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Nachgeben oder nachlegen?

Angenommen, ihr seid in einer Kneipe und ihr werdet recht ausdauernd angepöbelt. Ihr reagiert nicht drauf, was die Pöbeleien nur hysterischer werden lässt. Ist es klüger, einfach nachzugeben, also seinen Mund zu halten und achselzuckend seiner Wege zu gehen oder würde die Welt dann von Schreihälsen regiert?

74 Kommentare

  1. 01

    Am besten einfach die Kommentare ausschalten…

  2. 02

    Solche Pöbler sind meiner Erfahrung nach unverbesserlich. Insofern erhöht das Nichtindieschrankenverweisen auch nicht die Welt-Schreihalsquote.
    Wichtig ist jedoch, jeweils zuletzt zu lachen. Wohl dosiert: Mal still ins eigene Fäustchen, mal im Kreise Gleichgesinnter und mal dem Pöbler ins Gesicht.

  3. 03

    Es kommt ganz darauf an, wie kräftig und gewaltbereit der Pöbler ist.
    Daraus leiten sich Handlungsoptionen von „so heftig zurückpöbeln, das Ruhe ist“ bis „schleunigst die Lokalität wechseln“ ab.

  4. 04

    die welt ist von schreihälsen regiert.

  5. 05

    hmm, hängt wohl extrem von (meiner) Tagesform ab. Gut gelaunt, lasse ich sowas eigentlich ziemlich an mir abtropfen – bis zu einem gewissen Grad versteht sich.
    Bin ich eh schon angefressen, gibt’s sofort ’ne passende Antwort. Und wenn einer dann wirklich weiter bettelt kann es auch schon passieren, dass es mal kurz aber heftig knallt.
    Aber zum Glück habe ich ja meist gute Laune ;-)

  6. 06
    Robert

    Ihn umarmen?

  7. 07

    SCHREIHALS?? ICH?? NEIN, NIE IM LEBEN!!
    oh ich regier ja auch nicht…

  8. 08

    Ich versuche, Rainer zu ignorieren.

  9. 09
    Frank

    Also ich lass meine Freundin immer stehen und gehe ne Kneipe weiter…

  10. 10

    Was? Der Rilke ist ein Schreihals? ;)

  11. 11
    Tim

    Diese Gleichnisse sind langsam schlimmer als in der Bibel. Malte auf der Kanzel.

  12. 12

    es gibt menschen die nur des stänkerns wegen stänkern – die brauchen das eben (agressionshaushalt).
    also würde ich immer versuchen, zu verstehen warum gestänkert wird. gründe dafür gibt es sicherlich viele ;)

  13. 13

    Ich hau ihm auf die Schnauze und Ruhe ist. Schließlich bin ich Demodingsda. Krat meine ich. Allerdings gibt es ja auch begründete Pöbler, die sich ärgen weil jemand die Hose offen hat oder etwas hätte sagen müssen. So zum Klaren, nein nicht zum Schnaps, zur Stellung, verdammt zur Klarstellung meine ich.

    Vielleicht ist der Pöbler ja gar kein Pöbler sondern ein Verletzter. Ich meine schon verletzt bevor ich ihm auf die Schnauze gehauen hab. Durch mich verletzt. Weil ich dem Bild das er von mir hatte nicht entsprach. Oder weil ich Scheiße gebaut habe.

    Ach ja. Es gibt so viele Farbtöne zwischen Schwarz und Weiß. Warum benutzen wir immer nur die beiden?

  14. 14

    Einem Intellektuellen schlägt man ohne Worte in die Magengrube – dreht ihm den Rücken zu und geht.

    Einen Banausen erklärt man Höflich und mit sehr vielen komplizierten Sätzen die nur so von Fachbegriffen sprudeln das man eigentlich die Theorie der Ruhe sucht!

    Am Klügsten ist die Welt der Drogen und ihre Dealer zu meiden!

  15. 15

    Meine Freundin knutscht so Mädels (bei Männern nicht…) immer einfach einmal auf die Backe. Danach ist verdutzte Ruhe angesagt…

  16. 16
    Malte

    @ Tom
    Wie Bugs Bunny?

  17. 17

    Seltsam. Bin noch nie in einer Kneipe angepöbelt worden. Dafür aber neulich in der Berliner U-Bahn. Da stand ich aber tatsächlich vor einem Dilemma, denn die pöbelnde Gestalt war ein offensichtlich rechtsradikaler Obdachloser. Als ein wohlgenährter Bildungsbürger darf man eigentlich mit Obdachlosen nicht streiten, denn diese sind uns per se moralisch überlegen. Anderseits habe ich es mir immer so schön in meinem Kopf ausgemalt, wie ich in einer ähnlichen Situation mein „Gesicht zeigen!“ werde.

    Letztendlich pöbelte ich doch zurück und drängte den Mann aus dem Wagen. Wahrscheinlich, weil ich in Begleitung meiner Freundin war und meine Männlichkeit beweisen musste. Armseliger Grund… Aber es tat gut!

  18. 18

    „Diplomatie ist die Auffassung, dass die Wahrheit Nuancen hat“ (Jiří GruÅ¡a).

    Aber in einer Kneipe ist die Diplomatie selten Hausherr. Die Betrunkensten wissen immer am meisten und über alles und jeden Bescheid. Sie kennen sich aus in der Welt und wissen wie es läuft. Ihnen kann niemand etwas vormachen. Hier zählt der Stammtisch und nur eine Wahrheit.

    In manchen Fällen ist es deshalb sehr hilfreich, mit der Faust auf den Tisch zu hauen, um die Trunkenbolde zur Raison zu bringen.

    Wirklich diskutieren kann will keiner von denen.

    Immer noch besser als wenn alle anderen Gäste nur genervt mit den Augen rollend wegschauen und sich trotzdem nicht äußern, weil die Betrunkensten scheinbar auch immer die stärksten sind. Nur wenn keiner etwas macht, müssen eben auch alle deren Tiraden ertragen.

  19. 19
    sb

    1. Bau dich breitbeinig vor ihm auf.
    2. Blicke ihm ohne zu blinzeln direkt in die Augen.
    3. Fasse seinen Kopf zwischen beide Hände und gib ihm einen Kuss auf den Mund.

    Ich wette, dann lässt er dich künftig in Ruhe.
    (Vorsichtshalber vielleicht vorher die Rechnung bezahlen und einen Standort einnehmen, von dem aus du den Ausgang erreichen kannst, ohne nochmal an ihm vorbei zu müssen.)

  20. 20

    IP des Pöblers herausfinden und diese dann in der .htaccess Deny-en.

  21. 21

    @Peter Turi 8:

    Du hast die zweite Hälfte dieses Satzes vergessen hinzuschreiben, welche lauten müsste:

    …aber es gelingt mir nicht.

  22. 22

    Erstmal mit der betreffenden Person vor die Tür gehen und dann … – mal gucken, was passiert.

  23. 23
    verweigert

    Die Deutschen in ihrer Gesamtheit mit den voranschreitenden linksalternativen Meinungsführern haben sich jedenfalls entschieden, die Kneipe zu verlassen.Daß ihre Kneipe geschlossen wird, wenn sich erst genügend Islamisten mit aggressiven Verhaltensweisen darin aufhalten, darüber will man in der Riemannstraße nicht nachdenken.Peace in our time, sozusagen.

  24. 24

    @ verweigert: Sei froh darüber, denn du, der eher den Pöblern als den Angepöbelten zuzuordnen bist, würdest andernfalls regelmässig auf die Fresse kriegen…

  25. 25

    Uff…auf den letzten Kommentar zu antworten fällt mir schon ziemlich schwer. Schon witzig, das Ignoranten oftmals am schwersten zu ignorieren sind.

    Pöblern bin ich bisher nur selten begegnet. Die Nuancen dazwischen hab ich jedoch schon mehrmals erlebt. Ich für meinen Teil versuche, mein dickes Fell enger zu ziehen, stelle mir vor, wie sehr mein Gegenüber wohl gelitten haben muss, um zu dem zu werden, was er ist und versuche seine Motive zu analysieren. Lässt er mir dazu keine Zeit oder steht diese Option nicht zur Wahl, werde ich schlicht und einfach laut. Gegen meine Stimme, mit maximaler Bandbreite und Lautstärke kommt nicht viel an.

  26. 26

    mmh, versteh ich die ironie in diesem und in dem beitrag: „grundsätzliches“ nicht.
    oder traut sich keiner es auszusprechen. oder warum wird nicht klar reagiert?
    die diskussion laeuft ja nun schon ein paar tage und nicht nur ihr (spreeblcik) seit in die kritik geraten… oder verstehe ich hier nur bahnhof?

    p.s. ich habe gerade bilder von meinem freiheitsredner.de seminar zu flickr hochgeladen

  27. 27
    schreibvieh

    Naja, kommt drauf an, ob Du noch etwas zu sagen hast, Malte, was Du bisher noch nicht gesagt hast. Solche Pöbler wollen sich gar nicht unterhalten, sondern es geht ums Pöbeln an sich. Die Antworten interessieren den Pöbler eher weniger, er will seinen Punkt machen und zwar laut. Also: Wenn Du den Pöblern nix (mehr) zu sagen hast: Schweigen und einfach garnicht ignorieren.

    Aber etwas anderes ist es, wenn von Deinen Kumpels, mit denen Du Dich gerade in der Kneipe unterhalten hast, wenn einer von denen den Pöbler hört und sagt: Ist natürlich ein Pöbler, seine Art ist Scheisse und so – aber: ich finde auch, er hat Recht. Dann, Malte, solltest Du den Pöbler immer noch ignorieren, aber nicht Deinen Kumpel.

  28. 28

    natürlich ist es schlauer seiner wege zu gehen – oma hat schon gesagt: der klügere gibt nach.

    nicht schlau aber auch eine variante: hingehen, dänemann (kopfnuß) geben, noch dreimal reintreten und dann weiterfeiern…

    egal wie man es macht – die welt wird eh von schreihälsen regiert… ;)

  29. 29
    Peter H aus B

    Wenn es zu heftig wird, drohe ich mit „meinen Anwälten“.
    Das reicht meistens… immerhin musste ich mich noch nie in meinem Leben prügeln,
    Obwohl ich ein paar mal sehr nahe dran war, eins auf die Rübe zu bekommen.
    Aber „meine Anwälte“ helfen immer. Sieg der Vernunft.

  30. 30

    @ Peter H aus B

    Eine echt fiese Tour. Selbst ein Baseballschläger erscheint humaner :)

  31. 31
    ber

    Irgendwas mit Erdbeeren bestellen und …

  32. 32
    lana

    eine alternativfrage, so originell wie vor dem musterungsausschuss der bundeswehr. auch hier geht es nicht um die sache, sondern um polemik. der arsch sitzt vor dem laptop/hinter dem benz-lenkrad/im chinapanzer und braucht ein paar gute gründe, sich gut fühlen zu können – trotz alledem, trotz [DIE VERWENDUNG DES URSPRUENGLICHEN NAMENS DES UNTERNEHMENS WURDE UNS UNTERSAGT], trotz pseudokritik. der kaiser ist nicht bloß nackt, er hat auch noch gefurzt. schlimm ist das nicht, es stinkt aber trotzdem.

  33. 33

    @ bosch: Da isses immer gut, man hat was zu rauchen dabei. *hust*

  34. 34
    PiPi

    Die beste Möglichkeit einer Konfrontation aus dem Wege zu gehen, besteht darin, sich Dumm zu stellen. Angenommen das Agressive Gegenüber besitzt einen -in der akuten Situation- sicherlich schwierig ein zu schätzendenden IQ von sagen wir mal unter 90, muss man mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln den Kontrahenden davon überzeugen selbst weitaus blöder zu sein (>90). Hilfreich sind auch ‚Epileptische Anfälle‘ vor zu täuschen.

    ;-)

  35. 35
    Acid

    45er rausholen, durchladen, Headshot!
    Oder geht’s hier etwa um Real Life?

  36. 36
    Maltefan

    @schreibvieh (27)
    Sehr schön gesagt. Ich wollte auch sowas scheiben, konnte es aber nicht so schön ausdrücken.

  37. 37
    fredge

    PiPi, check‘ mal deine Rechtschreibung, bevor du hier grobe Verallgemeinerungen über den IQ von pöbelnden Artgenossen vom Stapel lässt.

    Danke.

  38. 38

    @winfried aus C.:
    ich schlag keine intellos. bei denen reicht’s doch, wenn man ein verbal ein bisschen obszön und argumentativ zusammenhangslos wird:
    das macht denen angst.
    das finde ich total lustig!

  39. 39
    goerres

    -sei ehrlich und transparent
    -rede mit ihm
    -ignoriere ihn, wenn er dich belügt
    -versuche ihn zu verstehen, wenn er auch mit dir redet
    -kommt zu einem konsens oder geht euer wege

    die beste lösung jedoch ist es den alkohol zu meiden, dann erspart man sich auch recht befremdliche besuche und kann sich mit normalen leuten unterhalten. denn diese findet man nicht in der kneipe.

  40. 40

    Hihi, lustige Frage… Öhm, ich glaube das schlimmste was du diesen „netten Gesellen“ *hust* antun kannst, ist sie zu ignorieren. Einfach „weghören“… ;)

  41. 41
    Robert

    Malte, hast du jemandem eine verpasst und beschäftigst dich nun mit der Schuld, die du in dir fühlst?

  42. 42

    Wenn Ihr keine Lust mehr auf Yahoo habt, haut es raus. Wenn Euch die Kohle wichtiger ist, lasst es drin und lebt mit den Hinweisen auf Eure früheren Einlassungen, die was anderes sagten. Wenn Ihr das wiederum nicht packt und dennoch Geld von Yahoo wollt, erlebt Ihr die Schattenseite der Professionalisierung.

    Eure Aussagen, Eure Werbung, Euer Problem, Eure Lösung. Es gibt Dinge, die ein Mann selbst tun muss. Entweder, oder. Alles andere, Verklausulieren, Relativieren, Augenzwinkern bringt Euch nicht weiter. Weil Ihr nicht irgendeine drittklassige Abzockersite im Kieler Hafenschlamm seid, sondern Spreeblick. Und Ignorieren ist etwas, das der Blogbar seit ihrem Bestehen dauernd massivst angedroht wird,mit dem aktuell sichtbaren, durchschlagenden Erfolg. Wer liest schon die Blogbar?

  43. 43
    marianfux

    Ich hab bewusst die vorherigen posts überlesen! Malte ist immer weniger für mich ernstzunehmen. Wo bleibt der Journalismus, den ihr den Printmedien abnehmen wollt?

  44. 44
    Robert

    Oh, es geht also wirklich noch um das breitgetretene, weltfremde Thema.
    Dabei war ich so voller Hoffnung!

  45. 45

    Aha, mit so einem Blödsinn verbringen Sie also Ihre Zeit.

  46. 46
    PiPi

    Die beste Möglichkeit einer Konfrontation aus dem Wege zu gehen, besteht darin, sich Dumm zu stellen. Angenommen das Agressive Gegenüber besitzt einen -in der akuten Situation- sicherlich schwierig ein zu schätzendenden IQ von sagen wir mal unter 90, muss man mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln den Kontrahenden davon überzeugen selbst weitaus blöder zu sein (>90). Hilfreich sind auch „˜Epileptische Anfälle“™ vor zu täuschen.

    ;-)
    PiP

    PiPi, check“™ mal deine Rechtschreibung, bevor du hier grobe Verallgemeinerungen über den IQ von pöbelnden Artgenossen vom Stapel lässt.

    Danke.
    fredge
    Bitte, gern geschehen.

  47. 47
    ajku

    Jetzt bleibt wohl nur noch Kohl’sches Aussitzen.

    Nachdem das verschwurbelte Johannesevangelium die Gläubigen eher etwas irritiert hat, wirft sich jetzt auch der edle und fruchtlose Ritter des Malteserordens in die Bresche und versucht mit dem Gleichnis des Barmherzigen Zechbruders die Schäfchen zusammenzuhalten bzw. ins Trockene zu bringen.

  48. 48

    den tüp an die regierung verraten und hoffen, dass die was unternehmen.

    „zero trollerance“ scheint aber das allheilmittel zu sein.

  49. 49

    @schreibvieh: danke, toller Kommentar. Ist als Folge dann nicht auch ratsam, erstmal auf den Kumpel zu hören, das (am besten mit ihm gemeinsam) zu verarbeiten – statt 1-zu-1 die Forderungen des Pöblers zu befolgen?

    (Echt schönes Bild, das mit dem Kumpel – trennt das „was“ und „wie“ der Diskussion meiner Ansicht nach fantastisch)

  50. 50

    Mal so und mal so. Man sollte immer seinem Instinkt folgen. Für das Selbstwertgefühl kann es durchaus gut, sein, so jemandem auf die Fresse zu hauen. Und wenn man sich mal nicht so fühlt, sollte man klein bei geben. Wenn in so einer Situation Zweifel aufkommen, dann ist man nicht sich selbst. Dann wünscht man nur, man wäre der Mensch , den mein sein wollte. Befreie dich selbst – schlag zu. Du darfst dir von niemanden das Brot unter der Butter wegziehen lassen. Dem Wichser müssen einfach die Grenzen aufgezeigt werden. Manchmal bist du aber faul und das ist auch gut so. Er ist es nicht wert. Du verschwendest nur deine Zeit. Denn einfach auf die Fresse ist es manchmal auch nicht. Dann machen die Passanten Stress, dann kommen die Bullen. Kannst die Nacht nicht richtig schlafen und das Sozialamt macht Stress. Oder der Txp ist zu groß, zu Maskulin, zu stark und du zu schwach, nicht brutal genug, nicht entschlossen genug. So bin ich. Es gibt immer jemanden der Stärker ist und die geilen dummen Schlammpen fickt. Und klar verdient der Weniger Geld. Aber auf der Straße ist er der King.

  51. 51
    Niclas

    Nur damit ihr’s wisst:

    Viele Tote bei Horror-Busunfall auf der Autobahn

    (SPON)

  52. 52
    sunny

    abmahnung? baby?

  53. 53
    fredge

    @PiPi: Na, dann bin ich ja schon still. ;-)

  54. 54
    vince

    Achselzucken, denn ihr seid nicht das eigentliche Ziel, sondern nur ins schrotartig breit gestreute Feuer einer Kneipenschlägerei geraten, die Alphonso gerne mit Sascha führen würde, die dieser ihm aber nicht zugesteht. Ist doch ganz einfach, beide sind gerade und aufrechte Typen, aber halt Antipoden.

    Für den einen wirkt der andere, in seinem ständigen Drang, anzuprangern und bloßzustellen, wie der prototypische Blockwartsrentner, der von seiner virtuellen Fensterbank aus Falschparker fotografiert und täglich zwanzig Mal laut zeternd per Telefon bei der Polizei denunziert, im Gegenzug hält der sein Gegenüber für eine luftschwätzende Nullnummer, die für ein paar Euro auch die getragenen Unterhosen seiner Mutter an chinesische Hersteller gefälschter japanischer Gebrauchtschlüpferautomaten verkaufen würde.

    Dabei haben beide in ihrer Welt natürlich die besten Motive für ihr Handeln. Fakt ist, und hier beginnt die Disclaimerei: Ich lese Don Alphonso seit Jahren und ich bin mir absolut sicher, dass es ihm – anders als seinen Adepten, bei denen sich die Diskussionskultur darauf beschränkt, Kommentatoren, denen sie nichts entgegezusetzen haben, ein Taschentuch und ausschließlich ein Taschentuch anzubieten – nicht primär darauf ankommt, Klicks zu generieren, sondern, dass er seine Polemik ernsthaft dazu einsetzen will, Zustände zu verbessern und Missstände anzusprechen. Sascha kenne ich seit ein paar Jahren persönlich und deshalb weiß ich, dass er nichts lieber macht, als Menschen zu helfen, die ihm nahestehen. Im Ernst, ich kenne niemanden, der völlig uneigennützig mehr Leuten zu guten Stellen verholfen hat, als Sascha, deshalb weiß ich auch, dass sein erster Impuls bei der Akquise ist, Umsatz zu generieren, damit seine Leute Geld verdienen.
    Natürlich ist er dabei diesmal über das Ziel hinausgeschossen, aber moralisch eben auch nicht weiter, als diejenigen, die jetzt – die vermeintliche Stärke eines fackeltragenden Mobs neben sich wähnend – das Monster durch das Dorf treiben und dabei alles in Sippenhaft nehmen, was ihnen nicht in ihr moralisches Weltbild passt (wie z.B. auch die [DIE VERWENDUNG DES URSPRUENGLICHEN NAMENS DES UNTERNEHMENS WURDE UNS UNTERSAGT]-Blogs, die die Yahoo-Werbung eben nicht geschaltet haben).

  55. 55

    sohho vince, du kannst dir vorstellen, was sich jetzt „junge“ blogger wünschen – bitte – und wenn das niemand machen sollte – dann mach ich das.

    dann werde ich alleine sascha und don interviewen – ihr seid sowieso alle zu schlau und zu ALT dafür.

    danke.

  56. 56
    matze

    @spreeblick

    Fakt ist doch: Yahoo verpfeift Dissidenten in China. Leute, die also ihre Meinungsfreiheit wollen.
    Hier, in Deutschland, profitiert Yahoo von der Meinungsfreiheit, z.B. durch Werbung in Euren Blogs, in China davon, dass sie es nicht gibt – die Meinungsfreiheit.

    Klar nutzen Reporter ohne Grenzen Windows-Rechner, wir atmen sogar alle Sauerstoff, wie Hitler, Stalin, Mao.

    Der entscheidende Punkt ist doch: Ihr macht Werbung für Yahoo.
    Wenn ihr Yahoo nutzt oder flickr ist das eine andere Sache, aber ihr wollt Mit Menschen FÜR Yahoo gewinnen.

    P.S. Anstatt zu verklausulieren, wäre es schon besser, offen zu sagen, wer pöbelt.
    Ross und Reiter nennen!

    Ansonsten les‘ ich immer gerne Malte.

  57. 57
    lana

    wie ging nochmal das brechtsche lied von der großen kapitulation? ach ja:

    wart paar jahr! / und du marschierst / in der kapell / im gleichschritt langsam oder schnell / und bläsest deinen kleinen ton – jetzt kommt er schon!

    vor 13 monaten schrieb ich hier:

    Vielleicht wäre eine offene Kommerzialisierung dieses Blogs gar nicht verkehrt, da konsequent und ehrlich. Immerhin dient es ja heute schon als Werbeplattform für die Verlagsprodukte und bindet Leser ans Merchandising. Und wo lässt sich mit Jammern über Produktionsbedingungen schon Geld verdienen? Hier funktioniert“™s, bei LIDL an der Kasse nicht.
    Kostenfreier Zugang zu Informationen war mal ein Vorzug des Dienstes www. Ich sag nur: Animal Farm, die Scheunenwand und die Schweine.

    gestern waren wir hip, heute verdienen wir mit yahoo, morgen schreiben wir uns die welt zurecht.

  58. 58

    Malte, falls du noch in der Kneipe sitzt: Solln‘ meine Kumpels und ich vorbeikommen und dir helfen?

  59. 59

    @vince:

    Respekt! Das ist der beste Kommentar, den ich bisher von Dir gelesen habe.

    Eines würde ich trotzdem noch gern hinzufügen: Meinen Beobachtungen zufolge ist Johnny ein Charakterzug des Don Alphonso nicht in seiner ganzen Tragweite bewusst gewesen (andernfalls hätte er seine Reaktion auf diesen [DIE VERWENDUNG DES URSPRUENGLICHEN NAMENS DES UNTERNEHMENS WURDE UNS UNTERSAGT]-Yahoo-Deal verausahnen müssen): Don vertritt seine Wertvorstellungen knallhart und konsequent – d.h. auch weitgehend unabhängig von persönlichen Sympathien (was in der Ausprägung selten ist). Ab einem gewissen Punkt können sich die sogar nachteilig für den Inhaber auswirken, weil sich da im Don Zorn und persönliche Enttäuschung paaren – eine wirklich zerstörerische Mischung. Ich denke, Johnny kannte zwar Dons Feuer (und war in der Vergangenheit vermutlich sogar einige Male davon fasziniert), aber ihm war nicht klar, dass es auch ihn verbrennen kann.

    P.S.: Ich hab‘ mich hier jetzt übrigens mit Dir zusammen in die Nesseln gesetzt, denn nach meinen Erfahrungen HASSEN es die meisten Männer, analysiert zu werden ;o).

  60. 60
    Malte

    Als ich Johnny das letzte Mal gesehen habe, hatte er keine Brandblasen. Und jetzt bitte wieder b2t.

  61. 61

    Okay Malte, nu‘ sollst Du von mir auch noch ’ne unverfängliche Antwort auf Deine Frage kriegen: Meiner Meinung nach wird die Welt nicht von Schrei(b)ern sondern immer noch vom Geld regiert. Also schmeiß‘ erst mal ’ne Lokalrunde oder zwei. Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass Du danach die Mehrheit des Kneipenpublikums und den Wirt auf Deiner Seite hast ;o).

  62. 62

    Das hängt doch schlicht und einfach von der Stadt ab:

    Berlin: Auf jeden Fall zurückpöbeln und schlimmste Verletzungen androhen. Sonst geben die nie auf. Ich habe es mal in einer U-Bahn mit ignorieren versucht, keine Chance.

    Ruhrgebiet: Bier ausgeben. Wenn selbst das nicht hilft: weggehen.

    München: Präventiv zurückschlagen und dann ein Bier ausgeben

    Hamburg: Häh? Hamburger pöbeln doch gar nicht

  63. 63
    Martin

    Also es ist höchst ratsam sich mehr als nur ZWEI Optionen für den Umgang mit besoffenen pöbelnden Polemikern auszudenken. Es kann helfen ihm eine Rutsche mit Wiederhaken am Ende zu bauen. Es kann helfen sich mit seinen Hintermännern zu unterhalten denn so ein Pöbler ohne Hintermänner ist … ja was ist er eigentlich? Man kann auf Absurditäten immer noch absurdere Meinungen draufsetzen.
    Das A & O bei all diesem ist es aber sich nicht über den Pöbler stellt. Das fällt vielen Leuten sehr schwer, weil sie sich irgendwo für irgendwie besser halten. Sie vergessen das jeder Mensch einen wie auch immer gearteten Kern hat den man als göttlich bezeichnen kann. Man hat nur aufgrund seines Egos die Möglichkeit so oberflächlich zu sein sich über andere Menschen zu stellen.

  64. 64
    Maltefan

    Malte:
    Hmpf, was heisst da b2t, Du sagst ja nicht mal offen, was das topic ist. Wenn’s um Kritik an der Yahoo-Werbung geht, muss ich sagen, dass ich die, die ich bisher gelesen habe, nicht als Gepöbel empfinde. Und Johnnys Rumgeeire um China und das Internet fand ich eher scheisse. So.

    Meine persönliche Meinung zu dem Thema, falls sie jemanden interessiert: Ich lese spreeblick nicht, weil sich da ein paar Bessermenschen versammelt haben oder weil ich mir da einen besseren Journalismus erhoffe, sondern weil mir Maltes Schreibe, die ich irgendwo zwischen Max Goldt und Augusten Borroughs ansiedeln würde, extrem gut gefällt. Ich persönlich würde sogar was dafür zahlen, sie lesen zu dürfen. Wenn sie jetzt von Yahoo bezahlt wird — naja, ich seh die Webung eh nicht (Adblock).

    Wie Ihr mit Kritik umgehen wollt, müßt Ihr schon selber wissen. Das hängt vor allem davon ab, wie Ihr Euch wahrnehmt. Wenn Ihr es selber scheiße findet, für einen Laden wie Yahoo zu werben, aber halt nicht nachgedacht habt .. ja meine Güte, dann sagt man halt, man hat einen Fehler gemacht und man wird in Zukunft besser aufpassen. Wenn Ihr es völlig ok findet, für Yahoo zu werben — dann steht doch dazu. Aber Johnnys Rumgeeire war nun wirklich nichts, was man Ernst nehmen kann.

    My 2cts

  65. 65

    Maltefan, das ist auch mein Problem mit ‚b2t‘. Ich bin mir auch nicht sicher, was das eigentliche Topic hier ist. Geht es hier wirklich um Kneipenpöbler oder ist das ganze als Metapher/Gleichnis für etwas anderes gedacht?

  66. 66

    Der Klügere gibt so lange nach bis er der Dumme ist.

    Idioten soll man keinen Meter Boden preis geben !! Sag´ich mal so.

  67. 67

    @ My 2cts dein kommentar ist der 64, aber der erste der es so konkret an- ausspricht!

    @ signalpirat die frage hab ich schon mal in kommentar 26 gestellt ,-)

    meine guete…. warum hat sich denn von spreeblick hier noch keiner geaeussert, oder wird da gerade ein seperater artikel im gremium produziert, oder kenn ich einfach nicht alle spreeblick-autoren (is sicher so)

    also: antwortet bitte!

  68. 68

    Hamburg: Häh? Hamburger pöbeln doch gar nicht

    Nett ,)

  69. 69

    Idioten soll man keinen Meter Boden preis geben !! Sag´ich mal so.

    Ach, man kann seine Zeit auch sinnvoller verwenden.

  70. 70
  71. 71
    Frank

    Dachte das Wort pöbeln gibt`s garnicht mehr, weil`s doch den Pöbel als solchen auch kaum mehr gibt. Wie nennt der sich denn jetzt?

  72. 72
    Hans-Werner

    Komisch, hat hier noch gar keiner geschrieben, die alte Faustregel:
    Diskutiere nie mit Ignoranten, erst ziehen sie dich auf Ihr Niveau, dann schlagen sie dich mit Erfahrung.
    Diskutiert man mit Leuten, die mehr auf dem Kasten haben, kann man es ja immer noch mit Eristischer Dialektik, insbesondere den von Schopenhauer erarbeiteten Kunstgriffen, versuchen. Umgekehrt ist Kenntnis derselben auch nicht ganz verkehrt, um gerade noch rechtzeitig festzustellen, dass man gerade die o.g. Grundregel verletzt. Religiöse Fanatiker fallen auch unter o.g. Regel und sind mit etwas Wissenschaftstheorie schnell auszumachen.

  73. 73

    Wäre es vielleicht mchbar, dass über mich Mutmassungen nur von Leuten angestellt werden, die mich auch wirklich kennen? Ich habe stets offen kommuniziert, für was ich stehe, ich habe kein Problem mit Johnny und gewisse Vorwürfe, die ich da über mich lese (auch im neuen Artikel) lassen mich kopfschüttelnd zurück.

    Es ist doch so: da ist ein Haken und ein Köder. Ihr schluckt den Köder des geldes und habt den haken der Werbung drin und windet Euch aufgruind der äusseren Zustände, auf die ich hinweise. Und ihr könnt von dem Auftrag nicht zurücktreten. Und genauso bescheuert wie Grimme Online wackelt Ihr jetzt rum. Statt in etwa zu sagen:

    1. Yahoo ist Scheisse
    2. Es war blöd, die anzunehmen
    3. In zwei Wochen haben wir das Kontingent erfüllt, vorher können wir nicht kündigen
    4. Wir tun es nicht nochmal und passen besser auf.

    All die Lügen, es ginge um die fundamentale Frage nach der Erlaubnis von Werbung, könnt Ihr Euch bitte sparen: Kein Mensch hat was gegen die gesellschafter-Werbung gesagt. Yahoo ist Euch ins gesicht explodiert, das ist halt das Risiko mit solchen Kunden. Ansonsten habt Ihr mit Eurer Kulturrethorik Erwartungen geschürt, an denen Ihr mit dem depperlbanner von Yahoo gemessen werdet – und Eure Leser sind nicht alle doof, ausser vielleicht den lemmingen.

    Das ist alles.

  74. 74

    Wäre es vielleicht mchbar, dass über mich Mutmassungen nur von Leuten angestellt werden, die mich auch wirklich kennen?

    Machbar wäre das vielleicht. Aber verlangen kann Don Alphonso das imo genausowenig wie Johnny Hauesler. Wer öffentlich auftritt, hinterlässt persönliche Eindrücke. Und diese Eindrücke werden eben manchmal wiedergegeben. Solange das nicht in persönliche Beleidigungen oder Anfeindungen ausartet, finde ich persönlich daran nichts Verwerfliches. Mitunter kann es m.E. sogar helfen, eine Situation oder eine Entwicklung zu beurteilen, wenn man versucht, neben den nackten Fakten, auch die individuellen Befindlichkeiten der beteiligten Personen einzuschätzen und zu berücksichtigen. Denn es ‚menschelt‘ ja schließlich immer und überall, gelle ;o)? Also warum sollte man den Faktor Mensch speziell bei Diskussionen, an denen Du direkt oder indirekt beteiligt bist, verschweigen? Und mindestens einen Vorteil hat die offene Aussprache persönlicher Eindrücke doch auch für Dich – Du hast die Gelegenheit, Eindrücke geradezurücken, wenn Du Dich fehlinterpretiert fühlst.

    Davon abgesehen hab‘ ich mich gerade gefragt, wer hier keine Mutmaßungen über sich lesen will – die Kunstfigur ‚Don Alphonso‘ oder der Mensch dahinter?

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