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No YouTube please, we’re Deutsche!

„Sie haben das Netz nicht verstanden und sie werden es auch die nächsten 20 Jahre nicht verstehen“, sagt der mitteljunge Mann, der sich selbst in M dot Strange umgetauft hat, als er sich im Netz neu erfand.  Er redet nicht über Deutschland, sondern über die Mainstream-Unterhaltungsindustrie. Die Film-Majors im besonderen. Und doch, denke ich böswillig, kann man den Satz auch auf viele deutsche Netizens anwenden.

Ich sitze, wie so oft in dieser Woche, im Hau2 beim Berlinale Talent Campus, das in der Tat ein sehr spannendes Programm zusammengestellt hat. „The Indie Filmmakers Guide thru the Internet“ heißt die Veranstaltung, von der ich leider nur den dritten Teil miterlebt habe.

Unter der Moderation von Liz Rosenthal (Mitgründering der Seite Power to the Pixel) erzählen M Dot Strange und  Timo Vuorensola von ihren Filmprojekten, die sie mit Niedrigstbudgets umgesetzt und nur durch Netzmarketing und Eigeninitiative an ihre Zuschauer gebracht haben.  Timos erster Erfolg, die kollaborative Nerdarbeit von sieben Jahren,  war die SciFi-Parodie „Star Wreck: In the Pirckining“, die er zusammen mit Geeks aus aller Welt umsetzte und dann per Torrent verbreitete. Ein trashig-liebenswerte, skandinavische Antwort auf Star Trek und Babylon 5, die tausendfach verlinkt und über 8 Millionen Mal heruntergeladen wurde.

Derzeit arbeitet er, wieder mit hunderten Freiwilligen, am Nachfolgeprojekt, für das sie die stattliche Summe von 4,1 Mio Euro auftreiben wollen. Der Trailer ihrer „Nazis auf dem Mond“-Story „Iron Sky“ sorgte vor gut einem Jahr für einige Aufregung.

Die Realisierung wird allerdings noch auf sich warten lassen, denn derzeit werben Sie auf der Berlinale und demnächst in Cannes für ihr Projekt.  Zeitungsjungen verteilen gefakte Zeitungen aus dem Jahr 2018, die darüber berichten, dass die Nazis die sich Ende des Zweiten Weltkriegs auf den Mond verabschiedeten, plötzlich wieder zurückkommen. Die Hoffnung: Investoren begeistern zu können, die das Risiko eingehen wollen, einen Film zu finanzieren, der erstmal kostenlos im Netz verfügbar gemacht werden soll.

Mit „Star Wreck“ hat es einmal schon geklappt. Nach dem Medienrummel und dem Erfolg der schrägen Fanproduktion bot ihnen Universal an, den Film zu vermarkten. Anerkennung aus dem Major-Lager, die sich finanziell allerdings nicht wirklich rechnete. Universal verkaufte genausoviele DVDs, wie die Truppe um Timo auch schon alleine übers Netz verkauft hatte – nur mit wesentlich schlechterer Gewinnspanne für die „Wreckfilmer“ (Ihre Kollaborationsseite auf der sie zum Ideenaustausch zusammenfinden nennt sich „Wreck a Movie“).  Vielleicht fehlt dem großen Studio tatsächlich das Verständnis dafür, wie man die Fans solcher Nischenunterhaltung wirklich effektiv erreicht.

M dot Strange, der seinen bizarren Animationsfilm „We are the strange“ völlig im Alleingang produzierte, ist ebenfalls nicht wirklich überzeugt vom Studiosystem. Zumindest nicht, wenn es seine Arbeit angeht. Flapsig und mit angemessenem Sarkasmus führt er durch seine PowerPoint-Präsentation, in der er zusammenfasst, wie er seinen Film vermarktet hat: Ein Blog, ein YouTube-Channel, den er mit Clips, Tutorials, Making Ofs fütterte, und indem er Fan-Wettbewerbe veranstaltete, deren Gewinner als digitale Figur in den Film eingebaut wurde. Natürlich auch noch die üblichen Social-Networks. Facebook, MySpace and Shit. Doch YouTube war sein wichtigster Kanal um seine Zielgruppe zu finden.  Die Methoden dabei: Direkte Ansprache. Ehrlichkeit. Und Community-Bewusstsein.

„Wenn man genug Geld hat, kann man die Leute immer belügen. Wenn man keins hat, muss man die Wahrheit vermarkten.“

Große Studios können einfach säckeweise Geld in eine generelle Richtung werfen, in der Hoffnung die anonyme Zielgruppe, die „14 to 25 male caucasians“, zu erwischen, die sich für ihr Produkt interessieren. Wer das nicht kann oder will, sollte zuhören.  Sollte nicht deswegen auf YouTube posten, weil das ja irgendwie cool ist, um dort genau dieselben altbackenen Werbeformen nach seinen Regeln reinzudrücken, sondern verstehen, wie die Community funktioniert. Und die ist gerade im englischsprachigen Ausland eben sehr divers, sehr medienerfahren, sehr selbstständig und hat oftmals eine extrem fixe Auffassungsgabe, sowie einen sehr feinen Sensor dafür, wenn sie belogen wird.

Das Netz ist hart und wer sich dort präsentiert darf nicht zu zart besaitet sein. Der rollende Pöbel, der erstmal unter jedes Video „Hey, you’re gay, this shit suckz ass!“ stammelt, ist eine Hürde die es zu überwinden gilt. M dot Strange spricht davon, dem Netz Opfer zu bringen, was gut in sein Bild des Kults passt, den er um seinen Film erzeugt hat. Opfer sind in diesem Falle Goodies für die Fans. Bilder, der Soundtrack als Torrent, Clips des Films als Rohmaterial zum beliebigen Re-Mixen.

Letztlich geht es ihm darum, seine potentiellen Zuschauer ernst zu nehmen. Sie nicht als demographischen Haufen zu erkennen, sondern zu schauen, was sie sagen, was sie mögen, wie sie miteinander reden. Wie sie sich in ihrer YouTube-Welt bewegen. Denn die ist trotz aller Virtualität sehr viel lebendiger als es auf den oberflächlichen ersten Blick erscheint.

Das Konzept scheint sich in seinem Fall auszuzahlen. Auch wenn der Film beim Publikum des Sundance-Festivals durchfiel und die Hälfte der Zuschauer innert der ersten 20min den Saal verließ, im Netz fand „We are the Strange“ sein Publikum, ja sogar ergebene Fans, die die aufwendig gestaltete, in Eigenregie produzierte DVD kaufen, FanArts zeichnen, Kritiker über den Haufen mailen und freiwillig Werbung für das Werk machen.  Das geht von Mundpropaganda, bis hin zu Videoantworten, in denen sich die Fans filmen, wie sie die gekaufte DVD auspacken und ihr „huldigen“.

Weil sie sich ernst genommen fühlen, denn M dot Strange ist auch dann ehrlich, wenn er ihnen sein Werk (das trotz DVD natürlich weiterhin kostenlos im Netz zu sehen ist), verkauft.

Kein verschämtes „Sorry, ich trau mich ja nicht zu fragen, aber ich brauchte wirklich dringend etwas Geld für den neuen Film … darum wäre es superdupernett wenn ihr mir was abkauft“-Gestammel, sondern einen direkten Spot, der sagt: „Buy this shit!“ Nebenbei macht er als YouTube-Partner auch mit den kostenlosen Views über die Werbeeinnahmen einen kleinen Profit – soviel, dass er es sich leisten kann davon seinen nächsten Film zu finanzieren. Wieder in Eigenregie mit völliger kreativer Kontrolle. Die will er nicht abgeben, auch wenn ihm nach einiger Medienresonanz schon einige Hollywoodstudios angeboten haben für sie einen Featurefilm zu machen. Als Auftragsregisseur.  Nichts für M dot.

Seine Ratschläge sind nachvollziehbar, eigentlich logisch und oft genug sehr banal offensichtlich.  Sicher kein Weg zum garantierten Erfolg, denn bei aller Marketingfinesse muss auch das künstlerische Produkt stimmen und klar gehört auch Glück dazu. Dennoch zeigen die beiden Geschichten, dass es Möglichkeiten gibt als Indie-Filmer seine Werke dem Publikum präsentieren, die es noch vor wenigen Jahren nicht gab. Möglichkeiten, die auf Dauer die Spielregeln der Vermarktung völlig verändert haben und denen nicht nur die Majors mit ihren Rechtsabteilungen größer als die Kreativzentralen, noch deutlich hinterherhinken.

Das Publikum, viele Filmstudenten klassischer Universitäten, schaut eher skeptisch aus der Wäsche, als es ins Q&A geht.  Die Details des Universal-Deals von „Star Wreck“ würde man gerne erfahren. Das klingt nach was Handfestem, Soliden. Dass es finanziell weniger lukrativ war als die Eigenvermarktung, wird mit Befremden aufgenommen.

M dot Strange wird ein wenig belächelt, wie auch seine Fans und ihre Antwortvideos eher belächelt wurden. Ja, für seine seltsame Nischenanimation für Technokiddie und Gamegeeks kann sowas funktionieren, aber so richtig mag sich der Filmstudi aus München nicht vorstellen, wie sowas für ihn und seine „ernsthaften Filme“ funktionieren kann.  Er schaut etwas drein, als halte er YouTube für einen Kinderspielplatz, auf dem die Blagen zur Mittagszeit viel zu viel Lärm machen.

Die häufigste Frage, die Timo Vuorensola beantworten darf, ist die nach der Ausbeutung. Wenn so viele Menschen an seinen Projekten mitwirken, die aber alle nur in den Credits gewürdigt werden ohne Geld zu bekommen, wäre das ja Ausbeutung. Dass die Leute damit zufrieden sind, weil andernfalls wohl kein Film entstünde, weil man sich nur noch mit finanziellem Gedöns und vertraglichen Absprachen zur Verwertung rumschlagen würde, scheint eher eine unbefriedigende Antwort zu sein. Die vorherrschende Haltung im Saal ist eher Skepsis, habe ich den Eindruck. Anstatt Chancen zu sehen, die natürlich nie Garantien sind, bewegen sich die Gedanken der Fragesteller ähnlich dynamisch wie die der Rechtsabteilung von Warner Bros.  Es könnte ja irgendwie, irgendwo ein Profit von 6,50 € durch die Lappen gehen.

Das deckt sich mit meinem generellen Eindruck, das kreative Communities jenseits von StudiVZ oder Flirt.de noch nicht so recht angekommen sind. Hierzulande ist YouTube in erster Linie eine Seite von der aus man Videos woanders einbindet.  Wichtig ist das Blog, das Magazin, auf dem die Videos eingebunden werden. YouTube als eigentlicher Ort von Interaktionen, als Sammelbecken für Künstler, Fans, Vermarktung und Meinungsaustausch – das alles steckt in Deutschland und im nicht englischsprachigen Europa scheinbar noch in den Kinderschuhen. YouTube wird als Archiv alter Medien genutzt, um Videoclips und TV-Ausschnitte zu sehen – doch der Sog der YouTuber die ihre eigenen Gemeinschaften bilden? Hierzulande entfaltet er sich nur zögerlich. Dass für einen Künstler sein YouTube-Profil die zentrale Schnittstelle zu seinen Fans sein kann, wie es M dot Strange propagiert, wird belächelt. So wie Filmmajors auch lieber für jeden eigenen Film eine hundertausend Euro teure Flashseite hinklotzen, die sich dann keine Sau anschaut, glauben auch viele Netizens, die es eigentlich besser wissen müssten, dass sie es sich leisten können, YouTube als Selbstdarstellungsplattform zu ignorieren und bestenfalls als Videoserver zu benutzen.

Dieselben Leute, die nicht verstehen, warum traditionelle Journalisten sich mit dem Internet und Blogs so schwer tun, leisten es sich, vitale Entwicklungen jenseits ihres Erlebnishorizontes zu ignorieren und als Kinderkram abzutun. Während YouTube-Gatherings – also Nutzertreffen – in Ländern wie den USA, UK oder Australien große Events sind und über die YouTubeLive-Show in den USA auch von den großen Medien bis zum kleinsten Blog berichtet wurde (mal ungeachtet ihrer durchwachsenen Qualität), herrscht hierzulande das Schweigen im Walde.

Während sich die Top-Vlogger und Videoproduzenten in den USA bereits ihren Lebensunterhalt mit ihren YouTube-Videos verdienen, sind sich die Künstler und Kreativen hier oftmals noch zu fein, für Videoportale zu produzieren und sich dort zu engagieren um sich eine Fanbase zu erarbeiten. So wundert es nicht, dass YouTube Deutschland derzeit von Mittelmass dominiert wird. Deutsche Vlogger sind meist grauenhaft schlecht, deutsche Schülerfilme lassen die Werke ihrer US-Pendants wie Citizen Kane wirken. Es gibt wenige Ausnahmen, sicher, doch es könnten viel mehr sein, die wirklich gute Filme für das Portal produzieren.

Selbst Musiker, die erfolgreiche Video vorweisen können wie Jasper, nutzen nur einen Bruchteil des Potentials, das ihnen eine gezielte Fan-Pflege bieten würde. Der Rest ignoriert die Community des Portals oder lamentiert langatmig darüber, ob ihm das Kleingedruckte in den AGBs von YouTube nicht gefällt.

Vielleicht etwas, das mit dem in Deutschland verbreiteten Verständnis des Original-Genies, des nur aus sich selbst heraus schöpfenden Künstlers zusammenhängt, dem das Handwerk alleine schon suspekt ist.  Fanpflege ist heutzutage aber eben auch Handwerk das verlangt Berührungsängste abzubauen.  Das ist unbequemer, als auf die Entdeckung durch Sponsoren, Filmförderung und große Label zu warten, aber es ist ebenso eine Chance die nur der ungenutzt lassen sollte, dem das Publikum letztlich egal ist.

Das Netz bietet keine Garantien, nur Chancen.  Soviel konnte dieser „Guide thru the Internet“ vermitteln.  Aber Chancen gibt es mehr als früher, und die Berührungsängste vor gemeinsamer kreativer Arbeit, vor der Nutzung des Hive-Mind (wie es die Star-Wreck-Macher anzapfen) oder vor der engen Interaktion mit den Fans sind ein Luxus, den sich auch Filmstudenten nicht mehr leisten sollten.

39 Kommentare

  1. 01

    …boah. so ein langes schimpfwort…

  2. 02
    kay_ro

    Hi,

    die Frage nach der Ausbeutung ist nicht ganz ohne Belang: Um einen konventionellen Film zu machen, braucht es auch Leute, die keine künstlerische Kontrolle über das Projekt haben. Wenn darauf gesetzt wird, das diese Menschen nur für die Kredits arbeiten, der Gewinn und der Erfolg aber beim Produzenten bleiben, dann ist das zumindest Grenzwertig. Egal ob Studentendreh oder Vlog.

    cu
    k

  3. 03

    Die Wahrheit steckt im Artikel bzw. im Gesprochenen. Ich muss der aktuellen Situation wirklich zustimmen, aber ich gehe jetzt mal von mir aus:
    Ich habe YouTube eigentlich nur als die Plattform gesehen, wo lustige Videos oder Musik und Filme vom Mainstream zu finden sind, der Rest hat mich eigentlich noch nie interessiert. Ich muss sagen, wenn ich deutsche Produktionen oder Kanäle gesehen habe, wars eher dieses „gehände Leere“-Gefühl, als dass es mir zugesprochen hätte… Da sind die Amis und co schon mehr bewandert und wissen auch, was sie tun müssen. Der Japser-Kanal ist einer der Kanäle, die mich wirklich anspornen, noch zu glauben, dass YouTube eben nicht diese Plattform ist, wo nur noch Werbung aus Deutschland ist und keine Kommuniktion, wie man es vom Web 2.0 erwartet.
    Übrigens ist gleich das erste Video von Japser über (u.A.) Web 2.0^^

    Ich ertappe mich gerde selbst, wie ich grade so auf YouTube rumklicke, aber dennoch habe ich aktuell garkeine Lust auf Video posten und Community-Reden und stimmt: Das ist Einstellungssache der Deutschen

  4. 04
    ber

    YT sieht eben Scheisse aus und ist ein Pool für alles mögliche. Ein professionelles Filmprojekt nur dort zu vermarkten halte ich nicht für den richtigen Rahmen. Bei Studenten- oder Indieproduktionen mag das okay sein, aber einen Luis Vuitton Shop-in-Shop bei LIDL würde man auch merkwürdig finden, oder?

  5. 05

    @kay-Ro

    Die Frage ist eben auch, ob die Leute sich ausgebeutet fühlen. Klar wenn tatsächlich irgendwann mal viel Geld damit verdient würde, wäre es nicht tragbar die Leute für lau arbeiten zu lassen. Derzeit sind die Summen die umgesetzt werden aber bestenfalls geeignet einen Teil des Folgeprojekts zu finanzieren. Und die Leute die mitarbeiten sind ja auch nicht alle Vollzeitmitarbeiter sondern oft Fans die Spaß daran haben einen kleinen übersichtlichen Teil zum Ganzen beizusteuern. Sie wissen von vornherein das sie es für lau machen und sie entscheiden wieviel Zeit sie investieren. Da von Ausbeutung zu sprechen finde ich fragwürdig, denn es wird am Initiator des Projektes liegen ob die Mitarbeiter letztlich zufrieden sind und gerne mitmachen. Solange das so ist und die Alternative eben wäre, dass es solche aufwendigen Indie-Filme sonst nicht gäbe, finde ich das okay.

    @ber

    Es geht ja nie bei irgendwas um ausschließlichkeit, sondern darum die Chance zu nutzen. YouTube ist wie Blogs auch erstmal eine Veröffentlichungsform deren Inhalt von den Nutzern bestimmt wird (zumindest in gewissem Rahmen). Sein potentielles Publikum zu ignorieren, weil einem das Design nicht gefällt ist ziemlich töricht. Klar der nächste Sommerblockbuster muss sich dort nicht aktiv präsentieren, aber eine Band, Kleinkünstler, Autoren und die meisten Kreativen die nicht über den Lusux gigantischer Finanzmittel verfügen und einfach Geldsäcke in Richtung der Zielgruppe werfen können, sollten sich zumindest mal überlegen diese Chance zu nutzen. Der LIDL-Vergleich hinkt, denn YT (und andere Videoportale mit Community) sind erstmal contentunabhängige Veröffentlichungsformen.
    Mag ja sein, dass sich manch einer „den richtigen Rahmen“ erträumt den er für seine kreativen Produkte angemessen sieht – es dürfte oftmals nur sehr viel schwerer sein das Publikum dorthinzulocken.
    Für viele YT-user ist es tatsächlich der Content der zählt und nicht das optische drumherum.

  6. 06

    „Anstatt Chancen zu sehen, die natürlich nie Garantien sind, bewegen sich die Gedanken der Fragesteller ähnlich dynamisch wie die der Rechtsabteilung von Warner Bros. Es könnte ja irgendwie, irgendwo ein Profit von 6,50 € durch die Lappen gehen.“

    und

    „Fanpflege ist heutzutage aber eben auch Handwerk das verlangt Berührungsängste abzubauen. Das ist unbequemer, als auf die Entdeckung durch Sponsoren, Filmförderung und große Label zu warten, aber es ist ebenso eine Chance die nur der ungenutzt lassen sollte, dem das Publikum letztlich egal ist.“

    Lustig. Das lässt sich so auch auf die gerade stattfindende Musikdiskussion übertragen, wo einem für solche Aussagen alles um die Ohren fliegt. Same old story everywhere.

  7. 07

    @kay-ro

    Zuerst mal würd ich annehmen, dass die Leute alle doch selbst entscheiden können, wofür sie ihre Zeit investieren. Und wenns nun mal die Mitarbeit an so nem Projekt nur für die Erwähnung im Abspann ist, dann ist das deren Entscheidung. Oder?

    Ausbeutung ist ein ziemlich großes Wort. Es ist ja nicht so, dass da jemand für einen Hungerlohn 14 Stunden schuftet und die Kinder auch mit ran müssen. Oder dass die Leute zu irgend was gezwungen werden.

    Wenns dann wirklich dazu kommen sollte, dass der/die Initiatoren Geld scheffeln und alle anderen leer ausgehen, wird sich bei solchen Projekten sicherlich auch eine Kultur entwicklen, bei der Teihabe anders geregelt ist. Oder die Leute werden nur mitmachen, wenn die Projekte unter ner Form von Creative Commons laufen. Oder den Leuten reicht es einfach ihren Namen genannt zu sehen.

    Wie gesagt, Ausbeutung ist was anderes.

  8. 08
    heidrun

    @fpk: es ist da so, dass jemand 14 stunden für gar keinen lohn schuftet :)
    nee, mal im ernst, oft fehlen ja auch die mittel, aber es ist schon so, dass in der filmbranche viel klassische „praktikantenausbeute“ betrieben wird, und wenn man die leute sich dann für das 5. projekt umsonst den arsch aufreissen wegen der tollen kontakte, fragen sie sich zurecht, warum. eine finanzierungsmethode, bei der man mit recht hoher wahrscheinlichkeit die crew nicht bezahlen kann, ist auch meines erachtens nicht gerade zukunftsträchtig (und neu ist diese situation ja auch bei klassischen finanzierungsmethoden nicht), auch wenn der einige filme mit niedrigstbudgets allen beteiligten sicher ne menge spaß gebracht haben…
    achso, die kultur, bei der die teilhabe anders geregelt ist, die gibts schon:rückstellungsverträge…du unterschreibst, dass du mit einem bestimmten prozentsatz beteiligt wirst, wenn der film mehr als soundsoviel einspielt, und da er das nie tut, bekommst du kein geld.

  9. 09

    @heidrun:

    Ich verstehe jetzt nicht wo da das Problem ist? Die koennen doch alle T-Shirts, Kaffeebecher und aehnliches Merchandising verkaufen. Oder Vortraege halten. Oder kostenpflichtige Foren aufmachen.

    (wer Ironie findet darf sie behalten)

  10. 10
    Gunnar

    Wie sieht denn die Arbeit dieser „hunderten von Freiwilligen“ aus? Was haben die zu tun?

  11. 11

    @heidrun

    eine finanzierungsmethode, bei der man mit recht hoher wahrscheinlichkeit die crew nicht bezahlen kann, ist auch meines erachtens nicht gerade zukunftsträchtig.

    Soweit ich das verstanden hab, gehts bei einem der vorgestellten konzepte zuerst mal darum, dass über ein soz. netzwerk leute gefunden werden, die verschiedene aufgaben (musik, mitschreiben am drehbuch) kostenlos übernehmen und die ganze produktion begleiten. Das kann man dann wohl finanzierungsmethode nennen, ist aber doch mehr, nämlich ne ganz neue art einen filme zu produzieren. Ob das zukunftsträchtig ist häng wohl von davon ab, ob es den Leuten auf Dauer Spass macht und was gescheites bei rauskommt. Schua mer mal.

    Ansonsten gings mir nur darum etwas von dem Begriff Ausbeutung wegzukommen. Gerade bei solchen Projekten, an denen die allermeisten Leute wohl am ehesten in ihrer Freizeit arbeiten. Es gibt schlimmeres.

  12. 12

    Ich schließe mich Marcel an und würde noch einen Schritt weitergehen: Im Prinzip kann man das im Artikel beschriebene Phänomen, dass Youtube von der Filmindustrie noch nicht in seinen Möglichkeiten erkannt und ernst genommen wird auf viele große Internetplattformen und ihre Genres beziehen. Das Internet wird, auch von den klassischen Medien, als Plattform der Möglichkeiten gepreist; seine Möglichkeiten werden aber bei weitem nicht ausgeschöpft!

    Wenn man bedenkt, dass viele deutsche Politiker trotz Wahljahr und bewiesenem Erfolg des Internetwahlkampfs in den USA ihre virtuellen Möglichkeiten nur zögernd nutzen, erkennt man die ambivalente Sicht der Bevölkerung auf dieses Medium. Sein Potential wird bewundert aber nicht richtig genutzt.

    Das Internet bricht gerade die klassischen hierarchischen Strukturen auf – ob Politiker oder Marketingchef: Man kann im Netz eben nicht mit Chauffeur durch die Menge kutschieren, winken und in einer Pressekonferenz neue Leitsätze zum Besten geben. Man muss mit den Menschen interagieren, jedem Einzelnen ehrlich gegenüber treten. Alle sind gleich. Vielleicht ist auch das ein Grund, warum das Internet in Deutschland schleppender Anklang findet, als in anderen Ländern, weil hier eben die hierarchischen Strukturen stärker verwurzelt sind?

    „Das Netz bietet keine Garantien, nur Chancen.“ Dabei sind die Garantien geringer und die Chancen größer, als bei allen anderen Medien- oder Vermarktungsformen.

  13. 13

    @Gunnar

    Die Arbeit ist vielfältig. Das geht vom reinen Brainstorming und Spitballing in den Foren, über viele kleine Aufgaben, die auch nicht alle die gleiche Zeit verschlingen: Ein Poster designen, Ein Raumschiffmodell konstruieren am Rechner, eine einzelne Effekt-Szene pre-vizzen, Geräusche aufnehmen, bis hin zu Extras die mal einen Tag bei einer Massenszene dabei sind…

  14. 14
    Tim

    @ber
    YT sieht eben Scheisse aus und ist ein Pool für alles mögliche.

    Da ist der Punkt: In Deutschland muss der Rahmen stimmen. Es geht hierzulande nicht drum, wo sich das Publikum aufhält, sondern es muss dem Künstler gefallen. Das hebt das Lebensgefühl der Kreativen, bringt aber keinen Erfolg. Und statt sich ums Produkt zu kümmern, wird die Zeit damit verplempert, den angemessenen Rahmen zu finden und zu stylen.

  15. 15

    @Rob:

    Alle sind gleich. Vielleicht ist auch das ein Grund, warum das Internet in Deutschland schleppender Anklang findet, als in anderen Ländern, weil hier eben die hierarchischen Strukturen stärker verwurzelt sind?

    Dann duerfte das Internet aber in Asien nicht so erfolgreich sein wie es laut allgemeiner Meinung ist. Zumindest nach meiner Erfahrung sind z.B. asiatische Firmen extrem hierarchisch, da ist es nach meiner Erfahrung ziemlich undenkbar dass ein Mitarbeiter einen Manager zwei Hierarchieebenen hoeher direkt kontaktiert ohne ueber seinen eigenen Manager zu gehen.

  16. 16
    Gunnar

    Danke Oliver
    Ich kannte diese Art des Filmes bislang noch nicht. Das ist leider völlig an mir vorbei gegangen. Leider passiert das durch das Internet häufiger. Es gibt irgendwie immer mehr und mehr.

  17. 17

    @Armin (15):

    Nun, „erfolgreich“ ist das Internet in Deutschland ja auch. Bricht denn in Asien das Internet die alten hierarchischen Strukturen auf? Begegnen sich im von dir angesprochenen asiatischen Raum der Manager dem Mitarbeiter, der zwei Hierarchiestufen unter ihm steht, auf gleicher Ebene?

    Ist dies der Fall, dann wäre es ein sehr interessantes Beispiel, wie das Internet tatsächlich bestehende soziale Gefüge absolut unterlaufen und verändern kann.

    Dies würde dann, in diesem Fall auf Asien bezogen, auch bedeuten, dass Community-Portale wie YouTube auch von Firmen und Medienanstalten sehr stark genutzt werden, um ihre Produkte zu vermarkten. Wie sieht es mit der „Politik 2.0“ in Asien aus? Nun, in diesem Fall sollte man sich auf die Demokratien reduzieren – oder bloggt das Regime in China auch?

  18. 18
    Anadur

    Das Netz drückt nur die Unterschielichkeiten der Kulturen aus. In Deutschland spielt man eben Fußball, in England Rugby und in den USA eben American Football. Das Netz funktioniert eben in Deutschland anders als irgendwo sonst auf der Welt und natürlich auch in die andere Richtung. Wer dennoch versucht Amerikanische Vorgehensweisen fast schon zwanghaft auf Deutschland zu übertragen, der verpasst eben Chancen.

  19. 19

    Schon cool, wie Timo (Energia Productions) und M Dot Strange es geschafft haben, ihr Publikum online zu finden und es mit in die Produktion einzubeziehen. Ich denke aber, dass es nur deshalb finanziell so gut klappt, weil sie eben noch mit die einzigen sind. Wenn viele Produzenten oder Regisseure anfangen würden, ihre Filme auf einmal kollaborativ produzieren zu wollen und ihr Publikum online aufzubauen, würde das ganze wahrscheinlich nicht mehr wirklich allzu gut funktionieren. Mal davon abgesehen, dass ein kollaborativer Ansatz so viel Vorarbeit für den Communityaufbau bedeutet, dass es sich wirklich nur über einen langfristigen Zeitraum auszahlt…

    Anyway, wir können gespannt sein, wohin die Entwicklung geht.

    Tim // http://www.valkaama.com

  20. 20
    catatonique

    könnte man dann vielleicht auch mal drüber reden, welche art von filmen so entstehen und entstehen können? die angeführten beispiele klingen sehr nach etwas mit nerdfaktor +1000. nach filmen im indiebereich, deren rezeption kein publikum braucht, sondern fans möchte (und das, würde ich behaupten, ist ein unterschied). spielen sehgewohnheiten, die durch youtube erzeugt oder befördert werden, da nicht auch eine rolle? von daher wundert mich nicht, wenn der filmstudent verhalten reagiert. hat vielleicht nicht nur mit netzaffinität zu tun, sondern einfach damit, was da für filme als beispiele firmieren.

  21. 21
    Tim

    @catatonique Gute Frage, aber die kann man mangels Beispielen nicht wirklich beantworten. Auf jeden Fall kommt es zu einem hohen Grad auf den Film, das Filmkonzept, den Inhalt und die Qualität an. Aber da spielen sicher noch sehr viele andere Faktoren mit rein. Einer ist sicher Zeit und ein anderer der Erfolg des Communitybuildings, der wieder direkt vom Charisma der Filmemacher abhängt.

    Meine Erfahrungen in Sachen Filmproduktion eines normalen, technisch nicht bombastischen Filmes ohne Star Trek oder Mond-Nazi Nerd Faktor über das Internet zeigen, dass die Resonanz durchaus verhalten sein kann ;) Guckst Du hier: http://www.valkaama.com

    Tim

  22. 22

    @Tim und andere

    das interessante ist ja, das es unterschiedliche Ansätze gibt. m dot Strange hat wenig Interesse wirklich kollaborativ zu arbeiten. Er bezeichnet sich selbst als Kontrollfreak, der lieber alles selbst machen und genau seine Vision umsetzen will. Einen PR-Stunt wie Fans in den Film als Statisten zu rendern macht er zwar, aber er lässt sich kreativ von niemandem reinquatschen. Für seine Filme, seinen finanziellen Aufwand funktioniert das, genauso wie der kollaborative Ansatz für die WreckFilmer zu funktionieren scheint.

    Je nach Thema und Ansatz wird das eine oder das andere besser oder schlechter funktionieren und es gibt nie ein Patentrezept. Meine Kritik war eher, dass ich es schade finde, wenn sich einige Leute „zu fein“ sind ihre Kunst in einem YouTube-Umfeld zu präsentieren und dort um Zuschauer zu werben, weil sie finden das ihre Sachen dort nicht reinpassen. Das ist eine Haltung wie bei alten Leuten die Comics per se verdammen und für die jede gezeichnete Geschichte genau dasselbe wie Fox und Foxi ist. YouTube (oder wenns denn etwas artsiger sein soll Vimeo) bieten einfach die Chance sehr sehr viele Menschen zu erreichen die sich vielleicht genau für das interessieren, was man macht. Jenseits der gängigen Demographischen Methoden, jenseits von festivals, Kurzfilmabenden… und dafür ist ein bißchen Communitypflege, ein bißchen mails beantworten, chatten, auf die Zuschauer reagieren ja nun nicht zuviel verlangt. M Dot Strange hat mehrfach betont, dass die Hauptarbeit für ihn immer noch der kreative Bereich ist und er das notwendige Maß an NetzPR quasi nebenher mitbedient…

  23. 23

    Das Problem ist eigentlich, dass YouTube quasi PR only ist, für die es natürlich auch keine Erfolgsgarantie gibt. Ernsthaftes Community Bulding ist über die Plattform alleine definitiv nicht möglich. Zusätzlich kommen die Nutzer als anonyme Masse daher, die größtenteils Wertschätzungen in Form von Ein-Satz-Kommentaren wie ‚this sucks you bitch‘ abgibt. Klar, damit muss man halt Leben, das hat M Dot Strange ja auch betont (Ich war auch bei diesem Berlinalevortrag anwesend). Aber das schreckt halt ab. Die YouTube User kommen nunmal hauptsächlich als pre-pubertäre Volldeppen rüber. Zumindest auf den ersten Blick, wenn man sich die Videokommentare anschaut. Ich mein, ich weiß, dass es nicht so ist und das die User alle Alters- und Bildungsgruppen abdecken. Aber ich kann da durchaus nen Künstler verstehen, der „das muss ich mir nun echt nicht geben“ dazu sagt.

  24. 24
    ber

    @Tim: Weihnachtsgeschenke in Packpapier, zur Beerdigung im Blaumann? Verpackung ist enorm wichtig! Sie drückt eben auch eine Wertschätzung für den Inhalt und den Empfänger aus. Es geht nicht um eine stylische Hülle für irgendeinen Schrott, sondern um die passende Darbietung einer (enorm aufwendigen) Arbeit. Und daran zu sparen – das ist leider sehr deutsch.

    PS: welche tollen Filme alle nicht gedreht worden wären, wenn man sich danach gerichtet hätte „wo sich Publikum aufhält“ möchte ich nicht wissen.

  25. 25

    @ber

    „welche tollen Filme alle nicht gedreht worden wären, wenn man sich danach gerichtet hätte „wo sich Publikum aufhält“ möchte ich nicht wissen.“

    Böswillig sage ich jetzt mal: Ganz ganz viel deutsches Befindlichkeitskino, das als Nachgeburt des Oberhausener Manifest gedreht wurde und unter dem die deutsche Filmszene bis heute leidet. Die Filme denen das Wort Unterhaltung als Sakrileg, als Ausverkauf galt und denen einzig und allein wichtig war, dass sich der Künstler damit ausdrückte. Also die Sachen, die dafür gesorgt haben, das „einen deutschen Film angucken“ für die Masse der Kinogänger Synonym mit einer eher unerfreulichen Erfahrung wurde. Filme die durchlitten werden wollten und deren Bandwurmtitel dialektisches sowohl als auch mit dem Zeigefinger versprachen. Ich frage mich immer noch, ob es ohne dieses „Künstlerische Selbstverständnis“ hierzulande nicht vielleicht doch eine lebendige und ernstzunehmende Kinolandschaft gäbe, die sowohl Genrekino, wie auch Mainstream und Arthaus umfasst. Gegen viele deutsche Filme wirken ja selbst Ken Loach, Mike Leigh, Chabrol, oder Ken Russel Streifen wie Hollywood-Blockbuster.

  26. 26
    Jan(tm)

    Zur Wiedervorlage:

    Text um die Hälfte kürzen, eigene Anti-Deutsche Vorurteile in Frage stellen und auf ungewollte Komik(dot dot dot) achten.

  27. 27

    „Das Netz bietet keine Garantien, nur Chancen.“
    Oder wie es Samuli Torssonen, Produzent von Ironsky ausdrückt:
    „In Internet, you fail fast.“

  28. 28
    ber

    @Batz: Ich sprach daher auch von „tollen“ Filmen, nicht von Wenderschen Langweilern. In diese Ecke lasse ich mich ungernst drängen mein Lieber! Ich meinte Filme die mit Sicherheit auch in deiner Top10-20 auftauchen.

    Kunst ist nunmal persönlicher Ausdruck und keine Serviceeinrichtung. Deine Blogartikel schreibst du ja auch nicht mit der Maßgabe, dass dir Millionen zustimmen müssen.

  29. 29

    @Anadur:
    That’s it!
    Einfach mal eine gewerbliche amerikanische eBay-Auktion mit einer deutschen vergleichen.
    In den Staaten gibt’s 2-3 Zeilen Produktbeschreibung, bei der deutschen Auktion gibt’s 3 Zeilen Produktbeschreibung und einen ganzen Roman mit AGBs und gesetzlichen Richtlinien für Garantie und Rücknahme und Batterie-Entsorgungsgrundsätzen.
    Aber hey, wir haben auch Rundfunkgebühren für Computer. Kein Wunder, dass man YT nicht ernst nimmt. Es hat noch keinen Behördenstempel.

    @Tim:
    Nö. Ich nutze YT in erster Linie als Infopool. Das ist besser und schneller als Fernsehen. Ab und zu kann man einen Musikclip anklicken, aber das seh ich eher als willkommenes Goodie.
    Twitter und YT auf einem Portal, das wäre nett.

  30. 30
    heidrun

    @fpk: „Soweit ich das verstanden hab, gehts bei einem der vorgestellten konzepte zuerst mal darum, dass über ein soz. netzwerk leute gefunden werden, die verschiedene aufgaben (musik, mitschreiben am drehbuch) kostenlos übernehmen und die ganze produktion begleiten. Das kann man dann wohl finanzierungsmethode nennen, ist aber doch mehr, nämlich ne ganz neue art einen filme zu produzieren. Ob das zukunftsträchtig ist häng wohl von davon ab, ob es den Leuten auf Dauer Spass macht und was gescheites bei rauskommt. Schua mer mal.“

    hm… so werden filme produziert, seit es filme gibt. wo ist der neuigkeitswert? will ja gar nicht in abrede stellen, dass das netz das alles ungemein erleichtert, aber nach meiner erfahrung läuft da auch viel über seiten wie crew-united oder dreharbeiten.de. das ding ist, man findet immer genug enthusiasten oder auch genug deppen, um „umsonst“ einen film zu machen. eine finanzierungsmethode hat man damit noch lange nicht, und die frage ist, wie lange die beteiligten lust darauf haben, umsonst zu arbeiten, denn entgegen der meinung einiger hier ist das nicht unbedingt ein kleines nettes wochenendhobby…
    aber sicher werden leute über youtube „entdeckt“ (so geschehen bei der diplomarbeit eines bekannten (doku), die dann vom fernsehen aufgekauft wurde). es kann eben so und so laufen, aber das muss man nicht an youtube festmachen, denke ich.

  31. 31
    Volker

    @Salz: Oh ganz tolle Idee, jetzt kannst du nicht nur lesen wie Oberidiot35 um 11:05 ein Döner gegessen hatt, nein du kannst dir es auch anschauen. Twitter ist wohl das nutzloseste was im Web zur Zeit rumfliegt. Das Bild Konzept aufs Web 2.0 übertragen: „Große Überschriften, nix dahinter!“

    Und YT nimmt man nicht ernst weil es nur als Videoplattform taugt.
    Als „networking device“, um deinen Fimmel für Aglizismen mal zu unterstützen, ist das Ding total unbrauchbar.

  32. 32
    Aksel

    Das große Ganze worüber man mal sprechen sollte: der wünschenswerte Zustand dass Kulturprodukte wie Filme und Musik frei ist, bedeutet in der Folge dass es kaum ‚Profis‘ im herkömmlichen Sinne in diesen Bereichen mehr geben wird, bzw. dass ‚Profi‘ umgedeutet werden muss von ‚ich verdiene meinen Lebensunterhalt in diesem Bereich‘ zu ‚ich arbeite mit Engagement in diesem Bereich, und habe einen Dayjob oder einen speziellen Background der mir dafür genug Zeit lässt‘.

    Ich bin ein grosser Fan der CreativeCommons-Idee, aber was das in allen Konsequenzen für die Ergebnisse bedeutet, sollte man erstmal genau im Kopf durchdeklinieren. Und Ben Hur oder Apocalypse Now als Open Source Projekt sehe ich erstmal nicht. Und der unterschied zu Bands ist, dass man solche Werke eben nicht mit 5 Leuten machen kann.

  33. 33
    Tim

    @heidrun … Völlig falscher Ansatz. Niemand kann ernsthaft verlangen oder erwarten, dass alles in Zukunft frei (z.B. im Sinne von CC-lizenziert) oder Open Source sein muss oder soll. Und es wird mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auch nicht dazu kommen.

    CC und OS sind erstmal Alternativen, die aber schon erstaunliche Sachen/Projekte hervorgebracht haben. Wegen des Unterschieds Musik/Film… Klar. Filme sind um Größenordnungen aufwändiger. Deshalb hat jamendo doch zig tausende Einträge, während es bei CC-lizenzierten Filmen (besonders Spielfilme) mager aussieht. Aber auch hier gibt es ja erste vielversprechende Projekte. Natürlich ist das zum großen Teil keine Hollywood-Quali, aber Filme kosten nunmal Unmengen an Zeit, Personal und Geld.

    Für mehr Infos zu freien / Open Source Filmen mal hier durchklicken (ist natürlich nur eine Auswahl):

    http://www.bigbuckbunny.org
    http://www.moviepals.org
    http://www.starwreck.com
    http://www.vebfilm.net
    http://www.valkaama.com

    … da kommt in Zukunft noch mehr.

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