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Bloggedanken

Vor rund einem Jahrzehnt gehörte dieses Blog ein paar Jahre lang zu den viel gelesenen des Landes, hatte zwischendurch sogar mehrere Autorinnen, die ein paar wirklich grandiose Texte veröffentlicht haben, wurde täglich gefüttert, fast alles wurde diskutiert, es gab witzige und politische Aktionen, es fühlte sich an wie ein Zuhause oder die Stammkneipe. Es war eine grandiose Zeit und es bleiben viele tolle Erinnerungen (und Texte).

Seit einer Weile schon schreibe ich hier aber kaum noch, die Gründe sind so zahlreich wie bekannt: Die re:publica und die TINCON sind meine Haupttätigkeiten, außerdem entstehen noch regelmäßige Texte für WIRED Deutschland und für die Printausgabe von t3n, ab 2019 kommt vermutlich noch ein weiteres tolles Online-Magazin hinzu. Es bleibt also aller Voraussicht nach eher ruhig hier bei Spreeblick. Obwohl ich mir so oft vorgenommen hatte, wieder mehr zu bloggen.

Ich glaube, dass ich nach den vielen Jahren auch etwas müde geworden bin. Vielleicht habe ich aber auch nur den Eindruck, dass es so unendlich viel und auch sehr tollen Content gibt, dass ich mich oft frage, wen nun auch noch meine drei Cent zu einem Thema interessieren sollen.

Zwischendurch habe ich sogar daran gedacht, spreeblick.com zu verkaufen, aber das fühlt sich einfach nicht richtig an. Ich hänge an dem Namen und der Domain. Und dann gab und gibt es noch die Idee, das Blog inhaltlich neu auszurichten, ich würde zum Beispiel sehr gerne mehr über Tech schreiben, keine News, sondern echte Erfahrungsberichte und Einschätzungen. Und auch das Älterwerden ist ein Thema, mit dem man sich beschäftigen könnte, außerdem interessieren mich tatsächlich auch gute Produkte – nicht allein „gut“ im Sinne der Nachhaltigkeit, sondern in Sachen genereller Qualität.

Nur: Wenn ich schon für diesen Nicht-Artikel-Text hier Tage brauche, weil immer etwas dazwischenkommt, wie soll ich dann wieder regelmäßig ein Blog füttern, egal womit?

So bleibt wohl alles erst mal, wie es gerade ist: spärlich. Immerhin kündige ich aber nicht mehr gegen Ende des Jahres an, in Zukunft wieder mehr zu bloggen …

28 Kommentare

  1. 01

    Ja, ich erinnere mich (auch). Und bin sicher, dass es ein Erwachen geben wird. Schon deshalb, weil ich weiß, wie viele sich darauf/darüber freuen/ freuen würden. Also abwarten und den Buchstaben immer mal Ausgang geben!

  2. 02
    mcnesium

    Ich bin auch noch hier :)

  3. 03

    Wenn der ganze social media Krams wieder zurueckgeht (G+ wird geschlossen, FB wird immer uncooler, Twitter vermutlich irgendwann pleite gehen usw usf) sage ich die Wiederkehr der Blogs voraus. Weil es dann cool sein wird sein eigenes zuhause, seine eigene Marke zu haben.

    Und dann wirst Du froh sein das Blog nicht verkauft zu haben.

    Ich habe zwei meiner drei Blogs (das dritte laeuft seit einem technisch bedingten Neustart sowieso seit sechs Jahren ununterbrochen mit inzwischen ueber 3,500 Bildern) in den letzten Jahren wieder neu gestartet und bin sehr gluecklich damit. Alles was mir wirklich was bedeutet kommt da rauf, nicht auf social media.

  4. 04

    Machen, Johnny, machen. Ich würd’s lesen.

  5. 05
    Y.

    Qualität vor Quantität. Von daher: Einfach so weiter laufen lassen. Ich lese mittlerweile jeden Text ;o) Das war früher nicht der Fall.

  6. 06
    Jan

    Bitte nicht verkaufen und hin und wieder einen Text schreiben. Am liebsten was aus Eurem Leben oder Deine 3 Cent zum Thema X. Oder wie wäre es mal wieder mit einem Podcast?

  7. 07
    Martin

    Back on the blog. Ich freue mich, wenn Du schreibst, egal was. Ich lerne Blogs jetzt auch wieder neu schätzen.

  8. 08
    Mathis

    Das ist ja das schöne, dass Du hier schreiben kannst, aber nicht musst.

  9. 09
    Lars Lehmann

    Sehe es ähnlich wie Armin:

    Social Media, wie wir es aktuell kennen, stirbt. Instagram ist aktuell noch das attraktivste Netzwerk, wird durch komische Algorithmen und Influencer kaputtgespielt.

    Ich denke auch, die Blogs kommen wieder.
    Und Artikel in »irgendwelchen« Magazinen sind gut für Autoren als Einnahmequelle – Social Media hat uns aber gelernt, dass wir den Inhalten einzelner folgen wollen und nicht einer Institution.

  10. 10
    jochen

    alles hat seine zeit.
    vielleicht wird es mal wieder was mit dem schreiben, vielleicht auch nicht.
    schoen wenn ja, nicht schlimm wenn nicht.
    die zeit damals war jedenfalls toll.

    dir und deiner familie jedenfalls einen schoenen advent, froehliche weihnachten und ein tolles 2019 :-)

  11. 11

    Wie ich gerade lese wird Wired.de ueberraschend noch dieses Jahr eingestellt?

    Aber der Hauptgrund warum ich noch einmal hier kommentiere ist dieser Blogeintrag ueber den ich heute morgen gekommen bin, passt ein bisschen zu meinem ersten Kommentar:
    http://calnewport.com/blog/2018/12/07/on-blogs-in-the-social-media-age/

  12. 12

    Danke für die netten Kommentare … das bin ich gar nicht mehr gewöhnt, dass hier kommentiert wird. ;)

    Armin, ja, wired.de wird leider eingestellt. Aber vlt habt ihr ja Recht und es geht zurück in die Blogs. Was fehlt dabei: Automatische, systemübergreifende Vernetzung, „Follow“ etc.. Medium und Tumblr etc. machen es vor, aber bei dezentralen Systemen ist das halt schwieriger.

  13. 13
    Sven

    „Fehlt“ die „automatische, systemübergreifende…“ etc. wirklich? Ist es nicht vielmehr ein Rückzug von der aktiven, weil gewollten teilnahme an diesem Teil des Lebens, wenn man anderen nur noch „folgt“?

    Persönlich gucke ich täglich aktiv nach mehreren Seiten (obwohl ich natürlich die Möglichkeit habe, den Browser-implementierten Wachhund bei Änderungen automatisch anshclagen zu lassen), weil ich es als spannend (oder entspannend) empfinde, wenn ich mich aktiv darauf einlasse, hier und jetzt zu gucken, ob es auf dieser oder jener Seite etwas Neues gibt. Alles kann, nichts muss.

    In diesem Sinne: nicht aufgeben, nicht verkaufen. Ein Blog ist mehr als mehrere aufeinanderfolgende 240-Zeichen-Absätze.

  14. 14
    Rolf

    Moin
    Ich freue mich über jeden Eintrag hier, habe Dich im RSS feed und bekomme daher jeden neuen Beitrag mit. Bin froh, dass Du nicht aufhörst, das hatte ich bei der Überschrift schon befürchtet. Und die angesprochenen Themen finde ich allesamt spannend. Freue mich drauf!
    Rolf

  15. 15
    markus

    Mir fehlt Spreeblick tatsächlich, und zwar ganz konkret Deine klaren und gut überlegten Statements zu Themen der Zeit. Die habe ich immer besonders in denjenigen Momenten geschätzt, wo mal wieder irgendeine Sau höchst aufgeregt durchs mediale Dorf getrieben wurde. Du hast dann oft – in ruhigem Ton – völlig andere Blickwinkel in die DIskussion eingebracht. Danke dafür.

    Mach weiter, was auch immer. Bin gespannt.

  16. 16

    Manchmal sind es die kleinen Sachen: du könntest doch jetzt bloggen was du über Schafe gelernt hast 😉

  17. 17

    Ich kann deine Gedanken nachvollziehen.
    Trotzdem denke ich, das du ein paar gute Ideen hast und ich würde mich freuen, wenn du ein Teil davon einfach umsetzt. Es muss ja nicht täglich sein. 1x im Monat, dafür in der bekannten Qualität und das Netz hat eine weitere Bereicherung.

    Gerade das Thema technik und älterwerden finde ich interessant. Als Mitdreiziger gehöre ich zwar „noch“ nicht zu älter Generation, aber man macht sich da ja auch so seine Gedanken. So schnell wie die Technik sich aktuell weiterentwickelt, so schnell hat sie das gefühlt noch nie gemacht. Wir können damit noch umgehen und haben Spaß daran neues zu entdecken…aber wie ist es, wenn das man nicht mehr alles so schnell versteht oder gar nicht damit aufgewachsen ist…sicherlich ein spannendes Thema für jung und alt…

  18. 18

    Mannomann, wenn das nicht alles motivierend ist … :)

  19. 19
    stan

    @#2111050: Das möchte ich ganz fett und dick zustimmend unterstreichen!

  20. 20
    drexen

    Spreeblick darf nicht sterben!

  21. 21
    Martin

    @#2111102: In Zeitlupe und Musik von Max Richter. Oder Kamerafahrt und Musik von Hans Zimmer.

  22. 22

    Nein, Spreeblick darf wirklich nicht sterben … !
    In diesem Jahr haben viele Blogger Ihren Blogg aufgegeben. Um einige ist es sehr schade. Wo sonst, als in den zahlreichen Bloggs, findet man diese Bandbreite an Informationen, Meinungen und Themen?

    Nein, es ist schade, liebgewonnenens aufzugeben. Das gilt für mich als Leser genau so wie für Dich als Blogger. Wie viel Mühe hast Du in den ganzen Jahren hier investiert?

    Aufgeben? Niemals!
    Nicht die Quantität der Beiträge ist wichtig sondern die Qualität.
    Letztere war hier immer gegeben. Also vielen Dank noch einmal dafür. Ich hoffe, Du wählst den besten Weg sowohl für Dich, als auch für Deine Leser.

    In diesem Sinne … Egal wie Dein Weg weiter geht – Alles Gute dafür.

  23. 23
    Max

    @#2111036: Mit RSS kann man einem Blog immer noch ganz easy followen…

  24. 24
    Max

    Oha, die „antworten“-Taste ist ja ziemlich kaputt. Das sollte @Johnny gehen…

  25. 25
    nixloshier

    Bist immer noch in meiner bis irgendwann dieses Jahr noch tagtäglich aufgerufenen Blog-Liste, die kaum noch „aktive“ Blogs umfasst. Spreeblick-Texte – besser gesagt: Haeusler-Texte – waren und sind immer etwas ganz Besonderes fernab der üblichen Schnell-Bloggerei. Weitermachen, wenn Zeit. Nicht weitermachen, wenn keine Zeit. Nur: Nicht verkaufen, danke. :)

    Guten Rutsch!

  26. 26

    @ Johnny
    Warum nicht wieder mehrere Autor*innen. Es bietet sich doch an, die möglicherweise in der Vergangenheit vorgekommenen Probleme, die sich durch die Arbeit mit verschiedenen Autor*innen und ihrer unterschiedlichen Interessen ergeben haben – unter Berücksichtigung dieser Erfahrungen – in einem neuen Anlauf zu lösen.
    Du musst ja nicht ganz loslassen Johnny, doch loslassen muss man irgendwann immer. Das Leben ist endlich.
    Klar, dein Konzept, welches diesem Blog in der Anfangszeit zugrunde lag, das hat sich seit dieser Weile in der du „hier … kaum noch …“ schreibst, erledigt.
    Ich bin erst sehr spät auf diesen Blog aufmerksam geworden und durfte feststellen, dass du den neuen Gästen in deinem „Zuhause“ der Spreeblick „Stammkneipe“ ein sehr liebevolles Willkommen gegeben hast.
    Schon deswegen schaue ich immer wieder gern mal rein, so wie heute zu Beginn des Jahres 2019, und ich wische dann wehmütig den Staub von den Gläsern … .
    Die re:publica, TINCON und deine anderen Projekte haben sich z. T. zu grandiosen Aktivitäten entwickelt, die den Erfolg von Spreeblick würdevoll fortschreiben.
    Deswegen – denke ich – kannst du auch loslassen und d(ein)em Spreeblick den Weg einer Neueröffnung bereiten.
    Das Risiko, das daraus etwas wird, hinter dem du dann gar nicht mehr stehen willst, ist real. Doch hinter den verstaubten Gläsern deiner kleinen Kneipe, stehst du bestimmt auch nicht wirklich gern.
    Ja, ich habe lange darauf gewartet, dass du einmal persönlich Stellung zum Spreeblick nimmst. Unausgesprochen war es natürlich fast jedem klar, dass du neben den anderen Aktivitäten, Prioritäten für bestimmte Dinge setzen musst, doch ausgesprochen werden, musste es auch einmal.
    Für 2019 wünsche ich dir und deinen Lieben ganz viel Freude. Und für den Spreeblick wünsche ich mir dann in diesem Jahr doch eimal die eine oder andere Zeile (auch) von dir.
    <3 Grüße von der Elbe an die Spree

  27. 27
    Lea

    Lieber Johnny,
    ich erinnere mich an die Zeit vor „rund 10 Jahren“, als ich selbst fast jeden Tag auf Spreeblick war, im „Der Teufel ist ein Eichhörnchen“-Shirt rumlief und wir darüber gesprochen haben, wie sehr sich Leute für eine Konsole begeistern, deren Spiele man durch Bewegung steuert… Heute habe ich nach langer Pause den Weg auf die Seite gefunden, mich gefragt, was Spreeblick eigentlich macht. Und finde Deine Jahresend- und anfangs-Gedanken. Ja, es hat sich viel verändert. Aber es ist wichtig, an manchen Orten immer noch und immer wieder Heimat finden zu können. Bleiben, bitte.
    LG, Lea aus Frankfurt

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