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Tschechien – Portugal 1:3

Das wichtigste zuerst: Es war [pÉ›p] im Spiel. Und [pÉ›p]. Ob aber [pÉ›p] im Spiel war, wird man zuverlässig erst nach der Dopingprobe wissen.

Man weiß nicht genau, was der Ball gesehen hat in der achten Minute: es muss jenseits des Tores gelegen haben. Und es muss anziehend gewesen sein, verführerisch. Deco jedenfalls war nur Statist in diesem Liebesspiel zwischen dem unbekannten Schönen jenseits des Netzes und dem Ball: eine andere Fatalität spielte da mit. Oder Murphy. Und schon stands einsnull für Portugal.

Danach zeigte sich, dass die Portugiesen wohl nicht hoch hinaus wollen dürfen: das können sie nicht. Den Ball flachhalten, das wird die Devise sein. Anfällig bei Standards, anfällig bei hohen Bällen, anfällig bei Situationen, die große Spiele entscheiden. Obwohl [pÉ›p] im Spiel war. Das wird schwer werden, als Favorit.

Stringent, wie man immer im Nachhinein weiß, fiel das 1:1 der Tschechen: Eckball, Kopfball, Beifall. Sionko, der die nächste Saison bei einem mittelgroßen Club wie sagen wir den Tottenham Hotspurs die Hälfte der Saison auf der Bank versauern, die andere Hälfte verletzt sein wird, entstirnte für kurze Zeit den portugiesischen Glanz. Insgesamt sollte mehr Lasker-Schüler in die Fußballberichterstattung, deswegen nochmal: entstirnte.

Danach verlegten sich beide Mannschaften darauf, sich im Mittelfeld mit Sandförmchen zu bewerfen. Bloß geheult hat keiner. Pause. Danach: Sturm und Drang portugiesischer Machart. Notgedrungen, oder natürlicherweis, holte Cristiano Ronaldo nach ungefähr einer Stunde den Klopstock raus: zweieins Portugal.

Statt mit Fuß und Ball zu antworten, verlegten sich die Tschechen auf eine neue Sportart: Dart. Als Bulls Eye hielt die Stirn des bald eingewechselten Jan Koller her: wer die traf, bekam 50 Punkte im mannschaftsinternen Ranking gutgeschrieben. Petr Cech dürfte uneinholbar vorne liegen inzwischen.

An dieser Stelle ist anzumerken, dass das Spiel zwar seine Spannung nicht verlor, aber schlechter wurde, unkontrollierter. Ob ein Zusammenhang mit dem sukzessiven Anwachsen des Anteils von Bundesligaspielern unter den Akteuren besteht, wird an dieser Stelle nicht verraten.

Den Schlußpunkt werde natürlich ich setzen, davor lasse ich allerdings Quaresma einen Konter zum 3:1 abschließen. Muss ja mit der Überschrift übereinstimmen, so ein Text. <--- Schlußpunkt

4 Kommentare

  1. 01

    Und wieder mal macht es Freude von dir zu lesen.

  2. 02
    Alberto Green

    Der Gräzist in mir fragte sich zunächst, warum Rer im Spiel sein sollte „¦

  3. 03

    Rerum fooligarum quasi.

    Übrigens gab es definitiv eine Korrelation, ob das aber auch ein Kausalzusammenhang war… :)

  4. 04
    henker

    gegenargument niederlande – italien ;)

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