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Oh Gravenreuth, mein Gravenreuth

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Sucht man bei Wikipedia den Namen „žGravenreuth“, dann lautet die erste Zeile:

Die Familie von Gravenreuth ist ein ursprünglich fränkisches Adelsgeschlecht.

Nun halte ich vom Adel eher nichts. Natürlich ein Vorurteil, allerdings im Falle von Günther Freiherr von Gravenreuth unter Umständen nicht ganz unangebracht. Denn über den steht in der Wikipedia (unter der Überschrift „žAbmahnanwalt“):

Freiherr von Gravenreuth stellt für viele seiner Kritiker die Personifikation des geld- und publicitygierigen Abmahnanwaltes dar.

Ich kenne Herrn Gravenreuth zwar nicht persönlich, dafür aber schon etwas länger.

1989 war ich fünfzehn, hormonmäßig überlastet und computertechnisch ziemlich nerdig. Ich pixelte damals Logos für die Nummer Eins in Deutschland. Genesis Project, regelmäßig im Clinch mit anderen Crackertruppen wie Fairlight, Legend oder Ikari.

Ich war da nicht wirklich lange dabei, aber am Ende standen fünf riesige Kartons, bis an den Rand gefüllt mit schwarzen Plastikscheiben – natürlich beidseitig gelocht, for those who know – voller Spiele, die ich nichtmal angetestet hatte. Und schon damals gab es einen Anwalt, der kam sogar auf Copyparties nach Venlo, um sich die Bagage mal anzuschauen, die er hier und da verknackte.

Und seit heute glaube ich an Gott:

Der taz-Anwalt Jony Eisenberg stellte Strafanzeige wegen versuchten Betruges: Gravenreuth habe dem Vollstreckungsgericht gegenüber behauptet, dass das Geld noch nicht gezahlt worden sei. Diese Behauptung konnte jedoch widerlegt werden. So fanden die Ermittler bei einer Durchsuchung der Kanzlei Gravenreuths ein Fax, dessen Kenntnis der Anwalt bestritten hatte. Vor Gericht versuchte sich Gravenreuth mit dem „Chaos“ in seinem Büro und mangelnder Rechtskenntnis zu entschuldigen.

Bei der Richterin kam diese Begründung freilich nicht gut an. Sie verurteilte den Anwalt zu einer Haftstrafe ohne Bewährung. Dabei würdigte sie die Tatsache, dass Gravenreuth bereits im Jahr 2000 wegen Urkundenfälschung in 60 Fällen verurteilt wurde. In der Verhandlung betonte die Richterin laut taz, dass die Allgemeinheit vor Gravenreuth geschützt werden müsse.

So ist das eben mit dem Schein und dem Adel.

37 Kommentare

  1. 01
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  2. 02

    amen!

    ist anwaltsvolk unter euch, könnt die bärte ruhig abnehmen, 6 monate
    ohne bewährung damit ist die zulassung doch weg oder?

    so und jetzt geh ich nach meinem kesselchen schauen hab nämlich frische, häme angesetzt, man muß auch gönnen können und wenigen gönne ich es so wie diesem.

  3. 03

    fastix: Ich brauche Verleumdungen und ausufernde Beleidigungen inkl. Freude über evtl. Selbstmorde ebenso wenig wie Abmahnwahn-Anwälte. Sorry, aber das geht nicht. Man muss sich nicht genauso benehmen wie die, finde ich.

  4. 04

    @ Jörg: Deine Wortwahl garniert mit Tatsachenbehauptungen ließen mir keine andere Wahl, als Deinen Kommentar zu editieren. Sosehr ich auch kein Freund von einem Abmahnanwalt bin, so gehts nicht.

  5. 05
    ajo

    Glückwunsch taz, dass ihr das hinbekommen habt! Wenn er jetzt noch seine Zulassung verliert, wäre das natürlich noch das Sahnehäubchen.

  6. 06

    Ok, ich glaube jetzt zwar nicht an Gott, aber an soetwas ähnliches wie Gerechtigkeit.

  7. 07

    Jetzt wollen wir mal hoffen, daß der Berufungsrichter an den sechs Monaten Knast festhält und die Strafe nicht zur Bewährung aussetzt.

  8. 08

    Nicht alles, was man im Internetz so liest, ist schlecht ;-))))))))

  9. 09
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  10. 10

    Es scheint ja nicht das einzige Problem des Herrn Gravenreuth zu sein, wie nicht nur die taz, sondern auch heise berichtet. Allerdings wird abzuwarten sein, ob die Urteile in der nächsten Instanz bestätigt werden.

  11. 11

    @fastix: Es wird auch nicht besser, wenn mans zweimal hinschreibt!

  12. 12
    Uwe

    es gibt es eben nicht. Das perfekte Verbrechen.

  13. 13
    niccolo

    Auf rotglut.org weist Jörg Reinholz darauf hin, dass sich jemand seines Namens bedient um ihn so zu verunglimpfen.

    Bei der Qualität der hier geposteten Beiträge scheint mir das nicht unwahrscheinlich…Wäre wohl einfach etwas billig.

  14. 14
    Egal

    Der Anwalt ist gut, ich war Mandant von ihm. Ok, sollte das, was ihm vorgeworfen wird, wahr sein, ist das nicht ok. Dennoch ist er ein guter Anwalt und er hat z.B. Spammern zurecht das Leben zur Hölle gemacht – nur einer seiner Verdienste für das Netz.

  15. 15

    @ Niccolo: Dankesehr. Damit lösch ich die Dinger ganz.

  16. 16
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  17. 17

    Schön!

    btw: i know *fg

  18. 18
    AAA

    wenn nur gott noch leben würde um sich das anzusehen *schnief*
    zu feier des tages gibs jetzt für mich ein kaffee nach 18 Uhr, yippie

  19. 19

    Was muss man eigentlich machen um eine Domain zu pfänden? An wen wendet man sich denn da so, als „Anwalt“?

    btw:

    Die Zahlung der taz sei für ihn aufgrund der Bezeichnung „RNR.15O436/0623.05.2006“ ein unklarer Zahlungseingang mit unklarer Leistungsbestimmung gewesen.

    LOL – mit der Buchhaltung hat es der Herr Anwalt dann wohl nicht so, wenn er eine eindeutige, von Ihm vergebene Rechnungsnummer, nicht mehr zuordnen kann. Und dann auch noch die Schuld auf die taz schieben *Kopf gegen die Wand hau*

  20. 20
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    [edit].

  21. 21
  22. 22
    jo

    niccolo: Niveauunterschiede bei ineinander verbissenen Kontrahenten zu differenzieren, macht ab einem gewissen Eskalationslevel keinen Sinn mehr. Dieser Level ist bei eigentlich allen Themen, die sich mittelbar und unmittelbar mit GvG und seinem Lebenswerk beschäftigen, schon lange überschritten.

  23. 23
    jo

    Ok, zur Auflockerung: „Günni wie gehts?“ – „Kann nicht klagen!“ (vorhin im IRC geklaut)

  24. 24
    Wolfgang

    @jo
    Ich glaube die Begriffe „Lebenswerk“ und „GvG“ passen nicht wirklich zusammen…

  25. 25

    Ich gehe mal davon aus, dass die gelöschten Kommntare zu diesem Artikel von einem Autor namens fastix stammen. Ich hatte offensichtlich den gleichen Text in meinem Blog und ebenso gelöscht. Ein Blick auf die Page von fastix aka Jörg Reinholz (rotglut.org) zeigt aber, daß er nicht der wirkliche Autor der Schmähzeilen ist. Ein Abgleich der IP des fragwürdigen Kommentars mit den sonstigen IPs seiner Kommetare bestätigt dies. Bitte macht Euch selbst ein Bild: http://rotglut.org/nachrichten.php

  26. 26

    Was macht denn dann eigentlich der Syndikus währenddessen? ;-)

  27. 27

    Ich glaube nicht das er wirklich hinter Gittern muss, er wird sich schon etwas einfallen lassen. Bestimmt ist er krank oder sowas.
    Aber das Gericht hat wirklich wahre Worte gesprochen, das macht das Leben wieder lebenswert.

    Igor

  28. 28
    martin_

    >> 13820 Kommentare hat dieser Heise-Artikel

    welcher kommentierbare Artikel im Internet hat mehr ?

  29. 29
    heiseleser

    14079 Beiträge um 0:31, um die Zeit noch ungefähr 5-10 Beiträge pro Viertelstunde. Zum bisherigen Verlauf: http://public.dkriesel.com/guennidiagramm.gif Das Forum ist immer noch nicht geschlossen, allerdings hat die Moderation dazu aufgefordert, zum Ende zu kommen. Nach 2 Tagen, so sollte man denken, haben alle die es wollen sich dort bemerkbar gemacht. Irrtum, es gibt viel mehr. Kommentar kann man das in vielen Fällen nicht nennen. Es ist einfach das Bedürfnis anderen mitzuteilen, dass man so denkt und fühlt wie diese. Gravenreuth hat lange für diese Art Zuspruch gearbeitet. Es wird ihm egal sein, aber den Postern bei heise nicht.

  30. 30
    Günter

    Der fatix der nach Überzeugung des AG Kassel vorsätzlich eine falsche eidesstattliche Versicherung abgegeben hat?

    Der fastix der deswegen am 25.02.08 mal wieder strafrechtlich verurteilt wurde?

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