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„Filed under uncensored“ – Lesung iranischer Blogs am 6.12.

Das Festival Happy Revolution. Views on iran. 30 years later lohnt insgesamt eines Besuchs: Zum Jahrestag der islamischen Revolution wird ein Blick auf die nachgeborenen Iraner geworfen; das Festival liefert „einen Querschnitt der Arbeiten junger iranischer KünstlerInnen“. In diesem Rahmen findet am 6.12. auch eine Blog-Lesung statt, um die ganze Bandbreite von Alltagsgeschichten bis zu politischen Artikeln auszuloten. „Mit dabei sind intellektuelle Literaten, wagemutige Menschenrechtlerinnen, melancholische Flaneure und Mädchen mit Liebeskummer, ebenso wie Bürger, die sich über städtebauliche Probleme auslassen und schwule Aktivisten,“ schrieb mir der Veranstalter. Die Texte werden präsentiert von Bov Bjerg, Ekkehard Knörer und Parka Lewis. Was die jüngsten Proteste anbelangt, wird die Journalistin und Medienwissenschaftlerin Yalda Zarbakhch einen Vortrag über Zustand der Blogbewegung und ihre Auswirkungen halten.

Filed under uncensored
06.12. 2009 17:00 Uhr
Ballhaus Naunynstraße, Naunynstr. 27
Eintritt frei

13 Kommentare

  1. 01
    Thomas Benle

    Klingt spannend. Danke. :)

  2. 02
    Peter Viehrig

    Das wird jetzt ein wenig off-topic, aber da es dabei ja ebenfalls um Zensur geht:

    Seit einiger Zeit hatte ich stets Schwierigkeiten, Spreeblick aufzurufen. Die Seite wurde zwar teilweise geladen, wie ich an den Ausschlägen des bei mir installierten NetSpeedMonitors erkennen konnte, jedoch blieb dieser Vorgang jedesmal auf „halber Treppe“ stehen, das Browserfenster blieb weiß. Erst ein Reload brachte dann den Erfolg.

    Nun habe ich heute, von anderen Seiten darauf gestoßen, diesen Artikel bei Spiegel Online gelesen. (Ganz nebenbei: Ich habe nun endlich in etwa begriffen, was ein DNS-Server ist und was der macht). Ich habe, schon für den Fall eines „ausführenden“ Zugriffs von BKA und Zensursula auf unser aller Internet, eine Ausweichmöglichkeit testen wollen, denn Google hat ja bei vdL nichts unterschrieben.

    Und siehe da: Mit diesen veränderten Einstellungen erscheint Spreeblick wie von Zauberhand sofort, ohne Reload.

    Werde ich jetzt zum Verschwörungstheoretiker, wenn ich daraus zumindest eindringliche Fragen ableite? Oder gibt es für diese Beobachtung(en) eine schlüssige Erklärung, die keine mulmigen Gefühle in der Bauchgegend hervorruft?

    Viele Grüße

    Peter Viehrig

  3. 03
    Peter Viehrig

    Update: Die Selbstzweifel waren wohl begründet, denn nun ist es auch mit den neuen Einstellungen so, daß die Seite von Spreeblick erst nach einem Reload erscheint, warum auch immer. Das war wahrscheinlich ein positiver Ausreißer heute morgen, der tatsächlich zufällig mit den veränderten DNS-Einstellungen zusammenfiel.

    Ich bitte um Entschuldigung für meinen kurzzeitigen Verschwörungsglauben.

  4. 04

    Besteht die Möglichkeit diesen benannten Vortrag oder gar die ganze Veranstaltung in Virtueller Form besuchen zu können?
    Mir ist leider der Weg zu weit, um die Akteure live erleben zu dürfen.

    Wenn es eine Aufzeichnung geben sollte, wäre ich sehr glücklich darüber.

    Den Iniatoren wünsche ich ALLES GUTE :-)

  5. 05
    Thomas Benle

    Da es nicht danach aussah, als würde die Veranstaltung aufgenommen, für all jene, die nicht anwesend sein konnten an dieser Stelle eine kurzer persönlicher Eindruck:

    Die vorgestellten Blogeinträge waren gelungen und vielfältig. Ich hätte es aber begrüßt, wäre zuvor jeweils kurz auf die Blogs der Autoren eingegangen worden (Themenfeld, Leserzahlen, ist der Autor bekannt oder schreibt er unter Pseudonym?, etc. pp.). Der an die Lesung anschließende Vortrag hielt wichtige und auch spannende Fakten bereit, war mir im Fazit aber letztlich zu unkonkret und aufgeregt, um wirklich zu überzeugen. Von der unsäglich dämnlichen Diskussionsrunde danach ganz zu schweigen… („žWo finde ich Blogs?“, „žBei mir rufen immer so Iraner an und wollen Geld, sind die da wirklich so arm?“, „žGibt es in Deutschland auch Sperrungen von Blogs?“, usw.) Insgesamt war das Projekt begrüßenswert und nicht völlig uninteressant, ich aber wohl nicht ganz die Zielgruppe.
    Ein erhebliches Manko stellte ürbgiens auch die völlig improviserte technische Nutzung dar. Für die drei Vorlesenden standen nur zwei Mikrofone bereit, von denen die erste halbe Stunde keines funktionierte, wenngleich die Boxen zwischendurch mächtig rauschten, das Licht ging während der Veranstaltung immer wieder kurz aus und an, die Blogs wurden nicht im Vollbildmodus des Browsers präsentiert, dafür warf der Beamer nur Teilbereiche des Bildschirms an die Wand, was hektisches Hin- und Herscrollen bewirkte und die den Vortrag begleitende Präsentation wurde zeitlich viel zu schnell vorgeschaltet.

  6. 06

    Ich bin ebenfalls der Meinung, dass es heutzutage sehr einfach ist, eine interessante Diskussionsveranstaltung aufzuzeichnen. Man muss den Zuschauern ja nicht unbedingt mehrere Kameraperspektiven bieten. Bereits mit einer einzigen könnte man manche Youtube-Besucher glücklich machen (meine Wenigkeit eingeschlossen).

  7. 07

    @ pipi, Thomas Benle & Reifenstein-Herbig:

    Hätten wir mit so viel Interesse gerechnet, hätten wir die Veranstaltung definitiv aufgezeichnet. So aber bleibt der flüchtige Moment, den Thomas Benle ja ausführlich dargestellt hat.

    Definitiv entschuldigen möchte ich mich an dieser Stelle für die mangelhafte Haustechnik. Die daraus resultierenden Enttäuschungen kann ich verstehen und teilen. Wir geben die Kritik gern weiter.

    Was die Diskussion angeht möchte ich allerdings anmerken, daß es uns darum ging, gerade auch ein Publikum anzusprechen, das aus der einen oder anderen Perspektive heraus einen Informationsbedarf hat – sei es zum Iran oder zum Medium Blog – und ich mich immer freue, wenn Zuhörer/innen unterschiedliche Fragebedürfnisse respektieren.

    In jedem Fall helfen uns die Kommentare hier auf spreeblick, die nächsten Veranstaltungen interessanter und mangelärmer zu planen.

    Danke dafür!

  8. 08
    Thomas Benle

    @oliver kontny: Danke für’s Weiterleiten. Ich hätte meine Kritikpunkte gern schon vor Ort deutlich gemacht, musste aber aus Termingründen bereits vor Ende der Diskussionsrunde gehen. Da ich mit der Fragerunde aber (erwartungsgemäß, soviel sei zugegeben) nicht viel anfangen konnte, war der Verlust aber zu verkraften. Dass diese Fragen natürlich dennoch beantworten werden müssen und auch sollen, wenn das Bedürfnis besteht, ist aber natürlich unumstritten richtig.

    Ach ja, Frau Zarbakhch sprach in ihrem Vortrag ein Buch an, das unter anderem auch auf Deutsch erschienen sein und sich der selben Thematik (also den iranischen Blogtexten) widmen soll. Leider hat sie es versäumt, den Titel zu nennen (und persönlich fragen konnte ich sie nicht). Falls Sie mir diesbezüglich weiterhelfen könnten, wäre ich ihnen sehr verbunden. Aber auch so schon meinen Respekt, dass Sie die Kommentare hier ernst nehmen und berücksichtigen wollen. :)

  9. 09

    Das Buch ist von Nasrin Alavi und heißt „Wir sind der Iran“. Ich meine, sie hätte den Titel genannt. Es ist bereits 2005 erschienen:
    http://www.perlentaucher.de/buch/22906.html

  10. 10
    Thomas Benle

    @oliver kontny: Hab’s möglicherweise bloß nicht gehört. Danke!

  11. 11

    @oliver kontny:
    ‚Terror und Traum‘
    Der Hinweis dient nur dazu ernst genommen zu werden.

    http://www.dailymotion.com/video/xbg6uj_chump-clump_fun

  12. 12

    Enjoyed reading

    the report – most informative thanks

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