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Dr. Udo Brömme: Zukunft ist gut für alle!

Dr. Udo Brömme ist ein unsympathischer Politiker. Er ist ehemaliger Vorsitzender der Jungen Union, saß ab 1996 Abgeordneter für die CDU im Düsseldorfer Landtag, und jetzt sitzt er seit 2005 im deutschen Bundestag. Da streitet er unter anderem für Auslandseinsätze, rentnerfreie Gehsteige und sonst noch so manchen Schmu, wie man das eben so macht als Bundestagsabgeordneter. Außerdem hat er ein Buch geschrieben: Zukunft ist gut für alle!

Das beste an Dr. Udo Brömme ist, dass es ihn gar nicht gibt. Erfunden hat die Figur Ralf Kabelka, der mal Gagschreiber bei der Harald Schmidt Show war und dann Redaktionsleiter bei Schmidt und Pocher. In dem Rahmen hat er die Figur Dr. Brömme eingeführt und einige sehr trashige, aber durchaus unterhaltsame Clips provoziert produziert.

Und weil ja jetzt Superwahljahr ist, hat Kabelka ein Buch mit dem Werdegang Dr. Brömmes aufgeschrieben. Darin erzählt er die Kindheit der Figur, ihren Umgang mit Wahlniederlagen und stellt dessen „Agenda 2020 – das 10-Punkte-Powerprogramm“ vor.

Herausgekommen ist eine Mischung aus Otto ohne Gernhardt und Text-Foto-Reportagen, die wie die uninspiriertesten Titanic-Aktionen Marke Sonneborn wirken. Ohne allerdings je an deren ätzenden und kompromisslosen Ton heranzureichen. Wenn Brömme über seinen Wahlkampf auf dem Pelzlauer Marktplatz schreibt, wünscht man sich sehnlichst die unfreiwillige Tragikomik des „Herrn Wichmann von der CDU“ herbei. Und wenn Kabelka seinen Protagonisten davon berichten lässt, wie der auf einem Grünenparteitag ein riesiges Plakat mit einer rosagewandeten Claudia Roth und großaufgemaltem „Why?“ vor der Rednerbühne hochhält, bleibt außer Schenkelklopferhumor nicht viel übrig.

Lustig wird es nur, wenn Kabelka ein bisschen von den Absurditäten der bundesdeutschen Politgeschichte erzählt. Die Top Ten Sommerlochthemen beispielsweise, wir erinnern uns an die Fußfesseln für Schulschwänzer und die Einführung einer Pizzasteuer. Allerdings vergisst er auch da zu erwähnen, dass die meisten der Themen von den Medien hochgekocht worden sind und nie ernsthafte Vorschläge waren. Wieso auch, das hätte der Pointe nicht gut getan.

Wenn sich genug Spaßvögel finden, die die „Geheimrezepte eines Premiumpolitikers“ ihrem CDU-Bürgermeister schenken, wird das vielleicht noch was mit dem Bucherfolg. Ansonsten hat das Buch wenig Zukunft.

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12 Kommentare

  1. 01
    andi

    „Wenn Brömme über seinen Wahlkampf auf dem Pelzlauer Marktplatz _be_schreibt“

    da ist was faul

  2. 02

    Ich kenne das Buch nicht, also bezieht sich dieser Kommentar auch nicht direkt darauf. Aber die Einspieler bei der Harald Schmidt Show haben diesen „Politiker“ in kürzester Zeit zu einem Kultobjekt gemacht. Man kann dem ganzen vielleicht fehlende Tiefe vorwerfen, aber grandiose Unterhaltung ist es dann in meinen Augen immer noch.

    Ich find den einfach super!

  3. 03
    Frédéric Valin

    @andi: In der Tat, es riecht nach Dänemark. Dankesehr.

    @nilsn: Wenn Du Fan bleiben willst, Finger weg vom Buch ;)

  4. 04
    anonymer

    Was macht der Malte eigentlich ? Ich will niemand auf die Füße treten, aber das verkommt hier langsam zur einer Linksammlung

  5. 05
    Frédéric Valin

    @anonymer: Das unter eine Buchbesprechung zu schreiben hat schon was. Nur was?

  6. 06
    rüdiger

    GerNhardt, Robert war das mit Otto – Entschuldigung, aber sonst schreibt ihr demnäxxxt unseren Nationaljohnny „Göhte“ oder was?

    „Und wenn Kabelka seinen Protagonisten davon berichten lässt, wie der auf einem Grünenparteitag ein riesiges Plakat mit einer rosagewandeten Claudia Roth und großaufgemaltem „žWhy?“ vor der Rednerbühne hochhält,…“

    …es tut mir leid, aber ich finde das ziemlich witzig!

  7. 07
    stefan

    Da ist der Herzblut-Politiker Kadim Sanli (s. YouTube) doch etwas lustiger…

  8. 08
    Frédéric Valin

    @rüdiger: Oh Mann. Wie peinlich. Danke.

  9. 09
    Broenti

    Seit wann werden denn hier unliebe Kommentare gelöscht?

  10. 10
    Frédéric Valin

    @Broenti: Nur die von Till.

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