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Ein beinahe offener Brief an Atze Schroeder

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Foto: Me vs. Gutenberg

Als ich im Kindergartenalter war, erntete ich mit meinem Namen regelmäßig Hohn oder Spott, oft sogar beides gleichzeitig. Malte – das klang in den Ohren meiner Mit-Kinder wie eine frivol hingeworfene Lautzusammenstellung, ein Name war das nicht. Die Empörung meiner Umwelt über meinen Namen gab ich ungebremst an meine Eltern weiter: „Warum habt ihr mich nicht Peter genannt?“ Meine Eltern klärten mich dann darüber auf, wie ich geheißen hätte, wenn ich ein Mädchen geworden wäre. Ich hätte den Namen meiner Tante bekommen – Dagny. So wurde ich demütig, es hätte also schlimmer kommen können.

Ihr Klarname nun, Herr Atze Schroeder, dürfte ähnliche Reaktionen hervorgerufen haben. Zugegeben, man möchte einen Jagdschein beantragen und im Lodenmantel zur See fahren, wenn man ihn hört. Und wie Ihr Name gelautet hätte, wären Sie ein Mädchen geworden – ich möchte es mir gar nicht vorstellen.

Mein Verständnis liegt also ganz bei Ihnen – und doch dürften Sie sich an dieser Stelle fragen, warum ich Ihren Klarnamen überhaupt kenne, wenn Sie doch mit Unterlassungsklagen um sich werfen, falls jemand die Veröffentlichung wagt.

Nun, Blogger sind nicht nur gemein wie Kinder, sie können auch mit Informationen umgehen. Und die Informationen zu Ihrem Name sind frei verfügbar. Hätte Ihr Name in der Wikipedia gestanden und dort stehen bleiben dürfen – er hätte dort zitternd bis zum jüngsten Tag darauf gewartet, dass ein RTL-Zuschauer ihn entdeckt.

Den bürgerlichen Namen von Campino habe ich schon ein dutzendmal gelesen, der von Woody Allen wird in Quizshows erfragt – ich kann mir diese Namen nicht merken. Aber Ihr Name, der brennt in meinem Gedächtnis vor sich hin.

Denn Sie haben jetzt Ihren Beitrag dazu geleistet, dass die deutsche Internetlandschaft auf internationalem Niveau nicht mithalten kann. Auf einem amerikanischen Blog könnte ich Beweisfotos davon posten, dass Sie einen Universitätsabschluss haben, ich könnte Ihre Geburtsurkunde online stellen oder ein Paparazzifoto, dass Sie lesend zeigt – in Deutschland aber kann ich nicht einmal schreiben, wie Sie heißen.

Danke dafür.

Mit meinem Namen habe ich mich längst arrangiert. Belesene Menschen glauben gern, mein Name sei aufgrund des Rilke-Romans „Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge“ gewählt worden. Tatsächlich sahen meine Eltern im Abspann eines Krimis den Name des Schauspielers Malte Jaeger. Ich hätte also auch Horst Tappert Welding heißen können.

69 Kommentare

  1. 01

    Pff. Weiß doch eh jeder, dass Atze Schröder in Wirklichkeit Achim Achilles heißt.

  2. 02

    Ich bin defintiv kein Atze Schröder Fan und ich weiss das man sich besser verhalten kann, klar.

    Aber dieses „das Abendland ist bedroht, wenn man den Namen eines Drtiklassigen Comedians nicht nennen darf“-Verhalten an einigen stellen ist doch absurd.

    Hat es wirklich etwas mit Meinungsfreiheit zu tun, wenn man den bürgerlichen Namen von Atze Schröder nicht sagen soll?

    Und dieses „du hast dich falsch verhalten, dass hast du nun davon“ – wie hätte der sich denn verhalten sollen? Ursprünglich ging es doch nur darum, dass sein Name nicht in der Zeitung stehen sollte (was ich irgendwie nachvollziehen kann).

    Ich finde, der Fall ist eigentlich mal wieder ein wunderbares Besipiel dafür, wie die Grenzen zwischen privatem Gespräch und weltweitem Publizieren langsam verschwimmen.

  3. 03

    Eine kleine Recherche und ich begreife was Jagdschein, Lodenmantel und Seefahrt in einem Satz bedeuten. Vielen Dank dafür.

    Abewr letztlich fällt sowas unter die Kategorie „Nutzloses Wissen“.

  4. 04
    [edit: mutig bitte auf eigenem Blog sein]

    Was stellt der sich so an?

    Ich komm mit dem Namen gut zurecht.

  5. 05

    Ich weiß gar nicht was schlimmer ist. Der Name oder das Outfit. :-)

  6. 06
    Sebastian

    @[edit: mutig bitte auf eigenem Blog sein] sehr clever…
    du hast dein Spass und die Spreeblick-Crew bekommt die Dresche.

    Wenn ich groß bin, werde ich auch mal so wie du. Versprochen.

    ok, hat sich erledigt :P

  7. 07
    Nikolai

    Tja, die deutsche Wikipedia hat er ja dazu bewegt, den Namen zu streichen. Wehe dem, der die englische anklickt! :D

  8. 08
    Malte

    Das Abendland ist nicht bedroht, wohl aber das Konto von A. Klempert (Name der Redaktion bekannt). Und das Abendland wundert sich, warum jemand zur Begrüßung den Klageweg beschreitet.

  9. 09
    olli

    …und wenn man bei goggle anch seinem richtigen namen sucht landet man trotzdem bei sienem wiki eintag

  10. 10

    @Max: Ich glaube, die Blogosphäre ist einfach empfindlich, wenn man ihnen was verbieten will(siehe HD-DVD). Dazu kommt noch, dass dieses Verhalten irgendwie erstmal Erstaunen hervorruft – und zudem noch kontraproduktiv war. Wie Malte schon meinte, hätte er es einfach gelassen, keinen hätt’s gekümmert.

  11. 11
    Maltefan

    „Zugegeben, man möchte einen Jagdschein beantragen und im Lodenmantel zur See fahren, wenn man ihn hört.“

    ROFLMAO :-)

  12. 12

    Tom, das Erstaunen verstehe ich sehr gut, und ich wage auch zu bezweifeln dass die Forderungen berechtigt sind — darauf empfindlich zu reagieren ist berechtigt. Aber dieses „jetzt erst recht“, dass ist — Kindergarten.

    Darüber hinaus: es hätte keinen interessiert. Das stimmt doch so nicht. Ursprünglich ging es nur darum dass der Name nicht in der Zeitung stehen sollte, darum eine Klage gegen einen Verlag (welcher eigentlich? steht nirgendwo, nicht mal in der Presseerklärung des Gerichts). Erst dann fingen einige an den Namen zu publizieren. Dann fing die Abmahnerei an.

  13. 13

    Jetzt sollte sich jemand rasch Atze Schröders wirklichen Namen als Künstlernamen eintragen lassen, und dann darauf bestehen daß…

  14. 14

    Ich möchte mich Max erst einmal anschließen und zusätzlich noch anmerken, dass ich es ungemein schwierig finde, wo denn die Grenze zu ziehen ist. Natürlich ist Atze Schröder eine person öffentlichen Lebens und für die gibt es, soweit ich weiß (ohne dass ich nun juristische Bildung genossen hätte) bestimmte Einschränkungen im Persönlichkeitsrecht, die sich mit dem öffentlichen Interesse begründen, was ich soweit auch okay finde.
    Also: wie weit darf das gehen? Es gibt Menschen die mit gutem Grund ein Pseudonym wählen. Nicht, um einen weniger in einen mehr coolen Namen einzutauschen, sondern beispielsweise um sich zu schützen. Dissidenten in repressiven Staaten – oder Gesellschaften – beispielsweise, können nur überleben in dem sie sich und ihre Identität auf diese Weise schützen. Anonymität hat also auch im öffentlichen Leben einen bestimmten Wert. Wo die Grenze ist? Ich weiß es nicht.

  15. 15

    Die Grenze ist der gesunde Menschenverstand.
    Oder – sollte es zumindest sein.

  16. 16

    Der gesunde Menschenverstand ist oft eher schwammig. Und: wir alle wissen doch nicht mal, warum der Typ seinen Namen nicht genannt haben will. Er muss ja dem Gericht irgendwas überzeugendes gesagt haben. Vielleicht gibt es ja irgendeine ganz doll einfache Erklärung (wahrscheinlich nicht, klar).

  17. 17
    MC BASTARD

    http://en.wikipedia.org/wiki/Atze_Schr%C3%B6der

    da stehts… eindeutig… dat issa…

  18. 18
    dré

    Ich kapier’s nicht: Der Typ ist Komiker + Schauspieler und spielt Atze Schröder. Also im Abspann steht da so in der Art „Atze Schröder als ‚Atze Schröder'“ und wenn er dann irgendwo interviewt wird ist er auch Atze Schröder und überhaupt will er nur noch Atze Schröder sein. Ich meine dann ist er doch eigentlich gar kein Komiker/Schauspieler sondern spielt immer nur sich selbst oder ist im Film eigentlich er selbst und spielt im normalen Leben die Atze-Rolle und ist einfach nur noch zu bedauern.

    Ich blick da nich so ganz durch.

    Übrigens wird im Wikipedia-Artikel zu seinem Patenteintrag verlinkt und da steht auch der richtige Name – gültig bis November…

  19. 19

    Dürfte ich eigentlich eine überzeichnete Comedyfigur aus, sagen wir mal: dem Hamburger Intellektuellenmilieu erfinden und dieser einen Namen geben, von dem niemand wüsste, dass er sich auf den Realnamen von Duweißtschonwem bezieht, weil man diesen ja eh nirgendwo nachlesen kann?

    Hat nicht zufälligerweise jemand „Atze Schröder“ im Personalausweis stehen und könnte wegen Produktpiraterie klagen?

  20. 20

    Wenn ich mir den von Malte verlinkten Eintrag durchlese, wie Atze Schröder bzw seine Anwälte da vorgingen – das hat nicht viel mit gesundem Menschenverstand zu tun, ganz gleich, was man jetzt vom Inhalt der Forderung hält.
    Der Glauben, man könne schon öffentlich bekanntes Wissen auf diese Weise zum verschwinden bringen – auch das hat nichts mit gesundem Menschenverstand zu tun.

  21. 21

    Und das ich hier so viel zu einem Thema absondere, das mir eigentlich eher egal ist – das hat auch nichts mit gesundem Menschenverstand zu tun. :-P

  22. 22
    sunny

    wenn man möchte, dass der reale name nicht bekannt wird, dann sollte man doch dazu in der lage sein, dass das nicht bekannt wird – so als promi oder?

  23. 23
    bongokarl

    Ich raff das nicht.. wie kann der verbieten einen Namen zu nennen? Ich hab grad in der History des Wiki-Artikels geschaut, da ist der Name zu finden.. auf die Idee dass beschissene Comedy-„Stars“ auch in der englischen Wikipedia vertreten sind, bin ich natürlich nicht gekommen… will der die jetzt auch verklagen? Boah…

  24. 24

    ach malte ist doch so schön! ;-) und ich kenn ja nur ein paar bilder und videos, aber ich hab gehört das soll so sein *g*

    atzeratze matzeratze

  25. 25

    Die Frage nach der Grenze der Öffentlichkeit bzw. der öffentlichen Person finde ich (unabhängig von der jeweils aktuellen Rechtslage) ebenfalls sehr schwierig – im Zweifelsfall hat er meines Erachtens das Recht auf Privatsphäre.

    Ich weiß nicht, ob man eine Marke auch anders eintragen kann (Notar als „Mittler“, etc.), aber wenn dort schon Name und Ort eingetragen sind, sollte man zumindest auf einen Telefonbucheintrag verzichten. Ein kurzer Blick in das digitale Örtliche zeigt, dass da noch Optimierungspotential besteht. Es wundert mich fast, dass da nicht schon „begeisterte Fans“ angerufen haben…

  26. 26

    Ganz ehrlich?

    Ich finde diese Nummer toll.

    Ich hatte noch nie so viele Besucher im Blog wie zur Zeit und sie alle kommen über die Google-Suche nach ‚xyz xyz‘.

    So Leid es mir tut, aber sein Name kann gar nicht ‚geheim‘ sein, dafür sind es deutlich zu viele Besucher, unter Mediadaten für pop64.de kann man sie sehen.

  27. 27
    jche

    hmm… irgendwie liest sich malte in diesem offenen brief wie ein linker aufguss von f.j. wagner…

    davon abgesehen: so what? natürlich ist die klage grotesk, natürlich hat der gute herr damit das exakte gegenteil von dem erreicht, was er eigentlich wollte.
    nur: dieser nun v.a. in den kommentaren angeschlagene ton à la „das hat der nun davon“ ist gleichsam nicht gerade human.

  28. 28
    Jay

    Haben wir nicht alle diesen wenig
    Unterhaltsamen Menschen ein
    Bisschen satt?
    Er macht eigentlich nur
    Richtig flache und unlustige Witze.
    Tun wir
    Uns doch alle einen
    Sehr großen Gefallen.

    Albern wir nicht länger herum, sondern
    Lassen dieses
    Blasse Thema
    Endlich in
    Ruhe.
    Sicher hätten wir alles was davon.

    Die perfekte Symbiose aus Form und Inhalt :D

  29. 29

    Ich glaube dass Atzes größte Sorge darin besteht ohne Toupet in bestimmten Etablissements gesehen und anhand des Realnamens auf seiner Kreditkarte bloßgestellt zu werden.

  30. 30

    Es ist mal wieder das alte Spiel: Das wirklich Schlimme ist meiner Meinung nach nicht, dass He-who-must-not-be-named seine Anonymität geschützt sehen will – das Schlimme ist, dass seine Ansprüche für andere in horrend hohen Rechnungen resultieren. Ob nun der wirkliche Name frei verfügbar sein muss: Ich weiß es nicht, darüber kann man sicher streiten. Aber, dass die Kosten dieses Streits auf denjenigen fallen sollen, der ihn angezettelt hat, sollte eigentlich klar sein.

    Um das mal in den „Brief-Stil“ oben umzudeuten:

    Lieber Herr A.: Machen Sie ruhig weiter mit ihrem Kampf gegen das Internet. Aber bezahlen Sie bitteschön ihren Anwalt selbst.

  31. 31

    Ich hatte mal von Atze Schröder ein Paparazzifoto, wo er ohne seine Minipli-Perücke zu sehen ist. Seine Agentur hatte mir mehr als nahegelegt das Foto wieder zu entfernen. Als höflicher mensch habe ich es natürlich getan …

  32. 32

    Bin neu hier. Zum ersten Male reingeschaut. Alles sehr lebendig, aber: Klingt ja, als wären alle miteinander verwandt. Meine Vorstellung: Ein bißchen mehr Distanz zueinander, klare Argumente, einwandfreie Plausibilisierung und klare Anschlußfähigkeit.
    Es grüsst alle Rudi Sander (geboren in Berlin; 1951 abgehauen).

  33. 33

    Atze Schröder ist eine eingetragene Wortmarke und insofern kann herr „schröder“ sich nicht dagegen wehren, dass der Name des Inhabers, also sein Name, auf der Webseite des Deutschen Patentamts veröffentlicht und eh für jeden zugänglich ist.

    Jetzt frag ich mich, warum der Herr dann Wikipedia dazu verdammen darf den Namen nicht zu nennen, aber auf diese Seite zu verweisen …

  34. 34
    Acid

    Die Blogosphäre ist einfach empfindlich?
    Was ’n Wunder, als Blogger wirst du zur Impressumspflicht verdonnert, wenn du auch nur ein Google Ad irgendwo dazwischen schiebst, aber eine öffentliche Person kann den Klarnamen schützen. Das ist schon ein bisschen befremdlich.

  35. 35
    He-who-must-not-be-named

    Was hab‘ ich gerade gelacht! :)

  36. 36

    Max: „Und dieses „du hast dich falsch verhalten, dass hast du nun davon“ – wie hätte der sich denn verhalten sollen? Ursprünglich ging es doch nur darum, dass sein Name nicht in der Zeitung stehen sollte (was ich irgendwie nachvollziehen kann).“

    Das Abendland geht nicht davon unter. Mir persönlich ist völlig egal, ob irgendjemand weiß, wie Atze Schröder wirklich heißt.

    Aber das bedeutet ja nicht, daß man sich als in der Öffentlichkeit stehender Comedian sich als Jehova aufspielen darf, wenn jemand doch schreiben möchte, wie der echte Name von dem Kerle ist.

  37. 37

    „Ja nee, is klar.“

    Soviel zum Thema dem-Atze-sein-Realname-und-ohne-Perrücke.

  38. 38
    knut

    boah, was hatten wir Freitag bei heise fürn spass … „Er hat „Jehova“ gesagt!“. Um 23h hatten die Forenadmins dann ihren verdienten Feierabend.

  39. 39

    Also, ich finde es auch nicht sehr vorteilhaft, dass Blogger noch nicht als Journalisten angesehen werden, noch nicht mal alle müssten diese Recht haben, sondern wie wärs denn mit einer Art Begrenzung der Besucher, heißt also man müsste nachweisen, wie viele Besucher man hat pro Tag und ab einer bestimmten Menge kann man publizieren wie ein Journalist. Dies hätte den klaren Vorteil für die Blogger, aber auch, dass nicht einfach jeder, der etwas sagen möchte, was er allerdings besser nicht sollte, sich schnell einen Blog erstellt und dann eine Rechtfertigung hat.

    MFG

    Julian

    P.S.: Ich finde Malte ist ein toller Name!

  40. 40
    michael

    Jemand der so in der Öffentlichkeit steht wie Atze Schröder hat einfach keinen Anspruch Verbote über sowas simples wie seinen echten Namen in Anspruch zu stellen. Im Zweifel für die Redefreiheit.

    Das it jedenfalls meine Rechtsauffassung. So sollte es sein. Ob es auch so ist in Deutschland? Keine Ahnung.

    Der konkrete Fall könnte mir egaler nicht sein. Aber trotzdem stellt sich dabei auch sowas wie eine Grundsatzfrage. Deshalb ist er irgendwie schon die Aufmerksamkeit wert.

  41. 41

    Sein richtiger Name ist doch originell.

  42. 42

    was ’ne pussy. sooo schlimm ist sein name doch auch wieder nicht, wenn die englischsprachige wikipedia den richtigen hat. also wirklich, is doch laecherlich sowas.

    get a life „atze“ du fratze!

  43. 43
  44. 44

    zeitweise finde/fand ich die comicfigur des atze nicht so schlecht. aber wie das bei clowns manchmal so ist, im wahren leben sind sie ernst. oder bitterböse. und malte sollte diplomat werden…

  45. 45

    Ich sag’s mal mit den Worten eines anderen:

    Ich weiß aber, dass mich das öffentliche Denunzieren einzelner Personen, das Anlegen von Namenslisten und das erregte Bejubeln solcher „žFunde“ an Methoden und Reaktionen erinnert, die jenseits meines Rechtsempfindens, und zwar da drüben, ganz weit rechts, stattfinden.

    Nix für ungut, und eigentlich hatte es Max eh schon auf den Punkt gebracht.

  46. 46
    Patrick

    Lustig auch, wenn man nach dem richtigen Namen bei Google Bildersuche sucht… der schaut in zivil so aus, wie die Klage ist… ;-)

  47. 47

    Ich wurde nach einer Badezimmergarnitur von Villeroy&Boch benannt.

    Ja, ich sollte eigentlich ein Junge werden.

  48. 48
    Gene October

    Ich fand den Typen immer unlustig, der hat auch früher schon rumgemahnt, als er noch „Die The Proll“ hiess, daraufhin mussten sich Proll aus Hamburg in Prollhead umbenennen. Interessiert hat mich der Typ nie, jetzt weiss ich aber wie er heisst, ich weiss das er mal eine Fa. namens FACE Communication gegründet hat, ich weiss das er irgendwie etwas mit dem Klub Kiessinger in Emsdetten zu tun hat, und ich weiss sogar in welchen Haus er einen Telefonanschluss hat und das man dort auch einen Herren erreicht der denselben Nachnamen hat, also sein Bruder sein könnte. Interessiert mich alles nicht, hätte ich nie nach gegoogelt, aber jetzt ist es raus.

  49. 49

    Gene, genau solche Kommentare wie deiner lassen mich sehr gut verstehen, dass ein Mensch mit allen juristischen Mitteln versucht seinen Namen geheim zu halten.

  50. 50

    Interessanterweise war vor ein paar Tagen das Gästebuch auf seiner Homepage mit mit wenig schmeichelhaften Kommentaren zu seiner Klage überschwemmt, jetzt stehen da nur noch wenige Einträge zu seinen „hammergeilen Shows“ drin…

  51. 51
    Gene October

    @Max
    Ne da hast du was falsch verstanden, der gute ist eine Person des öffentlichen Lebens, der verdient sein Geld mit den Zuschauern von RTL u.a. und will dann der Presse verbieten seinen echten Namen zu nennen – so läuft das nicht. Die Info die ich da oben gepostet habe hatte ich nach 25 Sek.. Ich verrate ganz bestimmt nix was geheim ist. Der Staat will auf der einen Seite den gläsernen Bürger, aber er schützt den Prominenten. Mir sagt man „stell dich nicht so an du hast doch nix zu verbergen“ aber sobald jemand im Fernsehen erfolgreich wird heisst es “ das geht keinen was an“. Hier und in keinem anderen Blog würde auch nur ein einziges Wort über den Herrn stehen, wenn er eben nicht versuchen würde seine „Identität“ auf solch abstrusse Art und Weise zu „schützen“. Online Durchsuchungen sind OK aber das Internet als Informationsquelle für den „normalen“ User nicht?
    Das Internet macht Information ubiquitär, das zu verhindern ist gestrig.

  52. 52

    Wer hat gesagt Onlinedurchsuchungen seien okay? Und warum muss er damit leben das offensichtlich wildfremde Leute unter seiner Privatnummer anrufen, nur weil er bei RTL arbeitet?

    Und was wäre, wenn es dem Mann nicht um den Schutz seiner Privatsphäre ginge, sondern z.B. um die seiner Eltern? Muss man Anrufe von wildfremden Menschen über sich ergehen lassen, weil ein Verwandter mit dem selben Namen bei RTL arbeitet?

  53. 53

    Emsdetten-Info – auch abmahnen, aber sowas von brutal, die zeigen sogar sein Haus! Der Mann wohnt im Café und keiner will mit ihm wohnen: „Xxxxxxxx Xxxxxx war und bleibt unser Mieter.“ (Hm. Ich kaufe ein H).

  54. 54
    Gene October

    @Max
    Ich hab nicht bei dem Typen angerufen und werde das bestimmt nicht tun. Wenn er nicht angerufen werden will kann er eine Geheimnummer beantragen – kein Problem. Ich hab auch kein Problem damit das er seine Privatsphäre schützen will, und das er die Privatsphäre seiner Familie schützen will. Aber es kann nicht angehen das ein deutsches Gericht es einer Zeitung verbietet den echten Namen eines Prominenten zu nennen. Während dieselbe Justiz gerade mit aller Macht versucht Online Dursuchungen zu legalisieren.
    Ausserdem – und das ist ein echt uraltes Argument, drängt der Mann an die Öffentlichkeit, er will im Rampenlicht stehen, weil er damit -höchstwahrscheinlich- sehr, sehr gut verdient. Das hat eben auch den Nachteil das man gewissermassen zu einer öffentlichen Person wird. Teil des Deals – wenn du mich fragst.

  55. 55
  56. 56
    lq

    nun habe ich mich eben gefragt warum ausgerechnet das wappen des schützenvereins von landsweiler reden zu sehen ist. nach 2 kurzen recherchen schliesst sich der kreis…

  57. 57

    In der Bohlen-Villa ist eingebrochen worden und seine Lebensabschnittsgefährtin lag halbnackt rum? Atze S. will seinen Namen nicht wissen? Daniel Kübeldingens fährt in einen Gurkenlaster?
    Die haben es einfach. Ich muß vermutlich einen Mord begehen, um endlich mal in die BILD zu kommen. Doch kein Profi-Promi ohne Promo in der Klatschpresse. Oder um was geht es hier wirklich?

  58. 58

    Gene, ich wollte dir nicht unterstellen, du hättest da angerufen. Es ist übrigens nicht die Justiz die sich für Onlinedurchsuchengen stark macht, sondern die Politik. Und diese „einmal Rampenlicht, immer Rampenlicht“-Argumentation mag zwar alt sein, richtig ist sie davon noch lange nicht. Ähnlich könnte man argumentieren, dass z.B. ein Busfahrer eine Bushaltestelle in seinem Vorgarten akzeptieren muss.

  59. 59
    Gene October

    @Max

    Ich finde die, wie du sie nennst „einmal Rampenlicht, immer Rampenlicht“ These richtig. Ein Busfahrer sollte ja aus Rücksicht auf seinen Job kein Alkoholiker sein. Was ich damit sagen will, jeder Job hat positive und negative Seiten. Und wenn du „Prominenter“ bist dann gibst du einen grossen Teil deines Privatlebens auf. Wer es trotzdem wahren will findet da sicher Wege, aber gerichtlich die Nennung des bürgerlichen Namens verbieten zu lassen ist Quatsch. Und es sind nicht nur die Stimmen der Politiker die Onlinedurchsungen fordern, das fordert das BKA, das fordern Staatsanwälte – und somit die Justiz. Und seit heute weiss ich das Prominente mit falschen Namen fordern das P2P Nutzern das Internet abgestellt wird. ;-)

  60. 60

    Gene: http://de.wikipedia.org/wiki/Gewaltenteilung

    Bei dem Rest drehen wir uns im Kreis: du meinst man müsse als Prominenter sein Privatleben aufgeben, ich sehe das nur eingeschränkt so. Darüber hinaus finde ich dass man sich an geltendes Recht halten sollte.

  61. 61
    Gene October

    Max, ich meine nicht das man als Prominenter sein Privatleben aufgeben muss, ich meine aber das man sein Privatleben besser schützen kann als mit solch einer dämlichen Klage. Gegen geltendes Recht verstösst auch niemand der den bürgerlichen Namen von Atze Schröder in einer Zeitung nennt. Er verstösst damit nur gegen ein noch nicht rechstkräftiges Urteil. Zudem glaube ich das es sehr viel Beispiele von Prominenten gibt die sehr sehr souverän mit der Tatsache umgehen das sie einen gewissen Bekanntheitsgrad haben. Das verstecken hinter einem Kunstnamen, der zudem als Marke auf den bürgerlichen Namen registriert ist, ist einfach nicht der richtige Weg – meiner Meinung nach. Heute klagt ein Prominenter weil er nicht will das sein bürgerlicher Name nicht genannt wird, morgen ein anderer weil er nicht will das über sein Scheidung berichtet wird und übermorgen passt es dem nächsten nicht das man über sein Drogenexzesse berichtet. Meiner Meinung nach ist die Pressefreiheit das höchste Gut unserer Demokratie, und Gerichte dürfen nicht wegen solch banaler Anliegen dort eingreifen.

  62. 62
    Martin

    Ich glaube Atze Schröder hat einen guten Grund, seinen Klarnamen zu verheimlichen. Die Bedeutung seines Vornamens ist:
    »Der durch seinen Geist glänzt« (Wikipedia)
    Wenn das bekannt wird…

  63. 63
    johnny

    intimität findet im bett statt, nicht im blog.

  64. 64
    Matze

    Darf ich dann behaupten, daß er NICHT „Hubertus Albers“ genannt werden darf?

  65. 65

    AW: „Ich kapier’s nicht: Der Typ ist Komiker + Schauspieler und spielt Atze Schröder. Also im Abspann steht da so in der Art “Atze Schröder als ‘Atze Schröder’” und wenn er dann irgendwo interviewt wird ist er auch Atze Schröder und überhaupt will er nur noch Atze Schröder sein.“
    (Eintag 18, dré)

    Wo ist dabei das Problem? wenn Nena, in nem Film sich selbst spielt steht da am Ende auch „Nena als Nena“, obwohl sie auch nicht Nena heißt.

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