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Darf man über Hitler lachen?

hittie.jpg

Ausholen könnte man jetzt und lange texten. Man kann aber auch nur ganz kurz auf diese Frage antworten mit: Man muss. Man muss sogar ganz laut und heftig.

33 Kommentare

  1. 01
    icke

    mit verlaub: der film von levy ist überschätzt. und zu recht geht helge auf distanz zum film (http://www.espace.ch/artikel_300882.html) und verkrümmelt sich in ausverkaufte jazz-clubs…

    edit: und helges schritt is nachvollziehbar denn nach dem film _dreh_ wurde der film im _schnitt_ verflacht. (http://www.berlinonline.de/berliner-kurier/print/nachrichten/154222.html)

  2. 02

    Das ändert aber beides nichts an der richtigen Frage und meiner Antwort darauf.

  3. 03

    Nö, man muss nicht, -„lachen müssen“ ist doof und funktioniert nicht – aber man kann.

  4. 04

    Aber na klar funktioniert das:

    Immer wenn ich die Frisur (wahlweise auch: den Schnurri) sehe, muss ich furchtbar lachen.

    Und das wäre nichtmal gelogen…

  5. 05

    Ich bin gespannt auf den Film. Ich finde schon, dass man über das ‚braune Würstchen‘ lachen sollte!

  6. 06
    marianne

    lachen ja aber mitleid empfinden?
    laut ‚zeit‘ bzw. harald martenstein sei mitleid
    das gefuehl der wahl beim sehen des filmes.
    also ich weiss nicht…

  7. 07
    kleines frühstück

    Hitler
    Das Eau de Cologne für den Mann
    Jetzt auch als Deodorant und After Shave

    Hitler
    Riechen Sie mal kräftig dran
    Das riecht ungeheuer imposant
    Und nach Schäferhund

    also ich kann auch herzhaft über diesen großartigen song von pigor & eichhorn lachen. :)
    ich werde ins kino gehen, um helge als hitler zu sehen und nicht hitler als helge! und weil ich filme von d. levi mag! das mit der nachbearbeitung des films (schnitt) und helges reaktion wird vermutlich größere wellen schlagen, als der film selbst, obwohl ich schneiders kritik verstehen kann. ich habs hier schon mal erwähnt, wie olli dittrich sich als goebbels in „stauffenberg“ umdreht mit den worten: „der führer lebt!“ ich musste einfach lachen, weil ich mit dittrich eine ganz andere person verbinde und diese „kombination“ völlig schräg und befremdlich finde. und gerade durch diese skurrile situation wird man als zuschauer stärker gefordert als bei einem „untergang“ mit bruno ganz. da wurde vergeblich und krampfhaft versucht einen mittelweg zu beschreiten zwischen ernst zunehmender dokumentation und unterhaltung. rausgekommen ist dabei eine schechte komödie (was jetzt aber nicht gegen die darsteller gehen soll).

  8. 08

    @marianne: Gutes Argument. Mitleidsempfinden wären natürlich fatal.

    Auch das (unoffizielle) Saddam-Video kämpft mit dem gleichen Problem. Er wirkt würdevoller als seine Henker.

  9. 09
    marianne

    wenn man weder menschen toetet
    noch menschen die menschen toeten verehrt bzw. unterstuetzt?
    …kann man sich wohl auch dem voyeurismus froenend
    und chips futternd mobiltelephon aufzeichnungen
    von realen toetungen ansehehn…
    oder?

  10. 10
    madri

    Wenn Hitler nur noch als Komödie taugen sollte, dann ist was faul im Geschichtsverständnis.

  11. 11

    Hitler darf nicht NUR als Komödie taugen. aber von chaplin bis ’springtime for hitler‘ (alte version) finde ich es sehr erfrischend. außerdem entmythisiert das auch und entzaubert neo-dingsens vielelicht ein wenig ihre vorblider, wenn man über diese chargen lacht…

  12. 12

    Die Frage ist doch eher, warum andere lachen dürfen und wir nicht? Satire über Hitler ist nichts neues. Schon 1940 gab Charlie Chaplin den „großen Diktator“. Über diesen Film wurde und wird immer noch gelacht…also warum sollten „wir Deutsche“ nicht auch mal? Lachen könnte auch mal so etwas wie Verarbeitung sein, und die haben wir in manchen Dingen noch schwer nötig.

    Ich hätte es mir aber gewünscht, wenn ein Filmemacher mal den Mut hätte und sein Können beweisen würde und einen guten satirischen Film machen würde in dem Hitler nicht die verniedlichte Witzfigur gibt.

  13. 13
    Ohlala

    Wie so häufig passt der gern zititerte Satz von Pierre Desproges: „On peut rire de tout, mais pas avec n’importe qui.“

  14. 14

    Leider hat dieser Film eine deutlich bessere PR-Abteilung als der einzig wahre Hitler- und Göbbels-Vorführer, der Türke „Serdar Somuncu„.

    Er bezeichnet sich als „Schauspieler“ und will somit nicht in die Reihe drittklassiger „Comedians“ eingereiht werden.

    Ein paar kurze Ansätze seiner Arbeit findet Ihr bei DuRöhre.

  15. 15
    Jan(TM)

    Helge distanziert sich nicht von dem Film, ganz egal wie irgendwelche „Profijournalisten“ seine Aussagen auch verdrehen mögen.

    Mitleid hatte ich eher beim Untergang, die arme unschuldige Tippse – so naiv wie das ganze dt. Volk, wusste nichts von den Massenmorden die von Adolf und seiner vom Mars eingeflogenen Truppe angerichtet wurden. Sogar Speer war mal wieder Held indem er in einer heulsusigen Szene seinem alten Kameraden Adolf das Herz brach weil er gestand die dt. Industrie gerettet zu haben(für das Wirtschaftswunder). Hana Reitsch durfte Heldengeschichten erzählen … anrührend war das Ende wo die Tippse sich durch die Kinderfressenden Russen schlagen musste … mir kammen die Tränen.

  16. 16

    „žAdolf Hitler, dem sein Bart, ist von ganz besondrer Art. Kinder da ist etwas faul: Ein so kleiner Bart und ein so großes Maul.“ (Bertolt Brecht)

  17. 17

    hierzu passend morgen im wdr:

    http://www.ard-digital.de/programmvorschau/sendung.php?eventID=72658533

    serdar tritt auch auf, steht zumindest auf seiner homepage

  18. 18

    @marianne und 8: Mitleid, Emphatie. Furchtbar sowas und fatal. Bin immer wieder erstaunt, welch negatives Image Emotionen und Mitgefühl immer noch haben. Blöd nur, dass auch dieser männliche Unnahbarkeitsfimmel wegbereitend für die Nazis war.

    @Ohlala: Applaus für deine Hochgeistigkeit. Magst Du auf deinen Bilkdungsbürger-Lorbeeren sitzenbleiben oder lieber uns unwürdiger nicht-Französisch-sprechender Minderheit eine Übersetzung liefern?

    @ Thema: Natürlich darf man. Das ganze als Massentherapie hochzujubeln erscheint mir jedoch befremdlich. Ich unterstelle einfach mal, die Großteil der Deutschen wusste sich schon vorher von Hitler und NS-Ideologie zu distanzieren. Heilung allerdings von dieser erstarrten Form von Political Correctness, die besagt dass man die NS-Zeit und einzelne Aspekte davon zu nichts anderem, z.B. heutigem, in Relation setzen darf, wäre natürlich wünschenswert, wird aber kaum passieren. Letzteres ist die eigentliche Seuche.

  19. 19

    Lachen kann man nur über guten Humor also wenn es lustig ist oder man den Humor eben auch versteht.

    Aber das wird mit der Frage nicht gemeint sein!

    Das vor allem Männer mit gestörtem Selbstwertgefühl zu Monstern werden, ist über die Geschichte gesehen, oder im privaten Umfeld nichts Neues.

    Das aufkommende aber falsche Gefühl der Überlegenheit – halte ich für Unrichtig.

    Der Witz, der ausschließlich darauf abzielt, wäre recht Billig.

    Die geniale Fähigkeit dieses Herren zu Belachen, wäre aber so schwer darzustellen, das es in der politisch korrekten Zeit, wie heute sehr schwer möglich ist dies auch Künstlerisch um zu setzen – eine andere Sache!

    „Politisch Korrekt“ ist selbst ein Scheinwort und es müsste besser heißen „Politische Selbstzensur im Sprechen als auch im Denken“.

    Ich habe die wirkliche Zensur kennen gelernt und will meine grundlegende Erfahrung mitteilen: Die Zensur des Staates kann man leicht umgehen oder austricksen die Selbstzensur aber nicht!

    Die geniale Fähigkeit des Mannes war die Massenhypnose und die Einzelhypnose zu beherrschen!

    Etwas was nicht an den Schulen oder in den psychologischen Fächern, in den Universitäten gelehrt wird. Sehr Schade denn, nur das Wissen über diese Möglichkeiten, bietet einen gewissen Schutz davor.

    Im Privaten aber auch im Gesellschaftlichen!

    Da ich mir hier schon einige Nasen abgeholt habe, werde ich das Thema nicht weiter diskutieren – und damit eine „gefühlte Präsents von 900“ auslösen!

    Darf man über Hitler lachen? Heißt nichts anderes als: Brauche ich dafür eine Erlaubnis? Klare Antwort: Ja!

    Ich gebe diese Erlaubnis mir Selbst, aber Jeder kann es halten wie er es für Richtig hält!

    Politisch finde ich diesen Film aber durchaus für raffiniert.

    Der Verschlagwortschatzte Begriff – also die unvollendete Verallgemeinerung – aus einer gewissen Flacheit des Denkens heraus erfährt eine wohltuende Trennline!

    Kann ein Rechter ein Böser sein wenn er diesen Film köstlich findet?
    Kann diese Art von Humor die Trennlinie von politisch Rechts zu politisch Faschistisch verstärken?

    Ist dies der Ultimative – weil einzig messbare Nazitest?
    Heimliche Mikrofone in den Kinos mit angeschlossenem Lachometer?

    Haben die faschistischen Linken daran ein Interesse?

    Sehen wir bald Stalin als Ulknudel im Blutrausch?

    Oder ist dies einfach nur ein Film unter vielen Filmen, den man schaut und lacht und vergisst?

  20. 20
    Ohlala

    @maloXP: „Man kann über alles lachen, aber nicht mit jedem.“

  21. 21
    Theo

    Schöne Frage/Antwort an/von Helge Schneider als Hitler: http://www.dresdner.nu/viptipp/

    „Besteht bei dieser »Vermenschlichung« nicht auch die Gefahr der Verharmlosung?

    Helge Schneider: Nur wenn man Hitler als Mensch vorführt, der ein Mosaik aus Gefühlen ist, kann man das Phänomen auch auf die heutige Zeit übertragen und sagen: Menschen wie Hitler sind eben nicht nur böse, sondern haben auch noch andere Eigenschaften, die sie zu dem machen, was sie sind. Das gilt auch für junge Neonazis, die ja manchmal auch nur so werden, weil es eine Mode ist. Man muss den Menschen in seiner Gesamtheit sehen und Hitler auch in all seiner Erbärmlichkeit darstellen. Wir dürfen nicht vergessen, dass Hitler in seiner Zeit eine ambivalente Figur war, die auch deshalb so erfolgreich war, weil die unterschiedliche Gefühle angesprochen hat. „

  22. 22
    Theo

    Auch sehr schön (hier Helge als Hitles Großneffe):

    Youtube Direktsachen

  23. 23
    westernworld

    damit erschöpft sich meine lust zu diesem thema auch nur irgend etwas zu formulieren.


    (Google Direktsau)

  24. 24
    Peter H aus B

    Hitler interessiert mich nicht.
    Weder zum lachen noch zum weinen..
    Die ganze Sache langweilt mich.
    Wir erleben grad ja eine Art AdolfOverkill..im Kino.
    Und wenn nicht da, dann eine Doku im TV…

    Neonazis nur an A.H. festzumachen, ist ein Fehler.
    Es gab dieses Gesocks vor und nach Hitler.
    Es wird sie (leider) immer geben.. überall.

  25. 25
    schroeder

    19@Winfried, wenn Sie gestatten ausleihe ich mir mal eine Meinung aus Ihrem seltsam-aphoristischen Fragen-Wirrwarr: Ja, ich gehe davon aus, dass dies ist „žeinfach nur ein Film unter vielen Filmen, den man schaut und lacht und vergisst!“. Was sonst? Mehr kann es doch nicht sein, nach Chaplin, der alle offenen Fragen zu dem Thema filmisch schon längst beantwortet hat, bevor die Gesellschaft hier zu Lande durch die gnadenlose Lustigbisdieschwartekracht!-Schule der entprechenden Medien geprügelt wurde.

    Was aber die ach so geniale Hypnose-Fähigkeit des bärtigen Mannes mit Seitenscheitel anbelangt, möchte ich ungern so stehen lassen: Wie schnell Massen zu begeistern, zu mobilisieren, zu lenken, zu verarschen sind, beweist jeder Hans&Franz, all over the world, tagtäglich, im kleinen und großen Stil. Dass es dabei nicht jedes Mal um Mord und Vernichtung in dieser Größenordnung geht, hat eher etwas mit der zufälligen Befindlichkeit und Veranlagung der Massen zu tun. Dennoch ist es wohl gesünder für das Individuum, einige Nasen der Geschichte zum „žgenialen“ oder „žmonströsen“ Dies&Das hoch zu stilisieren, damit das eigene Weltbild halbwegs erträglicher wird.

    24@Peter, Sie sagen es! Es soll tatsächlich Dinge geben, über die man weder lachen noch weinen kann.

  26. 26
    kleines frühstück

    Herr/Frau (?) Schroeder, was ich Ihnen schon immer mal sagen wollte: das mit dem Siezen finde ich richtig gut! :)

    Gehaben Sie sich wohl.

    Ihr kleines frühstück

  27. 27
    schroeder

    Ja, was meinen Sie, dann bleiben wir doch am besten dabei. Beste Grüße, Ihr Herr Schroederle, standardmäßig hetero, Schuhgröße 43. ;-)

  28. 28

    Das „Hypnose“ als Thema
    Undiskutierbar ist – ist eine Erfahrung von mir!
    Leider verliert der Kontext mit dem man die Person Hitler und somit die Geschichte seiner Familie betrachtet immer mehr an Bedeutung!
    Der Kontext ist für mich zu ergründen was Diktaturen dazu ermächtigt mit ihren Völkern – sie sehen diese immer als das Ihre an – durch Hypnose und ähnliche Methoden, mit ihnen zu machen was sie wollen?

    Begeisterung ist vielleicht eine Effekt aber nicht die Methode selbst!

    Gerade die verschwiegenen Sichtweisen (Geldvermehrung im Exponenten) oder Wissen aus der politischen Psychologie gehören für mich auf den offen Marktplatz.

    Übrigens wer „Jetzt“ beschließt im eigenes Sterben zu Lachen, der wird es auch können – deshalb lacht der chinesische Buddha auch so schön.

  29. 29

    Euch entgehen die phantastischen Diskurse zu diesem Thema in den rechten Foren. Werde aber ein Teufel tun und Links setzen!
    Ein Feuerwerk!

  30. 30

    Man sollte auch über Hitler lachen können.
    Man sollte über Hitler auch lachen können.
    Zumindest dürfen.

  31. 31

    Nicht Fisch und nicht Fleisch ist der wohl treffende Ausdruck, wenn das Licht nach der Vorstellung wieder angeht.

    Da merkt man den schweren Schnitt, von Einem, der wohl kalte Füße bekommen hat?

    Vielleicht kann mich der spätere, Direktors Cut, ja noch versöhnen?

    Helge Schneider spielt außerordentlich gut aber der Lacher darf oft nur als eine Schmonzette durch den Raum gleiten.

    Der Jude Grünbaum läuft irgendwie durch den falschen Film und wirkt von Anfang an Unglaubwürdig.

    Das man den Führer Lächerlich macht, ist natürlich ein Teil des Programmes, aber das er dadurch auch so Menschlich wird — zum Beispiel, wenn man erfährt was ihm in seiner Kindheit, vom Vater zugefügt wurde — wohl ein unnötiges Politikum.

    Goebbels der Mensch der Illusionen, kommt so glatt und sympathisch einher, das man schnell vergessen kann das die Bösen doch hässlich sein sollten.

    Die jüdische Abstammung von Hitler wird dabei erwähnt und man kann einen Zusammenhang wohl Erahnen, aber dort erzählt der Film nicht die wirkliche Geschichte.

    Was man auch nicht bei einer völlig unwirklichen Geschichte verlangt.

    Das Kino war voll — weil wohl der Film eine Medienpräsens sonders gleichen erlebt.

    Nun warnt auch noch der Zentralrat der Juden vor diesem Film.
    Das Argument ist dennoch ein Richtiges: Helge „¦ ähh — Hitler ist zu Menschlich.

    Darf man „žden“ „žeinen“ Führer als Mensch darstellen?

    Darf man einen Menschen als Mensch darstellen?

    Wer stellt solche politische Fragen?

    Jedenfalls freue ich mich auf das Konzert mit Helge Schneider und hoffe das die Karte für 35,65 Euro auch ihr Geld wert ist!

    Darf man über all dieses Lachen? Viel Lachen, war nicht!

    Aber die Antwort sollte heißen: Darf man über seinen eigenen Tot lachen – wenn er gerade stattfindet?

    Ich finde Ja!
    Gibt es etwas schlimmeres? Vielleicht?

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