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Eat this, Matussek: Dale Hansen zum Coming Out des NFL-Spielers Michael Sam und meine hobbypsychologischen Ausführungen zum Thema Homophobie

Ausgerechnet aus Texas, dem US-Bundesstaat, der nicht gerade als Land der Regenbogen-Sticker bekannt ist, kommt ein Statement, für das hiesigen Journalisten und Sportkommentatoren die Eier fehlen (pun intended).

Was Dale Hansen in dem folgenden Clip zum Coming Out des NFL-Spielers Michael Sam sagt, scheint dabei so einfach und sinnvoll zu sein, dass man sich danach eigentlich jede weitere Diskussion sparen kann.

Hansen hat in der Vergangenheit mehrere Skandale im US-Football aufgedeckt und stellt in Anspielung auf diverse bekannte Fälle in seinem Statement die Frage, warum der Vergewaltigung Angeklagte, Drogenkonsumenten, Lügner und Spieler, die im betrunkenen Zustand mit ihrem Wagen einen Unfall gebaut und dabei einen Menschen getötet haben, weiterhin willkommen in der NFL sind – liebt ein Mann jedoch einen anderen Mann, fühlt sich die Öffentlichkeit damit „unwohl“ und findet, da sei jemand „zu weit gegangen“.

Er weist zudem darauf hin, dass es in den USA noch nicht lange her sei, dass man sich mit schwarzen Spielern in der NFL „unwohl“ gefühlt habe, und es habe später noch viele Jahre gedauert, bis man Schwarze als Quarterback zugelassen habe.

Hansen erkennt das Offensichtliche und zitiert Audre Lorde: „Es sind nicht die Unterschiede, die uns trennen, sondern unsere Unfähigkeit, diese Unterschiede zu erkennen, zu akzeptieren und zu feiern.“ Und er tut dabei erst gar nicht so, als sei er ein junger liberaler Hippie, sondern sieht die Sache ganz pragmatisch:

Ich fühle mich auch nicht immer wohl dabei, wenn mir ein Mann sagt, dass er schwul ist. Denn ich verstehe seine Welt nicht. Aber ich verstehe, dass er ein Teil meiner ist.

Ich habe ja meine eigene Theorie in Sachen Homophobie. Ich vermute aus meiner Erfahrung mit Männern, dass besonders diejenigen unter ihnen Angst vor Schwulen haben, die zwischenmenschliche Beziehungen in „Jäger und Gejagte“-, „Stark und Schwach“-, „Aktiv und Passiv“-, „Tarzan und Jane“-Schemata betrachten (wobei sie selbst natürlich immer den erstgenannten Teil des Paares ausmachen). Die Anwesenheit von Homosexuellen macht diese Männer zum potentiell „schwächeren“, „weiblicheren“ Teil ihrer Version der Geschichte (denn selbstredend wollen alle Schwulen ihnen an die Wäsche, und gerade wir Männer wissen ja, wie Männer sind …), eine schlimme Vorstellung für manche. Das ganze labile Konstrukt der ach so klaren Rollenverteilung und der Vorstellung des eigenen Ichs bröckelt plötzlich, Mann bekommt es mit der Angst zu tun und meint, das sei alles nicht „normal“. Denn „normal“ ist ja immer nur das eigene Leben.

Vielleicht ist also Homophobie die Angst des Mannes vor sich selbst.

Ich könnte jetzt auch noch einen Satz über die absurd-komische Feststellung schreiben, dass so oft ausgerechnet homophobe Männer einen Stock im Arsch zu haben scheinen, lasse das aber.

Denn die Sache ist doch ganz einfach:

Manche Menschen sind homosexuell.
Get over it.

[via, via]

35 Kommentare

  1. 01

    Du liegst mit Deiner Küchenpsychologie nicht daneben, würde ich sagen: http://www.zeit.de/wissen/2014-02/homophobie-ursachen-folgen-akzeptanz

  2. 02

    @Jens: Siehste! Und ich hab‘ nicht mal ein Buch darüber gelesen. Sondern in der Schule, äh, Kneipe gut aufgepasst. ;)

  3. 03
    diaet

    Danke,Johnny „M+F“ von den Ärzten und Du,ihr kommt nicht umsonst zum gleichen Schluss,ist normal.Kommt vor. Punkt.
    Mir als Schwulem fällt es auch nur daher leicht,mit Heterosexualität klarzukommen,weil ich vor meinem Coming-Out ja quasi als Unsichtbarer unter lauter heterosexuellen Jungs war
    Männer,die sich ihrerGefühle,Bedürfnisse unddamit Identität bewusst sind (zum Beispiel Du) haben offenkundig damit ebenfalls keine Probleme oder irrationale Ängste um sich selbst,ihre Kinder,und whatever

  4. 04
    Martin

    In dem Artikel werden drei Faktoren genannt: „rigide Geschlechternormen, eine fundamentalistische Religiosität und Unkenntnis“
    Was aber sind die anderen beiden Faktoren?

    Meine Vermutung ist immer noch: Neid. Neid ist ein unterschätztes Gefühl und wird oft vergessen.

  5. 05
    Thoaster

    Im Grunde finde ich beschämend, dass all das im Jahre 2014 noch immer nicht selbstverständlich ist. Dass wir immer noch diese Videos viralisieren müssen. Aber ich sah heute einen Artikel (über Neo-Nazis in Russland, die gezielt und organisiert (!) Jagd auf Homosexuelle machen) nebst Video, dass mir zeigt, wie wichtig es ist, Farbe zu bekennen. Wie wichtig Aufklärung ist. Und ich schäme mich dafür, dass in dem Bundesland, in dem ich lebe, tatsächlich diskutiert wird, ob in der Schule das Thema Sexualität und all ihr Facettenreichtum in den Lehrplan aufgenommen werden dürfe. Sorry, aber da bekomm ich das kalte Kotzen.

    Mich beschleicht das ungute Gefühl, dass viele von uns immer noch nicht aufgeklärt genug sind…..

    Ich habe lange darüber nach gedacht, ob ich den Link hier teilen soll, habe mich aber dagegen entschieden, da das enthaltene Video wirklich sehr brutal ist.

    Wenn Du möchtest, schicke ich Dir den Link über Facebook. Dann kannst Du entscheiden, ob Du das veröffentlichen und kommentieren möchtest.

  6. 06

    @diaet: So irre selbstsicher bin ich ja auch nicht. Wer ist das schon. Aber ich versuche, meine eigenen Unsicherheiten nicht am Leben anderer fest zu machen. Oder so. Keine Ahnung. Für mich was es einfach nie besonders wichtig, ob jemand schwul oder hetero ist, denn ich hatte nie den Eindruck, dass das eine Charaktereigenschaft wäre oder dass eines davon „richtiger“ oder „besser“ oder „normaler“ wäre.

  7. 07

    @Martin: Männlicher Neid auf die angebliche sexuelle Freizügigkeit schwuler Männer? So nach dem Motto: Endlich so sein können, wie man sein will? Ja, kann sein. Klingt stimmig.

    @Thoaster: Ich tue mich auch schwer mit wirklich brutalen Dokumentationen und gebe zu, dass ich manche Realität ausblenden muss, um nicht durchzudrehen. Ich glaube, ich weiß, welches Video du meinst und fand das ebenfalls schwer erträglich. Den Link kannst du aber gerne hier posten, vielleicht eine kleine Warnung davor schreiben …

  8. 08
    Thoaster

    Ist das mit der sexuellen Freizügikeit nicht schon wieder ein Vorurteil? ;-)
    Ich verstehe natürlich, was Du damit meinst. Männer sind halt Männer. Egal, ob schwul oder nicht. Und seien wir ehrlich: ob ich sexuell freizügig bin oder nicht, hat nichts mit der sexuellen Orientierung zu tun.
    Aber ich glaube, ohne wirklich fundierte Kenntnisse, sondern nur aufgrund eines….sagen wir mal Bauchgefühls, dass sich Schwule und Lesben in ihren Beziehungen mit den selben Problemen rum schlagen müssen, wie alle anderen auch. Da fällt mir gerade ein: ein wenig fundiert sind meine Kenntnisse schon. Es gibt da diese grandiosen Comics „Konrad und Paul“. Und beim Lesen hatte ich sehr oft den Eindruck, die Geschichten könnten auch von „Konrad und Pauline“ handeln.

    Hier also der Link zu dem wirklich erschreckenden Bericht (audrücklich: das Video ist wirklich heftig!):
    http://www.takepart.com/article/2014/02/04/shocking-video-documents-lgbt-attacks-russia

  9. 09

    @Thoaster: Ralf König ist sicher nicht die falscheste Adresse für schwule Beziehungsfragen. :)

    Und ja, das mit der größeren Freizügigkeit ist ein Klischee, ich hatte versucht, das mit meinem „angeblich“ auszudrücken.

    Das Video … mir fällt bei solchen Bildern nur immer wieder dieser Satz aus dem Buch eines britischen Kriegsreporters ein:
    What the fuck is wrong with people?

  10. 10
    Martin

    Eher: Neid auf die selbstbestimmte Art und Weise zu Leben, aus einem Gefühl heraus.

  11. 11

    @Martin: Hm, kann sein. Warum das mit der Selbstbestimmung aber Schwulen besser gelingen soll als anderen, versteht man ja auch nicht.

  12. 12

    Ich versteh die ganze Homophobie-Diskussion eigentlich gar nicht so richtig. LGBT sind Menschen wie du und ich und haben die gleichen Rechte verdient wie alle anderen auch. Punkt.

  13. 13
    Stephan B.

    Es gibt aber nicht nur homophobe Männer, sondern auch homophobe Frauen. Wie erklärt sich denn das bei denen?

  14. 14
    Thoaster

    Ich glaube, so lange wir es immer und immer wieder hervor heben müssen, wie normal das ist, desto weniger normal ist es.
    Es sind auch so Kleinigkeiten, die mir immer wieder zeigen, dass es halt auch im Jahr 2014 in unserer ach so fortschrittlichen und aufgeklärten Gesellschaft eben immer noch nicht in deren Mitte angekommen ist.

    Ein ganz, ganz doofes Beispiel:
    es heißt NIE: der heterosexuelle Bauer sucht eine (beliebiges Adjektiv hier) Frau. Aber es heißt immer: der homosxuelle Bauer sucht einen Mann.
    I don´t get it! Was ist so schwer daran: Bauer sucht Frau. Bauer sucht Mann. Et voilá.

    @Johnny: Schande über mein Haupt! Das „angeblich“ überlas ich.

    @Stephan B: bestimmt gibt es die. Aber das sind sicher die ganz großen Ausnahmen. Vielleicht gibt es auch einfach Menschen, die das schlicht und ergreifend eklig finden?

  15. 15
    Max

    Inhaltlich top, ich musste gerade im Bezug auf gestrigen Matussek Artikel herzhaft lachen!

    Rhetorisch:
    „Ich könnte jetzt auch noch einen Satz über (…) schreiben, (…) lasse das aber.“

    Haste aber nicht gemacht!
    Hast ja einfach doch nen Satz drüber geschrieben!
    Paralipse detected, NSA ist informiert.

    Weitergehen, hier gibt es nichts zu sehen.

  16. 16
    Mr. Mittelalter

    Viele Menschen sind hetero und trauen es sich auch (noch) zu sagen.
    Get over it!

  17. 17
    diaet

    @Mr. Mittelalter: da wir in einer Welt leben,in der rein mengenmäßig Heterosexualität in gelebter Normalität die Regel ist,von der alle ausgehen (was mit ein Grund für Schwierigkeiten junger LGBTs verantwortlich sein dürfte) ist das kein wie auch immer geartetes Problem,oder?

  18. 18
    ber

    @Thoaster: & Johnny: Muss man wirklich solche Gewaltvideos posten? Die Beschreibung in dem Artikel zu lesen reicht vollkommen aus. Den Rest macht der Kopf (siehe Hitchcock).

  19. 19

    @Stephan B.: Ich habe noch keine Frau getroffen, die Angst vor Homosexuellen hatte, kann dabei also nicht aus Erfahrung sprechen. Es gibt aber natürlich auch Menschen, die Homosexualität aus vornehmlich religiösen Gründen für etwas „Falsches“ halten. Und es gibt vielleicht auch Frauen, die sich „einfach“ der Meinungen ihrer Männer anschließen. Generell halte ich aber Homophobie in erster Linie für ein Problem von Männern.

  20. 20

    @Mr. Mittelalter: Du meinst, die vielen wegen ihrer Heterosexualität Angespuckten, Vertriebenen, Verprügelten und Ermordeten? Von denen habe ich noch nie gehört.

  21. 21
    Thoaster

    @ber: das ist eine gute Frage. Und ich gebe Dir Recht: der Artikel an sich ist schon recht deutlich. Aber ich denke, dass die Visualisierung einen viel stärkeren Eindruck hinterlässt. Und ich glaube auch, dass dies als Mittel durchaus zu rechtfertigen ist.
    Es ist doch bei vielen anderen Themen so, dass Du (im Sinne von „man“), wenn nicht weißt, zumindest vermutest, dass da irgendetwas nicht koscher ist (Tierhaltung und -schlachtung, Bekleidungsindustrie tbc.); und sicher hast Du auch schon viel über die Missstände dort gelesen, aber mir geht es tatsächlich so: das wahre Außmaß wird mir wirklich bewusst, wenn ich es mit eigenen Augen sehe.

    Außerdem glaube ich, andersrum wird ein Schuh daraus: Du kannst entscheiden, ob Du, trotz des Hinweises, 1. den Link anklickst, 2. den Bericht liest und 3. das Video anschaust. ;-)

  22. 22

    @ber: Schwere Entscheidung, aber der Link geht zu einer Website, die das Video beschreibt, und wie @Thoaster auch sagt: Danach muss man entscheiden, ob man sich das antun will.

    Man würde den Clip auf YouTube finden, wenn man nur den Titel weiß. Aber du hast Recht, die Frage haben wir uns oben in den Kommentaren ja auch gestellt, ich glaube, der Link ist okay, „zeigen“ tun wir das Video ja nicht. Man hat die Warnungen hier, dann auf der Site.

  23. 23
    atsuri

    Irgendein weiser Mensch (auf Twitter) hat es mal so oder so ähnlich verkürzt zusammengefasst:
    Homophobie ist die Angst von Männern, ein anderer Mann könne sie so behandeln, wie sie selbst Frauen behandeln.

    Wobei ich leider auch genug homophobe Frauen getroffen habe …

  24. 24

    @atsuri: Der zitierte Satz fasst es besser zusammen als mein langer Text …

    Wo siehst du denn ganz persönlich die Ursachen für Homophobie bei Frauen?

  25. 25
    atsuri

    Bei einigen Frauen, ab so ca. Mitte 30 bis über 40, hab ich festgestellt, dass sie häufig mit einer anderen Form von Männlichkeit aufgewachsen sind, als die meisten jungen Männer heute verkörpern. Also gepflegteres Äußeres als der eigene Partner, anderes/verstärktes Modebewusstsein, das Klischee von jung erfolgreich und gleichzeitig gutaussehend etc. erweckt vielleicht eine Form von Neid oder weckt Ansprüche, die der eigene Partner nicht erfüllen kann. Oder sie erfüllen einfach nicht die Kriterien, die ein Mann ihrer Meinung nach zu erfüllen hat.
    Diesen Männern wird dann z.B. vorgeworfen „verkappte Schwuchteln“ zu sein. Traurig, aber ein wahres Zitat…

    Das ist nur mein eigener subjektiver Eindruck von einer handvoll Personen, die mir (leider) bekannt sind.

  26. 26
  27. 27
    dot tilde dot

    „… natürlich immer den erstgenannten teil des paares ausmachen…“

    … müssen.

    ausmachen müssen. um nicht opfer zu sein. denn es gibt ja nur opfer und gejagte.

    interessante deutung. feels truthy.

    .~.

  28. 28
    Küstennebel

    Die Ablehnung der eher Stereotypen Männer von Homosexuellen haben Sie gar nicht so schlecht beobachtet.
    Die Datenlage des Zeitartikels deckt sich mit meiner sozialpsychologischen Darlegung sehr gut.

    Genauer genommen handelt es sich um ein Problem, das in tief in einer anti-sozialen und gefühlsarmen Erziehung von Jungen führt. Dieser Verlust der Emotionalität, des Gefühlslebens und der körperlichen Sinnlichkeit führt bei vielen Männern, die zwar dieses unbewußte Bedürfniss fühlen, aber es auf Grund des traumatischen Verlustcharakters nicht realisieren können, zu der Ablehnung von Homosexuellen, die sich diese „Freiheit“ einfach nehmen und und körperliche Beziehungsstrukturen zwischen Männern zum Usus erheben. Die körperliche Nähe, das sinnliche Erleben einer Beziehung, das für viele Homosexuelle Kernaspekt ihres Selbstverständnisses ist, wird von vielen Männern als Bedrohung erlebt. Genauso wie alle anderen Dinge, die mit solchen Charakteristika assoziert sind. Dazu zählen Ballet (eigentlich knallharte Körperkunst, eigentlich ultramännliches Millieu!) für sehr viele Männer auch tanzen, kuscheln und Co.

    Es fehlt vielen Männern einfach der Zugang zur sinnlich-körperlichen Selbstwahrnehmung und Kommunikation. Dieser Mangel ist eine Hauptursache für die Homophobie, aber auch meiner Auffassung nach ein Attraktor für eine kompensatorische Homosexualität, die ihre Wurzeln primär in einer Beziehungsstörung zum eigenen Geschlecht oder der eigenen Identität hat. Daraus ergeben sich die zwangsläufigen false-positives vieler Homophoben, die sich gegen diese Begehrlichkeit, diese Überkompensation eines eigentlich berechtigten Grundbedürfnisses wehren: eine solide liebevolle und körperlich-sinnliche Beziehungserfahrung mit männlichen Beziehungspersonen, ganz ohne Sexualität versteht sich. Diese Sexuelle Anziehungskraft steigt erst im späteren Verlauf, desto höher der Leidensdruck durch die Abspaltung von diesen Grundbedürfnissen wird – viele Männer kompensieren diesen Druck dann in einer gelebten Homosexualität, die ihnen das im übermaß zu geben scheint, was sie so sehr vermisst haben. Sie füllen ihre Identität mit einem pathologischen Bild dessen auf, was ihnen ein Leben lang verwehrt wurde.

    Leider ist die sachliche Auseinandersetzung mit diesem Thema ein Minenfeld. In beide Richtungen. Wenn man sich mal anschaut wie Religionsfanatiker dieses Thema angehen, ein Hetzblatt irgeneiner evangelikalen Kleinkirche mit Erziehungsratgebern zur Verhinderung von Homosexualität sah folgendes vor: Keine Körperliche Nähe zu Söhnen, keine Wärme, emotionale Isolationen. Das einem kleinen Kind anzutun ist Mißhandlung und ist mit keinem Blick in die Bibel zu Rechtfertigen und hat mit Religion und Glauben an einen Schöpfer nichts zu tun, im Gegenteil machen Fanatiker aller Religionen mit solchem gebaren den Ruf ehrbarer aufrichtiger religiös-sinnsuchender Menschen zunichte. Das widert einen nur noch an.

    Zurück zum Thema:

    Viele Männer sind halt schlicht deshalb verroht, weil sie aufgewachsen sind die femininen Aspekte des Lebens und der Selbstidentität abzuspalten und als etwas mädchenhaftes, schwaches und „gefühlsduseliges“ abzutun.

    Desto härter der Mann auftritt, jem ehr geben sie sich immer wieder der Illusion hin, Nähe zu Beziehungspersonen nicht zu brauchen.

    Stelle man sich das kleine Kind vor, das vom Vater geherzt, gedrückt und beachtet werden will und dafür nur Ablehnung erhält und ausgelacht, verachtet und als schwach dargestellt wird.
    Das sind halt Weibersachen.

    Etwas anderes ist für christlich konservativ orientierte Menschen der Aspekt, das homosexualität ein Verstoß gegen die guten Sitten und die natürliche Ordnung ist. Wer einfach ehrlich hinschaut und mal versucht zwei Muttern oder zwei Schrauben zu nehmen und überlegt wieso diese nicht zusammen passen, sondern Schraube zu Mutter gehört, der wird das schnell begreifen, wie richtig und unanfechtbar das Argument ist und bleibt, auch wenn es heute nicht gerne gehört wird, aus Angst homosexuell lebende Menschen zu diskriminieren.
    Schade das unsere Gesellschaft nicht genauso sensibel ist gegenüber Dicken. Da darf jeder nach Herzenslust diskriminieren. Wer also Glaubt, die Gesellschaft entwickle sich weiter, täuscht sich.

    Homosexualität, ihre Förderung, Etablierung und die mehr oder weniger damit zusammenhängende „Abschaffung“ der konservativen Familienleitkultur schlägt jetzt schon wie ein Bumerang in der Gesellschaft ein und wird sich auch künftig mehr und mehr rächen mit zunehmendem Einfluss der familienzersetzenden gesellschaftlichen Bewegungen.

    Am Ende weiß heute jeder gute Psychologe was ein Kind braucht. Jedes Kind braucht Liebe und das bedeutet das es angenommen wird, so wie es ist, aber auch Grenzen und Regeln und eine solide Normenstruktur an der es sich orientieren kann.

    Ein bischen mehr Toleranz und Verständniss für Homophobe würde meiner Auffassung nach schnell auch mehr Verständniss für homosexuell lebende Menschen ergeben. Aber leider wird diese Diskussion unter kategorischen Ausschlüssen geführt – Entweder man findet Homosexualität toll, man pflichtet ihr bei und spielt den Jubelperser oder man ist ein ultraortodoxer Religionsnazi der allerübelsten Sorte … (sorry, mir geht der Zynismus wieder durch).

    Von einer offenen Diskussion würden hingegen alle profitieren. Die Homophoben hätten eine Chance ihre Spaltungen zu erkennen, Homosexuell lebende könnten über ihre eigene Identität Aufschluss erhalten und Christen könnten ihre konservativen Familienmodelle weiterhin pflegen. Man könnte mit offener Diskussion und ergebnissoffener Betrachtung von Homosexuellen Neigungen viel stärker Nutzen stiften und den Extremisten beider Seiten das Heft aus der Hand nehmen. Aber solange es nur zwei A0uswahlmöglichkeiten gibt: Mythos der Vererbung und kritikloser Anerkennung oder als Homophob zu gelten, solange werden die Extremisten tiefe Becken zum fischen im trüben haben.

    Beste Grüße

    Küstennebel

  29. 29
    diaet

    @Küstennebel: sehr geehrte(r) Küstennebel,wäre ilch nicht derzeit noch körperlich eingeschränkt,würde ich aufstehen und applaudieren,so und da dies im Internet eh eher blöd wäre,muss ich es bei einem getipten:“Applaus,Chapeau“ bewenden lassen und mich herzlich bedanken!

  30. 30

    Ich dachte immer Homophobie umfasst sowohl Schwule als auch Lesben? Wieso bezieht sich Eure Diskussion dann soweit ich sehen kann nur auf Maenner?

  31. 31

    @Armin: Weil die Angst vor schwulen Jungs größer zu sein scheint als die vor Schwulen Mädchen?

  32. 32
    Küstennebel

    Ich fürchte mich weitaus weniger vor einem Mann, der mir an die Wäsche möchte, als vor einer radikalfeministischen männerhassenden Lesbierin, die mir die Hoden zertrümmern möchte … *zwinker

    Ganz im Ernst: Man kann immer was zum meckern finden. Die Aussagen in meinem Absatz zumindest lassen sich auch auf Frauen übertragen und sind teilweise geschlechtsneutral gehalten. Der Artikel dreht sich um einen Herren und ein männliches Outing.

    Die Aussage: „Angst vor schwulen Männern größer als bei Frauen“, wenn man sie komplementär zu meiner Stellungnahme betrachtet, ist inhaltlich durchaus tragfähig.

  33. 33

    @Johnny Haeusler: warum sollten sich maskuline Maenner von Lesben die ja offensichtlich nicht ihre „Opfer“ (im Sinne Deines Jagdschemas) sein werden weniger in ihrer Maennlichkeit bedroht fuehlen?

  34. 34

    @Armin: Tun sie wahrscheinlich nicht. Womit dann deine erste Frage beantwortet wäre. :) Meine Vermutungen könnten also auch für Homophobie gegen (vor?) Lesben gelten.

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