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Meine Krankenkasse hasst mich

krankenhaus essen
Foto © oto-polska

Ungefähr vor anderthalb Monaten klingelte morgens um acht das Telefon. Die Nummer war ausgeblendet. Nun gehe ich für gewöhnlich nicht ans Telefon, wenn der Anrufer anonym bleibt. Aber um acht Uhr morgens musste es um Leben und Tod gehen. Das tat es auch, aber das erschloss sich nicht sofort.

Denn am Telefon war die Techniker Krankenkasse. Personifiziert von einer recht unsäuseligen Telefonistin, die nichts davon hielt, lange um den heißen Hustensaft herum zu reden:
„Wieviel Geld verdienen Sie?“
Einer heiligen Regel zufolge, die in unserer Familie seit Jahrhunderten von Muttermund zu Sohnesohr getragen wird, weiß nur die Person, mit der ich während des infrage stehenden Zeitraums geschlechtlich verkehre, eine genaue Antwort auf diese Frage.

Aber ich wollte nicht lange diskutieren und so nannte ich wahrheitsgemäß eine Zahl zwischen 1 und 20000.
„Sie studieren nicht mehr?“
„Nein, ich, also ich…? Blogge? Schreiben tue ich, ich schreibe so Sachen im Internet.“
„Dann sind Sie also selbständig?“
„Wenn Sie das so ausdrücken wollen…“
Dann war das Gespräch verendet. Bald vergaß ich es.

Am 29.12.2006 bekam ich Post von der Techniker Krankenkasse. Mein Beitrag war neu berechnet worden. Meine Krankenkasse, treue Begleiterin seit meinem ersten Schrei, hatte ihn verdoppelt und dann noch 30 % draufgeschlagen.

Jetzt rief ich an. Nach nur 10 Minuten swingenden Swings, den ich mir bald auf CD kaufen werde, hatte ich jemanden am Apparat. Beinahe. Ich sollte es später nochmal versuchen, „unsere Experten sind gerade alle im Kundengespräch.“

Bei einer Krankenkasse konnte es sich nur um Wundengespräche handeln.

Eine halbe Stunde später versuchte ich es erneut, summte die fröhlichen Melodien mit und kaum eine Viertelstunde später hatte ich jemanden in der Leitung, der sich ausdrücklich für zuständig erklärte. Ich erklärte ihm, dass mein neuer Beitragssatz nicht mit einer entsprechenden Vermögensvermehrung korrespondiere. Er versprach, mich zurück zu rufen.

Das tat er. Er hatte sich schlau gemacht. Da ich ja nun selbständig sei, wäre die Techniker Krankenkasse gesetzlich verpflichtet, von einem Pauschalverdienst auszugehen. Deshalb wäre der Beitrag unabhängig von meinem tatsächlichen Verdienst.

Als ich das letzte Mal in den Spiegel schaute, blickte mir kein überdurchschnittlich gut verdienender Architekt entgegen. Aber immerhin darf ich jetzt soviel bezahlen wie einer.

Könnte mir vielleicht einer der mitlesenden Politiker erklären, was mit dem Gleichheitsgrundsatz passiert ist (Ungleiches ungleich und Konsorten)? Ist er krank geworden?

Hoffentlich ist er gut versichert.

76 Kommentare

  1. 01

    Ach… schön, dass alle die gleichen Erfahrungen machen. Prost Neujahr!

  2. 02
    Robin S. a.k.a. MakeAMillYen

    [Oberlehrerton]Da beschwert sich einer darueber, moeglicherweise zum glaesernen Buerger zu werden und moechte dem Supermarkt nicht per Kundenkarte verraten, ob er lieber Marmelade oder Nutella aufs Brot schmiert, und dann gibt er am Telefon ueber seine Einkuenfte Auskunft. Tststs.[/Oberlehrerton]

    ;-)

  3. 03

    Wie wärs dann wohl mal mit na neuen Kasse?

  4. 04

    Der Künstler weis doch wenn er ein Künstler ist?
    Kunst + Krankenkasse = Ein Aha´ Erlebnis?

    Wenn mir Jemand am Telefon sagt, er wäre Der oder Die, dann sage ich „Glaub ich nicht!“

  5. 05
    Malte

    @ winfried und robert
    Die KSK habe ich mir auch schon angeschaut. Vielleicht nehmen mich die ja auf, aber die Bearbeitung des Antrags dauert zwei (2!) Monate. Kann also noch nichts dazu sagen.

  6. 06
    flo

    …ich glaub‘ so easy ist das nicht mit der Künstlerversicherung. Bist Du da selbst drinne?

  7. 07
    Andrea

    Mir wurde das aber anders erklärt. Die „gesetzliche Mindesteinnahme“ ist eine Pauschale; wer selbständig ist, muss es sich gefallen lassen, Krankenkassenbeiträge auf der Grundlage von 1.837,50 € monatlichem Einkommen abgeknöpft zu bekommen. (Wie die Herren Politiker auf den Betrag gekommen sind, müssen sie mir auch mal vorrechnen.) Falls du mehr verdienst, kannst du zunächst schätzen und nach Ablauf des Jahres deinen Einkommenssteuerbescheid vorlegen, dann können deine Beiträge angepasst werden. Oder so.

    Falls du (weitaus) weniger verdienst, hast du einfach mal Pech gehabt. Als junger, gesunder Mann könntest du eventuell (weitaus) weniger bei einer privaten Versicherung bezahlen, aber als Frau ist das auch ziemlich aussichtslos. Seufz. Aber hey, immerhin sind wir bei Deutschlands bester Krankenkasse laut Focus versichert! Das ist doch schon mal was.

    Gesundes Neues dem gesamten Spreeblickverlag & Familien. :-)

  8. 08

    Du glaubst doch nicht wirklich an Gleichheit, oder? Nicht in einer parlamentar-demokratischen Drei-Klassen-Gesellschaft.

  9. 09
    Volker

    willkommen in Deutschland und der Realität Herr Ex-Student!
    Hat die KK noch nicht erwähnt, dass Du als Selbständiger nun gesetzlich verpflichtet bist, jährlich deine Steuererklärung einzureichen … und das ein Selbständiger ja nun mal mindestens 1850 Euro im Monat verdient … wie ist sein Problem … Freu dich auch auf Post von der BFA die deine Rentenbeiträge kassieren will, aber die ersten 3 Jahre gönnerhaft nur den halben Satz von 245 Euro im Monat will …
    Ein Harz IVer kriegt neben den geschmähten 345 Euro auch Krankenkasse und Rentenkasse, das erwähnt aber niemals jemand, geanuso wie niemand erwähnt das ein „1 Euro Jobber“ den Euro ja zusätzlich zu dem Ganzen bekommt.
    Irgendwer muss die Zeche ja halt zahlen … rat mal wer.

  10. 10

    Geh mir jetzt nur bitte bitte bitte nicht zu einer privaten… Ich hör meinen Vater fast jeden Tag, den ich daheim bin, fluchen, wie viel er als jetzt 63-Jähriger in Rente denen abdrücken muss…

    Am Anfang ist alles super, günstig, viele Leistungen. Aber später? Und nach 5 Jahren außerhalb der gesetzlichen kannste auch nimmer zu denen zurück, dann ist der Zug abgefahren.

  11. 11

    Ich bin mittlerweile in der KSK (war absolut Problemlos, durch meine ganzen Nachweise) und zahlt 50 EUR im Monat mehr, als bei der BKK Aktiv, bei der ich zuvor direkt versichert war.

    Nur: Bei der KSK ist die SV und RV schon mit drin. Aber ganz ehrlich: So 100%-ig blicke ich da selbst nicht mehr durch.

    Grüße
    M.

  12. 12

    Was sind denn das für Nachweise, die die KSK haben will?

  13. 13

    von Muttermund zu Sohnesohr
    Sehr schön! ;-)

  14. 14

    Du musst deinen „Lebensunterhalt überwiegend mit künstlerischen Leistungen“ bestreiten, um staatlicherseits als Künstler anerkannt zu werden. Es zählen aber auch eher randständige künstlerisch-kreative Leistungen bspw. in Werbung oder Journalismus dazu. Ich musste damals einige Belegxemplare „meiner Kunst“ an die KSK schicken …

  15. 15

    …um es bei einem anderen leitmotiv dieses blocks zu belassen: wäre dies eine gerechte Welt, würden hohnepiepel wie volker (no. nine! no. nine!) endlich kriegen was sie schon lange verdienen.

  16. 16

    … aus diesem Grunde sag ich jedem, der etwas von mir wissen wollte, am Ende des Gesprächs …. „Übrigens, … und woher wollen sie nun wissen, dass sie wirklich mit dem „Mir“ gesprochen haben? Und nicht einem verwirrten Psychopathen, der aus einer Irrenanstalt ausgebrochen ist.“

  17. 17

    Wir alle lieben Gründer. Sie sind nicht arbeitslos, wenn sie es werden kriegen sie womöglich keine Unterstützung und sie liegen den kranken Kassen nicht auf den Taschen. Da scheint es auch kein Zufall mehr, daß an der Uni zwei mal jährlich zum Existenzgründen bzw. zu Vorträgen zum Thema geladen wird…

  18. 18
    schroeder

    Zu KSK aktuell: Versicherungspflichtig ist, wer mindestens 3900 euro im Jahr mit einer künstlerisch-freiberuflichen Tätigkeit verdient. Berufsanfängern gestattet man auch einige Jahre Minus-Umsatz. Dabei bleibt man weiterhin gesetzlich versichert. KSK verwaltet die Beiträge (Kranken- u. Rentenversicherung). Die Aufnahme-Formalitäten sind mittlerweile etwas mühsamer, dennoch wird so verfahren, dass, wenn jemand z.B. eine journalistische Tätigkeit ausübt, mit der er mehr als 3900 im Jahr verdient, er gesetzlich in die KSK rein muss, es sei denn, er überschreitet mit seinem Verdienst die Obergrenze von weiss nicht wieviel. Da Sie hier einiges an Wortbeiträgen vorzuweisen haben, wird der Nachweis für eine journalistische Tätigkeit nicht schwierig sein. Ich würde an Ihrer Stelle schnellstens die Beitrittsformulare anfordern, solange es die KSK noch gibt.

  19. 19
    Lipska

    Wenn Du nicht ganz offiziös, steuerrechtlich und womöglich mit Gründerzuschuss selbständig bist, mußt Du Dich eigentlich nur freiwillig versichern, dabei ist ungefähr die Hälfte fällig. SV und RV zahlt dann zwar niemand für Dich, aber ich glaube an die Rente sowieso erst wenn ich sie sehe. Kannst mich gerne anmailen, ich bin beim selben Kassenverein und hab das schon durch.

    Davon abgesehen ist ein Antrag bei der KSK eine gute Sache, dauert aber leider sehr lange in der Bearbeitung.

  20. 20
    volker

    wow, volle 6 posts bis zur flame über meinen nicht ganz PC nen kommentar! Geben ist doch seliger denn nehmen, steht doch schon in der Bibel. Leider hält weder Finanzamt noch KK die andere Backe hin, wenn de als Selbständiger mal in Verzug bist, weil deine Kunden nicht zahlen … aber auch dein Problem, deswegen heisst es ja Selbständig!

    Seit neulich kann an sich als Neu-Selbständiger für sehr kleines Geld (um 12 Epm) freiwillig arbeitslos versichern … das ist für Einsteiger super interessant also auschecken. Rate mal wieder, warum die Politik dieses Gesetz 2003 ein gemacht hat, mit Wirkung ab Herbst 2006 ?

  21. 21

    also bei mir war es die aok, die stress gemacht hatte. die wollten mehr als das doppelte für die kv als eine privatversicherung für die gleiche leistung!!!

  22. 22

    Hier ist ein *großer* Artikel zum Thema „Selbstständigkeit“ auf brandeins:
    http://www.brandeins.de/home/inhalt_detail.asp?id=2205&magID=83&MenuID=8

  23. 23

    Lipska, wie kann man dich anmailen? diedrich@gmail.com

  24. 24
    Lipska

    Oh sorry, ich dachte Du kannst meine Emaildresse auf Admin-Ebene einsehen. Post für Dich.

  25. 25

    auch von mir noch mal der dringende Rat: geh zur KSK!

  26. 26

    Warum versicherst Du Dich nicht einfach bei einer privaten Krankenkasse und gut ist?
    Falls das mit der Selbstständigkeit nichts wird, meldest Du Dich arbeitslos und bist automatisch wieder in der gesetzlichen. Und nur wegen der Rente freiwillig bei einer gesetzlichen Kasse versichern ist irgendwie auch nicht wirklich sinnig.
    Oder glaubt hier wirklich noch jemand, daß wir in 30 Jahren Rente bekommen?

  27. 27

    Ich habe einen Freund der da eigentlich nicht hineingehört – die Kasse ist subventioniert und deshalb sehr Billig!
    Die Länge der Bearbeitung ist eher ein Hinweis.
    Man muss aber richtig Begründen!

  28. 28

    Ich hoffe Du hast Dich als Selbstständiger gegen ARBEITSLOSIGKEIT freiwillig versichert. Nach einem Jahr Beitrag in Höhe von ca. 40 euro/Monat, hast Du Anspruch auf Arbeitslosengeld. Könnte bei Dir als Hochschulabsolvent gut und gerne 1500 euro/Monat sein =;o) schön, wennman es hat …

    http://www.mediafon.net/meldung_volltext.php3?si=4423de27166d6&id=43e6e85548b6c&akt=news_versicherungen&view=&lang=1

    Grüße Holger

  29. 29
    kleines frühstück

    Hör bloß auf! Banken, Versicherungen und Krankenkassen, Bafögämter… Ich wollte grade von der DAK (bin ich seit meiner Geburt) zur Techniker wechseln. Alles der gleiche Dreck!
    Aber Kohle einstecken und zeitgleich die Beiträge erhöhen das könnt ihr, ihr Drecksocken!
    Ich zahl als Studentin immer höhere Beiträge, aber wenn ich wegen Krankheit/Unfall ausfalle oder schwanger werde, dann kann ich mich gleich aufhängen. Nix Lohnersatz! Was ich total merkwürdig finde: ich hab mal in alte Lohnabrechnungen geschaut, aus der Zeit wo ich noch Vollzeit gearbeitet hab und da hatte ich teilweise geringere Beiträge als jetzt! Wie geht das denn bitteschön?

  30. 30
    kleines frühstück

    @Lipska

    Was ist ein Gründerzuschuss?

  31. 31
    proletensau

    @Tom

    „Geh mir jetzt nur bitte bitte bitte nicht zu einer privaten“¦ Ich hör meinen Vater fast jeden Tag, den ich daheim bin, fluchen, wie viel er als jetzt 63-Jähriger in Rente denen abdrücken muss“¦“

    Soll er halt nen halbes Jahr Parkwächter machen. Dann ist er wieder in der gestzlichen. Zumindest ging das früher so. Da reichten drei Monate „abhängige Beschäftigung“.

  32. 32

    kleines frühstück, schau mal hier oder hier.

  33. 33

    gott, geht das nicht schwarz hier beim spreeblick? ^^

  34. 34
    Georg

    Mir geht das ganze „gesetzlich Versichert und privat Versichert“ schon seid so langer Zeit auf den Oberzeiger, wenn ich mir dann ansehe das wir 200+ gesetzliche Krankenkassen haben, die alle einen Vorstand haben, der jenseits der 100k EUR verdient, die alle die eigene EDV fahren und wir das ALLE bezahlen müssen.
    Da ist der Wurm im System. Aber wie man gerade tagesaktuell feststellen kann, wird sich daran in den nächsten 10 Jahren auch nüscht ändern. Die Politik ist in diese Richtung nämlich handlungsunfähig. Die KK haben zu viele Lobiisten am Start. Was durchgesetzt wird ist, das die Beträge steigen, der Wähler beschwert sich nämlich nicht.

  35. 35
    matze

    @Georg
    Die kranken Kassen sind KDÖRs, Körperschaften des öffetnlichen Rechts, d.h. letztlich dem Bundesgesundheitsministerium weisungsgebunden unterworfen.

    Aber letztlich weiß ja niemand, wie er die Probleme in den Griff bekommt:
    Immer länger leben, dabei immer öfter, immer mehr krank werden (nennt man multimorbide, d.h. zur Altersdiabetes ab 63 kommt noch zwanzig Jahre lang das Herz mit BEtablockern und der Rücken)

    Und gleichzeitig gibt es immer weniger arbeitende, die das finanzieren.

  36. 36
    rezz

    Irrtum proletensau! Ab 55 gibts keinen, ich betone nochmal KEINEN, Weg zurück aus der PKV in die GKV. Aus, Ende, Käs gegessen …

  37. 37
    B.R...F

    Wenn Du ein selbstständiger Künster bist, gehörst Du in die Künstlersozialkasse (Wilhelmshaven), bestimmstt dein voraussehnares Jahres – Einkommen selbst und der Staat gibt auf Rente und Krankenkasse noch 50 % dazu. Wir sind doch keine Bananenrepublik !

  38. 38

    Der Gesundheitsfond wird uns alle retten!

  39. 39

    Super ist auch, dass man als Student ab 25 fast 60 EUR im Monat abdrücken darf. Klingt zwar nicht viel, kann aber bei nem studentischen Budget sehr ordentlich reinhauen und liegt prozentual auch weit über dem Durchschnittssatz von etwa 14 % meines Einkommens (derzeit null).

    Der mitlesende Politiker ;-)

  40. 40
    leo

    Seit ich das letzte Mal, als so ein Krankenkassen-Anruf reinkam gesagt habe, ich möchte so persönliche Dinge nicht am Telefon bereden, insbesondere nicht mit Leuten, die keine Rufnummer übermitteln und mir auch sonst keine Rückschlüsse erlauben, bin ich von denen nicht mehr angerufen worden. :)

  41. 41

    Den Unterschied zwischen Student und Selbständigem habe ich auch schon bemerkt. Noch interessanter ist der Umstand, dass man im Falle von Hartz IV erst dann kranken versichert ist, wenn der Antrag bewilligt wurde. Während der Bearbeitungszeit von mitunter mehreren Monaten sollte man also lieber sehr vorsichtig über die Strasse gehen…

  42. 42
    kleines frühstück

    @ Henning

    sorry wenn ich gerade lachen muss über die 50-60 Euro! ich zahle 139 Euro im monat, als studentin. schön oder? und alles weil ich so unverschämt war und mit 28 mich erdreisten konnte, ein studium anzufangen!
    nein sowas! das ich vorher jahrelang vollzeit gearbeitet (als andere noch in der schule und bei mutti waren) und steuerklasse eins war zählt ja nicht. ach und wenn du über 30 bist, kriegste übrigens auch vielerorts keine studiermäßigung mehr (Berliner Bäderbetriebe!), schließlich hat man mit 30 nicht mehr zu studieren! ich könnt nur noch kotzen gehen!

  43. 43

    @kleines frühstück
    Das ist natürlich noch weniger schön und kommt auf mich auch zu, wenn ich nicht langsam das Studium beende. Trotzdem hauen die fast 60 EUR bei 154 EUR „Einkommen“ (Kindergeld, sonst nix) ganz schön rein. Klar, wenn’s mehr ist, weil man die nächste Altersgrenze überschritten hat, haut’s noch mehr rein.

    Ich wundere mich nur, dass es riesige Diskussionen über Studiengebühren gibt (woran ich mich ja auch stark beteiligt habe und klar dagegen bin) und diese 60 EUR, die eigentlich nicht viel weniger sind als die Studiengebühren, werden quasi totgeschwiegen. Ich war ziemlich überrascht als da vor ein paar Monaten der nette Brief der Krankenkasse kam.
    Und im Gegensatz zu den Studiengebühren gibt es hier nicht mal Kredite mit horrenden Zinsen (in BaWü 7,2 %), sondern eben gar keine soziale Abfederung.

    Von den (anderen) Lebenshaltungskosten mal ganz abgesehen…

  44. 44
    Georg

    @Henning: Also Deine 60,- EUR in Ehren – das ist schon viel Geld für einen „Armen-Studenten“ ABER teile uns doch bitte mit, welchen Betrag Du als „gerecht“ erachtest!?
    Findest Du es denn „gerecht“ wenn der sozialversicherungsplichtige Arbeitnehmer Deine Blinddarm-OP bezahlt? Du weißt was ein Krankenhausaufenthalt kostet?
    Bin sehr gespannt!

  45. 45

    Das ist IHRE CHANCE, aus dieser Pflichtsteuer und diesem ineffizienten System für immer auszusteigen. Legen Sie sich jeden Monat einen Krügerrand hin oder strengen Sie ein Normenkontrollverfahren an.

  46. 46
    sunny3d

    @georg, mmh, ich vermute mal, dass du das system generell in frage zu stellen versuchst. ich bin der überzeugung, dass das solidaritätssystem immer noch eine einwandfreie gerechte sache ist. um es überspitzt zu formulieren, müsste ich alle meine behandlungen, die seit meiner geburt unternommen wurden, selber tragen – stände ich vor einem berg schulden – den sogar noch meine kinder abtragen müssten und du müsstest wahrscheinlich nie etwas bezahlen – weil du nie krank geworden bist. bzw. vielleicht bekäme ich gar keinen kredit mehr um meine behandlungen zu bezahlen – krebsvorsorge würde dann zb. auch wegfallen – möglicher weise wäre ich vielleicht schon vor zwei jahren gestorben unter dem system, alles selbst tragen zu müssen – wahrscheinlich wären schon sehr viele menschen gestorben – naja – darwin gell? also kinnings – überlegt euch noch mal – wo ihr hinwollt!!!!!!!!!!!!!!!

  47. 47
    Georg

    @sunny3d: Ich mag es nicht, wenn mir Leute irgend etwas in den Mund legen. Und dann auch noch versuchen, Ihre Argumenten mit jeder Menge Ausrufezeichen zu festigen. Schlechter Stil.

    Zurück zum Thema: Ich wollte mit meinen Fragen eigentlich nur /verdeutlichen/ wie fern der /realen/ Kosten hier so einige Leute leben. Ja, der Autor Malte gehört auch dazu. Nun hat es ihn erwischt und er merkt, dass es Krankenkassen nicht für einen Appel und ein Ei gibt. Auch das gehört, wie Du so putzig schreibst, zum „solidaritätssystem“. Aber es ist ja total einfach immer alles für sich in Anspruch zu nehmen und die „Reichen/Bonzen“ es zahlen lassen. Tolles „solidaritätssystem“

  48. 48
    Malte

    Da handelt es sich um ein Missverständnis.
    Meine Schwester hat beispielsweise zwischenzeitlich 1000 € Beitragssatz gezahlt. Sie hat das ohne Murren gemacht, weil sie sehr gut verdient. Bei mir geht es lediglich darum, dass das Verhältnis von Einnahmen zu Beitragssatz dermaßen verzerrt ist. Wenn deutlich mehr als ein Drittel weg ist für die Krankenkasse, ist es keine Frage der Solidarität und des guten Willens, sondern des Bezahlenkönnens.

  49. 49
    sunny3d

    Die Ausrufezeichen am Ende haben durchaus ihren Sinn!

    Im übrigen bin ich mir durchaus bewusst, wie teuer alle meine Behandlungen gewesen sind. Ich wollte nur kurz aufzeigen, was es heißen würde, wenn tatsächlich jeder Kranke die Kosten seiner Krankheiten selbst tragen müsste. Bitte, ich wollte dich nicht angreifen. Und gerade als Student ist man häufig aufgeschmissen, weil man kurzzeitig Jobs annimmt, wenn man eben Zeit hat und nicht krank ist, wo aber im Krankheitsfall nichts gezahlt wird. Ich muss stattdessen sogar noch Immatrikulationsgebühren zahlen, wenn ich ein Urlaubssemester nehme, weil ich krank bin.

  50. 50
    schroeder

    Sunny, hatte ich Ihnen nicht jegliche Aufregung für einige Wochen untersagt? Dann tue ich es hiermit. Hoffe, es ist alles glatt gelaufen und Sie erfreuen mich weiterhin mit Ihren giftigen Kommentaren.

  51. 51
    sunny3d

    Sind sie mein Arzt, Herr Schroeder? *grusel*

  52. 52
    Georg

    @sunny: Vielleicht kann ich das ganze nicht nachvollziehen weil ich gesund bin, mich darum kümmer, das ich gesund bleibe und privat versichert bin. Nix für ungut.

    @Malte: Wie kann man es schaffen, wie Deine Schwester, in der gesetzlichen Kasse zu sein und mehr als 1k EUR pro Monat (?) zu zahlen? Private KK gibs unter 200 EUR/Monat und wenn man arbeitslos wird und nicht älter als 55 ist kann man wieder in die GesetzlicheKK wechseln. Daran merkt man dann auch wieder wie krank das ganze System ist.

  53. 53
    Malte

    Das weiß ich ehrlich nicht, aus welchen Gründen meine Schwester in der gesetzlichen geblieben ist.

  54. 54

    Der Jurist meint: eben keine Gleichheit im Unrecht :-P

  55. 55

    Der Vorteil eines Beitritts zur KSK liegt (wie von B.R.F., Nr. 37 schon angedeutet) eben genau darin, dass man als selbständiger Künstler/Journalist nur die Hälfte der Beiträge zur gesetzlichen KV, der gesetzlichen RV und PV zahlen muss.
    Die andere Hälfte wird durch den Bundeszuschuss und die Künstlersozialabgabe (eine Art Zwangsabgabe für „kunstverwertende“ Betriebe) getragen. Damit wird man also als selbständiger Künstler/Journalist einem normalen, festangestellten Arbeitnehmer gleichgestellt, der ja auch nur 50% der gesamten Sozialversicherungsbeiträge zahlt.
    Auch wenn die gesetzliche Altersrente nichts ist, womit man momentan noch gute Werbung machen kann, so sollte man nicht vergessen, dass eine Versicherung in der gesetzlichen RV auch einen Anspruch auf Erwerbsminderungsrenten und Rehaleistungen mit sich bringt. Und da kann man durchaus auch schon in jungen Jahren ganz gut bei wegkommen =)
    Größter Nachteil der KSK… wenn Du einmal drin bist, kommst Du nur wieder raus, wenn Du Deine journalistische Tätigkeit aufgibst. Mal eben ausprobieren und danach entscheiden gehlt also leider nicht.
    Bei weiteren Fragen (ich studiere das zufällig) kann man auch mich gerne über mein blog kontaktieren…

  56. 56
    schroeder

    @Malte / Wenn Ihre Schwester Kinder hat oder vor hatte Kinder zu haben, dann macht es durchaus Sinn in der Gesetzlichen zu bleiben.

    @Georg / Sie gehen fälschlicherweise davon aus, dass Solidarität gleich Gerechtigkeit bedeuten muss. Abgesehen davon, dass unter Gerechtigkeit jeder etwas anderes versteht, ist es mindestens gerechtfertigt, dass der „žReiche“ den „žArmen“ mitträgt, im Sinne der Solidarität, auch wenn es für Sie ungerecht erscheint. Das kranke im System ist, dass, ausgerechnet die, die sich die hohen Beiträge leisten könnten, sich dem Solidarprinzip entziehen dürfen, in dem Sie in die Privaten abwandern. Ich muss jedoch zugeben, dass ich nicht verstanden habe, was Sie überhaupt kritisieren.

  57. 57
    Ulrich

    Also ich bin auch erst seit ein paar Monaten selbständig, wegen drohendem hartz IV und nur noch fast 3 monaten ALG habe ich den schritt in die per Gründerzuschuß geförderte Selbständigkeit gewagt. Mit einer Geschäftsidee und viel Enthusiasmus, ich will diesen job wirklich gerne machen. Ich habe im dafür notwendigen businessplan durchaus großzügig mit nötigen und auf mich zukommenden ausgaben gerechnet. Aber was mir mittlerweile begegnet lässt doch schon langsam Frust über solch einen folgenreichen schritt aufkommen. Zumal ich eben gewerblich tätig bin und leider so nicht in die KSK komme (da war ich auch mal früher). Zur zeit verdiene ich noch nicht wirklich geld, doch die „bettelbriefe“ von Finanzamt, behörden und was weiß ich alles stapelt sich hier bei mir schon. zuletzt wurde ich dann auch noch als unternehmer gesetzlich zwangsvermitglieded bei einer Berufsgenossenschaft, weil das so in deren satzung steht. ein beruflicher unterschied zwischen „einfachem Bürohengst“ Grafiker bis zu einem Fotografen macht hier rund das dreifache an Beitrag aus :-(
    Zur zeit stellt sich es also eher so dar, daß der monatliche Gründerzuschuß erstmal fast komplett für irgendwelche mehr oder weniger notwendige Sachen draufgeht, ich aber kaum gelegenheit habe wichtige sachen zu bezahlen, wie beipielsweise irgendwas für die rente zu tun, noch eine wichtige berufshaftpflicht abzuschließen. Von etwas zum Leben noch ganz abgesehen.

  58. 58
    Georg

    @schröder: Was ich kritisiere: Das Malte sich über einen KK-Betrag von 50 EUR/Monat beschwert und mir zu verstehen gab, das Leute die kein Geld verdienen, wie die armen Studenten, auch kein Geld für die KK bezahlen sollten.
    Meine Frage, welcher Beitrage denn der Malte als „gerechtfertigt“ sehen würde, blieb leider unbeantwortet. Daraus schließe ich: 0,- EUR.
    btw Bin zwar schon über 30 Sie müssen mich aber trotzdem nicht „siezen“:-)

  59. 59
    Silke

    Komische Diskussion. Da wird zur Zeit die so genannte Gesundheitsreform hoch und runter verhandelt und einer ist geschockt, weil er eines morgens plötzlich daran erinnert wird, dass das alles etwas mit ihm zu tun hat. Und alle anderen sind solidarisch mit schockiert. Die TK und – mit ihr alle anderen gesetzlichen Krankenkassen – tut, was sie tun muss: den für diesen Fall (freiwillig versichert und selbstständig statt pflichtversichert und festangestellt) vorgesehenen Tarif ansetzen. Willkommen in der Welt der Erwachsenen. Das Problem ist also weder die Unausgeschlafenheit des Patienten noch seine Auskunftsfreude am Telefon, das Problem ist ein Gesundheitssystem, das sich nicht mehr finanzieren kann.

  60. 60
    schroeder

    @Georg / Ah so, sach das doch gleich! Ich nehme das Angebot dankend nur an, wenn Du mich weiter siezt. ;-)

    @Silke / Nehmen Sie das nicht so ernst. Vermutlich ist das nur ein Test seitens der Betreiber.

  61. 61
    Georg

    @schroeder: Na klar sieze ich Dich gerne weiter!

    @Silke: Danke für den passenden Beitrag. Dein Kommentar trifft genau meinen Nerv.
    Enough said – I’m out of here!

  62. 62
    Malte

    schade das du raus bist, weil ich gern noch sagen wollte: nirgendwo ist von 50 € die rede. den betrag kannst du mehr als verfünffachen. und ich bin der letzte, der einen beitrag von 0 e für gerechtfertigt hält. ich bin auch dafür, dass man 10 € zahlt, wenn man zum arzt geht.

  63. 63

    Ich, der „mitlesende Politiker“, war der, der sich über die fast 60 EUR Krankenversicherung für Studenten beschwert hat. Bei keinem Einkommen bzw. nur Kindergeld von 154 EUR ist das enorm viel, nämlich gut 36 %. Jemand mit 10.000 EUR Einkommen, aber nur 200 EUR (privater) Krankenversicherung zahlt 2 %. Ist das gerecht?

    Wer kein Einkommen hat, kann doch auch keine Krankenversicherung zahlen. Wovon denn? Kredit aufnehmen? Der Staat zahlt mir ja keinerlei Unterstützung, da ich als Student nicht arbeitslos bin. Es gibt erst wieder was, wenn ich das Studium abbreche und Hartz IV beantrage. Ist das sinnvoll? Ich breche das Studium ab, damit ich mir Lebensunterhalt und Krankenversicherung leisten kann, weil ich dann Hartz IV kriege? Dann stecken die mich in Weiterbildungsmaßnahmen, obwohl es doch viel sinnvoller gewesen wäre, dass ich einfach weiterstudiere? Aber das muss man sich erstmal leisten können. Ganz abgesehen von den Studiengebühren, die kommen oben drauf.

    Damit man mich nicht falsch versteht: Natürlich kostet das alles was, das ist mir vollkommen klar. Ich bin aber ein großer Fan von Steuerfinanzierung, denn so ist am ehesten gewährleistet, dass es einkommensabhängig ist und man es sich leisten kann. Bei der Einkommensteuer haben wir immerhin einen Freibetrag von 7664 EUR, bei der Krankenversicherung nichts.

    P.S.: Da du „armer Student“ in Anführungsstriche gesetzt hast, Georg, würde ich noch gerne von dir wissen, ab wann jemand aus deiner Sicht arm ist.
    Und ja, ich halte es für gerecht, wenn diejenigen, die Einkommen haben, in der Krankenversicherung diejenigen mitfinanzieren, die keins haben.

  64. 64

    Noch lustiger wird es, wenn man sich die untere Verdienstgrenze ansieht. So kann ein geringverdiender Ehepartner z.B. familienversichert bleiben (übrigens unabhängig davon wieviel der andere verdient) allerdings muss bei Freiberuflern, die mehr als 300,- EUR mtl. ab dem 301. Euro der besagte volle Kassenbetrag gezahlt werden, was zur Folge hat, dass im Grunde kaum etwas vom Verdienst über bleibt … ist auch sehr gründerfreundlich.

    Wie wenig Logik hinter diesen Regelungen steckt, zeigt sich dann noch an der Tatsache, dass ein familienversicherter Ehepartner sogar 400,- EUR mtl. dazuverdienen darf statt der 300,-, wenn es sich um einen Minijob handelt.

  65. 65
    Miro

    Hi Spreeblick :)

    habt ihr einen Sponsor? Ich hab auf Seite 79 der neuen ct (2/07) eine Werbung von Strato gefunden mit eurer Seite auf einem Bildschirm.

    hehe, schönes WE.

  66. 66

    @miro
    Scroll mal gaaanz nach unten.

  67. 67
    Miro

    hehe, danke Henning :)

  68. 68

    Disclaimer:
    Ich habe indirekt beruflich mit einer (gesetzlichen) Krankenkasse zu tun, daher bin ich vielleicht etwas befangen…

    1.) Georg:
    Es gibt auch Krankenkassen, wo die Vorstände nicht sooo viel verdienen, wie von Dir geschrieben. Bitte also nicht verallgemeinern…

    2.) KSK:
    Bei der KSK sollte man mit der Selbsteinschätzung des Einkommens vorsichtiger sein – zu wenig schätzen, bedeutet zwar auch, daß man weniger zahlen muß, aber auch, daß weniger Rentenbeiträge abgeführt werden. Abgesehen davon: Auch dort gibt es stichprobenartige Kontrollen. Wenn ich mich recht entsinne, dann werden die jetzt auch deutlich verstärkt.

    3.) Malte:
    Wie kann Deine Schwester 1.000 EUR Beitragssatz bei einer gesetzlichen Krankenkasse zahlen? Oder ist sie privat krankenversichert? Gesetzlich kann das kaum klappen – oder ich habe was bei dieser ganz einfachen Berechnung übersehen:
    Die Beitragsbemessungsgrenze der KV beträgt im Jahr 2007 monatlich 3.562,50 EUR. Nehmen wir an, Deine Schwester wäre bei einer der teuersten gesetzlichen Kassen von Berlin versichert und würde dort den höheren Beitrag von 16,6 % alleine zahlen (+ den KV-Sonderbeitrag von 0,9 %) – dann wären das (bei alleiniger Beitragstragung) 17,5 %.
    17,5 % von 3.562,50 EUR = 623,44 EUR
    Immer noch viel – aber dennoch keine 1000,- EUR.

    4.) Grund für die Pauschalabrechnung:
    Also wenn ich mich an meinen entsprechenden Unterricht zurück erinnere (einige Jahre ist es her), gibt es einen Grund für diese Pauschalabrechnung: Man wollte damit erreichen, daß Selbständige (von denen die Politik damals als das eingeführt wurde, dachte „die verdienen viel“) sich „gesundrechnen“ und so günstig die solidarische Krankenversicherung auf Kosten der abhängig Beschäftigten ermöglichen.
    Das das nicht wirklich praktikabel ist, ist eine ganz andere Sache.

    5.) Rückkehr PKV -> GKV:
    Also wenn man den Plänen zur Gesundheitsreform glauben soll, dann hat man dann auch wieder ein Rückkehrrecht. Einer der positiven Aspekte der kommenden Gesundheitsreform ist der, daß es dann eigentlich niemanden mehr geben dürfte, dem eine Krankenversicherung abgelehnt wird. Im jetzigen System gibt es Lücken, wo Du weder in der PKV etwas bezahlbares bekommst, noch in die GKV zurück kannst.
    Das diese Lücke im System geschlossen werden soll, halte ich für sehr löblich – und dass Ulla Schmidt das durchgesetzt hat finde ich gut.

  69. 69

    Seit wann sind wir eigentlich alle gleich?

    @ kleines frühstück/42: Genau!

  70. 70

    Lieben Gruss aus Hamburg – wer sich einmal über die KSK informieren möchte – ich habe ein Forum eingerichtet : http://www.kskforum.de – ich bin Musiker – dort pflichtversichert und wünsche mir ein komplett neues Gesetz und eine neue Behörde die dieses Gesetz in Verantwortung „umsetzt“ …alle sind eingeladen zu diskutieren ..ach ja … was mir viel wichtiger ist : JEDER IN DIESEM LAND SOLLTE KRANKENVERSICHERT SEIN ..jeder …

  71. 71
    Tina

    Versuche, in die KSK reinzukommen. Ich war für 9 Monate im Ausland und habe leider den Fehler begangen, einen Krieg mit der KSK zu führen, um für diese Zeit rauszukommen. Warum sollte ich hier KV zahlen, wenn ich dort im Land kostenlos versichert war?! War eine Frage des Geldes.

    Resultat ist, jetzt versuche ich verzweifelt wieder reinzukommen, man läßt mich aber nicht, weil ich keinen aktuellen Honorarvertrag vorlegen kann. Soll ich mir den aus den Rippen leiern?

    Egal – mich schröpft die KV auch und läßt mich ausbluten. Ich halte mich derzeit mit „Billiglohnjobs“ über Wasser, schaffe also nicht mal annähernd die Mindestgrenze von 1800,– Euro, die aber die KV veranschlagt (oder sollte ich sagen, die der Staat vorgiebt)? Damit zahle ich 300,– Euro und denke darüber nach, mich privat zu versichern. War das so gewollt? Sogar das Bundesverwaltungsamt (Rücklzahlung BaFög) läßt mir 940,– Euro Selbsterhalt zum Leben, aber die KV leider nicht. Der ist das egal.

    Irgendwie muss da jemand in den oberen Reihen geschlafen haben, da ich jetzt dem Bundesverwaltungsamt mitteilen darf, dass ich auf Grund der KV diesen Selbsterhalt nicht mehr habe und einen Antrag auf Rückzahlungsbefreiung stellen muss. Soviel dazu – das ist unser Staat.
    Einfach zum ko…

    Blutet einen aus bis auf den letzten Tropfen. Auch ich muss jetzt mittlerweile darüber nachdenken, Hartz IV zu beantragen, da ich mich mit Unmassen an Stunden auf Billiglohnniveau nicht mehr über Wasser halten kann – dank unser ‚Gesetze‘ und unserer ‚Politik‘.

  72. 72

    Liebe Tina !
    Würde mich freuen wenn Du einmal Kontakt zu mir aufnehmen würdest .Fälle wie „Deiner “ werden (leider) immer mehr .
    Joachim Griebe Hamburg

  73. 73
    Juliane

    Hallo!
    Ich kann das auch nicht verstehen. Momentan lebe ich von unter 800 Euro im Monat – gut, das liegt auch an meinem unterbezahlten Kulturjob, wo ich als „freier“ Mitarbeiter viel zu viele Stunden verbringen müsste – aber die Krankenkasse von dem Honorar 300 Euro wegnimmt, dann noch Miete, pendeln kann ich mir bei den Bahnpreisen fast nicht mehr leisten (also dort zu wohnen, wo ich gerne möchte).
    Und dann bricht mir ein Zahn ab und ich soll Unmengen an Geld für eine Behandlung zahlen, da die liebe KK nur 30 % übernehmen möchte.
    In welchem Verhältnis steht das, ich verstehs nicht.
    Hoffe auch noch auf die KSK, das ist eine wirklich gute Sache.
    Danke für dieses Forum! Lg, Juliane

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