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Gossip

Ich bin wahnsinnig neugierig. Ich sauge Beziehungsdramen in mich auf und Familiengeschichten und ich muss Leute nur fünf Minuten kennen, um in sie reinzukriechen wie Kai Diekmann in ein gerade freigewordenes Rektum. Ich will alles wissen. Für Promi-News gilt das nicht.

Was natürlich nicht heißt, dass ich nicht mitbekommen würde, dass David Duchovny süchtig nach Internet-Pornographie* ist. Oder dass Robbie Williams sich von seiner Freundin getrennt hat (obwohl er gedacht hatte, sie und er seien Seelenverwandte).
In Wirklichkeit habe ich natürlich nur mitbekommen, dass es heißt, David Duchovny sei süchtig nach Internet-Pornographie und Robbie Williams habe sich von seiner Seelenverwandten getrennt. Aber man kann als Mediennutzer ja nicht immer im Hinterkopf behalten, dass Gossip sich – neben den Paparazzi-Fotos – im Wesentlichen aus drei Quellen speist:
Auszügen aus Interviews, Selbstreferentiellem und reinen Erfindungen.

Nicht mit Filter!

Auszüge aus Interviews – das klingt zunächst ja recht seriös. So erfährt man, dass die TV-Moderatorin Ramona Leiß ihre Freundin Sabine, die sie auf einem Grillfest kennengelernt hat, heiraten will und dass die beiden es gern gemütlich und kuschelig haben. Um diese Kuscheligkeit zu erreichen, zünden sie Kerzen an und kochen. Geführt hat das Interview das Zentralorgan des investigativen Journalismus Frau im Spiegel, die Information an mich weitergereicht hat die Süddeutsche Zeitung.
Dass Ramona Leiß schonmal kocht und Kerzen im Haus hat, glaube ich unbesehen und es erschüttert mein Weltbild in etwa so wie die Meldung, dass Justin Timberlake gerne backt. Auch dass Gabriele Pauli sich gut vorstellen kann, wieder einmal Modefotos machen zu lassen, ist nicht außerhalb meines Erkenntnishorizonts. Allein dass sie der Augsburger Allgemeinen sagte, der Fotograf dürfe dann jedoch keine Spezialfilter verwenden, lässt mich verwundert zurück (SZ vom 17.9.). Und Eva Mendes hat Sex in allen 50 Bundesstaaten der USA gehabt.

Womit wir bei den Erfindungen wären. Dort hat sich Tom Kummer wenigstens als einfallsreich erwiesen. Üblicher geworden ist heute der fade Nonsens von Seiten wie whosdatedwho.com, wo Felicitas Woll eine Affäre mit Brad Pitt angedichtet wird oder die Fotomontagen auf Adelsblättchen, in deren Zwei-Mann-Redaktionen niemand Photoshop beherrscht.

„Eine Quelle“ sagte der In Touch Weekly über das israelische Model Bar Rafaeli: „She kept saying she needed to meet a hot guy. She was on the prowl. Bar was having a blast.“ Die Gala dichtet daraus: „Sie betonte die ganze Zeit, sie müsse unbedingt einen heißen Kerl kennenlernen. Sie war auf der Jagd. Bei ihr loderte die Feuersbrunst.“ Und Leonardo Di Caprio wurde mit einer mysteriösen Brünetten gesehen und geht regelmäßig mit Freunden aus, wobei – Achtung! – Wodka getrunken wird. Woraus man bei der Gala schließt, dass die Beziehung der beiden am Ende ist. Nein, das ist falsch, man zieht natürlich keine Schlüsse bei der Gala, man fragt nur mal kernerig. „Leonardo Di Caprio: Beziehung am Ende?“

„Der rassige Hollywood-Star Eva Mendes gab kürzlich der Designerin Patricia Field bekannt, das (sic!) sie schon in allen 50 Bundesstaaten Sex gehabt habe.“ So stand es im Online-People-Magazin Mamarazzo und man kommt nicht umhin, die sprachliche Schönheit der Formulierung „gab der Designerin bekannt“ zu bewundern. Irgendjemandem bei Mamarazzo, dem Magazin, dessen Inhalte laut Impressum mit größter Sorgfalt erstellt werden, hat der Satz jedoch so nicht gefallen und daher heißt es jetzt: „Denn kürzlich erst erzählte sie der Designerin Patricia Field und dem Daily Star, das (sic!) sie schon in allen 50 Bundesstaaten Sex gehabt hätte.“ Der Satz ist tatsächlich fast noch ein wenig lustiger, besonders, wenn man sich die Sprechsituation dazu vorstellt:
„Hey Daily Star und Patricia Fields, kommt doch mal her, ihr beiden Cutiepies, ich muss euch was erzählen, aber psst, nicht weitersagen: Ich hatte schon in allen 50 Staaten Sex und ganz unter uns – Puerto Rico war auch dabei, aber ich will jetzt keine politische Welle machen“. Vor lauter Sorgfalt vergaß Mamarazzo allerdings bei der Korrektur des Satzes, darauf hinzuweisen, dass ein Sprecher von Eva Mendes die Geschichte als erdichtet bezeichnet hat und hinzufügte, sie sei bei dem Ereignis, wo sie Patricia Fields und den Daily Star zu sich gerufen haben soll, gar nicht anwesend gewesen.
Diese Darstellung wiederum stammt aus der Sun, womit wir uns im Fall Mendes mit Zeugen herumschlagen müssen, bei denen jeder Amtsrichter abwinken und sie in eine Ausnüchterungszelle stecken würde.

Die Mendes-Geschichte ist auch ein hübsches Beispiel dafür, wie es Hörensagen in seriösere Medien schafft. Im ORF durchblickt man nämlich ganz genau, warum Mendes die Geschichte, bei deren Kundgabe sie möglicherweise gar nicht anwesend war, lanciert hat: Es handelt sich um „Selbstvermarktung à la Mendes“. Aber es ist natürlich nicht so, dass sich für seriös haltende Medien immer eine Meta-Ebene für Gossip bräuchten.

„Sie trank noch mehr, nahm Drogen“ (Spiegel), „Leute holt die Kinder rein, Britney Spears hat den Führerschein“ (Süddeutsche Zeitung), „Menschen wie Amy Winehouse, Britney Spears oder Pete Doherty, die neben ihrer Musik vor allem durch Abstürze und andere Skandale von sich reden machen Â…“ (Zeit).

So zitiert Christine Brügge in einem hervorragenden Artikel in der taz deutsche Qualitätsmedien.

Irgendwo im Niemandsland zwischen verkürzten, verfälschten oder verkürzten und verfälschten Auszügen aus Interviews, die häufig niemals gegeben wurden, und den reinen Erfindungen befinden sich die selbstreferentiellen Meldungen. In diesen wird darüber berichtet, wer sich wie platziert hat in den diversen Rankings der Magazine und Zeitungen. Leser/Redaktionen oder ein Einzelner stimmen darüber ab, wer das beste Model aller Zeiten (Elle McPherson, einer Umfrage, die das Warenhaus Debenhams in Auftrag gegeben hat, zufolge), der bestangezogene Mensch weltweit und regional (in Deutschland, gewählt von den „Lesern“ und „Leserinnen“ der Vanity Fair: Jenny Elvers-Elbertzhagen), die größte Nervensäge, oder der geschlechtlich Wirkungsvollste unter Gottes Kindern ist (aktuell: Matt Damon – auserkoren aus Milliarden vom People Magazine – mit seinem weiblichen Gegenstück Megan Fox – erwählt von den geschmackssicheren und klickfesten „Lesern“ des For Him Magazine, während Vorjahressexiester George Clooney in diesem Jahr leicht verranzt wirkt und sich außerdem seinen Titel mit Gegenpapst Daniel Craig teilen musste, der, in einer Umfrage, die Kondomhersteller Durex bezahlte, gewann).
Hier vermischt sich PR aufs Angenehmste mit Leserbindung, Idiotie mit Zahlenfetischismus und Gagaismus mit Name-Dropping.

Mächtig doof

Informationen sind Macht.
(…)
ShortNews.de hat es sich daher zum Ziel gesetzt, Menschen den Informationsvorsprung zu verschaffen, der für Ihren beruflichen und privaten Erfolg unerlässlich ist.

Das schreibt die ShortNews GmbH in ihrer Selbstbezichtigung ihrem Impressum. Für den Erfolg in Beruf und Privatleben von welcher Untergruppe Mensch ist die Meldung, dass Kate Middleton in Hot Pants auf einer Veranstaltung war, von entscheidender Bedeutung? Wer kommt nicht durch sein Leben, ohne den Artikel unter der Frage „Ist Bushido verrückt?“ zu lesen (um es vorweg zu nehmen und unseren Lesern nicht das Gefühl zu geben, sie verpassten hier das Wesentliche: Bushido ist nicht verrückt, sagt seine Psychologin)?

Das ist keine rhetorische Frage, ich würde es wirklich gerne wissen. Welcher Mensch, der offensichtlich in der Lage ist, einen Rechner zu bedienen und das Wort Informationsvorsprung zu schreiben, kann diese Diskrepanz zwischen Anspruch und Wirklichkeit erklären, ohne sich selber zu fragen: Bin ich verrückt?
Ist die Gala verrückt? Ist der Spiegel verrückt? Rennt die gesamte Redaktion von Vanity Fair in einem nicht enden wollenden Karnavalszug durch die Redaktionsräume und singt besoffen Limericks in zufällig herumstehende Diktiergeräte, die von dressierten Affen transkribiert, durch den Babelfish gejagt und in den Druck gegeben werden?

Die Gier nach Gossip wird meistens mit der menschlichen Neugier begründet. Ich müsste dann die Hauptzielgruppe dieser Meldungen sein. Aber ich fühle mich, wenn mich jemand in Gespräche über Prominente verwickeln will, immer, als sei ich in einer theologischen Debatte gelandet. Hat Paris Hilton ihrem Hund einen Nerzmantel gekauft oder hat der Nerz sie in einem IQ-Test geschlagen, ist Amy Whinehouse der beinahe noch lebende Elvis und schaut Duchovny Sanftes wie Beautiful Agony oder klickt er sich doch eher durch Waterboarding-Seiten? Was war mit dem Hamster in Richard Gere und warum hat Hugh Grant so getan, als stünde ihm der Sinn nach heterosexuellem Oralverkehr? Hat der eine Olsen-Twin, den vom anderen nur der Name unterscheidet, Heath Ledger eine Überdosis besorgt und essen Politiker wirklich alle am liebsten Hausmannskost?
Das sind Gespräche, die es, was die Luftleere des Raums, in dem sie sich befinden, mit der Debatte um die unbefleckte Empfängnis aufnehmen können. Wie konnte Maria am Erlösungswerk teilhaben, wenn sie doch als Mensch mit Erbsünde geboren wurde? Ist sie göttlich gereinigt oder unbefleckt empfangen worden? War Britney Spears noch Jungfrau, als sie Oops, I did it again aufnahm?

Ich wäre ja ein Narr, wenn ich behaupten würde, Klatsch ließe mich unberührt. Vor kurzem hat mir ein Bekannter erzählt, er wisse, dass ein populärer Sportler schwul sei und sagte mir den Namen. Es stellte sich heraus, dass die Information aus vierter Hand kam und trotzdem habe ich mich gefragt, ob die extremen Formschwankungen des Sportlers mit der Angst vor der Enttarnung zusammenhängen.

Der Mensch – und meistens bin ich auch einer – ist schwach, neugierig und doof und genau das wird von den professionellen Lügenerzählern ausgenutzt. Die Geschichte mit dem Sportler ist eine, die bei den Gossiperzeugern in die Kategorie „Fiese Gerüchte“ fällt. „Fiese Gerüchte über Destiny´s Child sind erfunden“ titelt das „Macht durch Informationsvorsprung“-Magazin ShortNews, um dem Leser mitzuteilen, dass es nicht wahr ist, dass eine der Sängerinnen ein Verhältnis mit der Mutter einer Kollegin habe. Oder vielleicht doch?

Wir wissen nichts. Deswegen spielen wir so lange stille Post, bis wir uns alle einbilden können, etwas gehört zu haben. Promiklatsch ist mal niederträchtig, meist banal und immer hirnrissig. Mir verursacht die schiere Drummdreistigkeit der Berichterstattung ein Ziehen in den Nackenhaaren und ich bin nur insoweit betroffen, als dass ich, wenn ich die SZ vor mir habe, schlecht etwas nicht lesen kann, was da steht. Aber wie mag es dabei den Opfern gehen?

Wenn ich Christian Ulmen frage, ob er unangenehm prominent ist, dann spiegelt das ganz gut wieder, wie ich mir Ruhm heute vorstelle: Es muss ein Albtraum sein, aus unserer Gesellschaft herauszuragen. Bleibt man besser mittelmäßig, macht Musik so, dass es bloß nicht zu viele Menschen mitbekommen, macht Filme am Publikum vorbei und wird besser nicht Torschützenkönig der Champions League, sondern trifft gerade so häufig, dass man bei einem Drittligisten sein Auskommen hat. Sonst geht es einem wie Grenouille in „Das Parfum“ oder wie Diana Spencer: Ragt man zu sehr heraus, fressen einen die Menschen.

*Gibt es da eigentlich Unterschiede? Gibt es Menschen, die auf VHS-Kassetten-Pornographie schwören, aber mit Internetpornographie nichts anfangen können? Ist das Medium nicht nur die Botschaft, sondern auch das, was Erleichterung verschafft?

Vorsicht vor Weiterverbreitung: Einige der im Text erwähnten Meldungen sind frei erfunden.

22 Kommentare

  1. 01

    …backt? backen tut? bäckt? beckt? ich buk? du buktest? texttest. timbacktu…

  2. 02

    Ach ja die armen Super-Promis! Immer erfinden böse Menschen unwahre Geschichten über sie. Wie schrecklich…Jeder Job ist halt irgenwann mal irgendwie Scheisse.
    Und so lange ein Großteil der Menschheit (und hier sind eben auch sich für seriös haltenden Leser, sich für seriös haltender Magazine eingeschlossen) sich über unwahre Informationen amüsiert, wird sich daran auch nichts ändern. So what?!

  3. 03
    Artikelliebhaber

    Ihr Artikel hat mir Spaß gebracht – Danke Herr Welding!!!

  4. 04
  5. 05

    Das war’s jetzt mit Eva + mir!

  6. 06

    zum * : frei nach mcluhan sollte man sowas annehmen. schließlich integriert das netz die medieninhalte (somit auch porno) derartig, dass jemand, der sich – sagen wir in den 80er jahren – rituell nen schmuddelfilm aus der videothek ausgeliehen hätte, dann nach hause geht, sich ne kerze anzündet, ne buddel (oder eben nen tetrapak) merlot öffnet und dann mit sich selbst liebe macht, dass sich also so jemand etwas pikiert geben könnte, wenn er sich mit der potentiellen allgegenwart des heutigen wifi-iphone-mittagspausen-gonzo-2-girls-1-cup-gerödel konfrontiert sieht.

    was für dich und die sz gilt, mag bei anderen leuten eben auch für so schmuddelfilmchen gelten und da hat das internet bestimmt so manchem alten hasen die erleichterungsökonomie nachhaltig beeinträchtigt.

    und welcher fußballer ist jetzt (nur vielleicht, wahrscheinlich aber doch nicht) schwul? dieser tuntige typ von manu, oder?

    (schon wo der winkel doch jetzt dringend nen eva-ersatz braucht)

  7. 07

    @hans v.:
    ach je

    @BORED_MALTE:

    interessante theorie. muss ich noch mal sacken lassen.
    fußballer? was für ein fußballer?

  8. 08
    christopher

    großartiger Artikel!

  9. 09

    @Malte Welding: bei gossip geht es doch aber genau darum, zwischen den zeilen zu lesen, oder?
    das muss wohl der themendreiklang aus popularsport, schwulenproblematik und championsleague gewesen sein, der mir den fussballer eingegeben hat… (was aber nur deine behauptungen zur stillen post stützen dürfte q.e.d.)
    bei mir ist der gossip halt schon so internalisiert, da bleibt die eine oder andere freudsche fehlleistung nicht aus. vorauseilender gehorsam, gewissermaßen… hehe.
    hier stehe ich und kann nicht anders…
    „niederträchtig, meist banal und immer hirnrissig“ – just rings my bell…

    ach ja, was ich noch vergessen hatte: bei stiller post muss ich immer an dieses video denken http://www.youtube.com/watch?v=c0Bf6YGbc1c
    (vermerk: ich muss unbedingt mal wieder stille post spielen…)

  10. 10
    peter h aus b

    Großartig.
    Einer der wenigen von den gelegentlich langen Artikeln bei Spreeblick, die mich nicht ermüdet oder/und gelangweilt haben.
    Tolle Schreibe.

  11. 11

    Mein Mitleid mit Menschen dieser Einkommensklasse hält sich nun wirklich in Grenzen – mal abgesehen davon, dass den meisten relativ egal sein dürfte, was über sie geschrieben wird, solange denn noch jemand über sie schreibt. Denn im Grunde handelt es sich dabei doch auch wieder um Gratismedienpräsenz, die nimmt man doch gerne mit. Im persönlichen Umfeld der Betroffenen lacht man doch sicher darüber.

    Und wenn wir schon Sternchen wegen der Bunten bedauern – wer macht mit und schützt Spitzenpolitiker vor Stammtischgefasel?

    Das einzig wirklich Tragische an Klatschberichten ist, dass Adblock noch keine Funktion bietet, sie von Webseiten wegzufiltern.

  12. 12

    …oh je, ich glaub es wird zeit…

  13. 13
    jubelperser

    Wie heißt es bei Palahniuk so schön: „Der Trick, dass große Ganze zu vergessen, besteht darin sich in Details zu verlieren“.
    Soll hier in diesem Zusammenhang heißen: Nicht Neugier-Befriedigung, sondern Ablenkung ist imo der Haupzweck von Gossip. Und da sind Themen mit hohem Emotionsgehalt wie Sex, Beziehung, Drogenmißbrauch ideal.
    Man schaue sich ja nur einmal an, wer an der Kasse Gala und ähnliche Magazine aufs Band legt. Möchte einmal behaupten, dass das in der Mehrzahl graue Büromäuse sind, deren Tagesablauf nur wenig mit dem vermeintlichen „Glamour“-Leben der zumeist die Klatschspalten füllenden Promis gemein hat.
    Wenn man selbst nichts erlebt, träumt man sich eben ersatzweise in das Leben von anderen. Kennt jeder, bis zu einem gewissen Grad, wohl auch von sich selbst und ist das Prinzip eines jeden Kino-Besuches-/ DVD-Abend.

  14. 14

    „Ich bin wahnsinnig …“
    Malte schreibt.
    Schöne Woche noch. 8-)

  15. 15

    Nach dem fünften oder sechsten Absatz konnte ich mir den Blick auf die die Bildlaufleiste nicht verkneifen, den Rest habe ich in zwei Sekunden „überflogen“. Habe ich was verpasst?

  16. 16
    lars

    @Tim (15): nein. außer smug im artikel und slime in den kommentaren, alles wie gehabt. immerhin hat sich das geschwätz einen ehrlichen titel gegeben.

  17. 17

    „kernerig“ gehoert echt in den duden

  18. 18
    Martin2

    Nach dem was ich gelesen habe, gab es schon den ein oder anderen homosexuellen deutschen Nationalkicker. Wurden auch mal Namen im kicker-Forum genannt, aber da springen eh nur Affen rum. Und das find ich dann auch schön, dass solche Namen nicht in den Boulevardzeitungen auftauchen, wohl in dem Wissen, dass so manches Outing in diesem Bereich tragisch geendet hat. Obwohl sie es wahrscheinlich könnten.
    Der klassische Boulevard-Verweigerer ist meist selbst ein blödes Lästermaul und im Grunde die eigentliche Zielgruppe. Aber „neeeee Boulevard geht ja mal gaaaaar nicht“, aber haste schon gehört … der seltsame, dicke, schweißgabadete etc. Typ hat etc.
    Aber zurück zum Artikel: Der Boulevard macht Leute und Leute machen Boulevard. Manche profitieren davon, manche trifft es hart.

  19. 19
    moses

    Jetzt ganz tapfer sein! – Manche Wahrheiten sind unbequem – und eigentlich ist ja alles gar nicht so schlimm. Also:
    Von einer ganz fernen Warte aus, auf Bergen mit dünner Luft z.B., könnte man den Eindruck gewinnen SPREEBLICK gehört selbst zu jenem Gossip (früher nannte man das noch Klatsch, aber vielleicht ist heutzutage ein Wort, das eher nach Gosse klingt, wirklich angebrachter), das sie kopfschüttelnd verneinen.
    Ich gehe den entscheidenden Schritt weiter, springe als ins Ungewisse, wenn ich behaupte; die Regenbogenpresse und die Blogosphäre besitzen weniger in ihrer qualitativen Ausprägung als in ihrem Wirkungswesen elementare Gemeinsamkeiten. Denn stimmt das Paradigma „das Medium ist die Botschaft“ (auf den medienwissenschaflichen Artikel des renomierten Experten kann ich gerade nicht verlinken) wirklich, teilt die freie Blogerschaft nicht nur den Senderadius der postdemokratische/-kulturellen/-humanen Bannerträger der Spaßgesellschaft, sondern auch die zur Selbstreferenzialität degradierte Verbindlichkeit eines journalistischen Formates ohne Konsequenz.
    Denn wem schuldet man Rechenschaft im Redaktionskarneval oder auch nur im Fokus des eigenen Dunstkreises.
    SPREEBLICK rezensiert Rezensionen (POPGUN z.B.), kommentiert/bejubelt die „nerdige“ Netzprominenz, schrumpft komplexe Sachverhalte zu linkversetzten Glossen zusammen, etc. und bleibt dabei immer die „coole Sau“ aus dem Straßencafe von neben an.
    Nochmal: Sagt mir, dass ich lüge, ohne es selbst zu tun – Oder gebt euch aufrecht dem Stumpfsinn hin, der alle Gedanken regiert!

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