Girllovers - Hinter den Spiegeln


(Foto © Harris Graber)

Nach dem Klick auf den Hier geht es weiter-Button zum „Girllover“-Forum ist man in einer anderen Welt.

Alles dreht sich nur um ein Thema und doch wird nichts greifbar.

Es werden keine sexuellen Handlungen geschildert, keine Pornographie wird getauscht. Man achtet streng auf die Einhaltung der Gesetze, besonders auf einen höflichen Umgangston wird Wert gelegt. Doch das, was durchscheint, die Bilder von bekleideten achtjährigen Mädchen, die kommentiert werden mit Sätzen wie: „Die wäre was für mich“ oder auch: „Mir wäre die schon zu alt“, die verlinkten youtube-Videos von japanischen Kleinkindern, die in einer Spielshow auftreten, ist ein Blick in den Abgrund.

Es geht ihnen um Akzeptanz.

Von was?

Es soll akzeptiert werden, dass Kinder einvernehmliche Beziehungen mit Erwachsenen haben können. Einvernehmen ist wichtig, Gewalt oder Druck lehnt man ab. Denn Kinder werden vergöttert.

Der Selbstbetrug ist ein perfektes Verbrechen.

Man selbst ist reinen Herzens, seitenlang wird erörtert, warum Mädchen angeblich so auf Girllovers stehen.

Ist es ihre andere Körperchemie, die Lockstoffe aussendet? Oder ist es ihre Sensibilität, die Fünfjährige mit ihnen flirten lässt?

Etwas anderes noch erfüllt dieses Forum, es wird spürbar trotz der bunten Bilder, trotz der lachenden Kinder:

Es herrscht eine tiefe Traurigkeit, mehr noch, Verzweiflung.

Und tatsächlich: Pädophil möchte man nicht sein, dann doch lieber Nazi, dann könnte man mit seinen Kumpels saufend durch die Straßen ziehen und Leute verprügeln. Aber der Pädophile ist in sich selbst gefangen, sein einziger Ausweg ist es, Argumente zu sammeln, Argumente, die die Gesellschaft überzeugen könnten, ihre Haltung ihnen gegenüber zu überdenken, ihnen endlich Erlösung zu verschaffen: Den Zugang zu den kleinen Engeln.

Und dann überwiegt gleich wieder die Abscheu.

Diese völlige Ignoranz gegenüber den Opfern, dieses penetrante Wiederkäuen von hanebüchenen „Beweisen“, die die Natürlichkeit, das Gottgewollte ihrer Handlungen untermauern, die pathetischen Gedichte und Geschichten.

Da kam ihm (Gott) die Idee: „Die kinder der Menschen, sie werden von den bisherigen Schöpfungen nicht begehrt.“ und so nahm er nur die besten der besten Materialien. Gold, Platin, Diamanten, Elfenbein, Bernstein und schließlich ein Stück seiner eigenen Göttlichkeit und formte daraus den ukltinmativen, vollkommen perfekten Menschen. „Dich nenne ich Pädosexueller, da du kinder begehrst“, sagte er.

(Auszug aus der Geschichte „Gottgewollt“, verfasst von Forumsmitglied „Susi“)

Aber diese Geschichte führt in die Irre, denn die meisten vorgebrachten Thesen mögen zwar weit hergeholt sein, werden aber durchaus klug vorgetragen und sind zum Teil schwer widerlegbar. Wenn man sich dazu durchringt, diese Art von Foren zu dulden, muss man sich auch mit den Argumenten auseinandersetzen.

Sollte man denn diese Foren dulden?

Vereine wie Schotterblume setzen sich vehement für ein

bundesweites gesetzliches Verbot gegen die Verbreitung von Äußerungen, die pädophiles Gedankengut beinhalten oder die Folgen sexueller Handlungen von Erwachsenen an Kindern abstreiten oder bagatellisieren

ein.

Für ein Verbot spricht die Gefahr, dass sich die Pädophilen in diesem Forum gegenseitig bestärken. Aber andererseits gab es Pädophilie schon vor dem Internet. Die Möglichkeit, sich auzutauschen hätten sie auch auf andere Weise, nur würde es dann im Verborgenen geschehen, dem Zugriff der Öffentlichkeit entzogen. Gegen die Bagatellisierung der sexuellen Handlungen an Kindern kann man sich und andere durch Aufklärung immunisieren. Und eine Anstiftung von Nicht-Pädosexuellen kann nicht geschehen.

Bevor ich mich mit den Argumenten der Pädophilen auseinandersetze, einige Dinge vorweg.

Alle Zahlen, die im folgenden genannt werden, sind nur vage Bestimmungen der annähernden Größenordnungen. Es fehlt an einer hinreichenden Methodik in diesem Bereich, Dunkelziffern sind hoch, man weiß aber nicht wie hoch, kaum eine Zahl wird verbreitet, ohne dass irgendeine Interessengruppe ein Ziel damit verfolgen würde. Zudem müssen die wichtigsten Begriffe geklärt werden.

Zunächst sollte man sich verdeutlichen, dass die Begriffe „Pädophilie“ und „Sex mit Kindern“ auseinander gehalten werden müssen. Nur zwischen zwei und zehn Prozent der sexuellen Übergriffe auf Kinder werden von pädophilen Tätern begangen. Alle anderen Täter halten sich an Kinder, obwohl ihre sexuelle Präferenz auf Erwachsene gerichtet ist. Kinder werden aus dem einleuchtendsten und widerwärtigsten Grund ihre Opfer: Weil sie wehrlos sind. Diese Täter kommen in den allermeisten Fällen aus dem familiären Umfeld, wenn Jungen die Opfer sind, sind die Täter häufiger Sporttrainer, Pfarrer, Pädagogen, Betreuer.

Pädophile streben nicht immer nach Penetration, es geht ihnen häufig nur um die Herstellung einer erotischen Situation, die sie dann im Nachhinein als Masturbationshilfe nutzen können.

Der Begriff „sexueller Missbrauch“ ist der juristische Ausdruck. Die Kritik an diesem Begriff liegt auf der Hand: Er impliziert einen statthaften Gebrauch. Auch der Begriff des „Kinderschändens“ geht fehl, denn keinesfalls ist das Kind durch die Tat geschändet, die Schande liegt ganz beim Täter. Der Begriff „sexualisierte Gewalt“ umfasst nicht die Fälle, in denen weder körperliche Gewalt noch Nötigung vorliegen.

Da kein Ausdruck adäquat die Handlung beschreibt, nehme ich hilfsweise den juristischen.

Die organisierten Pädophilen vertreten häufig die These, dass Pädophilie natürlich sei, schließlich duldeten auch andere Kulturen, beispielsweise Naturvölker, sexuellen Verkehr mit Kindern.

Ein typisches Scheinargument.

Zum einen ist das Verhalten der indigenen Völker selbstredend auch kulturell geprägt. Zum anderen ist das Schielen nach der Natur für das menschliche Miteinander nur insofern aufschlussreich, als dass man erklären kann, woher bestimmte Affekte und Handlungsweisen kommen. Beispielsweise der Infantizid durch den neuen Freund der Mutter. Eine in der Natur oft zu beobachtende Handlung. Aber wer würde deshalb diese Tat rechtfertigen wollen?

Oder nehmen wir zwei Beispiele aus fernen Kulturen, die uns etwas näher sind als die Naturvölker. Fürst Pückler und seine äthiopische Sklavin und Daniel Cohn-Bendit mit seinen Erfahrungen im Kinderladen.

Fürst Pückler kaufte Machbuba als Zehnjährige auf einem Sklavenmarkt. Ihr genaues Alter ist nicht belegt, sie war wohl schon am Anfang der Pubertät, er selbst hielt sie jedenfalls für zehn Jahre alt. Viele Briefe der beiden belegen, dass sich zwischen ihnen im Laufe der Jahre eine Liebesbeziehung verfestigte.

Fürst Pückler war als Lehnsherr daran gewöhnt, Herrschaft und Verantwortung gleichermaßen auszuüben. Er war dem Kind, das er auch als solches bezeichnete, durchaus zugetan, zudem war er unermesslich reich. Mit Sicherheit fühlte sich Machbuba bei ihm wohler als bei ihrem Sklavenhändler. Man kann Fürst Pückler über die Jahrhunderte hinweg keinen moralischen Vorwurf machen. Aber eine Rechtfertigung für heutige sexuelle Übergriffe kann diese Geschichte nicht sein. Es gab noch nicht das Konzept der Menschenwürde, von sexueller Selbstbestimmung gar nicht zu reden und die Dankbarkeit einer Sklavin gegenüber ihrem Herrn ist ein schlechter Leumundszeuge für die Pädophilie.

Daniel Cohn-Bendit schilderte in dem 1975 erschienen Buch „Der große Basar“ seinen Umgang mit den von ihm betreuten Kindern im Frankfurter Kinderladen.

Mein ständiger Flirt mit allen Kindern nahm bald erotische Züge an. Ich konnte richtig fühlen, wie die kleinen Mädchen von fünf Jahren schon gelernt hatten, mich anzumachen. Es ist kaum zu glauben. Meist war ich ziemlich entwaffnet. [...] Es ist mir mehrmals passiert, daß einige Kinder meinen Hosenlatz geöffnet und angefangen haben, mich zu streicheln. Ich habe je nach den Umständen unterschiedlich reagiert, aber ihr Wunsch stellte mich vor Probleme. Ich habe sie gefragt: „Warum spielt ihr nicht untereinander, warum habt ihr mich ausgewählt und nicht andere Kinder?“ Aber wenn sie darauf bestanden habe ich sie dennoch gestreichelt.

Wie konnte es zu dem kommen, was Cohn-Bendit heute selbst als „unerträgliche Leichtfertigkeit“ bezeichnete?

Bis zur sexuellen Revolution war praktisch alles verboten, was vom ehelichen Geschlechtsverkehr zwischen Mann und Frau abwich. Jedes andere Sexualverhalten galt als Vergehen gegen die Sittlichkeit. Nun, da der Strafgrund der Unsittlichkeit weggefallen war, begann eine Suche nach einer neuen Sexualität. Erst die Frauenbewegung schuf mit dem Begriff des sexuellen Selbstbestimmungsrechts im Laufe der Jahre einen neuen, allgemeingültigen Bewertungsmaßstab.

Miriam Lau schrieb in der NZZ zu diesem Thema:

Die Kinder waren noch Natur, nicht Gesellschaft; von der korrumpierenden Versandhauskatalog-Sexualität, die man um sie herum ausmachte, waren sie paradiesisch weit entfernt. Es sollte die Sexualität sein, durch die eine bessere Gesellschaft möglich würde. In diesem Zusammenhang war damals immer gern von Naturvölkern die Rede, bei der die sexuelle Stimulation der Kinder durch Erwachsene eine Selbstverständlichkeit sei. Im Kollektiv war man als Erwachsener ja ohnehin praktisch einer von ihnen.

Da sind sie wieder, die Naturvölker.

Der Ansatz der Frauenbewegung war dagegen sehr hilfreich. Er revolutionierte das Sexualstrafrecht und macht die komplette Abschaffung des § 175 StGB im Jahr 1990 möglich.

Im nordrhein-westfälischen Landtagswahlkampf 1985 versuchten Pädophile, homosexuelle Gruppen innerhalb der Grünen für ihre Zwecke zu benutzen.

Von allen Lagern in der Pädophilie-Debatte wird die Homosexualität als Referenz angeführt. Von christlichen Gruppierungen wird behauptet, dass die Permissivität gegenüber Homosexuellen zu einem Sittenverfall geführt habe, der jetzt auf die Kinder übergreife.

Und auch die Pädophilen argumentieren, dass sie jetzt in der Situation seien, in der die Homosexuellen vor der sexuellen Befreiung waren.

Der Professor für Psychatrie an der medizinischen Fakultät des Imperial College in London, Richard Green, setzt sich dafür ein, dass die Pädophilie von der Liste der psychischen Krankheiten gestrichen werden soll.

1. Es ließen sich bei Pädophilen keine besonderen Persönlichkeitmerkmale finden.
2. Viele Pädophile fühlten sich durch ihre sexuelle Orientierung nicht beeinträchtigt.
3. Ihre sexuelle Orientierung sei in anderen Kulturen akzeptiert. Und
4. ließe sich sexuelle Erregbarkeit durch Kinder nicht nur bei Pädophilen nachweisen.

Der Punkt 1 lässt mich sprachlos zurück. Denn zumindest ein besonderes Persönlichkeitsmerkmal fiele mir bei Pädophilen auf. Dies mag streng methodisch gesehen ein Zirkelschluss sein, aber immerhin einer, der von der überwiegenden Zahl der Psychiater weltweit geteilt wird. Mit der gleichen Argumentation könnte man einen Kannibalen, der mit sich selbst im Reinen ist, als psychisch gesund bezeichnen.

Zu Punkt 2 kann ich nichts darüber hinausgehendes sagen, der dritte Punkt wurde oben schon behandelt.

Und der vierte Punkt legt die Paradoxie bloß, die in der Freude der Pädophilen-Lobbyisten über die Tatsache, dass ihnen ein Professor der Psychatrie zur Seite springt, zum Ausdruck kommt.

Denn die Männer, die dieser Erregung nachgeben, ohne pädophil zu sein, kommen ins Gefängnis - während eine strukturierte Pädophilie als schwere seelische Abartigkeit und damit als Grund für die Anerkennung der Schuldunfähigkeit gewertet wird, was zur Therapie führt. Möchten die Pädophilen also lieber als kriminell angesehen werden denn als krank?

Natürlich nicht.

Die Freude über die in Aussicht gestellte Streichung von der Liste der psychischen Krankheiten fußt auf zwei Grundlagen. Zum einen ist eine strukturierte Pädophilie nicht dahingehend therapierbar, dass die sexuelle Präferenz auf einen erwachsenen Partner umgepolt werden könnte. Bestenfalls ist es möglich, einen verantwortungsvollen Umgang mit der eigenen Sexualität im Rahmen einer Verhaltenstherapie zu erlernen. Das lässt die Verwahrdauer in psychatrischen Kliniken so lang werden, wesentlich länger als den Gefängnisaufenthalt eines Nicht-Pädophilen Straftäters für eine vergleichbare Tat.

Und zweitens erhofft man sich langfristig, dass auch die Bestrafung wegen des Missbrauchs wegfalle, wenn erstmal das Krankheitsstigma beseitigt wäre.

Der Kristallisationspunkt des Kampfes der Pädophilen um Akzeptanz ist die Frage, ob jede sexuelle Annäherung an ein Kind einen sexuellen Missbrauch darstellt. Dabei sind zwei Fragen von entscheidender Bedeutung: Kann es einvernehmlichen Sex zwischen Kindern und Erwachsenen geben? Und fügt jeder sexuelle Übergriff dem Kind dauerhaften Schaden zu?

Der zweite Punkt ist unumstritten: Bis zu 50 % der Kinder haben entweder Bewältigungsstrategien, die ihnen den Umgang mit der Tat möglich machen, haben ein Umfeld, das sie über die Tat hinwegkommen lässt oder aber der Übergriff führt wegen mangelnder Intensität nicht zu einer einschneidenden Verhaltensänderung. Die Hälfte aller Kinder trägt also keinen Schaden davon.

Das kann jedoch kein Maßstab sein. Denn die andere Hälfte leidet unter den Taten massiv, die Kinder entwickeln Essstörungen, begehen Selbstverletzungen, ziehen sich zurück, werden depressiv, können als Erwachsene keine befriedigende Sexualität entwickeln.

Und man muss sich vor Augen führen, von was für Größenordnungen wir hier sprechen. Zwischen 20 und 40% aller Frauen haben in ihrer Kindheit sexuellen Missbrauch erlebt.

In der Frage, ob einvernehmlicher Sex möglich ist, gibt es dagegen keinen Konsens. Die vorherrschende Meinung geht davon aus, dass ein Kind nicht einwilligungsfähig ist, weil es gegenüber dem Erwachsenen ein Informationsdefizit hat. Der Psychologe Bruce Rind hält dem entgegen, dass ein Machtgefälle bei jeder Interaktion mit einem Kind gegeben ist - als Beispiele nennt er balgen, kitzeln, betreuen, strafen, umarmen. Zudem hat er eine Reihe von Interviews geführt, die ihm zufolge belegen, dass es Kinder gibt, die gezielt sexuelle Kontakte zu Erwachsenen suchen und diese auch im Nachhinein als positiv werten.

Bei allen Beispielfällen sind es Jungen, die diese Ereignisse schildern.

Zwischen 10 und 20% aller Jungen werden Opfer von sexuellem Missbrauch. Jungen haben durch das Männlichkeitsideal, das ihnen von frühester Kindheit an als Rollenvorbild dient, größere Schwierigkeiten, sich als Opfer wahrzunehmen. Das ist für sie von Vorteil, wenn es darum geht, die Tat zu bewältigen. Allerdings macht es sie auch zu fragwürdigen Zeugen ihrer eigenen Vergangenheit. Da kann aus einer erlittenen Verführung auch eine eigene Handlung werden.

Und selbst wenn man die Erzählungen als wahr ansieht:

Ein Fall, bei dem das Kind die aktive Rolle übernimmt und keinerlei Schaden davon trägt, wird auch heute schon von den Gerichten mit einem entsprechend geringen Strafmaß geahndet.

Es bleibt also dabei: Die Gesetzeslage ist gut so, wie sie ist. Mit erstaunlicher Weisheit hat der Gesetzgeber den unterschiedlichen Entwicklungsstadien des sexuellen Reifeprozesses Rechnung getragen. Bis vierzehn lebt das Kind in einer Schutzzone. Ab dann sind einvernehmliche Liebesbeziehungen zugelassen, nur der Sex gegen Geld, unter Ausnutzung der fehlenden Reife, sowie der Übergriff gegen Schutzbefohlene stehen dann noch unter Strafe.

Gut so?

Und die Pädophilen?

Den Pädophilen bleibt nicht viel mehr als unser Mitleid.

Sie leiden unter einer psychischen Disposition, die Glück für sie beinahe unmöglich macht. Selbst im Falle einer (völlig utopischen) Gesetzesänderung: Ihr Modell von Beziehung wäre nicht lebbar.

Ein Nicht-Pädo warf im Girllover-Forum die Frage auf, ob die anwesenden Pädos denn, wenn es möglich wäre, eine 12jährige heiraten würden. Die Anworten sprachen für sich.

Nicht nur, dass das Kind unweigerlich irgendwann für sie unattraktiv werden müsste: Keiner wollte eine feste Bindung. Das Wichtigste ist für sie, zu begreifen, dass sie ihre Triebe nicht ausleben können. Denn das Gefängnis ist für Pädophile immer noch die Hölle. Und nicht der richtige Ort für sie.

Würden sie das Forum auch dazu nutzen, sich gegenseitig darin zu unterstützen, ihrem Verlangen nicht nachzugeben, könnte es einen wertvollen Beitrag für das Wohl aller Betroffenen leisten.

Die Debatte um Pädophile betrifft aber nicht nur die Pädosexuellen und die Kinder.

Wir alle haben im Laufe der Jahre verlernt, mit Kindern unbefangen umzugehen.

Da hilft vielleicht der Ansatz, zu fragen, wann überhaupt sexueller Missbrauch anfängt. Die beste Definition ist die, dass sexuellen Missbrauch begeht, wer sich einem Kind in sexueller Absicht nähert. Kann man das für sich ausschließen, sollte man all die dunklen Seiten vergessen und als Vater ruhig mit seinem Kind in die Badewanne hüpfen, wie es mein Vater mit mir getan hat, als Lehrer ein weinendes Kind in den Arm nehmen.

Das Wichtigste aber ist Vertrauen. Seinem Kind muss man Vertrauen in sich selbst vermitteln.

Sexualtäter haben ein raubtierhaftes Gespür für die Schwächen ihrer Opfer. Ein Kind, das sich nicht traut einem Erwachsenen zu widersprechen, das darauf gedrillt ist zu funktionieren ohne Widerworte, ist gegen Übergriffe machtlos. Von einem pädophilen Täter wird jedes Schweigen als Zustimmung gewertet. Das Kind muss seinen Eltern vertrauen können. Darauf vertrauen, dass sie es nicht bestrafen, wenn es ihnen etwas beichtet.

Und man selbst muss Vertrauen zu seinem Kind haben. Ein Kind muss durchschnittlich sieben Erwachsenen von seinem Missbrauch erzählen, bis ihm einer glaubt.

So, jetzt muss hier erstmal frische Luft rein.

Das Fenster aufmachen.

Tief einatmen.

Und das nächste Mal, wenn man ein Kind sieht, nicht ein potenzielles Opfer sehen. Sondern einen Welteroberer mit einem übergroßen Kopf.


137 Kommentare

  1. 01

    karomo:

    Hilfe. Ich habe zwar Deinen Artikel noch nicht zu Ende gelesen, und auch in das Forum nur einen kurzen Blick geworfen, aber irgendwie macht mir das angst.

  2. 02

    Brandstifter:

    “Wir alle haben im Laufe der Jahre verlernt, mit Kindern unbefangen umzugehen.”

    Das ist natürlich kompletter Blödsinn. Es ist nur eine Kampagne durch sämtliche Medien gegangen, die ein bestimmtes Verhalten zu Kindern, besonders zu Mädchen an den Pranger gestellt hat. Wer sich von solch pädagogischem Geschreibsel beeinflussen läßt, ist selber schuld. Bei Lehrern ist das etwas anderes. Aber so ist das eben, die Leute glauben was in den Zeitungen steht und im TV verbreitet wird und verwechseln es mit der Wirklichkeit.
    Es muss jeder Fall für sich betrachtet und bewertet werden, Pauschalverurteilungen und womöglich noch Bestrafung sogenannter “pädophiler Äußerungen” erzeugt nur weitere Neurosen.
    Gesetze gibt es doch nun wahrlich genug, inzwischen schon so viele, dass niemand mehr mit Sicherheit weiß, was er eigentlich noch sagen und tun darf und was nicht. Geschweigedenn wie überhaupt was “richtig” geschrieben wird. (-:

  3. 03

    Johnny:

    Ich weiß in diesem Bereich sehr gut, was man sagen und tun darf und was “richtig” ist, ich habe damit kein Poblem. Wo genau fängt der Bereich an, in dem du unsicher wirst? Und welche “Kampagne” meinst du?

  4. 04

    Simon:

    Ich weiß das nicht immer, muss ich sagen. Ich war eine Weile Pfadfinderleiter, das ist ja sowieso schon schwierig im Bezug auf dieses Thema, und da gab es dann immer wieder Situationen, in denen ich mir nicht sicher war, wie ich mich verhalten soll. Wenn z.B. Kinder untereinander “Doktorspiele” veranstaltet haben, aber dabei erwischt wurden. Oder wenn ich als männlicher Leiter die Kids zum Duschen geschickt habe - In so einem Fall stehen dann Aufsichtspflicht und die Intimsphäre der (auch weiblichen) Kids einander gegenüber. Schwierig sind auch “Kitzelspiele” oder ganz normales Schmusen. Es ist nicht immer ganz einfach zu vermitteln, dass fremde Kinder an bestimmten Körperstellen eben nicht schmusen dürfen, und warum.

  5. 05

    Boogie:

    Danke Malte. Auch im Namen meiner drei Welteroberer mit übergroßen Köpfen.

  6. 06

    Johnny:

    Wenn die Kinder untereinander spielen, gibt es die Regel und Ansage, dass sie vorsichtig sein müssen, da man sich verletzen kann (kein Einführen von Dingen in den Körper eines anderen) und dass außerdem nie etwas gegen den Willen des anderes gemacht wird. Und wo ist das Problem, wenn du auf die Kids beim Duschen aufpasst? Wenn ihnen etwas peinlich ist, merkt man das ja, und wenn sie soweit sind, dass sie Schamgefühl verspüren, sind sie auch alt genug, mal alleine zu duschen.

    Wenn es beim Schmusen von den Kindern aus in eine Richtung geht, die in deine Intimsphäre geht, kann man ihnen auch sehr gut erklären, dass man das nicht möchte, denn das ist dein Bereich über den du bestimmst so wie es ihrer ist, über den sie bestimmen.

    Es ist nicht immer leicht, die richtigen Worte zu finden, aber es ist doch relativ leicht, ab wann “Stopp” gesagt werden sollte, finde ich.

    Und trotz aller eventuellen Schwierigkeiten im Umgang mit der Sexualität von Kindern: Es geht ja hier um Männer (und es sind ausschließlich Männer), für die Sexualität nur mit Kindern erfüllend ist. Die Kinder sind nicht das Problem, sondern pädophile Männer haben eines. Sobald man anfängt, das Verhalten von Kindern als Teil dieses Problems zu sehen verdreht man etwas (damit meine ich nicht dich, Simon, aber weitergedacht könnte man bei einer solchen Argumentation landen).

  7. 07

    Brandstifter:

    Ich sage und tue das, was ich für richtig halte. Ich habe nur etwas gegen die Verbreitung von Verhaltensvorschriften. Das ist aber kein Grund zu Unsicherheit.
    Die Kampagne, die ich meine läuft schon seit Jahren. Es fing mit einem belgischen Pädophilen-Ring an, der organisiert Kinder missbraucht hat. Dann kam die Forderung nach schärferen Gesetzen. Und meines wissens wurden sie verschärft. Danach wurde das Thema durch alle Medien gezogen und breitgetreten. Deutsche Politiker wollten jetzt auch schärfere Gesetze und die Haftstrafen wurden heraufgesetzt.
    Das dürfte alles bekannt sein.

  8. 08

    sunny3d:

    Ich ziehe meinen Hut vor dir - Malte - sehr schwieriges und schmieriges Thema. Ich kann noch nicht ausführlich antworten, was ich aber sehr gerne möchte und tun werde - wenn ich alle likns abgeklappert habe und mir eine schlüssige Meinunggebildet habe.

  9. 09

    Johnny:

    “Brandstifter”: Du meinst sicher, dass du tust was du für richtig hältst, solange es sich im rechtlichen Rahmen bewegt? Oder geht deine Abneigung gegen Verhaltensvorschriften gegen Gesetze und gesellschaftliche Regeln im Allgemeinen?

    Der Ruf nach härteren Gesetzen wird natürlich immer laut, wenn Fälle publik werden. Wie Malte aber im Artikel beschrieben hat, sind die bestehenden Gesetze recht gut aufgestellt.

    Mir ist nicht ganz klar, wohin du mit deinen Aussagen willst… sind dir die Strafen zu hart? Wenn ja: Warum?

  10. 10

    Malte:

    @ Brandstifter
    Ich bin nicht für härtere Strafen und auch nicht für Gefängnisstrafen. Aber durchaus für eine länger bemessene Verwahrung in therapeutischen Einrichtungen. Denn Verhaltenstherapien brauchen Zeit und momentan ist die Rückfallquote bei pädosexuellen Straftätern wesentlich höher als bei anderen Sexualstraftätern (die allerdings auch eine Therapie benötigen würden.)
    All das würde jedoch Geld kosten, dass - man ahnt es schon - nicht da ist.

  11. 11

    Testosteron:

    Die Natur lässt Mädchen heutzutage aufgrund veränderter Lebensbedingungen schon mit 12 Jahren geschlechtsreif werden, wie es vor wenigen Wochen durch die Nachrichten ging. Weibliche Formen sind in diesem Alter schon ausgeprägt und werden durch die jeweils aktuelle Mode betont. Es ist vorhanden, was auf den Mann wirkt. Das tut es, ohne das der Betrachter pädophil veranlagt sein muss. Mädchen sind schon weit vor der Volljährigkeit sexuell attraktiv. Ich habe mir nicht die Mühe gemacht das erwähnte Forum zu besuchen. Ich habe auch kein Verständnis für Leute, die sich vormachen, eine Beziehung zu einem Kind sei möglich, in welcher Form auch immer. Jeder Mann hat die Last seiner rudimentären Triebhaftigkeit zu tragen und in gesellschaftlich verträgliche Formen zu lenken. Auch wenn seine Biologie anders ausgelegt ist … und das ist sie.

  12. 12

    Markgrafendamm:

    “Kann man das für sich ausschließen, sollte man all die dunklen Seiten vergessen und als Vater ruhig mit seinem Kind in die Badewanne hüpfen, wie es mein Vater mit mir getan hat, als Lehrer ein weinendes Kind in den Arm nehmen.”

    Ich glaube das hier genau das Problem liegt. Und deshalb auch der Satz:

    “Wir alle haben im Laufe der Jahre verlernt, mit Kindern unbefangen umzugehen.”

    durchaus richtig ist. Denn wenn jemand eine sexuelle Absicht für sich ausschliessen kann, heisst es noch lange nicht, dass die Umwelt das so auch sieht und eben durch die vielen Medien Schlammschlachten von der Umwelt dem tröstensnden Lehrer doch eine Absicht unterstellt wird.

    Genau dadruch entfernen wir uns doch immer mehr dem doch normalem, familiärem Umgang. Oder laufen zumindest Gefahr …

  13. 13

    Johnny:

    @ Testosteron: Ich stimme dir zu, dass eine Sexualisierung von Kindern stattfindet. Aber auch wenn ich Jugend und Schönheit als etwas angenehmes empfinden kann, habe ich noch nie sexuelle Lust nach einem Kind verspürt. So ist meine Biologie.

    Dabei geht es weder um Geschlechtsreife noch um Attraktivität. Die Kinder, über die in dem Forum geredet wird, sind abgesehen davon viele Jahre von der Geschlechtsreife entfernt.

    Es ist eine recht gewagte These, dass es in der männlichen Biologie läge, sich mit Kindern paaren zu wollen. Bei solchen Aussagen bitte immer mit angeben, wie sie begründet werden. Reine Behauptung und Darstellung als angebliche Tatsache hilft da nicht weiter.

  14. 14

    Malte:

    @ Testosteron
    Das ist es ja gerade nicht, was Pädophile anzieht.

  15. 15

    öhm:

    Seit Ganztagsschule, TV/PC und Volltagsjobs beider Elternteile gibt es kaum noch familiären Umgang, aber das ist ein anderes Thema.

  16. 16

    Markgrafendamm:

    @öhm
    Soziologisch betrachtet fällt es durchau mit rein. Aber dann müssten wir auch verallgemeinernd sagen: Es ist ein gesellschaftliches Problem.

  17. 17

    icewind:

    Dieses -sorry- “Kinderfickerforum” war nach erfolgreichen Aufrufen eines anderen, weniger “höflichen” Blog als deinem, dankt eines findigen Hackers mehrere Tage nicht erreichbar, und steht laut im Blog geposteter Mailkommunikation mit dem Hoster unter extremer rechtlicher Beobachtung. Und das ist und war gut so.

    Man sollte öfters in diesem Blog, dessen namen ich hier nicht nennen werde, dazu aufrufen, das Forum zu hacken, egal auf welchem Hoster dieser Welt das Forum liegt, man sollte diese Forum der Geistesgestörten (ich bitte euch, wer auf kleine Kinder steht ist geisteskrank!) so unbrauchbar wie möglich machen und halten!

  18. 18

    heidrun:

    @ johnny: es liegt alles mögliche in der biologie, was aber gesellschaftlich nicht vertretbar wäre (was auch gut so ist, nicht, dass ich falsch verstanden werde). soweit ich weiss, ist das ideale gebär-alter bei frauen um die 14, 15.
    eine gute freundin war mit 24 jahren in costa rica eine “alte mutter”!
    geschlechtsreife ist aber eindeutig nicht gleich volljährigkeit und mentale reife, zumal “kindheit”/pubertät gesellschaftlich gesehen um einiges länger dauern als noch vor 150 jahren.
    es läge schließlich genauso in meiner biologie, wenn ich jetzt mit einem 14jährigen ein kind machen würde.
    und: es sind nicht nur männer, die pädophil sind. der großteil sicher, aber 100 %? das glaube ich nicht

  19. 19

    amazeman:

    @icewind Welches Problem wird durch das Forumhacken gelöst? Gerade das affektuelle Handeln wird doch in diesem Thema zu recht an den Pranger gestellt - da kann man ja nicht selbst in diese Falle tappen und mitmachen - auch wenn mans gut meint…
    Problematisch finde ich es Pädophilie zu einem gesellschaftlichen Problem zu machen - das hiesse ja auch das den Kindern eine Mitschuld durch ihren Kleidungsstil gegeben wird und das darf nie Argumentationsgegenstand werden.
    Der Ursprung des Problems ist eine individuelle Problematik der Perspektive der “betroffenen” Männer. Wer spürt das er Kinder zu sehr mag muss darin ein Problem erkennen und es behandeln lassen. Anstatt Ausflüchte und Gleichgesinnte zu suchen.

  20. 20

    heidrun:

    icewind: ich habs mir noch nicht angeguckt, aber mit einem solchen tonfall verschreckt man sicherlich die pädophilen, die reflektierter sind und hilfe bräuchten. komplett-tabuisierung hilft da nix, denke ich.

  21. 21

    sunny3d:

    1. Es ließen sich bei Pädophilen keine besonderen Persönlichkeitmerkmale finden.
    2. Viele Pädophile fühlten sich durch ihre sexuelle Orientierung nicht beeinträchtigt.
    3. Ihre sexuelle Orientierung sei in anderen Kulturen akzeptiert. Und
    4. ließe sich sexuelle Erregbarkeit durch Kinder nicht nur bei Pädophilen nachweisen.

    Wissenschaftler sind, so wie alle im öffentlichen Raum arbeitenden Menschen, abhängig von Aufmerksamkeit. Spektakuläre Thesen ermöglichen diese.

    Kinder sind natürlich sexuell eregbar. Glaube ich aus eigener Erfahrung zu wissen, wenn ich mit Kinderfreunden “Doktorspiele” gespielt habe. Aber es hätte mich empfindlich gestört, wenn ein Erwachsener dazu gestoßen wäre, zumal ich bei meinen sexuellen Entdeckungen es immer mochte, auf gleicher Altersstufe mit meinen Mitentdeckern zu sein.

    Das sich laut Nummer Elf/Testosteron, Männer zu tatsächlich entwickelten jungen Mädchen (11/12) hingezogen fühlen, mag sein. Aber nicht selten bekommen sie dann auch eine Abfuhr - is halt so - :-)!!!!

    Naja, aber es geht hier tatsächlich um Kinder (10/9 und früher!!!). Ich kann es auch nicht verstehen und nachvollziehen. Aber darum geht es auch gar nicht.

    Ich bin der Überzeugung, dass eine Autoritätsperson sehr wohl das Verhalten ein Kindes steuern kann und somit auch seine unausgeprägte Sexualität. Das ist und bleibt strafbar. Ich kann meine Kinder zwar dahin erziehen, dass sie dies nicht tun oder das nicht tun - aber ich darf sie nicht dahin erziehen mir oder anderen als Sex - Objekt zur Verfügung zu stehen.

  22. 22

    heidrun:

    nur am rande, zum titel: der spielt ja auf “alice im wunderland” an. da hab ich mich grad zufällig ziemlich viel mit beschäftigt und könnte mich immer ziemlich drüber aufregen, dass “alice” als pädophilenklassiker hingestellt wird. lewis carroll war nach neueren erkenntnissen entgegen dem kram, der seit über 100 jahren über ihn geschrieben wird, _nicht_ pädophil. und mit den angeblich zahlreichen sexuellen anspielungen in “alice” ist es auch nicht so wirklich weit her.
    aber wie gesagt, nur am rande.

  23. 23

    wtf:

    Malte, erst einmal Glückwunsch dafür, dass du den Mut aufgebracht hast, dich mit dem Phänomen der Pädophilie im Internet jenseits von Mord- und Hackaufrufen zu befassen, zeitgleich war das jedoch ein schlechter, ganz schlechter Schachzug, der aus diesem Beitrag einen Thread machen wird, in dem sich nach sehr kurzer Zeit dieselbe Stellvertreteropfer- Logik breit machen wird, wie im Fernsehen auch, wenn wieder über einen entsprechenden Fall berichtet wird.

    Ich tue mir jedoch schwer damit, was Johnny sagte, nämlich dass ausschließlich Männer pädophilen Neigungen nachgehen würden.
    Meine Gründe dafür sind einfach dass ich dessen müde bin zu lesen, zu hören, zu sehen, dass Männer das Tätergeschlecht sind, dabei ist es egal, ob es um Vergewaltigungen allgemein, Sex mit Kindern im Speziellen oder Kriege geht.

    Nennt mich eigen, aber ich denke da nur noch ‘Bullshit’.

  24. 24

    heidrun:

    wtf: sehr recht hast du.

  25. 25

    Testosteron:

    Erklärungsversuch: Sex hat mit Dominanz, Besitz und Protektorat zu tun. Das Kindchenschema, das alle drei Faktoren bedient, ist augenscheinlich in der Lage in Zeiten globaler Gefühlsverwirrung und -verarmung anzutörnen. Das dies nicht nur einige Insassen forensischer Kliniken betrifft, kann man nachvollziehen, wenn man die unbereinigten Google Top 10 Suchanfragen ansieht. Leider habe ich keinen link parat, aber ich bin schon über Seiten gestolpert, die aufgelistet haben, welche Suchanfragen Google stellt. Dort kann man den Eindruck gewinnen, daß der gemeine Surfer ein Pedophiler ist. Wie sehen denn die Suchanfragen bei spreeblick aus?

  26. 26

    Ludwig:

    Zunächst einmal mein Kompliment für den guten und vielschichtigen Artikel. Ich denke auch, daß das Hauptproblem eine wirklich effektive Therapie Pädophiler ist, da die Aufklärung und ein Problembewußtsein bei Betroffenen und in der Öffentlichkeit schon vorhanden sind. Aber viel mehr Alternativen als das plakative “wegsperren und nie wieder rauslassen” (Gerhard Schröder) oder aber Psychotherapie inklusive chemischer Kastration u. ä. fallen mir auch nicht ein. Zumal man gegen den Sexualtrieb des Menschen, wohl einen der stärksten überhaupt, mit einer rationalen Argumentation schwerlich anstinken kann. Pädophilenzirkel wie http://de.wikipedia.org/wiki/Krumme_13 bzw. http://k13-online.krumme13.org/ drehen in ihrem Interesse den Spieß um, indem sie der interessierten, aufgeklärten (und allzu häufig verbildeten) Öffentlichkeit mit plausibel klingenden Scheinargumenten und rhetorischem Blendwerk ihre Perversionen schmackhaft und erklärbar machen wollen. Ich glaube und hoffe nicht, daß das einstmals auf eine breite gesellschaftliche Akzeptanz stoßen wird, aber man muß auch immer wieder sagen: Wehret den Anfängen.

  27. 27

    sunny3d:

    @ Testosteron - Warum hat Sex mit Dominanz, Besitz und Protektorat zu tun? Kenne ich anders!

  28. 28

    Testosteron:

    Womit den sonst? Gänseblümchen?

  29. 29

    Malte:

    @ wtf
    Wie gesagt, Zahlen sind mit Vorsicht zu genießen, aber an weniger als einem Prozent aller Sexualstraftaten sind Frauen beteiligt - und dann nur als Gehilfen ihrer bzw. anderer Männer.
    @ heidrun
    Die Anspielung im Titel hatte ich schon im Kopf, weil ich am Rande mitbekommen habe, dass Carroll pädophil gewesen sein soll. Aber in dem Forum selbst wird auf den Alice-Day hingewiesen, den Tag, an dem Carroll der realen Alice - (?)ich kenne mich da überhaupt nicht aus - begegnet ist und sie beschreibt wie eben Pädophile ihre Objekte der Begierde beschreiben. Da stand der Titel fest.
    @ icewind
    Ich sehe darin überhaupt keinen Nutzen. Die Verbrechen passieren nicht online sondern im wahren Leben und schon gar nicht in diesem Forum.
    Die Position derer, die sich im gerechten Zorn zum Lynchmob zusammenballen ist auch nicht besonders sympathisch.
    @ sunny3d
    Ich hatte eine sehr ausgeprägte Latenzperiode, aber Freunde haben mir auch immer erzählt, dass sie sich die Partner für Doktorspiele unter Gleichaltrigen gesucht haben. Ich habe immer nur Küsschen auf die Wange gegeben.

  30. 30

    Testosteron:

    Ok, ja - Gänseblümchen. Kenn ich auch. Aber das ist ja eher das, worum es hier nicht geht. Sondern eher um “Macht ausüben”, was auch ein Teil von Sexualität ist, oder?

  31. 31

    sunny3d:

    nenene, so nicht mein freundchen. Dominanz - körperlich oder psychologisch? Besitz - aber holla - was oder oder wen willst du besitzen, wenn du Sex hast? Jemanden beschützen - ja klar - damit er keinen Zuckerabsturz bekommt.

  32. 32

    fabian:

    “Wer spürt das er Kinder zu sehr mag muss darin ein Problem erkennen und es behandeln lassen. Anstatt Ausflüchte und Gleichgesinnte zu suchen.”

    Genau das ist der richtige Gedanke. Es gibt ja auch Kampagnen wie diese, da sollte man ansetzen.

  33. 33

    Testosteron:

    ey sunny, wenn du deinen pimmel in irgendwen reinsteckst, dient dies im leben doch wohl nur ein- bis neunmal der fortpflanzung, mmh? der rest ist anders motiviert. möchest du mir jetzt wirklich weiss machen, daß du derjenige exfreund bist, über den ich mich mit meinen unzähligen ;-) bettgenossinnen, ob des langweiligen blümchensex totgelacht habe?

  34. 34

    sunny3d:

    na jetzt aber schluss und ich bin ne frau - du kleines testosterönchen.
    blöder sack - du!!! boah.

  35. 35

    heidrun:

    och, testosteron… der name sagt dann ja schon alles. man kann auch aus liebe sex haben, der kein blümchensex ist.
    @ malte: das mit lewis carroll ist quatsch, glaub mir, und es kann einen echt traurig machen, dass so ein interessanter künstler so instrumentalisiert wird. aber das ist zu ot gerade und führt weit ins viktorianische england. buchtipp: “in the shadow of the dreamchild” von karoline leach über lewis carroll. ein fantastisches buch, auch zum einstieg.
    und kindersexualität… auch so ein thema. selbst säuglinge können schon ständer haben, das sagt jawohl alles. ist aber in diesem zusammenhang auch off-topic, da die sexuelle interaktion mit erwachsenen trotz des wohl häufigen versuches, kindersexualität in diesem zusammenhang als argument zu missbrauchen, ein gänzlich anderes feld ist und bleiben sollte.

  36. 36

    sunny3d:

    Mein Sex - Leben geht niemanden was an - außer er ist beteiligt!
    Testosteron wird schon jetzt von kommenden Aktionen ausgeschlossen.

  37. 37

    lana:

    klar will niemand mit pädos spielen. allerdings finden die meisten fälle sexuellen missbrauchs im familienumfeld statt. und da stellt sich die frage, ob wir es in allen fällen tatsächlich mit pädophilie zu tun haben.

    missbrauch an kindern kann auch “nur” eine form der gewaltausübung sein, oder der böse onkel mütterlicherseits hat lange nicht abgespritzt und sich von einer BILD-fotostrecke aufgeilen lassen. die “mini-playback-show” lief nachmittags im kinderprogramm, kleine mädchen bekommen beizeiten die schminkbarbie im bikinioutfit unter den weihnachtsbaum gelegt, alles schön halbseiden verpackt.

    das verhältnis ist aber immer zu lasten der schwächeren gestaltet. und darüber kann man sich zu recht aufregen. nur über die pädos herzuziehen ist ähnlich engagiert, wie in kreuzberg gegen nazis zu demonstrieren (gut gemeint, zumal es nix kostet und nix zu verlieren gibt). hinterher haben die meisten dann nichts dagegen, wenn die 16-Jährige jünger aussieht, als sie ist. Aber das gehört dann zur unreflektierten “normalität”. die sündenböcke sind immer die anderen.

  38. 38

    Testosteron:

    ok, sunny. bei dir hilft nur dominanz. aber eigentlich liegt mir das nicht so, da dann mein rücken immer so zerkratzt ist ;-)

    whatever - das thema ist zu ernst, als das wir uns in dererlei schabernack ergehen wollen.
    nicht böse sein. ich bin kein pedophiler und auch nicht über alle maße testosteron-gesteuert.

    gute nacht,
    advocatus diaboli (testosteron powered since 1974)

  39. 39

    Queen Georgia:

    Also ich finde den Artikel ziemlich gut. Habe ihn mir komplett durchgelesen, und teile deine Meinung.

    Juri

  40. 40

    sunny3d:

    Ich weiß von einer Freundin, die im Kindesalter missbraucht wurde und deren Lebensweg dadurch komplett andere Bahnen genommen hat, als sie dachte. Mir hat sie auch nur in Ansätzen was darüber erzählt. Aber es sind jahrelange Essstörungen, Verhaltensstörungen.

    Ich weiß nicht, ich schaue auch ab und zu in meiner Mädchenbiographie nach und sehe - da war einiges auch nicht ganz korrekt. Ich weiß es ganz genau - nur dass ich solches nicht hier veröffentlichen würde oder könnte. PUNKT.

  41. 41

    Johnny:

    Danke an alle, die es schaffen, bei dem Thema zumindest zu versuchen, so sachlich wie es eben geht zu bleiben. Wir haben vorher und noch vorhin lange diskutiert und geredet, wie man das mit und bei Spreeblick angehen kann und ich finde, Malte hat einen hervorragenden Job gemacht.

    Eine seiner Kernaussagen ist für mich:

    Sie leiden unter einer psychischen Disposition, die Glück für sie beinahe unmöglich macht. Selbst im Falle einer (völlig utopischen) Gesetzesänderung: Ihr Modell von Beziehung wäre nicht lebbar.

  42. 42

    Malte:

    @ lana
    Steht ja auch so im Artikel - die weitaus größere Gefahr geht statistisch gesehen für Kinder (besonder Mädchen) von ihrem familiären Umfeld aus. Nur werden von dieser Tätergruppe keine politischen Forderungen erhoben, mit denen man sich auseinandersetzen könnte.

  43. 43

    Brandstifter:

    “Brandstifter”: Du meinst sicher, dass du tust was du für richtig hältst, solange es sich im rechtlichen Rahmen bewegt? Oder geht deine Abneigung gegen Verhaltensvorschriften gegen Gesetze und gesellschaftliche Regeln im Allgemeinen?

    @ Johnny

    Der rechtliche Rahmen ist wie der Name sagt, ein Rahmen. Ich habe nur etwas gegen Verhaltensvorschriften, wenn sie pauschalisiert und verallgemeinert werden. Wie z.B. die ganzen Diskriminierungsgesetze, Beamtenbeleidigungen usw. Das führt dazu, dass niemand mehr das sagt
    oder tut was er denkt. Während das Denken alle Grenzen überschreiten bzw. auflösen kann. Es gehr hier doch um Grenzen.
    Ich kann jemanden wie Lewis Carrol gut verstehen. Es ist etwas besonderes eine intime Beziehung zu einem Kind zu haben. Diese Intimität wird von beiden Seiten geschätzt und gewünscht, sonst würde sie ja nicht zustandekommen. Beide können viel daraus ziehen. Intimität die im Bewusstsein stattfindet, gibt es selten und ist sehr wertvoll. Bei den meisten Erwachsenen kaum noch möglich. Bei Kindern sehr viel öfter. Es wird nur an dem Punkt problematisch, wenn der Erwachsene die Situation für sich ausnutzt. Damit verletzt er allerdings auch das Kind und so ein massiver Vertrauensbruch, der das ganze Leben des Kindes in einen Abgrund stürzen lässt, kann nicht in seinem Sinne sein. Da ist meiner Ansicht nach die Grenze. Das ist also eine sehr sensible Angelegenheit - die in der Öffentlichkeit sehr schnell missgedeutet wird. Aber über so etwas redet ihr hier gar nicht, nicht wahr? Es geht ja um Pädophilen Webseiten, wo die Leute bloss reden und sich andere darüber aufregen.

  44. 44

    wtf:

    Folgendes Problem stellt sich mir und meinem Bekanntenkreis (darüber habe ich selbst einen Letter verfasst, vielleicht in einem Anflug von Menschlichkeit, ich weiß es selbst nicht mehr genau):

    Wir sind uns selbst nicht sicher, was genau in uns vorgeht, durch das Mittel der Introspektion allein sind wir nicht in der Lage zu sagen, ob beispielsweise bei einem Hoppe-Hoppe-Reiter- Spiel die Erregung durch das Kind verursacht werden könnte oder doch einfach durch andere Dinge, wie beispielsweise körperliche Spinnereien oder die Auf- und Abbewegung, die die Genitalien erschüttert.

    Wir sehen uns nur mit der Wirkung konfrontiert, namentlich der Erregung und allein von dieser Rückschlüsse auf uns selbst zu ziehen erweist sich bestenfalls als heikel, da wir zum einen Nieten sind, was das korrekte Verständnis unserer Selbst angeht (wir sind zugleich Subjekt und Objekt, wobei wir obendrein noch sehr voreingenommen uns selbst gegenüber sind) und zum anderen einfach zu uninformiert durchs Leben gehen, weil wir ggf. Angst davor haben, etwas bei uns festzustellen, was gesellschaftlich mit Sicherheit nicht wünschenswert ist.

    Ob es weniger pädophile Frauen als Männer gibt, kann ich nicht sagen, das problem mit einer derartigen Statistik besteht darin, dass in diese selbstverständlich nur Personen aufgenommen werden, die einwandfrei auf Grund gewisser Umstände als Pädophile zu identifizieren sind.
    Beispielsweise könnte ich selbst pädophil sein, meine Nachbarin könnte pädophil sein usf., jedoch wäre das dann ein Fall, in dem man seine Geheimnisse niemandem preiszugeben bereit ist.
    Ich halte die Statistik deswegen für verfälscht, weil die Fälle nicht präsent genug sind, in denen sexuelle Übergriffe von Frauen auf Kinder vorkommen, mit anderen Worten, sie sind nicht gut genug repräsentiert in unserem Bewusstsein, vielleicht auch deswegen, weil nach wie vor sehr viel geschwiegen wird.

    Andere Szenarien sind ebenfalls denkbar, beispielsweise sagt der Junge nichts, weil er weiß, dass Männer einfach so mit Frauen ’schmusen’ etc.

    Ein Schwenk an dieser Stelle:
    Das Forum stellt eine Sache tatsächlich richtig, nämlich dass Pädophile nichts für ihre Neigung können.
    So weit ist alles klar.

    Ich selbst besitze eine Neigung zu sehr detailreichen Gewaltphantasien, bedingt durch meine frustrierende Jugend und durch meine damals sehr mangelhaften Strategien zum Umgang mit Problemen und wahrscheinlich ebenfalls bedingt durch genetische Faktoren.
    Weder der eine, noch der andere Umstand bescheinigen mir Narrenfreiheit in einer Gesellschaft, auch wenn man vielleicht doch gerne die Schuld und die Verantwortung von sich abwälzen wollen würde und da kommen einem so große Wörter wie ‘Gene’ und ‘Umwelt’ durchaus gelegen.

    Was dabei (leider) vernachlässigt wird ist, dass wir in einer Konsensgesellschaft mit einer Konsenswirklichkeit leben und dass man sich diesen beiden Dingen zu unterwerfen hat, wenn man in dieser Gesellschaft leben will.
    Es gibt mehrere Indizien dafür, dass sexuelle Prägung mindestens eine genetische Komponente besitzt, aber das stellt keinen moralischen ‘Freispruch’ dar, es zeigt einfach nur, dass verschiedene Menschen verschieden ticken und in gewissen Situationen bestimmtes Verhalten an den Tag zu legen eher bereit/fähig sind als andere Menschen.

    Die Dispostion ‘Pädophilie’ macht, wie bereits gesagt wurde, aus einem Menschen noch keinen Kinderficker, genausowenig wie meine Disposition aus mir einen Mörder macht. Hier ist man selbst gefragt und die Gesellschaft um einen herum und, in diesem Fall, ein gewisser ‘reality check’:
    Kinder sind definitiv weder neurologisch, noch emotional, noch psychisch weit genug entwickelt, um einen Partner für eine erwachsene Person darstellen zu können. Punkt. Die Ausnahmen interessieren nicht, sie sind zwingend, da Menschen sich immer von anderen Menschen unterscheiden werden, jedoch widerspricht es dem Konsens in unserer Gesellschaft Einzelfällen entkräftende Eigenschaften bezüglich des Zustands ‘Kind’ zuzusprechen; nicht nur wegen dem moralischen Konsens allein, sondern auch deswegen, weil Kinder von den wenigstens als sexuell attraktiv eingestuft werden.

    An dieser Stelle lasse ich Gonzo sprechen:
    “Why should I fuck with children?” he says. “They’re too small.”

    So fühlen die meisten oder zumindest wollen sie so fühlen (wie weiter oben angeführt ist es problematisch sich selbst zu beobachten und die richtigen Schlüsse zu ziehen.. wäre das möglich, bräuchte man Psychotherapeuten nicht).

    Ob jetzt nun Pädophilie von der Liste der im DSM-IV aufgeführten geistigen Störungen gestrichen wird oder nicht, tut nichts weiter zur Sache, streng genommen ist das sogar scheißegal, da sich zum einen an dem Tatbestand der Straftat bei dem Missbrauch eines Kindes nichts ändert und zum anderen weiterhin die soziale Ächtung bestehen bleiben wird.
    Dass man dazu geneigt ist Pädophilie und die Ächtung dieser mit Homosexualität und derer Ächtung bis in die 70er Jahre seitens der Psychologie zu vergleichen (stand sehr lange im DSM als sexuelle Störung drin), ist nachvollziehbar, man selbst kommt da schnell auf die gleiche Idee.

    Jedoch liegen die Unterschiede zwischen diesen beiden Arten der Sexualität auf der Hand, nochmal die Unterschiede zwischen Kindern und Erwachsenen anzuführen, wäre müßig.

    Alles in allem kann man in gleichem Atemzug sagen, dass Pädophile arme Schweine sind, die nichts für ihre Neigung können, diese nicht abstellen können und nicht ‘heilbar’ sind, genausowenig wie Homosexualität ‘heilbar’ ist, und dass die ausgelebte Pädophilie dennoch nichts anderes als verdammungswürdig ist.

    Da ich mir ebenfalls meine diffusten Gedanken dazu gemacht habe und auch eine interessante Site fand, hier noch die zwei Letter, die passen:

    http://www.wedgefaraway.net/2006/07/03/silenced/
    http://www.wedgefaraway.net/2006/06/19/herr-richter-es-lag-am-wetter/

    In diesem Sinne, ich betrinke mich jetzt.

  45. 45

    Heinz K.:

    “Ihr Modell von Beziehung wäre nicht lebbar.” Vielleicht ist das Modell nicht auf die längere Beziehung mit einer Partnerin oder einem Partner angelegt. Es scheint da nicht um Äquivalenz in einer Beziehung zu Gleichberechtigten zu gehen, die gemeinsame Entwicklung mit beinhaltet. In gewisser Weise könnte es eher als Vermeidung von Partnerschaft betrachtet werden, da die Rollenverteilung aufgrund der unterschiedlichen Lebenserfahrung und Reife von vornherein festgelegt ist. So könnte erworbene Angst vor einer Beziehung/Bindung zu Gleichberechtigten einen Teil dieser “psychischen Disposition” (Disposition im Sinne von Bereitschaft, also durchaus erworben und nicht angeboren) ausmachen.

    Das Erworbene, aber auch ein sich entfaltendes, erblich Angelegtes, bedarf eines Mediums, in dem es gedeihen kann. Dies verweist auf den gesellschaftlichen Raum und auf uns, als Mitglieder der Gesellschaft. Was trägt “je ich” zu dieser Entwicklung oder zu deren Vermeidung bei? Wo ist die Stelle, an der ich handeln kann und was kann ich dagegen tun? Wo schaue ich weg oder höre nicht zu, weil es unbequem für mich wird? Und wieso wird es unbequem? Welche Bedingungen tragen dazu bei?

    Hier leistet Spreeblick einen Beitrag, indem die Autoren nicht wegschauen und sich (für die meisten) spaßigeren Inhalten zuwenden, auch auf die Gefahr hin, dass die Diskussion schief geht (Kopf ab Niveau).

    Die kurz- und langfristigen Folgen für die zu Objekten der Begierde degradierten Kinder, die aufgrund des Entwicklungsgefälles bei solchen Kontakten nicht mehr den Status des gleichberechtigten Mitmenschens innehaben, sind oftmals verheerend. Die Entwicklung von Alkohol- und Drogenabhängigkeit ist ein nicht seltener Versuch, die Folgen der Übergriffe zu überleben.

    “Trauma und Sucht” ist eine gute Einführung hierzu:
    http://www.klett-cotta.de/psychologie_buechers.html?&tt_products=1908

  46. 46

    Johnny:

    @”Brandstifter”:

    Worüber hier geredet wird ist ersichtlich, wenn man liest. Der Artikel weist eine höhere Sensibilität auf als vieles andere, was ich bisher gelesen habe.

    “Es ist etwas besonderes eine intime Beziehung zu einem Kind zu haben.”

    Was ist eine “intime Beziehung” nach deiner Definition?

    “Diese Intimität wird von beiden Seiten geschätzt und gewünscht, sonst würde sie ja nicht zustandekommen.”

    Nur, dass jede “Seite” ein komplett anderes Verständnis, eine andere Defininition, völlig unterschiedliche Lebenserfahrungen, mit anderen Worten: eine völlig andere Ausgangsbasis hat. Ich kann als Erwachsener Intimität zu einem Kind mit ganz anderen Mitteln aufbauen als bei einem ebenfalls Erwachsenen. Bei denen ist das schwerer, das stimmt. Für alle Menschen übrigens, nicht nur für Pädophile. Das ist Teil des Lebens, es ist Realität.

    Die Maßstäbe der halbwegs erwachsenen Kommunikation, denn Sex ist eine Form der Kommunikation, bei Kindern anzusetzen ist ein Fehler, was alle Eltern bestätigen können.

    Entschuldige bitte, wenn ich hier sehr deutlich werde, ich verstehe durchaus, was du meinst und worauf du hinaus willst, aber genau diese Argumentation wird eben auch in dem Forum gerne herangezogen, doch sie hat mit der Sache nichts zu tun.

    Das Reden von “Intimität” und Vorsicht und “Sensibilität” ist nämlich völlig überflüssig. Die Intimität, die ein Kind benötigt, hat es, wenn alles gut gegangen ist, automatisch bei seinen Eltern und bei Omas und Opas (und ab einem bestimmten Alter viel mehr noch bei gleichaltrigen Freunden), die in den meisten Fällen nicht auf die Idee kommen würden, das Vertrauen des Kindes für sexuelle Handlungen irgendeiner Art zu missbrauchen. Wir reden hier nicht von guten Freundschaften zwischen Erwachsenen und Kindern, nicht von einem in diesem Zusammenhang schwammigen Begriff wie “Intimität” (noch einmal: was meinst du damit?), sondern von Sex, ob einseitig oder beiderseitig, zwischen einem erwachsenen Mann und einem meist nicht einmal geschlechtsreifen Kind.

    Wir reden von Menschen, für die befriedigende Sexualität nur und ausschließlich mit Kindern funktioniert. Und die daher Möglichkeiten suchen, mit diesen Kindern in Kontakt zu kommen, die diesen Kontakt oft über Jahre aufbauen, um irgendwann, wenn der Zeitpunkt richtig ist, durch den einen, kurzen Anblick eines nackten Kindes, durch die noch so kurze Berührung für die Energie, die sie in den Vertrauensaufbau investiert haben, entlohnt werden. Im harmlosen Fall.

    Es geht nicht um ein “dafür” oder “dagegen”, nicht um “hach, aber so eine tolle intime Beziehung zu einem Kind ist doch so wertvoll, das gibt es ja gar nicht mehr bei den doofen verdorbenen Erwachsenen”.

    Ich kenne sexuelle Lust nur auf halbwegs gleichaltrige, intellektuell halbwegs gleichgestellte Menschen. Dass ich gerade deshalb auch eine 16-jährige sexy finden kann, ohne dabei an Sex mit ihr zu denken, dass ich gerade deshalb mit Kindern kuscheln und toben und knutschen kann, ohne dabei jemals eine Erektion oder auch nur sexuelle Gedanken gehabt zu haben, dürfte jeden Pädophilen “neidisch” machen. Und ich denke, so wie mir geht es den meisten Männern.

    Es geht bei Pädophilie nicht um eine sexuelle “Ausrichtung” wie bei der Homosexualität, die ja gerne als Vergleich herangezogen wird. Sondern es geht um eine schwere Persönlichkeitsstörung, die auch für das Wohl der betroffenen Männer behandelt werden muss, obwohl es nach bisherigen Erfahrungen so gut wie keine Erfolgschancen gibt. Es gibt so gut wie keinen Fal eines Pädophilen, der irgendwann nach langer Therapie keine Lust mehr auf Kinder hatte. Es gibt nur Fälle von Männern, die diese Lust nach der Therapie kontrollieren konnten.

  47. 47

  48. 48

    Helmut:

    Johnnys Kommentar: /signed. Auch wenn ich dazu nicht mehr beitragen könnte.

  49. 49

    Paul:

    ich habe die letzten zwei stunden damit verbracht, mehr über dieses thema zu lesen.
    danke malte!

  50. 50

    Tommy:

    Ich hatte heute Nacht einen Albtraum. Ich glaube der rührt daher, daß ich mich gestern abend hier mit diesem Thema beschäftigt habe. Ich hatte seit 25 Jahren keinen Albtraum mehr.
    Ich stand bei Nacht auf einem grossem Acker, auf dem ein grosses Feuer brannte. Leider hat das Feuer die Szenerie nicht erhellt. Ich habe schemenhafte Gestalten gesehen und sie in meinem Rücken gespürt. Weiter ist nicht viel passiert. Es war einfach nur ein unglaubliches Gefühl von Angst, Hilflosigkeit und Ausgeliefertsein. Ich habe als Kind keine sexuelle Gewalt erfahren und bin nun zum ersten mal dankbar, daß dies so ist.

  51. 51

    Micha:

    Pädophile die sich an Kindern vergehen sind Krank.
    Selbst wenn sie für ihre Neigung nichts können, so können sie sich doch wohl zurückhalten!
    Ich springe ja auch nicht gleich jede Frau an die mir über den Weg läuft nur weil sie mich erotisiert.
    Wer seine Triebe nicht unter Kontrolle hat ist ein Tier und sollte auch so behandelt werden.

  52. 52

    Brandstifter:

    Was ist eine “intime Beziehung” nach deiner Definition?

    @Johnny

    Damit meine ich eine Verbindung die alles miteinschliesst. Eine Verbindung ohne Spielregeln und Grenzen, ohne Geheimnisse und Privatbereich. Man erlaubt dem anderen einen vollständigen klaren Einblick in das eigene Bewusstsein. Das umfasst alles, einschliesslich Gefühlen, Wünschen, Gedanken und der Wahrnehmung.
    Das ist allerdings keine Definition, wie sollte man so etwas auch definieren, sondern eine Erfahrung
    und hat mit Sex zwischen Erwachsenen und Kindern nichts zu tun.

  53. 53

    heidrun:

    brandstifter:
    eine solche vorstellung einer beziehung finde ich beängstigend (auch zwischen erwachsenen) und halte sie dauerhaft auch für unmöglich. ich glaube, wer sowas “erlebt”, macht sich etwas vor, in einer “normalen” beziehung, aber erst recht in einer beziehung mit einem menschen mit einem völlig anderen erfahrungs- und wahrnehmungshorizont (sprich: kind).

  54. 54

    Tobi:

    Meine Meinungen und Gedanken zu diesem Thema wurden bereits alle genannt, daher nur schnell mein Applaus:

    Toller Artikel! Und super Kommentare.

    Tobi

  55. 55

    Brandstifter:

    Ich weiß, dass die meisten Angst vor so etwas haben. Aber es ist eine Bewusstseinserweiterung und hat sehr befreiende Wirkungen. Man kann die Angst aber überwinden. Die meisten haben sogar Angst ihr eigenes Bewusstsein klar zu sehen und tun alles um es nicht erkennen zu müssen. Das ist in meinen Augen Selbstbetrug oder selbst gewollte Blindheit.

  56. 56

    Daniel a.d.D:

    Meine Hochachtung dafür, dass du dich traust dieses Stigmathema anzusprechen, und das auch noch sachlich :)

    In vielerlei Hinsicht stimme ich der Haltung WTFs zu. Pädophile können in der Regel nichts für / bzw. gegen ihre Neigung. Es ist Bestandteil ihrer persönlichen Sexualität. Die Frage ist jedoch, wie der einzelne bzw. die Gesellschaft damit umgehen soll. Persönliche Freiheit(zu vögeln) hört zumindest nach meinem Rechtsverständnis da auf, wo die Freiheit (nicht gevögelt zu werden) eines anderen beginnt. Soweit die Theorie. Die Praxis ist jedoch eine andere! Ein Biologielehrer von mir, meinte einmal zu einer Mitschülerin: “Auf der USA-Flagge [auf ihrem Pullover, in Weichteilhöhe, Anm. von mir] sind nur 32 Sterne”. Tjo… unsereins schaut da erst mal doof. Aber wie geht man mit sowas um? Persönlich schätze ich den Lehrer nicht als pädophil ein, prekär war diese Situation dennoch (schon allein aufgrund der Lehrer-/Schülerperspektive). Man kann nun der Ansicht sein, er sei ein “Schwein ohne Manieren” oder er sei einfach nur naiv und dachte sich nichts dabei.
    Eine andere Frage ist jedoch auch, wie die Gesellschaft mit pädophilen umgeht. Dabei komme ich zu einer Gegenüberstellung der Rechte des einzelnen (Freiheit, Menschenwürde) und den Rechten der Gesellschaft (Selbstenfaltung des Einzelnen, Schutz vor gewalttätigen Übergriffen). Die Folgen schwanken dabei zwischen lebenslänglicher Isolationshaft und Sicherheitsverwahrung bis zu einem therapeutisch begleitetem Ausgang. Die Wahrheit wird aber wohl, zu ungunsten der Kinder, aber wahrscheinlich irgendwo in der Mitte liegen. Aber kann das dann überhaupt die Wahrheit sein?

  57. 57

    Daniel:

    Vielen Dank Malte. Ein sehr interessanter Artikel über ein Thema an das sich nur wenige herantrauen.
    Aber wie sich auch anhand der Kommentare zeigt, ist Spreeblick die richtige Plattform um auch solch heikle Themen anzusprechen und zu diskutieren.

  58. 58

    Malte:

    @ Micha
    Tiere sind wir alle. Du willst aber wahrscheinlich damit sagen, dass Pädophile keine Menschen sind. Das stimmt nicht, denn sie sind von Menschen geboren worden. Jede andere Definition von Menschsein, sei es die Erwartung eines bestimmten körperlichen Erscheinungsbildes, eines Mindestmaßes an Geisteskraft oder aber einer moralischen Urteilsfähigkeit führt zu rein gar nichts. Möchtest du sagen, dass jeder, der unmoralisch handelt, kein Mensch ist?
    @ Brandstifter
    Die Dinge, die du beschreibst, sind genau das, was ich mit “nichts wird greifbar” meine. Wie zum Teufel soll eine Beziehung zwischen zwei Menschen ohne Spielregeln funktionieren?
    Soll ich meiner Freundin in den Tee pinkeln und sagen HAHA, keine Regeln!? Du lieferst ein exemplarisches Beispiel der Gedankenwelt eines Pädophilen, der nicht bekennen will, worum es ihm eigentlich geht.
    Rede bitte in klaren Worten, du bist hier unter Erwachsenen, wir können das vertragen.

  59. 59

    Malte:

    @ Daniel a.d.D.
    Ich habe momentan einen ziemlich dicken Kopf und muss zugeben: Ich verstehe nicht, was es mit diesem 32-Sterne-Satz auf sich hat. Kannst du das mal erläutern? :)

  60. 60

    Brandstifter:

    @ Malte

    Ich sage genau das was ich meine. Wenn Du es nicht verstehst, liegt das nicht an mir. Ob Du deiner Freundin in den Tee pinkeln sollst, kann ich Dir auch nicht sagen, das ist ganz allein Deine Entscheidung. Aber allein schon die Idee, sagt viel über Dich.

  61. 61

    Malte:

    Nein, tut mir Leid, Brandstifter, die Idee sagt gar nichts über mich aus.
    Und wenn dich jemand bittet, etwas deutlicher zu formulieren, dann mach das doch einfach, statt einen Angriff zu starten.

  62. 62

    Brandstifter:

    @ Malte

    Alles ist eine Aussage und hat eine Bedeutung. Wie kann eine Idee, die Du aufschreibst nichts über Dich aussagen? Jeder Gedanke der Dir in den Sinn kommt ist eine Aussage über Dich. Und der Gedanke das eine Beziehung ohne Spielregeln so funktioniert, dass man jemandem in den Tee pinkelt, sagt eine ganze Menge. Es sagt aus, dass Du dir unter Freiheit nichts vorstellen kannst und froh bist, dass es Spielregeln gibt, an die man sich halten kann. Wer weiss, was Dir ansonsten noch so in den Kopf kommen würde. Du sagtest ja bereits das Menschen Tiere sind.

  63. 63

    Hans v.:

    …genau, der herr brandstifter hat die ultimative ratio bzw. weisheit bzw. freiheit entdeckt, er hat sie sogar erlebt. uii. das macht ihn herausragend. das hebt ihn ab über die normalen, das macht ihn besser. er ist ein besserer mensch. achwas, er ist einer der besten überhaupt. wenn nicht der beste. ein neuer, besserer prometheus. bringt feuer ohne leberschaden.

    fragt sich nur: warum will oder muss er immer besser sein, der brandstiftende?

  64. 64

    Brandstifter:

    @ Hans

    Jeder kann Freiheit erleben wenn er es will. Man darf es nur nicht verwechseln mit besser sein wollen. Das ist trauriges Argument.

  65. 65

    Malte:

    Nun gut, wenn Fiktion und Realität für dich dasselbe sind, dann betrachte mich als In-den-Tee-Pinkler, soll mir recht sein.
    Zu den Spielregeln.
    Spielregeln sind eine Tatsache.
    Eine Katze lässt weniger Nähe zu als ein Hund und wenn du diese Regel nicht beachtest, hinterlässt das Kratzspuren.
    @ Hans v.
    feuer ohne leberschaden. wunderbar.

  66. 66

    Brandstifter:

    @ Malte

    Um es deutlich zu formulieren. Es geht darum die Grenzen selbst zu bestimmen. Wenn man keine eigenen Grenzen hat und nur gesellschaftliche Regeln als Grenzen anerkennt, macht man sich ärmer als man ist.

    Deswegen gebe ich Dir recht, dass Pädophile bestraft und therapiert werden müssen. Denn sie übertreten Grenzen um sich einen sexuellen Vorteil zu verschaffen. Und das mit Menschen die sich nicht wehren können.

    Man muss meiner Ansicht nach, beide Dinge trennen und kann keine Regeln fordern. Die Grenzen sind fliessend.