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Frontline: Growing up online

Zum ersten Mal stieß ich vor drei Jahren auf Frontline, die Online-Ausgabe einer US-amerikanischen Doku-Serie, die seit 25 Jahren auf PBS-Kanälen ausgestrahlt wird und auch online zu sehen ist.

Über den del.icio.us-Account von MOs n¦tropie stieß ich nun nach längerer Zeit wieder auf die Site und auf die Serie „Growing up online“, die sich nach umfangreicher Recherche um ein Stimmungsbild der Generation von amerikanischen Kindern und Jugendlichen bemüht, für die das Internet keine Neuheit, sondern eine Selbstverständlichkeit ist.

Es ist weniger die Machart der Dokumentation, die mich die letzte Stunde gekostet hat, denn mir ist das Ganze zu emotional und stark dramatisiert umgesetzt (ich hatte ob der Musik Sorge, das Militär würde jeden Moment einmarschieren) und auch inhaltlich hätte ich mir ein paar zusätzliche Gesichtspunkte gewünscht. Die Doku ist, ich bin mir des abgedroschenen Klischees bewusst, einfach sehr „amerikanisch“ gemacht. Doch vielleicht mussten TV-Filmemacher lernen, dass gesellschaftliche Themen ohne Drama und Suspense kein Publikum erreichen, ich weiß es nicht, doch ich bin lange genug drangeblieben.

Viel begeisterter war ich aber erneut von der Online-Umsetzung des Frontline-Angebots. Darüber, dass die Filme wenige Tage nach Erstausstrahlung online verfübar sind — und es bleiben. Darüber, dass ich nicht nur Zugriff auf das Transkript der Sendung habe, sondern zusätzlich Interviews mit den Beteiligten einsehen und Pressestimmen lesen kann. Über den Live-Chat mit den Produzenten. Über die Feedback- (Kommentar-) Sektion, in der die Redaktion tatsächlich auf Zuschauerstimmen reagiert. Über weiterführende Informationen und Links zum Thema. Über die Updates zu den in der Serie portraitierten oder interviewten Menschen. Kurz: über eine der umfangreichsten Online-Umsetzungen von TV-Dokumentationen, die mir bekannt sind.

Ein solches Angebot von unseren Öffentlich-Rechtlichen. Bitte.

7 Kommentare

  1. 01
  2. 02

    @Shaka_Schulz: Nichts gegen die Lindenstraße, wirklich nicht, aber ich dachte eher an gesellschaftlich etwas relevantere Dokumentationen „¦

  3. 03

    … war auch nicht hundert Prozent ernst gemeint.

    Allein aufgrund des Zenker-Blogs ist jegliche gesellschaftliche Relevanz völlig ausgeschlossen.

  4. 04

    Oh ja, ich finde die Aufbereitung der Sendung mit der Maus zum Beispiel auch sehr dürftig.

    Aber im Ernst: Es ist ja nicht nur die Aufbereitung, sondern es gehört offenbar zum Gesamtkonzept von Frontline („thought provoking journalism on air and online“). Sowas kann ich mir bei den Öffentlich-Rechtlichen gar nicht vorstellen.

  5. 05

    danke für den Tipp. werde ich mir mal in ner ruhigen Minute anschauen. Und die Öffis können sich halt bei sowas nciht so schnell durchringen. Bei dem riesen Brüokratie-Haufen wird das auch schwierig

  6. 06

    @Shaka_Schulz: Wobei man der Lindenstraße natürlich trotzdem ihre gesellschaftliche Relevanz nicht absprechen darf „¦

  7. 07

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