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Da boxt der Papst bei Facebook

Entschuldigt bitte den äußerst dämlichen Titel. I could not resist.

Zwei voneinander relativ unabhängige Themen bestimmten den gestrigen Twitter-Tag: Der Papstbesuch und die von Facebook mit viel f8 angekündigten Neuerungen des Social Networks.

Die meisten Papa-Tweets blieben – Gott sei Dank (ich hör‘ gleich auf damit, sorry…) – wirklich bis bemüht witzig, die Tatsache jedoch, dass sich Leute wie Die Ennomane auch Zeit für eine längere Begründung ihres Protestes genommen haben, darf nicht unerwähnt bleiben, auch, um Vorwürfe zu entkräftigen, die Demonstranten wären ignorant.

Papst-begeisterte Twitter-Nutzerinnen und -Nutzer hatten es gestern dennoch schwer, oder sie haben einfach nicht den Weg in meinen Stream geschafft, der an anderen Stellen voller Lob für die „Timeline“ oder „Chronik“ genannte Ankündigung der neuen Facebook-Darstellung und -Funktionen war.

Bereits jetzt scheint für viele Menschen Facebook ein Synonym für „Internet“ zu sein, die neue Timeline, glaube ich (haha!), wird diese Wahrnehmungsstörung noch verstärken. Ich werde mir später die Zeit nehmen, mir das alles mal in Ruhe anzusehen, erst dann kann ich mehr dazu sagen. Grundsätzlich finde ich Bewegung gut und am aktuellen Tempo wird G+ nicht ganz unbeteiligt sein, Konkurrenz belebt also mal wieder das Geschäft. Ob man dessen Kunde sein will, steht wie immer auf einem anderen Blatt.

12 Kommentare

  1. 01

    Habe auch grad nicht die Zeit dafür, aber meine Timeline sagte etwas anderes als deine: Mehr Papst als f8. Fand ich auch ein wenig nervig, vor allem die billige Polemik bei einigen.

    Entfollowed wurde dennoch keiner – ich kann ja einfach abschalten. Sonst schreiben sie meist auch tolle Sachen.

  2. 02

    Jein. Ich verstehe gar nicht, warum das Lob für die Timeline schon vorab so groß ist, ich muss da erst mal schlucken. Irgendeine Infoseite besagt, dass vieles im neuen Profil automatisch von FB ausgefüllt wird. Und gute Nacht. Ist ja bei den neuen „intelligenten“ Listen auch schon so, FB „erkennt“ Arbeitskollegen etc. und ordnet diese zu. Für mich bedeutet das doch, dass es ganz schnell passieren kann, dass bei einem Zuordnungsfehler doch wieder Leute eingeschränkten Content sehen, die ihn eigentlich nicht zu Gesicht bekommen sollten. Ich hoffe bei Timeline kann man sehr genau und sehr gut einstellen, was wer sehen soll.

    Für mich bedeutet Timeline und das neue Profil eher: „Will ich jetzt den Schritt gehen und im Web tatsächlich transparent werden oder verlasse ich FB?“ (Alternativ: statt Verlasse keinen Content mehr produzieren). Ich bin übrigens kein guter Timelinekunde, da ich auch jetzt schon alle paar Wochen ältere Bilder entferne und nur 2-3 aktuelle drin habe.

    Versteh mich nicht falsch, Timeline sieht so erst mal genial aus. Auf dem privaten Rechner ist das auch sicher eine tolle Geschichte, aber ins Netz gehört das für mich nicht. Es sei denn ich hätte schlechte Presse und müsste selbst positiven Content produzieren.

    P. S.: Heute ist statt FB udn Papst der Absturz des Satelliten UARS viel interessanter, das dürfte eines der Twitterthemen des Tages werden: http://twitter.com/#!/search?q=%23UARS

  3. 03
    Stephan (Der Echte)

    Wenn Gott Humor hat, fällt der Satellit auf Etzelsbach… Nee, der war schlecht, sorry. Ich wünsch denen da nix Böses. Aber allen Pendlern wünsch ich eine staufreie Heimfahrt.

  4. 04
    Jenny E.

    Ich trolle mal: Warum werden eigentlich zitierte Tweets immer als image/* geliefert statt einfach gecopypasted? Und warum, wenn schon bloß ein Tweet in Pixel gepresst wird, nicht mal mit alt=“@vatikan (Papa Ratzi): I just ousted @Angela_Merkel as the mayor of Deutscher Bundestag, Berlin, Germany on @foursquare!“?

    Ich habe wirklich Angst vor dem Tag an dem meine ganze Sehkraft dahin ist. Ich mein, das könnte selbst dem Zitierer passieren und dann weiss er nicht mal mehr was er da zitiert hat. Irgendwie doof.

  5. 05

    Typisch wieder, dass man beim WDR2 nicht kommentieren kann. Die Verlangen Respekt vor dem Glauben. Gestern hielt ein vermutlich Homosexueller auf der Demo ein Schild hoch: „Respekt vor der Liebe“. Ich finde, das trifft es.

  6. 06

    papst beiseite, also oute mich immer wieder als unverbesserlicher optimist – fürs pessimist sein ist es einfach schon zu spät ;-) und ich bin deshalb auch ein fan der digitalen revolution, und der technologien, die sie ermöglichen und damit auch von facebooks entwicklung.

    ich versuche zu reflektieren, was ich da tue und sehe deshalb auch, dass viele menschen das nicht tun…

    manchmal vermisse ich ein größeres verantwortungsbewusstsein bei den datensammlern, die solche timeline dinge möglich machen. aber ich habe auch verständnis dafür, vieles was heute mit den big data möglich ist, is einfach mal brandneu, noch nicht da gewesen (in dem umfang) und damit ist auch der richtige, veranwortungsvolle umgang damit noch zu lernen…

    hab vorhin mal meinen eindruck und meinung zur timeline etwas ausführlicher gebloggt.

    und bin nun mal gespannt, was du dann dazu schreibst, johnny!

  7. 07

    Der Papst interessiert mich eigentlich wenig… In Freiburg kann ich ihm ja morgen leider kaum ausweichen. Wobei ich seine Rede im Bundestag nicht schlecht fand, aber wie sagt schon das Sprichwort: wer im Panzerglasauto sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen. Wer Ethik in der Politik anmahnt, sollte die Moralverstöße im eigenen Verein scharf sanktionieren.

    @ Johnny: Falls ich Dich richtig verstanden habe in Bezug auf Facebook: warum findest Du die Bewegung Richtung Timeline gut?
    Für mich werden die Abstände, in denen ich mich frage, ob ich FB in dieser Form nutzen will, immer kürzer. Und die Antwort tendiert immer mehr zum „Dislike“.

  8. 08

    Ist nur schwierig, kein Kunde des Geschäfts zu sein…

  9. 09

    Habe mir die letzten Tag die ganzen Besuche des Papst im Fernsehn angeschaut. Bin auch kein Papst-Fan aber es ist schon sehr interessant wie die ganzen Menschen Ihn begrüssen und zuhören.

    Gruss Jan

  10. 10
    nörgler

    Ich find`s immer wieder komisch, wenn Menschen glauben, sie seien die „Kunden“ Facebooks und die Qualität der „Produkte“ gefalle ihnen oder eben nicht. Das ist in etwa so, als ob Schweine im Mastbetrieb sich beim Mäster über die morgendliche Fütterung beschweren würden.
    Ihr seid die Ware, nicht die Kunden.

  11. 11

    @nörgler
    ich sehe mich nicht getrennt: als entweder ware oder kunde (genauso wie ich vater und gleichzeitig sohn sein kann und bin…)

  12. 12

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