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Was wisst Ihr über Homosexualität?

Richtig oder falsch?

1. 10 bis 12 Prozent aller Männer sind schwul.
2. Schwule Männer haben im Durchschnitt größere, dickere Penisse.

3. Als Kinder zeigen die meisten schwulen Männer geschlechtsuntypische Verhaltensweisen – sie ziehen die Kleider der Schwester an oder spielen mit Puppen.
4. Im Allgemeinen sind schwule Männer schlechter bei kognitiven Fähigkeiten wie Kartenlesen, der räumlichen Orientierung, dem Wiederfinden verlorener Sachen und dem Packen von Koffern.
5. Lesbische Frauen schneiden bei räumlichen, sprachlichen und Navigationsaufgaben besser ab als heterosexuelle Frauen.
6. Männer mit den maskulinsten Stimmen sind in der Tendenz eher heterosexuell.
7. Schwule Männer haben häufig distanzierte Väter, was darauf hinweist, dass das Maß an Zuneigung in der Kindheit sexuelle Orientierung beeinflusst.
8. Je mehr ältere Brüder man hat, desto wahrscheinlicher ist man schwul.
9. Sexuelle Orientierung korreliert damit, ob man Links- oder Rechtshänder ist.
10. Das Verhältnis der Länge zwischen Zeige- und Ringfinger bestimmt die sexuelle Orientierung.

Ein verstörender Text, aber offensichtlich kein Bullshit.
Die Auflösung ist bei Psychologytoday.com zu finden (runterscrollen!) und gibt den aktuellen Stand der Forschung wieder.
Der dazugehörige Artikel ist auch lesenwert. Dort werden mögliche biologische Erklärungsansätze für „das Evolutionsmysterium Homosexualität“ gebracht.

The homosexuals‘ mothers and aunts had had between three and four times as many sexual partners. They seemed to really like having sex with men.

Camperio’s explanation for all this relies, like Rahman and Wilson’s hypothesis, on sexually antagonistic selection. Perhaps, he suggests, the mothers of some homosexuals have a „man-loving“ gene.

55 Kommentare

  1. 01

    > 9. Sexuelle Orientierung hängt damit zusammen, ob man Links- oder Rechtshänder ist.

    ahja, interessante erkenntnis. 39% neigen also mehr dazu, mit der linken hand zu agieren. ich gehöre dann nicht dazu. war mir aber auch vorher schon egal. ;o)

    bei der fingerfrage hätte ich gern gewusst, welcher länger sein muss. aber wenn ich meine so anschaue, dann weiß ich wohl schon die erklärung.

  2. 02
  3. 03

    Spätestens „…und dem Packen von Koffern“ entlarvt den Bullshit leider, Malte. ;)

    Die Gegenstudien zu 9 und 10 muss ich erst suchen, gibt’s aber. Und Punkt 2 kann nur auf freiwillige Eigencharakterisierungen von Gayromeo zurückzuführen sein.

  4. 04

    @diaet:
    also ich zb kann gar nicht koffer gut packen, meine ll schon. und rate mal, wer, um es in den worten von gerhard schroeder zu sagen „bei uns die hosen anhat“.
    eben. da kann was dran sein.

    und was die penisgrößen angeht: da weiß ich von nichts.
    such gern mal die gegenstudien!

  5. 05
    Cara

    Mich hätte interessiert, was genau der Spreeblick-Autor an diesem Text
    so bemerkenswert fand, daß es ihm ein Blogpost wert ist.
    Alte Klischees verstören mich nur, wenn man sie als neuesten Stand der Wissenschaft auftischt.
    Robert Kunzig?

  6. 06

    @diaet: das mit nr. 2 kann ich mir auch gut vorstellen.

  7. 07
    Marco

    Zusammenfassung: Laut Text machen die Frauen einen schwul, weil sie
    a) Softi-Gene lieben
    b) Ihren Söhnen ein Gen vererben, welches bei den Frauen dazu führt das sie mehr rumvögeln wollen, Männer aber auf Männer abfahren lässt.
    c) Antikörper gegen Y-Chromosome ausbilden.

    Waghalsige Überlegung: Macho-Gesellschaften scheinen die in a) und b) vorgenommene Selektion auszuschalten. Müsste sich dann nicht die Häufigkeit von Homosexualtät mit der Ausprägung bestimmter sozialer Strukturen korrelieren?

  8. 08

    @Cara:

    der text hat mit klischees überhaupt nichts zu tun, sondern bemüht sich um eine erklärung, wie es sein kann, dass homosexualität exisiert.
    und es ist eben – angesichts von umerziehungsbemühungen gerade christlicher organisationen – wichtig, darauf hinzuweisen, dass es für homosexualität eine biologische ursache gibt.

  9. 09

    @Marco:

    so macho kann eine gesellschaft gar nicht sein, dass dort nicht heimlich fremdgegangen wird. schau dir doch nur die ehe auf zeit im iran an.
    der sex findet einen weg.

  10. 10

    @Malte Welding: Inwiefern spielt es denn bitte eine Rolle, was die Ursache für irgendeine sexuelle Orientierung ist ?

  11. 11
    Jander

    Bitte doch nicht Korrelation mit Ursächlichkeit verwechseln! Hier lesen Akademiker mit – es wird peinlich.

  12. 12

    @erlehmann:

    zunächst ist es ganz einfach wissenschaftlich interessant, was ja auch zu beginn des artikels erläutert wird (abgesehen davon muss wissenschaft ja nun nicht rechtfertigen, warum sie etwas erforscht – alles ist von interesse).
    und dann habe ich es doch geschrieben: es ist damit eben erwiesen, dass kein fehlverhalten von eltern, dem homosexuellen oder sonstwem vorliegt – sondern natur. mag dir ja klar sein, gilt aber nicht für jeden.

  13. 13

    @Jander:

    die korrelation ist ein statistischer zusammenhang, kein kausaler

  14. 14

    ich wünsche mir, dass es eine rein biologische angelegenheit ist. und ich hoffe, dass die genfuscher nicht dermaßen herumexperimentieren und später quasi die entsprechenden gene manipulieren können (ich lehne grundsätzlich das herumfuhrwerken an genen ab).

    da bekomm ich immer so horrorvorstellungen a la „brave new world“.

    und wenn es eine rein biolog. komponente ist, müssten diese fanatischen christen eingestehen, dass ihr gott es ja so gewollt haben muss. es sei denn, sie ziehen wieder den teufel zu rate. religion kann manchmal so traurig sein.

    hm, beim koffer packen bin ich recht pragmatisch. und ich mag behaupten, dass dies für die mehrheit der männer gilt, egal ob schwul oder nicht. ausnahmen bestätigen die regel, sind aber mE nicht auf sexualität zurückzuführen. wie es bei den anderen kognitiven fähigkeiten aussieht, kann ich so gut nicht beurteilen.

    EDIT: hier lesen auch nicht-akademiker mit, also bitte nicht zu viele fachtermini, das erschwert den lesefluss. ;o)

  15. 15

    @Malte Welding: Ich weiß, dass Du die 10 Thesen nicht geschrieben hast, aber: „Als Kinder zeigen die meisten schwulen Männer geschlechtsuntypische Verhaltensweisen“ und „Schwule Männer haben häufig distanzierte Väter“ klingt sehr schön nach: „waren als Kind schon irgendwie weibisch“, „suchen nur nach Vaterfigur“ etc. pp. – dass Lesben besser navigieren können (bestimmt auch rückwärts einparken!) bildet da praktischerweise das Gegenklischee.

    Mehr schreibe ich aber erst, wenn ich alles gelesen habe, nicht nur die 10 -verzeihung- blödsinnigen Thesen/Fakten/Statistiken.

  16. 16

    @Malte Welding:

    es ist damit eben erwiesen, dass kein fehlverhalten von eltern, dem homosexuellen oder sonstwem vorliegt – sondern natur.

    aha; bedeutet das irgend etwas für irgend eine seriöse debatte ?
    (nein, leute mit imaginären freunden sind nicht seriös.)

  17. 17
    chefköchin

    mist, bin ich also doch lesbisch.

  18. 18

    @diaet: Eine der beiden von dir angesprochenen Thesen ist laut Auflösung schonmal falsch. Außerdem – bedeutet Klischee automatisch, dass es falsch ist :)?

    @erlehmann: Jo, bspw. wenn man sich mit religiösen Menschen seriös über das Thema unterhalten möchte. Oder den Leuten, die es schlicht als „widernatürlich“ bezeichnen und damit ihren Hass rechtfertigen.

  19. 19
    Martin

    zu Punkt 5.): Deshalb wird die Ansage in Bussen und Bahnen auch nur von lesbischen Frauen gesprochen.

  20. 20

    @laZee:

    erlehmann meint mit „leuten mit imaginären freunden“ religiöse menschen

  21. 21

    @chefköchin:

    wegen deiner ungewöhnlich zarten stimme?

  22. 22
    Marco

    @Malte Welding: Naja, Zahlen hat man ja nie für irgendwas. Aber faszinierend schon: Nimm mal c) Jede weitere Schwangerschaft mit einem Jungen erhöht die Chance, daß der Junge homosexuell wird. Unter diesem Aspekt erscheint die Ächtung von Abtreibung und die Forderung nach Jungfräulichkeit der Braut in bestimmten Gesellschaften ja in einem ganz neuen Licht: Nämlich als Maßnahme um die Geburt von Homosexuellen zu verhindern. Die ist natürlich nicht absichtlich getroffen worden, weil man diesen Umstand ja nicht kannte. Sie könnte aber im Gefolge einer irgendwie ablaufenden kulturellen Evolution entstanden sein – schon eine (aufgrund ihrer Regeln) geringfügig höhere Reproduktionsrate kann in kurzer Zeit eine Population dominieren lassen und andere verdrängen.

  23. 23
    rio

    kannte die Studie schon länger … um die These 2) aufzulösen: es stimmt! Und zwar liegt das am intrauterinen Testesteron-Spiegel, der bei Schwulen höher ist – diskutiert wird in diesem Zusammenhang auch die Brüder These (s.o.) – spezifischer, ob sich der Testeron-Spiegel intrauterin von SChwangerschaft zu Schwangerschaft erhöht.

    Der Testesteron Spiegel lässt sich an den Fingern ablesen, da die embryonale Fingeranlage vom selben Gen kodiert – wichtig ist hierbei die ring- & zeigefinger-länge von der innenseite zu betrachten – je länger der ring- im gegensatz zum zeigefinger, desto höher der embryonale/kindliche Testesteron-Spiegel…

    Auch 6) lässt sich durch den Testesteron Spiegel während der Wachstumsspiegel erklären, ebenso 4) und 5)

    natürliche gilt das nur für das statistische Mittel, 4) trifft nämlich auf mich nur bedingt zu, linkshänder & jüngerer Bruder aber schon, 2) lass ich jetzt mal offen… ;-)

  24. 24
    HarrisPilton

    11. „Das kann weh tun“.
    Gehört da nicht hin, würde aber passen.

  25. 25

    11) Schwule Männer zögern weniger lang wegen Hämorrhoiden einen Arzt aufzusuchen, da der Leidensdruck höher ist.

    Nur um mal ein persönliches Vorurteil beizusteuern.

  26. 26

    Alles, denn ich bin selber schwul. Hm, naja weiss ich ja doch nicht alles, aber sicher schon mehr als manch anderer hier! :)

    Grüße
    Sebastian

  27. 27

    Der Anstieg der globalen Temperatur korreliert übrigens mit der Anzahl der Piraten.

    In dem Artikel auf psychologytoday werden Studien mit 30 Versuchspersonen zur Begründung herangezogen. Wirkt auf mich nicht gerade sehr aussagekräftig.

  28. 28

    @laZee:

    Oder den Leuten, die es schlicht als „widernatürlich“ bezeichnen und damit ihren Hass rechtfertigen.

    Die hassen dann sicher auch Impfungen, Piercings, Prothesen, Verbrennungsmotoren und eine Menge weiterer Dinge – außer natürlich heterosexuellem Sex in der Missionarsstellung zum alleinigen Zwecke der Fortpflanzung.

  29. 29

    @Sebastian (Tanis): wie „Alles“? meinst du, dass alles richtig ist? dann liegst du falsch. lösung ist ja wie angesprochen im verlinkten text ganz unten zu finden.

  30. 30

    ich will das angeborensein der homosexualität nicht ausschließen, aber das werben um akzeptanz mit der begründung „angeboren“ halte ich für gefährlich oder zumindest unklug.

    was ist, wenn sich irgendwann ganz unzweifelhaft herausstellen sollte, homosexualität sei eben nicht angeboren? oder was ist, wenn im gegensatz zur homosexualität tatsächlich schlimme eigenschaften angeboren sind? irgendwie steht das auf wackligen füßen (und es wirkt auf mich eher albern, wenn man es mit so fünftklässlerfirlefanz wie fingerlänge zeigen will)

    das augenmerk sollte darauf liegen, dass homosexualität nichts schlimmes oder gar böses ist, der rest ist doch zweitrangig. (religiöse freaks werden sowieso alles anzweifeln was nicht ihrer wahrheit entspricht, drauf geschissen).

  31. 31

    Alle Thesen, die die sexuelle Orientierung mit irgendwelchen anderen Eigenschaften und Merkmalen verbinden, als die sexuelle Orientierung selbst, sind diskriminierend und rassistisch.

    Man kann erforschen, warum Homosexualität zustande kommt, aber sobald es darum geht, sie aufgrund von Vorteilen in der Gesellschaft abzuschaffen oder künstlich herbeizuführen, hört die Wissenschaft auf und es beginnt ein schmaler Grat zwischen Ideologie und Determinismus.

    Solange Menschen nicht frei zwischen ihrer sexuellen Orientierung wechseln können, werden sie immer für die eine oder andere diskriminiert. Es bringt also nichts, darüber zu debattieren, ob die Erforschung Sinn macht oder nicht. An sich lässt sich jede Wissenschaft auf diese Frage reduzieren, es hängt nur davon ab, von wie vielen eine Erforschung gefordert wird.

  32. 32
    joachim keller

    @Malte Welding: werter malte, im zusammenhang mit homosexualität unzitierend von ‚fehlverhalten‘ zu schreiben ist beleidigend! dieses wort in diesem zusammenhang sollte zumindest als zitat von schwulenfeindlichen organisation kenntlich gemacht werden.

  33. 33
    cosmo

    @Malte Welding: Und das passt in eine Diskussion über Homosexualität wie hinein? Hat „Koffer nicht packen können“ jetzt auch was mit „Hosen anhaben“ zu tun?
    Glaubst du, dass es bei schwulen Paaren dann gar keinen gibt, der die Hosen anhat?

  34. 34

    man korrigiere mich bitte:

    steht nicht schon bei sigmund nachzulesen, dass homosexualität (im übrigen genauso wie heterosexualität, oder sonst jede x-philie) einfach nur etwas mit libidinösen vorgängen (individuelle ausrichtung der triebabfuhr usw.) zu tun hat?
    ich mein, man kommt halt vom eigenen trieb nicht los… mit „normalität“ hat sexualität ohnehin nur vor der kontrastfolie eines gesellschaftlichen mittelwertes, bzw. des stgb zu tun.
    von homosexualität wie von ner krankheit zu reden – die dann möglicherweise noch therapierbar sei – wird der sache nicht gerecht (zumindest so lange man das allein auf homosexualität beschränkt).

    es soll ja leute geben, die verlieben sich in irgendwen und werden mit dem/der glücklich. in der situation würd ich mir (als mensch) echt keine weiteren gedanken um geschlechter machen. wie armseelig…

  35. 35
    Fahabian

    Wen interessieren statistische Zusammenhänge in bezug auf Sexualität?

  36. 36
  37. 37

    Netter Artikel in der Psychology Today. Die Aufzählung oben (die ja vom Ende des Artikels stammt) find ich jedoch auch relativ sinnbefreit und einer ernsthaften auseinandersetzung wenig zuträglich… und bevor sich Heteros den Kopf drüber zerbrechen obs nun genetisch bedingt ist oder durch den Genuß von zuviel Ritter-Sport-Traube-Nuss in der dritten Schwangerschaftswoche ausgelöst wird, fände ich es wichtiger, wenn sich diejenigen die halbwegs bei Groschen sind mit Grundlegenderem auseinandersetzen… aber dazu hab ich ja neulich schon ausführlich was geschrieben: http://www.nochetwassalz.de/batzlog/2008/05/17/pimmelzwang-und-seifenblasen/

  38. 38
    Harm

    Hm, inwiefern gibt der verlinkte Artikel „den aktuellen Stand der Forschung“ wieder? Ich schätze mal so ins Blaue dass 13% der Kriegsbefürworter Sandalen ablehnen, wobei weltweit nur 9% aller Menschen Sandalen ablehnen, bzw. es Ihnen wurst ist, oder keine Sandalen haben.
    Dass prozentual mehr Homosexuelle mal Frauenkleider anprobiert haben oder der Finger länger ist, vermischt doch arg Binsen mit Stuss.
    Die Erforschung von Homosexualität bzgl. Biologie bringt dieser naive Krams, der an Kopfvermessung erinnert, nicht weiter. Ich schätze der Artikel sollte mal „Tabus brechen und Denkanstösse liefern“. Hallelujah.

  39. 39

    nochwas: die motivation scheint ja darin zu liegen, dass homosexualität auf dem ersten blick als sinnlos erscheint, und somit, im gegensatz zur „sinnvollen“ heterosexualität, einer näheren betrachtung wert. um eben zu sehen wo der sinn sich denn nun versteckt.

    es wird also mit der annahme gearbeitet, alles müsse einen sinn haben, einen zweck erfüllen. davon abgesehen, dass sich mir die frage aufdrängt, warum es denn nichts sinnloses auf der welt geben soll, ist diese annahme IMHO nur dann haltbar, wenn man voraussetzt, die dinge würden geregelt geschehen. alles wäre gewissermaßen durch einen intelligenten designer entstanden.

    gruselig.

    (ich habe nichts dagegen, dass daran rumgeforscht wird. fiel mir nur auf)

  40. 40
    Maltefan

    @sascha-b: Ich glaube Du hast nicht mitgekriegt, dass es um die Frage geht, ob etwas evolutionsbiologisch einen Sinn ergibt, nicht teleologisch oder gar global-galaktisch. Etwas, was auf den ersten Blick einen Selektionsnachteil darstellt, aber trotzdem in verschiedenen Spezies weit verbreitet ist, ist nun mal schwieriger zu erklären und damit interessanter und eher einen „näheren Betrachtung wert“ als die Frage, warum etwas existiert, was einen Selektionsvorteil darstellt.
    Das hat mit nichts weniger zu tun als mit einem intelligenten Designer, der alles regelt.

  41. 41

    hab ich schon. hab mich dennoch erdreistet, auf einer anderen ebene anzusetzen. eben weil ich den zwang zum sinn in frage stelle, der nach wie vor grundlage ist. wie du sagtest geht „es um die Frage […], ob etwas evolutionsbiologisch einen Sinn ergibt.“

  42. 42
    Daniel

    „8. Je mehr ältere Brüder man hat, desto wahrscheinlicher ist man schwul.“

    LOL, ja woran das wohl liegt? Der Begriff „Statistik“ scheint dem Blatt jedenfalls fremd zu sein. Vielleicht sollt man der Psychologytoday mal ein Würfelset schenken und die Frage stellen, wann mal wieder eine sechs gewürfelt wurde, wenn schon lange keine sechs mehr gewürfelt wurde.

    Alle meine schwulen Freunde sind übrigens Rechtshänder. Was sagt das jetzt eigentlich über die hetero Männer aus?

  43. 43
    Maltefan

    @sascha-b: „Sinn“ hat in dem Satz „Evolutionsbiologisch einen Sinn ergeben“ eine andere Bedeutung als Du ihm hier unterstellen möchtest.

  44. 44
    Maltefan

    @Daniel: LOL, ja woran das wohl liegt? Der Begriff „Statistik“ scheint dem Blatt jedenfalls fremd zu sein. Vielleicht sollt man der Psychologytoday mal ein Würfelset schenken und die Frage stellen, wann mal wieder eine sechs gewürfelt wurde, wenn schon lange keine sechs mehr gewürfelt wurde.

    Muss ich das verstehen? Wenn Männer mit mehr älteren Brüdern häufiger schwul sind als Männer mit weniger älteren Brüdern, was genau findest Du daran nicht Deiner Vorstellung von Statistik entsprechend?

  45. 45
    corax

    @Maltefan: Genau. ;-)
    Davon abgesehen, ist die Wahrscheinlichkeit, dass eine 6 kommt, vor jedem Wurf, ein sechstel, weil der Würfel sich ja nicht merken kann, was vorher schon geworfen wurde.

  46. 46
    Maltefan

    @corax: Davon abgesehen, ist die Wahrscheinlichkeit, dass eine 6 kommt, vor jedem Wurf, ein sechstel, weil der Würfel sich ja nicht merken kann, was vorher schon geworfen wurde.

    Das zwar schon, weil es sich um stochastisch unabhängige Ereignisse handelt. Du kannst die Frage, wie Wahrscheinlich es ist, dass nach 9 Sechsen wieder ein Sechser kommt, aber auch auffassen als die Frage nach der Wahrscheinlichkeit, 10 Sechsen hintereinander zu würfeln, und das wäre dann 1/6^10. Oder umgekehrt, in 10 Würfen keinen 6er zu würfeln, 1-(1/6^10). So gesehen wird es tatsächlich immer unwahrscheinlicher, dass wieder kein 6er kommt, wenn man lange keinen gewürfelt hat.

  47. 47
    corax

    @Maltefan: Ich werd’s nicht schreiben. ;-)

  48. 48
    Maltefan

    @corax: War vor allem auch falsch … die Wahrscheinlichkeit, keinen 6er zu würfeln, ist natürlich 5/6^10. 1-(1/6^10) wäre die Wahrscheinlichkeit, nicht 10 6er hintereinander zu würfeln, und die ist natürlich ziemlich hoch ^^.

  49. 49

    @Maltefan:
    denke ich nicht.

    nundenn. meine behauptung, der zwang zum sinn ergäbe nur dann sinn, wenn es einen lenker bzw. planer gäbe, impliziert ja, dass es bei der evolution keinen zwang zum sinn gibt.
    ist ja auch so: evolution verfolgt keinen plan. es wird einfach was ausprobiert und wenn’s gut läuft, d.h. wenn’s in die gegenwärtigen bedingungen passt: super. wenn nicht, dann eben nicht. dann setzt es sich nicht durch und wird sich bald von selbst erledigen. und dieses ausprobieren kann letztendlich bei jeder iteration erfolgen. d.h. jedesmal wenn der bedarf an sauren gurken lokal ansteigt. im falle der mangelnden möglichkeit zur fortpflanzung geschieht dieses nicht-durchsetzen zwangsläufig ziemlich früh. was unter der annahme der abwesenheit einer lenkenden instanz dennoch nicht bedeutet, dass es nicht nochmal probiert wird.

    (bei homosexualität ist die mangelnde möglichkeit zur fortpflanzung übrigens nicht einmal gegebenen. ich kenne auch homosexuelle mit nach klassischen methoden geschaffenem nachwuchs.
    zumal die möglichkeit, dass homosexualität und heterosexualität möglicherweise konstrukte sein könnten, die derart scharf voneinander abgegrenzt in der natur keine entsprechung finden, hier bislang völlig außer acht gelassen wurde. an dieser stelle würde mich grade interessieren, ob es unter homosexuell agierenden tieren auch solche gibt, die ausschließlich homosexuell agieren oder ob diese auch mal mit artgenossen anderen geschlechts spaß haben, sie es gewisserweise treiben wie menschen in der antike. gibt es dazu studien, weiß das einer?)

  50. 50

    …nummer 50 erledigt. bitte löschen ;)

  51. 51
    Maltefan

    @sascha-b: nundenn. meine behauptung, der zwang zum sinn ergäbe nur dann sinn, wenn es einen lenker bzw. planer gäbe, impliziert ja, dass es bei der evolution keinen zwang zum sinn gibt.
    ist ja auch so: evolution verfolgt keinen plan. es wird einfach was ausprobiert und wenn“™s gut läuft, d.h. wenn“™s in die gegenwärtigen bedingungen passt: super. wenn nicht, dann eben nicht.

    Die Frage, ob etwas evolutionär einen Sinn ergibt ist gleichbedeutend mit der Frage, was denn eigentlich genau so gut gelaufen ist so dass ein Merkmal sich durchgesetzt hat, oder anders ausgedrückt, worin denn der Selektionsvorteil bestanden hat. Häng Dich doch nicht so an dem Wort „Sinn“ auf, das hat überhaupt nichts mit einem Planer oder Lenker zu tun.

  52. 52

    so wie ich das sehe setzt es sich ja immer wieder nicht durch. (bzw. bestünde die chance einer durchsetzung nur im falle einer fortpflanzung, wodurch der vermeintliche selektionsnachteil wiederum hinfällig wäre)

  53. 53

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