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Dokumentation: Uwe geht zu Fuß

Florian hat mir gestern den Trailer zu seiner Dokumentation „žUwe geht zu Fuß“ geschickt (nach dem Klick), ein Film über einen Menschen mit Down-Syndrom, der auf „žbundesweit einzigartige Weise“ in das Gemeindeleben integriert ist. Der Trailer verspricht eine ziemlich interessante Doku und im Bonustrack sieht sich Uwe selbst den Trailer zu „žUwe geht zu Fuß“ an.


Uwe geht zu Fuß (Uwe is walking) TRAILER 1 from westerholt & gysenberg on Vimeo.

Bonustrack:


Uwe is watching the trailer from westerholt & gysenberg on Vimeo.

27 Kommentare

  1. 01
    Nico

    Vorbildlich. Früher haben sich Familienangehörige Behinderter für ihre Situation geschämt. Vielleicht wird unsere Gesellschaft ja endlich modern.

  2. 02

    Absolut cool der Mann ist das beim HSV oder welcher Fußballverein?

    Nette Menschen…evtl wurden einfach nur die gezeigt, aber das macht nichts es reicht ja schon das es sie gibt.

  3. 03
    max

    Einfach gut :)

  4. 04
    Sam

    Kann man den Film im iTunes Store kaufen?

  5. 05

    @Sam
    1.) Ist der Film noch nicht draussen
    2.) Wird er auf DVD veröffentlicht. Ich finde die Arbeit kann man ruhig unterstützen indem man das Ding nicht illegal aus dem Netz zieht.

    So jetzt mal on Topic: Uwe ist einem im Trailer direkt symphatisch. Macht nochmal drauf aufmerksam wenn der Film draussen ist :)

  6. 06
    michael

    @Tapedeck:
    iTunes Store nicht gleich illegal.

  7. 07

    @michael: Da stand vorher Torrent statt iTunes. Hail to the Kommentareditierfunktion. ;)

  8. 08
    Jan(TM)

    @René Walter: Torrent nicht gleich illegal. Vor allem da ihr ja sonst meist freie Filme vorstellt.

    Mich begeistert der Trailer nicht wirklich, aber ich komme auch eher vom gleichen Planeten wie Elling. Fußballer und so kumpelhafte Vereinsmeier sind mir völlig fremd.

  9. 09
    Chr

    @Jan(TM): Fußball und kumpelhafte Vereinsmeier sind mir grundsätzlich ebenfalls eher fremd. Aber darum geht’s bei dem Film eigentlich nicht, oder?

    Die Frage wäre vielmehr, wie fremd ist dir der Umstand, dass Menschen, die körperlich und/oder geistig beeinträchtigt sind, dennoch völlig selbstverständlich integriert sind? Wenn ich irgendwo in Norddeutschland mit ’nem Kommando RollstuhlfahrerInnen unterwegs bin, sind die meisten Leute bei jeder sich bietenden Gelegenheit jeglicher Art stets freundlich bemüht. Trotzdem sind die Jungs und Mädels eher schlecht integriert, bleiben irgendwie Astronauten und werden beäugt. Freundes- und Bekanntenkreis sind zumeist auf Familie und sonst auf Freizeitgruppen, Sportgruppen speziell für behinderte Menschen oder ähnliches beschränkt.

    Insofern scheint Uwe ein positives Beispiel zu sein. Behinderte Menschen, die ganz selbstverständlich in örtliche Gemeinschaften, egal ob nun Fußballverein oder freiwillige Feuerwehr, eingebunden sind – das verdient Beifall!

  10. 10

    Genau so sehe ich das auch, und die Fußballer finde ich wirken eigentlich ziemlich sympathisch. Auf jedenfall ein Film mit Vorbildfunktion.

  11. 11

    @Phil: japs…hsv…aber eben heikendorfer sv 16…;)

  12. 12
    Johannes

    wunderbar!!!schöner film und danke für den post..mein alter american football verein hatte auch ein fan..mike…32 jahre alt gehbehindert seit seiner geburt und unsere treuste seele!

  13. 13
    ste

    Hm, also weiß nicht recht…. inklusion: ja bitte! behinderte menschen NICHT ausgrenzen: yes! aber gleich so ein vorführfilm machen… ach…. ich bin mir auch nicht sicher ob so ein film jetzt dazu animiert (animieren soll) sensibler zu sein…eigentlich hat mich nur erstaunt, dass der uwe mit seiner zunge die nase berühren kann….pfffft.

  14. 14

    Wirkt doch arg gestellt, der Film. Den Fußballern, die da zum am Spielfeld sitzenden Uwe gehen, fällt außer „Hallo Uwe, alles klar?“ sichtlich nichts weiter ein, was sie sagen könnten, nicht mal ein zweiter Satz.
    Klar, es sollte selbstverständlich sein, dass jeder Mensch dazugehört, ganz egal, wie er ist.
    Aber dem Film glaube ich das nicht.

  15. 15

    ich habe gerade das Problem gelöst, was ich meiner Mutter zum Geburtstag schenken könnte…
    der Trailer ist vielversprechend, und um auf ste (#13) und argus (#4) einzugehen: ich finde solche Filme, die den Alltag von Menschen mit Behinderung darstellen, wie er auch sein kann – nämlich ziemlich genau so wie der von nichtbehinderten Menschen, sehr wichtig, weil bei vielen Nichtbehinderten die Vorbehalte doch sehr groß sind, Behinderten wird oft ein relativ normales Leben nicht zugetraut, und genau da kann so ein Film sehr wohl sensibilisieren, uns nachdenklich machen und dazu bringen, doch mal zu überlegen, wie wir selbst mit Menschen umgehen, die irgendwie anders sind. Natürlich ist eine Dokumentation immer auch nur ein Ausschnitt, eine teilweise unnatürliche Situation, so dass wie bei argus der Eindruck entstehen kann, es ist vielleicht nicht ganz echt – aber trotzdem ist auch ein ‚fast echt‘ besser, als die Dokumentation gar nicht zu machen.

    @ste: Uwe hat das Down-Syndrom. da ist das mit der Zunge normal.

  16. 16
    Mike

    Mein Bruder hat das Downsyndrom und kommt mit seiner Zunge nicht bis zur Nase.
    Das Problem ist, dass man viel zu wenig mit Behinderten Menschen in Kontakt kommt. Da wirkt dann jede Begegnung irgendwie gestellt. Daher ist es wichtig das Behinderte Menschen von Anfang an in JEDEN Gesellschaftlichen Bereich integriert (oder halt inkludiert) werden.
    Es hilft auch nichts Integrationskindergärten und -Schulen zu haben und die Behinderten danach in Werkstätten zu stecken wo sie schön abgeschottet von der restlichen Gesellschaft Bauklötze fräsen dürfen.
    seperat but equal war schon immer eine scheiß Idee.
    Sorry, muss mich nur gerade auskotzen, weil so ein bekloppter Beamter entscheidet, was mein Bruder zu arbeiten hat, auch wenn der das gar nicht will.

  17. 17
    Nico

    Vor den Werkstätten der Lebenshilfe war es aber schlimmer. Auf den Dörfern war es oft so, dass die behinderten Kinder gar nicht rauskamen. Es gab keine Verwendung für sie.

    Heute gibt es Betriebe, wie zum Beispiel das Novotel, die behinderte Menschen ausbilden und anstellen. Die Regel ist es aber nicht. Diese Menschen sind oft eine Belastung für das Team in dem sie arbeiten, schließlich bringen sie zumindest nicht die gleiche Leistung.

    Man muss immer das Ganze auch aus Sicht der Geschäftsführung sehen. In der heutigen Welt wird einem nichts geschenkt.

    Und dass das mit dem Zunge-zur-Nase-Strecken beim Down-Syndrom normal ist, halte ich auch für ein Gerücht. Oft ist sie sogar so dick und steif, dass Betroffene kaum verbal kommunizieren können. Das schlimmste an der Behinderung, denn zu gerne würden Angehörige mit „Downys“ sprechen, aber manche können halt gar nicht verständlich antworten.

    Wen aber ein Arbeitsansatz interessiert, der kann einen Blick auf http://www.ohrenkuss.de/ werfen. Hat eine tolle Grundidee.

    @ Argus (#14): Den Fußballern vorzuwerfen, dass sie ihre Offenheit gegenüber Uwe spielen, halte ich für dreist und vorurteilsbehaftet. Es ist halt nicht unbedingt das einfachste, mit Downys ein Gespräch zu führen. Manchen nicht behinderten Menschen fällt es ja schon schwer genug untereinander zu kommunizieren. Wie sollte der nächste Satz deiner Meinung nach lauten? Ich denke dir sind Behinderte selbst sehr fremd, sonst würdest du nicht so vorschnell über die Fußballer urteilen, die eh nur saufen und bolzen können.

  18. 18

    Mir ist ein kurzes aber ehrliches „Wie gehts, Uwe?“ lieber, als das verkrampfte Ignorieren. Ich bin oft mit einem geistig behinderten jungen Mann unterwegs, und es ist echt negativ beeindruckend, wie kunstvoll manche doch an Menschen vorbeischauen können – und ihn dann doch aus den Augenwinkeln beobachten.
    Viele sind nicht fähig, mit der Behinderung anderer umzugehen. Das kann ich gar nicht nachvollziehen, ich verkrampfe ja auch nicht gleich, nur weil jemand rote Schuhe trägt, einen blauen Iro, japanisch spricht oder sonst irgendwie „anders“ ist. Das ist auch hier mitten in Berlin so, nicht nur auf dem Land.
    Selbst Leute, die täglich mit vielen anderen zu tun haben, sind manchmal verunsichert, z.B. Busfahrer, die automatisch mich ansprechend, obwohl der Freund vor mir rein geht.
    Manchmal bin ich deshalb wütend, aber, ach keine Ahnung, man ist ja schon froh, wenn es nur Unsicherheit ist und keine Aggressivität.

  19. 19
    Chr

    @argus: Totaler Blödsinn! Wenn dir irgendeiner in deinem Alltag plötzlich ne Kamera vor die Nase hält und sagt, dass du dich jetzt mal gaaaanz natürlich verhalten sollst, wirst du dich wahrscheinlich dämlich anstellen und gekünstelt wirken!

    Der Film zeigt Menschen mit einem (!!)angstfreien(!!) Umgang ggü. einem behinderten Menschen. Das lässt sich nicht mal eben für die Kamera einstudieren, da steckt Gewohnheit hinter. Glaub‘ mir, ich habe schon hunderte Normalos dabei beobachten dürfen, wie sie versuchen ganz entspannt und natürlich mit einem behinderten Kind oder Jugendlichen umzugehen. Sie versagen fast alle auf dieselbe Art und Weise…

    Dass Leute, die es nicht gewohnt sind, vor einer Linse zu stehen, gekünstelt wirken, finde nicht weiter ungewöhnlich!

    @Mike: und @Nico: Mag ja lange her sein, dass ich im Zivildienst ’n Haufen Kinder mit Down-Syndrom um mich rumfliegen hatte, aber da gab’s schon einige, die zumindest ein sehr ähnliches Verhalten hinsichtlich der Zunge drauf hatten. Ob die nun mit der Zunge bis zur Nase kommen, wird letztlich wohl mit der Länge derselben korrelieren, mutmaße ich…

    @Mike: Kann das Ding mit den Behörden gut nachvollziehen – das ist ziemlich nervig und anstrengend!! Man muss sich rechtlich sehr gut auskennen, um sich da durchzusetzen.

    Integrationskindergärten kenn‘ ich nicht; die I-Klassen an Regelschulen sind oft total für den A*sch, soweit da ein behindertes Kind als Astronautenkind mit Zivi abgeladen wird und für die anderen Kinder max. 1 Jahr irgendwie interessant ist, dann nur noch nervt, weil es infolge der Integration für alle viele Einschränkungen gibt.

    Zur Selektion behinderter Menschen ein ausnahmsweise gar nicht so schlechter Artikel aus dem Spiegel: http://tinyurl.com/ajo8fc

    @Aro: Genauso isses! Dieses kunstvolle Vorbeisehen und dennoch aus den Augenwinkeln beobachten, trifft’s ziemlich genau!

    Anderer Klassiker: Man steht vor irgendeiner Kasse mit ’nem Rollifahrer, der nach ’nem Preis fragt, seinen Einkauf zum Scannen reicht und nun bezahlen will, die Kassiererin allerdings mich anglotzt, der zufällig, aber offensichtlich zugehörig mit seinem Artikel daneben steht, sie in der dritten Person von dem Rollifahrer spricht und mich etwas völlig sinnentleertes fragt à la „Darf der denn selber bezahlen?“ In solchen Momenten steh ich kurz vor Gewalttätigkeiten!

  20. 20
    Florian

    Als Autor des Films freue ich mich natürlich über die Diskussion, sie ist das Ziel. Es wird über Menschen gesprochen, denen es zwar besser geht als vor 40 Jahren, die aber abseits unserer Gesellschaft leben. In Deutschland sind wir, was die „Inklusion“ von Menschen mit Behinderung in das gesellschaftliche Leben angeht, im europäischen Vergleich angeht, ganz weit hinten. Insofern auch Dank für den Link zum Spiegel-Artikel, der den Zustand wunderbar beschreibt.
    Die Fussballer begrüßen Uwe übrigens jedes Mal, geben ihm die Hand wie jedem, der beim Spiel oder Training erscheint. In diesem Fall macht niemand was für die Kamera, manchmal sind die Leute nicht ganz so selbstverständlich wie sie ohne Anwesenheit der Kamera wären, aber sie „zeigen“ nichts. Jeder, der beim HSV 16 neu anfängt, muss sich erst bei Uwe vorstellen.
    Der Film macht Hoffnung. Und ich bin sicher, dass er sogar Laune macht.
    Uwe hat übrigens nie eine Schule besucht und ist dem viel gepreisten Förderungssystem entkommen.
    In einer Zeit, in der Menschen ausserhalb der Norm auf mehr oder weniger hohem Niveau konsequent ausgegliedert sind und im Alltag praktisch nicht mehr vorkommen, stellt sich für mich die Frage. Was haben wir verloren? Wie Prof. Walburg an einer Stelle sagt: „Wie schrecklich wäre es, wenn wir alle gleich wären.“
    Selten das Gefühl gehabt, was Sinnvolleres zu machen als diesen Film.
    Wir müssen dringend daran arbeiten, zum Start ein Diskussionsforum bereit zu haben.
    Unser Vimeo-Channel: http://vimeo.com/channels/uwegehtzufuss

  21. 21

    Auf mich macht das einen liebevollen Eindruck. Sicherlich weiß man manchmal nicht mehr als „Wie gehts?“ zu sagen, aber das würde mir auch bei sagen wir mal „normalen“ Menschen passieren, bzw. weiß man ja oft nicht was man mit dem anderen reden soll wenn man nix neues hat. Jedenfalls finde ich das eine schöne Sache und das Bild mit dem lachenden Uwe berührt mich ein wenig x)

  22. 22
    Sabrina

    Ich finde den Beitrag sehr interessant und mich hat er auch ein wenig berührt!

  23. 23

    @Nico (17):
    Warum machst Du mich hier an, nur weil ich meine Meinung äußere, auch wenn diese von dem üblichen bohei abweicht?

    Dass Du mir auf Grund meines Postings unterstellst, ich würde die Fußballer als „eh nur saufen und bolzen könnend“ ansehen, das ist wohl Deine Variante von undreist und vorurteilsfrei?
    Da kann ich nur lachen.

    Ich habe übrigens im privaten und beruflich Umfeld sehr viel mit Behinderten zu tun, aber das nur am Rande.

    PS: Deine verniedlichende Bezeichnung „Downys“ finde ich übrigens total daneben.

  24. 24

    Klasse Film =)
    Hoffentlich wird dieser Film in Oldenburg gezeigt.

  25. 25
    Knut

    Es ist ja lobenswert einen Film über Uwe zu machen, aber das „brave Dorf“, das dahintersteht ist ja noch genauso spießig und hinterhältig, wie ich es vor 30 Jahren verlassen habe. Wirkliche Toleranz gibt es nicht – vor allem bei den sog. Ureinwohnern, die immer noch einen Touch nach rechts haben.
    Sorry, Uwe für dieses Idyllenspiel zu missbrauchen ist gemein.

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