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Willkommen in der Minderheit

Zugegeben: Mein allererster Eindruck des iPads hatte den bitteren Beigeschmack leichter Enttäuschung. Mein Auge störte sich an den Proportionen von Rand und Bildschirm, das Interface des Home-Screens — mit den großen Abständen zwischen den Icons — wirkte unfertig, und wie fast alle, hoffte auch ich auf etwas technologisch wirklich Neues, Revolutionäres, Nie-Gesehenes.

Stattdessen präsentierte Mr. Jobs ein Gerät, das vom ersten Eindruck an einen guten Bekannten erinnert und daher in Windeseile auf allen Meinungsäußerungskanälen als großer iPod Touch bagatellisiert wurde.

Überhaupt übten die Reaktionen auf das iPad mehr Faszination auf mich aus als das Gerät selbst. Dass auf eine solch große Erwartungshaltung nur Ernüchterung folgen konnte, war abzusehen. Die Gerüchteküche hatte ein gigantisches Buffet aufgetischt — für jeden war was dabei. Dagegen wirkte jedes Drei-Gang-Menü mager, egal wie perfekt es zusammengestellt und zubereitet ist. Und dass eine Neuvorstellung aus Cupertino sowieso erstmal gehässig niedergetwittert wird, ist auch nicht verwunderlich.

Dennoch war ich überrascht, wie wenig die (Hobby-)Kritiker in den letzten Jahren gelernt hatten. Vergessen scheinen die zahlreichen Stimmen, die dem iPhone bei seiner Einführung höchstens ein Nischendasein prophezeiten. Vergessen auch, wie dumm heute diejenigen dastehen, die dem iPod, ob des hohen Preises und den fehlenden Features, ein Fail anhefteten. Was in die meisten Köpfe scheinbar noch immer nicht durchgesickert ist: Bei Apple geht es nicht um Hard- und Software, es geht um Experience. Und bevor man diese nicht erlebt hat, kann man ein Produkt nicht vollständig bewerten. Wenn es Apple richtig gemacht hat, werden viele Kritikpunkte (kein Flash, kein Multitasking, keine Kamera, keine seriellen Ports für Nadeldrucker etc.) mit einem Swipe weggewischt, sobald man das Gerät in den Händen hält.

Eine neue Ära

„Ja, aber ich brauche das nicht. Ich habe ja schon ein iPhone/ Netbook/ Laptop…“ liest man von denjenigen, die täglich mit Computern arbeiten und mich beschleicht der Eindruck, dass im gebetsmühlenartigen Wiederholen dieser kategorischen Ablehnung auch ein wenig Angst mitschwingt. Denn vielleicht schwant einigen schon, was das iPad bedeuten könnte: ein neues Paradigma im Personal Computing.

Denn das iPad ist kein großer iPod Touch, der iPod Touch ist ein kleines iPad. Was Apple vor drei Jahren präsentierte, war nur ein Vorgeschmack, verkleidet als Mobiltelefon und Mp3-Player. Das iPad lässt erahnen, dass eine weitaus größere Strategie dahinter steckt und wo die Reise in den nächsten Jahren und Jahrzehnten hingehen könnte.

Einmal mehr zockt Apple im großen Stil. Wenn es nach Plan läuft, stellen sie die Regeln auf und haben einen komfortablen Vorsprung vor der Konkurrenz (Wenn das iPad hingegen floppt, bringt das eine Firma mit solchen Cash-Reserven und anderen erfolgreichen Produktlinien auch nicht aus dem Tritt).

In diesem Licht erscheint die angebliche Aussage von Steve Jobs, das iPad sei „das Wichtigste, was er je gemacht habe“ nicht mehr nur bloßes Marketing-Gehype. Dass das iPad wiederum eine „dritte Kategorie zwischen Smartphone und Laptop ist“ könnte hingegen jedoch ein großes Understatement vom dem sonst um keine Superlative verlegenen Apple-Chef sein. Will er uns nicht zu viel auf einmal zumuten?

Das iPad nur als Gadget zu betrachten — und ihm höchstens noch eine Berechtigung als Rechner für die Oma zuzubilligen — ist zu kurz gedacht. Was wir hier sehen ist der Anfang einer neuen Ära im Personal Computing — vorausgesetzt, Apple ist mit seiner Strategie so erfolgreich, dass andere Hersteller auf den Zug aufspringen müssen. Das heißt nicht, dass das iPad als Gerät die Zukunft des PCs darstellt. Vielmehr geht es um den grundsätzlichen Ansatz, das Denkmodell. „In many ways, this defines our vision, our sense, of what’s next“, lautet der denkwürdige Schlusssatz von Chef-Designer Jonathan Ive im iPad Produktvideo.

Vereinfacht gesagt: Apple setzt auf ein System ohne sichtbare Dateistruktur für den Benutzer, auf einen Umgang mit Computern der Komplexität versteckt und dafür ein Stück Flexibilität opfert.

Ich habe das Gefühl, dass dieser Punkt — neben der Kritik an der fehlenden Offenheit des Eco-Systems — bei der vorschnellen Ablehnung des iPads eine große Rolle spielt. Diejenigen, „die sich mit Computern auskennen“, die mit ihnen aufgewachsen sind und sich über Jahre die nötigen Fertigkeiten angeeignet haben, verlieren in dieser neuen Ära ihre Distinktion. Das durch mühsames Trial-and-Error erlernte Beherrschen eines Betriebsystems wird überflüssig. Über Jahre angesammeltes Wissen wird unwichtiger. Der Vorsprung, den wir in diesem Bereich unserer Elterngeneration gegenüber haben, schmilzt.

Eine neue Minderheit

Der Computer wird endlich alltagsfähig — für alle. Er verliert den Geschmack des Arbeitsgerätes, die Schwerpunkte verschieben sich hin zu Entertainment und Kommunikation (Die Couch wurde nicht auf die Bühne geschleppt, weil sich Steve Jobs nach seiner Erkrankung schonen muss. Mehr Couch-Computing auch hier).

Dass man mit dieser neuen Art von Computer nur konsumieren kann, wie viele Pro-User bemängeln, mag auf das iPad zutreffen. Noch. Doch innerhalb dieses neuen Paradigma, lassen sich ohne weiteres professionelle, hochspezielle Applikationen und Arbeitsprozesse denken. Bis diese kommen, wird noch einige Zeit vergehen, aber die Weichen sind gestellt. Denn die Desktop/Fenster-Metapher mag vor 25 Jahren eine gute Idee gewesen sein, aber 2010? Auf dem Schreibtisch, den der Computer simuliert, steht heute oft nur noch — ein Computer.

Die kommenden Generationen werden über das alte Denkmodell lächeln, die Älteren, die bisher den Anschluss verpasst haben, finden über neue, bessere Interface-Metaphern leichter Zugang.

Und dazwischen sitzen wir, eine neue Minderheit. Zwar können wir Treiber installieren und Netzwerke konfigurieren, aber das wird keinen mehr interessieren. Die Zeiten, in denen Computer nur für uns gemacht wurden, sind passé.

Mehr zum iPad auf Spreeblick:
Das Apple Tablet
iPad

Der Autor Johannes Schardt ist u.a. Designer und alter Freund des Hauses Spreeblick.

113 Kommentare

  1. 01
    Enssen

    Wenn ich das lese, sehe ich mich in meiner Verweigerung gegenüber Apple-Hardware absolut bestärkt.

    Oh, wie mich dieser krankhafte Hype anekelt ! Und wird dann mal realistisch über die neueste „Offenbarung“ nachgedacht, ist das böse Kritik.

    Das ist doch Alles nur noch lächerlich.

  2. 02
    gasolina

    nur konsumieren? ich wette es sitzen schon ein haufen kluger köpfe da und entwickeln nützliche apps für das iPad. sogar ich hatte schon 2 (!) ideen, wie man das ding produktiv nutzen könnte.

    das ist ein computer für die generationen vor uns und die nach uns. nur wir, die wir uns täglich mit der technik rumschlagen müssen, reagieren irritiert… tunnelblick!

  3. 03

    Ich stimme Johannes uneingeschränkt zu. Das iPad ist der logische Schritt in Richtung Durchdringung des Alltags mit Computern. Die bisher beschrittenen Wege sind ausgereizt (PC am Arbeitsplatz) oder auf dem richtigen Weg (Medien-PCs). Jetzt nimmt der Computer Platz am Frühstückstisch und ersetzt gleichzeitig das Klemmbrett. Aber es scheint für viele sehr schwer zu sein, sich von den den schwer erarbeiteten Kenntnissen über die Internas der autoexec.bat zu verabschieden.

  4. 04

    Das ist einer der wenigen nützlichen und sinnvollen Beiträge, die ich in den letzten Tagen zu diesem Thema gelesen habe. Es gibt überall sonst nur Verrisse oder Apple-Mania. Ich würde Johannes voll zustimmen. Das Gerät ist mit Sicherheit nicht die Endausbausstufe, aber es scheint mir wahrscheinlich, dass hier mindestens ein neuer Trend geboren wurde und möglicherweise der Computer ganz nebenbei neu erfunden wurde.

  5. 05

    Und wenns mir bei der Hardware nicht ums Aussehen geht…wenn ich mir aussuchen könnte was ich jetzt lieber hätte Iphone oder Ipad dann wäre es zu 100% das Iphone weil es in die Hosentasche passt. Zum unterwegs bloggen oder so hab ich mein Netbook mit einer tollen Tastatur und daheim meinen Quad-Core-Rechner. Und alle mit Windows GEIL ^^

  6. 06

    @Enssen: Ich verstehe, dass einen Apple oder Hypes darum nerven. Was ich nicht verstehe ist, wie man sich als jemand, den digitale Entwicklungen interessieren, den Gedankenspielen um die kommenden Jahre entziehen kann. Es gab immer Entwicklungen, Innovation, Flops, gelungene und misslungene Versuche, weiter zu denken. Egal, was man von einem neuen Ansatz der Heim-Computerei hält: Spannend ist er allemal. Statt „es nervt mich alles“ würde ich viel lieber hören, warum das iPad floppen wird, wenn man das meint.

    Es geht dabei doch nicht um Dafür oder Dagegen, sondern um die Tatsache, dass dieses und andere Geräte die Art, wie unsere Kinder mit dem Internet und Computern umgehen, maßgeblich verändern werden. In welche Richtung, das kann man nur spekulieren. Aber das macht ja Spaß. Und wenn man die Debatte nicht mag, reicht es immerhin noch für einen erzürnten Kommentar. :)

  7. 07
    Klaus

    Sehr gut gedacht – der erste reflektierende Artikel zu dem Thema.
    Kann dem voll zustimmen und bin gespannt ob sich das Konzept durchsetzt.
    Ich kenne nicht nur Omas, die sich nach einem Medienzugriff ohne Computer sehnen. Das ist nah dran an der Vision vom Internet für Jedermann.
    Sollte das gelingen, wünsch ich mir dann allerdings auch von Apple eine Initiative in Richtung „one iPad per child“.

  8. 08
    Enssen

    @Johnny Haeusler (6):

    Was mich nervt ist folgendes: Ich kann nicht erkennen, dass das IPad eine wirkliche Neuerung ist. In seiner Form ist es ein simpler Tablet-Computer, wie es schon viele(unbehypte) gibt. Sicherlich, die verbaute Technik ist besser als bei den anderen Geräten dieser Sorte und es ist Appletypisch absolut stylish, aber das macht es nicht zur Innovation. Das ist etwas, für das Apple generell in meinen Augen steht.

    Auch kann ich nicht erkennen, dass dieses Gerät der grosse Schritt zum Wandel des Computers in eine Art „Freund und Helfer“ für jedermann ist. Da sehe ich andere Geräte eigentlich viel weiter, nur wird es bei denen nicht behypt.

    Ich glaube hier wirklich, dass in diesem Fall nur über Innovation geredet wird, weil es sich um das neueste Apple-device handelt und für viele „Apple“ als anderes Wort für „DIE ZUKUNFT“ gehandelt wird. Mir erscheint es quasi als Diskussion des Apfels und nicht der Zukunft wegen.

  9. 09

    „Neues Paradigma“? Bitte was? Das iPad ist nichts weiter als ein Klon des Atari STpad von 1991, nur dass das Betriebssystem vergleichsweise miserabel ist. Zum Mittippen: Das „Paradigma“ ist bald 20 Jahre alt. Wenn das die Zukunft ist: LOL.

  10. 10
    Steffen

    Naja, es ist ja klar, dass die Entwicklung weiter geht. Und dass in 10 Jahren niemand mehr (oder nur noch sehr wenige) am Schreibtisch vor solch riesigen Kisten sitzen wird, wie wir im Moment, weiß auch jeder.
    Aber was hat das iPad damit zu tun? Es ist keine Innovation und nüchtern betrachtet einfach nicht zu gebrauchen. Mag sein, dass durch dieses Produkt die Entwicklung schneller vorangetrieben wird, bzw. stärker in Richtung Tablet-PC geht, das liegt dann aber nicht an diesem iPad, sondern nur daran, dass Apple ein solches Produkt hergestellt hat (unabhängig davon, wie gut/brauchbar es ist), und jetzt alle meinen, sie müssten diesem „Trend“ nachlaufen.

  11. 11

    Der Computer wird endlich alltagsfähig — für alle.

    Ja, so lange man mit dem zufrieden ist, was die Kontrollfreaks von Apple einem erlauben wollen.

    Zwar können wir Treiber installieren und Netzwerke konfigurieren, aber das wird keinen mehr interessieren.

    Bis „wir“ dann doch wieder gebraucht werden um die Dinger zu „jailbreaken“ um wirklich machen zu koennen was man will.

  12. 12

    Das iPad ist ein Media-Consumption-Device und wird schon allein deshalb den Computer nicht ersetzen. Vielleicht am ehesten noch den Fernseher und die Zeitung. Mehr nicht.

    Die Kreativität des Nutzers bleibt auf der Strecke. Dazu sind die Eingabemethoden einfach eine zu hohe Barriere für den durchschnittlichen Nutzer.

    Ich rechne einem solchen Nischenprodukt erst dann hohe Chancen aus den Computer zu ersetzen, wenn Voicecontrol, Kamera und universelle Anschlüsse bzw. Synchronisation in Version 2 oder 3 den Weg in das Aluminium gefunden haben.

  13. 13
    elm

    wenn auch nur EINE firma in der lage wäre ein ebenbürtiges konzept auf die beine zustellen: raus damit. ich persönlich sehe aber momentan nicht viel konkurrenz zu den aktuellen apple produkten.

    in meinem umfeld nehme ich nur folgende entwicklung war:
    man lernt dass ein rechner / computer / smart phone läuft und in der bedienung angenehm sein kann.
    300 euro mehr? in diesem fall kommt es darauf an was einem die eigene zeit wert ist, und wieviel man sich ärgern mag.

    jeder weiß dass ein windows rechner lange zeit nicht wartbar war (ist?) – zumind. aus sicht eines menschen der EXE ( ersetze mit jedem beliebigen 3 buchstaben akronym aus dem IT Kosmos), nicht zuordnen kann.

    sobald das ipad eine kamera hat – bekommen meine eltern eines. soweit ich weiß brauchen die keinen selbst kompilierten kernel und können ganz gut wenn sie mich alle paar wochen im video chat sehen. was aber aufgrund von unkontollierbaren betriebssystem updates schon mal zum glücksfall wurde.

    noch mal: wegen mir kann jede andere firma ein funktionierendes system rausbringen. aber dann bitte bedienbar und effizient. bin offen für vorschläge.

    (und falls sich jemand beschwert das der app store gatekeeper is – setzt euch hin und macht ne android app ,. die freuen sich über unterstützung.)

  14. 14
    Jens

    Mit dem iPad ist die Chance dass mein Sohn Programmierer wird um 70% gesunken — und das ist gut so :)

  15. 15

    Ich kenne nur 2 arten von menschen die Appleprodukte kaufen:
    1. Mein erweiterter Informatikerfreundeskreis, die angeber, die direkt das olle mac os da runterschmeissen um mit linux/bsd, je nach gusto, anständig arbeiten zu können und
    2. Medienheinis. Japp, Medienheinis. Leute die schreiben, filmen, malen, bloggen. Ästheten halt, die in aller regel null ahnung von Technik haben und haben wollen. Ich habe keine Ahnung wieso, aber sie lieben macs obwohl photoshop & konsorten dank adobes allerlei unfähigkeiten auf jeder windowskiste stabiler laufen als aufm mac.
    Genauso ists mit den I-phones/pads/pods. Die einen jailbraken, basteln und tunen die hardware so dass ausser dem gehäuse nciht mehr viel apple drin steckt, die anderen sind – ihr ahnt es sicher schon – medienheinis.
    Apple verdient sich an diesen stereotypen die ein oder andere goldene nase, aber was solls, mir ists egal :)

  16. 16
    RatRex

    Wat höre ich immer von Trend setzen und so … ja, Apple hat das Konzept als erste wirklich auf den Markt gebracht. Das ist richtig.

    Mir fehlt zum wirklichen mitnehmen einfach die dritte Hand. Und da die Applekunden sich dumm und dämlich zahlen werden die auch die nächste Epoche der Computerbedienung als erste auf den Markt bringen.

    -> Hier jetzt … merkt es euch … ich bin der Guru … das kommt nämlich:
    MiniHeadDisplays die mit Handgesten gesteuert werden … ergo kein Moni mehr halten müssen. Rest über Funkeingaben mit Gimmiks.

    Sieht bescheuert aus und wird sich dennoch durchsetzten. Und nur weil Appel dann MEINE Idee geklaut hat sind die wieder toll oder was? Ne, ne …

  17. 17

    Dein Nadeldrucker hat schon eine serielle Schnittstelle?

    Schön, dass du den Hype auf deine Art weiterträgst, so pseudoobjektiv. Ohne allerdings zu beachten, dass der neue Spross ins Konzept dieser Firma nur deswegen passt, weil auch dort die Anwendungsbereiche eingeschränkt und kontrolliert werden.

    Ich fänd’s cooler, wenn die Möglichkeiten des technischen Fortschritts FREI genutzt werden könnten.

    kleine Anregung: http://www.fsf.org/news/ibad_launch

  18. 18
    Ralf

    Für eine Verständnis von großer Innovation und Evolution in der Computertechnik sei Mark Weiser’s Vision des Ubiquitous Computing empfohlen.

  19. 19
    WolfRevo

    Der Artikel könnte eine mögliche Zukunft von Apples Produkten zeigen, doch allein ich glaube nicht daran. Ich habe überhaupt keine Angst, dass alles verappled wird, das soll gern so kommen. Von mir aus hat jeder seinen iDies und iDas. Das iPad isn nettes Gimmick aber nichts Weltbewegendes. Darüber hinaus hat noch kein Vorgängerprodukt von Apple die Welt bewegt, sondern immer nur sanft evolutionär angefasst. Ich selbst nutze Apple auch, aber ich sehe darin keinen Meilenstein, sondern nur hübsche Beiwerke. Eben nichts Weltbewegendes. Die Welt ändert sich, die Menschen ändern sich, mit oder ohne Apple (oder Microsoft oder Linux oder oder oder), das macht nur einen marginalen Unterschied. Ich sags einfach: schaut in 50 Jahren nochmal nach und es wird nicht Apple sein, die über 50 Jahre die (R)Evolution vorangebracht haben. Apple wird dazu beigetragen haben, wie alle anderen auch. Der Artikel geht aus meiner Sicht an der Realität der Entwicklung im Bereich IT schlicht und ergreifend vorbei. Aber jeder darf empfinden, wie er möchte. Wir sprechen uns in 50 Jahren wieder.

  20. 20
    ganzunten

    @Johnny Haeusler: Wenn es doch wenigstens spannend wäre! Aber der iPad ist nicht spannend oder aufregend, wenn man es sich mal nüchtern ansieht.

    Im Artikel wird von „Experience“ geredet. Die strikte Notwendigkeit von iTunes ist für mich das genaue Gegenteil eines guten Benutzererlebnisses. Selbst in der 9. Version hat Apple es nicht fertig gebracht ihr super-zentrales Machtinstrument iTunes auf eine zeitgenössische Code-Basis zu hiefen. Zumindest auf dem PC (und da wohnen nunmal die meisten Apple-Kunden!) fühlt es sich an wie eine Excel-Tabelle in Flash programmiert.

    Auf der anderen Seite ist das iPhone OS das größte Problem des iPad. Es ist zu eingeschränkt. Die Weiterentwicklung ging bisher viel zu langsam voran. Und auch noch kompatibel zu ihrem Smartphone, das ja wesentlich mehr Benutzer zur Zeit hat. Das sehe ich problematisch. In der Kosten-Nutzen-Rechnung der Softwareentwickler ist das iPad nämlich nur ein iPhone ohne Kamera mit größerem Display. Und so wird auch die meiste Software aussehen: wenn überhaupt gibt es dann auch halbherzige iPad-Versionen ihrer Programme. Erwartet wirklich jemand ernsthaft dass es komplexe Programme wie iWork für das iPad geben wird? Wer kann das Risiko eingehen und für eine Plattform, für eine Gerätegröße so viel Geld zu investieren?

    Der App-Store ist doch das beste Beispiel: Dort gibt es maximal 500 wirklich gute Programme wenn man mal alle Bier-, Furz-, Werbe-, Taschenlampen- und kostenlosen Demo-Apps weglässt. Und selbst bei diesen Programmen ist die Nutzungsdauer gering. (Dazu gab es ja diverse Statistiken)

    Für mich bestätigt der ganze Rummel meine Ansicht, dass Apple total überschätzt wird weil zuviel hineininterpretiert wird. Apple hat zwei wesentliche Innovationen hervorgebracht: iTunes (nicht der iPod!) und das iPhone (bisher eigentlich erst eine Version). Darauf ruhen sie sich nun aus. Der Mac wird vernachlässigt und mit iTunes und dem AppStore denken sie, können sie jeden Markt aufrollen. Ich sage abwarten. Sie beginnen die selben Fehler zu machen wie früher vor ihrem ersten „Untergang“.

  21. 21
    ganzunten

    @FK: Sehr treffend! Und was heute als modern und modisch gilt ist auch ganz schnell wieder aus der Mode.

  22. 22
  23. 23
    Naarf

    Das Konzept welches hinter dem iPhone/iPod touch oder jetzt dem iPad steht ist genial, keine Frage. Ich würde mir sofort eines der Geräte kaufen – wenn da nicht die Firmenpolitik Apples wäre.
    Interessanterweise findet das „Google Bashing“ momentan sehr großen Anklang, vorallem in einschlägigen Medien. Welche Gefahr aber Apple (dessen Umsatz ist nebenbei gesehen fast doppelt so groß wie der von Google: http://www.wolframalpha.com/input/?i=revenue+apple+google) für den Verbraucher darstellt wird totgeschwiegen – wohl auch kein Wunder, weil doch gerade die (Zeitungs-) Verlage und Medien allgemein hoffen über kostenpflichtigen Content ihre Gewinnmarge zu steigern.
    Einen mMn interessanten Bericht darüber findet man von Jens Berger auf spiegelfechter.com.
    Durch das iPad besteht jetzt zusätzlich auch noch die Gefahr, dass Apple mehr oder weniger den Markt der E-Books beherschen wird, so wie Apple schon den Musikmarkt unter Kontrolle hat (mMn guter Kommentar dazu von Matthias Schwenk auf carta.info)
    Das Web wird sich in den nächsten Jahren mit Sicherheit verändern und Apple wird dabei sehr wahrscheinlich viel beisteuern.
    Wer aber am Ende von dieser Veränderung profitieren wird, muss sich erst noch herausstellen.

    P.S.: Der Spamfilter hier auf Spreeblick ist sehr nervtötend wenn man seine Aussagen mit externen Links unterstützen möchte..

  24. 24
    Paul

    Oh ja, wenn wir Apple nich hätten, hihi.

    MP3-Player gibt es erst seit dem iPod!
    Handys erst seit dem iPhone!
    Tablet-PCs erst seit iPad…

    Seit wann ist denn der Computer alltagsfähig?
    Seit dem Laptop? Oder seitdem der PC als familienfreundlich beworben wurde, irgendwann Anfang der 90er?
    Daß Apple-Jünger das Rad immer neu erfinden müssen und denken, sie wären die ersten.
    Aber Hauptsache, es glitzert schön…

  25. 25

    Komisch, anderswo beschwert man sich über Trusted Computing, nur wenn Apple uns daran gewöhnen will, ist das eine schöne Zukunftsvision. Zugegeben, ich kenne mich mit den technischen Details nicht aus, aber das bisschen versteckte Komplexität und die wenige Flexibilität, die uns verloren geht, beunruhigen mich schon. Und: Wenn sich das durchsetzt, gibt es bald keine Alternativen mehr (Google als Retter der selbstbestimmten Computernutzung?).

    Das iPad selber wird wahrscheinlich noch an der Couchphilosophie zugrundegehen, aber das wird niemanden hindern, sich die Idee zum Vorbild zu nehmen.

  26. 26

    Vielen Dank für diesen hervorragenden Artikel. Eine Meinung der ich mich gern anschließe, wie man hier sieht: http://blog.renefischer.ws/warum-das-ipad-das-ende-der-digital-natives-i

  27. 27

    Ich werde weiter auf das HP Tablet warten.
    Und wenn die ebenfalls keine USB Anschlüsse dranmachen, ohne dafür 150€ extra zu verlangen fange ich tatsächlich an und baue mir so ein Gerät selbst -dann muss ich auch nicht für jeden Mist eine App kaufen, kann, wenn mir danach ist, Sachen selber schreiben, akku tauschen, SD Kartenleser einbauen etc. etc.
    Es ist völlig schnurz wie zukunftsweisend das ipad sein mag: es erfüllt meine Anforderungen kaum im Ansatz und wird deshalb nicht gekauft, das gleiche galt für das iphone/ipod touch und ungefähr 2 milliarden anderer geräte die nicht von apple sind.
    Aber wenn ich ein HP gerät kritisiere, ein Acer, oder ein Nokia springen mir wenigstens keine 100.000 Leute an die Gurgel, und das ist der Punkt über den ich jeden bitte würde mal drüber nachzudenken.

  28. 28
    elm

    Welche Anforderungen hast du an ein Tablet?

  29. 29

    das klingt nun doof, aber vielleicht ist die gebetsmühlenartigen Abneigung, der man ebenso eine gebetsmühlenartige Huldigung des ipad (bitte mit einem beliebigen Apple Produkt ersetzen) gegenüberstellen könnte, einfach Ausdruck der Erkenntnis, dass man oder einige das Ding einfach nicht brauchen! Seltsamerweise wird von den Verfechtern des ipad immer wieder auf irgendwelches Gefrickel von PCs hingewiesen, dass spätestens seit 2003 nicht mehr der Fall ist oder auf eine Durchdringung der mobilen Nutzung verwiesen. Selbst diese ist seit den Netbooks nun allgegenwärtig. Vielleicht weniger vor dem iMac sitzen und mal rausgehen. Kein Coffeeshop mehr ohne Netbook-User.

    Was ein Weg sein kann ist Apple Struktur auf die althergebrachte dateistruktur zu verzichten und die Usability erstmal in den Vordergrund zu stellen. Da kann der ipad ein erster Schritt sein, aber da müssen weitere folgen und wie schon oben richtig angemerkt mit Sicherheit nicht durch Abschottung freier Programme und Schnittstellen.

  30. 30

    @elm: das ist einfach:
    [x] für beim ipad vorhanden
    1) ausreichende Hardwareleistung für Filme, kleinere Spiele, Office-artige Anwendungen und surfen. [x]
    2) min. 2usb anschlüsse um 1 usb-speicher anschließen zu können und eine halbwegs ordentliche tastatur []
    2b) optional: SD-fähigkeit. Auch über USB-Adapter zu lösen, siehe 2.
    3) wlan [x]
    4) Synchronisationsmöglichkeit meiner Daten&Anwendungen mit bestehenden Systemen [?]
    5) Die Möglichkeit zumindest Verschleißteile auszutauschen (Akku, Touchfläche)
    6) Kompatibilität zu bestehenden Anwendungen, siehe 4.
    soweit die Kurzfassung, wenn mir mehr einfällt kommt das.

  31. 31
    elm

    @Hendrik:

    Hat irgendein Anbieter ein Produkt in der Planung / auf dem Markt welches diesen Ansprüchen genügt ?

  32. 32
    Schmierwurst

    Ich finde die Idee des iPads (oder des Tablets an sich) großartig. Und ich bin mir ziemlich sicher, daß diese Dinger über kurz oder lang ähnlich verbreitet sein werden wie Handys. Allerdings verstehe ich an einigen Punkten nicht, warum Apple es so und nicht sinnvoll umgesetzt hat.
    Über das Apples Design lässt sich sicher trefflich streiten, ich mag dieses Rundgelutschte Äussere gar nicht, aber hey, ich bin ein Mann. Fehlender Wide Screen finde ich auch nicht schlimm, daß Ding ist vermutlich eher zum Surfen und Lesen gedacht, da ist 4:3 vermutlich das bessere Format.
    Kein austauschbarer Akku, mnja, war auch nicht zu erwarten, und wird auch so lange nicht kommen, bis man Batteriefachabdeckungen hübsch designen kann. Keine Kamera? Verwunderlich.
    Was aber absolut, ohne jede Diskussion, überhaupt ganz gar nicht geht: kein Kopfhöreranschluss, kein USB, keine Speichererweiterung, kein Multitasking, kein Flash. Ich weiß vermutlich zwar gar nicht, wozu ich das iPad benutzen sollen sollte, solange ich es nicht dafür nutzen kann, wofür ich es benutzen wollte (Filme/Serien gucken, Musik hören während ich im Internet surfe, twittere, telefoniere, zu Hause auf dem Sofa liege, im Cafe sitze, reise, pendle,…) besteht bei mir kein Bedarf, und noch nicht mal der Wunsch, so ein Ding zu besitzen.

    Das was Apple jedoch immer geschafft hat ist das, was ich mir auch vom iPod erhoffe: daß andere Hersteller endlich aus dem Knick kommen, und ihre bislang eher halbärschigen Tabletversuche forcieren, und ordentliche Pads auf den Markt bringen. Mit Kamera, mit Flash, mit USB, mit Kopfhöreranschluss, mit Multitasking, mit 16:9 und hoffentlich mit einem, err, kantigerem Design. Und vor allem: mit einem nicht ganz so nach Hygieneartikel klingendem Namen.

  33. 33
    Svennö

    Den Artikel finde ich super. Ich warte auch seit Jahren darauf, daß der Computer aus seiner „nur für die digitale Elite“ Ecke rauskommt….daß die Hardware einen nicht interessiert, sondern das, was man damit machen kann.

    Klar kommen jetzt wieder die:
    -spielt kein ogg/ich kann kein Ubuntu drauf installieren
    -Hat kein USB/Quadcore/HD Display

    whatsoever Kommentare…aber haben sich einige Leute denn mal mit nem iphone etc. beschäftigt? Dass das Gerät einfach so funktioniert, ohne dass ich mir darüber Gedanken machen muss?

    So sehr hier einige Apple auch hassen (warum auch immer), aber ohne die Firma mit dem Apfel Logo wären PCs wahrscheinlich immer noch beigefarbene Bigtower und wir würden auf Smartphones immer noch mit Stylus auf einer Computer-ähnlichen GUI arbeiten.

    Was anderes:
    Das Gehate beim eingebauten Akku der Macbooks…wer tauscht denn wirklich irgendwann mal den Akku aus? Und wenn, kostet das genausoviel wie beim Macbook…

    Echt, ich kann das Apple Gebashe nicht mehr hören…teure Hardware, Anschlüsse fehlen, blablabla…iphone braucht eine höhere Ausflösung, das Teil taugt nix…

    *seufz*

    Ich glaube, eines Tages werden wir selbstverständlich Endgeräte benutzen ohne uns Gedanken zu machen, wie die Dinger eigentlich funktionieren.

  34. 34

    @Schmierwurst:
    „[…]Was aber absolut, ohne jede Diskussion, überhaupt ganz gar nicht geht: kein Kopfhöreranschluss,[..]“

    doch doch – hat 3,5 mm Klinke ^^
    siehe: http://www.apple.com/de/ipad/specs/ bei Ein- /Ausgänge

    mfg Dirk :D

  35. 35
    Markus

    Genau! Sehr guter Artikel. Voll ins Schwarze getroffen.

  36. 36

    Also, ganz abgesehen davon, dass man sich mal durch 60 % undifferenzierten Trommelwirbel durchkämpfen muss, bis man zur eigentlichen Aussage kommt (die man so ähnlich auch schon teilweise bei Schirrmacher in der FAZ lesen konnte).

    Also abgesehen davon, kann ich das Argument nicht nachvollziehen, warum ein Produkt, das den User in der Nutzung eines „Computers“ einschränkt, jetzt als die heißeste Erfindung seit der des tiefen Tellers abgefeiert wird.

    Gefühlsmäßig wirkt das auf *mich* wie das nachträgliche Erklären eines Films, den man ursprünglich für schlecht gefunden hatte, den auch alle andere schlecht finden, aber man trotzdem noch seinen Freunden erklären möchte, warum der Lieblings-Regisseur nicht komplett versagt hat. Siehe auch die kleinen Seitenhiebe auf „die (Hobby)-Kritiker“, die einen Nadeldrucker beim iPad vermissen.

    Ich würde ja einer „kastrierten“ *Benutzerführung* durchaus etwas abgewinnen können, aber spätestens, wenn das als Couch-Computer verkaufte iPad mit 16 GB gerade mal 10 % des iPod Classic speichern kann, Opa sich wundert, warum er keine Flash-Videos mehr ansehen kann, Oma die letzte Sehkraft der Augenkrebs-Ausgabe der New York Times opfert, wird sich herausstellen, dass der billige Saturn-Laptop mindestens genau so einfach zu bedienen ist, wenn man ein motiviertes Enkerl in der Nähe hat.

    Nebenbei: Es mag schon sein, dass „wir von der alten Bastler-Garde“ noch an unseren Systemen rumbasteln, die aktuellen Treiber installieren etc.. Aber die Zielgruppe des iPads brauchte das bislang üblicherweise auch nicht. Gut, die hatten eben ihren Desktop voll mit HP SnapShot-Trial Icons, aber dafür war auch die Bedienung von Flash-Navigierten Seiten kein Problem.

    Und die absoluten Computer-Illiteraten nehmen immer mehr ab. Daher denke, ich sich „Nerds“ und „Nur-User“ in der Mitte (hinsichtlich des Verstehens, wie Computer funktionieren) treffen werden.

    Nicht falsch verstehen: Die Notwendigkeit bzw. den Markt für ein Tablet an sich sehe ich schon. Allerdings nicht in der Art und Weise, wie dies Apple bietet. Ich persönlich fände ein System wie das Courier mit einem Mirasol-Display für mich am Idealsten.

    Ich will jetzt nicht prophezeihen, dass das iPad durch massiven Marketing- und PR-Aufwand nicht doch seinen Markt findet, aber in der aktuellen Version denke ich, dass es gekauft werden wird, man sich so lange herumspielt, bis man feststellt, dass es weder ein Ersatz für einen eReader noch für einen Surf/Multimedia-Computer ist und dann wird es höchstwahrscheinlich in irgendeinem Eck vor sich hin grübeln, was es falsch gemacht hat ;-)

    Wo es einen Nischenmarkt finden könnte, wären kleine Tisch-Spiele (sozusagen die elektronische „Die 1.000 Spiele-Sammlung“ mit Schach, Dame, Air-Hockey etc.)

  37. 37

    Bin an der Masse der Pressemitteilungen, Eindrücken und letztlich nur Mutmassungen schier am verzweifeln. Warte erst mal ab wer sich das
    Teil aneignet. Und greife evtl. zu, wenn die entspr. Foren mitteilen,
    dass man das ‚Tablett‘ besser nutzen kann als ein vergleichbares Net-
    book.

    Bin für vieles offen, nur mein Geldbeutel nicht.

    Mal schauen
    @PiPi

  38. 38

    Eigentlich brauche ich kein islat , Kindl oder HP Tablet und wie die ipads von den anderen Herstellern so heißen.

    Aber wenn vielleicht dann doch, dann nehme ich vermutlich das Original und keinen Nachbau.

    Ich glaube den Technikern dass es bessere Geräte oder Komponenten von anderen Herstellern gibt. Aber als Nutzer interessiert mich ein funktionierendes System aus Hardware, Software und Infrastruktur.

    Der Unterschied zwischen Apple und dem Rest ist die Systemlösung. Da hat Apple immer noch erstaunlich wenig Konkurrenz.

  39. 39
    arcadia

    Der Paradigmenwechsel liegt m.E. eher abstrakt im Bereich „Zugang“. Das Web soll offenbar wieder parzelliert werden (spezielle Inhalte nur noch über spezielle Devices/Kanäle).

    Interessant in diesem Zusammenhang: trendpiraten.tv hatte Ende 2008 schon mal einen echt visionären Blick in die Zukunft geworfen. Tenor: „2015 ist Apple der größte Content-Provider“ …
    http://tr.im/Mraf
    (ab ca. 2:20)
    Ist schon was dran…

  40. 40

    Und in 6 Jahren kommt das 30 Zoll iPad.
    ich freu mich schon.

  41. 41
    Martin

    Faszinierend.. diese Wellen, die dieses kleine Dinge auslöst.

    Persönlich warte ich lieber auf das Acer 1820, mit dem ich wesentlich mehr anfangen kann. Das iPad hatte gaaaanz kurz mein Interesse geweckt und hätte mein erstes Apple-Produkt sein können, aber kein Multitasking ist ein No-Go.

  42. 42
    Elf

    Tolle Zusammenfassung dessen was von beiden Seiten in den Foren dahergelabert wird.

  43. 43
    Johannes Schardt

    Ich weiss ehrlich gesagt nicht, auf welche Kommentare ich hier eingehen soll. Dass Artikel über Apple auch immer den Epinephrinausstoß so ankurbeln…

    Nur soviel: Ich bin kein Freund geschlossener Systeme, wie es Apple mit dem iPhoneOS, iTunes, AppStore und nun auch iBooks etabliert. Darum geht es in diesem Artikel aber auch nicht.

    Vielen Leuten ist das allerdings völlig egal, sie wollen, dass ihr Rechner das macht, was er soll — und das muss nicht viel sein. Die wenigsten Menschen brauchen einen Computer mit dem sie zwischen Indesign und Photoshop (sorry, OpenOffice und Gimp) oszillieren, im Hintergrund den selbst erstellten Dokumentarfilm rendern lassen, zwischendurch schnell Apache konfigurieren und dabei mit Freunden aus Japan und Neuseeland videophonieren, während nebenbei der Bittorrent-Client das Gesamtwerk von Jean-Luc Godard in UltraHD saugt.

    Apple hält die Zeit für reif, Personal Computing in weitere Bereiche des Lebens zu tragen und dabei so viele Menschen wie möglich mitzunehmen. Musik, Fernsehen, Spiele, Bücher… alles ist/wird Computing. Aber Apple will nicht nur computer-affine Menschen erreichen — vielmehr wollen sie, dass das Wort „computer-affin“ überflüssig wird (ein TV-Gerät kann ja auch jeder bedienen, dafür braucht es keine Affinität).

    Diese Gedanken sind an sich nicht revolutionär. Taten hingegen schon. Und Apple ist nunmal eine der wenigen Firmen derzeit, die die Vision, das Know-How und das Geld haben, diese Ideen in die Tat umzusetzen. Das macht es bemerkenswert (was nicht als Synonym für „toll“, „supi“ oder „spitze“ missverstanden werden soll, sondern im reinen Wortsinn).

  44. 44

    Und was macht den iPad nun also so viel bemerkenswerter als Ataris STpad 1991?

  45. 45
    jan

    godard in hd? schön wär’s ja.

  46. 46

    Das iPad wird sicher seine Käufer finden. Nur glaube ich nicht an den Mega-Erfolg wie damals beim iPhone. Damals gab es jahrelang kein vergleichbares Smartphone; wenn das iPad auf den Markt kommt gibt es aber längst Alternativen die _mehr_ können und das auch besser – dazu zähle ich auch günstige Netbooks:

    Da ich einen iPod touch habe und außerdem einen Android mit Keyboard, kann ich mir sehr gut erklären warum ich von iPhonies immer zweizeilige Mails in schlechtem Deutsch bekomme.

  47. 47

    Ich stimme dem Autor insofern zu, dass das iPad ein Vorgeschmack auf zukünftige Generationen von Personal Computern bietet. Dass das seit gut 20 Jahren etablierte Paradigma des absolut flexiblen Rechenknechtes und des allmächtigen Users keine gute Mischung ist, zeigen Conficker und Co tausendfach tagtäglich. Ein sicheres Computersystem ist prinzipiell nur realisierbar, indem der Anwender auf eine festgelegte Menge von Anwendungen festgelegt wird und er eben nicht in der Lage ist, beliebige Software zu installieren bzw. auszuführen. Wenn die Bedienung des Computers intuitiv ist und einfach Spaß macht, werden ohne Frage viele Anwender diese Einschränkung nicht als Nachteil empfinden und gerne in Kauf nehmen.

    Allerdings frage ich mich, ob das iPad eben diese Einschränkungen nicht deutlich zu eng gesteckt hat. Das Hauptproblem, das ich sehe, ist, dass sich das iPad nicht sinnvoll ohne iTunes (sprich: einen bereits vorhandenen PC oder Mac) benutzen lässt. Im Artikel wird gespöttelt, dass es ja keine Schnittstelle für einen seriellen Drucker parat hält. Aber wenn Apple schon aufwendig iWorks für das iPad implementiert, ist dann der Wunsch einen geschriebenen Text auch ausdrucken zu können so abwegig? Über WLAN ließe sich das schmerzfrei und benutzerfreundlich realisieren – MacOS mach es vor.

    Weitere Anwendungen, die ich nicht sehr exotisch finde und die ich von einem solchen Gerät erwarten würde, sind die Synchronisation mit einem Smartphone (und wenn es nur das iPhone wäre) und Texteingabe per Stift. Insbesondere letzteres wäre doch der letzte Schrei in jeder Vorlesung, Tagung oder im Meeting. Steve Jobs behauptet, das iPad sei zwischen Smartphone und Laptop/Netbook angesiedelt; in meinen Augen liegt es viel zu nah am Smartphone und hat diesem gegenüber außer dem größeren Bildschirm (leider) nicht viel mehr zu bieten.

    Ich kann mir gut vorstellen, dass viele weitere Geräte mit dieser Philosophie auf uns zu kommen werden und dass alle namhaften Hersteller fieberhaft an ihrem eigenen iPad arbeiten. Ich hoffe, dass dabei auch bessere Kompromisse herauskommen.

  48. 48
    Christian

    Das iPad (oder etwas in der Richtung) ist die Zukunft. 

    Beschwert euch über fehlende Schnittstellen (die gibt’s aber das interessiert wohl keinen), lock-in (nur bei Software; MP3, ePub, HTML5, H.264 sind unbestritten „žoffen“) oder fehlendes Flash (Flash ist tot, aber dazu unten mehr) oder Multi-tasking (was bestimmt kommt), aber das Teil ist exakt das Gerät, welches ich mir wünsche.

    Ich hab ’82 meinen ersten Rechner bekomen (ZX 81) und bin dann über den PC (DOS, Win 3.1) bei Linux gelandet. Das hab ich nach 10 Jahren gegen Win XP getauscht weil alle UNIX GUIs gurkig sind. Unter XP war wenigstens das Verhalten der Maus einigermaßen standardisiert und mit dem Alter kann man sich ja nicht mehr so viel merken :). Hab dann irgendwann auf Mac und OS/X umgestellt weil das hat neben einer einigermaßen konsistenten GUI auch ne vernünftige Shell (Cygwin ist eine Krankheit). 

    Über die Jahre hinweg habe ich meinen Support für jedwede PC Systeme im Bekanntenkreis eingestellt. Die Konfigurationen und die daraus resultierende Komplexität sind schlicht und einfach nicht zu bewältigen. Bei OS/X (bzw. beim Mac) entfällt zum Glück wenigstens die Treiberhölle, und jedes Mal wenn ein Wirrkopf kommt und meint OS/X sollte doch bitte auf „Standard PC Hardware“ (eigentlich ein Widerspruch in sich) laufen, kräuseln sich meine Fußnägel. Aber auch OS/X Supporte ich eigentlich nur widerwillig, weil das auch schnell schmutzig wird (Adobe Installer, irgendwer?).

    Gegen das was heute installiert und eingestellt werden muss um einen neuen(!!!) PC benutzbar zu machen (Firefox, Thunderbird, Antivirus) waren config.sys und autoexec.bat Kindergarten. Ach und dann ist im Hintergrund immer noch der IE, welcher sich nur mit dem ganz großen Hammer entfernen lässt. Nein, danke. 

    Das iPhone, der iPod Touch und bald das iPad ist für den „normalen“ Endanwender das Optimum. Nichts zu konfigurieren. Einschalten, läuft. Musik, Video, Web. Mail muss konfiguriert werden, aber das war’s auch schon. Braucht man was spezielles, findet sich das mit hoher Wahrscheinlichkeit im App-Store. Und nicht in Google, wo dann eine dubiose Seite aus einem fernen Land genannt wird (aber Hey, dafür ist’s dann umsonst :) ).

    Das was jetzt noch gelöst werden muss ist dieser lästige Rechner, mit dem man sich synchronisieren muss. Aber daran wird bestimmt auch schon gearbeitet. 

    Apropos Flash: ich sehe zwei Gebiete bei denen man heute Flash „braucht“: Audio- bzw. Videostreams und Spiele. Streams werden mit HTML5 erledigt (Youtube & Vimeo haben es schon, der Rest steckt in den Startlöchern – keiner will potenzielle Kunden verlieren) und Spiele „¦ naja also Adobe hat ja einen Compiler angekündigt, der das dann für das iPhone os umsetzt „¦ wenn ich jetzt n Flash Entwickler bin, warum soll ich das dann noch auf meiner Webseite umsonst anbieten, wenn ich im App-Store damit Geld verdienen kann?!

    Achso, die Flash werbebanner hab ich vergessen – trauert denen jemand nach?! :)

    Ach ja und dann ist da noch die Oberfläche vom iPhone OS. Konsequent auf die Benutzung mit Fingern ausgelegt. Mittlerweile auch mit externer Tastatur (OS 3.2) aber ohne Maus. Und DAS hat keiner in dieser Konsequenz. Windows wird nie vernünftig mit Fingern funktionieren, weil die UI Controls einfach nicht dafür gemacht sind. Die wollen eine Maus (oder jemanden der die Tastaturkürzel kennt). Ups. Windows mobile ist ein Witz, Android das neue UNIX GUI – mit allen Vor- und Nachteilen.

    Ich habe so den Eindruck, dass eine Maus für meinen kleinen Sohn sowas wird wie für mich Lochkarten: ein Kuriosum, weil die Technik einfach noch nicht weit genug war. 

    Das einzige was ich negativ sehe ist der alleinige Zugang via iTunes (das muss mal dringend zumindest überarbeitet werden), da würde ich mir eine API für wünschen, bidirektional damit man zumindest die Chance hat eine Alternative zu machen. Aber das verbieten sich wohl die Inhaltsanbieter (ich glaube Apple selbst sieht das neutral).

    Und im App-Store eine Sektion „nicht autorisierte Anwendungen“. Die müssen dann umsonst sein und in einer komplett eigenen Sandbox laufen. Am besten direkt eine eigene VM mit reduzierten Ressourcen. Und der Zugriff auf diesen Bereich sollte standardmäßig abgeschaltet sein :).

  49. 49
    jan303

    guter artikel… aber der autor hat 100pro vorher das hier gelesen:
    http://stevenf.tumblr.com/post/359224392/i-need-to-talk-to-you-about-computers-ive-been
    ;)

  50. 50
    marcuskrueger

    @jan303

    Den Gedanken hatte ich auch. Bin gerade zu verwundert, dass keine Links gesetzt sind.

    Frage an den Autor: Ist Daring Fireball im Feed-Reader abonniert? Da gibt es noch mehrere Artikel mit ähnlichem Grundtenor zu finden.

  51. 51
    der elektrische pirat

    Wenn Apple und sein repressives Closed-Source System für Hard- und Software wie Webanwendungen unter seiner DRM-Gatekeeper-Knute wirklich mal zum grössten Content-Anbieter aufsteigen sollte – können wir uns auch gleich vom freien Internet verabschieden – dann brauchen wir keine globales ACTA-Abkommen mehr, um den iFascism einzuführen :-/…

    Dass die Schafsherde unter den Konsumlemmingen die von Apple auferlegte Einschränkungen für ein ach so cooles, trendiges Produkt peripher zu tangieren scheint, falls sie dies überhaupt noch wahrnehmen; sagt zudem auch viel über den gleichgültigen Zustand der (Spass-)Gesellschaft aus – nicht mehr lange, dann werden die Leute mit Vergnügen sich freiwillig zu Drohnen der multinationalen Konzerne degradieren lassen und die restlichen, übriggebliebenen Bürgerrechte aufgeben – solange nur ihre kleinsten gemeinsamen Nenner: Nämlich mit „Entertainment“ eingelullt und mit ständig neuer Konsumware versorgt zu werden, gestillt sind…

  52. 52
    Flinx

    @#20 ganzunten: „Erwartet wirklich jemand ernsthaft dass es komplexe Programme wie iWork für das iPad geben wird?“

    Schau mal hier http://www.youtube.com/apple#p/f/3/MQ5jaSqVTjk (ab 6:30).

    Btw: Schöner Artikel.

  53. 53

    @der tux mal wieder.:
    Ohne das Atari Stpad zu kennen, würde ich mal kühn behaupten, dass der entscheidende Unterschied zum iPad darin liegt, dass letzteres wahrscheinlich von Millionen gekauft und genutzt wird und das es keine 20 Jahre dauern wird, bis andere Firmen ähnliche Geräte und Betriebssysteme entwickeln werden.

    @marcuskrueger:
    Man mag es kaum glauben: ich benutzte gar keinen Feedreader! Allerdings lese ich Daring Fireball immer wieder gerne, weil ich finde, dass John Gruber zur Apple Thematik oft sehr interessante und kluge Dinge schreibt.

    @jan303:
    Den Artikel hab ich noch nicht gesehen, aber danke für den Link. Finde ich sehr gut auf den Punkt gebracht, was der Autor dort schreibt. Die Gedanken dort sind durchaus sehr ähnlich zu meinem Text.
    Ich habe diesen Text hier gedanklich am Donnerstag angefangen, am Samstag mit dem Schreiben begonnen, am Sonntagabend fertiggestellt (ich bin ein langsamer Schreiber). Davor und dazwischen habe ich mit einigen Leute über das Thema gesprochen, am Küchentisch mit Bürokollegen, mit Johnny per Email. Meine Ideen für den Text beziehen sich also nicht nur aus gelesenen Artikeln (wenn ich das klar darauf zurückführen könnte, würde ich es auch erwähnen), sondern auch aus direkten Gesprächen mit Freunden und Bekannten, die sich für das Thema interessieren (und die wiederum haben wahrscheinlich auch einiges andere gelesen, was sie dann in Gespräche einbringen).

    @Martin Grandrath:
    „Das Hauptproblem, das ich sehe, ist, dass sich das iPad nicht sinnvoll ohne iTunes (sprich: einen bereits vorhandenen PC oder Mac) benutzen lässt.“
    Da stimme ich Dir vollkommen zu. Das wurde z.b. auch hier kritisiert: http://madebyfight.com/2010/01/apples-win-wrapped-in-a-miss-rolled-in-confusion/
    Allerdings kann ich mir gut vorstellen, dass Apple das iPad oder vielmehr seine Nachfolger irgendwann vom Mac/PC entkoppeln wird. Wie du richtig sagst: technisch ist das kein Problem.
    Ich denke, dass Apple das iPad (bzw. die Philosophie dahinter, nicht die Hardware) bewusst nicht als Zukunft des Computing angepriesen hat. Kann mir aber vorstellen, dass es intern als Vision so gesehen wird.

  54. 54
    Tarantoga

    Für eine „Revolution“ ist dieses Ding deutlich zu wenig durchdacht. Auch Dau’s wollen nicht auf so einem kippelnden Teil EMails schreiben. Und für diese Zielgruppe ist Drucken wahrscheinlich deutlich wichtiger als für die Geeks. Hinzu kommt, dass Menschen ohne besondere Technik-Affinität eher nicht Premium-Gadgets mit Premium-Preisen bezahlen wollen.

    Imho hat Apple das Ding einfach rausgebracht, weil Sie damit kaum ein Risiko haben. Die Entwicklung des Geräts dürfte nicht teuer gewesen sein. da die ganze Infrastruktur schon durch das iPhone vorhanden war. Den Großteil der Entwicklungskosten hat wahrschlich der Marketingwert der Präsentation und des Medienechos schon wieder eingespielt. Der Rest ist Projektion der Öffentlichkeit.

    Wenn ich mir alleine überlege was man mit einem Windows 7 Tablet und den Netzwerkfreigaben über WLan alles machen könnte…

  55. 55

    Ich hoffe es setzt sich durch und den anderen Herstellern bleibt nichts anderes übrig, als Moblin/ubuntu-mobile weiterzuentwickeln und zu benutzen/vorzuinstallieren :D

  56. 56

    @Benni:
    Ich glaube, dass geschlossene Systeme wie das von Apple, für die Open Source Bewegung eine große Chance bieten.

    Beide Ansätze stehen ja immer in Wechselwirkung zueinander. Vielleicht muss sich Apple mehr öffnen, und offene Systeme werden benutzerfreundlicher und fokussierter.

  57. 57
  58. 58
    sami

    Ich halte die ‚Vision‘ von Apple für Beängstigend und will mich auch von den ganzen Klicki-Bunti-Alles-Einfach Hype nicht anstecken lassen.
    Wenn ich mir einen PC kaufe dann will den auch wirklich besitzen und an meine individuellen Bedürfnisse anpassen können.

    Ich bin kein Bastler und die Inhalte der autoexec.bat interessieren mich überhaupt nicht aber wenn meine Festplatte den Geist aufgibt oder zu klein wird will ich Sie austauschen können, wenn mein Arbeitsspeicher für aktuelle Anwedungen zu klein ist will ich nachrüsten können. Bei Apple? Teil Einschicken wochenlang nicht arbeiten können und gutes Geld für proprietäre Hardware löhnen.

    Ich will außerdem die Software nutzen können die mir gefällt und nicht die die Apple für passend hält. Würden die Jungs aus Redmond so vorgehen es gebe ein riesen Geschrei.

    Und ja ich weiß das ich auch in meinem Golf nicht einfach n Jaguar Motor einbauen kann aber im PC Bereich hat sich dieses Baukastenprinizip nunmal bewährt und ich will es nicht mehr missen.

  59. 59
    sami

    Ich halte die ‚Vision‘ von Apple für Beängstigend und will mich auch von den ganzen Klicki-Bunti-Alles-Einfach Hype nicht anstecken lassen.
    Wenn ich mir einen PC kaufe dann will den auch wirklich besitzen und an meine individuellen Bedürfnisse anpassen können.

    Ich bin kein Bastler und die Inhalte der autoexec.bat interessieren mich überhaupt nicht aber wenn meine Festplatte den Geist aufgibt oder zu klein wird will ich Sie austauschen können, wenn mein Arbeitsspeicher für aktuelle Anwedungen zu klein ist will ich nachrüsten können. Bei Apple? Teil Einschicken wochenlang nicht arbeiten können und gutes Geld für proprietäre Hardware löhnen.

    Ich will außerdem die Software nutzen können die mir gefällt und nicht die die Apple für passend hält. Würden die Jungs aus Redmond so vorgehen es gebe ein riesen Geschrei.

    Und ja ich weiß das ich auch in meinem Golf nicht einfach n Jaguar Motor einbauen kann aber im PC Bereich hat sich dieses Baukastenprinizip nunmal bewährt und ich will es nicht mehr missen.

  60. 60
    Flinx

    @Tarantoga: Wo steht, dass das man mit dem iPad nicht drucken kann (per Wlan, per Bluetooth oder per USB(-Adapter) z.B.)?

    Was mich zusehenst nervt sind die ganzen Halbwahrheiten, die v.a. per Kommentar verbreitet werden, ohne dass jemand das Gerät bislang in Händen gehalten hat. Dass angeblich 70% aller Webseiten unbenutzbar wären (wg. Flash), dass bei Nutzung von Apps die Musikwiedergabe stoppt (wg. Multitasking), dass kein Kopfhöreranschluss dabei wäre etc.

    Hauptsache mal dagegengehalten. Am besten ohne überhaupt die Specs oder wenigstens das Präsentationsvideo gesehen zu haben.

    Es liegt mir fern das iPad in den Himmel zu loben; das tun entgegen aller Unterstellungen überhaupt nur ziemlich wenig Leute. Gefühlte 70% der Kommentare (z.B. bei Heise oder Appletalk) halte das Teil für unbrauchbar. Aber die übertriebene und zum Teil ungerechtfertigte Kritik, die vor dem Produktstart geäußert wird, erstaunt mich dorch sehr (auf „iFascism“ will ich gar nicht eingehen).

  61. 61

    „Das durch mühsames Trial-and-Error erlernte Beherrschen eines Betriebsystems wird überflüssig. Über Jahre angesammeltes Wissen wird unwichtiger.“

    vielleicht bitter, aber mit so einer Entwicklung mussten schon andere Experten fertig werden.

    Auto fahren ohne Mechanikerausbildung und mobil Telefonieren ohne Amateurfunkausbildung ist/war für manche Zeitgenossen sicherlich auch eine ärgerliche Entwicklung :-)

  62. 62
  63. 63
  64. 64
    Flinx

    @Benni: Im Fall von Ubuntu habe ich inzwischen schon jede Hoffnung aufgegeben. Offenbar ist es einfach nicht möglich (rechtlich?, sicher nicht technisch), ein günstiges Ubuntu-Netbook (mitsamt allen nötigen Treibern) anzubieten.

    Solange es so etwas nicht Out-of-the-box gibt, wird die breite Masse nie von den unbestreitbaren Vorteilen eines einfach zu bedienenden Linux erfahren.

    Die einzige Linux-Variante (im weitesten Sinn), der ich nennenswerte Verbreitung (ausserhalb IT-affinier Zielgruppen) zutraue ist Chrome OS. Daraüber ist aber kaum was bekannt, ausser, dass es vielleicht Mitte/Ende des Jahres verfügbar sein wird.

    @Snae Delarj: Sehr lesenswerter FAZ-Artikel- danke dafür!!

  65. 65
    Henk0815

    Ich finde das neue Job’sche Konglomerat an lowtec und Fancy-hype-Gadget ist ein weiteres Beispiel für die Geschäftspolitik der Firma Apple, Dinge zu produzieren, die die Welt nicht braucht – aber alle super toll finden die für diese ‚Innovationen‘ das nötige Kleingeld haben.

  66. 66

    Was ich weitaus revolutionärer finde als die User Experience (die ja bereits vom iPhone bekannt ist), und worauf noch gar nicht eingegangen wurde, ist, dass es sich weniger um eine neue Geräteklasse als um eine neue Anwendungsart handelt:

    Ein Computer, der einfach irgendwo in der Wohnung rumliegt wie ein Buch, wo man jederzeit schnell mal was nachschlagen kann, Mails checken facebooken (ohne booten oder auch nur aufklappen), beim Frühstück Internet lesen wie bisher die Morgenzeitung, Digitalfotos endlich mal wieder rumreichen wie früher Papierbilder, Kochrezepte mit Videos neben dem Herd, Gitarrenunterricht im Übungsraum, Klaviernoten auf dem Notenpult, Jean Pütz im Hobbykeller …

    Und ich bin sicher den Third-Party-Entwicklern fallen noch tausend mehr Anwendungen ein, die so bisher noch nicht möglich waren.

    Viele Grüße von Zippo!

  67. 67
    mackenzen

    Revolutionäres
    es geht um Experience
    mit einem Swipe
    ein neues Paradigma
    mit solchen Cash-Reserven
    nicht mehr nur bloßes Marketing-Gehype
    den grundsätzlichen Ansatz, das Denkmodell
    im iPad Produktvideo
    Über Jahre angesammeltes Wissen wird unwichtiger
    die Schwerpunkte verschieben sich hin zu Entertainment
    professionelle, hochspezielle Applikationen und Arbeitsprozesse
    bessere Interface-Metaphern
    Und dazwischen sitzen wir, eine neue Minderheit

    ja wie die sprache so der inhalt! das ueber jahre angesammelte wissen wird ja wohl beim lesen so eines produktabhaengigen aufgeblasenen duennpfiffs immer wichtiger! …dreck -aeh- pad…

    @Henk0815: danke! wenigstens ein vernuenftiger kommentar!

  68. 68
    Johannes Schardt

    @Zippo:
    Genau das wird ja aber über die User Experience erst möglich. Man kann sich auch ein Netbook auf die Couch legen, aber Netbooks/Laptops sind viel zu träge um als digitale Fernsehzeitung, Kochbuch, Photoalbum usw. zu fungieren. Alleine das Starten eines MacOS/Windows/Linux Computers dauert viel zu lange, das Rüberreichen eines Laptops zu einer anderen Person ist umständlicher und auch die von der Ausgabe getrennte Eingabe macht einen solchen Computer nicht gerade Sofa-kompatibel.

  69. 69

    Das Ipad ist genau dafür gut für was es eben ist, für was alle Apple Produkte eben sind. Leute die bewusst oder unbewusst ihre Freiheit einschränken lassen, dafür aber Anwendungskomfort und Funktionalität bekommen, inklusive einem „cool weil teuer“ Faktor.

    Das Ipad macht in seiner Form schon Sinn, könnte auch die Art wie wir diese Technologie im Alltag anwenden einen großen Schritt voran bringen, wird aber nie mit Desktop PCs oder Laptops konkurrieren können. Allein wer viel und schnell schreiben will ist auf eine ordentliche Tastatur angewiesen, und ich glaube immernoch der großteil der Nutzer im Internet weiß die Freiheit die man hat und die Möglichkeiten zu schätzen und wird sich das Ipad wenn dann nur als kleines Schmankerl zulegen.

    Ist ja nun beileibe kein neuer Trend in Richtung Casual.

  70. 70

    Wenn Steve Jobs ein größeres Produkt vorstellt, dann ist es in dieser Sekunde immer (immer!) das „größte“, was er jemals gemacht hat.

    Ich denke zwar auch, dass das Ipad ein großer Erfolg wird (bei mir mit etwa 3-4 Jahren Verspätung – ich warte auf den Moment, wo die Technikgeeks den ehemaligen heißesten Shize für ´nen Apple und ´nen Ei auf Ebay verhökern), aber man muss einfach anerkennen, dass Steve Jobs und die Marketingfachleute von Apple ihr Verkäuferhandwerk brillant beherrschen.

    Mein Ratschlag: Abwarten. Dann gucken, was taugt. Dann warten, was die Konkurrenz bringt. Und dann hat man – sofern man sich für dieses Dings interessiert – immerhin Alternativen.

    Warten ist gesund.

    (sogar für den Geldbeutel)

  71. 71

    Hier auch noch ein Artikel zum Thema, von dem sich der Autor offensichtlich hat „inspirieren“ lassen oder umgekehrt:

    http://stevenf.tumblr.com/post/359224392/i-need-to-talk-to-you-about-computers-ive-been

  72. 72

    Wow!

    Ein sehr sehr schöner Artikel.
    Wie oft habe ich genauso gedacht, doch nie gewagt das auszusprechen.
    Ich freue mich auf eine neue Era und ich bin der Meinung Apple hat diese schon voll am laufen.

    Bravo!

  73. 73
    David

    Was mich auf beiden Seiten nervt ist sind die ständigen Vergleiche von Äpfeln (ha ha) mit Brinen.

    Das iPad ist ein E-Bookreader mit wlan Schnittstelle und Videoplayer, eben ein Unterhaltungsgerät. Vergleiche mit einem Arbeitscomputer hinken zwangsläufig und doch werden sie immer wieder gezogen. Auch hier konnte das unterschwellige Windows-bashing nicht unterbleiben.
    Wenn es wirklich so toll ist wie überall behauptet, müsste die Kritik doch nur so abprallen. Stattdessen werden Kritikern Existenzängste unterstellt.

    Was über dem ganzen Hype immer übersehen wird ist, dass auch außerhalb von Apple sich die Welt weiter dreht. Wer bisher Websites auf dem Schoß haben wollte, konnte das auch vor dem iPad tun (was kein Argument gegen das Gerät ist). Genau so gab und gibt es sehr gute Alternativen zum iPhone und zum iPod.
    Im Endeffekt sind es keine rationalen Gründe, die zur Kaufentscheidung führen. Das spiegelt sich auch in dieser nervigen Diskusion pro oder contra Apple wieder.

  74. 74

    Ich hatte mich auch sehr auf die Präsentation gefreut, habe es artig per Newsticker verfolgt und man hat an sich das bekommen, was man erwartet hatte. Nicht mehr, nicht weniger.
    Dennoch ist es -wie bei Apple üblich- ein geniales Design, die meisten kennen sich schon mit der Benutzung des iPads aus, ohne es je in der Hand gehabt zu haben, eben weil es (plump ausgedrückt) ein großer iPod Touch ist.
    Eines ist aber sicher, er wird bald bei uns zuhause hängen. Als interaktiver Kalender, Fotoalbum, Adressbuch und man wird sicherlich für die Küche noch ein kleines Koch-App installieren.
    Aber es verwundert eigentlich nicht, dass Apple erstmal so „banal“ damit auf den Markt kommt und es eben nichts außergewöhnliches hat.
    Jetzt grast man den Markt der Apple-Fans ab, dann sehen und merken die „anderen“ wie chique und gut das Teil wirklich ist, man bringt eine neue Variante raus mit Verbesserungen, Kamera und Multifunktion und schon ist auch die breite Masse begeistert und schlägt zu.
    So war es auch beim iPhone. Zuerst gab es kein copy/paste, kein GPS und sonstige kleinen oder großen Wünsche und dennoch wurde Apple die Bude eingerannt… von eingefleischten Apple-Fans. Nach und nach wurde nachgebessert, man hat den Leuten zugehört und von Version zu Version wurde es ausgereifter und auch Nicht-Apple-Freunde konnten sich auf einmal nicht mehr wirklich dem Gerät entziehen.
    Ich würde also erst einmal abwarten, wie sich das iPad entwickeln wird auch wenn für mich schon jetzt klar ist, dass die erste Version des iPads nach Hause kommt. So wie ich auch noch heute das iPhone 2G benutze! ;)
    Euch allen einen angenehmen Dienstag,
    Gruß,

    Alex

  75. 75
    martin0

    ein grossteil der leute die heute einen rechner privat rumstehen haben könnten diesen durch ein multitouch-tablet-ähnlihes gerät ersetzen.

    das ipad könnte DAS internetdevice werden, mit bisschen musik, video, und text-bearbeitung (wobei ich die iwork-vorstellung für den falschen weg sehe).

    es wird tablets geben UND pcs.

    Es gibt auch heute noch die shell mit tastatur!
    und das fast
    30 jahre nach apples desktopmetapher,
    40 jahre nach xeroxparks fenstersystem und
    50 jahre nach douglas engelbarts mouse-zeigesystem!

    keiner will euch euren pc wegnehmen!

    ich bin auch noch nicht vom ipad überzeugt. aber mir fallen immer öfters situationen ein in denen ein leichtes kleines tablet meinen laptop auf dem schoß ersetzen könnte. :)
    hey, und das geht sicher jedem so der hier in kommentare verfasst!

    gruss
    martin0

    ps: @Flinx: Ubuntu auf netbook nicht selber getestet: http://webshop.newthinking.de/

  76. 76

    @mackenzen:
    Du schriebst: „“¦dreck -aeh- pad“¦“
    Und: „ja wie die sprache so der inhalt!“
    qed.

    Meine Sicht der Dinge:
    http://napfekarl.wordpress.com/2010/01/28/tag-1-nach-der-vorstellung-des-apple-ipad/

    Es ist, wie es immer ist. Das iPad wird wie damals der iPod und das iPhone von Leuten kritisiert, die das Gerät nie in der Hand hatten. Und dann noch von Leuten, die unter Featuritis leiden. Die Schnittmenge dieser beiden Gruppen tendiert gegen 100%.

  77. 77
    Semikolonne

    Apple kommuniziert einen sehr hohen Anspruch an sich selbst und kann diesen aus meiner Sicht als Apple-Nutzer an vielen Ecken nicht erfüllen.
    Was Apple sehr gut kann: sich Gedanken über die Zukunft zum Thema Mensch-Maschine machen und daraus resultierende Ideen sofort anwendbar in ein vorhandenes Okösystem entegrieren und es damit ausbauen.

    Apple hat viel mehr Freiheiten als Microsoft, da es bei weitem nicht so viele Standards einhalten muss wie Microsoft, Standards die man zuhause oder in kleineren Büros auch nicht benötigt.

    Ich würde das IPad nicht Computer nennen, es entspricht viel mehr einer Konsole wie die PS3 oder Vii. Spielekonsolen sind ebenfalls auf den reinen Konsum ausgerichtet, bieten ähnliche Schnittstellen/Stores wie es bei dem IPad der Fall sein wird, „hinsetzen und los“ funktioniert in allen drei Fällen.

    Ich könnte mir vorstellen, das die nächste OS X Version einen Modus bekommt, in dem sämtliche Inhalte (Musik, Video, Dokumente,…) ähnlich dem IPhone/IPad bedient werden, also eine Art Arbeits- und Freizeitmodus.

    Und ich nutze Apple, weil es eigentlich die goldene Mitte zwischen Windows und Unix/Linux ist.

  78. 78

    Ich bin gestern auf einen nettes Video zum Thema elektronische Magazine gestossen und kann mir vorstellen, dass wir dank iPad dieser Vision wieder ein Stück näher gekommen sind:

    http://vimeo.com/8217311

  79. 79

    Also ich kann es kaum erwarten dieses Teil in meinen Händen zu halten. Steve Jobs hat mal wieder voll meinen Geschmack getroffen!

  80. 80

    Das iPad wird sicher seine Käufer finden – der kommerzielle Erfolg ist vorprogrammiert. Aber an so Luftschlösser wie „Neudefinition dessen, was wir mit Computern tun“ glaube ich ehrlich gesagt nicht. Solche Veränderungen sind immer ein schleichender Prozess – vielleicht werden neue Anwendungsfelder erschlossen (als echte Konkurrenz zum Notizblock), aber die „alten“ ändern sich nicht nachhaltig oder nur seeeehr langsam. So unnatürlich ist das mit dem Schreibtisch und den „Fenstern“ eigentlich gar nicht.

    So schön einfach wie die Apple’schen Geräte auch sein mögen: IT ist und bleibt komplex. Und das Verbergen von Komplexität erzeugt wieder neue. Ich denke, dass unser Wissen auch in Zukunft nicht umsonst ist. Irgendjemand muss ja auch mit dem (echten) Laptop anrücken um zu schauen, warum das mit dem WLAN nicht so klappen will ;-)
    Expertenwissen bleibt Expertenwissen. Nur weil heute jeder ein Auto fahren kann, gibt es ja trotzdem noch Werkstätten. Und gerade der Zuhause/Small-Office Bereich sind extrem Fehleranfällig. Auch und gerade wenn Apple-Produkte im Einsatz sind.

  81. 81

    habt ihr eigentlich dokumente auf dem iphone? dank dropbox hat man ja nun auch schon so ein bisschen was dabei. kann man die schon mal lesen. ach, und manchmal, ein tastendruck, und zack, kommt das dokument aus dem drucker raus. der hängt ja an einem applerouter. aber momentmal, geht ja alles gar nicht! damn. die durchdringung des alltags schön und gut, bedeutet aber auch, die analoge welt zu bedienen. wenn sich mutti das chefkochrezept nicht ausdrucken kann, dann bringt es auch nichts.

    und das ist die zukunft? die „experience“ mag zukunftsweisend sein, das gerät ist es bisher allerdings nicht. klickiklickibund. nachbessern. dem gerät muss man nun auch nicht zwingend was positives abgewinnen. in der version 3 taugt es aber bestimmt.

    oh, und ich bin wirklich auf die ersten guten win7 tablets gespannt. da muss auch mal irgendwo ein gerät rauskommen, dass es bringt. so deppert sind sie ja auch alle nicht mehr.

  82. 82

    Der Punkt ist doch nicht, welche Features das iPad hat. Technische Spielereien (z.B. Flash) werden, sofern die Masse es „braucht“, nachgerüstet werden. (Wobei sich das laut Steve Job’s letzten Äusserungen erledigt hat. HTML5 FTW)

    Die Masse lässt sich mehr von Werbung beeinflussen als die meisten derer, die sich über Multi-Tasking-Mangel beschweren. Den meisten Käufern wird das wahrscheinlich nicht auffallen. Wenn doch, werden sie sich nicht stören lassen, weil das Gerät nämlich genau macht, was es verspricht.

    Seit Jahren versuchen andere Firmen die Usability durch Einschränkungen zu verbessern und nebenbei proprietäre Systeme wie Bing oder Silverlight zu etablieren. Diese Firmen haben sich aber nie getraut, dies mit einer solchen Entschlossenheit zu tun wie Apple. Vielleicht haben sie es auch nicht geschafft. Apple schafft das aber, da die Apple-Produkte im Gegensatz zu Konkurrenz-Produkten „Out of the box“ ihren Sinn erfüllen und die Benutzerführung auch Sinn ergibt. Deswegen beschwert sich keiner außer denen, die nicht geführt werden möchten.

    Der Punkt und Paradigmenwechsel ist, dass irgendwann keiner mehr weiß, wie sein PC/Gadget funktioniert. Die Geschichte zeigt es uns bei Autos. Nur die wenigsten werden in der Lage sein, ihr ESP zu reparieren, oder es auch nur zu erklären, während früher ganze Generationen Autos getunt haben.

    Und dann kauft man auch Verbrennungsmotoren, obwohl bessere Systeme möglich sind.

  83. 83
    Krille

    Sehr wahr. So wird es kommen, ob wir, die Minderheit, das wollen oder nicht. Und das iPad wird der Anfang sein.

  84. 84
    der elektrische pirat

    Die Contentmafia im Bunde mit Apple hätte es wohl gerne wenn die Zukunft das Web dahingehend so aussieht, die bisherige „Anarchie“ im Netz durch ein staatlich protegiertes, zensiertes und überwachtes (darauf läuft auch u.a. das ACTA-Abkommen hinaus) Kommerz-Internet aus „Walled Communities“ mit proprietärer Hard- und Software, bestehend aus Gatekeeper wie Apple – die mit kostenpflichtigen Apps (natürlich nur Software, welche von der restriktiven Freigabepolitik freigeschalten wurden) und pay-per-click Medieninhalten arbeiten – abgelöst werden könnte. Was also letztendlich nichts anderes als ein allgegenwärtiges, hardware-integriertes DRM im grossen Massstab bedeutet – der feuchte Traum der Contentindustrie (und auch der deutschen Jugendschützer), Restriktionen endlich uneingeschränkt durchsetzen zu können, würde endlich wahr werden…

    Natürlich werden nicht alle dabei mitmachen wollen, davon Unbeeindruckte werden weiterhin ihr möglichstes tun und versuchen, die einstige Freiheit im „Untergrund“ des kommerzielles Internets zu bewahren – das jedoch von seiten der Unterhaltungsindustrie und der Staatsgewalt von allen Seiten der Repression ausgesetzt sein wird (wie Netzsperren, Vorratsdatenspeicherung, ISP-Zensurfilter etc. pp) und dementsprechend für die meisten User nicht mehr ohne weiteres erreichbar sein wird – nicht zuletzt aus dem Grund, wenn dank dem ACTA-Abkommen letztendlich auch der Jailbreak effektiv unter die Verbote fallen, welche das Umgehen von Inhaltefiltern und Sperrmechanismen betreffen…

    Aber was kümmert sowas noch die tumbe Konsumenten-Masse – lieber werden die letzten Freiheiten bereitwillig für mehr Sicherheit und (vermeintliche) Benutzerfreundlichkeit aufgegeben – was zählen schon langweilige Bürgerrechte wie Informations- oder Meinungsfreiheit wenn man dafür shiny gadgets und dergleichen kriegt :-P

    http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,674166,00.html
    http://www.intern.de/news/neue–meldungen/–200912016582.html
    http://www.heise.de/newsticker/meldung/Anti-Piraterie-Abkommen-fuer-Netzsperren-bei-Urheberrechtsverstoessen-849916.html

  85. 85
    luminanzmuster

    @ Johannes: Momentan kommt ja so ziemlich alles was nur eine Minderheit will… aber, Du bist beileibe nicht der erste Designer (Marketing- & IrgendwasmitMedien-Ritter mit eingeschlossen) der bei solch großen Worten den Mund zu voll genommen hat – „Zwar können wir Treiber installieren und Netzwerke konfigurieren…“ & sich solange daran verschluckt hat bis der Admin kommt. Zukunft sollte doch bitte etwas mehr sein, als nur ein Monopol in Sachen Content & Programmen. Netzwerke konfigurieren ist in der Realität jedoch etwas anderes als nur dem Handshake bei der WLAN-Erkennung dämlich zuzugucken.

  86. 86
    Johannes Schardt

    @luminanzmuster:
    Natürlich wird es noch Programmierer geben (die Apps fallen ja nicht vom Himmel) und auch Sys-Admins. Ich denke aber eher an die weitaus größere Gruppe derjenigen, die von Eltern und Bekannten ständig Support-Anfragen bekommen, „weil man ja irgendwas mit Computern macht“. Dazu zähle ich mich auch. Ich hab mich nie wirklich aktiv bzw. freiwillig mit dem Innenleben eines Computers auseinandergesetzt, trotzdem hat sich natürlich über 10 Jahren ein Wissen angehäuft, das viele andere nicht haben. Diese Wissen wir bisher nötig, um nicht auf Kriegsfuß mit Computer zu leben. Das wird sich meiner Meinung nach ändern: Menschen können die Vorteile eines Computers nutzen, ohne sich mühsam Fähigkeiten anzueignen, die man für die Verrichtung der eigentlichen Tätigkeiten nicht braucht.

  87. 87
    der herr schroeder

    Ja doch, Sie haben alle recht. Aber bedenken Sie bitte auch, dass es sich hierbei nicht nur um Produkte handelt, „die die Welt verändern“ sollen/wollen/werden oder auch nicht. Vielmehr geht es um bunte Familienfotos, um Musik & Literatur, ja, auch um Sex, um Hypnose, um Totem & Tabu, aber auch um die Sehnsucht nach Hysterie. Wenn auf der großen Bühne eine hagere Figur in Jeans und schwarzem Rollkragenpullover, mit der Aura eines Hanussens, ein geheimnisvolles Tablett in der Hand hält, muss es weder die absolute Glückseligkeit, noch eine außerordentliche Bedrohung bedeuten. Es ist Zeitvertreib, Futter für das System, bis in die hintersten Stübchen gestreut. Damit alles so weitergeht, wie gehabt.

  88. 88
    datagrave

    als potentieller Kunde fühlt man sich doch in den letzten Jahren von Apple verarscht, oder? wenn ich mir so ein Gerät kaufe, möchte ich das maximal mögliche an Technik zu dem Zeitpunkt haben. Bei Apple werden mittlerweile Produkte als state-of-the-art präsentiert, die genau das nicht sind. Wer will wetten, dass die jetzt offensichtlich fehlenden Features wie Multitasking, Camera etc (technisch wirklich nichts aussergewöhnliches heutzutage) in wenigen Monaten als iPad 4G(S) nachgeliefert werden? und das alles nur um den Apple-Fanboys die Kohle aus den Taschen zu ziehen.
    die letzte wirkliche Innovation von Apple war meiner Meinung nach der iPod als Nachfolger vom Walkman. damals „cutting edge“ und so noch nie dagewesen. das iPad mag eine neue Ära des personal computing einleiten, aber in der jetzigen Iteration dient es nur der Kapitalanhäufung für Apple.

  89. 89

    Na da würde ich doch glatt sagen: Apple Aktien kaufen und häufe somit dein eigenes Kapital dank Apple an. ;)
    Gruß, Alex

  90. 90
    datagrave

    @alex
    mit meiner Kohle halte ich es wie George Best:
    „žI spent a lot of money on booze, birds and fast cars — the rest I just squandered.“

  91. 91
    mackenzen

    @der napfekarl vom napfeblog: „Ease-Of-Use“ is also schoener als ‚dreck‘ -aeh- ‚pad’… naja du ich find ja zweiteres lustiger und lebendiger als dieser dumme technologische neusprech! ausserdem habe ich schon so diverse geraete in meiner hand gehalten und bedient: keine angst ich kenn den schei**! ‚also doch eine kleine revolution‘ nee eben garnich: garkeine revolution ist das sondern die ewige dumme wiederkehr des selben profitgedankens! der ewige konsumistische dreck der probleme ohne ende bereitet! das ist keine revolution das ist nur sehr bescheidener technologischer luxus-fortschrittsglaube fuer eine handvoll reicher ueberzivilisierter warmduscher die gerne alles drumherum ausblenden und einfach als so gegeben annehmen damit sie schoen der werbung (propaganda) folgen koennen genau so wie man es von ihnen auch erwartet! aber ich weiss ja: man kann mit dem teil auch bloggen oder n flashmob organisieren: uhhhh wie revolutionaer! danke danke mac! und bitte immer daran denken: dabei immer schoen den grossen firmen alles bereitwillig zukommen lassen: BRAVO! es laeuft super und mit dem ihhh-paed noch viel besser! bis zur naechsten maschine! revolution nochmal!

  92. 92
    mackenzen

    @der napfekarl vom napfeblog: du hallo! nochmal der mackenzen! ick hab mir jezze ma so deenen janzen blog angekiekt nich nur deinen ‚ihhh-paed-artikel‘! jezze aber: is mir ja alles klar! du bist ja so ein kleiner professioneller apple werbe blogger! deshalb also diese ‚deine sicht der dinge‘!

  93. 93

    so Ende März soll eine elektrische Zahnbürste (iBrush) von der Apfelfirma auf den Markt kommen.

    Das wird eine Aufregung geben in den Foren…

  94. 94

    @mackenzen: … schön wäre es ja. Professioneller Werbeblogger. Wusste gar nicht, dass ich das kann.

    Nee du… Ich werde einfach nur oft von Freunden und Bekannten gefragt, wie das so ist mit dem Mac. Um nicht immer alles runter beten zu müssen, schreibe ich es nieder. Der Blog ist also meine (natürlich subjektive) Erfahrung, die ich mit IT im allgemeinen und mit dem Mac im besonderen gemacht habe. Aber ich werde mich vielleicht doch mal bei Apple bewerben, vielleicht ist ja ein Zubrot möglich *lach*. Bei 50-100 Zugriffen am Tag wird aber nicht viel dabei herausspringen, befürchte ich.

    Danke für’s Blog lesen.

  95. 95
    luminanzmuster

    @Johannes Schardt: dieses wissen hat der solvente kunde auch bisher nicht nötig gehabt. für einen nicht unerheblichen betrag konnte er auch bisher bsw. bei dell oder hp einen 24/7 support haben… aber genau diesen nicht unerheblichen betrag will kaum einer zahlen. deshalb verkonfigurierten in der vergangenheit user mit ungesichertem halbwissen und hübsch animierten sogenannten all-in-one-sys-tools millionen von rechnern ;-)

    was ich eigentlich loswerden wollte… schon der ipod war keine revolution. er war der diebstahl einer technologie aus der nachbarschaft – gepaart mit einer wahrhaft revolutionären usability. dafür gebührt apple höchste anerkennung, auch dafür das dass dieses thema, neben ansprechenden styleguides und intuitiver gui, durch apple auf die tagesordnung anderer unterhaltungselektroniker kam. wenn man jedoch mal aus (s)einem künstler/designer/werber bekanntendunstkreis heraustritt, wird man dennoch feststellen das die unheilige usb-stick-mp3-player-combo ausm baumarkt immer personal-beschaller-champion ist. warum? einfach weil datei (legal oder illegal erworben) ganz leicht per usb auf die möhre zu schieben ist & man sich nicht mit konterrevolutionären softwaremonstern a la itunes rumschlagen muss.

    wie lange hat es eigentlich gedauert bis es die ersten programme gab die den ipod auch ohne itunes befüllen konnten? wie lange dauerte es bis die ersten jailbreaks das iphone (nicht nur vom provider) unabhängig machten? wie lange wird es dauern bis es eine app gibt die aus dem ipad ein ernst zunehmendes elektronisches instrument machen…

  96. 96
    mackenzen

    @napfekarl: du genau so meinte ich es doch! das ‚professionell‘ war nurn spass! so ist das doch mit den allermeisten blogs: nix verdienen damit aber dann auch noch fuer umme werbung fuer die groessten machen! dazwischen mal -ganz kritisch- ‚politik‘: n schaeuble oder ne leyen sonst irgendn internet oder medienthema und dabei immer schoen ausblenden woher die ganze technik kommt woher die rohstoffe woher die energie woher die arbeitskraft kommt die fuer den ganzen konsumschrott verbraten wird! dabei sich immer schoen an den kapitalismus (ja ein ismus!) mitranhaengen weil der einem ja -jedenfalls in den reicheren faellen- die ganzen schoenen spielereien besorgt! schei** egal auf welche kosten…

    gruss: einen schoenen wintertag wuensch ich dir!

  97. 97
    mackenzen

    @napfekarl: -aeh- jezze is meine erste antwort ja drinne kann ich den wiederholten kommentar ja loeschen… :-) gruss nochmal!

  98. 98

    da kann ich mich mackenzen nur anschließen. für mich ist die reaktion auf das ipad eine art sozial-cocooning. ich gebe viel geld aus damit ich nicht raus muss. nutzen, kosten,herstellung – völlig egal. in diesem zusammenhang bin im netz auf einen amüsanten „kommentar“ gestolpert. http://www.privatmeinung.de/2010/01/30/couch-duftkerze-und-ipad/

    in diesem sinne. euch einen schönen wintertag. es taut kräftig. gott sei dank.

  99. 99
    Christian

    Schon interessant, wie das Wort Apple bei vielen Menschen zu vorhersagbaren Beißreflexen führt – immer einschließlich des Dissens von Nutzern wahlweise als Medienheinis, Starbucks-Trinker, unkritischen Konsumenten mir Faible für Design (apropos, mal den Unterschied zwischen Design und Styling nachkucken hilft), etc. pp.

    Standardzusatz: Das $produkt aus $jahr kann das alles auch und noch viel mehr, hat USB, ne Shell und $insertrandomfeature.

    Wenn es Euch nervt, warum fühlt Ihr Euch genötigt, genau diese Artikel zu lesen und zu kommentieren? Versteh ich ehrlich nicht.

  100. 100

    @Christian:

    Verstehe ebenfalls nicht, warum Katzen, die Viecher, auf Hefetabletten
    abgehen wie Geronimo und seine sich verbündeten Indianerstämme…

    @ PiPi

  101. 101
    Marcel Moré

    Zum aktuellen Gerät (bzw. derzeit ist es ja nur eine Geräte-Ankündigung!) mag man stehen wie man will. In einem größeren Zusammenhang betrachtet, erscheint die Entwicklung schlüssig und hat mit Sicherheit Aussicht auf Erfolg. Hier geht es nicht (mehr) um Computertechnik. Hier geht es um die Evolution grundlegender Kulturtechniken:

    Das Geheimnis von Apples Erfolg, und warum wir erst am Anfang einer universellen Medienkonvergenz stehen
    http://blog.marcel-more.de/2010/01/31/das-geheimnis-von-apples-erfolg-und-warum-wir-erst-am-anfang-einer-universellen-medienkonvergenz-stehen/

  102. 102

    Seit dem ich das Ipad habe brauche ich für meinen Internet Gebrauch keinen Laptop mehr. Das bischen was man so surft, dafür reicht das IPAD auf jeden fall

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