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Ich bin ein Kunde, holt mich hier raus!

Es wird noch einige Wochen dauern, bis ich mich davon erholt habe, aber die Recherche nach einem Internet-Provider für unser neues Zuhause liegt grundsätzlich hinter mir. Und wie immer, wenn man sich auf die stundenlange Suche nach dem passenden Netz-Anbieter oder dem günstigsten Mobilfunk-Tarif begibt, fragt man sich dabei und danach:

Spinnen die eigentlich alle?

Das Kleingedruckte bleibt eine sichere Investition, denn das BetrugsGeschäftsmodell gilt als der einzige Umsatzbringer der strauchelnden Print-Branche, der 1:1 ins Internet übertragen werden konnte. Sieben-Pixel-Schrift in hellem Grau auf weißem Hintergrund für die eigentlich wichtigen Informationen:

Unter ‚Flatrate’™ verstehen wir keineswegs das, was 99,9% der Konsumenten™ darunter verstehen, sondern ein überschaubares Kontingent™, dessen Verbrauch Sie leider nicht kontrollieren können. Nach Nutzung dieses Kontingents™ fallen pro übetragenem Byte Gebühren™ an, die wir täglich dem aktuellen Goldpreis anpassen™. Die aktuellen Preise eines Tages können Sie aus technischen Gründen leider erst am Folgetag™ einsehen. Sie übernehmen weiterhin anteilig die Kosten für unsere derzeit laufende TV-, Print-, Plakat- und Online-Kampagne, sämtliche dort von einem C-Promi™ versprochenen Preise und Leistungen™ gelten nur für Kunden, die unseren ‚Fun And Easy Happy Lucky’™-Zehnjahresvertrag™ bei uns abschließen und zusätzlich einen Staubsauger™ aus Platin™ abonnieren™.

Natürlich habe ich mich umgehört. Und es ist egal, welchen Namen man in den Sozialwald hineinruft: Bei keinem Anbieter war ein positiver Tweet als Reaktion zu lesen. Welchen Anbieter man auch nennt: „Bloß nicht!“, „Puh, Servicewüste!“, „Mein Anschluss bei denen läuft auch nach drei Jahren noch nicht, ich zahle aber schon seit fünf!“, „Die haben meine Oma entführt!“, „Die Vorsitzende heißt Ursula!“ und so weiter. Deutschland hasst seine Dienstleister, Deutschlands Dienstleister hassen Klartext.

Dabei geben sich die Anbieter soviel Mühe. Ausnahmslos freundlich wird man vom Hotline-Roboter begrüßt, der viel Wert darauf legt, keiner zu sein. „Sie können mich benutzen wie eine ganz normale Kundenbetreuerin“ gilt zwar schon jetzt als der Kandidat mit den besten Chancen für den Alice-Schwarzer-Award 2009, doch letztendlich verhalten sich die Sprachsysteme wirklich wie echte Kundenbetreuer und antworten ehrlich auf die meisten der gestellten Fragen mit: „Ich habe Sie leider nicht verstanden“.

Es soll bereits Kleinkinder geben, deren erste fehlerfrei und sehr deutlich ausgesprochenen Wörter „WEITER!“, „JA!“ und „BERATUNG!“ waren — die Kleinen waren zu lange Zeugen von Papas Versuchen, eine lebendige Person ans Telefon zu bekommen.

Ich übertreibe, na klar. Denn eigentlich lief bei mir alles super. Zwar wurde mir nach meiner Bestellung, die ich aufgrund eines versprochenen Anschlusstermins innerhalb von 10 Tagen aufgegeben hatte, ein Anschlusstermin in vier Wochen mitgeteilt, doch immerhin kam die Antwort auf meine daraufhin schriftlich geäußerte Beschwerde direkt nach dem Anschlusstermin an. Man bedauere meine Unzufriedenheit mit der Hotline, könne jedoch versichern, dass der mitgeteilte Anschlusstermin eingehalten werde. Und in der Tat: Er wurde. Er stand bereits zur Verfügung, als er erneut zugesichert wurde.

Kann passieren. Ich bin nicht halb so verständnislos, wie ich klinge, schließlich schaffe ich es nicht einmal, bei meinen Mails auf dem Laufenden zu bleiben. Wie muss es da erst einem Unternehmen gehen, bei dem sich täglich mehrere Trillionen Kunden beschwerden?

Ich prophezeie dennoch denjenigen Anbietern goldene Zeiten, die zuerst aus dem Tarif-Dschungel ausziehen und versteckte Kosten sein lassen (tatsächlich muss ich zugeben, dass der letztendlich von mir gewählte Provider das schon recht übersichtlich hinbekommt). Wer mit 30 Euro wirbt und daraus im Verlauf der Antragstellung knapp 50 macht, wer einmalige Gebühren im Kleingedruckten versteckt, wer mit kurzen Kündigungsfristen wirbt und dennoch 24 Monate Mindestlaufzeit zur Voraussetzung macht, der darf sich nicht wundern, wenn er als Abzocker wahrgenommen wird. Und was die Hotline angeht: Eine einfachere Gestaltung der Produkte und Tarife minimiert garantiert auch den Support-Aufwand. Oder soll ich etwa denken, dass die Hotline als zusätzliche Einnahmequelle nötig ist?

Um fair zu bleiben: Ich habe neulich ein nach oben „gedeckeltes“ Mobilfunkangebot gesehen. Relativ normale Gesprächspreise, doch die Gesamtsumme ist monatlich nach oben begrenzt. Wer wenig telefoniert, zahlt wenig, wer viel telefoniert, erlebt dennoch keine bösen Überraschungen. Klingt fair, finde ich. Ohne das Kleingedruckte gelesen zu haben.

Disclaimer: Das erwähnte Angebot ist offenbar von O2, für die wir mal gearbeitet haben. Meine Sätze entstanden in dem Gauben, es sei ein E-Plus-Angebot (was aber letztendlich egal ist), es gibt keinen Zusammenhang zwischen unserer damaligen Arbeit und meinem Hinweis. Und das Kleingedruckte hat Martin gelesen: Datenverbindungen und Sonderrufnummern sind wohl nicht Teil des Angebots.

44 Kommentare

  1. 01
  2. 02

    @Alex: Sommerloch. Ich hab den schon vor vier Jahren geschrieben. ;)

  3. 03

    Mich würde jetzt ja mal interessieren für welchen Anbieter du dich entschieden hast. Könnte dafür auch mit jenem gedeckelten Mobilfunkanbieter dienen, ohne das Kleingedruckte gelesen zu haben.

  4. 04

    ich hab ja seit gestern einen dsl-anschluss. theoretisch. praktisch muss ich nächste woche einen tag freinehmen weil ja doch ein techniker kommt. der wird natürlich nicht kommen also werde ich mir übernächste woche wieder freinehmen, schon klar. to be continued. achja, ist bei alice. aber das macht eigentlich keinen unterschied.

  5. 05

    @r0ssi: so ähnlich war das bei mir auch. Allerdings stellte sich nach dem zweiten Mal Nicht-Kommens heraus, das auch niemand wirklich kommen musste sondern in der Zentrale nur ein Knöpfchen gedrückt werden musste. So ist das nämlich heutzutage. Eine lange Tafel mit tausenden von Knöpfen. Und weil das so viele sind und sich niemand verdrücken will, dauert das halt seine Zeit, bis man ausgerechnet, wo der Kundenknopf nun in Abhängigkeit von der Breite der Tafel zur Quersumme der Kundenzufriedenheit liegt.

  6. 06
    Amos

    Ich plädiere für die Einführung einer Sonderhölle für Verantwortliche in Telcos, die nachweisbar an der Gestaltung von AGB’s und Sternchentexten mitgewirkt haben.

  7. 07

    Suoer wäre mal sowas wie die „Plain Language“-Initiative in den USA – und nicht nur für Behörden.

    Täglich muss man sich an irgendwelche Regeln halten, die man weder kennt noch versteht, und auf jeder Webseite muss man AGBs u.ä. bestätigen ohne sich über die Konsequenzen im Klaren sein zu können. Das muss doch anders gehen. Oder?

  8. 08

    Wäre ja schon interessant zu erfahren, für welchen Provider du dich letztendlich entschieden hast… ich bin im Moment recht glücklicher QSC-Kunde, aber die bieten ja seit kurzem leider nur noch Business-Tarife an, fallen also für den normalen Kunden flach..

  9. 09
    Oliver

    hab vor kurzem im rahmen eines umzugs ca. 100 euro mehr auf meiner telefonrechnung gehabt, weil ich wegen inkompetenz (verlust meiner daten, keine kenntnis des technischen situation des gebäudes usw., mangelnde absprache mit den zulieferern usw.) immer wieder die hotline anrufen musste. ich war jedes mal mindestens 20 minuten in der schleife. einmal sagte mir die dame sogar, „das ist ja gar nichts! andere sind bis zu 45min in der schleife!“ die hotline ist definitiv eine zusätzliche einnahmequelle für diese unternehmen.

    ach ja, und es wurde vier mal ein techniker-termin vereinbart, zu dem ich den ganzen tag zu hause sein musste (äußerst schlecht für mich sowas). beim ersten mal sagte er, ist alles ok, ging aber nichts. (ist wohl eine gängige masche, wenn die keine lust haben.) beim zweiten und dritten mal kam niemand. (auch üblich.) beim vierten mal ging’s dann. das war drei monate nach meiner bestellung.

  10. 10
    shd

    Das einzige sinnvolle ist wohl, sich nach Regionalen Anbietern umzuschauen.

  11. 11

    Mein Fazit aus dieser Situation: weitgehend drauf verzichten, Tarife zu wechseln und Optimierungsmöglichkeiten zu suchen. Kostet vermutlich 10 Euro mehr pro Monat, spart aber einiges an Stress.

  12. 12
    Kommentator

    Bevor dieser Thread komplett in Richtung frustriertes Carrier-Bashing abglitscht:

    Solange Telekom die Endkundenleitungen in ganz Deutschland „gehören“ und Telekom diese Leitungen an die Mitbewerber vermieten „muss“ (anders als mit Zynismus-Anführungsstrichen kann man die „Motivation“ der Telekom, solche Arbeiten durchzuführen, nicht beschreiben), und solange die Endkunden unter den Anschalte-Mätzchen der Telekom leiden müssen, wird sich das Elend nicht bessern.

    Na, was macht die Politik, zum Beispiel unsere Frau Kanzlerin, um sich um die Belange der betroffenen Bürger zu kümmern? Klar: Sie bricht auf Steuerzahlers Kosten einen Rechtsstreit mit Brüssel vom Zaun, um die Telekom vor Wettbewerb zu schützen.
    (Dass die beiden Themen „TAL-Vermietung“ und zum Beispiel „Ortsverteiler“ erstmal „nur“ die Protagonisten gemein haben, ändert nichts am Unwillen der Politik, das Problem der frustrierten Kunden überhaupt zur Kenntnis zu nehmen.)

  13. 13
    val

    @Kommentator
    Nur seltsam das die „TAL-Vermietung“ für die DTAG ein sehr gutes Geschäft ist. Sprich: Die Mitbewerber sind die größten Kunden. Verstehe einer die Telekom…

  14. 14
    mc bastard

    Ich als Servicetechniker der Deutschen Telekom erlebe jeden Tag den Wahnsinn von Versprechen, die Kunden gemacht werden, von uns und auch von den anderen Providern, denn für die machen wir auch die Bereitstellung, bzw. teilweise die Entstörung. Ich mag meine Arbeit, auch wenn ich mich jeden Tag bei Kunden rechtfertigen muss, warum ich komm, obwohl es hieß „Eine Installation in Ihren Räumen ist nicht erforderlich“ oder warum wir nicht gekommen sind, obwohl es hieß „Ein Techniker wird Sie in ihren Räumen aufsuchen“. Aber ich weiß auch aus Erfahrung und durch Auslandseinsätze, dass es in anderen Europäischen Ländern nicht anders ist. Ich verstehe es wenn Leute über die Provider schimpfen, aber die Frage ist, wer ist dafür verantwortlich? Die Suche nach dem Schuldigen wird wohl irgendwo im Sande verlaufen, da diese Unternehmen einfach zu groß sind und die Verknüpfungen der Systeme einfach zu vielschichtig. Ich glaube trotzdem guten Gewissens sagen zu können, dass viele Ihre Arbeit gerne und auch Richtig machen, aber Fehler passieren, sind ja auch nur Menschen, das steht leider nie in den AGBs.
    Und das ist meine Meinung als Mensch nicht als Angestellter… Vielleicht sind wir auch einfach alle zu anspruchsvoll oder zu verwöhnt, ich weiß es nicht, unsere Großeltern waren froh wenn überhaupt ein telefon irgendwo da war.

  15. 15
    ste

    @mc bastard: naja, ich glaube nicht dass die suche ergebnislos im sande verlaufen würde oder dass unternehmen zu groß sind und so weiter und so fort, die werden immerhin noch immer von menschen gemacht und bestehen auch aus menschen, wie z.b. dich; es wird nur kein unternehmen sagen; „ja, okay, wir haben da nen fehler gemacht.“ die kunst es nicht gewesen zu sein ist dem „system“ inhärent.

  16. 16

    Ich bin bei QSC, Q-DSL. Dort gibt es faire (aber etwas höhere) Preise, an der Leitungskapazität ausgerichtete Bandbreite (nicht wegen irgendwelcher Eventualitäten gedeckelt), ausgezeichneten Support über ein Forum (Antwort in allen meinen Versuchen nach 5 Minuten!), E-Mail-Ankündigung bei DSL-Ausfall wegen Wartung irgendwann nachts 20 Tage vorher.

    Den Privatkundenbereich hat QSC am 1.4.09 zugemacht, es gibt dort nur noch Geschäftskundenangebote. Warum, kann ich nur vermuten: Die Leute wollen beschi**** werden mit Lockpreisen und Kilometerlangen Bedingungen (s.o.). Support muss da sein aber darf nix kosten. Wenn er dann fehlt, wundert man sich.

  17. 17

    Ich muss sagen, dass ich all solche Horrorgeschichten nie erleben durfte. Ich habe nach meinem Umzug zur Telekom gewechselt (Entertain mit VDSL50) und bin super zufrieden bzw. erstaunt wie gut der Service der Telekom ist.

    1. Meine Leitung wurde recht zügig innerhalb von 2 Wochen installiert
    2. Die Servicenummer ist eine 0800-Hotline, so dass jegliche Gebühren entfallen. Außerdem hat man immer nach spätestens 5 Minuten einen Servicemitarbeiter am Telefon
    3. Mein Router hat nicht mehr vernünftig funktioniert. Also angerufen, neuen zusenden lassen (der innerhalb von 4 Tagen da war.) und den kaputten zurück geschickt.

    Ich bin sehr positiv überrascht und werde wohl auch in Zukunft bei der Telekom bleiben.

    PS: Ich wurde nicht von der Telekom gekauft, existiere wirklich und bin auch kein Telekom-Mitarbeiter ;)

  18. 18
    bo

    hatte mit freenet bis jetzt kaum probleme, nur die umstellung auf internet+ telefonflat hat die anfangs irgendwie überfordert. und für gamer gibt’s leider kein fastpath.

  19. 19

    @pasQualle: @daMax: Ich hab mich für Alice/Hansenet entschieden, ganz einfach aus Preisgründen, auch wenn mir dasd ein bisschen peinlich ist, denn normalerweise entscheide ich nicht nach Preis. War vorher immer T-Kunde, aber zwischen 44 Euro bei der T-Com und nun 20 im ersten Jahr und danach 30 bei Alice liegen schon ein paar Euro. Der Anschluss kam pünktlich (halt etwas später als am Telefon versprochen), der Techniker der T-Com war Mittags da und alles war gut. Derzeit kappt das Modem die Verbindung hin und wieder aus unerfindlichen Gründen, aber mal sehen, wird schon.

    @Kommentator: ich würd’s auch ungern in Gebashe abdriften sehen, das ist langweilig und macht jeder. :) Abr bisher geht’s doch.

    @mc bastard: Danke fürs Einmischen aus dieser Sicht. Ich glaube auch: Der Kram ist in dern Strukturen viel zu komplex geworden (Produkte, Technik, Marketing, Koops), um den Verantwortlichen zu finden.

    @Mat: Auch positive Erfahrungen: Immer gerne. Hört man ja sonst so selten. ;)

    Update: Dieser Kommentar verzögerte sich um wenige Stunden, da meine Verbindung sich nicht verbinden wollte „¦ alle beim Support waren nett, aber „¦ „Au, mit’m Mac „¦ hmmmm“¦ da haben wir hier gar keine Abläufe für, das ist ja alles für XP „¦“. Nunja. Ich will nicht meckern. Es ging um Verbindungsabbrüche. WLAN läuft super. Und jetzt gerade steht auch die Leitung mal wieder.

  20. 20
    Kommentator

    Johnny:
    Ich hoffe, Du akzeptierst die Diskussion, die in diesen Kommentaren stattfindet, es geht tatsächlich um den Kern des Problems, und das unter Fachleuten (behaupte ich) auf „neutralem Boden“ – bedenke: Wir dürfen ja sonst untereinander nicht ehrlich sein :) Danke.

    @val (#13):
    Die TAL-Vermietung ist sogar ein sehr großer Geschäftszweig der Telekom.
    Die Wettbewerber der Telekom haben aktuell irgendwas um die acht Millionen TALs (Business und Residential, Wholesale, Resale, Bitstream, Mietleitung etc. – SCNR to use Fachbegriffe) in Deutschland angeschlossen – macht bei mindestens 10 Euro TAL-Miete pro Monat und 12 Monaten pro Jahr mindestens (8.000K x 10 x 12=) 1 Milliarde Euro Telekom-Umsatz pro Jahr.
    Das ist nur ein Teil der Wahrheit – Telekom bekommt für jede Anschaltung, jeden Umzug und jede Entstörung jeweils einen wesentlich höheren Betrag pro (!) TAL und Vorgang, im Mittelwert ganz schmal kalkuliert (frage BNetzA – „SCNR“ etc.) 50,- Euro pro Vorgang; wer das wenig findet: Es wechseln, umziehen und störmelden mehr als 1/10tel aller Kunden pro Carrier und Jahr (es sind wirklich wesentlich mehr).
    Selbst wenn es nur 1 Milliarde Umsatz pro Jahr wäre (es ist weit mehr, behaupte ich; wer es genau wissen will, recherchiere einfach die Geschäftszahlen aller deutschen Carrier und bei BNetzA): 1 Milliarde Umsatz pro Jahr wären doch eigentlich ein guter Grund, diese Kunden gut zu pflegen, oder?
    Leider nicht. Diese Milliarde plus X ist eine Art „Praxisgebühr“ der Telekommunikationsbranche: Man muss auf jeden Fall zahlen, aber es gibt dafür noch nicht mal einen Blick auf den Doktor.

    @mc bastard (#14):
    Solche Techniker wie Dich hätten wir gerne, und gerne öfter – ich kenne Dich und Deine motivierten und fähigen Kollegen sehr gut, und ich weiß, dass Ihr den Job exzellent macht.
    Leider schickt Telekom statt Dir und Deiner Kollegen immer öfter kurzfristig subkontraktierte Dienstleister („Subunternehmer“), die aus bis zu 100 Kilometern Entfernung anfahren müssen und zu Jahrmarktspreisen liefern sollen – und auch dementsprechend liefern. Für Dein Verständnis von Service haben diese Subs keine Zeit, oft noch nicht mal Kenntnisse, ganz zu schweigen von Motivation.
    Mal ganz offen: Was Telekom mit unfähigen und desinteressierten Subs an Schrott abliefert, geht inzwischen sehr vielen Kunden (gerade den Geschäftskunden, die haben viel damit zu tun und schauen mit Interesse hinter die Kulissen) extrem gegen den Strich – Telekom verbrennt damit das eigene Image, und zwar gründlich und nachhaltig. Es ist dabei egal, dass es hier um Kunden der Mitbewerber geht – es ist ja gerade Telekom, die darauf besteht, dass es Telekom-Techniker/-Subs sein müssen(!), die anschalten, umschalten oder umziehen.
    Zu den Fehlern: Ja, die machen die Carrier – stimmt. Aber wer bestimmt denn die Bedingungen in der Branche? Das CM der DTAG kämpft oft mit den eigenen Prozessen und Systemen – frag die Kolleginnen und Kollegen mal beim für Dich zuständigen CM, die haben auch oft keinen Bock mehr auf die aufgezwungene Stümperei.

    @ste (#15):
    Die Fehler werden von „Managern“ gemacht – die Menschen in den Unternehmen (bei Telekom und bei den Mitbewerbern) müssen leider nach solchen Vorgaben ausführen. So, wie es ist, will es dort keiner wirklich, glaub’s bitte.

    @optimisc (#16):
    Nicht unclever, die Konzentration auf den Geschäftskundenmarkt. Leider sind auch bei den hochwertigen GK die Dienstleistungen der Telekom nur dann Gold, wenn man genau das auch bezahlt.

  21. 21
    cypher

    Moin,
    es gibt tatsächlich hier und da Anbieter die wenig bis kein kleingedrucktes haben.
    Wenn man z.B. „Indianer“ wird hat man da wenig Text mit dem man kämpfen muss. Im Vergleich zu anderen aus meiner Sicht paradiesisch .
    OK den Hardware Telco Kram (den Draht ins Haus eben) muss man leider leider noch anderweitig liegen haben aber nuja, es ist ein Teilerfolg für mich.
    Die letzte Meile ist eben ein wunderbares Monopol das auch nie vergehen wird schätze ich. Durch Steuergelder als Staat verlegt und dann privatisiert.

  22. 22
    ste

    @cypher: Das nennt man das „zynische Lebensgefühl“.

  23. 23
    Nico Roicke

    mein letzter alice vertrag ist jetzt schon ein paar jahre her, aber ich werde diesen moment nicht vergessen, als ich auf der rechnung sah, dass die von sich aus meine grundgebühr gesenkt hatten (und die bandbreite hochgesetzt). so ein kunden-umgang war mir vorher vollkommen fremd. alice war am anfang aber auch wesentlich „näher am endverbraucher“, inzwischen hört man aus der richtung mehr beschwerden.

  24. 24
    Irreversibel

    Als einer der ganz Wenigen kann ich wohl sagen, dass ich mit meinem 1&1-Anschluss relativ zufrieden bin. Technische Probleme i.S. von Leitungsproblemen o.ä. gab es in mittlerweile 7 Jahren genau einmal. Die damalige Kommunikation mit der Hotline war ein Alptraum aber ich wurde bei Konfigurationsproblemen zu Beginn meiner Internetkarriere auch einmal vom Support aufs Handy angerufen und die gesamte Konfiguration (bestimmt 20 Minuten) wurde so begleitet. Ist jetzt schon verdammt lange her aber das fand ich unter dem Service-Aspekt ganz okay.

    Vor wenigen Wochen hatte ich dann wieder mal Ärger, da mir nach einem Tarifwechsel (anders als telefonisch vereinbart) die neue Hardware in Rechnung gestellt worden ist. Hat mich ein paar Anrufe (bei denen ich sogar ne Gutschrift über 5€ für die Telefongebühren bekam) und emails sowie ein Einschreiben gekostet und dann wurde der Betrag wieder gutgeschrieben.

    Mein Fazit: Termine wurden immer eingehalten (bin mehrmals umgezogen), die Leitung war eigentlich immer stabil (momentan 16000er) aber WENN es irgendwelche Probleme gab waren Nerven & Hartnäckigkeit gefragt um auch dem x-ten Call-Center-Mitarbeiter die Lage ruhig zu erklären und sich nicht abwimmeln zu lassen. Insgesamt auf jeden Fall verbesserungswürdig aber nicht so schlimm wie es oft geschildert wird.

  25. 25

    @Kommentator: Die Kommentare sind super, keine Sorge. Und deine Einblicke finde ich sehr spannend, die Zahlen muss ich jetzt erstmal so glauben, die Tatsachen mit den Subunternehmen kenne ich auch aus Berichten von anderen Branchenkennern.

    Am Ende muss man immer wieder feststellen, dass mittlerweile jeder Lebens- und Dienstleistungsbereich, Politik und Wirtschaft vermutlich in allen westlichen Ländern von unfassbar komplexen und verworrenen Strukturen und Verstrickungen bestimmt wird. Man darf sich wundern, dass Netz-Zugänge, Mobilfunk, Abrechnungen, aber auch Schulen, Stadtplanung, Banken (Hoppla…) überhaupt irgendwie funktionieren. Vielleicht ist das gar nicht mehr zu managen, vielleicht kann man sowas nur noch halbwegs am Laufen halten, wenn komplette Resets und Neustarts bei laufenden Systemen unmöglich scheinen.

    Blah.

    Erinnert sich noch jemand an das Zauberwort „Glasfaser“? Angeblich steht z.B. in Berlin in rattenbevölkerten Katakomben hochmoderne Hardware für Millionen rum. Ungenutzt.

  26. 26
    jens

    Um fair zu bleiben: Ich habe neulich ein nach oben „žgedeckeltes“ Mobilfunkangebot gesehen. Relativ normale Gesprächspreise, doch die Gesamtsumme ist monatlich nach oben begrenzt. Wer wenig telefoniert, zahlt wenig, wer viel telefoniert, erlebt dennoch keine bösen Überraschungen. Klingt fair, finde ich. Ohne das Kleingedruckte gelesen zu haben.

    Klingt als ob du mal einen Blog für O2 betreut hast

  27. 27

    @Mat: Ich schließe mich den Ausführungen an. Bin zwar sonst einer der alles neue haben muss und gerne mal Anbieter wechselt, in sachen Telco aber seit Jahren sehr konservativ. Seit meinem ersten eigenen Telefonanschluss (das ist bald 20 Jahre her) bin ich konstant bei der Telekom geblieben und hatte damit nie größere Probleme. Das es selten reibungslos lief ist auch klar und dass man sich bei den wenigen Störungen die es gab und die dann noch am Freitag Mittag eintrafen und vor dem WE nicht mehr behoben wurden aufregt ist auch klar.

    Allerdings weiss ich den unterm Strich guten Service (erreichbare 0800-Hotline) und die gute Qualität (einige wenige Ausfälle in ~10 Jahren DSL jetzt VDSL) sehr zu schätzen. Horrorgeschichten wie man sie sonst von Alice, Arcor, 1&1 und Konsorten hört, sind mir gänzlich fremd – auch nach insgesamt 3 Umzügen.

  28. 28
    westernworld

    ich möchte in meinem nächsten leben als telekomkundendiensttechniker wiederkommen, dann würde ich reich durch arbeit.
    meiner diesmonatigen telekomrechnung entnehme ich das ein solcher aristokrat der arbeit mit 183€ pro stunde abgerechnet wir. 15min 38,83 + 19% mehrwertsteuer.

    schade nur das der mann davon wahrscheilich kaum etwas sieht, obwohl ahnung hatte der keine.

    das einzige was mich hält sind die kurzen kündigungsfristen meiner alten direkt mit der telekom geschloßenen verträge. 1woche für telefon und dsl, keine 24monats t-offline doppleflat tripelblöd bundleknebelverträge.

  29. 29

    Ich habe mal für eine Telefonfirma ein CRM gebaut, dass Subunternehmer, die Anschlüsse legen, mit der Kundenhotline verdrahten sollte. Davor hatten die schlicht und ergreifend gar nichts um herauszufinden, was beim Kunden schief oder auch nicht schief gelaufen war, die sind gewissermaßen blind geflogen. Der Telefonanbieter hat sich als reines Marketing-Unternehmen verstanden und hatte keine erkennbare technische Qualifikation – wie die ihre Prozesse organisiert haben war einfach nur zum Gruseln. Auch jenseits der reinen IT war oft unklar, was eigentlich in bestimmten Fehlerfällen passieren sollte.

    Der Aufwand, sich funktionierende Prozesse auszudenken, wurde da einfach auf den Kunden abgeladen – der wird sich schon melden wenn irgendwas nicht klappt, und wenn er Glück hat, dann kann ihm die Hotline sogar helfen.

    Im Endeffekt kann man sich nur wundern, dass da überhaupt ein größerer Anteil der Kunden an einen Telefonanschluss gekommen ist. Die Probleme liegen eigentlich nicht an der Komplexität der Materie, sondern an der Inkompetenz der Verantwortlichen.

  30. 30

    @Johnny Haeusler:

    Erinnert sich noch jemand an das Zauberwort „Glasfaser“? Angeblich steht z.B. in Berlin in rattenbevölkerten Katakomben hochmoderne Hardware für Millionen rum. Ungenutzt.

    Ja, haben wir hier in Berlin-Rosenthal. Im Einsatz. Theoretisch (es gab da ein Forschungsprojekt) könnten wir glaube ich 40fache DSL-Geschwindigkeit haben. Immerhin ist es seit einigen Jahren wenigstens DSL6000 – statt ISDN.

  31. 31
    Sono

    @Patrick: Also bei mir kam, vor zweieinhalb Jahren, tatsächlich Jemand und steckte etwas. Und der kam auch zum vereinbarten Zeitpunkt.

  32. 32

    @jens: Oh. Ich war fest davon überzeugt, dass das Angebot von E-Plus war, hab’s aber nicht finden können. Auf O2 bin ich komischerweise nicht gekommen, wäre ich, hätte ich einen Disclaimer dazu gepackt.

    Ich mache so doof versteckte Werbung nicht, lasse mich für sowas nicht bezahlen, habe keine Auflagen von Ex- oder Noch-Kunden und schreibe über alle Provider, wie ich mag. Im Zweifelsfall lasse ich solche Hinweise lieber ganz sein, bevor ich den Eindruck erwecken könnte, in einem Artikel Werbung zu machen, das bringt’s doch nicht und wäre für Spreeblick eher hinderlich. Niemand gibt einem für so einen Satz Geld. In diesem Fall war der Hinweis und dass es offenbar um O2 geht (was ich bis jetzt noch nicht einmal überprüft habe): Zufall.

    Dass ich das Angebot für fair halte (wie gesagt: ohne Details zu kennen, ich hab nur eine Print-Anzeige gesehen), nehme ich aber deshalb auch nicht zurück.

    Man muss sich nicht verrückt machen mit dem ganzen Kram, was weiß ich, für wen du oder andere Blogger/ Kommentatoren arbeitest/ arbeiten? Natürlich ist niemand völlig unabhängig, aber so sehr verhuren, wie es manchmal vermutet wird, müssen sich meiner Erfahrung nach wenige. Auch ich zum Glück nicht. Und Disclaimer tun nicht weh, insofern darfst du sie von mir grundsätzlich erwarten.

    Update: Ich hab’s in den Artikel geschrieben.

  33. 33
    Robbenklopper

    Ich bin bei Primacom und bezieh Telefon und Internet über den Kabelanschluss. Am Tag des Einzugs angerufen, eine Stunde später kam schon einer vorbei mit dem Router und Vertrag, eine Stunde später war alles freigeschaltet und benutzbar.

    DSL Flat + Festnetz Flat + TV-Anschluss = 20€

    Und noch nie irgendwelche Probleme gehabt.

  34. 34

    @Robbenklopper: Ich wollte auch Kabel weil wegen schneller. Aber das hätte mich inkl. Baustelle vor der Tür ein paar Tausend Euro gekostet, da muss ’ne alte Frau viel Banner für schalten.

  35. 35
    Tim

    Eine Lösung gibt es, so wie bei mir. Umziehen. Wer draussen in der Provinz-Pampa wohnt und gerade einmal DSL 1000 bekommt, hat ein ruhiges Leben. Für keinen DSL-Provider als Kunde interessant, da ihre eigenen DSLAMs in den Ortsvermittlungsstellen zuweit weg sind und sie über die Telekom gehen müssen, was die Kampfpreise für den Kunden dann um 5-10 Euro erhöht und die Margen der Provider zunichte macht.

  36. 36

    Nach viel Ärger mit Freenet und Alice bin ich jetzt bei Kabel Deutschland… zum ersten Mal funktioniert alles… Nachteil, in Berlin haben nur wenige Hausverwaltungen Verträge mit denen…

    Meine „netten“ Erlebnisse mit Alice hab ich hier beschrieben:

    http://www.lieinthesound.de/2009/01/das-marchen-vom-verschwundenen-stockwerk-im-alicede-dsl-wunderland/

    Hoffe mal, dass nach 1.5 Jahren viel Ärger, das Glück ein bisschen anhält.

    Brigitte

  37. 37

    E+ ? ;-)
    Liege in Kündigung…

  38. 38
    Kay

    Als das iPhone in Deutschland auf den Markt kam waren die Tarife übersichtlich. Wow, da hatte es ein amerikanischer Konzern geschafft sein „Firmenmotto“, dass es für die Kunden einfach sein muss auf den rosa Riesen zu übertragen. Ein Wunder war geschehen. Na ja, inzwischen herrscht dort der gleiche (oder schlimmere) Tarifdschungel wie bei allen anderen Anbietern auch. Wenn es ein einfaches Angebot gäbe, wäre ich auch sofort dabei, aber so? Meinen Uralt-Mobilfunkvertrag der auch noch total übersichtlich ist werde ich wohl noch Jahre lang behalten, auch wenn man regelmäßig versucht mir diesen madig zu machen. Kann sogar sein, das ein neuer Vertrag günstiger wäre, aber ich will nicht günstig, ich will EINFACH!

    Kay

  39. 39

    Das ist Marktwirtschaft. Langweilig wirds nie.

  40. 40
    Christian

    Nur zum sagen (und manche Sachen müssen mal gesagt werden): ich hatte gestern die Hotline der Telekom wegen Umzug meines Anschlusses am Rohr. Und was war ich überrascht: ich hatte einen freundlichen, kompetenten und extrem hilfsbereiten Mitarbeiter am Telefon. Ich war komplett von den Socken.

    Und der Roboter vor dem Mitarbeiter war auch erträglich. Und hat sogar mein lapidares „Null-Zwo-Elf“ meiner alten Vorwahl ohne Mucken verstanden :)

    Nach etlichen Jahren negativer Erfahrungen war das mal das Licht am Ende des Tunnels. Und dann auch noch die Telekom. Naja, bei meinem Glück bekomme ich nächstes Mal das genaue Gegenteil, aber man muss ja auch mal was positives berichten dürfen, so mitten in dieser Krise und so „¦

  41. 41

    @Johnny Haeusler: Johnny, könntest du den Satz: ‚da muss „˜ne alte Frau viel Banner für schalten‘ nicht mal filmen? Du hast doch jetzt dieses neumodische iPhone. Und alte Frauen gibt’s doch in deiner neuen Wohngegend bestimmt genug, oder ;)

  42. 42

    @marionbrasch:
    Solch gestellte Fragen, mithin Aufforderung sich zu erklären ist unfair.

    Johnny sieht nicht nur jünger aus als er im gegensatz zu seiner Frau
    (Tanja) wirkt. Er scheint durchaus ein Spielkind zu sein. Welcher User
    kann sich zumindest mal nicht in die Situation hineindenken? Hasta
    la Vista

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