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Die Spreeblick-Wahl 2017


Foto by chrisevans

Natürlich wird es Widerspruch, andere Meinungen und Einschätzungen geben, aber das ist ja das Gute: Dass wir nicht nur zwei Parteien haben in Deutschland. Und was auch klar ist: Jede Wahl ist ein Kompromiss. Wir leben in einem hoch individualisierten Land, in Bezug auf die Digitalisierung in einer hoch individualisierten Welt, und letztendlich gibt es wohl für die meisten Bundesbürger_innen keine Partei, die zu 100 Prozent die eigenen Meinungen oder Wünsche widerspiegelt. Auf jedes Bekenntnis zur Wahl einer Partei kann mit „Ja, aber!“ geantwortet werden, es gibt keine perfekte oder fehlerfreie Partei. Denn Parteien sind ja auch nur Ansammlungen von Menschen. Hoffentlich.

Ähnlich wie bei der deutschen Medienlandschaft bin ich aber sehr froh darüber, dass es hierzulande eine vergleichsweise heterogene Parteienlandschaft gibt. Den oft gehörten Vorwurf, alle Parteien seien mehr oder weniger gleich, halte ich für Unsinn. Und wem die absolut richtige Partei fehlt, die seiner Meinung nach auch viele andere Menschen ansprechen würde, der kann sie sogar selbst gründen. Wem das zu viel ist, der kann Vereine oder Initiativen gründen oder sich ehrenamtlich engagieren oder anders und vielleicht sehr lokal politisch aktiv werden, ohne Parteimitglied sein zu müssen. Bei allem Gemecker, bei dem ich ja manchmal selbst gerne dabei bin: Das ist im Prinzip alles schon ziemlich okay. Und besser geht natürlich trotzdem immer.

Ich hatte diesen Artikel zuerst als „Wahlempfehlung“ betitelt, aber ihr seid ja alle erwachsen. Hier ist meine Entscheidung, macht ihr doch, was ihr wollt! ;)
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Grant Hart (1961 – 2017)

Am 14. September 2017 ist Grant Hart verstorben und mir fehlen die Worte. Mein Beileid geht an Familie und Freunde.

Bob Mould erinnert sich auf Facebook an seinen Freund und Kollegen.

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TV-Duell #btw17

Als der dritte Kommentar im Anschluss an das gestrige TV-Duell zwischen Angela Merkel und Martin Schulz meinte, das Ganze sei „wohl eher ein Duett als ein Duell“ gewesen, wurde mir die ganze Langweilig- und Ideenlosigkeit dieses Landes erneut bewusst, der Grund auch, warum ich gerne auf Twitter bin bei solchen Events. Da sind wenigstens noch ein paar Leute mit Resthumor und kreativen Wortspielen unterwegs.
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Autokorrektur

In Gesprächen behaupte ich immer gerne, ich würde mich nicht für Autos interessieren.

Dann erzähle ich von meinem ersten Wagen (einem Renault R4, wie dieser hier, aber in hellblau) oder von meinen diversen echten, also Nicht-BMW-Minis (ich hatte genau so einen Mini Cooper in British Racing Green und später einen gebrauchten, der ein Loch im Boden hatte, durch das man die sehr nahe Straße beobachten konnte). Ich berichte auch nur halb-ironisch davon, dass ich eigentlich gerne in einem kleinen britischen Zweisitzer herumfahren würde.
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Why not make Google non-profit?

Es gibt eine etwas kürzere, deutschsprachige Version dieses Textes drüben bei WIRED.

Along with several activists and journalists, I recently had the pleasure of being invited by Google to a meeting with Vint Cerf, whose name should make any German smile when spoken aloud. Mr. Cerf is an incredibly likeable, eloquent and well dressed gentleman with a biography and list of achievements that makes you feel not worthy.

As one of the developers of TCP/IP, he is rightfully recognised as one of the „fathers of the internet“. Since 2005, Cerf is also Vice President and Chief Internet Evangelist of Google.
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Gerrit Meijer (1947-2017)

Im vergangenen Oktober war er noch bei mir im FluxFM-Studio und hat in seiner grummelig-ehrlich-herzlichen Art von seinem Buch und aus seinem Leben berichtet.

Gestern Nacht musste ich via Facebook erfahren, das er verstorben ist: Gerrit Meijer, u.a. durch PVC und White Russia zur Berliner Punkrock-Legende geworden, hat einen Herzinfarkt nicht überlebt.

Mein herzliches Beileid geht an seine Frau, seine Familie, seine Freundinnen und Freunde.

In Erinnerung an Gerrit hier das Interview zum Nachhören, aus den üblichen dämlichen Gründen leider ohne die Musik, die Gerrit so wichtig war.

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You have Trump. We have songs.

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Soothe Operator

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Charta der Digitalen Grundrechte der Europäischen Union

Gerade wurde der Entwurf einer „Charta der Digitalen Grundrechte der Europäischen Union“ veröffentlicht, an dem ich mitgearbeitet habe. Die folgenden Zeilen erzählen, wie es dazu kam.
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Undifferenzierter Trump-Rant mit hoffnungsvollem Ende

Dann reden wir uns das mal alles schön und erklären im Radio und Fernsehen und natürlich im Internet, dass alles gar nicht so schlimm wäre mit Trump als neuem Präsidenten der USA. Er sei ja nur ein winziger Teil einer großen Politmaschine voller Profis und wird kaum Einfluss haben. Außerdem habe er ja bereits versöhnende Töne angeschlagen, sein Wahlkampf sei halt sehr hart gewesen, so ist er eben, der Donald, man könne nun aber auf gemäßigtere Realpolitik hoffen.

Bullshit.
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Die Hölle friert zu: GEMA und YouTube haben sich geeinigt

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Ich weiß nicht, wie oft wir in den letzten Jahren hier über das leidliche Thema „YouTube und GEMA“ geschrieben, diskutiert und gestritten haben. Fest steht nun endlich, dass die blöden Hinweise zur Nichtverfügbarkeit bestimmter Musikvideos bei YouTube der Vergangenheit angehören. In den nächsten Tagen und Wochen werden sie verschwinden, denn die beiden Kontrahenten haben sich geeinigt. YouTube zahlt an die GEMA und damit an die Urheberinnen und Urheber. Wieviel, und ob das auch rückwirkend gilt: das weiß ich noch nicht.

Ich habe nie ein Geheimnis daraus gemacht, dass ich bei der Sache auf Seiten der GEMA stand (wo ich bei vielen anderen Themen nicht stehen wollte). Im Gegensatz zu fast allen anderen Ländern hat es die deutsche Urheberrechtsvertretung geschafft, sich dem Druck der Labels und anderer Interessensvertreter*innen nicht zu beugen und hart zu verhandeln. Es hat lange gedauert. Aber es ist vollzogen. Glückwunsch an alle!

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Das öffentlich-rechtliche Internet: funk ist da.

Disclaimer: funk – bis gestern mehr oder weniger als „Das Junge Angebot von ARD und ZDF“ bekannt – war und ist im Jahr 2016 Partner des von Tanja und mir gegründeten TINCON e.V. und der Jugendkonferenz TINCON und hat die Konferenz dadurch mitfinanziert. Dieser Artikel ist nicht Teil unserer Vereinbarung.

Mitte der 2000er Jahre, als Blogs in Deutschland boomten, ihre Autor*innen rund um die Uhr beschäftigten und vor die Frage stellten, wie diese ihre Arbeit finanzieren sollten (und ja, es war und ist – auch – Arbeit), da kam öfter mal der Gedanke auf, wie toll doch ein öffentlich-rechtliches Blog-Netzwerk wäre. Blogs verschiedener Ausrichtungen hätten sich einem Bildungsauftrag verschrieben und wären wenigstens zu einem Teil durch die Einnahmen des öffentlich-rechtlichen Systems finanziert worden und damit werbefrei gewesen. Zudem wäre mit einem solchen Ö-R-Blog-Netzwerk ein wenig auf die berechtigte Kritik an genau diesem System eingegangen worden, das zu oft den Eindruck macht, allein für Rentner zu produzieren und dafür Zwangsgebühren zu erheben.
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