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Das ZDF entlässt Elke Heidenreich

So beweist man Größe: ZDF-Programmdirektor Thomas Bellut hat Elke Heidenreich rausgeschmissen. Die hatte nach der Fernsehpreis-Debatte Partei für Reich-Ranicki ergriffen und das deutsche Fernsehen gegeißelt, auch und vor allem das ZDF. Wer vermutet hatte, dass das ZDF zu blutleer sei, um Heidenreichs Geißelung überhaupt zu merken, kann beunruhigt aufatmen: Es ziepte genug im Rücken, um das ZDF glauben zu machen, man müsse eine lästige Stechmücke verjagen.

Was sagt die Belegschaft, wenn in einer Betriebsversammlung ein Vorarbeiter aufsteht und die Produktionsbedingungen anprangert? Und ihn die Geschätsführung daraufhin fristlos entlässt? Was bitte ist das denn für eine Debattenkultur, die das ZDF da vorlebt? Eine halbe Stunde Reich-Ranicki und Gottschalk (das absurdeste Fernsehpaar seit Horst Tappert und Fritz Wepper), die noch nicht einmal aneinander vorbeireden, sondern übereinander hinweg, und alle haben sich wieder kuschelig lieb? Ist das hier öffentliches Fernsehen oder sind das die Teletubbies? Worum geht es eigentlich: um gekränkte Eitelkeiten, oder um Qualität? Wo gestritten wird, da fällt auch Häme, das kann man mit Humor, mit Professionalität oder mit Gleichmut hinnehmen. Oder ganz schnell die Augen zumachen, „und wenn ich sie wieder aufmache, dann bist Du nicht mehr da!“

Elke Heidenreich beklagte sich in ihrem FAZ-Artikel darüber,

Wie jämmerlich unser Fernsehen ist, wie arm, wie verblödet, wie kulturlos, wie lächerlich.

(…)

Klar. Der Kritiker, der Spielverderber ist weg, nun ziehen wir unsere hirnlose Scheiße durch bis zum Schluss. Wo waren die Programmdirektoren und Intendanten in diesem Augenblick, warum kam keiner von ihnen auf die Bühne, um etwas zu sagen? Weil es verknöcherte Bürokarrieristen sind, die das Spontane längst verlernt haben, das Menschliche auch, Kultur schon sowieso.

Wer bezweifelt hat, dass sie recht haben könnte in ihrem Wutausbruch, ist widerlegt. Das ist kein Armutszeugnis mehr, das ist eine Bankrotterklärung.

75 Kommentare

  1. 01
    katerine

    Das ist unglaublich. Hoffentlich sehen wir Elke dann trotzdem weiter. Lesen wäre ja ok, aber nach dem sie gerade in ihren jungen Jahren so herrlich einprägsame Garderobe für Auftritte gewählt hat, wär es so schade sie nicht mehr sehen zu dürfen. Elke, mach deine eigene VideoShow und sei Dein eigener Intendant, wir sehen Dich dann auf Youtube, Sevenload, vimeo… was immer Du auch wählen wirst.

  2. 02
    Hendrik

    tja… eine von vielen vielen Gelegenheiten die mich beim Gedanken das unsereins den Scheiß zwangsfinanziert erschaudern lässt.

  3. 03
    Frogster

    Richtig so! Wer das Zentralkomitee angreift, muss mit Konsequenzen rechnen!

  4. 04

    die kann ja zu uns kommen. sogar vor mitternacht.

  5. 05

    Ich frage mich, wenn das ZDF selber keine Streit- und Debattenkultur besitzt, wie will es uns dann so etwas „beibringen“? Es ist nicht besonders modern, Kritiker einfach raus zu werfen. Da bekommt ein Bericht mit Kritik über Chinas Umgang mit Dissidenten einen bitteren Beigeschmack.

  6. 06

    Das was halt passiert wenn man auf offener Bühne gefühlte Authoritäten in Frage stellt, die dann einmal mehr ihr Gefühl unterstreichen müssen. Wie auch kürzlich im DFB zu beobachten war (wir berichteten) … beziehungsweise, es ist ja auch noch nicht durch: Frings und Ballack jetzt im Doppel gegen Jogi und seinen „Trainerstab“. Und kein Land in Sicht. Bis einer heult … oder seine Umkleidekabine von den Freunden ausräumen lässt. Vielleicht schickt die Heidenreich auch den MRR vorbei. Aus Trotz. Er soll ihr dann ihre Sachen mitbringen … achnee, das Treffen mit dem Goldbär war ja schon. Das Fernsehprogramm ist nur gefühlt immer noch so wie vor dem Treffen… . Mmmh. Reichlich Stoff für Dieter Moor von TTT. Ich freu‘ mich schon auf Sonntag.

    Aber schaut mal die positive Seite an: Kiwi hat ihren Weightwatcherrausschmiss lange genug ausgesessen und darf jetzt wieder ran. Wenn das ZDF mit Elke Heidenreich ähnlich konsequent ist, dann kann sie sich jetzt ruhig zurücklehnen und ihrer Lieblingsbeschäftigung nachgehen: FAZ Artik … ähhh … LESEN! natürlich.

  7. 07

    Und die Lesen!-Nachfolgerin steht auch schon fest: Eva Herman

    Im Ernst ich bin schwer dafür, dass Elke Heidenreich ihre Sendung fürs Web produziert (Warum nicht wirklich bei Spreeblick?) Damit ihr entfallendes Honorar z.T. wieder reinkommt, kann man ja auf Micropayment-Spenden setzen. Oder so.

  8. 08
    Olaf

    Der Satz „Man will Hollywood sein und ist eben doch Köln-Ossendorf.“ beschreibt eigentlich den ganzen Dilettantismus am besten.

  9. 09

    Lirum Larum. Erst hat man versucht (und hatte erschreckenderweise fast Erfolg damit) uns (den Zuschauern) Elke Heidenreich als Intellektuelle zu verkaufen; mutet dem Zuschauer diese Sendung „žLesen!“ zu, in der die Dame ihre persönliche Lieblingsbücher bespricht („žSchöner Umschlag“) und fragwürdige Gäste einlädt die auch irgendein Buch einmal gelesen haben. Das ganze wird dann als Literatursendung verkauft und so getan als hätte man irgendeinen Bildungsauftrag damit erfüllt und dabei hat man nur die Selbstüberschätzung der Dame gefüttert. Ausgerechnet die Dame, die Else Stratmann (also bitte!) kreiert hat, will plötzlich Hochkultur vertreten. Da wollte sie MRR beerben und hat jetzt nichts. So kann es gehen.
    Das sagt natürlich nichts über die Diskussionskultur beim ZDF, trotzdem kann und will ich mich nicht allein nur deshalb mit der Trittbrettfahrerin solidarisieren…

  10. 10
    Frank

    Was für eine Debattenkultur ist es denn wenn Frau Heidenreich nur über „Bande“ spielt?

    Aber wenigsten müssen wir uns jetzt keine müde Frau Heidenreich auf einem schlechten Sendeplatz bei einem Arbeitgeber für den sie sich schämt ansehen.

  11. 11

    eine mitarbeiterin pöbelt öffentlich rum, beleidigt kollegen, schämt sich für ihre arbeit und fordert den eigenen rauswurf. das ganze wiederholt sie, nachdem ihr blutdruck wieder gesunken ist, nochmals öffentlichkeitswirksam in einem friseurblatt. das mag rhetorik sein. ich finde es – völlig unabhängig davon, dass sie inhaltlich recht haben mag – daneben. klar, das örtv ist kein normales wirtschaftsunternehmen, aber auch hier wird jeder vorgesetzte so ein verhalten nicht tolerieren. IHMO auch zurecht. diese polterei hätte man sich sparen können. ich hoffe für EH, dass keine jobs an ihrer sendung hängen.

  12. 12

    Das war keine Betriebsversammlung, in der gemosert wurde. Es war die FAZ. Und es stellt sich übrigens auch kein (freier) Journalist hin und bezeichnet seine Auftraggeber als einen Haufen Idioten – wenn er darauf wert legt, nochmal für sie zu arbeiten. Was mir aber besonders gegen den Strich geht, war das „Ihr könnt mich ja ruhig feuern“ (tut ihr eh nicht), Da hat sich Frau Maßlosselbstüberschätzung anscheinend getäuscht.

  13. 13
    goldt

    wenn ein vorarbeiter bei einer betriebsversammlung aufsteht und meint, er schäme sich dafür, für diese firma zu arbeiten, dann noch gleich ein paar kollegen mächtig anpöbelt, gehört er einfach rausgeschmissen. das hat mit kritik nichts zu tun. und ist schon gar nicht konstruktiv.

  14. 14
    ynz

    Die Gotschalk – Reich-Ranicki Show mit den Teletubbies zu vergleichen ist eine unglaublich Beleidigung des Britisches Qualitäts Fernsehen!

  15. 15

    ich bin da ganz bei rossi und helga: heidenreichs pamphlet in der faz war schon eine bankrotterklärung an jeden selbstdenkenden menschen. da ist der rauswurf nur konsequent.

    wie arm muss man sein um zu versuchen im fahrwasser vcn reich-ranicki noch mediale aufmerksamkeit zu bekommen? für mich kein unterschied zu dschugel-camp-kandidaten. doch: die waren charmanter.

  16. 16
    christoph

    ich fand die Äußerungen von Frau Heidenreich auch reichlich selbstherrlich, und Ihre unnötige und lustigerweise von RR zurückgewiesene Parteinahme hatte doch sehr viel von offene Türen einrennen und leckt mich doch alle..
    Sie hat halt den Impuls, der ja nu gar nicht von ihr kam, aufgenommen und dann etwas überdreht – das hat se jetzt davon

    abgesehen davon finde ich die Reaktion des ZDF genauso daneben

  17. 17
    mark

    Das ZDF war schon immer ein spießiger Schnarchnasensender und er hat jetzt gezeigt, dass er das auch nicht ändern will.

    Ich habe ja keinen Fernseher mehr und so hat mich das ZDF das letzte Mal in Form von „ZDF Enterprises“ mit seiner Zukunftsserie „2057“ auf iTunes erschreckt. Grauenhaft! Doch die Sendung sah teilweise amerikanisch aus und so suchte ich und fand schließlich das Original des Discovery Channels auf YouTube. Was für ein Unterschied das war. Da haben sie Textpassagen eingefügt um die Sendung aus ihrer Sicht für ein breites Publikum interessanter zu machen, die dann jedoch den populär-wissenschaftlichen Anspruch der Sendung vollends zerstörte.

    Seitdem bin ich dafür den Idiotenverein, das ZDF, aufzulösen.

  18. 18

    Kippt hier gerade eine Qualitätsdebatte zu einer Geschmacksdebatte? Ich meine, man kann von Heidenreich selbst halten, was man will. Aber getroffen hat sie.

  19. 19

    Wo es keine Debattenkultur gibt, gibt’s eben Anschiss mit Rausschmiss.
    Neoliberal ist das, Meinungsfreiheit sieht anders aus.
    Wie war das gleich noch mal bei der ARD (Tagesschau-Blog) mit dem Roth/Putin-Interview? Nichts als Schweigen der Verantwortlichen zu den Einlassungen der Zuschauer.

  20. 20

    LOL! stefan mross wirft also elke heidenreich zum fenter raus

    gottseidank ist mir das fernsehen soooo egal.. ich hoffe dass das radio das fernsehen überlebt

  21. 21
    Tyler

    Moooment Frederic! Das war keine Betriebsversammlung, wo sie ihre offenen Worte fand, sondern in der Öffentlichkeit.

    Wie würde Johnny denn reagieren, wenn du ihm nicht unter vier Augen sagen würdest, was für hirnlose Scheiße Spreeblick doch sei, sondern bei Spiegel Online vom Leder ziehst? Und vor allem, dass du dich (Zitat Heidenreich) „schämst dort zu arbeiten, sollen sie mich doch rausschmeißen, ich hab eh die Nase voll“.

    Jetzt darf gerade eine öffentliche-rechtliche Institution oft und viel kritisiert werden, aber für ihr Standing im Sender war das sicher nicht nützlich.

  22. 22

    Ich finde es amüsant wie es nun zu diesem Rauswurf kam. ZDF versuchte doch vehement jünger zu wirken. Aber so krampfhaft wie sie sind, beweisen sie es doch wieder: Schönheitsoperationen machen doch nicht jünger, und selten schöner.
    Das einzig positive am ZDF ist das kleine Fernsehspiel (aber leider erst um 0 Uhr)

    und…. @Thomas Maier: Radio und Fernsehen sind doch verschiedene Schuhe wie Fernsehen wir unabhängig vom Radio untergehen. Oder andersrum.

  23. 23
    Jan(TM)

    Wenn ich in die Buchhandlung geh und mir die Bücher anschaue sehe ich ständig … Elke Heidenreich, Elke Heiden*nichschonwieder*, Elke H*HatdiekeinLeben?*, Elke*Eh!Esreichtjetzt!* … 200 Bücher weiter … Guido Kno*Ochnö!KeinBockaufGeschichteLight*. Will sagen: Die Elke nervt!

  24. 24

    @Frédéric: dann schreib doch über die qualität des fernsehens und nicht über elke heidenreich, die sich durch die faz krampfhaft versucht in die debatte einzuschalten. und zwar nicht durch kritik, sondern durchs rumbrodern. ihre texte sind auf jeden fall ein denkbar schlechter startpunkt für eine qualitätsdebatte. und ihr rauswurf auch. denn was hat das mit der qualität des deutschen fernsehens zu tun?

  25. 25

    Ich finde es auch beschämend, was da abging.

  26. 26

    Endlich ist diese oberschlaue Tussi weg von der Mattscheibe. Nun muss die ARD nur richtig reagieren und Denis Schecks Sendung 1. verlängern (gern 1h) und 2. früher bringen. Das wäre brillant. Der Mann weiß nämlich nicht nur, wovon er spricht, sondern er unterhält auf intelligente Weise und mit überraschenden Fragen an spannenden Locations.

  27. 27

    @nilz: Mit Verlaub, aber das ist Quatsch. Elke Heidenreich hat einfach nur gesagt, wie es ist, sie hat dabei nichtmal polemisiert. Das hätte sie auch nicht getan, wenn sie banal geschrieben hätte: „žDeutsches Fernsehen ist scheiße“. Ganz einfach: weil es das in weiten, weiten Strecken leider ist. Da kann sie tausendmal einen Faden aufgegriffen haben, was ich übrigens auch ein wenig unfair finde, ihr vorzuhalten, sie würde „im Fahrwasser“ von MRR schwimmen. Blödsinn.

    Sie hat sich öffentlich echauffiert, und womit? Mit Recht. Und bleibt mir bitte weg mit diesem „žAber sie hat das ja öffentlich getan“. Natürlich hat sie das, ein öffentlich-rechtlicher Sender muss sich gefallen lassen, auch von seinen Mitarbeitern öffentlich diskutiert zu werden, weil der Öffentlichkeit mit diesem Mist jeden Tag der Kopf gewaschen wird. Eine Qualitätsdebatte übers Fernsehen muss erstmal öffentlich stattfinden, danach erst in den Büros, damit die ihre Konsequenzen ziehen können. Das ZDF hat seine gezogen und das war ein Armutszeugnis.

  28. 28

    rene, ich bitte dich, nicht polemisiert? lächerlich, jämmerlich, der gottschalk kann nichts, alles scheisse, hab eh keinen bock mehr, warum habe ich die laudatio nicht gehalten? das sind die key facts aus dem heidenreich artikel, und das nennst du nicht polemisch?

    man merkt dem artikel an, das heidenreich sich nichts im fernsehen ansieht. das es sie auch gar nicht interessiert. was ok ist, aber dann soll sie ihren senf doch auch bitteschön für sich behalten.

    sie, als grosse MRR-kennerin, muss ihm natürlich beiseite springen, in der hoffnung von ihrem meister erhört zu werden. aber das war nicht „faden aufgegriffen“, sorry, das war gekränkte eitelkeit für die nicht bekommene laudatio (ein umstand dem sie EINEN GANZEN ABSATZ widmete….)

    natürlich muss man öffentlich diskutieren. und natürlich muss das ein sender auch aushalten können, ÖR wie übrigens auch private, meiner meinung nach. und es muss ihnen auch nicht alles gefallen, was sie da hören. und ja, es ist zeit für diese qualitätsdebatte. aber der im grunde genommen lächerliche fall einer meckertante, die rausgeschmissen wird eignet sich denkbar wenig als grundlage oder auslöser einer solchen diskussion. überleg mal: da hat eine firma einen angestellten, der stellt sich den ganzen tag vors firmengebäude und ruft mit einem megafon: „ihr seid alle scheisse! ich bin toll! ich hab keinen bock mehr auf euch. ihr macht nur scheisse! und meine kollegen auch alle!“
    da muss die firma den natürlich eingestellt lassen. um zu zeigen wie gut
    sie mit kritik umgehen kann? sorry, du weisst ich lieb dich, rené, aber DAS ist blödsinn.

    so viele gute gründe es gibt, dem zdf den vogel zu zeigen, das hier ist eine luftblase.

  29. 29
    drequesac

    Man sollte nicht dort scheissen wo man isst. So isses und so bleibt’s. Ich kann die Diskussion daher nicht nachvollziehen.

  30. 30

    >und das nennst du nicht polemisch?

    Ganz genau. Alles davon trifft zu und ist nichtmal übertrieben, dass Gottschalk nichts kann, hat sie nicht gesagt, sondern dass er das „žwitz- und geistlos“ runtergekurbelt hatte, was stimmt. Der einzige gute Moment von Thommy war der, als MRR berechtigterweise ablehnte, da konnte er spontan sein, das hat man gemerkt. Und mal ehrlich: wenn die einen solchen Artikel schreibt, dann gärt das schon länger und dann ist das vielleicht emotional, aber nicht polemisch. (< -- aber das sind Wortklaubereien, von mir aus, ja: polemisch, mei) Ob sie sauer war, weil sie die Laudatio nicht hielt ist mir schlicht egal. Ich weiß es nicht und werde es nie erfahren und darüber hinaus: es ist angesichts des Themas völlig irrelevant, eben weil alle ihre Aussagen für mich zutreffen. Da ist mir die tatsächliche Motivation erstmal egal. Und selbst wenn sie sauer war, warum auch nicht? Immerhin hat sie lange Jahre mit dem Mann zusammengearbeitet, vielleicht wäre nur Grass befähigter, so ne Laudatio zu halten. Und "žder im grunde genommen lächerliche fall einer meckertante" offenbart hier einfach nur die Kritikfähigkeit, nicht mehr, nicht weniger. Außerdem hat sie nicht gesagt: "žIhr seid alle scheiße" sondern "žIhr macht euren Job nicht gut" und dafür hatte sie stichhaltige Argumente:

    Wie jämmerlich die dargebotenen Produkte und Arbeiten in der Mehrzahl waren, wie jämmerlich unser Fernsehen ist, wie arm, wie verblödet, wie kulturlos, wie lächerlich. Wieso darf ein Simpel namens Atze Schröder da vorn seine Possen reißen? Wieso wird eine unterirdische Sendung wie „žDeutschland sucht den Superstar“ zur Besten Unterhaltungssendung gekürt und gibt den Machern die Möglichkeit, frech zu sagen: Da seht ihr es, ihr intellektuellen Schreiberlinge, man liebt uns, und wir machen weiter?

    Das ist vom ersten bis zum letzten Buchstaben korrekt und, ich wiederhole mich, das muss ein Sender aushalten können, auch und gerade, wenn diese Äußerung öffentlich geschieht. Sicherlich war dieses öffentliche Statement grenzwertig, für mich aber in einem positiven Sinne.

    Und: ich lieb Dich doch auch, Dicker, aber: ich finde, die Frau hat nichts falsch gemacht. Was hätte sie denn für Alternativen gehabt? Hätte sie nach Mainz fahren sollen und beim Intendanten anklopfen? „žSie, der MRR hat aber schon Recht gehabt, gell?“ — „žJa, Frau Heidenreich, schreiben ’ses auf, ich beschäftige mich später damit.“ Nö, dann doch lieber in die FAZ damit. Das ZDF hatte ein paar Möglichkeiten, damit umzugehen, einer wäre zum Beispiel gewesen, auf die Idee zu kommen „žOha, da ist einer unserer schlaueren Köpfe ziemlich sauer, das sollten wir uns mal genauer anschauen, woran das liegt.“ Oder aber feuern.

  31. 31

    yeah! zitate-battle…:)

    aber mal im ernst, diesen absatz:

    Und was die Macher eines solchen desolaten Abends angeht: Fahrt bitte einmal im Mai nach Hamburg zum Henri Nannen Preis und lernt, wie die das machen — ein unterhaltender Abend für intelligente Menschen. Es ist möglich. Aber eben nicht bei ZDF, ARD, Sat 1 und RTL. Und schon gar nicht mit Thomas Gottschalk.

    das ist in meinen augen an arroganz nicht mehr zu überbieten. das schleimt und trieft an allen ecken und enden und sagt nicht mehr als: ihr alle doof, ich schlau. und das ist für mich so ziemlich das gegenteil von substantieller kritik. ich weiss, du bist ein fan von rants und ich hab auch meinen spass an gut geschriebener kritik, polemik, you name it. aber wo all meine alarmglocken anspringen, schon immer, sei es in interviews, auf blogs oder in der faz, ist beleidigte leberwurstigkeit. das ist das allerschlimmste was menschen machen können. und davon hat ihr artikel wirklich genug. deswegen kann ich ihn nicht ernst nehmen und ihre undifferenzierte kritik auch nicht.

    dsds wird zur besten unterhaltungssendung gekürt, weil sie im moment am besten unterhält. sie trifft den zeitgeist. sie ist thema, strassenfeger.am nächsten tag auf dem schulhof reden alle darüber, so wie wir damals über wetten dass. man muss das ja nicht gut finden, man muss da auch gar keine meinung drüber haben, aber man muss anerkennen, das es eben eine gut funktionierende unterhaltungssendung ist. deswegen ist so ein preis gerechtfertigt. ich bin auch kein fan atze schröders, aber sehr viele leute finden den irrsinnig komisch,. menschen die ich auch kenne und die nicht verblödete unterhemdbesabberer sind. meine eltern haben null verständnis dafür, das ich mich über helge beömmeln kann…so what? gemeinsam finden wir dann pispers wieder gut. elke heidenreich ist nicht die gralshüterin deutschen fernsehens. und das sie MRRs ausbruch als anlass brauchte zu merken, wie scheisse sie das fernsehen findet, finde ich schon ein bischen albern. wenn es doch soooooooooo schrecklich ist?

    am ende haben wir beide wieder nur eine unterschiedliche lesart: du findest „jämmerlich“, „hirnlose scheisse (über die verleihung wohlgemerkt!)“, „lächerlich“, „verblödet“ halt sachliche kritik, ich finds im ton vergriffen und substanzlos, aller wut zum trotz. und sie wollte ja rausgeschmissen werden, so doof ist sie auch nicht, das sie denkt der intendant des zdf ruft an und sagt:
    „sie, du…äh, frau heidenreich,. ich habe gerade ihren text in der faz gelesen. wie wäre es denn mit einem neuen sendeplatz? wäre samstag 20:15 okay für sie, dich…sie? es stimmt was sie sagne, wir sind wirklich verblödete arschlöcher. es wird sich alles ändern. wollen sie meinen job? mit spesen!“

    also. ist ja alles so gekommen, wie sie es wollte, warum sich dann für sie echauffieren?

  32. 32

    @nilz: Nein, nein und abermals nein! *g*

    >das ist in meinen augen an arroganz nicht mehr zu überbieten. das schleimt und trieft an allen ecken und enden und sagt nicht mehr als: ihr alle doof, ich schlau.

    Unsinn, sie beschreibt einen Fakt, nämlich dass die Hamburger Preisverleihung was kann (die ich nicht kenne, ich nehms ihr aber einfach mal ab).

    >das ist für mich so ziemlich das gegenteil von substantieller kritik.

    Sorry, da kommen wir nicht zusammen. Wenn etwas scheiße ist, dann muss man es auch als solche bezeichnen. Alles andere ist Gewäsch a la „žYou did a really good job at thisnthat, but…“ Warum sollte man sowas sagen, wenns nicht stimmt? Wie gesagt, die Leberwurst ist mir latte, weil sie nicht der Kern ihrer Kritik ist. Den Kern hat Frederic oben schon zitiert: „žWie jämmerlich unser Fernsehen ist, wie arm, wie verblödet, wie kulturlos, wie lächerlich.“ Und das bezog sich explizit nicht auf die Veranstaltung, wohlgemerkt.

    >dsds wird zur besten unterhaltungssendung gekürt, weil sie im moment am besten unterhält. sie trifft den zeitgeist.

    Kann man so sehen, man kann aber auch sagen: Das ist der, sorry, aber: verfickte Zeitgeist, den das Fernsehen selbst erschaffen hat. Und das ist natürlich kritikwürdig, to say the least. Du kannst nicht mit deinem Medium einen Zeitgeist erschaffen (das Fernsehen ist (noch) das einflussreichste Medium) und Dich dann auf denselben zurückziehen.

    >zu merken, wie scheisse sie das fernsehen findet, finde ich schon ein bischen albern.

    Ich glaube kaum, dass sie das erst da bemerkte. Ich glaube, MRR hat einfach einen Damm gebrochen, dank dessen auf einmal die Heidenreich, aber auch viele andere einfach mal öffentlich gesagt haben, wie scheiße sie Fernsehen finden. Und ich betone nochmal: ich finde den Teil des „žöffentlichen“ dabei sehr wichtig. Nicht am Stammtisch brabbeln, dass man das alles ja nicht so dolle findet. Sondern richtig öffentlich anprangern: Ihr produziert Müll.

    Und alleine deshalb schon finde ich ihren Artikel nicht substanzlos.

  33. 33

    Meine Güte, diese Qualitätsdebatte ums Fernsehen, ist das euer Ernst? Früher war alles besser und für die Geschmacks- und Anspruchselite bleibt nichts? Bullshit, genau wie in der Musik. Ich habe bisher einen brauchbaren Artikel dazu gelesen, und jener kam weder vom selbstverliebten Literaturpapst, noch von Elke Heidenreich, sondern entfloh der Feder eines gewöhnlichen Bloggers, so ganz ohne reichweitenstarken Promistatus: http://lumma.de/eintrag.php?id=3887

    Grossspurig in aller Öffentlichkeit zu äußern, man schäme sich für die eigene Anstellung, den eigenen Arbeitgeber, ohne daraus irgendwelche Konsequenzen zu ziehen – sondern eben andere ziehen zu lassen – mag ein Armutszeugnis sein, in diesem Fall aber bestimmt nicht für den Sender. Gutes Fernsehen existiert, man muss es halt suchen.

    Genau wie in der Musik

  34. 34
    DerBenni

    Ich bin ein unglaublich großer Fan von René und stimme ihm fast immer zu, aber hier muss ich sagen.
    Ich bin bei nilz!

    Sie hat darum gebettelt und war sich doch so sicher es würde nicht passieren.
    Die Qualitätsdebatte hätte sie auch sanfter und trotzdem genauso direkt ansprechen können. Sie hat mit Sicherheit in einigen Punkten recht, aber ich möchte hier auf einen Artikel vom DWDL.de Chefredakteur verweisen, der unterm Strich sagt: Das deutsche Fernsehen ist besser denn je. Man muss die Sachen nur finden und mal Abseits der fünf großen gucken. Die Sparten haben jede Menge zu bieten. (Link kann ich von hier gerade nicht editieren, sorry)

  35. 35

    Wer definiert denn Qualität im Fernsehen? Wenn jeden Tag Karajan im ZDF dirigiert? Wenn aspekte nun täglich gezeigt wird? Die Sendung hat beispielsweise den Anspruch darauf „Qualitätsfernsehen“ zu sein und klopft sich seit der MRR Debatte selber auf die Schulter, was sie aber nicht ist.
    Wie soll das also funktionieren? Soll jemand wie MRR diktieren können, was Qualität ist? Soll Elke Heidenreich das sagen dürfen?

  36. 36
    moses

    LESEN hat ja nun wirklich niemanden überfordert; was immer Elke Heidenreich in ihrem welken Literatenherz zu leiden gehabt haben mag, unbotmäßige Unmutsbekundungen sind mir jedenfalls zwischen den Buchpreisungen nie aufgefallen. – Und nur das zählt doch; sie hat „geliefert“, wie man so sagt, was will der Sender mehr, dazu noch pünktlich und anstandslos.
    Der Einzige der Schaden davon tragen wird ist das ZDF, Heidenreich kommt bestimmt schnell im ARD-Regionalprogramm unter, ihre Sendung wird noch etwas bekannter und am Ende interessieren sich vielleicht noch ein paar Sensationsmeldungsleser für gute Bücher.

  37. 37

    vielleicht war die absetzung falsch. dennoch:

    MRR hat sich de facto von ihr distanziert.

    und ihre schüsse gegen den famosen gottschalk waren deplaziert!

  38. 38
    RC

    das ist in meinen augen an arroganz nicht mehr zu überbieten. das schleimt und trieft an allen ecken und enden und sagt nicht mehr als: ihr alle doof, ich schlau. und das ist für mich so ziemlich das gegenteil von substantieller kritik.

    Hat zwar echt NULL mit dem Thema hier zu tun (HA-HA!), aber – na und? Was doch viel wichtiger sein _sollte_, ist der Wahrheitsgehalt einer Aussage. Ich bin da zwar in einer ultra-kleinen Minderheit (ist ernst zu verstehen – mehr oder weniger), aber ich habe lieber eine Behauptung vor mir die auch so stimmt (oder ehrlich gemeint ist), als irgendwas „freundliches“ das nichts als eine faustdicke Lüge darstellt, die beträchtliches schauspielerisches Talent beim Sprecher bedingt, um ein tomatenrotes Gesicht gerade noch so zu vermeiden.

    Das mit Gottschalk ist doch sogar noch richtig harmlos formuliert! Das letzte Mal wo ich was von dem mitbekam (habe kein TV und würde vermutlich den Raum verlassen, würde ich den woanders sehen) schalteten sie ihn in einer Radiosendung als Experten (zum „USA-Experten“ machte ihn natürlich nur, dort schon jahrelang fest zu wohnen) zu, als es um die letzte US-Präsidentschaftswahl ging. Und was hatte er für relevante Insights zur Wahl zu bieten? Vom kalifornischen Wetter hat er gesprochen und davon, dass ja auch seine Kinder in der Schule von der Wahl hören würden! Kein Scherz! Natürlich war der Moderator nett und bedankte sich artig für Tommis wichtigen Beitrag zur Sendung. Wie viel besser wäre das Programm gewesen, hätte der Moderator TG dazu gebracht was zum Thema zu sagen, oder, hätte sich das als unmöglich erwiesen, einfach aufgelegt?

    Aber jetzt doch noch zum Thema: Ich würde den Kampf ums Fernsehen einfach aufgeben. Das Medium ist verloren. Jeder der Qualität sehen will, sollte zu seinem eigenen Wohl einfach sofort abschalten. Oder woanders ein. Fast alles Gute, das man ehemals im TV angesehen hat, wie bestimmte Serien oder Filme, gibt es ja heute auch so auf DVD. Selten (oder noch nie?) konnte man ein ganzes Medium so komplett und folgenlos völlig umgehen!
    Man sollte lieber den Kampf für das Internet beginnen, damit das nicht auch mehr und mehr ruiniert wird. Ich denke dabei spontan an Dinge wie Netzneutralität, Netzfilter, Netzsperren und sonstige Zensurmaßnahmen (nervige Werbung, dumme Dienste usw. zähle ich mal nicht mit, im Unterschied zum TV kann man das im Netz ja komplett ignorieren). Machen wir uns nichts vor, dort droht die gleiche Katastrophe, aber im Gegensatz zur passiven Glotze wird es beim interaktiven Netz, das nur so voller Möglichkeiten steckt, weh tun, ist es erstmal zu Grunde gerichtet.

  39. 39
    Frédéric Valin

    @Jan(TM): Ja. Aber sie ist wichtig für Autoren.

    @nilz: Ich habe eigentlich über das ZDF geschrieben. Der Unterschied zwischen Broder und Heidenreich ist, dass Heidenreich keine Ressentiments bedient. Dass sie zwar aufbrausend ist, aber nicht populistisch. Ich denke, da liegen Welten.

    @nilz: Heidenreich hat sich auch nicht als Gralshüterin des deutschen Fernsehens positioniert, ganz im Gegenteil. Sie hat eine Konsequenz aus MRRs Kritik gezogen, die da heißt: wir brauchen eine Debatte, und nicht bloß eine Debatte von außen.

    @Tyler: Die Leute, mit denen Heidenreich direkt zusammenarbeitet, hat sie gelobt und in Schutz genommen. Das ZDF als etwas so homogenes wie Spreeblick wahrzunehmen, versteh ich nicht. Es wäre eher so, als würde ich über die Blogosphäre an sich, über Basic oder Alphonso und meinethalben MC Winkel herziehen, bloß dass es keinen Blogintendanten gäbe, der mich dann rausschmeißen könnte.

    (Uiuiui, für heute hab ich mein Pensum schiefer Vergleiche aber aufgebraucht.)

    Insgesamt meine ich, dass Heidenreich das ganze auch in nett hätte sagen können. Dann hätte eben keiner darüber geredet. So reden eben alle über Heidenreich. Statt über so wichtige Fragen, wie @Chajm: sie stellt.

  40. 40
    christoph

    @meistermochi
    „So reden eben alle über Heidenreich.“ Genau. Und meine Vermutung ist, dass genau dies Frau Heidenreichs Intention war, weniger Kragen geplatzt, als mehr gezielt in Szene gesetzt. Und daher eher billig als konstruktiv.

  41. 41

    Mich kotzt dieser ganze Kram, von wegen „das Fernsehen ist ja so scheiße, das Programm ist ja so blöd blah blah“, so was von an!

    Zu MRR muss ich sagen, dass ich es einfach nur bescheuert finde, sich so darüber aufzuregen, dass das Programm (außer arte und 3sat) so schlecht ist, wenn man doch selber größtenteils vom Fernsehen lebt! Anders wäre er vielleicht nur den belesenen und „klugen“ Menschen bekannt gewesen.
    Ich schätze ihn sehr, doch das ist einfach nur affig. Natürlich wusste er was da auf ihn zukommt. Er hätte nicht hingehen müssen. Er hätte vorher nein sagen können. Stattdessen nutzt er das Fernsehen um sich dramatisch in Szene zu setzen. (Ist das so niveauvoll, Menschen, die einen ehren wollten, verbal den Fuckfinger zu zeigen?)

    Und die Heidenreich setzt dem ganzen noch das Sahnehäubchen drauf! Auf ein mal, ist sie nämlich genau der gleichen Meinung. Sie schämt sich. Sie ist angeekelt von dem Ort….. der versuch hollywood zu sein, aber doch nur köln-ossendorf blah blah… warum ist sie dann da? warum? sie hasst es, sie kann es nicht ausstehen und trotzdem geht sie hin? Dieses Nachgeplaper ist doch völliger quatsch! sie hat doch am meisten durch das Fernsehen verdient!

    Aufeinmal finden alle das Fernsehen ganz doof. Aber warum ist es so doof? Weil das Publikum es zu dem gemacht hat, was es ist. Das Fernsehen versucht die Masse zu bedienen, weil sie die einzige ist, die das Fernsehen überhaupt am Leben halten kann. Nicht die Nischenprogramme, nicht die Intellektuellen halten das Fernsehen am Leben. (By the way: Die wirklich Intellektuellen schauen erst gar kein Fernsehen…)
    Und zu einer Verbesserung des Programms hat die Heidenreich meiner Meinung nach nicht wirklich beigetragen, oder ist es wirklich soviel besser, mir sagen zu lassen welches Buch gut und welches schlecht ist?

    Ja ich schau mir auch das „niveaulose Programm“ an! Genauso wieder jeder andere hier auch. Und wie oft habt ihr bei solchen Gelegenheiten den Fernseher ausgeschaltet? Das müsst ihr euch selber beantworten.

    Aber die Kulturelite muss ja jetzt natürlich die Gelegenheit nutzen und so tun, als ob sie es schon lange gewusst und gefordert hätte. Aber es ist nun mal so, dass das was unsere „klugen“ Menschen fordern, nicht gesehen werden will. So isses halt. Die Fernsehmacher haben doch gar nicht die Intention den Zuschauern bewusst etwas „niveauloses“ zu bieten, weil sie den Zuschauer qüalen wollen. Nein es ist umgekehrt. Der Zuschauer qäult die Fernsehmacher, die vermutlich am Anfang ihrer Karriere ganz andere Vorstellung vom Fernsehenmachen hatten, mit seinem Drang Voyerismus im Fernsehen zu betreiben.

    Außerdem sollte sie die Heidenreich nicht wundern, wenn sie ihren Arbeitgeber schlecht macht, rausgeschmissen zu werden. Da sollte sich auch keiner drüber aufregen. Wenn bei der Nationalelf der Spieler den Trainer schlecht macht, lässt dieser es sich schließlich auch nicht gefallen und alle finden es richtig!

    Ich finde man sollte aufhören, den „klugen“ Menschen im Fernsehen soviel Lob und Ehre zukommen zu lassen als seien sie die Märtyrer des hohen Niveaus im Fernsehen. Auf dieser Welt gibt Mio Menschen, die weitaus intelligenter, wie Frau Heidenreich sich augenscheinlich in ihrem Artikel selbst bezeichnet, und haben viel mehr für unsere Menschheit vollbracht, als Frau Heidenreich mit ihrer Fernsehsendung und ihrem hochintelligenten Artikel in der FAZ.

  42. 42

    @Shahla: bitte heirate mich sofort.

  43. 43
  44. 44
    Frédéric Valin

    @nilz:

    @Shahla:

    Ooch. Darf ich dann dabei sein und das Büffet leerfuttern?

  45. 45
    antifalten

    @Shahla:

    > Stattdessen nutzt er das Fernsehen um sich dramatisch in Szene zu setzen. (Ist das so niveauvoll, Menschen, die einen ehren wollten, verbal den Fuckfinger zu zeigen?)

    bin mir ziemlich sicher, dass er, mit seinen 88 (!) jahren, nach gefühlten 5 stunden warterei und schlechter unterhaltung einfach die schnauze voll hatte und dies rausgelassen hat. das ist nicht niveaulos, sondern sein gutes recht und menschlich. seine fernsehkritik war, glaube ich, eher nebenher und halbherzig. wie man gemerkt hat, hat er auch nicht wirklich eine ahnung, was so im tv läuft.

    generell: bei „druckfrisch“ war man eh immer besser aufgehoben als bei frau heidenreichs „lesen“!

  46. 46

    Warum darf eine Journalistin, die gleichzeitig auch Gebührenzahlerin ist, eigentlich in der ihr eigenen ungeschminkten Sprache, die sie immer gesprochen hat und wegen der sie den journalistischen Stellenwert hat, den sie heute hat, nicht sagen was sie über Deutsches Fernsehen denkt?

    Weil das ZDF ihr die Schecks überreicht? Ja, das tut es. Aber das Geld für diese Schecks verdient das ZDF auf eine Art und Weise: nämlich per Gebühreneneintreibung beim Fernsehzuschauer.

    Ich habe überhaupt kein Problem mit Heidenreich als Sprachrohr für das, was ich vom Deutschen Fernsehen halte. Ich habe nämlich letzten Samstag Abend versehentlich in das geklickt, was die ARD ausgestrahlt hat. Da blieb mir der Mund offen stehen, weil ich gar nicht wußte, dass man überhaupt noch so schlecht produzieren kann.

    MRR hat’s doch verkackt, er hat ein bisschen geblökt, tat so als hätte er noch nie vorher zur Kenntnis genommen, dass Deutsches Fernsehen vor die Hunde gekommen ist und als sei ihm das ausgerechnet erst in der einen Preisverleihung aufgefallen, als ihm ein Preis verliehen werden sollte, der nicht mit einem Preisgeld verbunden war. Eine Woche später hat er einen schönen Werbedeal an der Hand und im April plant der WDR eine Dokumentation über das Leben von MRR zu bringen, die gerade ein bisschen von ihm und mit ihm produziert wurde. Schön, wie das alles so passt.

    Elke Heidenreich hat doch ein Hauptproblem: sie ist eine Frau in den Jahren, ungeliftet, tritt gerne nicht in Armani gedresst auf, bleibt gerne ungeschminkt, sieht nicht aus wie Verona und spricht nicht hirnlos wie Sonja. Das macht sie nicht besonders attraktiv und irgendwie unbequem. Sie hat keinen Film am Start und sie überlegt sich i. A. sehr genau, wofür sie Werbung macht.

    Mensch, was soll denn das deutsche Fernsehlektorat- u. publikum 2008 um Himmelswillen mit solchen Frauen noch anfangen? Das sind doch Fabelwesen. Vor so etwas gilt es sich zu schützen. Aber hallo!

  47. 47

    @antifalten: naja gut da muss ich dir rechtgeben.. man hätte ihm das ding einfach gleich in die hand drücken sollen und ihn nach hause schicken sollen. dann hätte frau heidenreich bestimmt noch ihre sendung behalten.

    @Frédéric Valin: kommt auf das hochzeitsgeschenk an

  48. 48
    Frédéric Valin

    @creezy: Danke.

    @Shahla: Best6 of Kerner 2005 bis 2008!

  49. 49

    @creezy:

    lassen wir mal für einen augenblick die heidenreich als person aus dem spiel.

    hört auf euch über das programm nur zu beklagen.. das fernsehen geht vor die hunde blah.. ja das ist halt so. aber warum das nicht zum anlass nehmen und versuchen das programm selber zu gestalten, wie man es für richtig hält? es gibt zahlreiche möglichkeiten dies zu tun.
    hier in hamburg übernimmt dies tide. der öffentliche bildungs und ausbildungskanal. dort hat JEDER die möglichkeit seine meinung in diversen formaten der welt mitzuteilen. aber interessieren tuts keinen, weil man vermutlich mit seinen ansichten nur eine sehr kleine zielgruppe erreicht. (der sender hat vergleichsweise miserable quoten.. )
    aber zurück zum do it yourself… warum machen das so wenige? ganz einfach weil wir alle zu faul sind, etwas selber in die hand zu nehmen. weil es eine verdammte arbeit ist, etwas zu kreieren, dass allen gefällt und die chefs zufrieden stellt. man kann dieses verhalten auf alle lebensbereiche projezieren..
    wir sind viel zu sehr daran gewöhnt, bedient zu werden. wir müssen ja nichts dafür tun, dass etwas in der flimmerkiste läuft.
    und jetzt wo auf einmal viele sagen, alles ist schlecht hier, machen viele mit und behaupten das gleiche. weil es viel zu anstrengend wäre, selber die initiative zu ergreifen.

    und wenn alles nichts bringt und trotzdem alles doof ist, würde ich einfach nur noch den stecker ziehen und die kiste aus dem fenster schmeißen..
    doch irgendwann würden wir ihn doch wieder vermissen, den fernseher.

  50. 50
    RC

    Zu MRR muss ich sagen, dass ich es einfach nur bescheuert finde, sich so darüber aufzuregen, dass das Programm (außer arte und 3sat) so schlecht ist, wenn man doch selber größtenteils vom Fernsehen lebt!

    Na lieber so, als das jemand schwafelt der gar nichts mit der Materie zu tun hat. Und ich bin fast sicher das das als Argument auch hochgekommen wäre, hätte jemand das TV kritisiert, der damit in keinerlei Verbindung steht.
    Ich empfinde jemanden wie MRR in dieser Situation quasi als „Betroffenen“, für mich klar die Gruppe die dann auch einen berechtigten Grund hat was dazu zu sagen.

    warum ist sie dann da? warum? sie hasst es, sie kann es nicht ausstehen und trotzdem geht sie hin?

    Ich will die Heidenreich zwar echt nicht verteidigen (weil ich gar nichts über sie weiß), aber sie hat in ihrem FAZ Artikel deutlich erklärt warum sie da war.

    Aufeinmal finden alle das Fernsehen ganz doof. Aber warum ist es so doof? Weil das Publikum es zu dem gemacht hat, was es ist.

    […]

    Die Fernsehmacher haben doch gar nicht die Intention den Zuschauern bewusst etwas „niveauloses“ zu bieten, weil sie den Zuschauer qüalen wollen. Nein es ist umgekehrt. Der Zuschauer qäult die Fernsehmacher, die vermutlich am Anfang ihrer Karriere ganz andere Vorstellung vom Fernsehenmachen hatten, mit seinem Drang Voyerismus im Fernsehen zu betreiben.

    Das sehe ich völlig anders. Beim biometrischen Reisepass sagen die Politiker auch, die Bürger würden diesen „gut annehmen“ und der Verkauf würde laufen wie vorher, obwohl man doch gar keinen anderen Ausweis mehr bekommen kann… *Argh*
    Beim Fernsehen scheint es doch viel mehr so zu sein, dass es einen harten Kern gibt (ich erinnere mich wie Oliver Kalkofe mal sagte, wir dürfen uns den Inhalt des TV nicht von den Leuten vorschreiben lassen, die keine andere Alternative haben oder wollen), bei denen das Teil immer läuft, völlig egal was gezeigt wird. Bei dieser Vorgabe ist es natürlich so, dass Sender das zeigen, was am billigsten ist. Reality TV ist billiger als eine geskriptete Serie mit echten Schauspielern, also macht man Reality TV, wenn es doch die gleiche Quote bringt. Das ist einfach eine wirtschaftliche Entscheidung. Minimalprinzip.
    Würde man Reality TV & Co. komplett abschaffen und _nur noch_ anspruchsvolle Serien, Bildungs- und Informationssendungen ausstrahlen, würde doch dieser harte Kern auch nicht abschalten, eben weil dieses Publikum sich mit allem beschallen lässt. Doch das würde eben diesem Prinzip widersprechen; Mehrarbeit ohne mehr Profit/bei gleichem Profit kann es in keinem normalen Markt geben.
    Diese nicht näher spezifizierte Macht, komplett entscheiden zu können was läuft, hat das Publikum so einfach nicht. Was die Entscheider beim Sender in die Quote eines Programms hineininterpretieren und dann daraus umsetzen ist ja auch nochmal eine nicht verlustfreie Abstraktionsebene.

    Ja ich schau mir auch das „niveaulose Programm“ an! Genauso wieder jeder andere hier auch.

    Ich habe seit 2003 gar kein TV mehr. Noch nie vermisst.

    Außerdem sollte sie die Heidenreich nicht wundern, wenn sie ihren Arbeitgeber schlecht macht, rausgeschmissen zu werden. Da sollte sich auch keiner drüber aufregen.

    LOL. Genau diesen Punkt hat mir vorhin auch jemand genannt. Jemand der sich fast pausenlos über seinen Arbeitgeber beschwert. :D Machen das nicht fast alle? Klar, nicht öffentlich, weil kein Rückgrat, aber das Beschweren als solches reicht ja schon um zum Heuchler zu werden. :P

    Jaja, immer diese bösen Arbeiter die sich über ihren Arbeitgeber beschweren… Die haben doch auch Gefühle! Sauerei sowas! Nicht in Deutschland!!!

    Auf dieser Welt gibt Mio Menschen, die weitaus intelligenter, wie Frau Heidenreich sich augenscheinlich in ihrem Artikel selbst bezeichnet, und haben viel mehr für unsere Menschheit vollbracht, als Frau Heidenreich mit ihrer Fernsehsendung und ihrem hochintelligenten Artikel in der FAZ.

    Ja stimmt, jeder der nicht mindestens Krebs und AIDS geheilt hat sollte sich 2x überlegen was er so von sich gibt. Oder ob überhaupt. Also jeder außer mir. :P Denn schließlich muss doch noch jemand _darauf_ hinweisen. :P

  51. 51

    @creezy: bitte nicht. jetzt haben wir den salat, so musste es ja kommen. heidenreich ist jetzt die märtyrerin für das wahre, das echte, das ungeschminkte. sie ist jetzt die person für unbequeme wahrheiten. die ich vorher noch nie von ihr hörte, aber sie war mir ja eigentlich auch immer egal.

    heidenreich nun zum counter-part von blödinen wie kraus oder pooth hochzujazzen ist das bestellte argument. das musste jetzt noch kommen. nur: das problem ist immer das die leute ehrlichkeit mit pöbelei verwechseln. gerade von jemand der sich ja offensichtlich für einen teil einer wie auch immer aussehenden intellektuellen speerspitze hält, kann ich ja wohl erwarten, das er auch artikulieren kann, was ihn stört. abseits persönlicher eitelkeiten. das hat sie in zwei faz-artikeln nicht geschafft. auch ungeschminkt nicht.

  52. 52
    Frédéric Valin

    @nilz: Deswegen hab ich eigentlich einen Artikel übers ZDF geschrieben, und nicht über Heidenreich. Heidenreich an sich interessiert mich nicht sonderlich, obwohl ihre Sendung wichtig ist.

    Du magst den Stil kritisieren, in dem sie Kritik geübt hat, aber sie hat auch inhaltlich Dinge gesagt. Sie hat Abläufe erklärt und die Schwierigkeit beschrieben, Kultursendungen im Fernsehen zu machen. Gut: ihre Schwierigkeiten. Ich nehme ihr das ab, dass es ihr um die Sendung ging und nicht um sich selbst. Ich habe Heidenreich nie als Selbstdarstellerin empfunden. Sie hält sich auch nicht für intelletuelle Speerspitze, finde ich, sondern sagt klar: Mein Auftrag ist ein Bildungsauftrag. Daran kann man sie messen. Daran, nicht aber daran, dass der Cicero sie zur einflussreichsten Frau gekürt hat mit seinem bescheuerten Ranking.

    Ich finde, ihre Kritik nicht zu mögen, ist Geschmackssache. Daraufhin die Reaktion des ZDFs unter den Tisch fallen zu lassen, das geht nicht.

    Und ich finde, es gibt hierzulande viel zu wenige Intellektuelle, die sich mal hinstellen und sagen: Das stinkt. Sie tun es nicht, weil man dann sofort auf sie als Person einprügelt, wo sie vllt. tatsächlich eine Sache meinen. Das wird schon gar nicht mehr geprüft, ob sie ihre Bekanntheit nur der Eitelkeit wegen ausspielen, oder ob sie eine Meinung transportieren wollen. Ja, ihre Meinung. Aber immerhin, wir haben nichts besseres, woran wir uns brechen können.

    (Übrigens, das aber nur am Rande: Ich finds erstaunlich: Heidenreich bekommt etwas, das ich stilistisch als Blogartikel empfinde, in der FAZ unter. Das ist schon an sich toll. Das hat Applaus verdient.)

  53. 53

    @Frédéric Valin: okay, jetzt kommen wir doch langsam zusammen. ich gebe gerne zu: mir gefällt der stil ihrer kritik nicht. habe ich ein problem mit. ok. whatsoever. lasse ich das mal beiseite. man kann ihr auch eitelkeit vorwerfen und ich habe lange mit mir gehadert, ob ich das wirklich zum vorwurf machen will, denn wer sich in die öffentlichkeit stellt, der ist natürlich auch beseelt von einer gewissen eitelkeit. ist ja logisch und gehört ja auch irgendwie dazu. ich finde es geschmacklos internas an die öffentlichkeit zu zerren, um seiner meinung mehr substanz zu geben. ok. sehen andere anders.

    ihre sendung mag wichtig erscheinen, aber wenn dann in 3 monaten christine westermann oder sonstwer den lesen!-nachfoilger übernommen hat, dann merkt man doch auch wieder wie austauschbar heidenreich war/ist. klar, im fernsehen ist das heute keine überraschung, und ich kann auch gerne anerkennen wie wichtig ihre sendung war. daran besteh kein zweifel. aber sie hat eben keine kritik geschrieben, die für ihren arbeitgeber als diskussionsgrundlage hätte dienen können und so unsouverän man die reaktion des zdf auch herbeischreiben mag: sie ist es nicht. sie ist eine logische konsequenz.

    sie wollte in ihrer nächsten geplanten sendung campino zu gast haben holladiwaldfee, wenn das mal nicht die intelligente art von unterhaltung ist, die wir alle in die prime time sehnen…

    und sorry: aber als selbstdarstellerin habe ich heidenreich eigentlich immer emnpfunden. was ich nicht schlimm finde. aber manche können es halt und andere wirken gleich beleidigt.

    Und ich finde, es gibt hierzulande viel zu wenige Intellektuelle, die sich mal hinstellen und sagen: Das stinkt.

    das unterschreibe ich dir sofort. aber nur weil es jetzt mal einer gemacht hat (und in meinen augen auch schlecht), muss ich dem ja nicht gleich zujubeln. ich wünschte nur, sie wäre substantiell gewesen, dann hätte mich der rauswurf auch empört. so aber bleibt mir nur ein müdes: sie wollte es ja so.

  54. 54
    RC

    Ich finde es traurig, das es inzwischen für viele viel wichtiger zu sein scheint, _wie_ _wer_ etwas sagt, als das, _was_ überhaupt gesagt wurde. Solange es nicht um so etwas wie einen Wahlkampf geht, wo die Kontrahenten sich sowieso nur gegenseitig runterbuttern, sollte das weniger Gewicht erhalten…

  55. 55

    Im Bezug auf den Rauswurf von Frau Heidenreich, ist es absolut wichtig wie man etwas sagt. Denn letzendlich entscheidet der Ton einer Kritik wie mit ihr umgegangen wird.
    Mal abgesehen davon fand ich ihren Text in gewisserweise respektlos und wer respektlos ist, sollte sich nicht wundern, wenn andere es auch zu einem sind. Ich kann die Entscheidung des ZDF nachvollziehen.

    Und zu RC:

    „Bei dieser Vorgabe ist es natürlich so, dass Sender das zeigen, was am billigsten ist. Reality TV ist billiger als eine geskriptete Serie mit echten Schauspielern, also macht man Reality TV, wenn es doch die gleiche Quote bringt. Das ist einfach eine wirtschaftliche Entscheidung. Minimalprinzip.“

    Ich glaube nicht, dass es am Geld liegt und genauso wenig, dass die Quote zwischen einer „geskripteten Serie“ (Ich dachte alle Formate im Fernsehen seien geskriptet, habe ich zu mindest so gelernt.) und einer Reality Show gleich bleibt.

    Viele Sender bringen regelmäßig viele neue Sendungen und Serien ins Fernsehen, setzen diese aber nach einer Folge bereits komplett ab oder zeigen sie erst gar nicht. Warum? Weil die Quote nicht stimmt, was will der Zuschauer stattdessen sehen? Sarah&Marc in Love oder was auch immer. Fernsehsender geben Mio Euro umsonst aus, nur um auszuprobieren, was gut ist.
    Das ist eine haltlose Behauptung zu sagen, die Quoten seien immer gleich.
    Achja und den vergleich von Reisepass und Fernsehen ist glaube ich auch ein wenig weithergeholt. Ich hätte mich über eine ausführlichere Argumentation gefreut.

  56. 56
    Frédéric Valin

    @Shahla: Gerade, dass die Kritik von Heidenreich so hervorragend respektlos (als verletzend, persönlich verletzend, oder gar diffamierend hab ich sie nicht empfunden) macht sie ja so frisch. Das ist, in eminen Augen, ein Vorzug. Gut, darüber kann man nicht streiten, ist ne Geschmacksfrage.

    Dann aber mit einem „Heidenreich war ungezogen, also reden wir jetzt nicht weiter mit ihr“ abzubügeln, das ist indiskutabel. Arm.

  57. 57
    RC

    Ich glaube nicht, dass es am Geld liegt[…]

    Ich gehe einen Schritt weiter und behaupte, dass es nur am Geld liegt und sogar nur um dieses geht. :P
    Und natürlich ist es so, dass Sender eine wesentlich billigere Reality Show zeigen, wenn für eine bestenfalls unwesentlich höhere Quote eine wesentlich teurere Serie gezeigt werden könnte.

    (Ich dachte alle Formate im Fernsehen seien geskriptet, habe ich zu mindest so gelernt.)

    Während des US-Autorenstreiks Ende 2007 haben die US Sender auf die Krise reagiert, indem sie geskriptete Shows wie Journeyman einstellten und stattdessen als Ersatz mehr Reality Shows zeigten, weil diese halt keine Autoren brauchen…

    Das ist eine haltlose Behauptung zu sagen, die Quoten seien immer gleich.

    Au contraire! _Würde_ man eine wesentlich geringere Quote erzielen, wieso würde man es dann noch zeigen? Du hast doch selbst gesagt das Leute das so sehen wollen = Quote. Am Ende will der Sender doch immer nur das die Kasse stimmt. Weniger Werbeeinnahmen durch weniger Publikum würde man, wenn überhaupt, hinnehmen, insofern das durch die geringeren Ausgaben nochmal gerettet wird.

  58. 58
    RC

    Achja und den vergleich von Reisepass und Fernsehen ist glaube ich auch ein wenig weithergeholt.

    Ich vergleiche ja auch nicht den Reisepass mit dem Fernsehen, sondern die kaum oder gar nicht vorhandene Wahlmöglichkeit bei beiden.

  59. 59

    ich bin der meinung es gibt eine wahlmöglichkeit.. so wie ich es schon vorhin gesagt habe (was aber irgendwie untergegangen ist), man kann den fernseher ausschalten, man kann selber fernsehen machen und wie jemand anderes gesagt hat, kann man abseits der großen sender wählen. das sind sehr viele wahlmöglichkeiten. denn schließlich zwingt niemand irgendjemanden dazu fernsehen zu schauen. ich hab das gefühl, dass das fernsehen hier teilweise als eine folter der menschheit dargestellt wird, der niemand entgehen kann. aber ist nun mal fakt, dass es den meisten gefällt.
    vielleicht sollte man erstmal klar definieren, welche aufgabe das fernsehen überhaupt hat.
    meiner meinung nach sollte es unterhaltend sein und ich glaube das sehen eigentlich alle so, wir wollen ja schließlich nicht vor der glotze auf grund von langeweile einschlafen.
    natürlich kann man sich jetzt über das niveau der unterhaltung streiten, fakt ist aber, dass das aktuelle niveau von der masse angenommen wird. kommt man mit diesem niveau nicht klar, hat man durchaus die möglichkeit auf andere sender zurück zugreifen, oder?

    und wenn das fernsehen seinen job nicht richtig macht wie frau heidenreich findet, sollte man sich vielleicht überlegen nicht andere bereiche zu stärken? zum beispiel ihre eigene branche. was ist zum beispiel mit dem Buch Feuchtgebiete? Ist das nicht genauso niveaulos? wenn es so im fernsehen laufen würde, auf jeden fall.
    trotzdem feuchtgebiete ist ein bestseller.
    und ich finde, dass das meine meinung unterstützt. das niveau wird vom publikum bestimmt. egal ob fernsehen oder literatur.. oder vielleicht sogar journalismus?

    ich glaube es ist falsch, das komplette fernsehprogramm als eine einizige gehirnlose bestie dargestellt wird, was die qualität einzelner formate ja in frage stellt.
    hätte frau heidenreich nicht wie eine furie gegen ihren sender und das programm gehetzt, hätte es meiner meinung nach eine viel konstruktiviere diskussion geben könne.

    übrigens hatte sie zu der letzten sendung lesen thomas gottschalk eingeladen. ich kann mich nicht daran erinnern, das dieser besonders gut in ihrer krititk weggekommen ist. das spricht doch für ein äußerst unüberlegtes verhalten oder?

  60. 60
    RC

    […]es gibt eine wahlmöglichkeit.. so wie ich es schon vorhin gesagt habe (was aber irgendwie untergegangen ist), man kann den fernseher ausschalten, man kann selber fernsehen machen[…]

    So rein für mich empfinde ich nichts davon als echte, realistische Alternative. Ich will bestimmt nichts gegen Podcasts und so sagen, dafür gibt es auf dem Sektor zuviel gutes Zeug, aber ich sehe nicht wie eine kleine Privatinitiative jemals ihr eigenes Lost/Dexter/Battlestar Galactica produzieren würde/könnte. Da müssen eben (Vollzeit-) Profis ran. Und das ist auch der Punkt warum mich das überhaupt noch tangiert. Die vielzitierten Reality Sachen, die leider wie Pilze aus dem Boden schießen, gefährden die Sachen die ich gerne sehen möchte. Produziert es der TV Sender erst gar nicht mehr, kann es auch keiner mehr danach auf DVD anschauen.

    ich hab das gefühl, dass das fernsehen hier teilweise als eine folter der menschheit dargestellt wird, der niemand entgehen kann. aber ist nun mal fakt, dass es den meisten gefällt.

    Ist natürlich rein subjektiv, aber alle Leute in meinem Umfeld die noch TV schauen, haben das Ding aus purer Gewohnheit laufen. Man ist eben damit aufgewachsen, dass darf man nicht unterschätzen. Immer wenn ich das mal mitbekomme, wird ständig rumgezappt wie verrückt und das EPG studiert, nur um enttäuscht festzustellen das irgendwie doch nix kommt das man unbedingt sehen will. Also lassen die das Programm eingeschaltet, dass am wenigsten nervt. Eben so, wie ich beim Autofahren das Radio anhabe, vielleicht kommt ja doch mal was von Belang, wie z.B. eine Staumeldung.
    Ich bin davon überzeugt das es in sehr vielen Haushalten so oder so ähnlich abläuft.
    Würde da mal das Gerät kaputt gehen und eine Woche lang nichts geschaut, würden viele merken das ihnen eigentlich gar nichts fehlt. Irgendwie wäre man ja dann gezwungen sich mit was anderem zu beschäftigen.

    hätte frau heidenreich nicht wie eine furie gegen ihren sender und das programm gehetzt, hätte es meiner meinung nach eine viel konstruktiviere diskussion geben könne.

    Aber wenn genug Leute diese Diskussion wollen, kann diese doch stattfinden? Wieso muss die an Heidenreich gekoppelt sein? War nicht auch MRR der eigentliche Auslöser? So leicht sollte man es den Sendern nicht machen, einfach die Sache mit dieser Begründung wegzuschieben. Käme so manchem dort sicher nicht ungelegen.

    übrigens hatte sie zu der letzten sendung lesen thomas gottschalk eingeladen. ich kann mich nicht daran erinnern, das dieser besonders gut in ihrer krititk weggekommen ist. das spricht doch für ein äußerst unüberlegtes verhalten oder?

    Vielleicht wollte sie ja nur das er mal ein Buch liest? :P
    Und sie hat ihn in die Sendung eingeladen, nicht zu sich nach Hause. Das klingt mir eher danach das es da (zuvor?) _kein_ böses Blut/echte Abneigung gab. Man kann auch Leute kritisieren ohne wirklich etwas gegen diese zu haben.

  61. 61

    @RC:

    „aber ich sehe nicht wie eine kleine Privatinitiative jemals ihr eigenes Lost/Dexter/Battlestar Galactica produzieren würde/könnte. Da müssen eben (Vollzeit-) Profis ran.“

    das ist denk ich mal so die typische antwort die man auf meine aufforderung geben kann. im endeffekt heißt es: das lohnt sich ja eh nicht.
    dann brauchen wir hier auch nicht weiterzureden, ändern tut sich ja eh nichts. oder wie soll ich das jetzt verstehen. egal. dass es in deinem fall nicht klappt, liegt vermutlich daran, dass du gleich irgendwelche sachen aus amerika nachmachen willst? wozu? ich hab doch gar nicht gesagt, dass du lost oder sonst was nachmachen sollst. laufen tut es eh im fernsehen! und ich glaube frau heidenreich und auch herrn RR ging es nicht um irgendwelche serien, die aus amerika importiert wurden.
    es ging um das bildungsfernsehen. es ging darum, dass zum beispiel auf rtl kein einiges politischmeinungsbildenes format läuft.

    wenn ich gute serien sehen will, dann kauf ich mir die dvds bei amazon und dann hat sich das. aber um das zu erreichen was, MRR und HR wollen, kann man ganz einfach selber mitarbeiten. ich würde das nicht sagen, wenn ich das nicht schon selber gemacht hätte.
    ich meine das bloggertum ist doch genauso so eine sache, die auf eigeninitiative beruht.

    aber gut wenn man zu faul ist und seine fähigkeiten an lost oder sonstwas misst, ist es ja klar, dass daraus nichts werden kann.
    eine gute dokumentation, wie auf arte kann man hinbekommen. und das weiß ich sehr genau sogar. und das ist meiner meinung nach auch was MRR gefordert hatte. es muss mehr vielfalt geben. und es muss ein gewisses niveau herrschen. und wer soll diese aufgabe besser erfüllen als wir, das publikum?

    wieso nicht mal auf die straße gehen und für besseres fernsehen demonstrieren? wenn jemand etwas bewirken kann, dann sind wir es. wir sitzen doch am längeren hebel. mit unserem sehverhalten lenken wir doch das fernsehen.
    nehmen wir jetzt mal ganz utopisch an, niemand würde mehr realitiytv schauen wollen, dann gehe 100%ig davon aus, dass jenes abgeschafft werden würde und etwas neues stattdessen kommen würde. das hängt nun mal auch einfach nur von marktforschung ab. man muss die fernsehmacher halt zu besseren produktionen zwingen. wobei man auch einfach sagen muss, dass nicht alles schlecht ist!

  62. 62

    Dem Kadavergehorsam gehört die Zukunft! So sieht es scheinbar das Staatsfernsehen, auch öffentlich-rechtlich genannt, aber auch ganz kurz ARD und ZDF. Bleiben wir bei letzterem:
    Das ZDF hat ja scheinbar Probleme damit, wenn jemand mal laut zu denken wagt. Wir sind also mal wieder da, wo man für Meinungsäußerungen bestraft wird, wo Zensur salonfähig ist. Immer schön die Klappe halten – und wenn man schon unbedingt was sagen muß, genügt es, dem Chef alles hübsch nachzuplappern…

    Dabei hat Elke Heidenreich recht auf der ganzen Linie. Zum Beispiel Gottschalk: Er ist schon seit Jahren nicht mehr witzig. Nur weil bei „Wetten dass…?!“ regelmäßig 12 Mio. Zuschauer vor der Glotze hängen, heißt das nicht, daß hier etwas Supertolles geboten wird. Übertrüge man eine Hinrichtung aus den USA am Samstag um 20.15 Uhr, dann hätte man die selbe Quote. Ohne internationale Stars käme Gottschalk wohl vielen selbst wie eine Hinrichtung vor. Und woher kommt letztlich auch diese hohe Quote. An mangelnden Alternativen. Die ARD verheizt dagegen gern mal zum 400. Mal einen alten „James Bond“ und die Dritten quälen den Zuschauer entweder mit alten DDR-Schinken oder „Panda, Gorilla, Stinktier und Co.“ oder wie das heißt. Die Dritten sind schon lang nur noch drittklassig. Und die Privaten? Superstars. Supertalente. 90minütige Spielfilme, die 120 Minuten laufen, weil sie jede Viertelstunde durch Werbung unterbrochen werden. Arte? 3Sat? Lichttblicke! Mehr nicht. Ja, Elke Heidenreich hat recht. Die öffentlich-rechtlichen Anstalten versuchen auf Biegen und Brechen mit unseren Gebührengeldern das niedrige Niveau der Privaten zu erreichen. Sie haben es fast geschafft! Und nun ist ein weiterer Stern erloschen. „Lesen“ ohne Elke Heidenreich. Ein Armutszeugnis.

  63. 63
    RC

    das ist denk ich mal so die typische antwort die man auf meine aufforderung geben kann. im endeffekt heißt es: das lohnt sich ja eh nicht.
    dann brauchen wir hier auch nicht weiterzureden, ändern tut sich ja eh nichts. oder wie soll ich das jetzt verstehen.

    Nö. Ganz und gar nicht. Ich sagte ja das es an der Podcast Front viele gute Sachen gibt, die es wert sind angehört/angesehen zu werden. Da funktioniert das selbst aktiv werden ja. Aber ich meinte eben auch, dass es Sachen gibt die niemand so leicht selbst kreieren kann. Würde das TV aufhören solche Inhalte zu produzieren, bezweifle ich doch stark, dass dann eine Handvoll Enthusiasten nahtlos diese Lücke füllen könnte.

    dass es in deinem fall nicht klappt, liegt vermutlich daran, dass du gleich irgendwelche sachen aus amerika nachmachen willst? wozu?

    Ich will gar nichts „nachmachen“. Mir gefallen anspruchsvolle Geschichten mit deutlichen Qualitäten. Dafür gab ich dann Beispiele, ich wollte einfach nicht nur die ganze Zeit aufzählen was ich _nicht_ mag. Und das gut erzählte Geschichten eben fast ausschließlich in den USA (was wiederum darüber Bände spricht, dass das wohl nicht so einfach auf die Beine zu stellen ist) in Serienform gegossen werden, hat damit auch kaum was zu tun.

    laufen tut es eh im fernsehen!

    Solange es nicht verdrängt wird, klar. Gute Serien werden ständig eingestellt, etwa zu Gunsten von Casting Shows. Würde die steigende Verbreitung solcher Formate den Rest nicht beeinflussen, wären mir diese völlig egal.

  64. 64

    @Andreas Avantgarde:

    ich glaube man macht es sich hier viel zu einfach zum einen zu sagen, „wer was dagegen sagt, der ist gleich der buhmann“ zu anderen zu sagen, das ganze programm ist ja ach so schlecht. jetzt fehlt noch ein vergleich zum dritten reich und dann haben wir den salat.
    arte und 3sat sind auch nicht mehr das was es mal war. oder ist der film 8 mile jetzt ein zeichen für niveau im arte abend programm? das ist doch auch alles nur reich ranicki nachgelaber.
    man sollte mal auch die guten seiten des fernsehens hervorheben bevor man nur draufschlägt.

    gebt doch mal zur abwechslung verbesserungsvorschläge. ich hab es schon getan. aber langsam wiederholt ihr euch…

  65. 65
    RC

    aber langsam wiederholt ihr euch“¦

    Diesbezüglich durchs TV noch nicht abgehärtet? :P

  66. 66

    @Shahla
    den Ansatz „meckert nicht so viel, kommt lieber mit eigenen Ideen, Konzepten“ kann ich nicht so richtig nachvollziehen. Bei einer katastrophalen Infrastruktur würde dein Vorschlag lauten, baut euch doch selbst ne Autobahn, oder was?

  67. 67

    Hier könnte ich nochmals daran erinnern, dass es keine verbindliche Definition davon gibt, was Qualitätsfernsehen ist – oder was es nicht ist. Für mich gehört die Heidenreich nicht zum Qualitätsfernsehen, für andere Menschen spürbar doch.
    Ich erinnere gern an Harald Schmidt (Qualitätsfernsehen für mich) der sagte, dass ein Land, in dem nicht mindestens acht Millionen „Musikantenstadl“ schauen, unregierbar ist…
    Gruselig wäre es schon, wenn jeden Tag das „žPhilosophische Quartett“ mit Peter Sloterdijk liefe…

    Qualitätsfernsehen hat also niemand der Protagonisten (MRR, Heidenreich) umrissen. Für MRR ist es das, was ihn persönlich interessiert und da dieses Land ungefähr 80 Millionen Einwohner hat, werden auch 80 Millionen Menschen die Frage danach unterschiedlich beantworten. Teenager wollen vielleicht diese Sendung auf VIVA schauen, in der sich andere Teenager in Badekleidung von Y-Promis bewerten lassen. Vielleicht wollen 10 Millionen Menschen sehen, wie andere Menschen an den einfachsten Dingen des Lebens scheitern „žPoah! Die sind noch viel dümmer als wie wir!“. Vielleicht gibt es auch Zuschauer für die Sozialneidreportagen von RTL und diese Zuschauer werden das auch für Qualitätsfernsehen halten. Oder meinen die Theoretiker allen Ernstes, die Menschen konsumieren bewusst die billigsten Formate?

  68. 68

    @Chajm: Alles schön und richtig. Das Problem bei ARD und ZDF ist aber, daß es sich um öffentlich-rechtliche Anstalten handelt, die sich über Zwangsgebühren und nicht ausschließlich durch Werbung finanzieren. Nichts gegen den „Musikantenstadl“, die geben sich ja wenigstens noch Mühe und befriedigen ihre Zielgruppe hervorragend. Wer es mag, ist zufrieden. Meinetwegen könnte jeden Tag das „Dschungelcamp“ laufen – ist doch super, wenn sich C-Promis zum Affen machen, aber wenn ich dafür bezahle, will ich auch was Anständiges haben. Ich kaufe mir ja auch nicht den völlig überteuerten Kaffee im KaDeWe, obwohl die Stiftung Warentest ihn mit „mangelhaft“ bewertet hat, nur weil es der teuerste ist. Ich bin da liberal. Sendet, was ihr wollt! Aber hier wurde jemand nicht wegen schlechter Quoten oder einer miesen Sendung gefeuert, sondern weil er seine Meinung gesagt hat.

    Muß man denn in Deutschland immer noch den Untertanen spielen, um seinen Job zu behalten? So langsam wird es mal Zeit, daß allein die Leistung zählt. Und Elke Heidenreich hat viel geleistet in ihrer Sendung, das muß man sagen, ob man sie nun mag oder nicht.

  69. 69

    Erst mal durchatmen.

    Bisher hat es noch keiner geschafft, für alle, den Hinweis zur Sache ..über…
    die Person’Elke Heidenreich‘ als „Suche“ nach Informationen zu beurteilen.

    Darum meine Bitte an die lesenden User.
    Nehmt Euch die Zeit u. recherchiert selbst.

    Alles Gute
    @PiPi :-)

  70. 70

    elke hat nicht begriffen, wessen brot ich esse, dessen lied ich singe
    arroganz führt schnell zum fall und in deutschland besonders, wo keine
    kritische meinung öffentlilch gefällig ist, das ganze fernsehen ist am kulturellen abgrund und besonders durch die oberen gefördert, elke saß zwischen den stühlen und da muss man eben die schnauze halten,sonst komme ich ins aus oder noch woanders hin,
    merkt alle ,kritik ist gut aber man muss auch mit verstand kritisieren
    bis dann ……..

  71. 71

    4. Mizuno Wave ElixirThe architectural guiding the particular distinctive brand of Mizuno Wave as well as should reduce

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