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Print lebt

Wenn ich im Internet Nachrichten verfolge, fallen mir immer nur die unwichtigen Dinge auf, die Lappalien, die Kleinigkeiten. Und ich übersehe immer die wichtigen Sachen, die nicht so bunt und schillernd blinken. Erst wenn ich eine Zeitung in der Hand habe, fallen mir auch solche Sachen auf: Eine Kreuzberger Frauenmannschaft vom BSV al-Dersimspor hat zwei Freundschaftsspiele mit der iranischen Frauennationalmannschaft vereinbahrt. Das Spiel im Iran fand statt, als allerdings die Iranerinnen nach Deutschland ausreisen sollten, gab’s „technische Probleme“, heißt es von iranischer Seite. Im Klartext: Die Iranerinnen durften nicht ausreisen.
Trotzdem hat eine Kundgebung stattgefunden, trotzdem wurde auf die Frauenrechte im Iran hingewiesen, trotzdem ist die ganze Sache jetzt in der Presse. Und das ganz ohne moralischen Zeigefinger, ganz ohne Gewalt und mit viel Engagement. So sehen gelungene Demonstrationen aus. Sogar dann, wenn sie gar nicht stattfinden.
Jedenfalls hoffe ich, dass das Spiel nachgeholt wird, das seh ich mir auf jeden Fall an. Anscheinend besteht ja noch Hoffnung. Und jetzt, Vorsicht, Pathoswarnung: Fußball ist doch immer dann noch am schönsten, wenn’s nicht um Sieg oder Niederlage geht. Pathoswarnung Ende.

Keine Kommentare

  1. 01

    Auch wenns super unweltoffen, idiotisch und vielleicht sat1comedy-mäßig klingt, aber müssen die dann mit Kopftuch spielen? Oder dürfen Männer dann nicht zuschauen? Oder gibts dahingehende Ausnahmereglungen im Koran? Oder ist der Iran etwa doch nicht so „schlimm“ wie man uns immer weiß machen will?

  2. 02

    Die Damen spielen tatsächlich mit Kopftuch, langen Hosen und langen Ärmeln.

  3. 03
  4. 04

    Aber in Berlin hätten sie nicht mit Kopftuch gespielt, glaub ich. Das dürfte das „technische Problem“ gewesen sein.

  5. 05

    @ Mo: Brrr, ich gewöhn mir ganz schnell wieder ab, die Leser-Kommentare unter den Artikeln zu durchstöbern. Vor allem zu solchen Themen. Brrrr.

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