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Wieviel Geld gab ein Zehnjähriger 1974 für Musik aus? Und wieviel ist es heute?

Musikausgaben 1974 und 2010

ACHTUNG Dies ist eine subjektive und sicher nicht allgemeingültige Aufstellung, welche die Ausgaben meiner Eltern bis zu meinem zehnten Lebensjahr (1974) mit den heutigen für meinen älteren Sohn auflistet. Der Grafik ist dieser Artikel vorausgegangen. Inflation wurde nicht einberechnet, da ich sie im Bereich der o.a. Güter für wenig erheblich halte, die Unterschiede kommen in erster Linie durch neue Produkte zustande (MP3-Player, Musik-Videogames). Ansonsten für Erläuterungen bitte die Kommentare lesen, danke!

100 Kommentare

  1. 01

    Nur DM in EUR umgerechnet oder auch Inflation aufgeschlagen? Ansonsten halte ich den Vergleich fuer etwas gewagt.

  2. 02

    Ööööh…. Quelle? ;)

  3. 03

    1. armin sagt es schon, die inflation wird wohl fehlen.
    2. tapedeck? jahr 2010?
    3. handy?

    wie wäre es denn noch mit den ausgaben für einen pc, ein laptop, ein dvd-player, moped und das neue fahrrad? fehlt doch auch noch alles…

  4. 04
    Bill_Door

    Auf welchen Zeitraum bezieht sich das denn? Ein Jahr? Die Angabe der Konzertausgaben kommt mir etwas gewagt vor, zumindest seh ich fast nie Zehnjährige auf Konzerten.

    Trotzdem sehr interessante Aufstellung, die die Krokodilstränen der Plattenfirmen mal wieder in ein anderes Licht stellt.

  5. 05
    r0ssi

    What cost $160 in 1974 would cost $688.32 in 2009.
    Also, if you were to buy exactly the same products in 2009 and 1974,
    they would cost you $160 and $33.37 respectively.

    http://www.westegg.com/inflation/infl.cgi

  6. 06

    Ich versteh die Pointe nicht.

  7. 07
    10-Jähriger von 1974

    also, der Vergleich ist doch kappes. Welcher 10-Jähriger hat bitte heute monatlich mehr als 40 Euro im Monat für Musik zur Verfügung? Und das im Durchschnitt? Das gewünschte Ergebnis des Vergleichs war Mutter des Gedankens. Sonst Quellen her!

  8. 08

    @Armin: Nee, ohne Aufschlag, da die Verteuerung nicht so wild ist: Ich habe ein Vinyl-Album mit 10 Euro berechnet, das ist heute in etwas ein Download-Album, ich hatte ein sehr günstiges Tapedeck, die gibt’s heute auch noch. Der Unterschied liegt hauptsächlich in den Mehranschaffungen, weniger in der Software oder der gleich gebliebenen Hardware.

    @robert: Meine Mutter und ich. :)

  9. 09
    Flomarkt

    Öhrm, interessanter wäre ja, was ein 16- oder 18-Jähriger ausgibt.
    Und ja, eine Quelle würde mich auch sehr interessieren.

  10. 10

    Wo kommen die Zahlen her? Ich wäre ja schon bei den Livekonzerten skeptisch. Wenn ich sehr konservativ rechne, bekomme ich für 8o Euro zwei Karten, mittelmäßige Band. Für 60 Mark habe ich noch in den 80ern locker drei Tickets bekommen. 74 kann ein Konzert doch kaum teurer als 10 Mark gewesen sein – gut, vielleicht nicht gerade Pink Floyd, aber sonst?

    Und warum gab es 1974 kein Merchandising? Und was ist der Unterschied zwischen Rockband und Livekonzert? Und wenn Singstar als zulässige Ausgabe zählt – warum dann nicht die Klampfe von 1974? Und was soll das Ganze eigentlich zeigen? Früher war das Leben billiger? Setzt das Ganze doch mal in Relation, dann könnte das interessant werden.

  11. 11
    Tobias

    Hmm…
    _Meine_ Ausgaben als 10jähriger lagen so bei ca. 50DM für Software: Hui Buh Kassetten und was der Hörspielmarkt sonst noch so hergab…
    Musik kam erst so mit 12.
    Mein subjektiver Eindruck ist allerdings auch, dass heute viel mehr ausgegeben wird: Mein Sohn hat schon diverse (Download)-CDs, war schon auf einem Konzert und hat nen iPod. Handy zwar auch aber ein absolut “uncooles” zum Notfall Telefonieren (_er_ ruft an,nicht wir).
    Der Handydruck wird bei uns allerdings auch immer größer :-)

  12. 12

    @ovit: 1. siehe oben, 2. Tapedeck mit CD-Spieler, wurde vor dem MP3-Player angeschafft. 3. Handy habe ich rasugelassen, weil es nicht nur musikbezogen genutzt wird. Aber klar, man kann das noch erweitern. (Fahrrad gehört nicht dazu, finde ich, ich habe mich auf Musik beschränkt.)

    @Bill_Door: Das bezieht sich auf “bis jetzt”. Ich war damals sicher früh auf Konzerten, heute ist das aber nicht selten, geh’ mal zu Peter Fox.

    @r0ssi: Glaube ich in diesem Bereich nicht. Du bekamst damals billige Kassettenspieler und heute auch, mein Plattenspieler war ebenfalls irgendwas billiges von Quelle oder so. Musik, siehe anderer Kommentar, ist auch nicht soviel teurer geworden wie andere Güter.

    @10-Jähriger von 1974: Nirgends steht etwas von monatlichem Durchschnitt. Das sind die Kosten, die bei mir angefallen waren und die Kosten, die bei meinem Sohn bisher angefallen sind.

  13. 13
    ichier

    hmmm. jetzt kommt die neugierde: was sind das für zahlen? willst du etwa trolle locken? und wirklich zehnjährig? ging man 74 mit zehn für 30€ auf Konzerte? fragen über fragen. teenager / twens 1990 und 2010 fänd ich aber mal spannend. – ich würd allerdings der vollständigkeit halber dann die ganze hifi-anlage / das aktivboxensystem mitnehmen und die tapes (die leeren gesondert? – sonst müsste man ja noch festplatten…) zum tapedeck und natürlich noch polycarbonat neben das vinyl.

  14. 14

    @Johnny Haeusler:

    Du musst die Inflation trotzdem mit einrechnen. Heutzutage bekommt man in den meisten Faellen mehr fuer’s “gleiche” Geld, da der Wohlstand (was materielle Gueter angeht, bei immateriellen bin ich mir da nicht so sicher) gewachsen ist. Hauptsaechlich durch technischen Fortschritt, aber natuerlich auch andere Faktoren.

  15. 15

    jetzt habe ich den anderen artikel erst gelesen. dann macht das aus persönlicher sicht vielleicht etwas mehr sinn. aber wenn man sich das ohne die geschichte anguckt, entstehen wohl doch vor allem falsche eindrücke.

  16. 16

    @ramses101: 1974 bei mir: Drei Konzerte, einmal Sweet, zweimal diese Bravo-Parties, je ca. 20 DM Eintritt. 2010 bei meinem Sohn: Drei Konzerte, jeweils zwischen 20 und 30 Euro. Merchandising gab es natürlich 1974 auch, hatte ich aber nicht.

  17. 17

    @ovit: Guter Hinweis, ich habe das oben mal ergänzt.

  18. 18
    Jan(TM)

    @Johnny Haeusler: He cool, hast du dir jetzt auch einen von den schicken Milchmädchenrechnern gekauft?

  19. 19
    MarkJ

    iTunes, Handy, MP3-Player, Singstar und Rockband gab es aber 1974 noch nicht.
    Hättest du diese Sachen auch bekommen wenn es sie damals gegeben hätte?
    Ist die damalige finanzielle Ausgangssituation deiner Eltern mit deiner heutigen vergleichbar?

    Tut mir leid, aber dieser Vergleich stimmt vorne und hinten nicht.

  20. 20

    Auf den ersten Blick schön simplifizierend. Ich glaube, man sollte das nicht ZU ernst nehmen. Als Weckruf funktioniert es.

  21. 21

    @Johnny: Ok ok, die bisherigen Erläuterungen relativieren das Ganze natürlich. Mir war einfach nicht klar, was die Zahlen sagen sollen (oder ob sie das überhaupt tun sollen).

  22. 22

    @MarkJ: Natürlich stimmt er. Er ist keine Doktorarbeit oder Studie, aber er ist komplett korrekt, denn er basiert auf echten Zahlen. Ob ich Videogames bekommen hätte, ist ziemlich irrelevant, denn es gab sie nicht. Einer der Punkte ist doch: Das Angebot hat massiv zugenommen und somit auch die Ausgaben für diesen Bereich.

  23. 23
    micha

    Hmm. Wirklich gute Idee, aber etwas windige Daten. Denn auf was beziehst du dich eigentlich? Ein Jahr, ein Monat? Und wo sind PC, Laptop, Handy usw? Allein, was manch Kind für Handy-Klingeltöne ausgibt… ist ja auch Musik. Und für Leerkasten/Festplatten. Dazu kommen Youtube, Pandora und Bezahlstreamingdienste.

  24. 24
    Thomas Benle

    So what?

    Das sind keine 50 Euro im Monat. Zumal die Liste vornehmlich aus einmaligen Anschaffungen besteht (auf die man meiner Meinung nach übrigens auch fast ausnahmslos verzichten könnte), die regelmäßigen Ausgaben kann man also gut auch deutlich niedriger ansetzen.

    Nächster Punkt: Wozu braucht ein 10jähriger heute noch ein Tapedeck? Papis alte Kassetten klingen doch inzwischen auch nicht mehr besser als sein Raucherhusten, Hörbücher gibt es auf CD. Zumal für 75 Euro?

    Was ein Handy mit Musik zu tun hat, ist mir ebenfalls schleierhaft (ein Musikhandy ersetzt in der Regel den MP3-Player und kostet zudem auch weitaus mehr – und überhaupt hab ich in diesem Jahr vermutlich schon weit mehr Geld für Kopfhörer ausgegeben, als für alle meine MP3-Player zusammen udn dieser Kostenpunkt taucht hier gar nicht auf).

    Last but not least: Dass man sich ’74 kein Singstar zugelegt hat und nicht Rockband gespielt hat, wird wohl daran gelegen haben, dass es das damals schlicht noch gar nicht gab. Dafür wollte Sohnemann dann eben richtig Gitarre spielen und das schöne Stück war dann meist noch deutlich teuer (vom dazugehörigen Unterricht ganz zu schweigen!).

    So, was also bleibt? Eine höchst subjektive Statistik ohne nennenswerte Wertegrundlage, die beim nächsten 10-jährigen schon ungültig sein könnte und vermutlich auch sein wird. Allein: Warum das ganze?

  25. 25

    @Armin: Okay, ich mache eine zweite Version. Welche Summen wären dann 1974 korrekter, was meinst du?

    @micha: Ich hab’s oben etwas ergänzt, es geht um die Kosten bis jetzt, also bis zum 10. Lebensjahr.

    Und bitte, alle: Es geht nicht um eine Studie, wir sind ja nicht bei Comscore. Die Zahlen sind aus dem echten Leben eines damals sehr früh sehr Musikbesessenen (meines nämlich) und dem eines IMHO “durchschnittlich” musikinteressierten heute Zehnjährigen. Natürlich kann man das noch ausweiten, ergänzen, inflationsbereinigen, aber inwiefern würde sich eurer Meinung nach das Ergebnis groß ändern?

    Der wichtigste Faktor ist doch der: Es gibt ein viel größeres Angebot, was die Musikindustrie angeht. Und dies führt zu erhöhten Ausgaben, während die Branche gleichzeitig jedoch von Rückgängen spricht (die in einigen Bereichen auch stattfinden, aber eben nur dort).

  26. 26

    nimmt man inflation mit hinzu, dann sagt das ganze doch nur, dass die klage der musikindustrie, dass immer weniger für musik (und verwandte “produkte”) legal ausgegeben wird, nicht stimmt. ja der umsatz pro kopf ist gesunken, aber das ist über einen zeitraum von 26 jahren und dem mehrangebot an “entertainment” zu erwarten gewesen.

    um es anders auszudrücken: die menschen geben für musik immer noch sehr viel geld aus, auch wenn oft das gegenteil behauptet wird.

    oder versteh ich da was falsch?

  27. 27

    @Johnny Haeusler: Genau das Argument schwirrte mir auch im Kopf rum. Jedoch bin ich mir da nicht so sicher. Nicht, dass ich die absolute Zahl in Zweifel ziehen würde, heute gibt es bestimmt mehr Bands als ’74. Aber was mir durchaus zweifelhaft erscheint ist, dass ein Steppke im Alter von 10 Jahren auch nur annähernd eine Chance dazu hatte, sich durch einen kompletten WOM zu hören. Ich weiß nur, dass dies 1997 unmöglich gewesen ist, man überhaupt nicht mehr klargekommen ist angesichts der Vielfalt an potentiellen Käufen. Platten, soweit das Auge reicht. Heute ist das Gefühl des Erschlagenwerdens in gleicher Art und Weise präsent, meine ich.

    Deswegen glaube ich auch, dass es summa summarum vollkommen irrelevant ist, wie hoch das Angebot ist. Wichtig ist die WAhrnehmung und hier wie dort wird man gleichermaßen erschlagen.

  28. 28

    @Johnny Haeusler:

    Habe im Moment nicht die Zeit das zu recherchieren, aber irgendwo muesste es einen Inflationsindex geben, aus dem Du einen Aufschlag ableiten kannst. Das waere zumindest schon mal ein Anfang.

    Es mag durchaus moeglich sein dass die Ausgaben fuer Musik als Anteil an den Gesamtausgaben gestiegen sind, aber ich habe arge Zweifel an dem Verhaeltnis dass Deine Tabelle suggeriert.

  29. 29
    ajo

    Noch eine “Statistik”: Ich habe ja als Zehnjähriger 0 Euro für Musik ausgegeben.

  30. 30
    Thomas Benle

    Edit (Wieso kann man hier seit kurzem eigentlich keine Beiträge mehr editieren?): Habe den zugehörigen Artikel erst jetzt gelesen, inzwischen ist ja auch hier ein Hinweis darauf online gegangen und die Dinge liegen klarer. Damit erübrigt sich zumindest der letzte Absatz völlig. Sorry dafür.

    Die restlichen Punkte bleiben aber bestehen.
    Ich finde vorallem die Gegenüberstellung ist etwas ungünstig ausgefallen, der MP3-Player ist das was damals der Kassettenrecorder war, kann aber eben auch viel mehr und ist damit zurecht teurer. Alternativ kann man natürlich auch einfach auf den Ipod verzichten und sich ein billigeres Modell zulegen, schon passt der Preis wieder. Die Bluetooth-Funktion des Handys ersetzt die Kasseten, die man ehemals getauscht hat? Schön, wo stehen dann die Kosten für all die bespielten Kasseten von damals? Ein Handy ist dagegen theoretisch unbeschränkt nutzbar, solange es nicht den Geist aufgibt, die Sammelwut in einem Punkt gebündelt und außerdem kann (!) man es ja auch noch für diverse andere Dinge benutzen. Zumindest kann ich bis heute nicht mit einer Kassette telefonieren.

    Und nachdem ich hier nun so viel zu dieser eigentlich recht schlanken Statistik abgelassen habe, glaube ich das alles auch nochmal in einem einzigen Satz auf den Punkt bringen zu können: Ein erläuternder Kommentar darunter hätte einiges weitaus klarer gemacht, als es eine so schlichte Tabelle auf Anhieb vermag. What a pity!

  31. 31

    @Thomas Benle: Ich wollte nicht viel erklären, sondern abwarten, wie eure Zahlen aussehen. Tatsächlich habe ich aber einen Denkfehler gemacht und nun zumindest ein bisschen was ergänzt zur Erläuterung. Es geht ja um die Diskussion mehr als um die genauen Zahlen. Ich lese aber natürlich sehr genau mit und poste dann vielleicht noch andere Versionen, mal sehen, ob das was ändert.

  32. 32
    Irreversibel

    @ichgehschlafen:
    Ich ebenfalls und ich glaube die meisten 10jährigen meiner Generation (BJ 75) haben kein oder nur sehr, sehr wenig Geld für Musik ausgegeben. Von Konzerten mal ganz zu schweigen. Kann mich jedenfalls nicht an Grundschulgespräche über das letzte Konzertwochenende erinnern.

  33. 33
    Irreversibel

    Wieso wird bei Bezug auf #28 die #27 zitiert?

  34. 34
    Jan(TM)

    @Johnny Haeusler: Was fehlt ist ein Vergleich mit den Einkommen der Eltern und die Ausgaben für Leerkassetten.
    Ein “Tapedeck” für 50 DM im Jahre 1974 und kein Radio dazu? Was war das für eines? Mein West Onkel hat uns 1981-82 so eine ganz einfache Monogurke gekauft und das Ding war gefühlt sehr teuer.

  35. 35

    @Johnny (30): Unsere Zahlen? Die würde ich im Leben nicht wieder auf die Reihe kriegen. Gar nicht mal, weil ich nicht mehr wüsste, was ich damals tatsächlich gakauft habe. Aber verdient hat an mir hauptsächlich eine Industrie: Die Leerkassettenmafia. (Ich war jung und hatte kein Geld.) Als ich 10 war, konnte ich mir überlegen: Sparst du aufs Vinyl (20 Mark, 1984) oder kaufst du dir einen 5erpack TDK (10 Mark, sentimental geschätzt)?

    Und mit sparen meine ich: Sparen. Für Bravo und Pop-Rocky musste ja auch noch Geld ausgegeben werden. Heut ja nicht mehr, gibz ja alles umsonz in diesem Internetz.

  36. 36

    Das ist mir Jan(TM) etwas zuvor gekommen: ich glaube es wäre richtig interessant, die Zahlen in Relation zu den Durchschnittseinkommen der Eltern in beiden Zeiten zu setzen.

  37. 37
    Mithos

    Ein 10jähriger mit round about fuffzich Ocken Taschengeld pro Monat? Also 100 Dittscher? Holla die Waldfee…

  38. 38

    Hmm, und was willst Du uns damit sagen?
    Als ich 10 Jahre alt war (1980) habe ich (bzw meine Eltern) 0€ für Musik ausgegeben). Ich hab die Beatles-Platten meiner beiden älteren Schwestern auf dem Plattenspieler meiner Eltern gehört.

    Was wohl ziemlich klar ist, dass Musik auf Konserve damals viel teuerer war als heute.

    Viele Grüße von Zippo!

  39. 39
    Tim

    Zu dern Konzerten. Ich kann mich noch erinnern: 1982. Simon & Garfunkel Abschiedstournee in der Waldbühne. 50 DM die Karte. Das war damals horrend und überstieg alles, was bisher so üblich war, selbst bei Topacts.

  40. 40
    Van der Weg

    Ich bin auch sehr gespannt zu erfahren, was Johnny uns mit dieser Aufstellung sagen will. Ohne ein paar Worte dazu bleibt das Ganze ja nur eine bedeutungslose Ansammlung einiger Zahlen. Je nach Intention kann die Tabelle korrekt, irreführend, irrelevant, exemplarisch oder sonst irgendwas sein.

    Wie etliche andere hier habe übrigens auch ich als 10-Jähriger (im Jahr 1994) 0 Euro für Musik ausgegeben, aber was bedeutet das?

  41. 41
    Marc

    Sorry, aber ich kapier nicht mal ansatzweise, was Du damit sagen willst…

    Deine einzige Erklärung bisher: “Natürlich kann man das noch ausweiten, ergänzen, inflationsbereinigen, aber inwiefern würde sich eurer Meinung nach das Ergebnis groß ändern?
    Der wichtigste Faktor ist doch der: Es gibt ein viel größeres Angebot, was die Musikindustrie angeht. Und dies führt zu erhöhten Ausgaben, während die Branche gleichzeitig jedoch von Rückgängen spricht (die in einigen Bereichen auch stattfinden, aber eben nur dort)”.

    Wenn wir von der Musikindustrie sprechen, die von Rückgängen spricht, dann sind damit doch nicht die Hardwarehersteller (MP3-Player, Handy, Spielkonsolen, Tapedeck) gemeint, oder?! Hab jedenfalls noch nicht gehört, dass sich z. B. Apple über Umsatzrückgänge beschwert hat…

    Und zu den Zahlen, bzw. der Auflistung allgemein:
    – Mein Sohn ist 12 Jahre alt und sehr musikinteressiert (da hat die Erziehung wenigstens gefruchtet), aber er hat noch nie was bei iTunes oder ähnlichen Portalen gekauft. Ich denke, bei seinen Freunden sieht es ähnlich aus. Und falls die Zehnjährigen tatsächlich bei iTunes einkaufen: ich glaube kaum, dass sie dort 60 % mehr Geld ausgeben als 1974 für Schallplatten (auch wenn es bei Deinem Sohn so sein mag).
    – Zahnjährige gehen in aller Regel eher nicht auf Konzerte. Und wenn, dann nicht häufiger als in den 1970ern, würd ich sagen.
    – Ich denke auch nicht, dass Zehnjährige heute mehr für Merchandise ausgeben.
    – Wo ist das Bravo-Abo bei 1974?
    – Was macht das Tape-Deck bei 2010?
    – Warum kostet das Tape-Deck 2010 auf einmal das Dreifache, wo doch die Inflation ausdrücklich nicht mit berücksichtigt werden soll? Oder hängt da noch ne Kühl-/Gefrierkombination mit dran?
    – Warum hat 1974 (also Du) weder Verstärker, noch Lautsprecher-Boxen, noch Radio, noch tragbare Radio-/Kassetten-Kombi? Oder hattest Du ne sog. Kompaktanlage? Die gabs aber nicht für 150,- DM…
    – Wer nutzt sein Handy zum Musikhören, wenn er nen MP3-Player hat?
    – Wieso tauchen Konsolenspiele auf? Auch wenn sie was mit Musik zu tun haben, liegt der Anreiz doch im Spiel, oder? Sonst müssten auch Film-DVDs mit aufgenommen werden.
    – Wo sind die Ausgaben 1974 für Musikkassetten?

    Auch wenn Du mit Deiner Auflistung nicht repräsentativ sein willst – sie ist mit Verlaub völliger Quatsch und komplett ohne Aussage…

    Ich bin ein weniger jünger als Du und konnte mit 10 Jahren meiner Erinnerung nach auch noch kein Geld für Musik ausgeben. So richtig angefangen hat das erst mit ca. 13 Jahren, das war so um 1984 rum. Und ich hab damals eigentlich meine komplette Kohle für Musik ausgegeben: Anlage mit Radio, Plattenspieler, Verstärker und Boxen (hat die vom Bruder “vererbte” Kompaktanlage abgelöst), LPs und Maxis und Singles, Walkman, Radiowecker, Kopfhörer, Kassetten, Ghettoblaster, Buttons, die ersten Konzerte, Musikzeitschriften (erst Bravo, Poprocky und Popcorn, dann Musikexpress), die ersten Shirts, etc. Ich glaube nicht, dass die Kids heute auch nur ansatzweise den gleichen Anteil ihres Geldes in Musik investieren…

  42. 42
    JAn (ohne TM)

    Na ja, eines zeigt es auf jeden Fall: Die Eltern heutzutage sind viel zu früh viel zu lasch. Mit 10 ! Das hätte es bei uns nicht gegeben !! Armes Deutschland !!!

    ;-)
    Mit Statistik kann man alles beweisen, q.e.d.

  43. 43

    Und es begab sich zu einer Zeit, als die Eltern ihren geliebten Sprösslingen das mit dem Haben wollen noch erklärten konnten, ohne selbst als ‘schlechtes’ Vor-
    bild zu dienen.
    Nutze die technischen Möglichkeiten,
    lasse dich davon aber nicht ausnutzen.

    Mein ja nur
    PiPi;-)

  44. 44
    fewweffwe

    Wo gab es 1974 für ~50 DM ein Tapedeck?

    Was macht der Zehnjährige heute mit einem Tapedeck?

  45. 45

    @Johnny Haeusler:

    Leider scheint es so etwas schoenes wie bei der Bank of England mit ihrem Inflation Calculator fuer Deutschland nicht zu geben, zumindest habe ich jetzt so auf die Schnelle nichts finden koennen. Leider scheinen auch die Inflationsraten seit 1974 fuer Deutschland nicht so einfach zu finden sein.

    Aber egal, machen wir das ganze halt manuell, aus den EUR 160 in 1974 werden dann in 2010 (gerundet):
    – EUR 325 bei 2% jaehrlicher Inflationsrate
    – EUR 460 bei 3% jaehrlicher Inflationsrate
    – EUR 650 bei 4% jaehrlicher Inflationsrate
    – EUR 925 bei 5% jaehrlicher Inflationsrate

    Wie gesagt, mir sind die Deutschen (durchschnittlichen) Inflationsraten fuer den Zeitraum leider nicht bekannt. Fuer UK waren es laut obigem Rechner von 1974 – 2009 6%, was also 1974 £100 kostete wuerde heute £776.95 kosten. Deutschland duerfte glaube ich niedriger sein, aber irgendwas zwischen 3% und 4% wuerde mich ehrlich gesagt nicht wundern.

    Die Komplikation hierbei ist natuerlich dass sich diese Werte auf den allgemeinen Warenkorb beziehen. Wie die Zahlen fuer Deinen Warenkorb realistisch aussehen kann ich nur sehr schwer beurteilen. Es kann durchaus sein dass die Kosten sogar gesunken sind und es eine “Deflation” fuer diese Produkte gegeben hat. Allerdings halte ich es dabei fuer fraglich diese dann zu vergleichen.

    Aber nehmen wir mal die Konzertkarte, da die am ehesten zu vergleichen ist (auch wenn Konzerte heute meisten aufwendiger sind ist die Grundleistung die gleiche). In Deinem Beispiel hat eine Konzertkarte 1974 EUR 30 gekostet. Nehmen wir jetzt mal an die Konzertkarte hat sich genau wie die durchschnittlichen Preise jaehrlich um durchschnittlich 3% verteuert. Dann wuerde sie heute ungefaehr EUR 85 kosten. Ja, das ist mehr als Du heute mit den EUR 80 bezahlst. Also ist das Konzert sogar billiger geworden.

    Jetzt kannst Du natuerlich sagen, ja, aber ich habe doch 1974 nur 30 Euro bezahlt, nicht 85. Soweit richtig. Aber das Gehalt Deiner Eltern wird 1974 auch nur ein Bruchteil von dem gewesen sein was eine vergleichbare Person heute verdient.

    Alles arg kompliziert und ich wuesste jetzt auch nicht so wie man das halbwegs verlaesslich berechnen koennten, aber Deine Kalkulation da oben vereinfacht das ganze halt doch zu sehr wenn sie die Inflation voellig ausser acht laesst.

  46. 46

    @Mithos: Wo steht denn was von 50 DM Taschengeld im Monat? Immer wieder spannend, was man alles lesen kann, obwohl es da gar nicht steht. ;)

    @Zippo: @Van der Weg: Bei “Was willst du uns damit sagen” muss ich immer ein bisschen lachen, sorry. :)

    Es ist doch völlig schnuppe, ob andere Zehnjährige damals gar nichts für Musik ausgegeben haben und warum. Bei mir war es so, bei meinem Sohn ist es auch so, wie es dort steht (und so wie Leerkassetten nicht mitzähle, zähle ich auch CD-Rohlinge nicht mit).

    @Marc: Ich frage mich manchmal, wie sinnvoll es sein mag, auf lange Fragen zu antworten, wenn am Ende behauptet wird, dass das, was ich hier tue oder aufschreibe, völliger Quatsch sei, allein auf Basis der Tatsache, dass es bei einem selbst anders war oder ist. Ich versuch’s trotzdem:

    – iTunes etc.: Woher beziehen denn die Zwölfjährigen ihre Musik? Wenn sie sie “illegal” ziehen: Soweit ist mein Sohn noch nicht, im Moment bekommt er hin und wieder einen Musik-Etat als Taschengeld. Ich werde das kaum kontrollieren können, wenn er sich das Zeug anders besorgt, werde ihm aber klar sagen, was ich davon halte. Denn obwohl man anderes vermuten könnte: Ich habe bisher in meinem Leben vielleicht eine handvoll Alben “illegal” aus dem Netz gezogen.

    – “Zehnjährige gehen in aller Regel eher nicht auf Konzerte.” Nun, im Gegensatz zu meiner Auflistung ist deine Aussage eine Vermutung. Ich spreche nicht von der Regel, sondern von einem Fall. Vielleicht ist das ein Großstadt-Dingens, ich sehe bei Fettes Brot oder den Ohrbooten oder Peter Fox massig Zehnjährige.

    – Merchandising: Ebenso.

    – Bravo: Ich hatte kein Bravo-Abo. Ich habe die ab und zu gekauft bekommen, so wie mein Sohn heute auch ab und zu Zeitschriften oder Comics bekommt.

    – Tapedeck 2010: Da es um Kosten bisher geht, ist das auch drin. So ein tragbares CD-/Kassetten-Ding mit Radio. Daher der Preis. Mein “Tapedeck” damals war ein kleiner Kassettenrekorder, sehr viel billiger lt. meiner Mutter, mein (erster) Plattenspieler so ein Koffer-Teil zum Aufklappen mit einem integrierten Lautsprecher. Das war vor dem MP3-Player, der vor dem Handy kam. Mein Vater hatte eine “echte” Anlage mit Verstärker, Boxen etc., das kam bei mir viel später.

    – Spiele: Es tauchen nur die auf, die ich als direkte Nachfolger/ Erweiterungen der klassischen Tonträger sehe, in denen es also in erster Linie um Musik geht und in denen Songs den Kern bilden, an denen also auch die Musikindustrie direkter mitwirkt und mitverdient als an anderen Spielen.

    – Leerkassetten und CD-Rohlinge dürften sich in etwa die Waage halten, schätze ich.

    Mach doch mit deinen Sachen mal eine Liste und suche dir einen heute Dreizehnjährigen und frag ihn, was seine Kopfhörer im Vergleich zu deinen damals gekostet haben. Vielleicht kommst du insgesamt auf ein anderes Ergebnis, kann ja sein, vielleicht auch nicht.

  47. 47

    @Armin: 30 Euro 1974 = drei Konzerte. 80 Euro 2010 = drei Konzerte.

  48. 48
    Nico Roicke

    für all jene, die sich an der subjektivität der daten stören, der guardian stellte in einem artikel von vor knapp einem jahr eine statistik auf, die ausgaben für die verschiedenen medien auflistet. sie beziehen sich dabei zwar nur bis 1999 zurück, ein trend hin zu höheren ausgaben besteht da aber unbestreitbar.

    http://www.guardian.co.uk/news/datablog/2009/jun/09/games-dvd-music-downloads-piracy

  49. 49

    @Johnny Haeusler:

    Beide Male drei Konzerte, also kommt es doch auf’s gleiche raus? Oder uebersehe ich da jetzt was?

  50. 50
    Nico Roicke

    es gab da auch eine ähnliche studie die noch weiter zurück ging, aber die kann ich gerade nicht mehr finden.

  51. 51

    @Nico Roicke:

    Das kann man allerdings nicht notwendigerweise auf Musik (um die geht es hier ja hauptsaechlich) anwenden. Wenn man mal ignoriert dass die Berechnungsmethode geaendert wurde sind die Ausgaben fuer Musik runtergegangen:

    “Meanwhile music spending (allowing for that * of adjustment in 2004 onwards) has gone from £1.94bn to £1.31bn.”

    Die Ausgaben sind hauptsaechlich bei den “Games” (wie immer die definiert sind) und DVDs gestiegen, teilweise gewaltig.

    Dann sollte Johnny aber der Fairness halber in seine Aufstellung oben Brettspiele, Kinogaenge und was weiss ich noch alles das durch “Games” und DVDs ersetzt wurde aufnehmen. Genau das macht ja jedes Statistische Amt auch, den “Warenkorb” an die sich aendernden Gegebenheiten anpassen.

  52. 52

    @Armin: Im Grunde kommt es aufs gleiche raus, ja. Nur mit 50 Euro Unterschied. Das mit der Inflationsrate haut doch so allgemein nicht hin, schließlich hat ein Päckchen Butter 1974 auch nicht ein Fünftel vom heutigen Preis gekostet (hm … oder doch? Mal nachsehen …).

    Aber wie gesagt: Ich mache gerne eine zusätzliche Version. Wenn wir uns mal einigen könnten. :)

  53. 53
    Marc

    @Johnny Haeusler:

    Oha. Hab jetzt erst die Kommentare gründlich durchgelesen, da scheint ein zentraler Punkt beim Thema Inflation unverstanden zu sein.

    “Nee, ohne Aufschlag, da die Verteuerung nicht so wild ist: Ich habe ein Vinyl-Album mit 10 Euro berechnet, das ist heute in etwas ein Download-Album”

    Um es jetzt mal seeeeehr zu verinfachen: Das – nicht inflationsbereinigte – Durchschnittseinkommen hat sich von 1974 bis heute ungefähr verdreifacht (von ca. 10000 Euro auf ca. 30000 Euro). Und das ist alles andere als “nicht so wild”. Für das Vinyl-Album musstet du also 0,1 % hinlegen. Für den Download eines Albums zahlst Du heute nur noch 0,03 % deines Einkommens. Anders formuliert: Du mußt dreimal so lange arbeiten, um Dir ein Album zu kaufen.

    Aber auch das ist natürlich für “die Musikindustrie” völlig uninteressant, da auch dies immer noch nichts darüber aussagt, welcher Anteil von Deinen zehn Euro bei der Firma hängen bleibt.

    Kurz: die Grafik oben ist – auch wenn sie nicht repräsentativ oder exakt sein soll – komplett ohne jede Aussagekraft… Ob die Jammerei der Musiklabels berechtigt ist oder nicht vermag ich nicht zu sagen. Aber solche obskuren Rechnungen tragen jedenfalls nicht dazu bei, die Diskussion irgendwie sachlicher werden zu lassen ;)

  54. 54
    Nico Roicke

    @Armin: kleinigkeiten. ;) worum es johnny und dem guardian (wohl) ging ist doch, darauf hinzuweisen, dass die contentverwalter und -hersteller trotz gejammer stetig mehr Einnahmen generieren.

  55. 55

    Bei 37 Jahren die Inflation rauszulassen ist meines Erachtens schon erheblich… sollte mit drin sein.

  56. 56

    @Marc: Doch, doch, ich verstehe schon, wo der Fehler im System liegt und überlege, wie ich das in einer bereinigten Version hinbekomme. Vielleicht könnt ihr da ja ein bisschen helfen: Welche Werte müsste man bei 1974 einsetzen? Ausgehend von Durchschnittseinkommen, anders geht’s wohl kaum.

  57. 57

    @Johnny Haeusler:

    Da scheint leider das Problem zu liegen: Wie schon oben erwaehnt scheint es nicht so einfach zu sein da an die Werte vom Statistischen Bundesamt heranzukommen. Zumindest habe ich keine Werte fuer die Inflation finden koennen. Aber vielleicht findet ja jemand Durchschnittswerte fuer Haushaltseinkommen.

    Muss mich jetzt “leider” mit was viel wichtigerem beschaeftigen, Islay Beach Rugby ;-)

  58. 58
    Marc

    @Johnny Haeusler:

    Du hast Recht, das mit dem “völligen Quatsch” nehme ich zurück. Aber sie ist halt völlig ohne Aussage – und Du wolltest ja bestimmt auf irgendetwas hinweisen, sonst hättest Du Dir nicht die Mühe der Gegenüberstellung gegeben… Aber ich wollte damit nicht sagen, dass die Zahlen (also Deine und die Deines Sohnes nicht stimmen).

    “Woher beziehen denn die Zwölfjährigen ihre Musik?”
    Meiner Erfahrung nach kaufen/brennen sie entweder CDs (seltener) oder sie kopieren halt MP3s (häufiger). Das Aus-dem-Netz-Ziehen hat bei denen glaub noch nicht so hohe Relevanz.

    “Nun, im Gegensatz zu meiner Auflistung ist deine Aussage eine Vermutung. Ich spreche nicht von der Regel, sondern von einem Fall”.
    Das ist mir schon klar, stimmt aber trotzdem nur bedingt, da Du aus diesem Einzelfall ja auch Schlüsse auf das “Große und Ganze” schließt. Ich arbeite übrigens für einen Konzertveranstalter und wohne in Stuttgart, was – auch wenn häufig gegenteiliges behauptet wird – durchaus eine Großstadt ist ;) Aber vielleicht ist das ein Berlin-Dingens, bei Fettes Brot siehst Du hier zwar viele Minderjährige, aber keine Zehnjährigen. Höchstens bei DJ Bobo, wobei selbst dort eher die 13- und 14-jährigen sind.

    “Mach doch mit deinen Sachen mal eine Liste und suche dir einen heute Dreizehnjährigen und frag ihn, was seine Kopfhörer im Vergleich zu deinen damals gekostet haben. Vielleicht kommst du insgesamt auf ein anderes Ergebnis, kann ja sein, vielleicht auch nicht”.
    Falls ich dazu komm, versuch ich das morgen mal.

  59. 59
    Marc

    @Johnny Haeusler:

    Da muss wohl ein VWLer ran. Aber ich würd vom Durchschnittseinkommen ausgehen.

    Die Butter hat übrigens damals tatsächlich nicht nur ein Fünftel gekostet. Wahrscheinlich war sie sogar ziemlich genau so teuer wie heute, weil hat Lebensmittel inflationsbereinigt die letzten Jahrzehnte stetig teuer wurden. Aber beim Glas Bier in der Kneipe müsste das mit dem Faktor fünf fast wieder hinkommen…

  60. 60

    @Armin: Ja, toll, ich muss mir hier fehlende Inflationsraten vorwerfen lassen und du guckst dann fein Rugby. ;)

    @Marc: Im Ernst, würde mich interessieren. Vlt. müsste man sowas mal von vielen Quellen sammeln und vergleichen … hm. Projekt, ich kann dich hören … ;)

  61. 61

    Angenommen, dass das nicht alles schuldenfinanziert ist, würd ich sagen, der Kapitalismus hat offenbar funktiioniert.

  62. 62
    Mithos

    @JH: Wer hat denn die 525 Ocken musikbezogene Ausgaben eines 10jährigen in den Raum gestellt, du oder ich? Ich habe dann nur noch nen paar nicht Musik bezogen Ausgaben hinzu interpretiert und die Summe auf nen Monat runter gepeilt. Damit lande ich bei 50 Ocken pro Monat – ob das nun direkt als Taschengeld oder indirekt über Abo-Rechnung etc raus geht, ist doch wumpe.

    Also entweder deine 525 Ocken stimmen nicht, oder es handelt sich hier wirklich um 100 Dittscher zum verklötern im Monat, für einen 10jährigen. (Ok, 12, trotzdem ne Menge Holz)

  63. 63
    Torsten

    In der Aufstellung hast Du aber Einmal- und konstante Ausgaben bunt gemischt. Du hast auf Deinem Plattenspieler immer nur Musik im Gesamtwert von 50 Überraschungseiern zum Klingen gebracht?

  64. 64

    @loser: Wäre alles schuldenfinanziert, hätte er wohl am allerbesten funktioniert. Reimt sich, und zwar nicht mal schlecht. Kannste haben, falls du mal eine Protestband gründest. :)

  65. 65

    @Torsten: Zu dem Zeitpunkt: Ja. Ich hab die Platten hoch und runter gehört. Das mit dem Kassetten aufnehmen kam später erst, weitere Platten auch.

  66. 66

    @Johnny Haeusler:

    Nee, nur ueber Vorbereitungen schreiben, richtig gucken ist erst in 2.5 Wochen. Aber Konserve kannst Du auch gucken wenn Du mal Pause von den Inflationsraten brauchst: Islay Beach Rugby Final 2009 Videos.

  67. 67

    Um noch Spielraum für andere zu lassen, benenne ich eine Commercial Site,
    die vorgibt die Benzinpreisentwicklung ab 1950 darzustellen. http://www.aral.de/toolserver/retaileurope/histFuelPrice.do?categoryId=4001137&contentId=58611

  68. 68

    @Johnny Haeusler: Reime auf “-ieren” gelten nicht, da gibts viel zu viele, da müssen dann schon ein paar Silben mehr her.

  69. 69
    sinaJ

    Wikipedia – “Inflation (von lat.: „das Sich-Aufblasen; das Aufschwellen“) bezeichnet in der Volkswirtschaftslehre einen andauernden, „signifikanten“ Anstieg des Preisniveaus infolge längerfristiger Ausweitung der Geldmenge durch Staaten oder Zentralbanken. Es verändert sich also das Austauschverhältnis von Geld zu allen anderen Gütern zu Lasten des Geldes: für eine Geldeinheit gibt es weniger Güter, oder umgekehrt: Für Güter muss mehr Geld gezahlt werden, das heißt sie werden teurer. Daher kann man unter Inflation auch eine Geldentwertung verstehen.
    Um „alle anderen Güter“ fassbar zu machen, werden Indizes oder Warenkörbe definiert.”

    Einen Verlauf der Kosten für diesen Warenkorb gibts hier:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Preisindex_brd_09.png

    Leider erst ab 1991 aber hier wäre der Index seit 1974 von Baden-Württemberg:

    http://www1.karlsruhe.de/Stadtentwicklung/siska/sgt/sgt14010.htm

    Damit könnte man zumindest die Preise korrekt mit vergleichen.

    Gruß

  70. 70

    Ich würde entpfehlen alles in Gold umzurechnen. wie war der Goldpreis damals und heute. (im Schnitt, die teuerunsrate) denn Gold bleibt von seiner Wertigkeit konstant.

  71. 71
    Andi

    Unter diesem Link gibt es einen DM/Euro-Inflationsrechner. Demnach entspricht ein Euro von heute 75 Pfennig von 1974. (Aber keine Ahnung, wie verlässlich der Rechner ist.)

  72. 72
    Jens

    Ich denke, das wirklich Intressante an der Tabelle ist, dass sich das Gesamtvolumen an Ausgaben zwar erhöht, jedoch zu Lasten der Musik(industrie) deutlich in Richtung Hardware verschoben hat. Das zeigt auch das ganze Malheur dieser Branche auf. Sie hat selbst die nötige Innovationskraft vermissen lassen und sich das Heft von Hardwareherstellern wie Apple, Sony und Nokia aus der Hand nehmen lassen.

  73. 73
    OWeh

    Jesses! So eine Tabelle von einem Journalisten. Als subjektives »Guckt mal« gerade noch ok, aber als Gegenüberstellung, oder gar als Grundlage für irgendeine Aussage total unbrauchbar.

    Sind 525 Euro heute mehr oder weniger als 160 Euro 1974?

    Da fehlt jegliche Vergleichsgrundlage! Nicht nur die Inflation, auch das Einkommen, bzw. die Kaufkraft müsste da reingerechnet werden. Sonst ist das einfach kein Vergleich. Ja, das ist kompliziert, drum machen solche Tabellen sonst auch Fachleute. Entschuldigung.

    Ich könnte mich jetzt ja auch hinstellen und sagen: Guckt mal, wie teuer Autos geworden sind: Ein Golf kostete 1974 neu(!) 4.000 Euro und heute kostet er 17.000 Euro (jeweils das billigste Modell).

  74. 74

    @form: Ok, der Kracher war’s nicht, zugegegeben.

    @OWeh: Journalist?

    @Jens: Danke. Hatte ich auch mehrfach versucht anzudeuten. Diese Verschiebung ist es wohl auch, welche die Musikindustrie dazu veranlasst, bei den Hardware-Herstellern anzuklopfen, was im Übrigen auch nichts neues ist, auch bei Leerkassetten wollte man mitverdienen und teilweise auch an der Hardware, schon immer, soweit ich weiß.

  75. 75

    @Mithos: Ich hab ja nichts zu tun: Wenn ich 500 Euro durch die letzten fünf Jahre teile (Kassettengerät gab’s sogar schon vorher für die Märchen etc.), komme ich auf rund acht Euro. Nimmste nur die letzten drei Jahre, sind es 13 Euro/ Monat. Dass die “nebenbei” anfallen, kann gut sein.

    Willkommen in der Realität: Ein Kind kostet die Eltern in Deutschland lt. Statistischem Blahfasel bis zur Volljährigkeit etwa 120.000 Euro, und da sind Luxusgüter wie ein Handy und MP3-Player garantiert nicht einberechnet. Und ja, das ist eine Menge Holz.

  76. 76
    jim

    @Mithos: dit sind ja 400 ostmark.
    es muss nicht nur die inflationsrate eingerechnet werden, sondern auch der zeitfaktor, der für die produktion aufgewendet wird. und der lag vor 30-40 jahren bei allen produkten wesentlich höher als heute.
    ansonsten finde ich diese aufstellung sehr schön.

  77. 77

    Für 2010 muss noch ein Computer eingetragen werden. Wobei da sicher auch der von Papa und Mama mitgenutzt werden könnte. Aber ein MP3-Player ohne Computer ist nutzlos. Sonst kann man ja nichts draufladen.

  78. 78

    @DrNI: Muss nicht, es geht ja hier um reale Zahlen. Derzeit haben die Jungs keinen eigenen Computer, der MP3-Player wird über unsere Rechner aktualisiert. Fest steht aber: In ein, zwei Jahren sieht das alles nochmal ganz anders aus.

  79. 79
    Tim

    Man muss natürlich auch die Änderung bei der Verteilung der Ausgaben berücksichtigen. 1974 gab ein Haushalt fast 1/3 des Einkommens für Lebensmittel (Essen, Trinken, Genussmittel) aus. Heute sind es nur noch 18%. Dadurch wird natürlich Kaufkraft frei, die in andere Güter gesteckt wird – auch in Kinder, von Kinderklammotten bis Unterhaltungselektronik und Medien.

  80. 80
    Tim

    Noch was: Mein 10-Jähriger hat noch nie was bei iTunes oder MusicLoad & Co gekauft und noch nie ein Konzert besucht. Wir haben keine Spielkonsole im Haushalt. Er “besitzt” zwei tragbare CD-Radio-Player, ein älteren mp3-Player, den abgelegten PC von Mutter ohne Internetzugang. Handy? Hat er, aber liegt in der Schublade, weil er es selten braucht (altes Nokia mit pre-paid-Karte). Die Ausgaben für Tonträger belaufen sich auf unter 50 Euro, im Jahr!

    Was bei uns kostet: Er spielt E-Gitarre. Noten, Unterricht, usw. gehen am meisten ins Geld.

    Ich denke, ist es schwer aus der obigen Aufstellung irgendwelche allgemeinen Ableitungen herauszuarbeiten. Die Lebensverhältnisse von 10-Jährigen sind heutzutage sehr verschieden.

  81. 81
    Albert

    @Johnny Haeusler: auf welchen konzerten warst du und dein sohn mit 10?

  82. 82

    Ich halte das für eine Milchmädchenrechnung, um – wieder mal – gegen die Musikindustrie zu bashen. Nicht mehr und nicht weniger.

    Vergleichen wir doch einfach mal, was das Einstiegsmodell von VW (damals der Käfer, heute der Fox) im Vergleich kosten, würde man auch sagen: “Ui, die böse Autoindustrie zockt alle ab.”

  83. 83

    Das durchschnittliche Bruttoeinkommen 1974 betrug ca. 20.000 DM. 2010 sind es etwa 30.000 €. Grob umgerechnet also etwa 60.000 DM. Das Verhältnis 1 zu 3 entspricht auch etwa deinen Zahlen oben. D.h. 1974 und 2010 gibt die Familie Haeusler prozentual ziemlich exakt das gleiche für Musik aus. 160€ 1974 sind relativ genau 525€ heute.

  84. 84
    Mithos

    @JH: Sehr schöne Zahlenspielerei. Und du hast sogar ganz trickreich die Bezugsgröße unterschlagen (welcher Zeitraum denn nun, ein Jahr, ein Jahrhundert?). Dann einmalige Ausgaben mit wiederkehrenden Ausgaben in einen Topf geschmissen. Toll.
    Kann ich auch: Meine Ausgaben für Smartphones:
    1990: 0 Ocken
    2010: 500 Ocken

    Mach nen Statistik-Fälscher-Wettbewerb draus, nenn den Preis “Goldenes Milchmädchen”. Erster Preisträger für sein “Lebenswerk” ist natürlich die Bild.

  85. 85
    _Flin_

    Inflationsdaten gibst bei Wikipedia
    http://de.wikipedia.org/wiki/Inflation
    und beim Statistischen Bundesamt.
    http://is.gd/cpNRB

    Insgesamt lag die Inflation (Bundesrepublik) zwischen 1974 und jetzt bei ca. 139,76%

    Somit würden aus obigen 160€ 383,81€ werden. Was auch inflationsbereinigt den Punkt zeigt: Johnny gibt für seinen Sohn mehr für das Medium Musik und was damit zusammenhängt, als seine Eltern für ihn ausgegeben haben.

    Und was sagt uns das über die Medien und die Gesellschaft? Nichts. Es sagt uns nur etwas über Johnny, seine Eltern und seinen Sohn.

  86. 86
    _Flin_

    Boah, da sind ja noch jede Menge andere Schlaumeier wie ich unterwegs in den Kommentarspalten.

    1. Einkommen hat mit Inflation nix zu tun. Inflation ist Inflation, Einkommen ist Einkommen. Haste 20.000, schön, Haste 30.000, noch schöner. Liegen dazwischen 50% Inflation, isses wurscht, weil du genau gleich viel hast. Und zwar im Vergleich zu dem, wieviel aus dem Warenkorb Du kaufen kannst, was im Warenkorb des Statistischen Bundesamtes ist. Man muss inflationsbereinigte Ausgaben nicht mit einer Einkommenserhöhung gegenrechnen, denn das macht ja gerade die Inflationsbereinigung.

    2. @Tim 79: Man muss auch keine Änderungen bei der Verteilung der Ausgaben berücksichtigen. Diese werden im Warenkorb des Statistischen Bundesamtes berücksichtigt, der für die Berechnung der Inflationsrate herangezogen wird.

    So, genug kluggeschissen.

  87. 87
    Stephan (Der Echte)

    Man man Johnny. So eine Liste hätte von mir sein können. Ich glaube, ich gehe genau so optimistisch eine eine interessante Diskussionsgrundlage ran, wie Du. Leider kommen dann die Kommenthaarspalter sofort angeschossen und rasieren an der Liste rum, als obs ‘ne Statistik hätte sein sollen. Die Intension wird einfach nicht wahrgenommen, es ist ja auch viel schöner, raushängen zu lassen, was man nicht alles für “Fehler” beim Anderen finden kann. Dabei sind’s ganz offensichtlich keine Fehler – und weist man nochmal auf seine Intension hin, wird der Hinweis stur ignoriert und weiter dran rumrasiert, was man für eine Statistik hält (was aber nie eine hatte sein sollen!!). Naja. Tut mir echt leid, Johnny.

    Für mich hab ich übrigens festgestellt, das weder meine Eltern noch ich selbst groß Geld an “die Musikindustrie” ausgegeben haben – schlicht, weil es nicht so sehr interessiert hat. Was teuer war, war der Musikunterricht und das Instrument meines Bruders. Bei mir gings in diversen Sport. Ich bin gespannt wie das mit meinen Kindern mal wird.

    Aber amüsant zu sehen, dass das “aber dann musst Du das selbst bezahlen” auch woanders verwendet wird. Wenn meine Eltern nicht sonderlich begeistert von einer meiner Ideen waren, sah so meist der Kompromis aus :) Naja, auch sonst wurde der Umgang mit Geld so vermittelt. Budget hat Grenzen, ganz einfach eigentlich…

  88. 88
    intersubjektiv

    Diese Aufzählung zeigt auch schön, dass das Verhältnis zu Geld und zu Kindern heute ein anderes ist. Eltern, sofern sie es sich leisten können, geben heute mehr Geld für ihre Kinder aus. So what? Ist doch klasse. Da sind Dinge dabei, die mir als Kind auch Spaß gemacht hätten. Leider hatten meine Eltern es damals nicht – wollten lieber auf nen Haus sparen, denk ich. Und das was übrig war, wurde in meine Nachhilfe investiert. Genutzt hatte es auch nicht viel, aber das ist ein anderes Thema.

    Solange Eltern durch Anschaffungen (Nintendo, DVD, Hörspiele) nicht versuchen, sich ihre Kinder vom Hals zu halten, also gelebte Beziehung negieren, find ich es völlig o.k.

  89. 89

    ein zehnjähriger?

    irgendwie hakts da bei mir.

  90. 90

    @jens: Gedanken für die Zukunft machen sich schon zum selbstzweck andere. Egal ob vordergründig offene Formate oder bereits bestehende.

    Das mit dem OPEN SOURCE mag von den einzelnen Entwicklern gut gemeint sein.
    Hypothese:
    Irgendwann wird alles gekauft werden müssen. Schrecklicher Gedankengang.

  91. 91
    Mister T

    Interessant wäre auch noch, wie bei einem ansonsten identischen Jungen mit anderem Vater die Ausgaben aussehen würden. Die iTunes und Livekonzert-Ausgaben könnten ja durchaus etwas mit der Erziehung durch einen Musiker zu tun haben. Insofern würde mich viel mehr als die Angleichung der 1974-Statistik der Unterschied zu Mitschülern interessieren (und vielleicht auch der Vergleich zu einem gleichalten Mädchen – zu meiner Zeit haben die ein vielfaches mehr Geld für Pferde mit bunter Mähne ausgegeben, aber vielleicht können Mädchen inzwischen ja auch Musik hören).

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