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Wieviele Asse hat die Atomlobby noch auf Lager?

Leser meiner Generation (1964) erinnern sich vielleicht an Zeiten, in denen man Nachbarn höflich darum bat, den Motor des geparkten Wagens doch einfach auszustellen, solange sie einkaufen sind. Sie erinnern sich an ein nettes „Entschuldigung, Ihnen ist da etwas runtergefallen!“, wenn der Passant vor einem das Einwickelpapier seines Schokoriegels auf den Gehweg geschmissen hatte. Sie erinnern sich an Hausbesetzungen. Und sie erinnern sich an Anti-Atomkraft-Demos, an Atommülltransport-Blockaden und an die gelben Aufkleber mit der kämpferischen Anti-Atomkraft-Sonne.

Leser der jüngeren Generationen erinnern sich vielleicht daran, dass dieser ganze Hippiescheiß übertriebene „politische Korrektheit“ sei, sie erinnern sich an Berichte über die unfassbare Sicherheit von Atomkraftanlagen, an die ökonomische Ineffizienz von Solaranlagen und wieviel blödsinnige Fördermittel bei alternativer Energie verschwendet werden. Sie erinnern sich an ganzseitige Anzeigen mit eingeklebten Broschüren der Atomlobby, die ihnen eine — man verzeihe mir dieses uralte Wortspiel — strahlende Atomzukunft versprach.

Und wir alle zusammen können uns in den kommenden Jahrzehnten an das Endlager Asse erinnern, aus dem seit 1988 radioaktive Salzlauge austritt.

Was es sonst noch dazu zu sagen gibt, hat hat ben_ in seinem Blog Anmut und Demut geschrieben.

Update: Ich habe für die Verlinkung des Artikels von ben_ gerade von einigen meinen Mitautoren Klassenkeile erhalten, die sich hauptsächlich auf die Passage bezieht, in der ben_ anderen Leuten den Krebstod wünscht. Selbstverständlich wünsche ich niemandem den Tod, egal welchen. Mein Satz „Was es sonst noch dazu zu sagen gibt (…)“ erweckt den Eindruck, dass ich den gesamten Artikel unterschreibe, das ist nicht der Fall. Ich verstehe den Artikel als emotionalen und damit recht blog-typischen Wutausbruch, den ich im Kern sehr nachvollziehen kann. Es gibt hier intern aber auch Streit darüber, ob das alles generell so einfach ist. Ergebnis: Ist es nicht. Nie.

74 Kommentare

  1. 01

    Uijuijui. Danke!

  2. 02
    Nanuk

    http://thebulletin.metapress.com/content/g7x774033581v767/fulltext.pdf

    Das ist ein Dokument des „Bulletin of the Atomic Scientists“
    Die Entwicklung und der Bau von Modellen neuer Atomkraftwerke dauert im Schnitt 5 Jahre…
    Das Testen und der Bau mindesten eine Dekade und man weis nichtmal ob nach dem Bau und in der Testphase Probleme auftreten die das Gesamte Kraftwerk zu einer Ruine machen.
    Ich zitiere
    „The reality is nuclear power can“™t
    solve global warming. The numbers
    don“™t justify nuclear“™s horrendous waste
    of time and money“”the determining
    factors for successful global warming
    abatement. Safer, quicker, more cost-
    effective carbon-capture alternatives
    already exist and are not being imple-
    mented.“

  3. 03

    Obwohl ich auch bekennender Atomkraftgegner bin, ich halte seine Aufforderung „Grün oder nicht zu wählen“ für einen Fehler. Es ist nun mal ein Begleitumstand der Demokratie das man sich Schnittmengen suchen muss, das zuspitzen auf einzelne Fragen hilft da m.E. kaum weiter.

  4. 04
    jochen

    wenn alle argumente widerlegt sind, dann werden sie mit verlust von arbeitsplaetze drohen. das zieht immer!

  5. 05
    Marvin

    Auf Grün würde ich mich auch nicht 100%ig verlassen, wenn die erstmal in einer CDU- Koalition auf Bundesebene korrumpiert sind.

  6. 06

    Und wer hat den Atomausstieg nicht verraten? – Sozialdemokraten!
    (Sorry, der musste jetzt sein)

  7. 07
    Marcel

    Schade, dass ben_ seine Kommentare deaktiviert hat. Ich habe mich schon auf Reaktionen gefreut, wie „Wer gegen Atomkraftwerke ist, nimmt neue klimakillende Kohlekraftwerke in Kauf.“ Ich bin jedes Mal wieder auf’s neue geplättet, dass Atomkraft-Befürworter die alternativen Energien als unfinanzierbaren, ineffizienten Quatsch abtun.

    Die Frage darf nicht lauten Atomkraft oder fossile Energie sondern sie muss lauten: Wie schnell bekommen wir die Vollversorgung durch regenerative Energiequellen hin?!

  8. 08

    Ich verfluche jeden, der uns Atomkraftwerke eingebrockt hat. Jeder einzelne von ihnen soll jenen langen und schmerzvollen Krebstod sterben, zu dem er durch sein hochmütiges Handeln Hunderte und Tausende zukünftiger Bewohner dieses Landes unschuldig verurteilt hat.

    Meine Meinung zur Atomkraft ist ziemlich ambivalent. Aber was ich von solchen „Humanisten“ halte ist eindeutig.

  9. 09

    @Neuraum: Dieser Teil des Artikels macht mir auch Bauchschmerzen, aber es ist klar erkenntlich, dass das extrem emotional geschrieben wurde. Ich glaube nicht, dass ben_ jemandem wirklich den Tod wünscht. Es ist ein Blog, nicht die FAZ.

  10. 10
    Nanuk

    „Meine Meinung zur Atomkraft ist ziemlich ambivalent.

    Die der Münchner Rück ist eindeutig…
    Versuche mal ein Atomkraftwerk voll Haftpflicht zu versichern wie es mit jedem anderem Bauwerk geschehen muss…

    Da ist es einfacher einen Neubau in den Rheinauen gegen Hochwasser zu versichern…
    Atomkraftwerke sind Ökonomischer und Ökologischer schwachsinn

  11. 11
    Nanuk

    Nachtrag: Einen Nutzen gibt es allerdings man muss die Urananreicherungs Anlagen nicht rechtfertigen wenn man auf die Idee kommen sollte selber Atombomben zu bauen.

  12. 12
    heike

    der taz artikel verrät aber auch mal wieder gar nichts. und cäsium ist nicht gleich uran. und vermutlich, wie meistens, wenn ich jemanden der sich auskennt dazu befrage, was da wohl los war, stellt sich alles als harmlos raus. vermutlich!

  13. 13

    @heike: Max hat mir auch gerade den Kopf gewaschen. Mit Kernseife, das sagt ja schon alles.

    Und natürlich ist das alles harmlos, man wird einen Experten dafür finden und keinen, der widersprechen kann. Und am Ende wissen wir wieder mal: Nichts.

  14. 14

    @Johnny Haeusler: Klar, dass es nur Polemik ist. Trotzdem finde ich es häßlich.

  15. 15

    @heike: Da hast du Recht. Cäsium ist nicht Uran.

    Es ist echt schade, dass es kaum ernst zu nehmende Atomkraftgegner zu geben scheint. Man argumentiert da gern aus einer Position der Ahnungslosigkeit heraus (und verteidigt sich mit „Emotionalität“). Es gibt sogar Leute, die gegen deutsche Atomkraftwerke demonstrieren weil sie unsicher seien und noch nicht einmal wissen, was ein Dampfblasenkoeffizient ist…

  16. 16
    heike

    Da hast du sicher recht. Nur solche Vorfälle sind für eine geeignete Politik, die sich der Atomlobby klar gegenüber positioniert eher unbrauchbar, weil es eben immer Möglichkeiten gibt, das Ganze gerade so noch herauszuwurschteln. Deswegen haben sie bestimmt auch Cäsium genommen als Versuchszweck. Und wenn sie es hinbekommen, gilt es als safe. Man muss anders herum fragen – warum wird die Forschung finanziell unterstützt – weil wir noch Atomkraftwerke haben und der Müll irgendwo sicher gelagert werden muss. Da gibt es keine Möglichkeit daran vorbei. Für ein Umdenken bin ich auch und da geschieht ja doch einiges, aber so gut bin ich da auch nicht informiert, weil ich keine Lobbyarbeit mache.

  17. 17

    @Nanuk: Niemand wird bestreiten, dass diese Technologie viele Risiken birgt – auch ich nicht. Ich halte auch die Abwicklung der AKWs in Deutschland für richtig, alleine schon aus dem Grund, weil die Mehrheit der Bevölkerung die Atomkraft ablehnt.

    Ich kann mich jetzt nicht auf eine längere Diskussion einlassen, aber das mit dem „ökonomischen und ökologischen Schwachsinn“ ist auch nur ein Slogan.

  18. 18
    Nanuk

    aber das mit dem „ökonomischen und ökologischen Schwachsinn“ ist auch nur ein Slogan.

    Ja ja nur ein Slogan…

    16 Milliarden „anschubfinanzierung“ für Kalkar nur ein Slogan…
    ist ein ziemlich teurer Freizeipark geworden lol

  19. 19

    Leser der jüngeren Genration wissen allerdings seit kurzem, dass die Atomkraft Ökoenergie ist! *husthust*

  20. 20

    Update des Artikels. Wurde hier heiß diskutiert.

  21. 21

    Bevor ich laufen konnte, war ich schon auf Grünen-Parteitagen, Anti-AKW- und Friedensdemos. Um so unfassbarer finde ich, dass sich in den gut 25 Jahren kaum was gebessert hat.

  22. 22
    Nanuk

    Caesium ist das unedelste und reaktionsfähigste Metall, es reagiert mit vielen anderen Elementen zum Teil explosionsartig unter Feuererscheinung

    An Luft entzündet sich Caesium spontan, weshalb es in Ampullen unter reinem Argon oder im Vakuum aufbewahrt werden muss. In Wasser reagiert es exotherm unter Entwicklung gasförmigen Wasserstoffs. Wegen seiner hohen Reaktionsfähigkeit reagiert es mit Wasser explosiv. Die Explosivität kann durch die Entzündung des dabei entstehenden Wasserstoffs verstärkt werden.

    Völlig harmlos ;)
    In einem atomarem Endlager sind Explosionen nicht erwünscht möchte ich behaupten….

    hab das mal aus der Wikipedia kopiert….

  23. 23
    heike

    @horatiorama: dampfblasenkoeffizent ist aber auch fies! ;)

    @Lukas: weil man sie nicht einfach von heute auf morgen abschalten kann.

    @Nanuk: das mit dem caesium wird schön seine richtigkeit haben. bin mir sicher da explodiert nichts.

  24. 24
    Nanuk

    http://www.bfs.de/de/ion/papiere/SchmutzigeBombe.html/printversion

    Welche radioaktiven Stoffe finden Anwendung in Medizin und Technik, die potenziell als Strahlenquellen für schmutzige Bomben missbraucht werden könnten?…
    In der medizinischen Anwendung sind es ebenfalls Kobalt-60 und Cäsium-137, die das größte Missbrauchspotenzial darstellen…

    Völlig harmlos das Zeugs ;)
    Man verbuddelt das ja nur aus spass 700m unter der Erde aus reiner Menschenliebe…

  25. 25

    Mit den Kernkraftwerken ist das ja so eine Sache. Eigentlich begeistert mich die geniale Idee zur Energieerzeugung, aber man hätte natürlich nicht ein einziges davon anschalten dürfen bevor die Sicherheits- und Müllprobleme gelöst sind — und wenn sich die als nicht lösbar herausstellen, dann hätte man es einfach bleiben lassen müssen.

    Was ich aber bei den Versuchs-(Zwischen/End)-Lagern nicht verstehe ist: wie kommt man da blos auf Salzbergwerke, deren Wände möglicherweise von Wasser aufgelöst werden könnten? Wir haben doch in Deutschland früher selbst Uranvorkommen abgebaut (immernoch? weiß ich nicht). Warum tut man das radioaktive Material (entsprechend abgereichert) denn nicht genau da wieder hin, wo man es vorher weggenommen hat — und wo es vorher auch Jahrtausende niemanden gestört oder gefährdet hat?

    Das ist allerdings eine echte Frage. Ich weiß das selber nicht. Vielleicht kann jemand zur Aufklärung beitragen.

  26. 26
  27. 27

    @Dentaku: Uranerz an sich ist relativ harmlos und seine Strahlung ungefährlich. Die Abfälle der Atomindustrie stammen dagegen von den angereicherten Produkten, die Isotop-235 in konzentrierter Menge erhalten. Diese Abfälle zurück in die Uranschächte zu werfen ist keine gute Idee. Zumal ein großer Teil des Uranerzes heute auf der Oberfläche abgebaut wird :)

  28. 28

    Daß das Uran vor der Verwendung im Kraftwerk angereichert wird ist mir auch klar. Ließe sich das denn nicht mit einer ähnlichen Technik wieder „verdünnen“?

    Der Tagebau ist allerdings ein Argument — einfach auf die Felder streuen geht wirklich nicht.

  29. 29
    Nanuk

    @Denkaku
    Nein

  30. 30

    @Nanuk: Danke, jetzt bin ich echt klüger :-/

  31. 31
    heike

    soweit ich oberflächlich weiß, hat die salzlauge einen postiven effekt auf die isotope. aber welchen und wieso, kann ich nicht sagen.

  32. 32
    Hannes

    ich glaube nicht, dass es für atom müll überhaupt einen sicheren aufbewahrungsort gibt. weder in tagebauten, noch sonstwo – weder in der asse, noch in gorleben oder morsleben.
    @johnny: „Anti-Atomkraft-Demos“ gab es nicht bloß in der vergangenheit! es gibt sie durchaus auch in der gegenwart und es wird sie (hoffentlich) auch in zukunft noch geben. ich kann mir zwar denken von welchen „jüngeren Generationen“ du sprichst, doch es gibt sehrwohl auch jüngere Generationen (zB. 1984), die sich den problemen, die die atomare stromerzeugung schafft bewusst sind. denn auch ich bin – wie tausende andere – in gorleben durch die wälder und über die felder „gewandert“ und habe meinen beitrag dazu geleistet, dass die menschen auf den missstand aufmerksam gemacht werden.
    Daher finde ich es natürlich sehr gut, dass ihr auch über deartige themen berichtet. denn die medien haben es vermutlich versäumt, ein korrektes bild der situation zu zeichnen. wie konnte es sonst geschehen, dass die meisten durchschnittlichen jugendlichen von heute das thema eher als „Hippiescheiß“ abtun anstatt sich ausgiebig damit zu beschäftigen?
    (bevor es jemand sagt: natürlich ist mir klar, dass in deutschland heutzutage kaum noch jemand auf die strasse geht, um seine meinung zu äußern oder für seine rechte zu kämpfen.. ein weiteres problem in diesem zusammenhang)

    was passiert eigentlich, wenn die atomare lauge ins grundwasser gelangt.. bzw. kann das überhaupt passieren?

  33. 33
    Nanuk

    http://de.wikipedia.org/wiki/Atommülllager_Gorleben

    Lies dir das mal durch dann weist du das die Castor behälter einfach draussen rumstehen und garnicht in den Salzstock kommen.
    Weil es kein Endlager gibt es ist ernsthaft zu bezweifel ob ein Salzstock überhaupt geeignet ist.Niemand wirklich niemand hat bis zum heutigen Tage einen Vorschlag gemacht wo das Strahlende Zeugs hinsoll… Man hatte mal die Vermutung das Salzstöcke gegen Grundwasser einbrüche sicher währen. aber was ist bei einer Halbwertzeit von 750 Millionen Jahren schon sicher… Da kann man zum lachen nur in den Keller gehen…

  34. 34
    heike

    @Johnny Haeusler: Mir fehlen in den Tageszeitungen einfach simple Texte. Bzw. Leute, die wissenschaftliche Themen so einfach und faktengetreu aufbereiten können wie ein Universitätsdozent es seinen Studenten im ersten Semester beibringt – spielerisch, mit alltäglichen Vergleichen und einfachen Regeln wie man typische weit verbreitete Irrtümer einfach widerlegen kann, weil ich habe so gut wie keine Ahnung von naturwissenschaftlichen Themen, möchte aber trotzdem nicht ausgesperrt sein, wenn es um solche Fragen geht wie Atomenergie ja oder nein und ich möchte keinen Mist erzählen.

    Vielleicht sollte jemand so ein Blog eröffnen oder es gibt schon Seiten, nur ich kenne sie nicht.

  35. 35

    @heike: Also den taz Artikel habe ich natürlich gelesen und ich weiß auch, dass das was da in Asse II kein Uran ausgetreten ist und das kein zweites Tschernobyl ist. Aber es zeigt wie „sicher und trocken“ solche „Endlager“ sind, und wie realitisch die Vorstellung ist, den ganzen Müll einschl. des Urans irgendwann mal an einem sicheren Ort für mehrere tausend Jahre zu verbuddeln. Und das noch zu nichtigen Kosten.

  36. 36

    @Johnny Haeusler: Wutausbruch, defintiv.
    Und natürlich ist alles generell nicht so einfach.

    Das ist ja das dumme an den Menschen, wenn man sie und ihre Geschichten erst kennen gelernt hat, kann man meistens schon irgendwie verstehen wie und warum sie Dinge tun, wie Atomkraftwerke bauen und betreiben. Das mag die Wut dann abkühlen und vielleicht bereue ich auch mal meine Worte.

    Aber an den Tatsachen ändert das weitherin nichts. Kernkraft ist hochmütig, unverantwortlich und mit DENKEN nicht zu rechtfertigen.

  37. 37

    Komisch. Hab mich immer fuer jung gehalten, kann mich aber an fast alles erinnern, was Du oben schreibst. Also auch an das alte.
    Fuehl mich jetzt alt.

  38. 38
    heike

    @ben_: ben, ich muss leider noch mal pedantisch werden, auch wenn ich dadurch total unsympathisch rüber komme. der taz – artikel ist für mich noch kein beweis, dass endlager unsicher sind. das ist ein testlager für eine neue lagerungsmethode und keine endlösung. und das diese leute dafür forschen dürfen, finde ich großartig. dies sollte nur nicht zum ziel haben, dass kernkraftwerke wieder als saubermänner gelten, wenn sie es nicht sind. es gibt bereits lösungen, die kernkraftwerke sicherer machen lassen und mit deren endmaterial auch keine bomben gebaut werden können. grundsätzlich bin ich auch dafür, mehr geld in die erforschung von erneuerbaren energien zu stecken, aber dann bitte in die richtigen. das ist ein ziemlicher lobbyirrsinn, diese ganze energiegeschichte, weil alle damit geld verdienen wollen und es immer wieder ergebnisse gibt, die auch erneuerbare energien in einem nicht so besonders günstigem licht erscheinen lassen. es ist politik und ideologie, mehr nicht und das kotzt (sorry) mich manchmal an.

  39. 39

    Dieser Artikel, der gerade auf greenpeace.de erschienen ist, könnte noch interessant sein.
    http://www.greenpeace.de/themen/atomkraft/nachrichten/artikel/cdu_deklariert_atomstrom_zum_sozialstrom_um/

  40. 40
    Lothar Eckstein

    Derzeit sind weltweit 160 neue KKW genehmigt oder bereits in Bau. Sogar in Ländern wie Finnland. Ein Teil der deutschen Öffentlichkeit verweigert sich dieser Realität vollständig. Wir liegen richtig. Alle anderen sind doof. Am deutschen Wesen soll mal wieder die Welt genesen. Allein, die Welt interessiert das recht wenig.

    Statt dessen ist die Gutmenschen-Lobby Deutschland in einen Subventionswahnsinn im Bereich Solar- und Windenergie getrieben. Nicht dass ich gegen jene wäre. Ganz im Gegenteil. Aber eine Volkswirtschaft kann in Resourcen nur einmal ausgeben. Oder wenigstens nicht beliebig oft. Die Resourcen, die in Deutschland in noch viel zu ineffiziente Versionen der Solartechnik flossen, werden fehlen, wenn effizientere mal entwickelt sind. Oder sein sollten.

    Da rund 50% der in Deutschland nachgefragten Solarpanelkapazität nur durch Import zu bedienen ist, zahlt der ganz normale deutsche Verbraucher mit seinen Sonderabgaben im Rahmen seiner Stromrechnung den Aufbau von Solarfabriken in Japan, USA und Korea.

    In Deutschland wurden in den vergangenen 2 Jahren, wenn ich die Zahl recht erinnere, gut 2 Dutzend Projekte zum Bau von Kohlekraftwerken von den Betreibern gestoppt. Sie fürchten zuviel politischen Widerstand und ungewisse Genehmigungszeiten.

    Folge: Deutschland wird Strom verbrauchen, der nicht aus neuen deutschen Kraftwerken mit vernünftiger Umwelttechnik kommt, sondern statt dessen Strom importieren. Solchen aus französischen Atomkraftwerken. Oder aus filterlosen Kohlekraftwerken aus Mitteleuropa. Oder Kraftwerke werden mit russischem Gas betrieben – wie jetzt in Berlin von der Linken gefordert- statt in Rummelsburg ein neues Kohlekraftwerk zu bauen. Natürlich wird der deutsch Gutmensch aber auch plärren, wenn sich die deutsche Politik als Folge dessen dann bei den autokratischen Russen einschmeicheln muss. Dass es da einen Zusammenhang gibt, ist ja auch schwer zu erkennen, gell.

  41. 41

    @Lothar Eckstein: Das stimmt mittelfristig natürlich völlig. Der Atomausstieg (sollte er den November 2009 überleben) wird zu Elektrizitätsimporten führen.

    Jedoch vergisst du, lieber Lothar, dass nicht nur deine pekuniären Ressourcen nur „einmal verwendet werden können“, sondern auch Uran (mangels Wiederaufbereitungsanlage), Öl, Gas und Kohle.

    „Wiederverwendbar“ sind dagegen Geothermie, Solarenergie, Windenergie, Wasserkraft, Biomasse (und deren Derivate) und der heilige Gral: Die Kernfusion.

    Langfristig einzige Möglichkeit für das nahezu energierohstoffeLOSE Europa, wenn man nicht vom Persischen Golf, Russland und mit Abstrichen Sudan, Nigeria, Venezuela, den kanadischen Ölsanden u.ä. abhängig sein will: sog. „regenerative“ Energien (worunter ich jetzt hier salopp auch mal die Fusionstechnik einordne)

  42. 42

    @Lothar Eckstein: „Am deutschen Wesen soll mal wieder die Welt genesen.“ Mann, Mann, Mann, im Vergleich dazu habe ich ja noch sachlich argumentiert. Es ist beruhigend, zu sehen, dass die andere Seite das Thema auch nicht rationaler angeht.

  43. 43
    heike

    Lothar, wenn du jetzt bitte noch das unsägliche Wort „Gutmensch“ nicht benutzen würdest, wäre alles schön. :-) In Umwelt/Energiefragen muss ich mich auch immer wieder als konservativ oder fast schon CDU – nah outen. Weia. Aber das ist auch das einzige was an mir konservativ ist….

  44. 44

    @heike: Leider wäre dann nicht alles schön. Die Annahme man könne auf etwas potentiell so gefährliches wie Atommüll über mehrere tausend oder auch nur hundert Jahre angemesen aufpassen ist naiv, wenn man alleine die Geschichte der letzten 100 Jahre in Betracht zieht. Ganz abgesehen davon würde ich mal grob über den Daumen schätzen, dass die Personalkosten für Wachpersonal und wissenschaftiche Beobachtung und Bürokratie der Atommüll Endlagerung für ein paar hundert Jahre schnell jede beliebige andere Lösung übersteigen.

    Mal ganz davon abgesehen ist die Verlagerung von Folgekosten in eine sehr lange Vergangenheit egozentrisch und unsozial bis zur Grenze der Asozialität. Unsere Politiker haben dank der repräsentativen Demokratie die Verantwortung und Aufgabe auch und gerade im Sinn zukünfitger Generation zu entscheiden. Und bei aller Liebe: sollte ich auf den Atomüll von mehreren Generationen vor mir aufpassen wäre ich weit wütender als ich es jetzt bin.

    Ich will damit die missliche Energiesituation nicht wegreden in der wir auch ohne den Atomausstieg stecken, insbesondere jetzt vor dem Hintergrund der Klimaerwärmung. Ich hab auch nicht gefordert, alle AKWs auf der Stelle abzuschalten. Aber die schieren Dimensionen der Ungerechtigkeit lassen keinen anderen Weg zu. Wir haben nicht die geringste moralische Rechtfertigung, sovielen Generationen soviel aufzubürden.

  45. 45

    @heike: Jedes Endmaterial ist wiederaufbereitbar, weil immer 235er Uran dabei ist, das man zu 238 und schließlich zu Plutonium anreichern kann. Nur der Aufwand steigt teils beträchtlich.

  46. 46

    @Lothar Eckstein: Ich ignoriere mal Ihre „Gutmenschen“-Rhetorik und versuche mal sachlich zu bleiben.

    Ja, die Solartechnik hat eine ziemlich miese ökologische Bilanz in unseren Breiten. Und unwirtschaftlich ist sie sowieso.
    Ja, auch die Kohlekraftwerke, auch die modernsten, sind wahre CO2-Sünder.

    Windenergie ist dagegen viel effizienter und sollte noch mehr genutzt werden. Als komplementäre Quelle hat sie eine große Zukunft. Aber eine so komplizierte Wirtschaft wie die deutsche wird sie nie ausreichend versorgen können. Es sind einfach kaum gute Lösungen in Sicht, wie man bei Wind die natürlichen Schwankunken ausgleichen kann. Die Windenergie läßt sich kaum speichern.

    Aber die Gaskraftwerke würde ich nun wirklich nicht in den gleichen Topf werfen. Umweltfreundlich sind sie sowieso. Und: Trotz der entstehenden Abhänigkeiten von den Lieferanten, zeigen sie eine ordentliche Wirtschaftlichkeit. Denn die Mittel für die Gasimporte fließen fast vollständig zurück ins Land als Erlöse aus den Exporten der deutschen Maschinen- und Chemieindustrie nach Russland. Ok, Deutschland hat inzwischen eine leichte negative Handelsbilanz mit Russland, aber keine dramatische. Eine drastische Reduzierung der Energieimporte würde dagegen hierzulande (ja, ja) Arbeitsplätze vernichten.

    Man kann es den Ländern, die heute verstärkt auf Kernenergie setzen, nicht verübeln. Diese Technik garantiert eine ziemliche Unabhängigkeit von den Öl- und Gasimporten und schönt eindeutig die Klimabilanz. Ich persönlich finde auch die Risiken im Betrieb für kontrollierbar. Die neuen Reaktoren, die sich heute im Bau oder in der Planung befinden, sind viel sicherer, als die früheren Generationen.

    Es gibt aber ein Problem der Atommüllentsorgung. Und die Transporte sind problematisch. Und die Bürger akzeptieren die Risiken nicht. Also: Doch fossile Energie. Oder der unbemerkte Zukauf der fehlenden Gigawatts in den Atomnachbarländern. Dann aber mit gutem Gewissen.

    Denn unsere Kühlschränke, Server und Notebooks wollen rund um die Uhr mit Strom versorgt werden. Ganz abgesehen von den Fabriken, wo die Millionnen von armen Schweinen ihr Brot verdienen müssen.

  47. 47
    rezz

    Was mich im Moment wirklich ankotzt, ist die Tatsache, dass die Atomlobby im Windschatten des Wahljahres 2009 und der zur Zeit steigenden Energiepreise den Bürgern die Preispistole auf die Brust setzt: „Wenn ihr wollt, dass Energie bezahlbar bleibt, dann wählt den (Atom-)Ausstieg ab!“ Das ist wie mit der Staatsverschuldung – schickt die Rechnung meinem Enkel oder besser noch meinem Ururenkel.

  48. 48
    Lothar Eckstein

    @ben: aha, Kernkraft ist also, wie Du sogar in Kapitalien schreibst, mit „DENKEN“nicht zu rechtfertigen. Aber 180 davon sind weltweit im Bau. In vielleicht 30, 40 Ländern. Macht ja nix. Die können alle nicht denken, richtig? Die sind alle politisch inkorrekt? Aber Du kannst natürlich denken. Und die übrigen Gutmenschen ebenso. (ok, ich kann das auch weglassen). Du bist, finde ich das Paradebeispiel für das Gutmenschenproblem. Du wirfst anderen die genau die Blindheit vor, die Du mit Verve vor Dir her trägst.

    Ich finde, die Situation ist eben bei Weitem nicht so eindeutig wie in der teutschen Gutmenschenwelt. Ja, Windkraft muss sein. Solartechnik sicher auch. Aber mit diesen Subventionen in unseren Breitengraden? Darüber lässt sich zumindest streiten. Und die ganzen platten Statements Anti-Atomenergie… Kann ich nicht nachvollziehen. Risiken sind da. Ok. Aber wenn man der Gutmenschenblase mal folgt, hätte die Welt doch schon zigmal untergehen müssen. Nicht nur wegen Atomkraft. Sondern auch wegen Ozonlöchern. Wegen Waldsterben. Wegen Ölmangel (Remember Club of Rome 1972? Ha ha ha). Wegen Pershing2-Nachrüstung. Wegen Aids. Wegen Volkszählung. Wegen Klimawandel. Und so weiter. War leider immer falsch. Ein toller roter Faden seit Ende der 60iger.

  49. 49
    Stefan

    Windenergie? Die Herstellung eines Windrades verbraucht mehr Energie als dieses Windrad jemals einfahren kann. Jemals.

  50. 50

    Für Lothar Eckstein. Und anschließend noch mal ordentlich lachen.

    Johnny!
    Als Leser Deiner Generation erinnere ich mich auch an eine Zeit, als sich New Model Army nicht für Zeilen wie

    I believe in justice
    I believe in vengeance
    I believe in getting the bastard

    entschuldigen mußten. Hierarchieverleugnung ist auch eine Herrschaftsstrategie des Kapitalismus.

  51. 51

    Überhaupt. „Gutmenschen“ als Herabsetzung zu verwenden, sagt eigentlich alles über die dahinter stehende Weltanschauung.

  52. 52
    Lothar Eckstein

    tja, ben, und was ist die Deiner Meinung nach?

  53. 53

    Krebstod-Beschimpfung hin oder her… was bleibt für ein Gefühl beim Bürger? Zum einen wird man bei der Atomkraft vorne und hinten belogen, zum anderen muss die Welt (also Deutschland) vor allem durch Überwachung vor dem bösen und ebenso unsichtbaren Terror beschützt werden.
    Würde man genau so paranoid mit der Atomkraft umgehen wie mit dem Terrorismus, so wäre schon lange kein einziges AKW mehr im Betrieb. Stattdessen „mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit zu keiner Zeit Gefahr für die Zivilbevölkerung“. Die Stimmungslage immer schön so hinbiegen wollen, wie man sie braucht. Wähler, blööök, die blöden Schafe!
    Was ist also die Wahrheit? Wie gefährlich ist die Atomkraft, wie gefährlich ist der Terrorismus? Wir wissen es nicht genau. Im ersteren Fall verstehen wir die Experten nicht, oder die Experten verstehen sich selbst nicht und die Medien machen daraus, was eine höhere Macht will. Im letzteren Fall ist es noch einfacher: Hier ist sowieso alles irgendwie geheim, man kann also behaupten was man will.
    Was bedeutet das für mich als Individuum? Nichts anderes, als dass ich dem Staat nicht mehr vertrauen kann. Profi-Paranioa: Zur starken Verschlüsselung auf Computern und im Datentransfer wird bald auch der persönliche Geigerzähler dazukommen?!

  54. 54
    Manuel

    Falsch: Atomstrom ist CO2-neutral

    Richtig: Atomstrom verursacht, vom Uranabbau bis zur tatsächlichen Stromproduktion betrachtet, ähnlich viel CO2-Emissionen wie ein Erdgas-Blockheizkraftwerk. Das Ökologieinstitut Darmstadt hat mittels GEMIS-Methode einen Gesamtwert von 25 bis 50 g CO2 pro produzierte Kilowattstunde Atomstrom ermittelt. Das ist weitaus mehr als die Gesamtbilanz für Strom aus einem modernen Gas-Blockheizkraftwerk, das auf 23 g/kWh kommt.

    Und das ist alles, was VOR der eigentlichen Verwendung passiert.

    Ist man ein „Gutmensch“, wenn man nicht möchte, dass einem ein drittes Bein wächst, wegen der Strahlungsgefahr?

    Und Uran, by the way ist auch endlich. Sogar ziemlich – würde alle Welt nur noch Atomkraftwerke bauen, bräuchten wir wie viele davon? 1000… 2000 ? Wie lange können die dann „befeurt“ werden?

    PS: Warum sind eigentlich so viele NeoCons auch immer gleich Klimawandel-Leugner und Besitzer einer sog. „Gutmenschenkeule“???

  55. 55
    sven

    @Lothar Eckstein:
    dein Argument mit den falsch investierten Subventionen kann ich nicht nachvollziehen. Jede neue Technik im Energiebereich wurde in der Vergangenheit bis zur Marktreife subventioniert auch die Kernkraft. Mal ganz davon abgesehen dass durch die regenerativen Energien schon mehrere 10-tausende hochqualifizierte Arbeitsplätze entstanden sind.

    Meiner Meinung nach müsste in Europa die gleiche Menge Geld in die Erforschung regenerativer Energien, Energieeffizienz, Energiespeicherung und Netze investiert werden, wie in die Erforschung der Kernfusion.

  56. 56

    @Lothar Eckstein: Eine in der das Gute offensichtlich einen geringen Wert hat. Eine in der Gerechtigkeit und Wahrheit weniger Wert sind als Eigennutz, Macht und Profit. Eine Weltanschauung der Sekundärtugenden.

  57. 57
    Lothar Eckstein

    @Sven #55: Dein Vergleich hinkt. In einem Fall geht es darum, technologische Erst-Entwicklungen durch Subventionen zu beschleunigen oder zu ermöglichen. Im anderen Fall wird der laufende Betrieb subventioniert! Das macht den Solarstrom (in unseren Breiten bisher) so problematisch.

    @Ben #56: Ja. Der Weg in die Hölle ist gepflastert mit guten Absichten. Das ist aus meiner Sicht das Problem am Gutmenschentum. Ich bin mir im Übrigen der polemischen Komponente dieses Begriffs durchaus bewusst. Aber Du Dir nicht der Zwiespältigkeit Deiner Einseitigkeit. Du unterstellst anderen Ideologie – magst damit sogar recht haben – aber siehst meines Erachtens nicht, wie sehr Du selbst in eine verstrickt bist (wenn ich jetzt mal Deine Beiträge in diesem Strang extrapolieren darf).

    Der anderen Seite, wie getan (#36), das Denken grundsätzlich abzusprechen, sagt alles. Nur mal numerisch betrachtet: Mehr Menschen leben Staaten, in denen Kernkraft positiv gesehen wird also solche, in denen sie negativ gesehen wird. In Deiner Welt sind alle dumm, die anders denken. Hier feiert deutsche Provinzialität und Besserwisserei fröhliche Urständ.

  58. 58

    @Lothar Eckstein: Zum einen: Ich habe bereits in meinem Ausgangsartikel keinen Hehl daraus gemacht, dass ich im Thema Kernkraft Fundamentalist bin.

    Zum anderen: Mehr Menschen leben in Staaten, in denen Minderheitenschutz negativ gesehen wird als in solchen in denen er positiv gesehen wird. Sollen wir jetzt den Minderheitenschutz abschaffen? Was ich damit sagen will: Ihr Argument mein Urteil über Atomkraft stempele einen Haufen Nationen als dumm ab hat gleich zwei Lücken. Erstens: Etwas, das viele Staaten machen (und selbst das heißt nicht, dass man es dort gut findet) ist kein brauchbarer Maßstab für die Frage, ob etwas auch gerecht ist. Zweitens: dass etwas mit denken nicht zu rechtfertigen ist, heißt nicht dass es nicht durch zweckrationale Gründe gerechtfertigt wird. Eigennutz, Kurzsichtigkeit, Verschwendung, Selbstverliebtheit und kurzfristiger Profit sind nicht dumm und in diesem Fall ebenso rational wie ungerecht.
    Und die Ungerechtigkeit ist es, die die Wut in mir entfacht.

    Ich wiederhole gerne nochmal meine Argumente: ich bin mit der Energie-Krise und der leichten Lösung die die Kern-Energie beitet durchaus bewußt. Aber wir haben keine brauchbare Endlager und ANDERE werden mehrere hundert oder tausend Jahre auf diesen hochgefährlichen Müll aufpassen müssen. Und so wie es aussieht, wird das keine leichte Aufgabe. Das alleine ist schon eine wirklich schlimme Ungerechtigkeit.

    Was aber das Fass zu überlaufen bringt ist, dass die Menschheit im allgemeinen und wir Deutschen ganz im besonderen bisher nicht auch nur annähernd beweisen haben, eine gesellschaftliche Ordnung über einen solangen Zeitraum aufrechtzuerhalten, die diese Aufgabe angemessen erfüllen kann. Das Gegenteil ist der Fall: schaut man sich die Geschichte der Menschheit an, gibt es nicht einen einzigen Zeitpunkt und Ort an dem man einer Gruppe von Leute mal soetwas Gefährliches wie Atommüll für die nötige Zeitspanne verantwortungsvoll hätten anvertrauen können. Außer Hochmut haben wir nicht den geringsten Grund zur Annahme, dass das klappen könnte.

    Bitte zu dem Thema auch mal über Majak schlau machen:
    http://www.zeit.de/2007/34/A-Atomkatastrophe?page=all
    http://de.wikipedia.org/wiki/Kerntechnische_Anlage_Majak

  59. 59
    Lothar Eckstein

    @Ben: Dein ganzer erster Absatz hat rein gar nichts mit dem zu tun, was ich anmerkte: All diesen Leuten Urteilsfähgkeit und Denken an sich abzusprechen.

    Aber dieser Absatz spielt sich auf der gleichen Ebene ab: Wer gegen Kernkraft ist kann denken. Wer dafür ist, hat nur kurzfristige Profitinteressen. So einfach ist die Welt nicht mal im Bayerischen Hof in München am Stammtisch.

    Übrigens hat Toshiba heute angekündigt, bis 2020 rund 60 Atomkraftwerke bauen zu wollen.

  60. 60

    @Lothar Eckstein: Ich habe all diesen Leute nicht Denken un Urteilsfähigkeit abgesprochen. Ich hab abgesprochen, dass der Bau und Betrieb von Atomkraftwerken sich damit rechtfertigen läßt. Das ist ein Unterschied.

    Wer für Atomkraft ist, und keine annähernd plausible Lösung für die Endlagerung hat, blendet die langfristige Perspektive und damit 99% des Problems aus. So einfach kann man sich die Welt eben nur am Stammtisch machen.

    Da es hier offensichtlich nicht mehr um Argumente geht, betrachte ich diese Debatte als beendet.

  61. 61
    sven

    @Lothar Eckstein:
    ach wirklich und mehreren Grosskonzernen die Lizenz zum Gelddrucken, sprich fast Monopolstellung im Energiesektor zu übertragen ist keine Dauersubvention ?

    Was ich nicht verstehe ist, warum du dich so auf Solarstrom konzentrierst ?

    Wenn wir wirklichen Wettbewerb wollen, davon gehe ich einfach mal aus, gelingt das nur durch eine Trennung von Erzeuger und Netz und einer Staatsmindestbeteiligung von 51% am Netz.

  62. 62

    @Lothar Eckstein: Ich bin wirklich wütend. Ich mag keine Lösung für die Energiekrise haben und ich mag die einfachste Lösung aus moralischen Gründen ablehnen. Ich mag sogar viele andere Menschen und Nationen auf Grund ihrer Haltung zur Atomkraft verachten.

    Aber ich tue nicht so, als gäbe es keine Bedrohung unseres Rechtstaats. Ich tue nicht so, als gäbe es keine Kriege mehr in Europa. Ich tue nicht so als gäbe es keine Völkerwanderung, keine Religions- und Rassenkonflikte. Ich tue nicht so als würden keine Kriege um Ressourcen geführt. Ich tue nicht so, als stünde uns ein mehrtausendjähriges Reich des Friedens, des Wohlstands und der Stabilität bevor, dem wir bedenkenlos unseren todbringenden Müll anvertrauen können.

    Sie Herr Eckstein sind von uns beiden der bei weitem größere Gutmensch. Und ginge es nicht um das Leben und die Gesundheit hunderter kommender Generationen – ich wäre geneigt, Sie um ihren Optimismus zu beneiden.

  63. 63
    Thomas

    Ein bisschen mehr Physikunterricht hätte einigen Leuten hier wohl nicht geschadet.

  64. 64

    schade um die ach so zivilisierte Entschuldigungsfloskel.

    Bei tatsächlich eintretender GAU-Strahlensiechtum Situation,
    sollte man als wahrer Patriot den Zorn auch in die Heime derer tragen,
    die den Anlaß euphorisch jauchzend vorbereitet haben.

    Brüderlich mit Herz und Hand… und so.

    – MehrSchwarzerHumoregierung.

  65. 65
    Hb

    @Stefan: Absolute Energiebilanz von Windkraftanlagen negativ?

    Ist das auch bei WKAs so? Gib bitte eine Quelle an.

  66. 66

    Hihi, die Quelle dürfte „Bürger für Technik“ sein, über die man sich in der Zeit trefflich informieren kann: http://www.zeit.de/2008/17/Atomlobby?page=all

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