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Erste Eindrücke und Tipps: Google+

google+

UPDATE Anscheinend ist Google+ mittlerweile offen für alle.

Natürlich muss man Googles neuestes Baby, Google+ nämlich, mit Facebook vergleichen, denn im Kern geht es um die gleichen soziale Funktionen im digitalen Raum: Das Teilen von Nachrichten, Fotos, Videos, Links und Gedanken mit Bekanntschaften und Freunden.

Ob Google+ sich durchsetzen und zu einem Quasi-Standard neben oder gar statt Facebook werden kann, das will zu diesem Zeitpunkt, an dem der Service zunächst in einer Testphase läuft, wohl niemand vorhersagen. Es ist zwar davon auszugehen, dass Google+ für Google enorm wichtig ist und entsprechend beworben wird, denn diesen Marktanteil des Data-Mining und der personalisierten Werbung möchte man ungern weiterhin Facebook überlassen, doch trotz vieler vorhandener Nutzer von anderen Google-Produkten (Gmail etc.), die man leicht auf Google+ hinweisen kann, wird es schwierig werden, genau jene Masse zu einem Wechsel zu bewegen, die Facebook zu einem so unglaublichen Erfolg gemacht hat. Am Ende entscheiden die Nutzer, wem sie ihre Verhaltensdaten anvertrauen.

Keine Orakelversuche also an dieser Stelle, stattdessen erste Eindrücke nach einigen Stunden mit Google+. Und ein paar nützliche Tipps.

Einladungen

Aktuell sind weitere Einladungen zu Google+ anscheinend nicht möglich. Eine Zeitlang konnten Google+-Nutzer (an dieser Schreibweise sieht man, dass der Name des Dienstes nur mäßig klug gewählt wurde) innerhalb von Google+ eine Nachricht verfassen und sie an die Mailadresse eines Nutzers adressieren, der noch kein Google+-Konto hatte – dieser Nutzer erhielt dann eine Mail mit Einladungslink.

Dieser „Trick“ (über den ich meinen Account heute morgen bekommen habe) scheint zur Zeit nicht mehr zu funktionieren, doch das kann sich minütlich ändern. Und überhaupt: Geduld. Google will Google+ erfolgreich machen, es wird also nicht lange dauern, bis der Service für alle verfügbar ist.

Circles

Google+ hat den Vorteil der späten Geburt und konnte gute Ideen von Facebook ebenso wie Kritik am aktuellen Platzhirsch berücksichtigen. Google+ orientiert sich am Facebook-Layout, wirkt jedoch eleganter und durchdachter (ganz anders als bei Wave oder Buzz, den zwei Google-Diensten, die mit ziemlicher Sicherheit in Google+ aufgehen werden).

Am Anfang von Google+ stehen die „Circles“, also die Freundes- oder Bekanntschaftskreise. Ohne diese läuft nichts, und das ist gut so, denn auch wenn es äußerst nerdig scheint, ist die gut durchdachte Verwaltung der Kontakte die Basis dafür, ob einem ein soziales Netzwerk in dieser Form tatsächlich nützt. Google+ zwingt seine Nutzer dazu.

Und so teilt man jene Menschen, mit denen man überhaupt Kontakt haben möchte, in Circles ein, die man selbst verwaltet. „Freunde“, „Bekannte“, „Geschäftspartner“, „Nie getroffen, aber nett“ – bei späteren Mitteilungen kann der Google+-Nutzer wählen, welcher Kreis diese Nachricht, das Foto oder den Link empfangen soll. Solange ich eine Person nicht zu einem Circle hinzugefügt habe, „folge“ ich dieser Person auch nicht. Circles sind den Gruppen bei Facebook zwar sehr ähnlich, doch sie stehen im Gegensatz zu Facebook bei Google+ im Vordergrund, sind notwendig, nicht zu übersehen und äußerst smart gestaltet (hier gibt es ein YouTube-Video über Circles).

Zwar gibt es in der Testphase noch ein paar offene Fragen – so habe ich zum Beispiel noch nicht herausgefunden, wie man mehrere Namen auswählen und in einen anderen Circle verschieben kann – doch im Großen und Ganzen scheint mir die Verwaltung von Circles leichter zu sein als die von Facebook-Gruppen.

Status-Meldungen/ Updates/ +1

Die Übermittlung von Updates, also Nachrichten, Fotos oder Links, erfolgt wie bei Facebook über ein Status-Fenster in der oberen Browser-Mitte oder alternativ über ein kleines Eingabefeld in der neuen, schwarzen Google-Leiste ganz oben rechts. Vor dem Senden einer Nachricht entscheidet der Nutzer noch, welchen Circle er ansprechen möchte und dann wird gesendet. Auch das öffentliche Senden ist dabei möglich, und hierbei bedarf es einer Erläuterung:

Sobald mich eine Person zu einem Circle hinzufügt, erhalte ich darüber eine Nachricht. Ich kann nun entscheiden, ob ich den Nutzer blockieren möchte (wenn ich also nicht möchte, dass er überhaupt etwas von meinen Aktivitäten mitbekommt), ihn ebenfalls zu einem meiner Circles hinzufügen will oder einfach gar nichts weiter unternehme. Füge ich den Nutzer nicht zu einem meiner Circles hinzu, wird er von mir nur diejenigen Updates sehen, die ich öffentlich sende, an „Public“ nämlich. Updates, die ich an bestimmte Circles sende, bleiben dem entsprechenden Nutzer verborgen. Habe ich den Nutzer blockiert, sieht er gar nichts von meinen Status-Meldungen.

Bei diesen Status-Meldungen kann ich außerdem entscheiden, ob sie von meinen Adressaten weiter verbreitet werden dürfen, eine nützliche Funktion, die jedoch bei durchgeführten Tests noch nicht funktionierte. Status-Meldungen sind weiterhin kommentierbar, können geteilt, also an andere Nutzer verbreitet werden (Ausnahme: siehe vorhergehender Satz) und mit dem neuen „+1“ von Google mit einer Art „Like“ versehen werden.

Genau dieses braucht dann wohl auch die schnellsten Anpassungen von Google, denn so richtig läuft das noch nicht. Obwohl mir mein Profil eine Liste der Updates anzeigen soll, die ich „geplust“ habe (allein an der dieser Semantik kann der Kram scheitern), ist dieser Bereich leer und niemand meiner Kontakte kann bisher sehen, ob und wann ich den „+1“-Button geklickt habe. Aber gut: Testphase.

Sparks

Sparks sind Interessensgebiete, in denen Links und Hinweise zu bestimmten Themen gesammelt werden – mit dieser Funktion von Google+ habe ich mich bisher noch nicht weiter beschäftigt, auch hier der Verweis auf das offizielle Werbevideo.

Weitere Funktionen

Neben den Statusmeldungen bietet Google+ die Möglichkeit von Videokonferenzen („Hangouts“) mit mehreren Personen, die in ersten Tests prima funktioniert hat. Diejenige Person, die gerade spricht, erscheint als großes Bewegtbild, alle anderen sind kleiner darunter dargestellt (hier ein Google-Video über Hangouts). Reine Text-Chats sind natürlich auch möglich, die Integration von Googles Bilderdienst Picasa versteht sich ebenso von selbst wie YouTube-Videos, die natürlich im Stream eingebettet werden (das geht aber auch mit Vimeo-Clips und sicher auch mit anderen Videodiensten).

Google+ mobile

Für Android-Geräte gibt es im Market bereits eine gut gemachte App, die zusätzlich „Huddle“ anbietet, eine Art Gruppen-SMS-Funktion (die mit dem gleichnamigen Projektmanagement-Tool nichts zu tun hat). iPhone- oder anderen Smartphone-Nutzern bietet Google bisher ein Web-Interface an, das unter http://m.google.com/plus erreichbar ist, eine native App soll folgen.

Nützliche Tipps

– Man kann durch den Google+-Stream wie durch Googlemail-Mails navigieren: Mit der „j“-Taste nach unten, mit „k“ nach oben.

– Der Klick auf „Stream“ zeigt die Meldungen aller Nutzer, die man in irgendeinem Circle hat. Der Klick auf „Incoming“ zeigt auch die Meldungen derjenigen Personen, die einem durch Zuordnung zu einem ihrer Circle „folgen“, die man selbst jedoch keinem Circle zugeordnet hat.

– Mit der „@“- oder der „+“-Taste gefolgt von einem Kontakt-Namen lassen sich Nutzer adressieren (so wie man es bei Twitter auch macht), Google+ vervollständigt die Namen automatisch.

– Lässt man den Mauszeiger eine kurze Zeit lang über einem Nutzernamen ruhen, kann man diesen zu einem Circle hinzufügen, ohne zuerst sein Profil aufrufen zu müssen.

– Einfache Textformatierung: *fett*, _kursiv_, -durchgestrichen-.

– Eine Meldung an „Your extended circles“ geht an alle eigenen Circles und zusätzlich an alle Circles dieser Kontakte.

– Wer seine Facebook-Kontakte zu Google+ migrieren möchte, kann dafür die Chrome-Erweiterung „Facebook Friend Exporter“ nutzen, solange Facebook nichts dagegen unternimmt. Google selbst lässt den Export der eigenen Daten aus Google+ heraus via Google Takeout zu.

Was toll ist

Ziemlich beeindruckend ist der Einsatz von HTML5 bei Google+. Kleine Animationen, weiche Übergänge und reduzierte Seitenwechsel zeigen, was alles möglich ist bei modernen Web-Applikationen – ganz ohne Flash.

Was nervt

Werden Beiträge oder Links von mehreren Kontakten geteilt, erscheinen sie mehrfach in meinem Stream, das ist unnötig und bei Facebook besser gelöst, das kann man zusammenfassen. Und die Funktion, die neu kommentierte Meldungen immer wieder nach oben bringt, sorgt dafür, dass sich Eingabefelder, die man gerade benutzt, beim Tippen verschieben. Wird beides hoffentlich nachgebessert.

UPDATE Wie man mehrere Kontakte selektiert, weiß Micha und bei Adliss werden mehrfache „Shares“ bereits zusammengefasst.

Was bleibt

Die Entscheidung. Es geht mir ähnlich wie Enno: Ich war bisher ganz froh (soweit man das in diesen Zusammenhängen so bezeichnen kann), dass Google zwar meine Suchen und meine direkten Mail-Kontakte analysiert, aber nicht alle meiner Kontakte, und dass Facebook zwar viele meiner Kontakte kennt, aber nicht meine Web-Suchen und andere Mailkontakte. Ein Wechsel zu Google+ mit Abkehr von Facebook würde bedeuten, dass Google mich fast besser kennt als ich selbst.

Die statistische Durchschaubarkeit bleibt der Preis, den wir für kostenfreie Dienste wie Facebook und Google+ bezahlen, und so richtig schmeckt mir das alles immer noch nicht, wirklich offene Kommunikation auf diesen Portalen verkneife ich mir deshalb, es bleibt halt doch an der Oberfläche. Noch immer wäre mir daher ein ähnlich umfangreicher und gut gemachter Dienst lieber, für den ich ein paar Euro bezahle, der dafür aber seine Finger komplett von meinen Daten lässt und mir nicht noch auf der fünftnächst besuchten Website angeblich passende Werbung liefern will.

Ich weiß, es gibt Diaspora als Alternative, und ich kann nicht erklären, warum der Dienst nicht „abhebt“ (abgesehen vom meiner Meinung nach äußerst kontraproduktiven Namen) und warum mich die Nutzung einfach überhaupt nicht reizt. Noch fehlende Nutzerzahlen sind nur einer der möglichen Gründe, denn das könnte man ja im eigenen Bekanntenkreis ändern.

Fazit

Für Menschen wie mich, die sowieso viel im Netz arbeiten und die auf Informationsströme angewiesen sind, kann Google+ sehr spannend werden, schon in der Testphase wirkt der Dienst viel ausgereifter und stimmiger als Wave oder Buzz. Es gibt kaum etwas, das ich im Vergleich zu Facebook vermisse und kleinere Bugs werden sicher noch behoben.

Ob die Euphorie einiger erster Nutzer jedoch so lange anhalten wird, bis „alle“ da sind – oder ob diese Euphorie nicht genau daher rührt, dass sie es eben noch nicht sind –, und ob diejenigen Nutzer, die das Internet mit Facebook nur gelegentlich nutzen, einen Wechsel wagen werden … das hängt von so vielen Faktoren ab, dass ich mir jeden Versuch der Vorhersage lieber verkneife.

Andere über Google+:
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YuccaTreePost
Stadt-Bremerhaven

78 Kommentare

  1. 01

    Ich kann Dir voll und ganz zustimmen.

    Ich denke man sollte bei dem ganzen Hype nicht vergessen das es de facto noch eine (closed) Beta ist. Bei einer vollständige Integration aller User mit GMail-Konten und weiterer Google Services (Places, Latitude, Music usw.) kann das hier richtig gefährlich für FB werden

  2. 02

    Das wirklich interessante daraus wird der SEO-Faktor sein. Der Rest ist cool.

  3. 03
    micha_s

    Fehlt ja nur der +1 Button bei Spreeblick!

  4. 04
    geroyche

    wirklich toll finde ich die gmail integration, in der leiste oben rechts.
    das hat das zeug, es für gmail nutzer zu einem unaufdringlichen, effektiven netzwerk zu machen.
    oder aber zur ultimativen ablenkung, wenn google+ erstmal voll ist ;)

  5. 05
    Alberto Green

    +1
    Toll auch die Möglichkeit, die eigenen Beiträge über längere Zeit hinaus bearbeiten zu können, inkl. Angabe, dass und wann man etwas bearbeitet hat. Außerdem ist es einfach schick.
    Allerdings kenne ich eine ganze Menge Leute, die sich jetzt erst so langsam – obwohl über 30 – dazu aufraffen, ihren studivz-account aufzugeben und sich mal dieses Facebook anzuschauen. Wenn google diese Leute mobilisieren kann, schafft es google+.

  6. 06
    Daniel Goletz

    Wenn man Freunde erst zu einem Circle hinzufügt und dann einen Cricle per Hangout einlädt funktioniert es zur Zeit noch.

  7. 07

    @Johnny: Bisher einer der besten und umfassendsten Erfahrungsberichte zu Google+ ;-)

    Google ist ganz klar einer der wenigen Anbieter, der es mit Facebook aufnehmen kann.

    Mir ist jedoch die Trennung zwischen Suche/Email bei Google und soziale Kontakte bei Facebook bisher auch ganz lieb. Ein komplettes Umswitchen auf Google+ schließe ich für mich vorerst aus. Google+ ausprobieren und damit ein bißchen rumspielen ist aber definitiv drin.

  8. 08

    Es kann jetzt sein, dass heute nachgebessert wurde oder dass es daran liegt, dass ich den Leuten bei Google+ nicht folge, aber bei mir werden Sachen, die von anderen geteilt werden, so angezeigt:

    http://addliss.net/wp-content/uploads/2011/06/Google+teilen.jpg

  9. 09
    lecontre

    Macht Spass!

    P.S.: Auf seinem Google+- Avatarbild hat der Johnny einen lustigen Hut auf.

  10. 10

    „[…] so habe ich zum Beispiel noch nicht herausgefunden, wie man mehrere Namen auswählen und in einen anderen Circle verschieben kann […]“
    Ganz einfach: Unter „Circles“ -> „Personen in meinen Kreisen“ einfach die entspr. Personen 1x anklicken. Damit werden sie „ausgewaehlt“ und man kann so mehrere per Drag & Drop in einen (anderen) Circle „werfen“ ;)

  11. 11
  12. 12
  13. 13

    Android wird dieses Netzwerk durchsetzen. Überlegt nur mal, was für einen riesigen Vorteil eine vorinstallierte G+ App auf zukünftigen Android Geräten haben wird, während Facebook bei den meisten noch installiert werden muss. Außerdem hat man allein durch die Nutzung eines Android Phones schon die Registrierung eines Accounts abgeschlossen. Und dann die Adressbücher…einfach nur gewaltig.

  14. 14
    Fufu Fi

    Schreibweise: Das liegt wohl daran dass Google als US-Unternehmen damit kein Problem hat, da die deutsche Rechtschreibung dort weder bekannt noch relevant ist.

  15. 15

    @Fufu Fi: Nicht relevant? Hm. Ist aber vor allem in Hinblick darauf, dass Englisch nicht die einzige Sprache der Welt ist, schon etwas kurzsichtig. Keine Ahnung, wie man Google+ in China und Indien ausspricht.

  16. 16

    (ganz anders als bei Wave oder Buzz, den zwei Google-Diensten, die mit ziemlicher Sicherheit in Google+ aufgehen werden)

    Da muss ich meckern: Mit Wave hat Google+ nun gar nix zu tun und ich kann mir auch nicht so richtig vorstellen, wie das funktionieren sollte.

  17. 17
    Hotte

    die ich „geplust“ habe (allein an der dieser Semantik kann der Kram scheitern)

    Da muss ich meckern: Mit „Semantik“ hat das nun gar nix zu tun und ich kann mir auch nicht so richtig vorstellen, wie das funktionieren sollte.

  18. 18
    Karin1210

    Danke für deine Zusammenfassung, die sich wie immer bei deinen Beiträgen einfach flüssig und ohne viel drumherum liest.

    Bleib doch bitte am Ball und Update deine Erfahrungen, denn das und die Kommentare hilft mir auch wieder weiter ;-)

  19. 19
    Andreas

    Danke für die ersten Eindrücke. Gibts eigentlich schon Erkenntnisse, ob es ein Pendant zu Unternehmensseiten bei Facebook gibt/geben wird? Der kommerzielle Zug dorthin (und gleichzeitig Druck auch dahin zu gehen) begründet meines Erachtens ja auch einen größeren Anteil des (kommerziellen) Erfolgs von Facebook.

  20. 20
    Bjoern

    Danke fuer den Bericht. Ich hatte schon einige vorher u.a. bei Engadget und Slashgear gelesen und alle ausnahmslos positiv. Bei Dir haette ich eigentlich den grossen Verriss erwartet ;-)
    Ich freue mich sehr auf Google+. Deine Bedenken mit der +- Schreibweise wird ausserhalb Deutschlands (okay, auch Oesterreichs, Teilen der Schweiz und Norditaliens) kaum jemanden jucken, weil es an Bindestrich-Wortungetuemen einfach fehlt. Ich kann auch, mit „liken“ oder „geliked“ zum Vergleich nichts Anstoessiges finden an „plussen“ oder „geplust“. Klingt anfangs komisch, aber daran wird man sich schon gewoehnen.

    Und ja, ich bin auch sicher, dass das ganze ein Erfolg wird und hoffe es zutiefst, endlich Schluss mit dem unsaeglichen Monopolisten Facebook (unsaeglich sind dort die Behandlung von Nutzerdaten (was wir bei Google allerdings nicht wissen) und die Benutzerfuehrung, die ich persoenlich fuer die groesste Sauerei seit der Erfindung des Internets halte. Wie schon Hendrik schrieb, wird Android Google+ zum Duchbruch verhelfen, was bei 500,000 neu registrierten Android-Geraeten PRO TAG keine Kunst sein duerfte.

  21. 21
    Bjoern

    Achso, noch etwas zu Diaspora: die Grundidee ist toll, aber fuer einen irgendwie gearteten Erfolg viel zu idealistisch. Das Konzept mag in Geek-Kreisen funktionieren, aber ich fuerchte, dass es davon im Vergleich zur Nutzerzahl von Facebook nur verschwindend wenige gibt. So ein Portal macht keinerlei Sinn, wenn die eigenen Bekannten und Freunde nicht ebenfalls dort anzutreffen sind. Und die duerften einzig und allein durch das OpenSource-Etikett (und eine sichere Verwaltung von Nutzerdaten) kaum zum Wechsel zu ueberzeugen sein. Das sieht bei Google+ schon ganz anders aus, dort gibt es offensichtlich echte Vorteile auch in der Bedienung und Funktionalitaet.

  22. 22
    Gordian

    Dass der bevorzugte Anbieter für die Websuche auch noch mein Anbieter für’s Social Web sein soll, hat mich zunächst auch gestört.
    Ich bin jetzt bei Google+ und verwende zur Suche scroogle – die anonyme und Cookie-freie Suche, die auf Google aufsetzt. Und für Funktionen wie Cache etc. gibt es ein Greasymonkey-Skript.

  23. 23
  24. 24
    Klaus Krebs

    Da werden sich vor allem die Webmaster freuen. Das wird ein SEO tool werden, das vermutlich bald die ursprüngliche Absicht überlagert. Auf der anderen Seite ist das ein Feedbacksystem mit einer gigantischen Größenordnung indem der persönliche Eindruck die sachliche Information in der Bedeutung überlagern kann. Es wird spannend.

  25. 25

    Ich bin auch schon wirklich gespannt, ob Google Plus für Facebook wird, was Facebook einst mal für Myspace war. Mich reizt es allerdings nur da mit zu machen, wenn mein Netzwerk auch wechselt.

  26. 26
    Lux

    @Johnny

    Vielen Dank für den tollen Bericht. Ich bin schon sehr gespannt, wie es wird, wenn erst mal die Tore für alle geöffnet sein werden. Jedenfalls, eine Alternative zu Facebook ist dringend nötig.

    Und dabei gefällt mir – je länger ich darüber nachsinne – dieses schliche „+“-Symbol bei google+ und bei +1 immer besser.

    Bei Facebook sind gleich immer alle „Freunde“, und zu allem, was ich poste, zu allen Gruppen und seiten, denen ich beitrete usw., muss ich gleich eine Sympathiebekundung mit dem „Gefält mir“ abgeben. Das „+“ hingegen ist neutral und bedeutet einfach, dass ich etwas hinzufüge.

    Natürlich hast Du recht, dass das Wort „geplust“ schwierig ist … aber es ist als mathematisches Symbol sprachneutral und in keinem Land ein fremdes Wort, wie etwa „Facebook“. Obwohl ich nichts gegen Anglizismen habe, ist das ja auch nicht schlecht, oder?

    Die „Kreise“ sind auch prima – dadurch sind eben Kollegen Kollegen und Bekannte Bekannte und nur wirkliche Freunde sind Freunde. Das finde ich am allerbesten.

    Also Google macht das – soweit ich es bisher sehen kann – ganz prima. Emotional neutral und dafür aber ist die ästhetische Gestaltung viel freundlicher als Facebook. Dort befindet man sich in einer kühlen grau-blauen Umgebung inmitten eines chaotischen Treibens und soll ständig irgendetwas mit „Daumen hoch“ bejubeln. Bei google+ ist dies neutraler, dafür ist der virtuelle Raum hell und freundlich und der Google-Schriftzug bringt noch ein paar leuchtende Farben ins Spiel.

    In diesem Sinne ein ehrliches „gefällt mir!“ … +1

  27. 27

    Ach, ja, ich wünsche mir auch, dass Diaspora endlich startete.

    Johnny, kommst Du da etwa schon rein? – Ich habe mich mittlerweile schon dreimal per E-Mail registriert, nur um endlich mal was von den Leuten zu hören. – Die sollten wirklich mal einen PR-Experten anheuern.

    Außerdem bin ich Deiner Meinung: Wie kann man nur solch einen Namen wählen? Da hat man doch einfach sofort negative Assoziationen, vor allem als Deutscher (womit wir wieder beim Thema Schreibweise wären…).

  28. 28
    Christian T.

    bei Diaspora rührt sich irgendwie nicht. ich habe mich auch schon etliche male registriert, bisher rührt sich da auch nix…

  29. 29
    Oliver

    Und was machen eigentlich jetzt die ganzen „Social Media Experten“, die nicht dabei sind…

  30. 30

    Zitat: „Ein Wechsel zu Google+ mit Abkehr von Facebook würde bedeuten, dass Google mich fast besser kennt als ich selbst.“

    Dr. Google dein Freud und …(?).

  31. 31

    Wie man doch zu Google+ kommt, wenn keine Einladung vorhanden ist und Johnnys „Trick“ nicht mehr funktioniert:

    wenn man schon einen Googleaccount hat (Googlemail z.b.), dort einloggen, dann per Websuche einfach zu Google+ gehen und dort klicken, dass man sich registrieren will. Hat bei mir zumindest heute mittag noch funktioniert als einzige Möglichkeit.

  32. 32
    m

    @Felix Moniac: Welche negativen Assoziationen hast du zu Diaspora? Diaspora = jüdische Diaspora = Judentum = böse? Oder ist jetzt alles, was irgendwie mit dem Judentum zu tun hat, tabu, weil es den Holocaust gab?
    Der Name Diaspora bringt das Konzept doch perfekt auf den Punkt: Die Daten der Benutzer bilden zwar ein zusammengehörendes Ganzes, sind aber nicht zentral gespeichert sondern über die ganze Welt verstreut.

  33. 33

    @m: Diaspora = jüdische Diaspora ist eine Assoziation, die ich bereits gehabt habe, ja. Deswegen schrieb ich „vor allem als Deutscher“. Die weitergehende Assoziation, die Du machst, verstehe ich überhaupt nicht (ich wiederhole mich vorsichtshalber in Großbuchstaben: ÜBERHAUPT NICHT). – Wieso sollte ich von jüdischer Diaspora zu Judentum und schließlich zu böse kommen???

    Nein, die hauptsächliche Assoziation, die ich habe, ist, dass Diaspora eine Verstreutheit suggeriert, die durch das Netzwerk ja gerade beendet werden soll. Ich fände einen Namen, der das Vereinende betont, besser.

    Des Weiteren ist der Ausdruck schon ziemlich religiös aufgeladen – und das halte ich persönlich auch nicht für so gut. – Neutral wäre mir in diesem Fall lieber.

  34. 34

    Bei mir geht es auch noch nicht . Irgendwann werde ich mir aber in jedem Fall Google+ anschauen. Google weiß dann tatsächlich mehr, als mir lieb ist!
    Ich denke, es wird mittelfristig ohnehin nur einen Major Player in diesem Bereich geben. Facebook oder Google, dass ist die Frage. Und fraglich auch, ob Twitter mit seinem Ansatz über die Nische hinauskommt.

  35. 35

    Kann man nicht Google-Plus-Nutzer oder Google-Plus-Dienste schreiben? Alles andere ist ja nur eine Marketing-Schreibweise. (Und für Suchmaschinen in diesem Fall unrelevant.)

  36. 36

    Dass Diaspora* im Schatten des Google+-Launches noch mal einen Aufmerksamkeits-Schub bekommt, ist erfreulich.

    bei Diaspora rührt sich irgendwie nicht. ich habe mich auch schon etliche male registriert, bisher rührt sich da auch nix…

    Es erstaunt mich, wie sehr die meisten Leute sich auf das Diaspora unter http://joindiaspora.com konzentrieren, wenn doch das großartige an deren Konzept ist, dass es eben nicht mehr einen Server unter der Kontrolle eines Unternehmens gibt.

    Unter http://podup.sargodarya.de/ gibt es eine ausführliche Liste von weiteren Betreibern von Diaspora-Servern („pods“) auf denen man sich jederzeit registrieren kann. Ohne Einladung.

    Das eigentliche Problem sehe ich woanders: Vom Konzept her bietet Diaspora eindeutig eine tolle Kontrolle über die Privatsphäre und dank Dezentralität und offener Quellen im Prinzip größere Sicherheit. So lange das Projekt aber noch deutlich im unfertigen Alpha-Stadium ist, muss man mit Fehlern und Sicherheitslücken rechnen. Es wäre leichtsinnig, sich auf die Funktionen jetzt schon zu verlassen.

    Wer vernünftig ist, vertraut dem Diaspora-Netz also noch keinerlei persönlichen Inhalte an und empfiehlt es auch seinen Freunden nicht weiter. So toll es auch wäre, es „abheben“ zu sehen.

    Ich persönlich würde eine möglichst bald veröffentlichte solide und sichere Basic-Version mehr schätzen, als einen Facebook-Killer in 3 Jahren. Dann würde Diaspora aber vielleicht in allen Reviews wie diesem hier durchfallen. Im Moment sieht die Roadmap des Projekts aber eher nach 1000 Baustellen aus – und nicht nach einem baldigen Release.

  37. 37

    Hallo,

    habt ihr nun schon die Sparks ausprobiert? Ich glaub, deren Meldungen erscheinen nicht automatisch im Stream, muß man wirklich jeden Spark einzeln anklicken um die Meldungen zu dem Thema zu sehen, das wär unpraktisch? Habt ihr da eine andere Möglichkeit gefunden?

    ciao Markus

  38. 38

    @Till / schönschrift.org: Dass man das mithilfe von pods bereits benutzen kann, wusste ich gar nicht. Das zeigt aber doch auch, dass die Diaspora-Jungs PR noch nicht so richtig können.

    Ich habe mich jetzt gerade mal bei „geraspora“ angemeldet (heute war für mich der Tag des Ausprobierens) und gleich wieder selbstgelöscht. Warum? Weil ich als Halblaie gar nicht weiß, was jetzt Geraspora von Diaspora von Killaspora usw. unterscheidet. Wer macht da was, wer ist für die Sicherheit meiner Daten verantwortlich – alles ist viel zu vage. Und auch, wenn es mich nur drei Minuten kostet, das zu verstehen – die meisten meiner Freunde werden keine Lust haben, die Funktionsweise eines dezentralen Netzes nachzuvollziehen. Die wollen chatten und Youtube-Videos einstellen und die Technik dahinter interessiert die nicht die Bohne. Die Idee von Diaspora ist super – aber jetzt kommen mir gerade enorme Zweifel, ob dieses Projekt bei der Massenträgheit der Menschen überhaupt je richtig ins Rollen kommen kann.

    So blöd das auch ist: Google+ ist schon ziemlich perfekt und, ja, Google ist Google. Aber eben: naja, funktioniert eben…

    P.S.: und nur, weil ich mich bei Geraspora angemeldet habe, ging mein Nutzername unter Diaspora eben noch lange nicht…

  39. 39

    @Felix Moniac:
    Was die PR angeht: Bisher richtet sich das Projekt aus erwähnten Gründen noch gar nicht an ein breites Nutzerpublikum. Darum sollten wir auch nicht erwarten, dass uns die Erklärungen hinterhergetragen werden.

    Ansonsten wiedersprichst du dir meines Erachtens ein bisschen selbst: Wenn es deinen Freunden egal ist, wie die Technik dahinter aussieht, wird sie der verantwortliche Betreiber des Pods auch nicht weiter kümmern – so lange sie YouTube-Videos einstellen können.

    Die Tatsache, dass es mehrere Anbieter gibt, haben wir seltsamerweise bei E-Mail ohne Probleme akzeptiert. Ob Web.de, GMX oder Hotmail ist den meisten egal, funktionieren tut es trotzdem.

    P.S.: und nur, weil ich mich bei Geraspora angemeldet habe, ging mein Nutzername unter Diaspora eben noch lange nicht…

    Wenn du dich bei Web.de anmeldest, erwartest du ja auch nicht, dass dein Benutzername bei Hotmail funktioniert. Diaspora ist eben ein System, joindiaspora.com oder geraspora.de sind Server, auf denen dieses System läuft („Pods“). Darum ist ja (wie auch bei E-Mail-Adressen) der Server Teil deiner Benutzerkennung, z.B. muster@joindiaspora.com, damit du auch mit Leuten auf einem anderen Pod befreundet sein kannst.

  40. 40

    Mh…die Frage ist doch, was ist schlimmer? Facebook oder Google? Ich finde Google stellt inzwischen eine große Gefahr für das Internet dar, will ich dieses Unternehmen also noch einmal mit meinen Daten aus einem social-network unterstützen? Wer geht besser mit meinen Daten um? Google oder Facebook?
    (Und warum ist vielen Menschen der Umgang mit ihren persönlichen Daten noch so unwichtig, sprich, warum haben Projekte wie Diaspora keinen nennenswerten Erfolg?)

  41. 41

    Ich glaube hier kann man einfach google+ joinen vorausgesetzt das Goggle Plätze frei hält: http://www.google.com/+/learnmore/

  42. 42

    Ich glaube nicht, dass Google+ Facebook übermässig konkurrenzieren wird. Google+ wird unser Such- und vor allem das Klickverhalten aber revolutionieren. Ich bin begeistert!

  43. 43

    @Alberto Green:
    Lieber Alberto

    Genau dieses + over the Years wird angesprochen.
    Nur mal unter uns Waldfeen:
    Google bemüht sich im Gegensatz zum Mitbewerber
    die Ein- und Beiträge genauestens dahin zu prüfen,
    ob diese nicht doch verwertbar sind. (Scherzkeks)

  44. 44
    Bluberbert

    In Nerdkreisen wird das schon wieder sehr frenetisch gefeiert. Aber ob die breite Masse das anspricht ist fraglich, denn das Killer-Feature sehe erst mal nicht. Zudem ist Facebook natürlich auch keine statische Plattform und ist sicher schon dabei nach zu bessern.

  45. 45
  46. 46
    m

    @Felix Moniac: das letzte, was man tun sollte ist, einen „PR-Experten“ anzustellen.

  47. 47
    VIsionaire

    Nach allem, was ich bisher gesehen habe, bietet Google+ keine wirklichen Vorzüge gegenüber Facebook. Deshalb habe ich meine Zweifel, ob sich dieses Netzwerk durchsetzen wird, wenn es nicht wirklich neue Features bietet. Die Idee mit den Circles ist nett, aber wer nicht ständig seinen Bekanntenkreis verändert oder einen ständig expandierenden Freundeskreis hat, braucht diese Funktion so selten, dass es irrelevant ist, ob sie in einem Detail besser gelöst wurde. Und da bei jedem neuen Kontakt, den man auf FB seinem Profil hinzufügt, gleich mit der Freundschaftsanfrage eine Zuordnung zu einer definierten Freundesliste erfolgt, erlebt der Nutzer auch keinen Aufwand. Statt einem Wechsel zu Google+ werden vermutlich viele FB Nutzer eher beginnen, sich intensiver mit den Freundeslisten zu befassen – ein Gewinn für FB. Rein subjektiv empfinde ich Google+ als eine überflüssige FB Kopie, die nur dazu dient, weitere Daten über den Nutzen zu sammeln, um die eigenen Gewinnkurve weiterhin nach oben steigen zu lassen. Wer das nicht durchschaut und glaubt, ihm würde hier die Fackel des Prometheus verkauft, der wird vermutlich auch niemals lernen, mit dem Internet vernünftig umzugehen.

  48. 48

    @ lart…. in 1984 war es ein Fiktion… heute freuen sich allen wenn’se Ihr Leben digitalisieren und sharen können… brave new multitasking welt ;-)

  49. 49

    Ich denke Google+ wird sich durchsetzen weil es das „normale“ Internet mit dem Social Web kombiniert. Für die meisten User ist Google nunmal immer der Startpunkt beim Surfen und Facebook das „zu Hause im Web“. Wenn man nun durch Google+ gleichzeitig in seinem sozialen Netz und im „normalen“ Internet surft ist das doch ein großer Vorteil, selbst wenn Facebook und Google+ total identisch wären. Persönlich bin ich jedoch froh, dass es endlich eine Facebook-Alternative gibt, denn bei allen Kritikpunkten an Google: In Sachen Vertraulichkeit von Daten ist Google gegenüber Facebook fast ein Engel.

  50. 50
    Leroc

    Es sollte niemand so naiv sein und glauben, dass ein Unternehmen wie google alles „gratis“ unters Volk bringt ohne Gegenleistung. Unabhängig vom Alter.
    Der Preis ist Transparenz bis zum GehtNichtMehr. Wer also unbedingt ins „soziale Netzwerk“ will, wird wahrscheinlich wirklich nur an der Oberfläche schwimmen. Mehr nicht (vorausgesetzt, ihm/ihr kommen die dauerhaften Gratisgaben eines Unternehmens nach natürlichem Menschenverstand komisch vor).
    Es gibt auch andere Suchmaschinen. Die nutze ich zB immer häufiger und führen meist auch zum gewünschten Ergebnis.
    Insofern hat der Verfasser des Artikels mE. schon ganz gut seine Skepsis deutlich werden lassen.
    Mein Leben spielt sich an vielen Orten ab. Auch, aber am wenigsten im Web.

  51. 51

    Ich sehe die Sache mit google+ kritisch, wie immer, wenn es um neue Google-Services geht. Klar musste Google reagieren auf die praktisch alleinige Monopolstellung von Facebook.

    Wie oft gab und gibt es Schlagzeilen über Facebook und der ungewollten oder doch gewollten “Lässigkeit“ mit dem Schutz der persönlichen Daten. Google wird es sicher sehr geschickt angehen und hat sicher nichts zu verschenken.

    Google ist Weltmeister in Datensammeln. Es war schon lange verwunderlich, warum es bisher noch kein vergleichbares Netz wie Facebook aufgezogen hat.

    Facebook hat einen soliden Kundenstamm aufziehen können, doch google hat verschiedenste andere Dienste und die mächtigste Suchmaschine der Welt, um schnell aufzuholen, ja „über zu holen“. Es wird spannend werden

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