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Die erschreckendsten Hits der 90er

Während viele der schlechtesten Hits der 80er in ihrem Dilettantismus auch etwas Rührendes hatten, fehlt dieser Auswahl der schlechtesten Hits der 90er auch nur der kleinste Funken Inspiration und Leidenschaft.
Die Hits der 80er hatten kein Hirn, die Hits der 90er kein Hirn und kein Herz.

Gleich zu Beginn zwei Lieder von Pur, damit wir das hinter uns haben. Ich weiß gar nicht, ob die Stücke Single-Hits waren und sie haben mich auch nicht gequält, weil ich sie zuvor noch nie gehört habe. Aber ihre schiere Existenz ist eine Schallverhöhnung. Und da jedes Pur-Album sich zillionenfach verkauft und die Konzerte überfüllt sind wie Flüchtlingslager in der Dritten Welt, passen sie auch in diese Liste.
Zunächst ein Schlager über Gewalt gegen Frauen.

Pur: Anonymes Opfer

Pur: Kinder sind tabu
Aus Sorge, mit ihrem provokanten Text über misshandelte Frauen ihre Fans unter Taliban, marodierenden Balkan-Truppen und Nazis zu vergraulen, waren Pur beim Stück Kinder sind tabu, ihrem Schlager über Kindesmissbrauch, etwas konsensorientierter.

Captain Jack: Drill Instructor

Hier lernen wir zum ersten Mal das wichtigste Prinzip des 90er-Jahre-Dancefloor kennen. Man nehme einen Afro-Amerikaner, möglichst einen GI, für die Rap-Parts und eine hellhäutige Frau für die Singstimme. Die Videos von Captain Jack waren zuverlässiger Lieferant von transparenten Hemden, weshalb sie mit unglaublicher Regelmäßigkeit zu sehen waren. Hooligans, die in einem englischen Pub ein Potpourri aus When the Rain begins to fall, Heil dir im Siegerkranz, Marmor, Stein und Eisen bricht und dem Horst-Wessel-Lied anstimmen, klingen deutlich melodiöser als Drill Instructor, der Heavy-Rotation-Kracher von Captain Jack.

Worlds Apart: Je te donne

Die industriell hergestellte Boygroup war das zweite wichtige Element der 90er. Man nehme 5 Jungs, die jeweils aussehen wie der Hübscheste aus einer Berufsschulklasse, einer sanft, einer keck, einer verträumt, einer aber hallo und einer, damit die anderen NOCH besser aussehen. Worlds Apart waren etwas zu hübsch gecastet, weshalb ihnen der ganz große Erfolg versagt blieb. Der durchschnittliche Fan konnte sich selbst in seinen kühnsten Träumen keine Mesalliance vorstellen. Nur die größenwahnsinnigen Französinnen bescherten Worlds Apart Chartserfolge, weshalb dieser Anschlag auf die eustachische Röhre auch in einer Art Französisch daherkam. Je te do-ooo-onne. Merke: Französisch kann man schlecht grölen.

Tic Tac Toe: Warum

Ein Kinderspiel war es nicht, Tic Tac Toe zu ertragen. Aber ausgerüstet mit einem imamesken Fatalismus waren die Videos der drei jungen Frauen, die aussahen wie höchstens zwei junge Frauen, manchmal eher lustig als grausam.
„Du gehst zu dem Dealer mit dem Lächeln im Gesicht“ war eine stehende Redensart in meinem (in der Tat der SM-Szene zugetanen) Freundeskreis. Warum Warum noch schlechter ist als Ich find´dich Scheiße oder Mr. Wichtig? Weil es genau die Prise Pathos hat, die aus einem ganz normalen Brechmittel einen Horrorklassiker macht.

Spektacoolär: Meine kleine Schwester

Dass Spektacoolär von der Wikipedia als deutsche HipHop-Gruppe bezeichnet wird, lässt den Schluss zu, dass die Wikipedia von empathiefähigen Sozialpädagogen ohne Ohren betrieben wird. Denn Meine kleine Schwester mag ja das Ergebnis der Projektwoche einer Meppener Realschule sein, der vom Meppener Marktführer für Sanitärbedarf ein Röhrenverstärker zur Verfügung gestellt worden ist. Aber auch im weitesten Sinne ist dabei keine Musik herausgekommen, sondern lediglich ein Motiv: Denn welcher Richter würde es nicht als Notwehr betrachten, wenn man mit Brotmessern bewaffneten Minderjährige, die vor sich hinjaulen wie kastrierte Buckelwale, einen Einlauf verpassen würde?

Aus gutem Grund ist das Embedden disabled:

Meine kleine Schwester ihr Bruder macht Musik

Stefan Raab & Die Bekloppten: Ein Bett im Kornfeld

Stefan Raab, Bürger Lars Dietrich und Jürgen Drews. Der Mann mit der schnellsten Zunge Deutschlands wirkte mit bei der Verstümmelung seines Uralt-Schlagers, der noch auf keiner Karaoke-Party so zersungen worden war, Haupttäter war jedoch der Showmaster und ehemalige Jingle-Produzent Stefan Raab. Hier rührte Raab erstmals die Mischung aus Plastik-Funk-Gitarren und Einweg-Beats zusammen, mit der er in den Folgejahren die Charts tyrannisieren sollte. Bürger Lars Dietrich gab dazu den Rap-Clown, der Clip wurde gesponsert von einer Vereinigung Taubblinder, die im Nachhinein anonym bleiben wollte.

Blümchen: Boomerang

Als Blümchen nicht mehr Blümchen genannt werden wollte, sondern Jasmin Wagner, freute sie sich darüber, dass die Leute sie immer gemocht hätten, die Lieder aber nicht. Die seien aber auch Müll gewesen. Vielleicht hat sie auch gesagt, dass die Lieder Dreck waren, Mist, ein kaum verdauter Haufen Scheiße von jemandem, der vorher Menschenleber gegessen hat oder so etwas in der Richtung. Fest steht: Blümchen hat ihre Vergangenheit da etwas zu rosig in Erinnerung.
Man kann nicht einfach rumhitlern wie bekloppt und dann sagen: Sorry, den Bart mochtet Ihr ja und den Rest: Den fand ich selber nicht so toll. Ihre Mega-Knaller Herz an Herz, Nur geträumt und Schau mir unters Röckchen haben einer ganzen Generation die Freude an der Musik geraubt. Aus der Schar ihrer Erfolge ragt Boomerang heraus, weil es noch eine Spur debiler ist als Kleiner Satellit, Bicycle Race oder Du und ich. Eine Spur.

E-Rotic: Fred come to bed

Wer es nicht miterlebt hat, der wird glauben, ich mache einen schwachen Scherz, wenn ich die Singles von E-Rotic aufzähle:
Max don´t have Sex with your Ex, Willy, use a Billy…Boy, Fritz love my Tits, Oh Nick please not so quick. Ja: Wir haben viel geweint damals.

Clawfinger: Nigger

Clawfinger wollen uns in diesem Video erklären, warum man nicht Nigger sagt. Ich möchte die Aufmerksamkeit aber vom Text, der mit dem Einleitungssatz umfassend nacherzählt wurde, weglenken auf das Antlitz der Musiker. Ist es fair, ein Lied wegen der gesichtlichen Herausgefordertheit der Band in eine solche Liste aufzunehmen? Da gebe ich die Frage doch gern an Clawfinger weiter: Ist es fair, so ein Lied aufzunehmen?
Eben.

Band ohne Namen: Girl for a Day

Die Band ohne Namen hieß erst Die Allianz und musste sich dann umbenennen. Das ist die aufregendste Geschichte um diese Band, die, wäre sie von zwei unsichtbaren Mäusen betrieben worden, nicht unspektakulärer hätte sein können (obwohl: dann wäre sie ja doch spektakulär gewesen – man hätte nur die sensationelle Unsichtbarkeit der Mäuse richtig promoten müssen). So waren diese in allen Belangen leicht unterdurchschnittlichen Jungs plötzlich Popstars.
Weil das damals hieß, dass 9jährige Mädchen mit wattierten BHs einem bei VIVA auflauerten und dann ihren Klammer-Atem ins Gesicht bliesen, wünschten sie sich, für einen Tag ein Mädchen zu sein.
(Aus der Reihe: Überleitungen, die Nilz Bokelberg bei VIVA nie machen durfte.)

Sabrina Setlur & Xavier Naidoo: Freisein

Dort, wo Talentlosigkeit und Ernsthaftigkeit sich treffen, dort liegt Rödelheim. Nachdem der Rödelheimer Moses Pelham Sabrina Setlur auf der Rückbank seines Autos entdeckt hatte (ihm war aufgefallen, dass sie unfallfrei Nothing but a G-Thing mitrappte), schob er gleich noch eine Entdeckung nach: Den bekennenden Animisten Xavier Naidoo. Der glaubte daran, dass der Wind ein sturer Hund ist und dass Freiheit bedeutet, rumzuwehen. Was immer das heißen soll.

Michael Jackson: Heal the World

Zu Unrecht gehen viele Menschen davon aus, Michael Jacksons Abstieg hätte mit den Prozessen um die ihm unterstellten Übergriffe begonnen. Weihnachten 1992 erschien das grauenhafte Heal the World und von da an füllte er noch Mehrzweckhallen in Samstagabendshows, aber keine Tanzböden mehr. (So stimmt das natürlich nicht: Irgendwo läuft immer wieder mal etwas von Michael Jackson, aber nichts, das jünger ist als 26 Jahre. Und damit viel zu alt für ihn).

Scooter: Hyper Hyper

Scooter sind in Ordnung. Anders als Blümchen kann man den Alt-Ravern unbesehen zutrauen, dass das, was sie produzieren, genau ihr musikalischer Horizont ist. Sie werden noch in 30 Jahren Altenheime füllen und Sangria-Eimer leeren. Sie sind für die Geschichte der elektronischen Musik das, was die Scorpions für die des Soft-Rock sind: ehrliche Verwalter eines Erbes, das niemand antreten wollte.
Dieses eine Lied aber, das war so schmerzhaft, dass man, wenn es irgendwo ertönte, rasch sein Geschlechtsteil in eine Tür geklemmt hat, damit man etwas abgelenkt wird. Nicht nur wurde Annihilating Rhythm geplündert, auch wurden verdiente Recken des Techno gegrüßt. Gegrüßt? Ja, Hans-Peter schreit die ganze Zeit Respektbekundungen an alle möglichen DJs. So schlimm? Ja, genau so schlimm.

Mr. President: Jojo Action

Irgendwann waren die Produzenten von Mr. President an dem Punkt, an dem ihnen nichts mehr einfiel. Das war kurz bevor sie die Verträge mit Judith Hildebrandt, Daniela Haak und George Jones (der bald darauf durch Delroy Rennalls ersetzt wurde) unterschrieben. Es folgte eine typische deutsche Erfolgsgeschichte: Jedes der mit Hilfe von Reimwörterbüchern erstellten, tonleiternentstellenden Lieder wurde ein Hit. Dann übertrieben es die Macher und warfen mit Dartpfeilen auf ein englisches Telefonbuch. Heraus kam das Aphrasie-Gestammel von Jojo Action.

JoJo Action – satisfaction
Candy apple tree
JoJo Action – satisfaction
JoJo honey bee
Listen JoJo Action
Gimme satisfaction
JoJo c’est la vie

Platz 4 in den deutschen Charts.

Army of Lovers: Crucified

Natürlich wird sich unsere Generation von unseren Kindern fragen lassen müssen, warum wir nichts gemacht haben.
Wir haben ja nichts gewusst. Na gut, mitbekommen haben wir es schon, aber da war es schon zu spät und wir haben ja auch einfach nicht verstanden, was da passiert. Das übersteigt doch aber auch das Vorstellungsvermögen.

Nana: Lonely

Nana ist der erfolgreichste Vertreter des Euro-Rap. Heute würde man sagen: Beim Euro-Rap ging es darum, möglichst viele Euro in möglichst kurzer Zeit einzusacken, um dann mit dem Geld was Anständiges zu machen. Aber den Euro gab es ja noch nicht. Also worum ging es beim Euro-Rap? Der Einsicht, nicht rappen zu können, nicht Mikrofonverzicht folgen zu lassen, sondern ein höheres Investment in Schriftzüge bei der Videoherstellung. Statt Soulsamples Plattenbauschlampen Refrains singen lassen, die von einer Intensität sind, dass man fast glaubt, in einem Kühlhaus sei ein Eiswürfel verunglückt.
Es ging darum, irgendeinen zu finden, der schwarz genug ist, dass man ihm abnimmt, mal in Afrika Urlaub gemacht zu haben und das dann Credibility zu nennen. Es ging darum, möglichst schnell möglichst viel Geld einzusacken und dann mit dem Geld was Unanständiges zu machen. JETZT sitzen sie wahrscheinlich wirklich alle im Knast.

Guildo Horn: Guildo hat euch lieb

Die 90er Jahre waren die Geburtsstunde des ironischen Hörens. Schlager, die der Grund dafür gewesen waren, dass unsere Eltern ihre Fernseher verbrannt hatten und in Grateful Dead-Konzerte gerannt waren, waren auf einmal Kult (das Wort erzeugt selbst beim Schreiben Würgreflexe bei mir). Kriegsgewinnler der ironischen Schlagerwelle war Horst Köhler (sic!) der als Guildo Horn ein – natürlich – Kultstar wurde.
Dieses von Stefan Raab lieblos zusammengestückelte Häuflein Klang namens Guildo hat euch lieb bietet für das unironisch hörende Ohr einen Retortenschlager mit Schmierenstimme, vorgetragen von einem Mann, der aussieht, als halte er das Prinzip Körperhygiene für Nazikram. Aber Ohren sind halt einfach etwas zu streng manchmal.

Down Low: H.I.V.

1999 machten Down Low auf die Gefahren von H.I.V. aufmerksam.
Mehr sage ich nicht.

Touché: YMCA

Touché ist das Boygroup-Projekt des untoten Dieter Bohlen. Wenn man aus Aachen kommt und das Stimmungslied über den christlichen Verein junger Männer von den Village People also Karneval für Karneval zu ertragen hat, ist man einigermaßen abgehärtet. Ich hätte dieses müde hingeworfene Cover übergangen, wäre da nicht der Rap des Modern-Talking-Revival-Rappers Krayzee gewesen. Denn der hebt dieses erbärmliche Lied auf genau das Niveau, um das es hier geht.

Wes: Alane

Ein Stück, das geschaffen wurde für die Lufthansa-Musikberieselung. Ethnoschleim der unabwaschbarsten Sorte. Alane überträgt sich anders als Ebola durch die Luft und wird daher beim Bundesseuchenamt in einer Röhre aufbewahrt. Möge man es nie wieder freisetzen.

Aqua: Barbie Girl

Bubble-Gum-Pop hieß das, was Aqua da betrieb. Man hätte es aber auch Nervenheilanstalts-Blues oder Schnitzel-Punk nennen können. Wichtig war nur, dass man das Kaugummi möglichst tief in den Gehörgang steckte. Allerdings ist die Visualisierung des Stücks Barbie Girl im Video fantastisch geglückt. Wie die hochgepitchte Stimme ihre Entsprechung findet in dem hochgeptitchten Pink, das Vakuum des Textes korrespondiert mit der Nichtigkeit des filmischen Pendants – sagenhaft.

Vengaboys: Boom, Boom, Boom, Boom!

Dass eine Band Vengaboys hieß und doch eher überwiegend (? – ich kann mir das jetzt nicht noch einmal anschauen, Ihr müsst verstehen, was es bedeutet, diesen Artikel zu schreiben, ich musste mir ja auch ein paar Dutzend Sachen anschauen, die es gerade so nicht geschafft haben) aus Frauen bestand und dass der Text „BoomBoomBoomBoom, I want you in my room“ ging – das fiel einem damals ja schon gar nicht mehr auf. Trotzdem sorgt die nervenzerfetzende Aerobic-Lehrerinnen-Fröhlichkeit der singenden Eintänzer auch noch nach Jahren für Schüttelfrost im Unterbewusstsein.
(Die Wahl war nicht ganz leicht zwischen Squeezer, A touch of Class und den Vengaboys und jedes dieser Projekte hätte hier einen Platz verdient gehabt.)

Rednex: Wish you were here

Wenn Whitney Houston Wish you were here gesungen hätte, dann hätte es ein ganz anständiges Lied sein können. Dann noch einen anderen Text und ein wenig an der Musik geschraubt, einen Refrain anstatt einer immer und immer wiederholten Titelzeile – dann noch einen den Regeln der Kompositionslehre entsprechenden Aufbau, vielleicht noch ein Studio angemietet, statt in der niemals benutzten Dusche des Produzenten ein tastenarmes Yamaha-Keyboard mit Aufnahmefunktion zu missbrauchen – es hätte nicht viel gebraucht und Wish you were here wäre ein angenehmer Sommerblues geworden, vielleicht ein kleiner Club-Hit. So war es wochenlang auf Platz 1 der deutschen Charts.

Scatman: I´m a Scatman

Wer Scat googlet (die Google-Bildersuche empfehle ich ausdrücklich nicht), weiß Bescheißd. Für dieses Lied braucht man rollenweise Klopapier.

Elton John: Candle in the Wind (Version von 1997)

Candle in the Wind ist das erfolgreichste Lied aller Zeiten. In der ursprünglichen Fassung ein belangloser und für Elton Johns Verhältnisse nicht besonders erfolgreicher Song, wuchs sich das Lied zum weltweiten Ärgernis aus, als Elton John es zur Beerdigung von Diana Spencer mit einem neuen Text vortrug. Milliarden Menschen auf der ganzen Welt krümmte sich der Dünndarm ob dieser Geschmacklosigkeit. Da wird ein Lied über Marylin Monroe ruckzuck umgedichtet, aus „Goodbye Norma Jean“ wird „Goodbye England´s Rose“ – und alle Anwesenden tun, als wäre das das Normalste auf der Welt. Hätten sie mal den Bohlen gefragt, der macht aus drei Tönen 40 Staffeln DSDS-Langspielplatten, aber der feine Herr Brille kann natürlich nicht so schnell arbeiten. Der recycelt sich lieber selbst.

XXL feat. Peter Steiner: It´s cool, Man

Ein weiterer Fall von: schwer zu erklären. Es gab eine Schokoladenwerbung, in der ein zotteliger Alm-Öhi eine Gruppe von Jungdynamikern mit Schokolade bewirtet und sie augenzwinkernd warnt: „Aber Vorsicht: Ist cool, Man“. (Vielleicht sagte er auch: It´s cool, Man, er hatte nicht mehr genug Zähne, zuviel Bart und zuviel Bergakzent, als dass man diesen Unterschied gehört hätte.) Halblegale Boulevardmagazine im Privatfernsehen machten den Darsteller darauf zum Kult-Opa und es folgte, was in den 90ern immer folgte: eine HipHopTechno-Vergewaltigung.

Dolls United: Eine Insel mit zwei Bergen

Kann man Puppen hassen? Leicht, wenn man auf Juristenpartys die rechtsprechende Elite von Morgen „Ah jetzt, ja!“ grölen hört. Und das immer wieder. Warum erwachsene Produzenten, die keinen Druck von der Drogenmafia oder Spielschulden haben, ein Lied mit Stimmen der Augsburger Puppenkiste machen, Deppenbeats drunterlegen, bei denen ihr Magix Music Maker sich vor Scham selbst zerstört hat? Nun, vermutlich hatten sie Spielschulden, eine Reifestörung und Druck von der Drogenmafia. Das wäre wenigstens eine Erklärung. Aber natürlich keine Entschuldigung.

Die Doofen: Mief!

Mit einem Lied, das witzig sein will, verhält es sich wie mit einem Alzheimer-Patienten, der der Krankenschwester anzügliche Komplimente macht: irgendwann ist auch gut. Der irrtümlicherweise für einen Komödianten gehaltene Sich-Selbst-Ernstnehmer Olli Dittrich und das – paradoxerweise – erkennbare Nichts Wigald Boning reimen wie eine Auffangstation für serotoninaufnahmegeschädigte Jugendliche mit familiärem Drogenhintergund Lampe auf Schlampe. Die Doofen? Die Käufer, natürlich.

Gompie: Who the fuck is Alice

Bei den meisten Kneipenspäßen muss man dabeigewesen sein, um sie zu verstehen, bei diesem kann man dem Herrgott nicht dankbar genug sein, das nicht miterlebt zu haben.
Es war ein ganz gewöhnlicher Donnerstagnachmittag in der Eindhovener Kneipe Starbucks (der Besitzer ist heute nach einem mehrjährigen Prozess um die Namensrechte Multi-Millionär), als der arbeitslose Dachdecker Hans Dommeken in das auf Endlosschleife scheppernde Living next door to Alice hineinplärrte: „Watt zum Deibel heed´de det meisje nid nojkke daan?“
Da dieser Satz für ein Mem erkennbar zu lang, zu holländisch und zu grammatikalisch unkorrekt ist (Hans Dommeken stammte aus Aldenhoven und war der holländischen Sprache nur im Gutturalbereich mächtig), wandelte er sich von Kneipe zu Kneipe zum im Chor gerufenen „Who the Fuck is Alice“.

Richie: Supa Richie

Bevor der heutige Beckenbauer-Imitator, dessen Namen ich nicht googlen will, weil mir das vor meinem BKA-Mann zu peinlich ist, Beckenbauer imitierte, imitierte er: Superman. Oder einen Uhu-schnüffelnden Jugendlichen. Oder er war ganz bei sich. Ein Lied kam – selbstverständlich – auch dabei heraus, zumindest firmierte es als Lied, nach deskriptiven Merkmalen wurde hier ein Schwein gefoltert, die Schreie aufgenommen, rückwärts gespielt und dann hat man Sprechübungen eines frisch Lobotomierten eingestreut.

Oli P: Flugzeuge im Bauch

Ich kann mich nicht entscheiden, ob es schlimmer ist, ein sowieso schon ekliges Lied noch unerträglicher zu machen oder ein Stück, das ganz ordentlich ist, für den zivilen Gebrauch untauglich zu schießen. Oli P, die Stimme gewordene Darmspülung, liest ein Protokoll seines letzten Zahnarztbesuchs vor, während eine hoffentlich schlechtbezahlte Studiomatratze dem Lied das letzte Stück Seele raubt. Flugzeuge im Bauch war 1998 sieben Wochen auf Platz 1 in Deutschland.

Mit bestem Dank an Nilz Bokelberg, der hier übrigens eine sehr schöne Geschichte über jemanden erzählt, der ganz knapp daran gescheitert ist, in die Liste der erschreckendsten Hits der 90er aufgenommen zu werden. Auch Christian hat wieder sehr geholfen. Ebenso Dank an spiros81, nababenko und hufeisen.

Und jetzt Ihr.

124 Kommentare

  1. 01

    Ich habe Tränen in den Augen. Vor Lachen über die grandiosen Formulierungen und vor Scham, weil mir so vieles davon noch bekannt vorkam.

    Ansonsten zitiere ich mich da mal gerade selbst:

    Charly Lownoise & Mental Theo – Wonderful Days
    Dune – Hardcore Vibes
    3-O-Matic – Hand In Hand
    Mark Oh – Tears Don“™t Lie
    Marusha – Somewhere Over The Rainbow
    Technohead – I Wanna Be A Hippy
    Snap – Rhythm Is A Dancer
    E-Rotic – Max Don“™t Have Sex With Your Ex
    U96 – Club Bizarre
    Robert Miles – Children

    Kennste einen kennste alle: Music Instructor – Hymn

  2. 02

    Barbie Girl hatte ich immer für ’ne „solide“ Parodie gehalten.

    The Worst ever war übrigens „Macarena“ von Los del Río. 1993, schreibt wiki.

  3. 03
    ajo

    Als ich die Überschrift las, dachte ich, das ist doch schon wieder sowas Halbgares, denn „Meine kleine Schwester“ wird ganz gewiss nicht dabei sein. Beim Durchscrollen habe ich mir schon den entsprechenden Mecker-Kommentar zurechtgelegt, denn ohne diesen Song ist jeder Versuch einer 90er-Anthologie sinnlos. Und dann ist er da. Großartig!

  4. 04

    Die Google-Bildersuche sollte man sich bei „Scat“ in der Tat verkneifen.
    Shit! Das kommt davon, wenn man nicht hören will.

  5. 05
    corax

    Naja, das meiste hab ich wohl verdrängt. Einiges kannte ich wirklich nicht.
    Ich schwör Lan.
    Aber obwohl ich das Lied auch nicht so als den Brüller empfand, gehört
    John Paul Larkin “  3. Dezember 1999
    imho nicht hierhin. Auf seine Kosten Witze zu machen, bloß aufgrund der Doppeldeutigkeit, die eh kein Normalbürger rafft, halte ich für etwas armselig, besonders für einen Wahlberliner.
    Er pflegte zu sagen, dies war ein Prozess, „žindem er seine größte Schwäche in seine größte Leistung verwandelt habe“.

    Puh, ich weiß gar nicht wieso einige so auf die 80er schimpfen, die 90er konnte man ja wohl fast komplett in die Tonne hauen. Grauenhaft.

  6. 06
    Al

    Pulitzerpreisverdächtig, dieser investigative Journalismus. Ganz groß!

    (Und ich wage nicht nachzuschauen, wie viele der Songs ich in irgendwelchen CD-Koffern auf dem Speicher liegen habe.)

    Einer wär mir noch eingefallen, der hier auch weit vorne mitspielt:

    Eiffel 65 – Blue

  7. 07

    Grandiose Wort- und Musikauswahl. Kein Wunder, dass die Singlecharts in den 1990er Jahren irrelevant wurden und stattdessen der Indie- und Alternative Music Bereich bommte.

  8. 08

    Ich wollte ja grade noch den DJ Ötzi (und seine Zwillingsschwester Antonia) hinzuwerfen, da viel mir dann aber grade noch, dass er die 90er verschont hat und sein Musikvernichtungswerk erst im Jahr 2000 begonnen hat.

    Ansonsten fehlt in der Liste noch der gesamte Rest des Eurodance, z.B. sowas „großartiges“ wie 2 Unlimited. Andererseits kann man zu denen auch nicht viel anderes schreiben als z.B. zu Captain Jack oder Mr. President.

    Achja: Army of Lovers fand ich lustig damals. Ich meine, diese Thomas Anders Kopie mit Schwulst-Pop, das war echt lustig. Wohlgemerkt lustig, nicht gut :-) Und dann bot ja auch noch die junge Dame darin was fürs Auge.

  9. 09
    archeophyt

    Schlechte Hits der 90er suchen ist wie in einem Eimer angeln. Egal, in welchem Jahr man die Charts durchschaut, man findet eigentlich nur Anschläge auf den guten Geschmack. Zwischenzeitlich war die Lage im Mainstream so kritisch, dass selbst die angehenden Banklehrlinge meiner Schule sich vorsichtig in den Indie-Plattenladen meiner Heimatstadt gewagt haben.
    Alles in allem ist das hier jedenfalls eine treffende Zusammenstellung, die deutlich machen, dass die Musikindustrie durch Filesharing nur die gerechte Strafe für ihre früheren Verbrechen erhält.
    Besonders traumatisiert hat mich das oben aufgeführte „Warum“, das mich heute noch manchmal aus dem Schlaf schrecken lässt. Grund ist eine mehrstündige Zugfahrt an einem Wochenende in einem gnadenlos überfüllten Intercity, in dem ein kleines Mädchen aus dem Fränkischen immer wieder mit rollendem R durch den Zug kreischte „Und warrrum und warrrum und warrrum?“
    Ein besonders großes Nervpotential hatten außerdem noch:

    Fools Garden – Lemon Tree. Es gibt aber eine wunderbare chinesische Coverversion davon, in deren Besitz ich mich glücklicherweise befinde.

    The Fugees – Killing me softly und alles andere von denen

    Kelly Family – Angel

    Coolio – Gangsta’s Paradise

    Meat Loaf – I Would Do Anything For Love (But I Won’t Do That) (was meint er eigentlich mit „That“?)

    Whigfield – Saturday night

    Mo-Do – Eins, zwei, Polizei

    U96 – Das Boot (v.a. das ständige „Techno Techno Techno“, damit auch der letzte Depp aus Oer-Erkenschwick merkt, dass es sich hier um trendige Musik handelt)

    Die Liste kann natürlich beliebig fortgesetzt werden, aber man kann sich ja nicht ewig vor der Arbeit drücken.

  10. 10

    Die 90er werden in zehn Jahren als ‚das dunkle Zeitalter der Musik‘ in den Geschichtsbüchern stehen. Bis sie dann in zwanzig Jahren durch die 00er abgelöst werden.

  11. 11

    Und jetzt will ich nochmal einen sagen hören „Früher war alles besser“. Eben – war’s nicht.

  12. 12
    mn

    Dieser hier wurde erfolgreich verdrängt:
    http://www.youtube.com/watch?v=ZCrmkP_HJEQ

    Ansonsten: Großartiger Verriss.

  13. 13
    ciher doch

    @Stefan: Revidiere „das dunkle Zeitalter der Musik“ zu „das dunkle Zeitalter der Popmusik“.

    Es ist Pop. Massentaugliche Fließbandware, die so schnell wie sie produziert wurde, wieder verschwand. Ich bin mir sogar sicher, dass diese Entwicklung bei pubertierenden Jugendlichen und Kleinkindern große Schäden hervorgerufen hat, die wir erst in den nächsten 5 – 10 Jahren zu spüren bekommen. (Ich bin mir sogar sicher, dass ich davon ADS bekommen hab! JA ICH HAB DIE SACHEN GEMOCHT!!!!! MIT 6 MAG MAN DAS!!!!)

    Schaut man von der Popmusik einmal ab, gab es auch wirklich gute Sachen in den 90’er.

  14. 14
    westernworld

    der reichsverißmeister at his best. brüller, schenkelklopfer „¦alles dabei und auch in xxl und schwarz lieferbar.

    das ich mich oft längere zeit meines lebens wenig für musik interessiert habe und noch nicht mal radio hörte zahlt sich scheinbar doch aus; ein gutes drittel der verbrechen gegen die klanglichkeit kelchte an mir im dämmer der uneingeweihtheit vorüber.
    das für so was cd-rohlinge sterben müßen „¦ traurig und sicher bald gegenstand einer greenpeace- kampagne.

  15. 15

    Normalerweise bin ich ein großer Verfechter des 90er Dancefloor, es gab ja auch gute Sachen. Aber der Großteil war halt wirklich Mist. Das passiert, wenn man ein Jahrzehnt die U-Musik den Europäern überlässt. Es ist auch nicht Dir anzukreiden, dass die Beispele da oben sehr repititiv sind. Das WAR halt so.

    Natürlich waren die 90er auch das Jahrzehnt der akkustikgitarrenlastigen One Hit Wonder, aber die waren ja meist ganz okay.

    Witzig waren auch die immer gleichen Bravo-Geschichten.

    „Wirbel um Nacktbilder“ (World’s Apart)
    „Wirbel um Sektenguru“ (Wes)
    „Wirbel um verschwundenes Bandmitglied“ (Die Basis, fehlen hier. Sehr.)
    „Wirbel um Lee“ (Tic Tac Toe)

    usw. Wird sicher heute nicht anders sein, aber damals hat man’s halt mitbekommen. Ich verrate nicht, von wievielen da oben ich Autogramme besitze. minimal-Happy Family-Feste und Hansapark-Festivals waren damals sehr beliebt.

    EDIT: Weil sich ja keiner alles anguckt: Nicht untergehen sollte Viva-Milkas „Rap“-Part im Song der Band ohne Namen. Eine Perle.

  16. 16
    Götz

    »rumhitlern«? Ihr vergleich die Sängerin eines Poplieds mit einem Diktator, Kriegsverbrecher, Massenmörder? Ist euch kein Vergleich zu schlecht? Welcher Nazi-Vergleich kommt als nächstes?

  17. 17
    nrq

    Jedem, der über den Reality-TV-Gehalt des deutschen Musikfernsehens ‚rumweint werde ich in Zukunft diesen Thread unter die Nase reiben. Wegen diesem Mist konnte man damals nämlich auch schon nicht zuschauen.

  18. 18

    Also ein Burner fehlt hier eindeutig:
    Sin with Sebastian – Shut up (and sleep with me)
    http://www.youtube.com/watch?v=4upn3M4jtQY

  19. 19

    „Wish you were here“ erinnert mich an einen wunderschönen Norwegen-Urlaub im Februar 1995 und hat daher einen kleinen Bonus. Der Rest ist nur die Spitze des Eisbergs. ;-)

  20. 20
    Alberto Green

    Ein ganz großes Monster-RESPECT-Ausshout an dich für die Mühe und das Martyrium. Ich hatte die traumatische Erkenntnis alle, sagen wir ruhig, Lieder zu kennen und drei davon sogar immer noch zu mögen, wobei eins davon Crucified ist, aber nicht Wish You Were Here, ein Lied, bei dem man auf Parties merkte, daß man elendig betrunken war, weil sich die Musik nicht mehr so schnell drehte wie der Raum. Stirb Rednex, stirb!

  21. 21

    Nichts gegen Army Of Lovers, die waren super. Ein bisschen camp muss schon sein.

  22. 22
    Jolka

    Danke Malte, meine vor einer Stunde sorgfältig aufgetragene Wimperntusche ist völlig im Eimer. Lange nicht mehr so gelacht. Anhören werde ich mir die Sachen nicht, nie nie wieder! Ich überlege die ganze Zeit was ich in den Neunzigern gehört habe. Mir fällt es nicht ein – ich lag wahrscheinlich in einer Art Musikkoma.

  23. 23

    das lied das mir mitunter am meisten auf den keks gegangen ist:

    two princes von den spin doctors:

  24. 24
    Stiller

    Ich bin nun noch zufriedener, dass diese 90iger musikalisch an mir vorüberrauschten ohne bleibende Schäden zu hinterlassen.

  25. 25
    Eve

    Herrlich, Malte. Du hast meinen Tag gerettet. Hab selten so viel gelacht. Und das schlimme ist ja, man kennt sie irgendwie alle!

  26. 26
    schnappi

    dj bobo

    ace of base

    mr big

    und der king allen bösen: haddayway!!!!!

  27. 27

    Alte Wunden werden hier wieder aufgerissen. Längst Verdrängtes bahnt sich gewaltsam seinen Weg an die Oberfläche zurück.

  28. 28
    lork

    Ich hab gescrollt und gescrollt, und musste mit Entsetzen feststellen dass die Kelly Family nicht mal erwähnt wird (!!). Das spricht nicht gerade für dieses Jahrzehnt.

  29. 29
    Grumpy

    Bittere Pille, dieses Malteserstück – gibt’s eigentlich was von der Krankenkasse zurück?

    Aber wie bitte hat es das nach Ricola riechende DJ Bobo geschafft, nicht in diese Liste aufgenommen zu werden?

  30. 30

    Ich möchte an dieser Stelle nochmal auf das großartige Comeback von Captain Jack diese Jahr hinweisen. Man kann also durchaus Sachen, die damals schon beschissen waren noch viel, viel, viel schlimmer machen!

    Und zu Scooter sage ich nur: Respect the man in the ice cream van!

  31. 31
    Philipp A.

    Aber Captain Jack ist doch tot, wie mancht man da ein Comeback. Oder haben sie einen in ne Uniform gesteckt.

    Auf Captain Jack jedenfalls lass ich nichts kommen. Der wird heute auf der Bad-Taste-Party gern gespielt. Und so ganz insgeheim ist es doch immer noch nen Ohrwurm – wie Scatman John auch.

  32. 32
    Lutz

    Große Zustimmung… mit drei Ausnahmen.

    „Guildo hat euch lieb“ ist sicher keine große Kunst, war aber damals schon wirklich witzig, vor allem im Zusammenhang mit dem Grand Prix. Diese Mischung aus Faszination und Framdschämen hat danach keiner mehr so geschafft. ich glaube, das ist vor allem auf Grund deiner Abneigung von Stefan Raab auf der Liste.

    „Crucified“ Nun gut, Army of Lovers hat auch bessere Sachen gemacht. Aber so richtig grottig schlecht fand ich die nie.

    „Barbie Girl“ Das meiste, was Aqua danach gemacht hat, war wirklich vor allem lustlos runtergenudelt und ging dann schon sehr in Richtung VengaBoys. Aber Barbie girl war vom Text her wirklich witzig und nett gemacht. Und verdammt noch mal, auch, wenn man es hasst, aber das Stück ist ein echter Ohrwurm.

    Ansonsten.. sehr geile Liste… Wenn ich etwas länger drüber nachdächte, fielen mir bestimmt noch weitere beispiele ein. Will ich aber irgendwie gar nicht…

  33. 33

    :-D göttlich.

    Und wo wir bei Comebacks sind. Nana versucht es gerade mit folgendem Song:

  34. 34
    msy

    ja,… es war nicht einfach „die Neunziger „…wobei „die Achtziger“…sehr anstrengend.
    Doch, Alles hat seine Zeit und was wird man wohl über die 2010er sagen?
    Ich will es eigendlich nicht wissen. Oder doch? Spaß muß sein.
    Und ja, ja warum erinnert das mich so an die derzeitige Bankenkriese?

  35. 35

    Also Captain Jack war ja zumindest der Bewegtbildplayboy einer ganzen Gerneration, sowas bleibt hängen. Des Weiteren möchte ich noch auf Right Said Fred verweisen, die machen mir bis heute Angst.

  36. 36

    und da wird gegen die 80er gehetzt… aber ich finde, dass man nicht nur gegen die verursacher dieser akustischen verbrechen vorgehen sollte sondern auch gegen die distributoren. und da fällt mir in berlin ein sender ein, der aufgrund seiner anschläge auf jugendliche ohren geschlossen werden sollte. außerdem bitte ich darum, um eine immerwährende mahnung zu gewährleisten, die frequenz 103,4 in berlin nicht mehr zu vergeben.

  37. 37

    Kennt eigentlich noch jemand das Blümchen-Remix-Album „Für Jasmin“? Mit Schorsch Kamerun, Die Sterne, Egoexpress, Andreas Dorau etc.“¦

  38. 38

    ja, ich habe es zu hause. allerdings kam es, wie aus gewöhnlich gut unterrichteten kreisen berichtet wurde, wohl nur aufgrund der guten bezahlung zustande. konnte mir nie vorstellen, dass diese leute freiwillig blümchen remixen würden. und ja, das „album“ ist unterirdisch.

  39. 39

    Des Raabs „Wadde hadde dudde da“ ist eine Beleidigung für jedes Ohr! *würg*
    Aber ich seh grad: das ist von 2000. Egal. Schrecklich ist es dennoch.

  40. 40

    ja, ich gestehe… ich hab die meisten wirklich gehört und hatte sogar einige der singles… :D

  41. 41
    kasn

    bei den related Video zu „Spektacoolär – Meine kleine Schwester“ ist auch noch das grossartigen „Vater wo bist du ????“ der 3.Generation…

    ich glaube ja es waere einfacher und kuerzer gewesen eine Liste der guten Songs der 90er zu verfassen. Aber bei weitem nicht so lustig.

  42. 42
    Lutz

    Aaaargh, jetzt sind mir doch noch ein paar eingefallen, die in die Liste gehören.

    Eiffel 65 – Blue
    (steht hier schonmal, wie ich gerade gesehen habe, aber DER MUSS wirklich mit rein, das war eine der grausamsten Ohrenbedröhnungen, denen ich je ausgesetzt war)

    Sarah Brightman und Andrea Bocelli . Time to say goodbye
    (Wer gehgen die 97er Version von Candle in the Wind ist, darf daran nicht wortlos vorübergehen)

    Simply Red – Fairground
    Ich mag von dem ollen Hucknall echt gar nichts, aber dieses penetrante Lied hat sich dummerweise in den Rotationsschleifen von diversen Seicht-Sendern gehalten.

    Mousse T. – Horny
    Damals grausam, heute grausam, nichts weiter zu zu sagen.

    Meinetwegen hättest du übrigens gerne noch mehr Pur reinhauen können. Mein Alptraum-Favorit ist „Abenteuerland“ obwohl darin vermutlich die einzig ernstgemeinte Zeile zu finden ist, die die Jungs je geschrieben haben: „Der Eintritt kostet den Verstand“. Nichts hinzuzufügen.

    Ich war übrigens mitte der 90er für ein Jahr Austauschschüler in den USA. Als ich zurückkam, gab es auf einmal „Mief“, „Wish you were here“ und „Eine Insel mit zwei Bergen“… und ich wollte ganz schnell wieder weg..

  43. 43
    Ezekiel

    „Alte Wunden werden hier wieder aufgerissen. Längst Verdrängtes bahnt sich gewaltsam seinen Weg an die Oberfläche zurück.“
    Mir geht es ähnlich. Zum Glück konnte ich vor dem lesen des Artikel in schöne musikalische Welten abdriften, so das ich nichts hiervon als Ohrwurm den ganzen Tag über mitnehmen muss. Hoffentlich.
    Mir fehlt noch Lucilectric und wenn ich schon die großartige Girl-Power Bewegung erwähne darf ich die Spice Girls und vor allem Maruscha (oder wie auch immer!) nicht vergessen.
    Der tolle Song von der Band ohne Namen ist übrigens von 2002, das war der Hit in der neunten Klasse. Und die Mädchen fanden es toll wenn man vorgab versuchen zu wollen sie zu verstehen..

  44. 44

    @archeophyt: und da es die chinesische coverversion ist fast alle karaokebars in china geschafft hat, war es dort für mich stets eine große freude, den englischen text mitzusingen…

    …hauptsache nicht „my heart will go on“

  45. 45
    Meusel

    Kennt ihr noch K2? Der Berg ruft!

    Das gehört auch mit angeführt!

  46. 46

    Danke nu habe ich all das mühsam verdrängt wieder im Ohr :)
    Btw Je te donne ist im Original von Jean Jaques Goldman der in Frankreich ganz groß war ist(?), darum wohl der Erfolg in Frankreich, wobei das Original wesentlich netter ist.

  47. 47

    Ich gebe zu, ich mache seit ca. einem Jahr am ersten Freitag Monat eine 90er Jahre Party auf der MS Hoppetosse.

    Ich kann mich dem brutalen Charme mancher Sachen des Themas nicht entziehen.
    Aber – die übelsten Sachen wie Matthias Reim, Lemontree und Liquido werden NIEMALS gespielt.

  48. 48

    @Philipp A.: Du hast es ja vielleicht inzwischen nachgelesen. Von den toten auferstanden ist der gute ja leider nicht.

  49. 49
    Shanti

    Ich habs gefunden. Das Bessermenschentum hat sich also hier versteckt. Da seid ihr Schlawiner. Und wie ists so in eurer reinen, heilen, intellektuellen Welt?

    Meine Fresse, einfach mal Fünfe grade sein lassen und auch Trash genießen – da habt ihr echt mehr vom Leben!

  50. 50
  51. 51

    Ja, meine Kindheit. Meine ersten Berührungen mit Popmusik. Ich war voll dabei, mit Bravo-Postern von Tic Tac Toe, Alben von Scooter und Singles diverser anderer Verbrchen. Aber hey, mit zehn finde ich das verzeihlich.

  52. 52
    Jan(TM)

    Eh, die Jungs von Army of Lovers waren echt süß.

  53. 53

    malte – einfach nur köstlich geschrieben, vielen dank!

    nur dass die damals ziemlich innovativen clawfinger da mitten zwischen den vengaboys, e-rotic, richie, aqua und konsorten geführt werden, das ist dann doch ein bissel zuviel des guten. das komplette debut ist selbst heute noch gut hörbar… i’ve been standing on the edge of the roof looking down… looking at the people that are gathering around…

  54. 54
    Freakmund Zoid

    Am Anfang war’s ja ganz lustig. Ist auch recht gut geschrieben. Aber mir gefällt die Intoleranz nicht, die im Verlauf des Blogs immer deutlicher zu Tage tritt… zumal 90% der Lieder mir echt lieb und teuer sind und mich sehr (meiner Meinung nach zum Positiven) geprägt haben. Allein der Schlag auf Scatman John ist nicht bloß (entschuldigt den Ausdruck. Nichts gegen den Autor, nur gegen den Stil!) dumm, sondern auch einfach nur billig an der Sache vorbei. So eine Assoziation zeugt auch nicht gerade von musikalischem Sachverstand. Und ganz nebenbei: „Über die Toten nur Gutes“, oder? ;D Aber alles in allem eine originelle pseudo-links-intellektuelle Hasstirade auf die Popmusik der 90er. Abschließend noch ein Dank an Herrn Welding dafür, dass er die ganzen schönen Videos zusammengetragen hat.

    Mit freundlichem Gruß,

    Freakmund Zoid

  55. 55
    Tibor

    Muhaha – Das war genau meine Bravo-Hits-Zeit. Ich muss gestehen ich kaufte mir direkt am Erscheinungstag „Hyper Hyper“ und die erste Single von E-Rotic (durch empfehlung in der Bravo). Außerdem besaß ich die Petersteiner-Single und das Inselmit2Berge-Lied ;-). Das kommt davon wenn man in einem Elternhaus mit nichtvorhandenem Musikgeschmack aufwächst und jeder den Scheiß auch noch gutfand.
    Gruselig im Nachhinein.

  56. 56
    Genesisfreak

    …das hier lesen, also nur lesen und dazu die Remaster 2008 von „The Lamb Lies Down On Broadway“ hören. Jetzt weißt ich einmal mehr warum ich seit 1974 Fan von Genesis bin.

  57. 57
    Manuel

    Na, Clawfinger nimmste da aber hübsch wieder raus!

    und an dem Abend, als Herr Horn beim Grand Prix das Lied zum besten gab… hatte ich nen sehr netten Abend :)))

    (was allerdings nichts mit Horn zu tun hatte)

  58. 58
    vib

    OK, hab das gerade durchgelesen. Kein Video geguckt, weil das wäre zu hart. War ohnehin schon wie eine Schlaglochpiste mit vier platten Reifen: AuaAuaAua. Das meiste davon hatte ich schon völlig verdrängt – vielen Dank auch….

  59. 59
    Simon Pfirsich

    Ha! Ich wusste, dass Supa Richie in dieser Liste auftauchen wird:)
    Und dann auch noch mit diesem grandiosen, obgleich lediglich Neben-, Satz in der Beschreibung:
    „[…] Beckenbauer-Imitator, dessen Namen ich nicht googlen will, weil mir das vor meinem BKA-Mann zu peinlich ist […]“
    Ach herrlich!

  60. 60
    aleks_be

    hyper hyper ist ganz schrecklich,

    aber auf der B-seite ist „rhapsody in E“ .. ein sehr schöner
    opener, hätte man nicht erwartet…

  61. 61

    Wolfgang Petry
    Trofrock Beinhart
    Matthias Reim Verdammt ich lieb dich
    Frank Zander Hier kommt Kurt
    Dieter Krebs & Gundula Ich bin der Martin, ne
    Wildecker Herzbuben Herzilein
    MoDo 1,2, Polizei
    Eifel 65 blue
    K2 Der Berg ruft
    DJ Bobo
    ja die 3. gentrifikation mit Vater fehlt auch noch.

  62. 62
    corax

    @Jens: Diether mit h!!!

    Mann, Mann, Mann, Achim Jens!

  63. 63
    moses

    Mit dem Artikel habt ihr es wieder mal geschafft! Ich liege krampfend, weinend und lachend unter dem Tisch.

    Also bei Scooter hab ich immer „Heiter! Heiter!“ verstanden, war auch nicht besser.

    Wir dürfen nicht vergessen, dass die Volksmusik allgemein und ihr dunkler Exeget (pun intended) Heino ganz besonders, von dem neuen, verunsicherten und unwissenden Publikum des wiedervereinigten Deutschlands profitierte. Die Billbord Charts der Jahre habe ich zwar nicht mehr im Kopf, aber Steffan Mross ist sicherlich unter den top 20 gewesen. Dieses schreckliche Phänomen, viele werden es verdrängen: es dauert an, muss wahrgenommen und bekämpft werden!

    Deshalb plädiere ich für: „Die schrecklichsten Schlager aller Zeiten“. Aber wer sich da durchhören muss, bis ihm die Ohren bluten, bedauere ich schon jetzt.

  64. 64

    haha, super! dankeschön. das erinnert mich an mein erstes konzert am 30.01.1999: supa richie in braunschweig! ;-)

  65. 65

    also man kann sagenw as man will. die 90er waren meine jungen, und ich hatte sogut wie jedes dieser lieder auf CD.

    ich war erst letztens auf nen Take that und BSB Konzert…

    und nochwas: Es wäre schön wenn der MAGIX Music Maker auch mal in einem positiven Kontext verwendet werden würde :) Denn das hat er allemal verdient! :)

  66. 66

    @Georg Krüger:

    ich habe doch geschrieben: der schämt sich.
    warum gibts den eigentlich nicht für den mac?

  67. 67
    Grumpy

    … iiihhh … Schleichwerbung … bis in die 90er verwendet – das gute alte Profi-Gerät.

    Gutes läuft heutzutage auch unverschämterweise auf dem Mac.

  68. 68
    DerBenni

    @malte: du trittst meine jugend und eine ganze generation mit füßen.
    es war nie anspruchsvoll, aber es ist unsere zeit gewesen.
    ich mach demnächst eine 90 trash party, weil ich den scheiß super finde.

  69. 69

    Basis: Wenn ich nur noch einen Tag zu leben hätte.

  70. 70

    @Malte Welding: du kannst doch bootcamp nutzen :) oder parallels:) naja wir denken drüber nach, denn für garageband schämt sich der MusicMaker wirklich (schlechte kopie)

  71. 71
    skore

    BKA-Mann Referenz hat mich sehr zum Lachen gebracht. Bei der Lagebesprechung von Rödelheim erreichte Ich allerdings beachtliche Werte auf der Richterskala.

    Definitiv fehlen tuen m.E. nur K2 und 2Unlimited. Man… haben unsere Eltern was mitmachen müssen.

    ANDERERSEITS hatte ich väterlicherseits gute Bespielung durch „Verdammt ich lieb dich“ und anderen PUR-Dreck. Ich habe jetzt grad entschlossen, dass das schlimmer ist.

    Ein zusammenhängender Kommentar zu den Raab-Singles: Ja, die waren meistens schlecht, allerdings finde ich noch heute die Zeile „Ich hatte bösen Lochfraß, Ich schwöre das ist wahr“ (In Bezug auf „Vater“ ) sehr gut. Unter Druck kann der Mann tatsächlich lustig sein, dem schadet aber sein Posten zu sehr um das heute noch rauszulassen.

    Two Princes hatte ich schon komplett vergessen… eine böse Erinnerung, das war ja mal so richtig urban im Trend.

  72. 72

    die 80er habe ich in schutz genommen. siehe hier:

    http://www.spreeblick.com/2008/11/10/die-erschreckendsten-hits-der-80er/

    die 90er sind das nicht wert!

  73. 73

    die 80er habe ich noch verteidigt. aber hier ist schluss.

  74. 74

    Kommentator #54 nahm mir bereits meine Meinung aus den Fingern bezogen auf Scatman John. Zur UNterstützung nur noch der Hinweis auf Wiki

  75. 75

    wollte nur mal eben loswerden, dass seit einem tag „super richie“ in meinem kopf auf dauer-ohrwurm läuft. dafür ein herzliches, äh, also hoffentlich begegnen wir uns nicht so bald.

  76. 76

    @Johnny Haeusler: aber wirklich!

    auch super (grad zuletzt im soundtrack vom grandiosen gommorrah untergejubelt worden):

    http://www.youtube.com/watch?v=CEh2N5hmPVM

    ’sade donne-moi, sade dit-moi!‘ (nur eben ins ohr…)

    ansonsten in sachen richtig ‚PFUI!‘ hier ein spätneunziger abführschmankerl, das perverserweise auch heute noch etwa von den formatfolterknechten bei NDR2 wenigstens 8mal täglich aufgebrüht wird.

    http://www.youtube.com/watch?v=K-UNzS9uUWw

    und dazu noch dieser catsuit…

  77. 77
    Heute ist auch nicht alles super

    aber:

    – diese Zusammenstellung ist es

    – und die Kurzkritiken sind fast noch superer

    danke

  78. 78
    falcon-goat

    @archeophyt:

    Mo-Dos „Eins, zwei, Polizei“ – dieses unglaublich lobotomisierende Stück Schmierentheater – wurde seinerzeit von der unvergleichlichen Charlotte Roche auf VIVA mit folgendem Kommentar anmoderiert:

    „Jedes Land hat den Spitzenreiter, den es verdient.“

    Hach, Charlotte…

  79. 79
    justus_jonas

    Edelweiss mit „Raumschiff Edelweiss“ sollte auch nicht in Vergessenheit geraten. Damals mit dabei: Christian Clerici.
    (eine Info für den Bereich „Sinnloses Partywissen“)
    de.youtube.com/watch?v=2rG6491LBFc

  80. 80

    @justus_jonas: Das ist tatsächlich die Art von Wissen, auf die ich stehe. In die Reihe fällt dann wohl auch Daniel „Galileo“ Aminati und die Boygroup Bed & Breakfast“

    http://www.youtube.com/watch?v=ITo7C2KYJyE

    Wer die Möglichkeit hat, sollte sich nach der Version auf der Bravo Hits 9 (nur echt mit Comic!) umschauen, auf der sie als Geheimtipp gefeatured werden und ein unfassbar geiles Intro sprechen.

  81. 81
    Schattenlos

    Ich hab‘ noch eins – CosMix featuring Ernie „Quietsche-Entchen“

    http://de.youtube.com/watch?v=ljZomCOGF1w

    Den Kauf dieser CD bereue ich heute noch – die meisten von den anderen aufgezählten habe ich bestimmt auch ;-) Und schäme mich doch nicht halbsosehr wie für den obengenannten Song.

  82. 82
    Stephan (der Echte)

    Ich finde, in der Liste des Pop-Horros ohne Musik und sinnvollen Text fehlt eindeutig „Emilia“. „Big big Girl“ anyone? Vielleicht ist mir das … … ! Stück auch nur deswegen in Erinnerung geblieben: Ich war beim Bund. Mein Kommandeur war ein 1.7m großes, recht fülliges, Exemplar eines bequem eingerichteten Kasernen-Soldaten. Ich werde nie vergessen, wie quer über den Exerzierplatz Richtung Kantine schlenderte und eben jenes Lied leise vor sich hinsang: „I’m a big big girl in a big big world…“

  83. 83

    nana, Edelweiss war aber noch 1989

  84. 84
    moses

    @Heute ist auch nicht alles super: Warum versucht ihr alle „super“ zu steigern? Der Elativ ist sonst schon nicht ansehnlich, aber davon kriegt man Schmerzen im Broca-Areal. Ich geh jetzt ein Aspirin nehmen und Goethe lesen…

  85. 85
    Thies

    @falcon-goat es gibt zwei Edelweiss-Hits, siehe auch:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Edelweiss_(Band)

    „Raumschiff Edelweiss“ stammt aus dem Jahr 1992.

  86. 86
    WUPPAda

    Nana, da habt ihr doch glatt „MODO“ mit „Eins, Zwei, Polizei“ vergessen! ;D

  87. 87
    justus_jonas

    @Jens: Raumschiff Edelweiss (Single/Maxi/Maxi-CD/Promo-Maxi-CD, 1992)

  88. 88
    justus_jonas

    .

  89. 89

    @meistermochi:
    Lässt sich sehen.

    Da bin ich mit dabei.

  90. 90

    Boh, Malte, danke für diese Liste (und die 80er-Liste). Ganz große Horrorshow. Und R-E-S-P-E-C-T für die Recherche: Du wirst gelitten haben: Schweißausbrüche, Alpträume, Hirn-, Ohren- und Augenkrämpfe. Hat sich aber gelohnt! :-)

  91. 91

    Ohne diesen Artikel

    wüsste ich nicht,
    woher man Informationen und deren Beantwortung herleiten kann.

    Alles Gute
    @PiPi

    [Provokation]

  92. 92
    Thomas

    War ich der einzige der damals noch DJ Bobo gehört hat? Der gehört doch auch ganz oben auf die Liste…

    There’s a Party

    „When you here my Rap Rhymes, you will take your chance!“

  93. 93
    moses

    Ich habe es geschafft! Damit sind genau 90 Kommentare zum 90er -Artikel gelistet. Danke, Danke, nichts zu danken.
    [Wieder eine Großtat; jetzt muss ich nur noch die SPD retten…]

  94. 94
    corax

    @moses: Nach dem „das Rote“ teilen jetzt „das Rote“ wiedervereinen?
    Halte ich für wesentlich schwieriger als die Geschichte damals™ ;—)

  95. 95
    moses

    @corax: Warum! Warum nur? Es war perfekt, es hatte Stil, es hätte Klasse gehabt mit 90 Kommentaren zu enden. Die ganze Ordnung – kaputt! Als würde man einen 6. Finger an seine Hand kleben – das geht nicht!
    Ich geh jetzt weinen.

    (Ach und; die SPD wird bald entlich die anderen Parteien als unförmige Kopien ihrer selbst demaskieren und Frank-Walter „Obama“ Steinmeier mit seiner Crew das Land retten. Wer jetzt lacht wird mit Dreck beworfen!)

  96. 96
    corax

    @moses: Hör doch bitte auf zu weinen. Think positive!
    Du hast jetzt Platz hier für 1897 weitere Kommentare und eine neue Herausforderung. :-)

    Haha. LOL
    (Info: Hier auf Spreeblick müsste es Lehm heißen statt Dreck)

  97. 97
    moses

    @corax: Gut. Dann führe ich auf diesem Artikel zukünftig Tagebuch. Also da hätten wir für heute:
    … Habe fern gesehen, hatte daraufhin Kopfschmerzen und habe mir den Tod der Menschen im Bilderkasten ausgemalt. Danach hat mich meine Katze gequält (ja, so rum war das), habe geweint (werde jetzt aber, um meine Mitmenschen nicht zu belästigen, dazu in den Keller gehen). Habe über Opel nachgedacht und schon mal mit dem Taschentuch gewinkt (ja, man sagt nicht gewunken – schade). Habe Eiweiß aufgenommen, um mein Gehirnwachstum anzuregen, danach habe ich verdaut – das war spannend. Dann habe ich wieder einmal Gracians Handorakel gelesen, um mich auf der vergehende Zukunft (oder wie sagt man, wenn die Vergangenheit zur neuerlichen Zukunft wird) vorzubereiten. Habe fest gestellt, dass arm sein doof ist – Seit dem kommen meine Gedanken immer wieder darauf zurück, während mich meine Katze quält.
    … dear dear diary

    Das macht dann etwas mehr als 5 Jahren, bis die Welt wieder stimmt und die Performanz der Zahlen wiederhergestellt würde. Hoffentlich existiert der Spreeblick noch so lange.

  98. 98

    @moses:
    Lieber moses, die Klage von Kraftwerk scheint dir doch reichlich geschadet zu haben.
    ich wünsche dir eine zügige Genesung und das du bald, befreit von dieser engen Jacke, auch wieder alles selber Tippen kannst.

  99. 99
    clairefontaine

    @archeophyt:

    genau diese Frage habe ich mir auch immer bei diesem Lied von Meat Loaf gestellt. Habe auch früher schon versucht, im Video Antwort auf die Frage zu erhalten, aber leider nichts zu machen…vielleicht kann jemand helfen?

  100. 100
    clairefontaine

    hab noch was schönes aus den späten 80ern gefunden, „The best things in life are free“…(-;

    http://www.youtube.com/watch?v=7pgh3tlia10&feature=related

  101. 101
    Martin

    Echt witzig, obwohl manches schlimme fehlt und einiges gar nicht so schlimmist(ok, alles ist zumindest grenzwertig, was Du erwähnst…)
    Wegen dem Scat in Scatman habe ich mich auch schon mal beiemert, heute hat mir wikipedia eine Antwort gegeben:

    Der Begriff Scat steht für:

    * Scat als spezielle Form des Gesangs im US-amerikanischen Gospel und im Jazz
    * eine Sexualpraktik; siehe hierzu Koprophilie

    Wahrscheinlich meint er das erste, aber wer kann sicher sein :D

  102. 102
    clairefontaine

    GREEN JELLY: Three little pigs

    http://www.youtube.com/watch?v=oEHMVdncYuI

  103. 103

    Klasse Auflistung, die kaum moch „Negativ-Wuensche“ offen laesst. Waehrend die 80er vielerseits einfach nur naiv aber oftmals dennoch sympathisch waren, kamen aus Kommerzgruenden wirklich unmoegliche Sachen in den 90ern auf, die mit Sicherheit keine Rechtfertigung fuer ein wie bei den 80ern gelagertes 90er-Jahre-Revival darstellen duerften…

    …und schon fallen mir so Stichworte wie „A*Teens“ und „Masterboy“ ein… :-)

    Wenn ich in den unendlichen Weiten der hiesigen Maxi-CD-Restbestaende (damals hat man ab und zu noch aufgelegt und musste (!) leider diverse Sachen spielen) wuseln wuerde, kaemen bestimmt noch die ein- oder anderen, akustischen Horrorszenarien ans Tageslicht. Also lassen wir sie lieber da, wo sie sind…

    Gruss Norman

  104. 104
    maRk)

    Ich beiß gleich in die Tischkante vor Lachen (ja, ich komm aus Baden; da sagen wir das so). Du sprichst mir aus der Seele. Trotzdem möchte hier noch ein Musikprojekt vorstellen, daß offenbar erfolgreich von jedem verdrängt wurde:

    Die Schlümpfe

    und ihre Gabe, eine Auswahl der schlechtesten – und teilweise oben bereits vorgestellten – Musikproduktionen neu zu bearbeiten und diese ein weiteres Mal auf den Markt zu bringen. Gepitschte Stimmen, die Töne noch unpräziser als die usprünglichen Künstler treffen inklusive, wobei hier der musikalische Wert des Stücks von den Schlümpfen noch um ein vielfaches unterboten wurde. Ein Hörbeispiel kann und will ich hier nicht verlinken, denn es dürfte klar sein, daß man sich nach dem Hören und Sehen oben genannter Beispiele nicht auch noch die Schlümpfe antun möchte.

    Auf jeden Fall vielen Dank für die tolle Auflistung. Ich habe Tränen gelacht und en Link sofort an meine Freunde geschickt.

  105. 105
    Ewald

    Lustig, lustig …
    Aber : Die Band ohne Namen mit Girl 4 one day ist aus dem Jahr 2000.

  106. 106
    Tobias

    Also ich weiß ja nicht, ich find einige davon ziemlich witzig.
    Wer natürlich Pop Musik im allgemeinen tatsächlich ernst nimmt, der hat verschissen. Aber das gilt nicht nur für die 90er.

    Im Übrigen sind 90er Partys sehr angesagt, zumindest bei mir in der Stadt. Es finden so 3-5 im Monat statt, die sind unter Garantie immer überlaufen.
    Und warum auch nicht, sie machen Spaß, man trinkt halt einen und singt die oft saudummen Texte mit, zusammen mit 400 anderen Leute (die überwiegend auch in den 90ern aufgewachsen sind ;) ).

    Wenn der ganze Laden 10 kleine Jägermeister „singt“ oder der Muskelberg neben dir „I’m a barbie girl“ trällert kann man sich das Grinsen einfach nicht ausm Gesicht wischen.

  107. 107
    torben

    Guck mal Typ,

    wenn du n bischen was davon verstehen würdest, würdest du nicht so nen ärmlichen Beitrag schreiben.

    Wenn du in den 90ern in bischen woanders rumgehangen hättest als in Prolodissen(ich nehme mal an du bist eventuell so alt), dann wüsstest du dass der Höhepunkt der populären Musikentwicklung eben da statt gefunden hat. Warum : weil alle Bands aus den 70ern und 80ern noch am Start waren und durch die zunehmende Vermarktung nochmal einen Kick bekommen haben, weil es den ganzen Internetschrott noch nicht gab und Musikmachen noch mit Aufwand verbunden war. Weil Typen wie du eben in ihren assi schuppen rumhingen und es ihnen nicht so leicht gemacht wurde mit Subkultur und Underground mitzuschwimmen, wie es heute der Fall ist.

    Mehr muss man eigentlich nicht dazu sagen obwohl es noch vieles dazu zu sagen gäbe.

    Also bevor du so nen peinlichen Schrott postest, setzt dich doch mal mit der Musik auseinander die in den 90ern wirklich prägend war und von der alles was heute stattfindet nur n billiger Abklatsch ist.

  108. 108

    Wer die gesamten Top 10 Charts der 90er „genießen“ will, kann gerne auf den Link in meinem Namen drücken. Ab und zu ist in der Tat ein gutes Lied dabei, aber gerade der Zeitraum von 1993 – 1997 ist schon extrem Euro-Dance lastig.

    Um ein positives Beispiel zu nennen, das gerade 1993 deutlich heraussticht ist Bon Jovi – Keep the Faith; so gar keine Dance :-)

    Gibts direkt hier zum Ansehen: http://www.deutsche-charts-hits.de/charts-1990-1999/top-10-charts-1993/januar-1993?wid=467

  109. 109

    Ich bin nur durch Zufall auf diese Seite gestoßen und finde es unverschämt wie ihr die 90er Jahre in den Dreck zieht.

    Im Gegensatz zu heute war das noch heile Mucke und ist es heute immer noch, wenn ihr Kopfschmerzen davon bekommt dann müßt ihr es euch ja nicht anhören.

    Der Eurodance der 90er ist einfach Kult!

    Also Fresse halten!!!

  110. 110
    darkbvb

    Das war noch musik !!!!!! nicht so ein dreck wie heute !!!!!!!!!!!!! ihr seid solche vollpfosten die was gegen diese lieder schreiben !!!!!!!!!!!!!!!!!!!! IDIOTEN !!!!!

  111. 111

    Ich liebe die Musik der 90er

  112. 112

    Moin Moin Spreeblick,

    Deine Liebeserklärung an die 90er Hits ist echt ganz witzig.
    Denn was sich neckt, das liebt sich :-)
    Ich habe meine erste Liebe in der Grundschule auch immer
    geärgert und an den Haaren gezogen.

    Jaja, die Psychologie durchschaut jeden ;-)

    I Love the 90’s (eurodance)

  113. 113
    RFID

    Oh shit…ich weiß nicht, was es über mich aussagt, daß ich die meisten Machwerke dieser Liste hier damals supergeil fand. Okay, wahrscheinlich nichts, ich war ja so 13-17 Jahre alt, aber da ich die heute mit Ü30 immernoch geil finde, bin ich wahrscheinlich einfach irreparabel kaputt.:D
    Scheiß drauf, gleich mal ne Spotify-Playlist mit Macarena, Cotton Eye Joe, Lucilectric, Scooter und Blümchen zusammenbasteln! Muahaha! :D

  114. 114
    Thomas

    An den Blogsteller und alle die es interessiert:
    Ich will versuchen mich kurz zu fassen.
    Es mag schon sein das viel Schrott lief aber eben auch genauso viele echt gute Songs. Ich kann auch nicht verstehen warum so viele Menschen den Pop aus den 80/90er und u.a. den Eurodance verurteilen.

    Mir zum Beispiel ist es wichtig das die Melodie, das Instrumental und eventuell noch Stimme gut klingen(und zusammenpassen), und da kann ich den Sinn des Gesangs schon durchaus mal etwas in den Hintergrund schieben.
    Schließlich heißt es Musik und nicht Hörspiel.
    Waren die Menschen der 80/90er etwa dumm oder anspruchslos und die heutzutage nicht??? Nein!

    Diese Musik hat nicht umsonst Kultstatus erreicht und war prägend.

    Es gab echt super Songs ! Vielleicht bin ich ja mit meinen 34 Jahren zurückgeblieben… :)

  115. 115
    Thomas

    @Thomas: Waren die Menschen der 80/90er etwa dumm oder anspruchslos im Gegensatz zu den heutigen??? Nein! Damit es richtig verstanden wird, ich will niemanden dumm oder ähnlich darstellen.

  116. 116
    Nico

    Das ist doch wunderbar! Alleine, dass diese Produkte der 90ies heute noch Leute irritieren zeigt m.E., dass das Kunst ist! Kunst hat schließlich immer auch den Anspruch und die Aufgabe zu irritieren, aufzuregen, zu verunsichern, Fragen zu stellen (auch nach ihrer eigenen Qualität). Ich weiß, dass nicht jeder meiner Meinung ist, aber ich würde schon sagen, dass diese – und andere – 90ies-Songs zeigen wie Kommerz zu Kunst werden kann! Klasse! Und: schöne Zusammenstellung!

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