52

Offener Brief von Mahmud Ahmadinedschad

Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad hat gestern via CNN einen offenen Brief an die amerikanische Bevölkerung veröffentlicht.

Nach einem „Allmächtiger“- und „Wir sitzen doch alle im gleichen Boot“-Intro kommt er recht schnell auf sein Lieblingsthema zu sprechen, die „andauernde blinde Unterstützung der Zionisten durch die amerikanische Regierung, welche die Fortsetzung der (zionistischen) Verbrechen möglich macht und dabei verhindert, dass der Un-Sicherheitsrat diese Verbrechen verurteilt“.

Danach packt Mahmud Ahmadinedschad seine Leser an ihren derzeit empfindlichsten Punkten. Irakkrieg. Guantanamo. Abu-Ghraib. Und was das alles kostet. Und er könne sich einfach nicht vorstellen, dass die amerikanische Bevölkerung das alles unterstütze.

Und dann stellt er konkrete Fragen.

Ob es keine bessere Art der Regierung gäbe. Ob sich eine Regierung nicht besser für Frieden, Stabilität, Wohlstand und Gerechtigkeit einsetzen sollte, statt für Krieg und Aggression.

Ob Terrorismus, der von uns allen verurteilt würde, wirklich durch Krieg und das Töten von hunderttausenden Unschuldiger ausgelöscht werden könne.

Denn wenn es so wäre, wie käme es dann, dass die Probleme immer noch nicht gelöst wären?

Ahmadinedschad weiß, wo das alleinige Übel liegt: In der Unterstützung der Zionisten durch die amerikanische Regierung. Alle Menschen dieser Erde könnten gemeinsam in Frieden leben, würde Palästina anerkannt werden.

Der iranische Präsident schließt damit, dass Friede für alle möglich wäre, dass er mit dem Brief seine Ängste und Sorgen ausdrücke und dass die amerikanische Regierung keine Schritte unternehmen solle, die nicht rückgängig zu machen wären. Denn alle Propheten hätten gelehrt, dass Ungerechtigkeit und Sünde nur zu Zerfall und Niedergang führen würden.

Koran-Zitat, viele Grüße an alle, Ende.

(Eine sehr unjournalistische Zusammenfassung, ich weiß.)

Mag der angestrebte Weltfrieden als Ziel auch noch so blumig klingen:

Ich persönlich misstraue jedem, der seine Weltsicht und sein Handeln hauptsächlich durch religiöse Motive rechtfertigt. Und noch mehr denjenigen, die den Holocaust als „Märchen“ bezeichnen.

52 Kommentare

  1. 01

    Der gute Herr schreibt ja gerne des öfteren Briefe (einen früheren hab ich bei mir kommentiert). Die natürlich, wenn man weiß, aus wessen Feder und mit welchen Motiven diese geschrieben wurden, zu dem windigsten und schleimigsten gehören, was aus dem Mund eines Staatschefs gekommen ist.

    Und da kommen wir schon zu dem großen Problem, dass die Briefe Ahmadinedschads aufzeigen: Unsere westliche Welt sollte sich verdammt nochmal eine koschere Attitüde zulegen, bevor wir der anderen Welt „zeigen“, wie es „richtig“ läuft. Denn zumindest die Kritik, die A. da formuliert, der muss man, leider leider, in vielen Punkten zustimmen. Und die Wahrheit zu sagen, dass sollte nun wirklich nicht das sein, was man eher mit A. in Verbindung bringt.

  2. 02

    der typ weiss schon, wie ordentliche demagogie geht…

  3. 03

    Heidrun: Hach ja, das erinnert daran, wie man in den letzten DDR-Jahren mit diesem Friedensgequatsche genervt wurde. Und Otto Waalkes, der sich bei einem Ostberlin-Auftritt bei der Jungen Welt mit dem Spruch „žMan kann über alles blödeln, nur nicht über den Frieden“ anbiederte.

  4. 04

    Das hat Otto Waalkes gesagt? Naja. Politik war auch nie sein Feld.

  5. 05

    Ist natürlich viel Blech dabei, aber total Unrecht hat er nicht.

  6. 06

    Gleich nach der Trennung von Sprache und Text ist die Trennung von Staat und Religion das Wichtigste (ich versteige mich nicht dazu ‚das Einzige‘ zu sagen), was uns vom Mittelalter trennt. Und genau, wie ich es neulich irgendwo so schön über die Demokratie gehört habe, ist diese Trennung etwas, das man geschenkt bekommt und dann fort an für alle Zeit so bleibt, sondern etwas für dessen Erhalt man stetig, für das jede Generation aufs neue arbeiten (ich versteige mich nicht dazu ‚kämpfen‘ zu sagen) muß, und es scheint mir heute wichtiger, als irgendwann anders in meinem Leben.

  7. 07

    Es wird ja immer versucht Palästina anzuerkennen, nur es wehrt sich mit Bomben dagegen.

    Naja, ein wenig einseitig ausgedrückt aber an sich stimmt der obere Satz.

  8. 08
    y

    @ markus

    muss man Dir wirklich erst einmal erklären wer der Hisbolla die Waffen liefert?

    Total Unrecht hat er nicht??? – er ist nur dabei den 3. Weltkrieg auszulösen.

    „Seit 5:45 Uhr wird zurückgeschossen…“

  9. 09

    y: er hat nicht *total* unrecht, dass ist ja exakt das, was demagogie so gefährlich macht.

  10. 10

    Er weiß, was man sagen muss, damit Zuhörer sagen: „Er hat ja nicht total unrecht“.

  11. 11
    msc

    Jetzt muss er nur noch ein paar schnuckelige Autobahnen bauen“¦

  12. 12

    Zitat Joschka Fischer:

    „Mit Verlaub, Herr Präsident, Sie sind ein Arschloch“

  13. 13

    Johnny: Ändert das etwas daran, dass er nicht total unrecht hat? (natürlich ändert das auch nichts daran, dass er trotzdem ein höchst suspektes Individuum ist.)

  14. 14

    der typ hat nen knall, geschenkt. aber ohne den staat palästina wird sich nix ändern, auch geschenkt.

  15. 15

    Einbecker: Abgesehen von der Frage, wo genau er denn recht haben soll (wer glaubt denn im Ernst, dass der Nahost-Konflikt das Einzige wäre, was dem Weltfrieden im Weg steht?):

    Solange ich nicht davon überzeugt bin, dass jemand meint, was er sagt, solange sind das auch nicht seine Worte. Wenn jemand von Frieden redet und gleichzeitig anderen die Vernichtung wünscht, dann kann er viel erzählen, er wird nie recht haben.

    Oder?

  16. 16

    Hm. Zu Deiner ersten Frage:

    „Irakkrieg. Guantanamo. Abu-Ghraib.“ […] „Ob sich eine Regierung nicht besser für Frieden, Stabilität, Wohlstand und Gerechtigkeit einsetzen sollte, statt für Krieg und Aggression.“ […] „Ob Terrorismus, der von uns allen verurteilt würde, wirklich durch Krieg und das Töten von hunderttausenden Unschuldiger ausgelöscht werden könne.“

    Klingt jetzt erstmal nicht so falsch, oder?

    Was Du dann sagst ist natürlich sehr wahr. Ähnliche Situation wie zum Beispiel hier im Sächsischen Landtag, wo die Grünen Anträge der NPD ablehnen, auch wenn sie sie für inhaltlich richtig halten. Was, aus meiner Sicht, natürlich richtig ist, aber es birgt schon eine gewisse Schizophränie. Also: Natürlich ist der Mann verachtenswert. Jeder aufrechte Demokrat sollte alles dafür tun, dass solche Männer nichts mehr zu sagen haben.

    Aber gleichzeitig wäre es doch schön, wenn wir diese Angriffspunkte überhaupt nicht bieten würden, so dass es keinen Kommentator mehr geben würde, der A. Aussagen unterschreiben könnte.

  17. 17

    Nur weil stimmt, was er sagt, ist nicht richtig, was er meint.

  18. 18

    Das ist natürlich sehr schön auf den Punkt gebracht.

  19. 19

    Im Falle von Bush und محمود احمدی „ŒÙ†Ú˜Ø§Ø¯ kann man nur sagen: Sie haben den fauligen Leichnahm der Freiheit zu Grabe getragen…

  20. 20

    Micha, was heißt denn das hinter dem „und“?

    Sven, danke, das wollte ich auch sagen, konnte es aber nicht so schön knapp formulieren. :)

    Einbecker: Es wird ja alles nicht einfacher mit dem Sagen und Meinen… ich entdecke bei mir, dass ich keiner „Ideologie“ oder politischen Richtung mehr zustimmen kann. Ich meine damit: Ich komme ganz klar aus einer „linken“ Ecke, werde aber in bestimmten Dingen immer „konservativer“, halte einige Aussagen der Liberalen für richtig, mag aber deren wirtschaftliche Einstellung und Haltung zum Staat überhaupt nicht usw. – schätze, so geht es allen anderen Leuten auch…

    „Ihr seid alle Individuen!“ – „Ich nicht!“ (Monty Python, Leben des Brian)
    „Ich möchte Teil einer Jugendbewegung sein“ – Tocotronic

    Aber natürlich hast du recht. Es wäre gut, wenn der Brief einfacher zu deuten wäre. Vielleicht war das aber in der Politik nie anders, siehe Svens Anmerkung. Man muss verstehen, was wirklich gemeint ist und das selten mit dem zu tun, was gesagt wird.

  21. 21

    Irgendwie hat er ja viel mit Bush gemein.
    In den grossen Städten verhasst…auf dem Land und bei bildungsfernen Schichten sehr beliebt.
    Beide wurden unterschätzt, obwohl ich beide nicht für sonderlich intelligent halte (zumindest nicht grad herausragend)
    Beide sind konservativ-religiös (in einer seltsam-ehrlichen Weise)
    Beide wollen die Einflussspähre ihres Landes vergrössern
    Beide wollen den Nahen Osten neu ordnen
    Beide bringen eine Menge Unruhe in den Nahen Osten
    Beide stehen im Inland eigentlich auf wackligen Beinen
    (Bush nun ohnehin, und Achmandineschads Sozialpolitik ist ja eine einzige Katastrophe)

    Zu Achmadineschads (puh so langsam geht mir der Name glatter von den Fingern) Aussagen über Palästina:
    Ich glaub kaum, dass er an einer Lösung interessiert ist. Dafür lässt sich das viel zu schön immer wieder ausspielen. Die Palästinenser waren immer schon Mittel zum Zweck.. nicht nur für den Iran auch für zahlreiche arabische Staaten (naja… die Iraner sehen sich ja nicht als Araber)
    Ist aber bitter wie verbreitet die Meinungen von Achmandineschad sind. War mal in einem iranischen Forum und die Aussagen dort hätten auch O-Ton NPD sein können und zwar durchweg. Inzwischen wurds wohl auch dichtgemacht oder der Ersteller hatts dichtgemacht, weil er den Laden nicht mehr im Griff hatte.

    erstellt mit fröhlichem Halbwissen von,
    Marc

  22. 22

    Der Unterschied ist vielleicht,

    der Eine hat die Bombe und der Andere versucht noch sie zu bekommen.

  23. 23

    Wann hat der Iran einen Krieg begonnen in seiner Geschichte und wann die USA?

    Ein Krieg dort trifft uns derart Massiv das die Leut heulend zu Hause sitzen!

    Es werden Energiepreise kommen die unvorstellbar sind wenn uns die Russen nicht beim Gas helfen!

    Es werden Leut auf der Straße stehen die heute noch hundert Euro dagegen wetten würden oder sich daran ihre Zigarre anzünden!

    Wir sprechen von einem 3. Weltkrieg, den der Westen in seiner Gesamtheit auch noch verlieren wird!

    Wenn die Beiden reden würden dann würden sie merken wieviele Probleme sie schnell lösen können aber es geht um Machtpolitik bis in den Postsowjetischen Raum. Das ist mit den Russen nie zu machen!

  24. 24
  25. 25
  26. 26

    Ich glaube der Uni Kassel und der NY Times in dem Fall eher als dem Focus.

    http://www.uni-kassel.de/fb5/frieden/themen/Medien/iran.html

    Ihr dürft jetzt Terroristenversteher rufen.

  27. 27
    Malte

    Danke, maloXP, sehr interessant. Touristenliebhaber :)

  28. 28

    Nicht gerade sehr effektiv, die Diskussion hier :-/

    Johnnys Gefühl mag richtig sein, und es spielen hier wohl auch die gleichen Mechanismen wieder eine Hauptrolle, die schon andere Diktatoren zu *Ruhm und Ehre* (sic!) verholfen haben.

    Inzwischen hat es Israel aber geschafft (und ist auch weiterhin emsig dabei, siehe Trennmauer ff.), aus den Palästinensern genau das zu machen, was die die Deutschen aus den Juden gemacht haben… vor nicht allzu langer Zeit. Genau SO sieht es jedenfalls für alle Araber, für die meisten Moslems und auch für viele weitere Menschen der 3. Welt aus.

    Als Ahmadinedjad meinte, man müsse „Israel von der Landkarte radieren“, haben wir an den deutschen Außenminister geschrieben und ihn gebeten, über die diplomatischen Kanäle dem iranischen Präsidenten das unserem Brief beigelegte Radiergummi (aus deutscher Produktion!) zu überreichen.

    btw: Der französische Präsident (und auch deutsche Politiker) ’sprachen‘ damals gleich von einem Präventiv-Nuklearschlag.

    Fakt ist: Genau wie wir hier zwischen Mr. Bush und ‚den Amerikanern‘ unterscheiden, so trennen auch die meisten Iraner und Araber recht scharf zwischen Israel und ‚den Juden‘.

    Schalom 5767 ist die Aussage aus berufenem Munde, und ich schlage vor, ihr werft einen Blick darauf, bevor hier unnötig die Fetzen fliegen… ;-)

    http://www.0815-info.de/archiv/2006/november/110632.php

  29. 29

    @Johnny Das hinter dem „und“ heißt Mahmud Ahmadinedschad … falls ich’s richtig „geschrieben“ habe…

  30. 30

    Ach ja, ein *Manifest der 25* gab es kürzlich auch noch, und auch aus recht (nicht rechts!!) kompetenter Ecke:

    http://www.fr-online.de/doku/?em_cnt=1009679

  31. 31
    Christian

    Sehr schön maloXP! Das spricht mir aus der Seele. Denn woher wissen wir denn, dass man uns in den Medien die Wahrheit erzählt? Ich spreche kein Iranisch, ihr? also woher wisst ihr, dass man nicht hier und da ein wenig dran gedreht hat?

    Nur ein weiteres Beispiel was ich für äußerst manipulativ halte:
    Der „Fall Litwenko/Politjewka“

    Es sieht natürlich sehr schön nach altbekannten Sowjet-Methoden, schöne alte KGB-Zeit! Der abtrünnige Spion, vergifftet vom russischen Geheimdienst um ihn mundtot zu machen, weil er im Fall Politjewka „ermittelt“. Das Spuren von Polonium werden in diversen Gebäuden gefunden in denen sich mutmaßliche russische Agenten aufgehalten haben und *uups* auch in BA Flugzeugen, die nach Moskau verkehten. Ja sowas! Ganz klar die Russen schalten ihre Gegner aus.
    Aber mal im Ernst, wenn man bedenkt, wann solche Ereignisse stattfanden und die Umstände bedenkt.
    Der Politjewka-Mord war an Putins Geburtstag und kurz vor dem Petersburger Dialog und Europagipfel. Die Litwenko-Sache ist unmittelbar vor dem EU-Russland-Gipfel geschehen. Komisch? Ich finde schon. Ich denke nicht, dass die Russen so „doof“ sind und sich immer ne schön schlechte Presse einbrocken vor solchen „Events“. Noch dazu traue ich dem FSB zu, seine Spuren bei Morden zu verwischen und ganz besonders radioaktive Substanzen so zu transportieren, dass sie nicht überall Spuren hinterlassen. Natürlich muss man sich jetzt fragen, wer also alternativ der Überltäter ist. Keine Ahnung, aber es gibt sicher einige, die ein Interesse daran haben die Russophobie der Kalter-Krieg-Ära wieder aufleben zu lassen.

    Beim Iran sehe ich das ähnlich. Ich traue Ahmadinedschad auch nicht über den Weg, aber hat sein Land denn kein Recht auf die friedliche Nutzung der Atomenergie und eine unabhängige Aufbereitung um darin nicht vom Westen abhängig zu sein? Gibt es handfeste Beweise, dass sie die A-Bombe wollen? Selbst CIA-Agenten haben nichts gefunden, keine Aufklärungsdrohnen konnten hinweise finden. Was hat man daraus geschlussfolgert? Der Iran versteckt es gut. Klar und Saddam hat Chemiewaffen in Milch-LKW Entwickeln und Produzieren lassen…

    Wie gesagt, ich traue den Medien nicht. Den Öffentlichen nur bedingt, den Privaten keinen Zentimeter. Hüte mich deswegen mich über Ahmadinedschad zu äußern und in das Terroristen-Mullah-Horn zu stoßen.

  32. 32
    apfelbaum

    Der Kampf der Kulturen ist immer der Kampf der Religionen, sagt Hagen Rether. Ich denke, das ist zu kurz gedacht: Im Kampf der Religionen zeigt sich immer ein politischer Kampf, ein Kampf um Macht, Reichtum und Anerkennung. Das Problem ist nicht, was Ahmadinedschad sagt: Das Problem ist, dass ihm Leute zuhören, dass er eine Öffentlichkeit hat. Es ist nicht so, dass A(ich spar mir den Rest, sorry) genau weiß, was er zu sagen hat, um bestimmte Leute zu erreichen, Johnny (# 10). Zumindest glaube ich das nicht. Ich glaube, er vertritt und postuliert eine Form der Vereinfachung, die die Leute glauben macht, dass ihre Interessen durchgesetzt werden können. Unter seiner Flagge, das heißt: mit seinen Thesen. Das bedeutet, dass der Antisemitismus nur Mittel zum Zweck ist, das historisch anerkannte Mittel, einen politischen Zweck durchzusetzen. Das bedeutet auch, dass wir uns in einer Zwickmühle befinden: Wir müssen den Antisemitismus ernster nehmen, als das die Antisemiten tun. Ich kann das jetzt leider nicht ausführen, aber wer schon mit potentiellen Antisemiten diskutiert hat, hat wohl häufig den Satz gehört: Ja, aber das geht ja nicht gegen einen Juden persönlich (die politisch korrekte Variante heißt: das geht ja jetzt nicht gegen die Juden). Es geht um das Prinzip, das mit der Metapher Judentum belegt wurde. Darauf (wie ein kleinster gemeinsamer Nenner) einigen sich die politischen Parteien.

    Das Gefühl, im Besitz der Wahrheit zu sein, und der heilige Hass auf die Lüge (die Unwahrheit) macht aus jeder Religion das perfekte politische Instrument. Aber eben: Nur ein Instrument, wie Ahmadinedschad es verwendet. Das ist die Klaviatur, auf der er spielt. Aber es ist eben ständig das gleiche Lied, schon immer gewesen. Nicht er hat es komponiert.

  33. 33

    Sehr interessant in dem Zusammenhang ist das Interview, das der Spiegel jüngst mit Ahmadinedschad geführt hat, bzw. teilweise umgekehrt…

  34. 34

    Achmed, ich bin ja sehr froh, dass sich Leute einmischen, deren Aussagen nicht auf gefährlichem Halbwissen und Vermutungen (wie bei mir) basieren. Mir stellt sich daher die Frage:

    Vertraust du den Worten des offenen Briefes? Dass eine Lösung des Nahost-Konfliktes dringend nötig ist, bezweifelt wohl niemand. Aber selbst wenn die vorhergehenden Äußerungen Ahmadinedschads inkorrekt wiedergegeben wurden: Glaubst du, dass er ein Teil der Lösung ist? Oder nicht ebenfalls ein Teil des Problems?

  35. 35

    Hi Johnny,
    danke für’s Kompliment :-)

    Vertrauen vielleicht sogar das richtige Wort. Ja, ich vertraue darauf, daß A. das auch so meint wie er es schreibt. Und ich weiß sehr sicher, daß etwa 95 % aller in der Region betroffenen Menschen genauso denken.

    ABER: Natürlich ist A. *sowohl* ein Teil der Lösung als auch ein Teil des Problems (ich kennen diese Aussage, leider Gottes ist sie eine entweder/oder Sicht, die niemals die Realität wiedergibt). Und das heißt nichts anderes, als daß es auch die ‚andere Seite‘ ankommt, welche Rolle A. spielen wird. Nimmt man ihn ernst, fordert seine konstruktive Mitarbeit, geht auf seine Weltsicht ein, dann kann er durchaus positiv wirken … und umgekehrt (wie es zur Zeit der Fall ist). Nehmen wir nur EIN Beispiel:

    Welches Recht hat ein Staat, der das größte Atomwaffenarsenal der Erde besitzt und auch das einzige Land weltweit ist, das diese Waffen auch schon mal eingesetzt hat – sogar primär gegen Zivilisten !! -, welches *Recht* hat dieses Land also, einem anderen die Entwicklung der A-Bombe zu *verbieten*?!

    Anders ausgedrückt, da wir ja hier in Deutschland sind:

    WENN Klartext geredet werden soll, dann bitte so: Deutschland hat ZWEI WELTKRIEGE angefangen… und nun wollen die Araber (und Perser usw.) auch mal einen anfangen!

    Was natürlich so nicht stimmt, denn keines der Länder hat besondere expansionistische Vorstellungen, behauptet nicht genügend ‚Raum fürs Volk‘ zu haben oder betrachtet eine andere Rasse minderwertig.

    Es ist schon komisch. Gerade jene Völker, die in den letzten Jahrhunderten für die schlimmsten Metzeleien der Geschichte verantwortlich waren, innerhalb wie auch außerhalb Europas, spielen sich jetzt auf wie die Friedensengel persönlich. Ich meine, die Intention ist ja schön und gut – und ich selbst profitiere genauso wie wir alle von dem erstmaligen Frieden in Europa seit anno dazumal – aber glaubt der Westen denn, daß er es mit Idioten zu tun hat?! Daß die Braunen, Gelben, Roten, Schwarzen die Geschichte nicht kennen? Daß sie nicht mehr wissen, wer das Schwert geführt und das Haus in Brand gesteckt hat?

    Verstehst Du, Johnny? Diese Menschen dort fühlen sich VERARSCHT. Und genau DAS ist es, was der Westen – pauschal gesagt – falsch macht. Es gibt aber zwei Optionen, noch immer: Entweder darauf bestehen, daß man das blutrünstigste Wesen ist – und daß man der Stärkere ist – und daß man SEINE Ideen und Vorstellungen durchsetzen wird (was wohl in keinem Land der 3. Welt als verwerflich angesehen wird), oder man hält sich zurück, und unterstützt auch nicht mehr das Apartheitregime Israel.

    Den Irak zu befrieden? Nichts einfacher als das… Saddam hat’s doch Jahrzehntelang vorgemacht. Aber erst den Kindern Kaugummis schenken, und sie dann (natürlich versehentlich) zu erschießen – das kommt bei weitem nicht so gut an, wie wenn die Besatzer jeden Tag 1.000 Mann an die Wand stellen – solange bis der Widerstand zusammengebrochen ist.

    Und wer jetzt was von ‚zynisch‘ murmelt, der muß meinen Eintrag zehn mal abschreiben ;-))

  36. 36

    Nun ja. Ich habe wenig Lust, mich in eine Frontstellung Westen/Osten hineindrängen zu lassen. So naiv das klingt: Wir leben in einer Welt und dazu gehört Israel ebenso wie Syrien und der Iran. Das heißt nicht, daß westliche Staaten nicht Fehler machen würden oder auch Verbrechen begingen. Aber aus diesen folgt doch nur, daß konkrete Positionen und Handlungen verändert werden müssen. Ein Rückzug aus der internationalen Politik wäre aus meiner Sicht verantwortungslos.

    Zum Aufruf der 25: Ich sehe darin keine großartig neue Position. Ich lese nur den Aufruf, Israel zu unterstützen und gleichzeitig zu kritisieren und das selbe auch mit den Palästinensern zu tun. Das ist sicher richtig — nur fehlt der Adressat: wer sollte denn wie genau anders handeln?

    Es gibt eine Erwiderung von Michael-Wolffsohn, die im NPD-Blog dokumentiert ist. Dies nur zur Information. Ich weiß zu wenig, um mich da inhaltlich auf eine Seite schlagen zu wollen, finde es aber bemerkenswert, daß er den Autoren zunächst eine besondere Kompetenz in der Sache abspricht. Hat er da recht?

  37. 37

    Zwei kleine Anmerkungen:

    Der Vergleich Deutschland Juden mit Israel Palästinenser hinkt aus meiner Sicht mehr als deutlich. Die Juden hatten so gut wie keine Unterstützer, haben Deutschland nie das Existenzrecht abgesprochen, haben Deutschland nie aktiv bekriegt (am Tag der Staatsgründung und die darauffolgenden Jahre, eigentlich bis heute) etc. pp.

    Das Israel sehr viel falsch gemacht hat, ist sicher richtig. Andererseits tritt die Hamas Friedensverhandlungen mit den Füßen, wenn sie sofort nach jedem Waffenstillstand wieder zu feuern beginnen. (Das das alles viel, viel komplexer ist als in diesen zwei Sätzen, ist mir durchaus bewusst. Worauf ich hinaus will: Es ist eben nicht die einseitige moralische Schuld, wie sie damals bei Deutschland festzumachen war.)

    Zweitens: Auch wenn Deutschland und USA historisch sehr viel Unheil angerichtet haben, dürfen sie von mir aus jede Nation daran hindern, einen dritten Weltkrieg anzufangen — denn keine hat das Recht, auch nur einen zu starten. Und das Israel das Existenzrecht entzogen werden soll… Nun, gucken wir mal auf die Seiten der Uni Kassel:

    he who accepts the existence of this regime [i.e. Israel] in fact signs the defeat of the Islamic world.

    Imam [Khomeini] set the regime occupying Qods [Jerusalem] as the target of his fight.

    Very soon, this stain of disgrace [i.e. Israel] will vanish from the center of the Islamic world – and this is attainable.

    This would be a defeat and whoever accepts the legitimacy of this regime [Israel] has in fact, signed the defeat of the Islamic world.

    I have no doubt that the new wave that has started in Palestine, and we witness it in the Islamic world too, will eliminate this disgraceful stain from the Islamic world.

    Über die Einfügungen in eckigen Klammern kann man natürlich wiederum streiten. Aber auch ohne diese wird aus meiner Sicht klar deutlich, dass mit „will eliminate this disgraceful stain from the Islamic world“ nun nicht unbedingt nur der Herr Olmert gemeint ist.

    Und noch kurz zu Johnny (politische Ideologie): Ja. Geht mir sehr, sehr genauso, auch wenn ich, durchs konservative Elternhaus, aus ner anderen Ecke ungefähr dahin gewandert bin, wo Du jetzt stehst ;-)

  38. 38

    Achmed, wow.

    „Diese Menschen dort fühlen sich VERARSCHT.“

    Das kann man wohl auch (gerade) als satter Westeuropäer nachvollziehen…

  39. 39

    @y: hab ich gesagt dass er Recht hat und dass man ihn einfach gewähren lassen soll?

    Nein. Also, unterstell‘ mir nicht totale Einfältigkeit.

    Natürlich ist es Demagogie, aber trotzdem sind einige Argumente nicht falsch. Dass sie wohl nicht ehrlich gemeint sind ist ’ne andere Sache. Hat aber nichts mit der Richtigkeit der Argumente zu tun.

  40. 40

    Nicht vergessen: verfassungsmäßig ist der gute Iran nichts anderes als die gute alte Schweiz. Ein moderner, kapitalistischer Staat in einem Verbund gleichartiger Staaten. Nach innen herrscht eine pseudo-Form des Islam, nach außen ist das Bankenwesen die dominierende Staatsreligion. Wie bei allen Ideologien ist die Technik „Mittel zur Macht“ (…also etwas „Neutrales“, dem politischen Willen unterwerfbar) – die Bombe ultimativer Machtrausch – der Alltag bestimmt kleinbürgerliche Polizeirepression. Davon hatte Heidegger nach einem Jahr genug. Merkwürdig: Seit der Iran die USA dialektisch als Feind hofiert, sehnen sich alle Iraner immer mehr nach Amerika.

  41. 41

    @ stralau: Der Aufruf der 25 ist wie Glockengeläut. Geht jeden Tag ein paar mal, aber keiner hört mehr hin. Inhaltlich kann man es jedoch gar nicht oft genug sagen, daß sich Israel an die UNO-Resolutionen zu halten hat, BEVOR die schwächere Seite internationalem Druck ausgesetzt wird!

    @ einbecker: Ob der Vergleich hinkt oder nicht ist unwesentlich. Die Tatsachen WERDEN von den Opfern so empfunden… und daher ist es auch kein Vergleich mehr, sondern *das selbe*. Du hast völlig recht, daß die Gegebenheiten und Frontziehungen andere waren – aber der Schmerz ist der Gleiche, und alleine DARAUF kommt es an, oder? – Noch etwas, wenn jemand den Frieden mit Füssen tritt, dann derjenige, der in deinen Vorgarten hereingetrampelt kommt, dort anfängt sich eine Betonburg zu bauen, und dich schließlich unfreundlich mit ein paar Fußtritten aus seinem Blickfeld entfernt.

    Dreimal darfst du raten, auf wen ich hier anspiele… und jawohl, Israel WIRD verschwinden. Ganz sicher noch nicht morgen oder nächste Woche, aber auf mehr als 50 Jahre sollten nicht einmal eingefleischte Zionisten wetten (am längsten hielten die Römer durch, danach die Osmanen mit immerhin 500 Jahren, dann die Kreuzritter mit rund 250 Jahren. Die Kolonialmächte schafften nicht einmal das, am längsten währte der Kampf in Algerien: 150 Jahre bis zum Rückzug der Franzosen).

    Ich möchte mich damit aus der Diskussion verabschieden – besucht mich mal in meinem Blog (der link ist im Namen), denn dort werden diese Aspekte auch behandelt, wenngleich mit viel weniger Ernst ;-))

  42. 42

    Nachtrag:

    Jimmy Carter: „Kritik an Israel wird in Amerika nicht akzeptiert“

    Ex-US-Präsident macht Israel für Nahost-Konflikt verantwortlich und wirft Bush Versagen im Nahen Osten und im Irak vor.

    http://www.profi-reporte.de/php/pr/include.php?path=content/articles.php&contentid=2318&PHPKITSID=f273d94562f619bbc7af7184c24feb72

  43. 43

    Ich meine mich zu erinnern, dass bei der Proklamation des Staates Israel dieser gar nicht die Chance hatte, sich Betonburgen zu bauen, bevor die umliegenden Staaten sich entschlossen, Israel anzugreifen. Und ich bin sehr gespannt, was Deine Prognose zur Existenz von Israel angeht — Im Völkerrecht steht zumindest geschrieben, dass ein Staat selbst darüber zu entscheiden hat, ob er weiter existieren möchte. Auch wenn eine Staatsführung durchaus den ein oder anderen Fehler gemacht hat, hat der Staat durchaus auch weiter das Recht zu existieren. Und so wette ich dann doch gerne dagegen, denn eine Welt ohne Israel darf es nicht geben. Nicht aus deutscher Sicht, nicht aus europäischer Sicht, nicht aus menschlicher Sicht.

  44. 44
    jan(Konservativ2.0)

    Ist mit amerikanische Bevölkerung die von ganz Süd- und Nordamerika gemeint? In D-Radio wurde Chávez gerade Antiamerikanismus vorgeworfen – rofl

    Ich misstraue jedem der die USA mit Amerika gleichsetzt.

  45. 45

    Die Diskussion über die Existenz von Israel ist eine Scheindiskussion weil niemand den Israelis ihr Land wegnehmen will!
    Die Frage ist welches Land – wieviel Land!
    Nicht mal die extremen Kräfte in Europa wollen dies, aus einem ganz einfachen Grund – sie wären dann hier!
    Das Land Israel hat aber gute Chancen sich selbst zu beenden wenn der Frieden in der Umgebung gewährleistet ist. Ihr Zustand der politischen Zerstrittenheit ist Extrem!
    Falls der Liebermann seine faschistischen Aussagen einmal wahr macht, dann verliert das Land auch Land, so wie Deutschland bezahlen musste!

  46. 46

    @ Einbecker: Wieso soll das RECHT sein, einfach so – mir nichts, dir nichts – auf fremdem Territorium (denn das war & ist es!) einen eigenen *Saat* zu gründen? Oder anders: Warum machen wir das nicht hier – z.B. in Kreuzberg, auch? Alle Rapper, Kiffer und alt-86er proklamierten ein freies Berlinistan, sprengen die Oberbaumbrücke (usw.)…

    Verstehst du? Was auf Unrecht aufgebaut ist, wird niemals recht – weder mit UN-Resolutionen, noch mit Waffengewalt, noch sonstwie. Das Völkerrecht deckt übrigens keine sogenannten Staaten, die sich ihr Staatsgebiet unrechtmäßig angeeignet haben.

    Und da sich Israel andererseits nicht im Geringsten um irgendwelche UN-Resolutionen kümmert… nun, wie gesagt, vielleicht noch 50 Jahre. Höchstens …

  47. 47

    @ Winfried: „Ihr“ Land?!!!!!

    Aber gut – jeder Araber, auch ein Palästinenser, ist bereit, zu verhandeln. Aber erst dann, wenn er die Gewißheit hat, daß die andere Seite ebenfalls dazu bereit ist. Wirklich und ehrlich bereit zu verhandeln – und sich an die Ergebnisse zu halten (!“)

    Die arabische Massen sind ansonsten dermaßen eingeschüchtert (oder feige, im Klartext), daß sie ihren Leithammeln stets brav und fügsam folgen werden – egal ob über die Lemminge-Klippe (s. Irak) oder ins Heilige Land („häh? Da sind wir doch schon!“).

    Nu aber Schluß hier.

    Shalom, Salam & Friede auf Erden!

  48. 48

    Achmed: Daß die Bevölkerung sich in vielerlei Hinsicht verarscht vorkommt, glaube ich gern. Aber auch wenn Israel sich leider nicht an Vereinbarungen hält: Hat das wirklich was mit der Existenz des Staates Israel zu tun?

    Daß Staaten auf dem Gebiet schon existierender neu- oder wiedergegründet werden, kommt übrigens alle Nase lang vor. Sonst hätten wir heute weder Tschechien noch Polen und auch Deutschland würde in der jetzigen Form nicht existieren. I.ü. gehörte Palästina bevor es britisches Mandatsgebiet wurde zum Osmanischen Reich. Welchem Staate sollte es dann also heute zugehören?

    Das Völkerrecht geht nur von Staaten aus. Merkmale von Staaten sind u.a. Staatsgebiet, Staatsvolk und Staatsgewalt.

  49. 49

    @ Stralau: Nein – auch ich kann mir einen Staat Israel vorstellen, das seine Stärke dazu nutzt, TEIL des Nahen Ostens zu werden. Er darf sich dann nur nicht religiös definieren – sonst haben wir bald 2, 3 christliche Stäätlein im Libanon, und eine Handvoll islamischer (schiitischer, sunnitischer, hanafitischer, hanbalitischer, schafiitischer, wahhabitischer…usw.) „Gottesstaaten“ sonstwo in der Region. Und in ihrer derzeitigen Laune scheinen das alles, angefangen Jehova, ziemlich rabiate Götter zu sein…

    Palästina sollte dem palästinensischen Staat gehören (wenn schon) – und das sind die Menschen, die dort wohnen – bzw. vor den Vertreibungen 1948, 1967 und 1973 dort gewohnt haben. Und natürlich inzwischen auch allen, die nach 1948 dort geboren sind ;-))

    Solange Israel das Völkerrecht nicht achtet, hat es auch keinen Anspruch selber geachtet zu werden.

  50. 50

    Du hast recht damit, daß Israel sich an Vereinbarungen halten muß, genauso wie die Syrien oder der Libanon. Aber was ist die Konsequenz, wenn es das nicht tut? Ich erlebe nur bei Israel, daß dann gleich die Auflösung des Staates gefordert wird. Bei Serbien oder Südafrika hat nie jemand die Auflösung der Staaten gefordert. Oder auch nur bei Syrien oder Ägypten, die Israel mehrmals angegriffen haben.

    Was ist bei Israel der Unterschied?

    Ich finde, Israel gehört als Staat genauso geachtet wie die anderen Staaten der Region. Das heißt natürlich nicht automatisch, daß man Handlungen der israelischen Regierung nicht genauso kritisieren sollte wie die der Hisbollah.

    Mit Palästina meinte ich übrigens oben das ehemalige britische Mandatsgebiet, nicht die heutigen Palästinensergbiete.

    Daß der israelische Staat sich religiös definiert, ist mir neu. Auch wenn die Mehrheit jüdischen Glaubens sein dürfte. Ich dachte immer, das sei ähnlich wie in der Türkei (laizistischer Staat mit religiöser Bevölkerungsmehrheit) und auch die Wikipedia schreibt nichts anderes.

    Um mal von der Existenzfrage wegzukommen: die Amerikaner scheinen viel Glaubwürdigkeit, die sie als Vermittler im Konflikt mit den Palästinensern hatten, durch den Irakkrieg verspielt zu haben. Gibt es eigentlich andere Kräfte, die vermittelnd wirken könnten?

  51. 51

    Daß bei Israel gleich die Auflösung gefordert wird liegt daran, daß sich das Land einerseits nicht um internationale Vereinbarung schert – und daß sich andererseits auch die Internationale (Einfluß-)Gemeinschaft nicht darum schert, daß Israel sich nicht darum schert…

    Achtung muß man sich verdienen. Die Araber – und besonders die betroffenen Paläsinenser – geben den Israelis keinen Holocaust-Bonus, da sie berechtigterweise davon ausgehen, damit nichts zu tun zu haben. Ich erlebte in Syrien gleichzeitig immer wieder, wie man von Israel mit großer Achtung sprach – weil „so wenige Menschen so viel leisten konnten, tolle Technologien entwickelten und mit der Weltmeinung wie ein Jongleur spielen konnten“. Echt!

    Hey – es heißt *Der Jüdische Staat* – ich kann nicht glauben, daß du das nicht weißt…

    Vermittler? Nur jemand, vor dem auch die Israelis Muffe habe. Fällt DIR vielleicht jemand ein?! ;-)

  52. 52

    Natürlich hat er nicht ganz Unrecht, natürlich redet er nicht über Irans andauernde blinde Unterstützung der Hisbollah. Denn „Schuld sind immer die anderen“.

    Sowohl die USA als auch der Iran haben „ihre“ Terroristen, die für die „gute Sache“ kämpfen.

    Das Schlüsselwort hier ist „Doppelmoral“.

Diesen Artikel kommentieren