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Hoffenheimer Revolutionsführer

Der ansonsten überaus schätzenswerte Peter Unfried bei SpOn:

Ausgerechnet jetzt (oder gerade jetzt?) scheint selbst in der Bundesliga nicht mehr alles so zu sein, wie es immer war. Der Blick auf die Tabelle zeigt in der oberen Hälfte eine neue Unübersichtlichkeit: 1. Hoffenheim, 2. Leverkusen, 3. HSV, 4. (!) Bayern.

Was ist da los? Herrscht jetzt auch im Fußball Revolution?

Jaja, Fußballrevolution. Wird bestimmt wieder viel geköpft, kennen wir ja. Hoffenheim an der Spitze, das ist in der Tat eine Novität. Alle waren sich sicher, dass Hoffenheim bei seinen finanziellen Mitteln auf Jahre hinaus den Großstadt-Auswärts-Fans Landidylle vermitteln wird; dass es von Anfang an so gut läuft, gut. Überraschend, aber nicht mehr.

Es geht mir auf die Nerven: dieses Sensations- und Revolutionsgekreische. Gehts denn bitte nicht ne Nummer kleiner? Schaut man sich die Tabelle an, muss man sagen: Zuallererst ist das mal der elfte Spieltag. . Zieht man Hoffenheim ab, stehen erstaunlich gut da: Dortmund, Leverkusen, Hertha und Köln. Wobei Leverkusen und Dortmund auch nur zwei drei Plätzchen über Normal liegen. Plätzchen, die ihnen vielleicht in der Weihnachtszeit wieder weggefuttert werden.

Erstaunlich schlecht stehen da: Bremen, Stuttgart und Schalke. Falsch: sie stünden erstaunlich schlecht da, wenn das jetzt Spieltag 30 wäre. Und dann wäre das immer noch keine Revolution, sondern erstaunlich und bitter für manche Fans, für andere weniger.

Revolutionen sehen, mit Verlaub, anders aus. Kann nicht wenigstens Peter Unfried dieses ganze Rumgeboulevarde in der Fußballberichterstattung beiseite lassen? Braucht er doch gar nicht, kann doch sehr gut schreiben, der Mann. Dass dem Kicker nichts anderes einfällt, geschenkt. Aber herrje, doch jetzt nicht auch noch Peter Unfried.

Keine Kommentare

  1. 01
    nedfuller

    Aber wer erwartet heutzutage noch eine solide Berichterstattung üerb Fussbal in den Medien?

    Deswegen lese ich blogs!

  2. 02

    Letzte Saison wars mein KSC (in einem etwas kleineren Rahmen) – und diese Saison halt Hoffenheim, was als „Überraschungsteam der Saison (TM)“ gilt.

    Der Rest ist, genau wie du es sagst, einfach nur die „Standardabweichung“.

  3. 03
    pippo

    …ist doch wie immer! Leverkusen ist Zweiter.

  4. 04

    Fred, wenn Du das Zitat weiterliest, wird es noch viel schlimmer. Ich hätte fast auch noch einen Artikel draus gemacht, so dämlich ist der Text.

    Die Revolution, so schreibt Unfried nämlich sinnfreier Weise weiter, besteht darin, dass alles so ist wie seit Jahren: das Geld bestimmt die Tabelle. Revolution? Und das schon seit Jahren? Wow!

    Für so viel geistige Umnachtung müsste er sich eigentlich die gesamte letzte Spielzeit von Energie Cottbus am Stück angucken.

  5. 05

    Wird immer schlimmer mit der Hoffenheim-Euphorie-Berichterstattung. Mir hat ja schon immer dieses entschuldigende „Hoffenheim ist so wirklich eine Bereicherung für die Bundesliga“ in der Sportschau gereicht. Meine Güte, dass die z.T. sehr ansehnlichen Fußball spielen, bestreitet doch keiner. Aber trotzdem ist die Methode Hoffenheim nicht schöner oder grundlegend anders als die Methode Bayer 04 oder VW – und da wird sich auch die Beliebtheit einpegeln.

  6. 06
    tmmey

    Der Novermber steht vor der Tür. Wen wunderts da?

  7. 07

    das gute ist doch, irgendwann frisst die revolution ihre eigenen kinder.

  8. 08

    Fußballrevolution??? Ich würde sagen nein, das Konzept und der Trainer sind sehr gut und ohne große Stars, trotz viel Geld.

  9. 09

    Fussball. Das sit doch die Sportart, bei der alle gegen alle spielen und zuletzt ist Bayern Meister.

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