei jedem musikalischen Genre, hilft aber, Musik einzuordnen, zu vergleichen oder zu bewerten (in ihrer Zeit, in ihrem Genre).

    Spätestens in der 13. haben sie dann meist gelernt, zwischen subjektiver und objektiver Bewertung zu differenzieren.

  36. 36
    verwirrter

    „Spätestens in der 13. haben sie dann meist gelernt, zwischen subjektiver und objektiver Bewertung zu differenzieren.“

    Ich zum Glück nie. Erklärt wahrscheinlich auch meine Musik und meine Deutsch-Note. Objektivität und Wahrheit kann man in der Mathematik haben, in der Musik hat die nichts verloren. Entweder ein Stück kickt mich, oder es tut es nicht, was soll man da auseinanderdiskutieren?

  37. 37

    @Andreas B
    @Chrisfried

    Ich fuerchte, wir kommen mal wieder auf die Meta-Ebene. Meinem Verstädnis nach, bedarf es für die Bewertung (und in gewisser Weise auch fuer die Empfindung von Musik) eines bekannten Bezugrahmens.

    Beispiel: Bunggul, eine Musik eines bestimmten Aboriginal-Tribes in Australien, werden Menschen, die ausserhalb dieses Bezugrahmens stehen, nicht bewerten können. Sie werden nicht wissen, worin sich Virtuosität, künstlerische Qualität oder Kreativität zeigt. Einzig das persoenliche Empfinden funktioniert. Man kann sagen: es klingt fuer den Hörer schön(interessant, etc.) oder eben nicht.

    Aehnlich ist es mit Teilen kontemporaerer Musik die ihren Ursprung in den westlichen urbanen Subkulturen hat. Hat man keinen Bezug dazu, fällt es schwer, zu beurteilen, ob ein Stück Musik (oder ein allgemeiner: Artefakt) innerhalb des Bezugrahmens („Kontext“) einen Wert besitzt oder nicht.

    In unserem Beispiel: Habe ich mich noch nie mit Spoken Word, Slam Poetry und den damit zusammenhängenden muiskalischen Sub-Genres des Hip Hop beschäftigt, wird es in der Tat schwer, nachzuvollziehen, warum das diskutierte Stück – meiner Meinung nach – durchaus als sehr, sehr gut zu bezeichnen ist.

    Ich kann versuchen, noch einmal anzureissen, warum ich dieses Stueck für gelungen hate:

    – Das Stück ist die Interpretation eines fremden Textes. Der Text war, bei Veroeffentlichung des Tracks erst drei oder vier Tage alt. Die Adaption und Interpretation ist also ausserordentlich schnell erfolgt.

    – Ueberhaupt ist dieser Transfer, das Überspringen der Genre-Grenzen, in dieser Geschwindigkeit schon an sich bemerkenswert und ein Novum, dass noch vor ein paar Jahren auf Grund fehlender Kommunikations- und Produktionsmittel undenkbar war.

    – Sieht man das Stück in der Tradition von Spoken Word / Slam Poetry ist es nach den relevanten Kriterien des anzwendenden Bezugsrahmens gelungen. Vor allem die Intensität des Vortrags halte ich für beindruckend.

  38. 38
    Malte

    Du bringst deinen Schülern aber doch eben auch bei, dass sie den zeitlichen Kontext beachten müssen, um die Qualität eines Stücks bewerten zu können. Denn du kannst beispielsweise die Originalität nicht bewerten, wenn du nicht weisst, was in der Entstehungszeit der Hauptstrom der betreffenden Musikrichtung ist. Verwegenwärtige dir ein millionenfach verkauftes Lied von 50 Cent. Und dann hör dir im Unterschied dazu ein paar Stücke von Misanthrop (MySpace) an. Diese sind vlt ein besserer Einstieg in die Musik Misanthrops. Was ihm hinsichtlich des Texts gelungen ist: Er hat einem Bloggeintrag etwas eingehaucht, was vorher nicht in ihm steckte, hat damit bewiesen, was Creative Commons zu so einem großartigen Konzept macht. Der ursprüngliche Autor kann überhaupt nicht absehen, was mit seinem Produkt geschieht, es tritt ein neuer Autor hinzu, der etwas Neues, im Idealfall Besseres schafft. Ein Text, in dem das Nichterreichen von Standards thematisiert wird, wäre im Rahmen einer elaborierten Komposition (zu denen Misanthrop ja, wie du unter obigem Link hören kannst, durchaus im stande ist) nicht gut aufgehoben. Das Rohe, Unfertige unterstreicht den Text hingegen.

    Nachtrag: Ich hätte vlt nicht während des Antwortens erst die ganze Myspace-Seite leerhören sollen, so wiederhole ich ja nur Andreas :)

  39. 39
    samira

    Auch wenns blöd klingt: aber ich hab den Text von Malte erst durch diese Adaptation richig verstanden.
    Und was sollte gute Kunst anderes tun, als jemanden durch Interpretation der Realität, einem Ignoranten wie mir eben diese Realität zugänglich zu machen?

  40. 40
  41. 41
    Malte

    @ spreeblick-andreas
    Habe es gerade erst gesehen, siehe Nachtrag. Wollte ursprünglich gar nicht paraphrasieren.

  42. 42

    Danke Andreas! Werde mich mal eingehender mit Spoken Word/Slam Poetry und deren relavanten Kriterien (die du mir hier nicht verraten willst ;-) ) beschäftigen, um das sehr sehr gut nachvollziehen zu können ;-)

    Was allerdings andere Parameter der Musik bzw. der Interpretation angeht, bleibe ich (zumindest in der derzeit hörbaren Fassung) bei meinem negativen Urteil. Wenn man auf der Seite vom Misanthrop seine „gut“ klingenden Tracks hört, merkt man, dass auch für Slam Poetry „Qualitätskriterien“ greifen.

    Insofern verwundert mich dieser Schnellschuss mit Maltes Text. Nur weil jemand besonders schnell den Text eines anderen versucht umzusetzen, ist das (noch) keine herausragende Leistung. Ich hatte deinen Artikel als Hinweis auf ein „fertiges Produkt“ verstanden. Dass es sich dabei um einen Rough-Mix oder gar nur eine Demo handelt, war nirgends zu lesen.

  43. 43
    sunny3d

    im Rahmen der schönen diskussion – noch ein link…

    http://www.myspace.com/poetryslam

    viel spaß beim hören

  44. 44

    @ verwirrter: Entweder ein Stück kickt mich, oder es tut es nicht, was soll man da auseinanderdiskutieren?

    Hast du dich nie gefragt, warum deine Musik dich „kickt“, war oder ist das nie interessant für dich? Ist dann Musik für dich nur eine Reizquelle, ohne Anstrengung beim Hören, ist lediglich Zerstreuung oder Befriedigung deines momentanen Gemütszustandes? Hast du Musik nie als Sinnzusammenhang empfunden oder diesen „Kick“ nie bewusst ausnutzen können, um dann selbst musikalisch aktiv zu werden?

    Wenn du all diese Fragen mit nein beantwortest, muss du nichts mehr auseinanderdiskutieren…

  45. 45

    @Andreas B.:

    Doch, doch. Stand da. Wenn auch nicht so explizit. Hinter dem Link verbirgt sich der Eintrag von Misanthrop in dem er schreibt: „Nach einer harten Woche mit wenig Schlaf sollte ich jetzt eigentlich nicht mehr wach sein. Aber ich konnte es nicht lassen und habe den kürzlich hier vorgestellten Text von Malte vertont und hochgeladen. Das Stück heißt „žWas ich kann“ und ist im Downloadbereich zu haben.“ Das deutet ja bereits auf eine rasche Arbeitsweise hin.

    Im Downloadbereich steht dann: „Schnellumsetzung eines interessanten Textes von Malte von Spreeblick.“ (Hervorhebung von mir)

    Fuer den Einstieg in das Slam Poetry-Genre empfiehlt sich entweder der Kauf der Zentrifugal-CD von Bastian Böttcher (sehr harmlos, tut auch Musiklehrerohren nicht weh ;-) oder der Besuch eines Poetry Slams in der nächst erreichbaren Grossstadt.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Slam-Poetry

  46. 46
    verwirrter

    >Hast du dich nie gefragt, warum deine Musik dich „kickt“, war oder ist das nie interessant für dich?

    Ich weiss, was mich an Musik kickt. Aber ich werde es nie jemandem klar machen können, der eine andere Musikauffassung hat als ich. Und bei Menschen, die die selbe Musikaufassung haben, braucht man selten Worte.

    Darum : Warum überhaupt eine Diskussion darüber? Ich will niemanden davon überzeugen, Musik nach meinen subjektiven Kriterien gut zu finden, und ich brauch auch keine Diskussionen, die nur dafür da sind, sich gegenseitig zu bejahen.

    >Ist dann Musik für dich nur eine Reizquelle, ohne Anstrengung beim Hören, ist lediglich Zerstreuung oder Befriedigung deines momentanen Gemütszustandes?

    Ich weiss nicht, ob ich mit ja oder nein antworten soll. Im Grunde verstehe ich die Frage gar nicht. Ich höre Musik um durchzudrehen, zu feiern, zu weinen, zu spinnen, meinen Gemütszustand nicht nur zu befriedigen, sondern auch ändern zu lassen (mit offener Richtung.). Wäre ein „Jein.“ als Antwort okay?

    >Hast du Musik nie als Sinnzusammenhang empfunden oder diesen „Kick“ nie bewusst ausnutzen können, um dann selbst musikalisch aktiv zu werden?

    Eher nein. Genausowenig wie ein guter Film mich jemals dazu gebracht hätte, filmisch aktiv zu werden.

  47. 47

    Ich glaube da laufen wieder mal verschiedene Themen/Aspekte parallel. Natürlich ist es prima, wenn Common Creatives funktioniert; das möchten wir wohl alle. Aber was hat das mit der Qualität des Stückes zu tun? Und die Tatsache, dass das Stück schnell (3 Tage nach Veröffentlichung des Textes) entstanden ist, kann doch höchstens eine Entschuldigung sein aber kein Argument für die Qualität.

    Großartig und herrlich ist das Stück weil „er es einfach gemacht hat“ (siehe Kommentar 16). Wenn das so gilt, bedeutet das in der Konsequenz, dass alles toll ist, weil es existiert. Diese Sicht der Dinge schaffe ich nur wenn ich was geraucht habe.

  48. 48

    Chrisfried: Ich kann an deinem letzten Kommentar keinen sinnvollen Beitrag mehr zum aktuellen Stand der Diskussion hier erkennen. Ich habe oben bereits dargelegt, was ich fuer wesentlich bei der Bewertung halte. Und doch: seine schiere Existenz ist ein Qualitaetsmerkmal.

  49. 49

    @chrisfied: also gesetz dem fall wir bleiben hier bei dem genre slam poetry und abstract hiphop, dann hat das stück unzweifelhaft qualität. ich habe schon sehr schlecht „vertonte“ texte gehört, wobei die texte gut waren, aber der umsetzung mangelte es an qualität. um niemanden zu diskreditieren, bringe ich keine beispiele. und in dem sinn ist es auch kein „klassischer“ hiphop – ich denke, darüber kann man sich ohne probleme einig werden. schnelligkeit ist für mich auch kein argument. bleibt die frage, ob jemand in einem halben jahr daraus etwas anderes gestalten würde…
    allein die tatsache, dass jemand ungefragt einen text „vertont“, weil er in ihm etwas sieht, ihn versteht oder der text fragen aufwirft – das ist interessant und ja, er ist zum teil besser als andere…

  50. 50

    ja, ebenfalls sorry andreas v. sprblk. – wollte jetzt auch nicht paraphrasieren – so ist das manchmal…

  51. 51

    Paraphrasieren ist für mich heute das Verb des Tages. Danke dafür.

  52. 52
    Malak

    Misanthrop rockt. aber nicht in diesem Track.

  53. 53

    „Meinen Schülern bringe ich schon in der 7. Klasse bei, dass sie auf Form/Struktur, Instrumentation, Ausführung/Gestaltung, Klangqualität, Harmonik, Rhythmik, gesangliche und andere musikalische Besonderheiten und das Wort-Tonverhältnis (bei Vokalmusik) achten. Das funktioniert so natürlich nicht bei jedem musikalischen Genre, hilft aber, Musik einzuordnen, zu vergleichen oder zu bewerten (in ihrer Zeit, in ihrem Genre).“ (s.o.)

    Und genau diese Kriterien sind ziemlicher Unsinn. Klar, wenn jemand eine Fuge komponiert oder nur als jemand gesehen wird, der angeblich Fugen komponiert, und bei der (sowieso unsinnigen) Kindergartenanalyse des LK Musik rauskommt, dass er sich mal vertan hat (was Bach übrigens dauernd – natürlich nur mit Absicht, denn der hat ja keine Fehler gemacht- passiert ist), ist es keine ordentliche Fuge mehr. Aber ist es davon schlechte Musik? (s. Fuga y Misterioso, Michel Camilo & Tomatito, Spain Again)

    Angeblich objektive Kriterien wurden auch schon bei der Bewertung „entarteter“ Musik angewandt und sind – mit Verlaub – Bullshit. Sie sind vielleicht nützliche Hilfsmittel zur Analyse, aber wer zur Hölle braucht im wirklichen Leben Analysen? Ich z.B. verfüge über ein sehr gut geschultes Gehör, was es mir ermöglicht, so ziemlich jedes kleine Stückchen Popmusik in 5 Minuten raushören und spielen zu können. Das ist nützlich, um Geld zu verdienen. Ich kann aber auch Schubert-Lieder und klassische Sonaten und was weiß ich hören, rausschreiben und quasi in Nullzeit analysieren, weil mir das von Kindesbeinen eingeimpft wurde. Und was genau bringt das? Nichts (Abgesehen davon, dass es einem offensichtlich die Freude an der Musik nimmt).

    Das lernt man in jedem vernünftigen Musikwissenschaftlichen Institut im ersten Semester.

    Wer sich ein bisschen (außerhalb seines meist leider immer noch merkwürdig indoktrinierten Lehramtsstudiums) damit beschäftigt hat, sollte das auch nachvollziehen können.

    P.S.: Was auch immer das im Zitat von oben für Schüler sind, ich kenne keinen Siebtklässler, der sich für den Unterschied zwischen Syllabik und Melismatik interessiert bzw. Augmentation und Diminution richtig schreiben kann. Auch kenne ich keinen Musiklehrer, der den Unterschied zwischen einer 192-kBit MP3 und einer CD hört, geschweige denn einen, der nicht nur über das Cover der CD den Solisten ermitteln kann. Aber ich kenne eine Menge Steppkes und auch Erwachsene, die sich für Musik begeistern können. Niemand von denen redet von objektiven (die technischen immer ausgenommen) Kriterien zur Bewertung von Kunst.

  54. 54

    Hoppla, jetzt gehen wohl die Pferde durch und die Diskussion tritt auf der Stelle ;-(

    Kurze Anmerkung zu Armin:
    Die von mir genannten Kriterien machen durchaus Sinn, wenn man sich über Musik verständigen will (oder muss), ohne bei Allgemeinplätzen zu bleiben. Dabei ist es zunächst egal, ob es sich um eine Fuge oder einen Hip-Hop-Song handelt, man muss dann entsprechend gewichten. (Weiteres zum Problem objektiv/subjektiv siehe Nr. 29)

    Was die Anmerkungen zur entarteten Musik, den Schubert-Liedern in Nullzeitanalyse, dem einsemsetrigen MuWi-Studium und den letzten Absatz in Gänze angeht, ist das jetzt ein wenig am Thema vorbei, weitgehend unsachlich und wohl einer momentanen Gefühlsregung geschuldet. Wir können gerne privat weiterdiskutieren (schick mir eine Mail, wenn du willst).

  55. 55
    Bing

    @Armin:
    Du scheinst ja selbst einen umfassenden musiktheoretischen Hintergrund zu haben. Ich kann nicht ganz nachvollziehen, warum du weiten Teilen der Musiktheorie jede Sinnhaftigkeit absprichst.

    Musiktheorie ist doch nicht bloßer Selbstzweck. Was genau die Analyse von Musik (unter anderem hinsichtlich der von Andreas B. genannten Kriterien) bringt? Ich will hier zwei Antwortmöglichkeiten anführen:

    1. Eine strukturierte Analyse, die auf festegelegten Begriffen basiert, ermöglicht eine gehaltvolle Diskussion über Musik. Eine Kategorisierung ist dafür zwingend notwendig. Gerade hier in den Kommentaren ist doch deutlich geworden, wie schnell eine gemeinsamen Auseinandersetzung mit dem Track selbst in eine Meta-Diskussion abdriftet, wenn man auf der Stufe „gefällt mir“/“gefällt mir nicht“ stehen bleibt und sich auf subjektiven Musikgeschmack beruft.

    2. Einem Musikschaffenden ermöglicht die Analyse von Musik, gezielt bestimmte Wirkungen zu erzielen, weil er dadurch auch einen Zusammenhang zwischen objektiven Kriterien und Wirkung auf den Hörer herstellen kann.

    Übrigens: Eine analytische Auseinandersetzung mit Musik zerstört doch nicht die Freude an der Musik. Oder hast du diesbezüglich andere Erfahrungen gemacht? Meiner Ansicht nach ist das Gegenteil der Fall. Ich habe den Eindruck, dass die Analyse ganz neue Sichtweisen eröffnen kann und die Chance bietet, Interesse und Gefallen an Musik zu finden, um die man vorher vielleicht einen großen Bogen gemacht hat. Andreas B. zum Beispiel war sofort bereit, sich mit Slam Poetry näher zu beschäftigen. Ich wage die Behauptung, dass sein musikalischer Hintergrund für diese Herangehensweise zumindest nicht hinderlich war. ;) Ich hoffe, du gibst mir da Recht, Andreas.

  56. 56

    „Angeblich objektive Kriterien wurden auch schon bei der Bewertung „entarteter“ Musik angewandt“. Mit Verlaub, das ist schlimme Polemik, Armin.

    Wollt ihr sagen, dass ihr einen komplexen, virtuosen Verlauf einer Basslinie nicht von einem programmierten Grundton-Klangklötzchen unterscheiden könnt?

  57. 57

    …und jetzt bitte die anderen neurosen auch noch ins profil, danke, sehr schön.

  58. 58

    @chrisfried: das alte leidige Thema. Meiner Ansicht nach zeichnet sich Virtuosität nicht nur durch handwerkliches Geschick und Können aus. Vgl. dazu – gerade wenn es um Basslinien geht – die Werke von Tom Jenkins ( http://de.wikipedia.org/wiki/Squarepusher ) oder Richard D. James fuer Klangklötzchenschiebereien ( http://de.wikipedia.org/wiki/Aphex_Twin ) hier insbesondere das Album Drukqs.

    Witzigerweise ist Jenkins auch handwerklich ein Virtuose am Bass:
    (vgl. http://www.andreas.de/wordpress/archives/2006/11/01/hallo-alles/)

    – sorry fuer den Inzestlink ;)

  59. 59

    Hmm… ja, das mit der Polemik ist wohl wahr. Aber manchmal ist das wohl nicht anders möglich. Und ja, ich habe sehr schlechte Erfahrungen mit Musikanalytikern gemacht. Und zwar genau mit der Sorte, die eine „virtuose“ Basslinie über ein programmiertes Grundton-Klangklötzchen stellen.
    Genau diese Sorte Mensch ist übrigens auch dafür verantwortlich, dass die Musikwissenschaft langsam vor sich hinstirbt und auch ab und zu mal ein Allgemeinplätzchen a la „Die Wahrheit liegt in der Partitur“ von sich gibt.

    Aber wenn hier die Musikanalytiker sind, was sind denn die objektiven Kriterien, die das Stück nun künstlerisch weniger wertvoll machen? Ist es die Simplizität? (siehe „4:33“) Der einfache Groove? (siehe die Anfänge der Minimal Music) Die Mischung? (für nen Rough Mix meines Erachtens ziemlich ok) Der Offbeat ist mit Sicherheit genau so gewollt, vielleicht sollten die Kritiker selbst mal versuchen, einen Text zu verarbeiten, den sie nicht selbst geschrieben haben…

  60. 60
  61. 61

    Allein die Tatsache, dass hier in 60 Kommentaren über dieses Stück diskutiert wird, macht selbiges herausragend. Popmusiktheoretisch könnte ich das auch noch untermauern, aber das ist der halbe Spaß: Genau das nicht zu tun.

  62. 62

    Doch Johnny, bitte tut das mal! Gönne mir den halben Spaß, ich bin gespannt, was du als Erzmusiker dazu zu sagen hast. Wenn das nicht hier in den Kommentaren sein soll, dann schick mir doch eine Mail, bitte, bitte!

    Bei allem Respekt: Dass dieses Stück in mehr als 60 Kommentaren, die sich zur Hälfte mit sich selbst beschäftigen, diskutiert wird, zeigt, dass es auf geteilte Meinung gestoßen ist. Über die Qualität (positiv oder negativ) – auch aus popmusiktheoretischer Sicht – sagt das noch nichts aus. Oder geht dein „herausragend“ gar in eine ganz andere Richtung?

  63. 63

    @Andreas
    Virtuosität IST „handwerkliches Geschick und Können“, Fähigkeit bis hin zur Perfektion. Hello Meow (Jenkins) habe ich mir angehört und auch die ersten 6 Titel von Drukqs (Aphex-Twin). Ich würde beides als virtuos bezeichnen. Beides ist gut gemacht. Jenkins gefällt mir sehr gut, Drukqs weniger. Aber zwischen der von dir zitierten Musik und dem Audio-Stück um das es hier geht liegen Welten.

    Slam Poetry ist hier meiner Meinung nach auch nicht das richtige Genre. Weder trägt jemand einen eigenen Text vor, noch bleibt es beim gesprochenen Wort; es kommt Musik dazu…

    Hätte oben nicht Jemand gesagt das Stück sei „sehr sehr gut“, wäre diese Diskussion nicht entstanden. Den einen hätte es gefallen, den anderen nicht, so what…

    Und ich bleibe dabei: Die schiere Existenz von etwas ist kein Qualitätsmerkmal (siehe Beitrag 48).

    @Armin
    Du solltest mit Begriffen wie „diese Sorte Mensch“ vorsichtiger umgehen und auch nicht Musikanalytiker mit Nazis vergleichen. By the way, ich bin keiner, weder das eine noch das andere. Und was meinst du mit „für nen Rough Mix meines Erachtens ziemlich ok“? Ist das Stück objektiv betrachtet also doch nicht so toll? Wo steht überhaupt dass das ein Rough Mix ist? Woher weißt du „mit Sicherheit dass der Offbeat so gewollt“ ist? Und zu guter letzt: Von welchem Groove sprichst du?

  64. 64

    @chrisfried: gut, dann ist in den genannten Fällen (Tom Jenkins, Richard D. James) Virtuosität im Umgang mit Software gemeint. Da haben wir einen Konsens. Juhu! Freut mich wirklich. Hab jahrelang zwischen Couscous und Apfelschorle dafür argumentiert ;)

    Zu Armins Anmerkungen: Irgendwo weiter oben lege ich bereits ausfuerhlich da, dass es ein Rough Mix ist. Die Links in Artikeln haben durchaus ihren tieferen Sinn – einfach mal anklicken. So funktioniert Hypertext. Die Frage, woher Armin wisse, dass der Offbeat mit Sicherheit so gewollt sei, kannst du dir nur stellen, weil Dir der entsprechende Referenzrahmen fehlt.

    Abgesehen davon, halte ich Armins Versuch, Musikanalytiker (gibt’s sowas? Ich bin keiner, ich bediene mich am kleinen Werkzeugkasten eines Kulturwissenschaftlers) in die Nähe von Nazis zu rücken für daneben.

  65. 65
    Peter H aus B

    Ein schlechter Text mit noch schlechterer Musik. So what?

  66. 66

    Hihi .. das erinnert mich hier alles an letztes Wochenende. Da haben ca. 5 Ex-Informatikstudenten mit einem Musikstudenten (oder irgendwie sowas) diskutiert.

    Er hat uns einen Musikgeschmack abgesprochen. Der einzig wahre Musikschaffende auf der Welt, seiner Meinung nach, ist Steve Vai .. Alles was wir hören ist scheiße. Wir haben keine Ahnung von Harmonien, Akkorden blablabla .. und deshalb werden wir nie in der Lage sein, gute von schlechter Musik zu unterscheiden.. Wurde zum Ende ziemlich hitzig.

    Gestern hab ich mal in Steve Vai reingehört. Ok, der macht schon krasse Sachen, aber dass Keyboard was hinter den meisten seiner Songs liegt, klingt nach meinem Verständnis etwas billig.

    Kurz .. über Musikgeschmack diskutieren, kann ziemlich übel werden :-) ..

  67. 67

    Klingt wie ein Max-Herre-Verschnitt auf schlechtem Pilz. Selbst MASSIV („Ghettolied“) hat einen besseren Flow.
    Noch immer Lichtjahre von Cannibal Ox und & co. entfernt.

  68. 68

    So, nach lange auf meiner Zunge rumbeißen und Hutschnur festhalten, noch einmal kurz durchatmen … schnauf … und jetzt mal ganz in Ruhe und sachlich:
    Danke Malte und Misanthrop, dass ihr einfach so, einfach weil es euch Spaß macht, einfach ohne Hintergedanken, einfach das macht, was ihr macht.
    Wo ist mein Vierkant – muss weiter knabbern.
    Manchmal glaub ich es einfach nicht.

  69. 69
    msc

    So richtig großartig wäre ein Mashup aus den vorangegangenen Kommentaren.
    Das müsste aber mehr in Richtung Napalm-Death o.Ä. gehen. ;-)

    Auch wenn es so gar nicht meine Musik ist. Die Idee und die Umsetzung finde ich auch sehr, sehr gut.
    Und das muss ich nicht begründen, oder darüber diskutieren. Musik begreife ich hauptsächlich mit dem Herzen, und nicht mit dem Kopf.

  70. 70

    Ich hingegen begreife Musik mit den Eiern. Und selbige begreife ich dann und wann auch.
    Es bleibt dabei: Misanthrop ist ziemlich arm im Style.

  71. 71
    Olli

    Danke Herr Richel, Ihr Kommentar ist wirklich sehr, sehr gut geworden. Nicht wahr?

    Mensch! Es geht nicht darum, dass Malte und Misanthrop etwas Kreatives zu Wege gebracht haben! Wir hatten hier eine Qualitätsdiskussion, da Andreas am Ende seines Artikels ein sehr, sehr gut vorgegeben hatte. Mit seinem „Nicht wahr?“ hat er eben die Nein-Sager und Kritiker auf den Plan gerufen!

    Wenn Sie fertig sind mit Knabbern, dann bitte Vierkant weiterreichen!

  72. 72
    Malte

    @ Fabian
    Wie witzig, auch der Reimfluss MC Winkels wurde schon mit dem von Massiv verglichen. Er ist also das Worst Case Scenario des Rap. Und sein Clip ist wirklich sehr, sehr lustig. Woran ich das bemesse? Ich habe gelacht.

  73. 73

    mit der ganzen kraft meiner subjektiven objektivität muss ich sagen: der track ist sehr, sehr gut.

  74. 74

    Ich bin weit davon entfernt, alle Musikanalytiker zu veruteilen. Das ist hoffentlich klar geworden.

    Ich habe nur eine relativ profunde Kenntnis von der Musikwissenschaft, vor allem von der Geschichte derer. Und wer sich mal die Mühe machen möchte, schaut sich den dtv-Atlas Musik in der vorletzten Ausgabe an und blättert mal zum Jazz.

    Ein noch besseres Beispiel: Wer heute die CD-Ausgabe des Lexikons „Die Musik in Geschichte und Gegenwart“ (MGG) kauft, bekommt unter anderem Scans aus der letzten Ausgabe von um 1965. Der sollte dann mal den Artikel zu William Grant Still oder den sehr ausführlichen Artikel zum Jazz lesen. Die eine Hälfte der deutschen Musikwissenschaftler ist damit beschäftigt, dieses Klischee zu bekämpfen, während bestimmt noch ein Zehntel fleißig daran weiterbaut.

    So ist es nämlich nicht förderlich, wenn dann ein Universitätsprofessor in ein studentisches Café kommt und fordert, die „Negermusik“ auszuschalten, weil man Wagner im benachbarten Hörsaal nicht mehr richtig genießen könne. Da kommts einem hoch. Insofern bin ich ein wenig traumatisiert, ja.

    Ich wollte nur zum Ausdruck bringen, dass man sehr, sehr vorsichtig sein sollte, wenn es um die Bewertung von Musik oder Kunst im Allgemeinen nach angeblich objektiven Kriterien, die sich dann doch als pure Subjektivität herausstellen, sein sollte.

    Zum Thema der Rezeption und der Existenzberechtigung:
    Wenn, sagen wir, Miles Davis, ein Album aufgenommen und sofort im Garten vergraben hat, es also nie ein Mensch zu Ohren bekam… ist es dann künstlerisch wertvoll?

  75. 75
    julian

    misantrop rockt punkt

  76. 76

    Um die Tanzfläche rumstehen und Leute die Tanzen auslachen ist laaaangweilig. Dieser Satz ist es nicht: Es wird immer nur der angegriffen, der den Ball hat. Also schieß ihnen die Hände aus den Hosentaschen, Mr. Misanthrop!

  77. 77

    Danke Jan, und danke für die konstruktive Diskussion. Ich hatte schon seit Längerem nicht mehr das Vergnügen, mittelbarer Mittelpunkt eines Internetdisputs zu sein, und diesem hier folge ich mit Vergnügen. Andere Kommentarfäden gleiten oft zu schnell ins Persönliche und Peinliche ab.

    Ich akzeptiere natürlich die Kritik und nehme sie mir zu Herzen. Aber auch nicht zu sehr, denn allen kann man es nicht recht machen. Ich habe das Lied sehr schnell aus dem Bauch heraus gemacht, weil meinem Kopf der Text so gut gefallen hat. Musik und Interpretation sind nicht optimal, und ich habe viele Songs aufgenommen, die ich um Längen besser finde.

    Danke für Lob und Kritik.

    Armin, der Misanthrop

    P.S.: Das mit dem Offbeatrappen ist gewollt. Ich kann auch Old-School-Doppelreime.

  78. 78
  79. 79
    Acid

    Allein die Tatsache, dass hier in 60 Kommentaren über dieses Stück diskutiert wird, macht selbiges herausragend.

    Wieviele Kommentare hatten die Artikel über „Group Tekkan“?

    :-D

  80. 80

    Es sind 80 Kommentare

  81. 81

    @Malte (72): MASSIV kann gar nicht der worst case sein, denn er representet meinen Kiez. Hat also so ziemlich alles richtig gemacht. Nur rappen kann er nicht.

  82. 82

    @Fabian:
    Massiv sollte nur besser wieder Pirmasens „rep’n“ und nicht „Weddingsixtyfive“, hier in Berlin ist man ja schon mit genug schlechten Rappern vom Schlage eines Bushido, Sentino, Fler und wie sie alle heissen gesegnet. ;)

    Als DefJux und Anticon Junkie gefallen mir aber die Sachen von Misanthrop sehr gut. Bin über die Jungs von 88:Komaflash (Gruss an Davastateyaearz :D ) auf ihn gestoßen und war von den abwechslungsreichen Tracks auf seinem „Aphrodismen“ Album mehr als angetan. Aber jedem das seine.

    @Malte:
    Der Massiv/MC Winkel Vergleich kam von mir.
    Wenns um unrunden Reimstil geht, könnte man aber auch noch die alten Sachen vom Schlockmaster als Vergleich nehmen.
    http://schlockweltall.de/

  83. 83
    sokro

    Link tot. Nochmal? Für mich?

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