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Partei der Woche: Die Linkspartei

Die Linkspartei hat in dieser Woche deutlich gemacht: Die Mauer war keine einmalige und seltsame Fehlleistung der DDR-Führung – eine Mauer ist Grundlage für eine Politik, wie sie die Linkspartei will.

Die beste Lösung wäre, den Steuersatz bei Einkommen ab 600 000 Euro sprunghaft auf 80 Prozent ansteigen zu lassen. Das sind Einkommen, die dem 20-fachen des Durchschnittseinkommens entsprechen. Alle schamlosen Einkommen wären erfasst.

Das sagte Oskar Lafontaine, Gehirn, Gesicht und Bauch der Partei der Passauer Neuen Presse (via).

Ein Einkommen völlig ohne Moral, ein Sodom unter den Gehältern, wäre dann das von Jochen Zeitz, dem Vorstandsvorsitzenden der Puma AG. Der verdient im Jahr 7,2 Millionen Euro. Das dürfte etwas mehr sein als das gesamte Bundeskabinett (das habe ich nur überschlagen) und fast ein Zehntel von dem, was Michael Schumacher bei Ferrari verdient hat.

Bevor Zeitz bei Puma die Führung übernahm, hatte die Marke in etwa den Glamour-Faktor von Tchibo.

„Zeitz führte Puma in den folgenden Jahren aus der Krise und verwandelte den einst angeschlagenen Sportartikelhersteller in ein international erfolgreiches Sport- und Lifestyle-Unternehmen.“ Das schreibt die Wikipedia. Das unmoralische Einkommen des Herrn Zeitz findet also seine Entsprechung in dem, was er an Werten für das Unternehmen geschaffen hat.

Nun denkt ja die Linkspartei nicht in diesen engen betriebswirtschaftlichen Grenzen.

Ohne Mitbestimmung, gewerkschaftliche Gegenmacht und sozialstaatliche Regulierung führen private Unternehmerinteressen zu volkswirtschaftlich verlustreichen, zu sozialen und umweltzerstörerischen Fehlentwicklungen.

Und das ist ein sehr richtiger Satz. Unternehmenswohl kann gleich eine ganze Reihe von das Wohlleben bedrohenden Nebenwirkungen haben. Weshalb der Staat um Gottes Willen aufhören soll, seine Machtlosigkeit angesichts der Globalisierung zu beschwören und Regeln schaffen muss.

Aber: Innerhalb dieser Regeln ist das Einkommen der Führungsebene das geringste Problem. Will man die Marktwirtschaft, so braucht man finanzielle Anreize. Ohne finanzielle Anreize hat man ein Idyll wie die DDR, in der die Einkommen so gerecht verteilt waren, dass man sie in all den Schubladen, in die man sie gesteckt hat, weil es nichts gab, wofür man sie hätte verwenden können, kaum noch gefunden hat.

A propos Gerechtigkeit: War es gerecht, wenn Fußballspieler früher erst Stadien gefüllt haben und dann nach ihrer Karriere in Lottoannahmestellen arbeiten mussten? Ist das Gehalt von Luca Toni obszön, der mit seinen Toren das Vielfache seines Einkommens für die Vereinskasse sichert?

Lafontaines Gerede ist nicht konstruktiv. Es lockt ein paar Wähler an, die glauben, dass Gutverdiener ihr Geld essen, mehr nicht.

Gegen diesen sprachlichen Offenbarungseid verblasst die Abschalt-Aktion des Abgeordneten Lutz Heilmann, der im Überschwang des Rechtsstaats gleich die gesamte deutsche Wikipedia abschalten ließ. Solche Dusseligkeiten sind bei der Stasi bestimmt häufig passiert (wenn beispielsweise eine minderwertig angebrachte Wanze die Stromversorgung eines ganzen Stadtteils gekappt hat), nur gab es damals nicht diese anstrengende Presse.
Aber die wäre unter einer Linksregierung bestimmt Chefsache.

143 Kommentare

  1. 01
    up

    immer feste druff ^^

  2. 02
    Peter

    Man gut, dass der Herr Zeitz den Laden ganz alleine gewuppt hat.

  3. 03
    Frank Schenk

    Ich finde den Artikel (wie auch Oskars Statement) ein wenig übertrieben. Mag ja sein, daß der Herr Zeitz viel für Puna getan hat – für Deutschland hat er wenig getan denn Schuhe und sonstige Sportartikel kommen doch heute aus Südostasien. Dort haben Puma, Addidas, Nike und co. Herstellungskosten von wenigen Euro/Dollar pro paar Schuhe, die sie hier für 100-300 Euro vertackern. In Deutschland wird also nur verkauft, der Gro0teil des Erlöses wandert wieder ins Ausland für neue Fabriken. Verkauft wird doch hauptsächlich Image. Das geht solange gut, bis sich keiner mehr die Schuhe kaufen kann – auf diese Milchmädchenrechnungen fällt aber die ganze Industrie rein. Billigst im Ausland produzieren, teuer hier verkaufen und das Geld ist dem deutschen Markt entzogen.

    Trigema macht es vor. Es funktioniert. Man kann in Deutschland mit Gewinn produzieren und Menschen Perspektiven und eine Zukunft geben.

    Unkontrollierter Turbokapitalismus der letzten 20 Jahre hat uns dahin geführt, wo wir jetzt stehen – vorm Abgrund.

    gruß

  4. 04
    tamtam

    „Ohne finanzielle Anreize hat man ein Idyll wie die DDR, in der die Einkommen so gerecht verteilt waren, dass man sie in all den Schubladen, in die man sie gesteckt hat, weil es nichts gab, wofür man sie hätte verwenden können, kaum noch gefunden hat“

    Ich suche gerade den tieferen Sinn dieses Satzes. In welcher Schublade steckt er? 3.rechts unten?

  5. 05

    @tamtam:

    da ich ihn ja verstehe, müsstest du mir schon einen ansatz geben, was ich erklären soll.

  6. 06

    Wenn der Preis für in Deutschland produzierte Waren ein Schimpanse mit Brille ist, bin ich für die totale Globalisierung.

  7. 07

    Der beliebte Irrglaube, dass Manager und Fußballspieler sich in’s Bett legen würden und gar nichts mehr machen würden, wenn sie weniger Geld bekämen. Bravissimo. Luca Toni würde auch für ein Zehntel seines Gehalts rennen bis er kotzt.

  8. 08

    Na endlich kommt der wahre Malte zum Vorschein und zündet seine nächste Rakete an erschöpfender Brillianz und integraler Vorzeige-Analystik. Rich is beautyfool, Superrich is veryfun. Weil viel Spaß damit. Und Image machen die auch, die Wirtschaftslenker, sagenhaft!

    Milo Minderbinder hätte das nicht besser formulieren können – jeder hat seinen Anteil.

    Das stimmt leider nur überhaupt nicht. Ist aber egal. Hauptsache links böse. Markt gutt.

    Dass die vielgelobte Marktwirtschaft gerade den halben Planeten zerreißt – geschenkt. Dass das heiß favorisierte ach so glücklich machende Wirtschaftsmodell ganz wesentlich auf der finalen Ausbeutung desselben Himmelskörpers und der Mehrzahl seiner Bewohner basiert – who cares?

    Hauptsache wir schnell wieder könn mache tun schön Video-Blabla. Mit Bartkraule und Nuschel und Miezekatz. Haha.

  9. 09

    Danke! Schön, dass sich endlich mal jemand inhaltlich mit der Linken auseinandersetzt.
    Ich halte die von Lafontaine vorgeschlagene 80% Steuer auch für wenig hilfreich. Klar ist das reinem Populismus geschuldet, denn die übrigen Arbeiternehmer bekommen ja nicht deswegen weniger, weil der Manager mehr bekommt. Das Geld, was die Arbeitnehmer weniger bekommen, bekommen die Aktionäre. Hier liegt das Problem. Dass aber die Steuer auf Kapitalerträge in Deutschland nicht der Rede wert ist, ist das eigentliche Problem. Aber Lafontaine fordert ja auch eine hohe Kapitalertragssteuer…

    Allerdings bin ich durchaus für eine erweiterte Progression. Sagen wir 60% ab 500.000 sind wohl vertretbar. Allerdings ist es auch hier noch wichtiger, Steuerschlupflöcher zu stopfen und Offshores zu bekämpfen. Denn derzeit können wir ja froh sein, wenn Leute mit über 500.000 überhaupt Steuern zahlen. Naja, da hat Lafo aber auch schon dran gedacht.

  10. 10

    @Frank Schenk:

    zunächst ist es ja nicht seine aufgabe, etwas für deutschland zu tun. er sorgt mit dafür, dass wir auswahl bei schuhen haben. man kann ein land auch mit schuhen versorgen, indem man eine bedarfsermittlungskommission fünfjahrespläne für das schuhwesen erstellen lässt, aber dann kann es vorkommen, dass das land drei jahre lang fliederfarben beschuht ist.

  11. 11
  12. 12
    westernworld

    gott bin ich müde „¦

  13. 13

    …ganz übersehen – „Das schreibt die Wikipedia.“ Der unabhängige Verein unabhängiger Wirtschaftsjournallier, der vor allem durch seine Unbhängigkeit und das absolute Fehlen jedweder Form von Manipulation und Propaganda bekannt ist.

    Hu Katz!

  14. 14
    ber

    @Malte Welding: Den Satz hab ich auch mehrfach gelesen und nicht verstanden.

    Hohe Gehaelter ermoeglichen Produktvielfalt, oder wie?

  15. 15

    @Malte Welding: Also ist die Erklärung dafür, hohe Einkommen nicht hoch zu besteuern, dass es die anderen auch nicht machen und uns sonst die Luca Tonis davonlaufen? Übrigens von 80% halte ich auch wenig und gleich soll nicht alles sein, aber gottverdammtnochmal gleicher als es jetzt ist. Niemand verdient im Jahr 7,2 Millionen € (im Sinne von niemandem steht es zu) und damit 720mal soviel wie andere.

  16. 16
    Sebastian

    auf polemik eine polemik folgen lassen, finde ich ganz gut. wieso sollte man sich immer nur inhaltlich mit der linkspartei auseinandersetzen. wenn oskar es krachen lassen darf, dann malte erst recht. für alle anderen, die sich inhaltlich auseinandersetzen wollen, die können ja versuchen, parteiverlautbarungen und regierungspolitik (zum beispiel in berlin) miteinander in verbindung zu setzen.

  17. 17
    corax

    Das ist doch bestimmt ein Basic hier. ;—)

  18. 18

    „¦ und am Ende streiten wir darüber, was „viel“ und was „zu viel“ ist, das führt aber zu nichts, ob das Beispiel Puma nun das richtige ist oder nicht. Jeder findet bestimmte Gehälter obszön, aber jeder hat da wohl seine sehr eigenen Grenzen. Und was glauben wir denn, wozu ein Spitzensteuersatz von 80% führen würde?

    Ich halte ja diesen Satz für die Kernausssage:
    „Lafontaines Gerede ist nicht konstruktiv. Es lockt ein paar Wähler an, die glauben, dass Gutverdiener ihr Geld essen, mehr nicht.“

  19. 19

    Kommen die anderen Parteien eigentlich auch noch alle dran?

  20. 20
    Dieter

    Ein für diese Seite bemerkenswert kritischer Artikel, danke Malte. Die Kommentatoren die hier die Linkspartei verteidigen und Managergehälter für die Finanzkrise verantwortlich machen zeigen auf, dass noch ein erheblicher Aufklärungsbedarf besteht. Vielleicht wäre ein einführender Artikel über die Notwendigkeit der freien Marktwirtschaft angebracht?

  21. 21
    melmoth

    Was nervt ist, das diese „Mauerbauer und wieder Abreisser, aber immer noch schlecht drauf, weil alle anderen die nicht in unserem Datschenverein waren, sind böse“ sich hier immer schön Zeitverzögert auskotzen. Schicke Antikapitalismuskritik der Besitzlosen. Als der Kapitalismus einige Wochen wankte, standen sie auch nur da und glotzten, mit nem Sterni inner Hand! Na dann Prost! Wenn ich der Hopp wäre, würde ich 1000 Hartz4 Terroristen jeweils ne Million schenken und dokumentieren was passiert. So als soziologisches Experiment. Interessanter als Hoffenheim jedenfalls.

  22. 22

    @Johnny Haeusler: Ja einerseits. Aber andererseits ist es durchaus legitim über eine gerechtere Progression zu streiten. Steuerprogression haben wir in Deutschland ja nicht ohne Grund und sie ist auch nicht per se rein populistisch. (Oder bist Du für die Abschaffung der Progression?)
    Wo und wie hoch man sie ansetzt, ist durchaus diskutierenswert. Insofern würde ich Lafontaines 80% Einwurf als steile, und ja, populistische Provokation werten. Und wie das so ist, entpuppt sowas ja immer als guter Diskuskatalysator.

  23. 23
    Maltefan

    Aber: Innerhalb dieser Regeln ist das Einkommen der Führungsebene das geringste Problem. Will man die Marktwirtschaft, so braucht man finanzielle Anreize.

    Stimmt zwar, allerdings gehst Du völlig fehl in der Annahme, dass es auf dem „Arbeitsmarkt“ der Vorstandsebene irgendwie marktwirtschaftlich zugeht, und dass die horrenden Vorstandsgehälter einen ernsthaften Anreiz darstellen, sich dahin „hochzuarbeiten“. Die Vorstandsebene in D ist idR ein geschlossener Club, in den Aussenseiter wie bspw. ein Klaus Kleinfeld nur äusserst selten mal reinkommen. Dass es bei den Vorstandsgehältern nicht darum gehen kann, Anreize für die Anzucht von qualifiziertem Nachwuchs zu schaffen, sieht man schon daran, dass der Einkommensabstand zur nächsten Ebene enorm ist und sich in den letzten 10 Jahren noch weiter gespreizt hat.

    Vorstandsgehälter in D sind Goodies aus dem Selbstbedienungsladen, die von einem Aufsichtsrat abgenickt werden, der selbst Vorstand in anderen Unternehmen ist, bei denen wiederum andere Vorstände im Aufsichtsrat sitzen. Der Kapitaleigner ist zersplittert in tausende Fondsgesellschaften und Kleinaktionäre und kann so gut wie keinen Einfluss mehr nehmen. Das ist mMn das eigentliche Problem.

    80% Besteuerung mag etwas übertrieben sein, aber was soll denn an einem erhöhten Spitzensteuersatz für jeden Euro, den man bspw. jenseits der Million verdient, nun so schlimm sein? Diese Einkommen sind ja schließlich auch praktisch überhaupt nicht mit Sozialversicherungsbeiträgen belastet, für die der Geringverdiener von jedem Euro erheblich was abgeben muss, aber die für jeden Euro, den man über den jeweiligen Bemessungsgrenzen verdient, wegfallen.

  24. 24
    tamtam

    „Ohne finanzielle Anreize hat man ein Idyll wie die DDR,…“
    okay. Wobei es Unsinn ist, dass es keine finanziellen Anreize gab.

    „… in der die Einkommen so gerecht verteilt waren, dass man sie in all den Schubladen (in die man sie gesteckt hat, weil es nichts gab, wofür man sie hätte verwenden können) kaum noch gefunden hat“

    Ich setze die Einschübe mal in Klammern, um den Gehalt des Satzes kenntlicher zu machen. Die Einkommen waren also so gerecht verteilt, dass man sie kaum noch gefunden hat.

    Was bitte ist der tiefere oder auch oberflächliche Sinn dieser Aussage? Wie kommst du darauf, dass diese nicht zu finden waren (obwohl sie doch offenbar – angesichts mangelnden Angebots – gebunkert wurden) und was hat das mit einer gerechten Verteilung zu tun?
    Und vor allem, was hat das damit zu tun, dass man in Frage stellt, dass Gehaltsunterschiede die das 200fache eines halbwegs anständigen Monatseinkommen (3.000 €) ausmachen, etwas mit gerechter Verteilung des erwirtschafteten Mehrwerts zu tun haben?

  25. 25
    Dominik

    Entschuldigt die Haarspalterei, aber die Passauer Neuen Nachrichten heißen Passauer Neue Presse (PNP).

  26. 26

    @Dieter: „Vielleicht wäre ein einführender Artikel über die Notwendigkeit der freien Marktwirtschaft angebracht?“
    Oh ja bitte. Weil, wer hohe Gehälter hoch besteuern will, die Notwendigkeit der freien Marktwirtschaft nicht versteht.

  27. 27
    Aron

    Das ganze Pack, mit seinem so selbstverliebten Lächeln … weg damit, hinfort.
    Eben haben diese „Eliten“ die halbe Weltwirtschaft an den Baum gefahren.
    Und wer bezahlts?
    Wir.
    Warum eigentlich?

    Schamlos, obszön, sind wahrlich noch zu milde Begriffe für das was man da einstreicht. Es geht nicht um’s Geld, es geht um die Macht die es seinen Besitzern verleiht.
    Diese Macht ist obszön.
    Wollen wir das?

  28. 28

    Ouuuuh, danke. Da fällt mir doch glatt wieder ein, endlich den Termin bei der Steuerberaterin zu machen.

  29. 29
    Aron

    Polemik: Mit finanziellen Anreizen in Form von obszönen Boni erhält man ein wunderbares System, für das man sich allerdings mühen muß klangvolle Namen zu erfinden, damit seine fiese Fratze unter dem rosafarbenen Anstrich für Hinz und Kunz verborgen bleibt. Hinz und Kunz lassen sich das, gebildet haben sie sich diesbezüglich nie, angeboten hat man ihnen das allerdings auch nicht gerade, gerne erzählen und wähnen sich in einem ach-so-wunderbaren-System.
    Einer demokratisch freien Marktwirtschaft.
    Applaus für dies Geschick.
    Und guten Morgen Hinz, Guten Morgen Kunz.

  30. 30

    Wer hat Angst vor Oscar Lafontaine? Spreeblick ist da nicht allein. In den letzten Wochen herrscht da eine gewisse Panik in den deutschen Medien. Aber die Angst ist unberechtigt. Soweit ich weiß, ist Berlin auch unter einer linken Regierung immer noch nicht eingemauert. Millionäre leben hier unbehelligt und von Abwanderung großer Unternehmen oder von Fußballern merke ich auch nichts. Also vielleicht einfach mal Ball flach halten und dann doch mal Parteiprogramme anschauen bis September. Immerhin taucht Lafontaine morgen nicht in deinem Wohnzimmer auf und drängelt sich an deine Rechnertastatur, wie andere MdBs das nur zu gerne täten.

  31. 31
    Feinfinger

    Sieht Dein Weltbild tatsächlich so aus, dass hie die gute maximal befreite Marktwirtschaft, und dort die böse DDR liegt, und nix dazwischen außer Mauer und Todesstreifen?

    Ist es im Sinne einer funktionierenden Versorgung der Ersten Welt tatsächlich notwendig, dass wir 40% der Warengutscheine an 5% der Leute verteilen, und so weiter?

    Geht es in Ordnung, dass Mehdorn, diese Ikone der Unfähigkeit und Korruption, die Bahn kaputtmarkt und sich dabei das Gehaltsäquivalent von einigen tausend Lokführern zuschanzt?

    Und ist es dem Glück der Menschheit tatsächlich zuträglich, dass ein paar Berlin-Mitte-Fuzzies wie Du und ich uns einmal im Jahr irgendeinen Plasteschuh von indonesischen Kindern oder chinesischen Landfräuleins zusammentackern lassen, der dann gleich wieder auf die Deponie fliegt?

    Im Moment gibt es praktisch niemanden außer der Linkspartei, der unsere Wirtschaftsweise ernsthaft in Frage stellt, und ein Gegengewicht wird dringend benötigt.
    Es gibt auch niemanden, der eine so durchgängig schlechte Presse wie die Linkspartei kriegt – mal abgesehen von SPDlern, die sich zur Durchsetzung ihrer Wahlziele von ihr tolerieren lassen wollen. Gerade deshalb kapiere ich nicht, was Du dem wohlfeilen Lafontaine-Bashing abgewinnen kannst.

  32. 32

    die zeitung heißt „Passauer Neue Presse“ und nicht „Passauer Neue Nachrichten“ :-)

  33. 33
    Philipp A.

    Ein anderes Beispiel ist nebenbei Porsche. Der gute Herr Wiedeking hat den Gewinn des Unternehmens in den letzten 12 Jahren mehr als vertausendfacht und den Unternehmenswert von 300 Mio auf 25 Mrd EUR gesteigert.

    Da verdient der gute Herr Wiedeking auch seine 60 Mio EUR im Jahr, denn ohne ihn wäre Porsche womöglich insolvent und die 12.000 Angestellten ohne Arbeit.

  34. 34
    Chris

    @Frank Schenk: Lieber Frank, Deine Analyse ist größtenteils
    oberflächlich. Nur weil in Asien (billig) produziert wird, heisst das nicht, dass dort auch der relevante Teil der Wertschöpfung stattfindet. Du sagst ja selber: „Image“ muss produziert werden(Strategie, Marketing) und das wird (momentan) idR nicht in Asien gemacht. Auch das ändert sich aber zunehmend (s. aktuller Beitrag in harvard businessmanager).

    Hast Du fundierte Informationen zur Lage von Trigema? Mein Wissen geht nicht über das hinaus, was in dieser dämlichen Werbung zu sehen ist. Ich glaube aber, das ist Bullshit.

  35. 35
  36. 36
    Chr

    80%… also, ich musste mir schon ein paar Lachtränen wegwischen… Aber vielleicht kann man sowas in der aktuellen Krise politisch ganz gut verkaufen. Andererseits bin ich davon überzeugt, dass die Managergehälter kein zentrales Problem sind – auch wenn @Maltefan: bestimmt Recht hat, jedenfalls liest man ja ständig von dieser Cliquenbildung.

    @mspro: Würde ich mich zu nicht nur 80%, sondern sogar 100% anschließen wollen:

    Allerdings bin ich durchaus für eine erweiterte Progression. […] Allerdings ist es auch hier noch wichtiger, Steuerschlupflöcher zu stopfen und Offshores zu bekämpfen

    Und dann noch @Frank Schenk: Diese deutschnationalen Argumentationen find‘ ich echt schräg. Sich als Angehöriger einer „Exportnation“ darüber zu beschweren, dass ‚Inlands’unternehmen auch im Ausland produzieren, ist echt absurd! Nur ein doitscher Arbeitsplatz ist ein guter Arbeitsplatz, oder wie?

  37. 37
    modinberlin

    erstmal danke an Malte, dass hier ein wirklich brauchbarer Artikel ohne Scheuklappen eingang in Spreeblick gefunden hat. Damit hatte ich wirklich nicht mehr gerechnet, um ehrlich zu sein, ich wollte heute endlich den link aus meinem symbolleistenordner löschen. Ich habe für diese spiessiegen stereotypen „anti-kapitalismus-porn“ wirklich nichts übrig (siehe die überweiegende Anzahl der Kommentare hier).

    Einen Betrag von mir zum Thema Managergehälter: Es ist aus gutem Grund so, dass die Eigentümer eines Unternehmens auch die Gehälter der angestellten Manager bestimmen dürfen. Und nicht irgendwelche Politiker-Hanseln. Sollte der Eigentümer die Öffentliche Hand sein (Bahn AG), dann dürfen die Politiker-Hanseln zumindest indirekt über ihre Günstlings-Politik und das allgemeine korrupte Gewurschtel die Gehälter bestimmen. Sonst eben nicht. Für unsere Freunde von der Kapitalismuskritik: Die Eigentümer sind die Aktionäre, diese wählen in einer Hauptversammlung einen Aufsichtsrat und der bestimmt dann wer Vorstand sein darf und wieviel er dann dafür verdient.
    bitte schön

  38. 38
    Chris

    Neulich traf ich jemanden, der behauptete, Oscar Lafontaine sei sein Nachbar gewesen, im Grunde seines Herzens schwarz und hätte ihm häufiger in den Vorgarten gepinkelt. Ich befürchte, diese harten Fakten werden ca. 20% der Wähler nicht davon abhalten, ihn zu wählen. Das ist nicht seinen klugen Argumenten geschuldet (hat er sich mal überlegt, welcher Top-Verdiener bei diesem Steuersatz im Land bleibt und die ihn wählenden HARTZ iV-Empfänger subventioniert? Nein. Er denkt nicht, er pinkelt), sondern einer strafbar dummen SPD und einer schadenfrohen CDU.

  39. 39
    Frank Schenk

    @Malte Welding: Wenn du auf Dauer Geld verdienen willst, geht dies nur mit wenigen Methoden:

    1. Ich sorge dafür, daß sich die Leute meine Produkte leisten können – sprich ich schaffe Arbeitsplätze (das Trigema-Prinzip)
    2. Ich verkaufe einfach so billig wie möglich (das ALDI-Prinzip)

    Nachhaltigkeit ist hier ein oft bemühter Begriff. Manager heutzutage denken aber nicht weiter als bis zur nächsten Prämienzahlung/zum nächsten Jobwechsel. Was bei dieser kurzsichtigen Sichtweise ernten, erleben wir gerade. Großindustrie, die den Bach runter geht, da sich keiner mehr ihre Produkte leisten kann (Opel, GM) – von der extremen „WertABschöpfung“ bei allen börsennotierten Unternehmen mal ganz abgesehen. Da werden Bilanzen geschönt, Verluste unter den Boden gekehrt, Betriebsteile veräußert, nur um den Aktienkurs hoch zu halten und hohe Dividenden auszuschütten. Auf Dauer geht ein Unternehmen daran zugrunde. Es gibt keine Nachhaltigkeit mehr. Die heutige Managergeneration denkt nicht mehr an ihre Kinder und Enkel, nur noch an sich selbst.

    Daß es anders geht zeigen eben Unternehmer wie Trigema. Gib den Leuten Arbeit, bezahle sie anständig dafür und sie können auch deine Produkte kaufen.

    Abgesehen davon find ich Steuerprogression doof. Je mehr man verdient, umso mehr Steuerberater kann man sich leisten, um am Ende weniger Steuern wie eine polnische Putzfrau zu bezahlen. Gerecht wären z.B. 30% für alle, keine Steuerschlupflöcher, keine Märchensteuer, keine Mineralölsteuer, kein Kohlepfennig und die anderen, 1000 versteckten Kosten. Ok, es würde die Verwaltung Deutschlands so stark vereinfachen, daß hunderttausende Beamte überflüssig würden – aber andererseits gehts so nicht weiter. Der Staat macht Schulden und Schulden und Schulden, gibt mehr aus für Leute, die die Schulden verwalten als für alles andere, man fühlt sich unwohl in diesem Dickicht der Gesetze und Vorschriften – es geht doch auch einfach. Wer denkt sich ein Steuerrecht aus, an dem Bundespräsidenten scheitern? Weg damit. 30% Einkommensteuer und fertig. Und es würde allen besser gehen. Und börsennotierte Unternehmen müssten ihren Aufsichtsrat nach Nachhaltigkeit wählen. Gewinn ok – aber warum soviel?

    gruß

  40. 40
    fredge

    Ich empfehle:

    John Rawls: Theory of justice. Und gleich im Anschluss: Julia Friedrichs: Gestatten: Elite. Auf den Spuren der Mächtigen von morgen.

    Danach redet nochmal über Gehälter.

  41. 41
    tamtam

    @modinberlin(37)
    Und die Politik entscheidet darüber, wieviel sie davon via Einkommenssteuer abschöpft.
    bitte schön

  42. 42
    modinberlin

    at tamtam: und der betreffende vorstand entscheidet dann, ob er das steuer-regime noch erträglich findet oder ob er nicht doch lieber auswandert: schon alleine um der bildung der kinder wegen. …verstehste ?

    hast Du dir mal überlegt wer eigentlich Hartz V bezahlt, wenn keiner mehr hier Steuern zahlt ? oder wollt ihr uns einfach die Reisepässe und eine konvertierbare Währung wegnehmen ?
    bitte schön

  43. 43

    @Stefan Sommer:
    Da einige Parteimitglieder -Egal welcher Partei zugehörend –
    „Dreck am Stecken“ haben, ist eine Pauschale Antwort nicht möglich.

    Bin zu faul um Beispiele zu liefern.
    Nur so viel:
    Schlagwort
    Lambsdorff

    Alles Gute
    @PiPi

  44. 44

    Ich glaube nicht, dass irgendjemand außer vielleicht Michael Schuhmacher das Land verlässt, weil er hier nicht genug Kohle übrig hat. Vor allem keine Vorstände. Die Franzosen oder die Amis, die brauchen keine deutschen Vorstände und Manager.

  45. 45
    Chris

    @Feinfinger: Alles an diesem Kommentar bestärkt mich in meiner tiefen, gerechtfertigten Abneigung gegenüber „der Linken“. Demagogie, die Argumente andeutet, die historisch schon widerlegt sind, werden Lafontaine & Gysi von Erfolg zu Erfolg führen.

    1. Mehdorn: Was genau wirfst Du ihm vor? Das das Unternehmen besser dasteht und bessere Dienstleistungen anbietet als vorher (übrigens: inklusive Car sharing, City Bike)? Oder findest Du ihn einfach nur arrogant und unsympathisch?

    2. indonesischen Schuh-Kinder: Zwingt Dich keiner zu. Kauf Dir anständige Schuhe, lass sie reparieren, wenn sie kaputt sind, kein Kind muss leiden, heimische Handwerker gestärkt. Feddich is der Lack.

    3. unsere Wirtschaftsweise: Es gibt viele Menschen, die unsere Wirtschaftsweise in Frage stellen, aber da es nicht alle so strunzdumm, rüpelhaft laut und auf Bild-Zeitungs-Niveau agierend machen, wie „die Linke“, sind sie nicht so präsent. Es benötigt viel Ausdauer, viel Geist und viel guten Willen, unserer Wirtschaftsweise eine funktionierende Alternative entgegenzustellen. Nichts davon hat Lafontaine vorzuweisen.

  46. 46
    modinberlin

    Posti, diese Überlegungen sind Dir möglicherweise fremd, aber das heist mitnichten dass sie nicht existieren. Sieh es mal so: Ein Leistungsempfänger macht sich darüber einfach nicht so viele Gedanken wie ein Brutto-Zahler.
    lies mal hier: http://www.zeit.de/online/2008/26/fachkraefte-auswanderung

    es betrifft nicht nur Manager, sondern alle möglichen Sorten von Eliten. Deshalb weisst du davon auch nichts…

  47. 47
    Tim

    Obszön? Habt ihr das Wissen aus TV-Magazinen, die Superreiche portraitieren? Viele Kommentatoren machen mir Angst. Wenn ihr mit dem realen Leben der „Wohlhabenden“ konfrontiert werden würdet, würdet ihr euch wahrscheinlich die Bombenbauanleitungen aus dem Netz holen. Draussen – ausserhalb von Berlin – gibt es verdammt viel Kohle. Es gibt Konsum, Privatschulen, exklusive Clubs, gutes Essen grosse Häuser, Penthouse-Wohnungen und Drittwohnsitze in Florida. Da ist die Macht, selbst in einer Demokratie. Damit muss man klarkommen. Die Welt ist ungerecht. Ansonsten kann man Bürgerkriege anzetteln – wie in Lateinamerika.

  48. 48
    tamtam

    @modinberlin(42)
    1. ist das mit dem Auswandern so eine Sache. Einkommenssteuer -so könnte man festlegen – wird da gezahlt, wo gearbeitet wird.
    Dann musste schon das ganze Unternehmen verlegen, was ganz andere Probleme aufwirft. Erst recht, wenn man
    2. das nicht nur national, sondern international (oder wenigstens europäisch) durchsetzt.
    3. wegen der Bildung der Kinder hätten wir dann erheblich geringere Sorgen, weil die zusätzlichen Einnahmen ins Bildunsgsystem gesteckt werden könnten. Hätten nicht nur die Managerkinder was davon.

    4. wollte ich mit meiner rotzigen Ansage nur demonstrieren, dass der Verweis, dass das nun mal so ist, wie es ist, keine wirkliche Antwort auf die von Lafontaine angerissene Frage ist. Wäre dem so, hätten wir vermutlich noch `nen Kaiser und eine gottgewollte Ordnung.

    Die eigentlich spannende Frage ist doch: was ist der von ihnen nicht ausgesprochene „gute Grund“ dafür, dass die Eigentümer (Aktionäre) über das Gehalt der Manager entscheiden?
    Weil die Eigentümer im Zweifel nichts anderes interessiert als die Frage, wieviel Dividende auf ihre Aktien gezahlt wird?

  49. 49
    modinberlin

    ok tamtam, also ich glaube die bessere Frage ist doch wohl, warum sollte jemand anderes als die Eigentümer das Recht haben zu entscheiden, wer in dem Laden wieviel verdient. Schliesslich bezahlen die Eigentümer doch die Gehälter und nicht der Staat und schon gar nicht die Transfer-Leistungsempfänger.

  50. 50
    Chr

    @Chris:

    2. indonesischen Schuh-Kinder: Zwingt Dich keiner zu. Kauf Dir anständige Schuhe, lass sie reparieren, wenn sie kaputt sind, kein Kind muss leiden, heimische Handwerker gestärkt. Feddich is der Lack.

    Boykott ist zutieft undemokratisch. Nicht jedeR verfügt über einen finanziellen Spielraum, innerhalb dessen er/sie entscheiden könnte, bestimmte Produkte aus politischen Gründen zu kaufen oder nicht zu kaufen. Daher ist das meines Erachtens kein taugliches Instrument.

    Darüber hinaus fehlt es insgesamt an handhabbaren Kriterien, was in der Auslandsproduktion noch sozial vertretbar ist und was nicht. Das ist regelmäßig nicht so einfach wie in den Fällen der Kinderarbeit.

  51. 51
    Chris

    @tamtam: Stell Dir vor, Du trägst schwer verdiente € 100.- zur Bank, in der Annahme, wenn Du das da ein Jahr lang liegen lässt, kriegt Du 110.- zurück. Als Du Deine 110.- abholen willst, sagt Dir der Banker: „Hier sind € 70.-, den Rest haben wir an Bedürftige verschenkt, Herr tamtam. Sie sind doch sicher einverstanden?“ Du wirfst den Aktionären vor, dass sie mit ihrem Geld neues verdienen wollen. Ich glaube, ohne Waffengewalt wirst Du diese Art Logik nicht verändern können. Ich will diese Art von Lösung nicht. Ich weiss aber auch, dass Eigentum verpflichtet. Leider steht nirgendwo sehr viel genauer, wozu und wie man das macht.

  52. 52

    @modinberlin: „es betrifft nicht nur Manager, sondern alle möglichen Sorten von Eliten. Deshalb weisst du davon auch nichts“¦“

    Kennst du mich? Alles klar. Sehr überzeugend.

    Ich rede auch nicht von Akademikern an sich. Ich finde nicht, dass Professoren, Ärzte und Politiker zu viel verdienen (die sind auch Elite), sondern Vorstände und Manager. Es gibt für mich keine Begründung, warum die ein vielfaches als die eben genannten drei Gruppen verdienen sollten.

  53. 53
    Chris

    @Chr: Mein Frau erzählt mir, das H&M-Lieferanten mitterweile Kinder auf Schiffen arbeiten lassen, um nationaler Gesetzgebung zu entkommen. Das scheint mir ein eher klarer Fall zu sein. Ihre (=meine Frau) Schlussfolgerung: „Es gibt kein billig“. Aber sie weiss nicht, wie sie sowohl finanziell und moralisch „korrekt“ einkaufen gehen soll. Ich sehe also schon ein, dass es in gewissem Sinne ein Dilemma ist. Wenn es nur immer so einfach ist wie bei Schuhen, hier macht sich Hochwertigkeit immer bezahlt.

  54. 54
    moses

    Mein bescheidener Vorschlag zu Thema:
    Die lang schon verworfene Vermögenssteuer (zumindest für „Totgeld“ respektive reines Finanzkapital) wieder einführen und dafür Einkommenssteuer und Erbschaftssteuer abschaffen.
    Freut mich, dass ich helfen konnte.

    @Der Postillon: Würde doch schon helfen, wenn aus Managern (engl. für Verwalter) wieder Unternehmer würden, die mit ihrem Vermögen für Verluste einstehen…
    Oh, warte; das gibt’s schon. – Allerdings muss dafür jemand aus dem Aufsichtsrat klagen…

  55. 55
    Maltefan

    @tamtam: Word!
    Bitteschön

    @modinberlin: Der Vorstand zieht also Deiner Meinung nach alle paar Jahre den Unternehmenssitz (und sich selbst) um, wenn mal wieder irgendwo seine persönliche Einkommenssteuer um ein paar Prozent erhöht wird? ROFL.

    @modinberlin: Du meinst also ernsthaft, Puma würde weniger Gewinne erwirtschaften, wenn der Vorstandsvorsitzende statt 42% Spitzensteuersatz 52% zahlen müsste? Ich bitte Dich. Im Übrigen ist es eine Fiktion, dass der Kapitaleigentümer über die Höhe der Vorstandgehälter entscheiden würde, wie ich schon mal erklärt habe. Das Kapital ist viel zu zersplittert, als dass es darauf ernsthaft Einfluss nehmen könnte. Ausnahmen sind einzig Firmen wie BMW, wo große Aktienpakete noch in Familienbesitz sind und die Kapitaleigner auch direkt im Aufsichtsrat sitzen.

  56. 56

    …tri tra trullala, tri tra trullala – die elite ist da! och – schon isse wieder weg. schade…

  57. 57
    Hr.Lohmann

    @mspro: Ich halte diese stark progressive Einkommenssteuer für einen ebenso marxistischen Reflex wie die angestrebte Abschaffung des Erbes durch massive Erbschaftssteuern.

    Das ist der Ur-Knackpunkt des Marxismus gewesen – Geld/Lohn/Kapital/Besitz soll nur auf Leistung basieren, Brechen der Bürgerlichkeit, der Arbeiter soll mit seiner harten Arbeit regieren. Hat ja wunderbar funktioniert.

  58. 58
    tamtam

    @modinberlin(49)
    die noch bessere Frage wäre: was haben eigentlich die Eigentümer für ihre Dividende getan?
    Und um Ihre Frage nicht nur mit einer Gegenfrage zu beantworten: damit ggf. Manager auch andere Interessen berücksichtigen als die der Gewinnerwartung der Aktionäre. Wes Brot ich ess, des Lied ich sing… oder?

    @chris(51)
    wenn ich es recht verstanden habe, geht es hier darum, dass aus meinen 100,- Euro vielleicht nur 105, statt 110,- (oder nach Josef Ackermann 125,-) werden müssen.
    Und mit den mir persönlichen 5 Euro entgangenen 5 Euro wird ggf. etwas sinnvolles gemacht, wovon ich als Mitglied einer Gesellschaft auch wieder etwas habe.

    Ansonsten war es in der Geschichte zumeist so, dass im Zweifel die Aktionäre mit Waffengewalt gegen jene vorgehen ließen, die durch ihre Arbeit dafür sorgen, dass aus den Hundert Hundertzehnkommafuffzig werden, selbst davon aber nur das hinter dem Komma bekommen und das nicht mehr hinzunehmen bereit sind

  59. 59
    modinberlin

    at Posti: das musst du auch nicht verstehen. Aber misch Dich auch nicht weiter ein. Falls Ihr Typen tatsächlich durch Volxverdummung an die Macht kommen solltet, dann wird halt von Leuten wie uns wieder mit den „Füssen abgestimmt“. Kommt Dir das bekannt vor ?

  60. 60
    Tim

    @Maltefan
    Einmal umziehen langt ja – und weg aus Deutschland.

    Lafontaines Forderung ist reiner Populismus. Erstmal müsste erreicht werden, dass die Manager in Deutschland Steuern zahlen. Die Konzerne beschäftigen internationale Steuerkanzleien, um die Vergütung der leitenden Mitarbeiter zu optimieren. Ein internationaler Konzern kann da eine Menge machen. Und im Zweifel: warum soll der nicht umziehen? Deutsche Privatschulen gibt es überall im Ausland, dauernd unterwegs ist er eh schon und die Vorteile der digitalen Boheme, dank Internet von überall arbeiten zu können, gilt auch für ihn. SAP und MS (Sharepoint/Exchange) leben davon.

    Ihr habt keine Ahnung von dem, was im richtigen Leben/Business abgeht.

  61. 61
    scipio

    Ich hielt es bisher immer für zweifelhaft, dass angeblich mindestens 20% der Bevölkerung glauben, man müsste nur die sogenannten Reichen enteignen, um im ewigen Wohlstand zu leben. Ohne Arbeit versteht sich. Nachdem ich hier die Kommentare gelesen habe, weiss ich , dass das keine Annahme ist, die glauben das tatsächlich. Faszinierend.

  62. 62

    @Hr.Lohmann: Hmm, hat es nicht funktioniert? Ich meine die Progression? Ich finde 60 Jahre Bundesrepublik waren jetzt nicht soo unerfolgreich. Ok, die letzten Jahre waren eher nicht so super. So ungefähr seit dem die Progression massiv abgemildert wurde – auf dem Rücken des Mittelstands. Aber das kann natürlich auch Zufall sein.

    Über Erbschaftssteuer hab ich noch gar nicht geredet. Da bin ich aber ziemlich radikal. Wer von „Leistungsgerechtigkeit“ oder „Chancengleichheit“ spricht, kommt argumentativ an einer 100% Erbschaftssteuer eigentlich nicht vorbei. Oder hast Du da einen logischen Ausweg entdeckt?

  63. 63

    @modinberlin: Wer sind denn wir Typen deiner Meinung nach?

  64. 64
    Hr.Lohmann

    @mspro: Die Progression funktioniert(e) in der BRD recht gut imho. Die Frage ist, wie viel möchte man umverteilen und ab wann. Diese Diskussion um 500k€-Gehälter finde ich irgendwie daneben, denn sie zielt am Problem (und am Großteil der Menschen) vorbei. (Ich verstehe jedoch, dass sie Symbolwirkung hat).

    Ne, ich seh da keinen Ausweg aus diesem logischen Dilemma, finde es jedoch, genau wie du, amüsant, dass der Marxismus und später Sozialismus in dieser Frage Leistungsgerechtigkeit predigt (aber dann nach Sozialplan Lohn und Gehalt bezahlt / verteilt) und „der(TM)“ Kapitalismus Erbschaft wesentlich geringer besteuert, aber bei Lohn und Gehalt Leistungsgerechtigkeit fordert.

  65. 65
    Maltefan

    @Tim: Die ziehen ihre Unternehmen aber nicht um, bloß weil ihnen persönlich statt 5 Mio netto im Jahr nur noch 4,8 Mio bleiben … vor allem, weil Deutschland im internationalen Vergleich sowieso eine moderate Steuerquote hat: Man muss schon suchen um, alle Faktoren berücksichtigt (Gesamtsteuerquote, Infrastruktur, Verfügbarkeit qualifizierter Arbeitnehmer, Rechtssicherheit, …), einen besseren Unternehmensstandort zu finden.

    Und im Zweifel: warum soll der nicht umziehen?

    Weil es Geld kostet und idR nicht im Interesse der Aktionäre liegt, mithin also shareholder value vernichtet? Mich würde mal interessieren woher Du Deine Weisheiten hast, dass Vorstandsvorsitzende von in Deutschland ansässigen Firmen in Deutschland angeblich keine Steuern zahlen. Ich habe informierte Kontakte, die anderes berichten.

  66. 66
    Tim

    Klar Erbschaftssteuer rauf. Nichts ist unproduktiver, wie jemand, der seinen vom Erbe gekauften Ferrari an den Baum setzt. Wie war das: Die erste Generation baut das Werk auf, die zweite Verwaltet es und die dritte studiert Kunstgeschichte! der Spruch soll von Bismarck sein. In der Bundesrepublick sind wir jetzt langsam beim Erbe der dritten Generation.

    Nur hier schlägt die Realität zu: Was wollen wie mit dem umverteilten Geld machen? Verkonsumieren (was dem Ferrari entspricht)? Und wie können unterschiedliche Werte gerecht bewertet werden (was unmöglich ist).

  67. 67
    Tim

    @Maltefan
    Ich habe nicht gesagt „Keine Steuern“. Jedoch ist der Spitzenszeuersatz reine Augenwischerei. Sieh dir mal die Konzerne an: Im produzierenden Gewerbe müssen sich die deutschen Werke mit den ausländischen einen internen Wettbewerb um die Herstellung neuer Produkte liefern. Im Dienstleistungsektor ist sitzt die Konkurrenz in Indien und anderswo. Ob Software, Buchhaltung oder Callcnter. Was die Verfügbarkeit qualifizierter Arbeitnehmer angeht, ist Deutschalnd auf den absteigenden Ast. Demographisch wie qualitativ.

  68. 68
    modinberlin

    at scipio: stimmt, das ist wirklich gruselig – fazinierend

  69. 69

    @mspro:

    die erbschaftssteuer ist im grunde ein relikt aus der agrargesellschaft und hat mit der leistungsgesellschaft nichts zu tun. aber:
    mit dem tod soll das bereits versteuerte einkommen komplett an den staat fallen? und damit jede art von vorsorge, die man für die kinder getroffen hat? und -damit die sache auch wasserdicht ist – sollte man natürlich auch schenkungen an die eigenen kinder untersagen, sonst würde am ende noch jemand auf die idee kommen, so dem staat das geld vorzuenthalten.

  70. 70

    @Hr.Lohmann: Ich finde nicht, dass das am Problem vorbeigeht. Wenn man die mittleren und unteren Schichten steuerlich entlasten will (was gut für die Binnenwirtschaft ist), muss das Geld ja irgendwo herkommen. Und da sich die letzten Jahrzehnte ein ziemlich großer >500.000 Speckgürtel angesiedelt hat, ist es doch diskutierenswert, diesen auch ein wenig mehr abzumelken. Kannste übrigens so ähnlich auch in Obamas Wahlprogramm nachlesen.

    Zu „Leistungsgerechtigkeit“: Das ist natürlich ein politischer Kampfbegriff, den man nur mit spitzen Fingern antasten sollte. Ich hab ihn auch eher polemisch benutzt. Keiner weiß, wie man Leistung konkret bemessen kann. Sein Geld für sich arbeiten zu lassen, kann es sicher nicht sein. Erben schon gar nicht. Und wie hoch die „Leistung“ eines Topmanagers tatsächlich ist (z.b. sein Anteil am Prosperieren der Firma), wird auch der beste Wirtschaftswissenschaftler nicht errechnen können.

    Man sollte aber versuchen, mit den Mitteln der Politik sowas wie Gerechtigkeit anzustreben. Leider haben das die Politiker hierzulande vergessen. Ich finde gut, dass Lafontaine sie wieder daran erinnert.

  71. 71
    Maltefan

    @Tim: Du hast gesagt:

    Erstmal müsste erreicht werden, dass die Manager in Deutschland Steuern zahlen.

    Damit suggerierst Du sehr wohl, dass sie das nicht tun. Du meinst, ich hätte keine Ahnung, was im internationalen Business abgeht? Klär mich mal auf: Wo zahlt denn Jochen Zeitz seine Steuern?

    Der Spitzensteuersatz ist Augenwischerei? Mag sein, allerdings ist nicht zu leugnen, dass es in Deutschland in den letzten 10 Jahren eine enorme Umverteilung von unten nach oben gegeben hat, was unserer Volkswirtschaft absolut überhaupt nicht guttut (Stichwort Konsumflaute).

    Banales Beispiel: Wenn ein Mensch 5o Millionen hat, kauft der sich davon keine 500 BMWs. Der kauft sich vielleicht 5 BMWs und sucht für den Rest von 47 Mio EUR verzweifelt eine Investitionsmöglichkeit, die eine möglichst gute Rendite abwirft. Diese enormen Mengen an Kapital, die auf den Finanzmärkten rumschwirren und nicht auf genügend attraktive Investitionsmöglichkeiten treffen, befeuern schon seit ca. 10 Jahren eine Blase nach der nächsten (die letzte ist grade zusammengebrochen).

    Wenn allerdings 500 Menschen 100k haben, kaufen die sich davon viel eher 500 BMWs und suchen nur noch für den kümmerlichen Rest von vielleicht 3 Mio EUR Investitionsmöglichkeiten, d.h. die Realwirtschaft würde zuungunsten der fantasievollen Finanzwirtschaft wieder wachsen.

    Die Umkehrung dieses unseligen Trends der letzten 10 Jahre zu fordern, hat mit nichts weniger zu tun als mit Sozialismus.

    Edit: Was Du noch nach meiner Antort geschrieben hast (Konkurrenz im Ausland) stimmt natürlich, aber was hat das mit dem Spitzensteuersatz auf Managergehälter zu tun? MMn nichts. Wie schon gesagt ist die Gesamtsteuerquote in Deutschland äußerst moderat (einfach mal den Links in meinem letzten Kommentar folgen).

    Was die Verfügbarkeit qualifizierter Arbeitnehmer angeht, ist Deutschalnd auf den absteigenden Ast. Demographisch wie qualitativ.

    Jaja, ich weiss, da ich seit Jahren in internationalen Großkonzernen arbeite, ist mir dieses Geschwätz geläufig. Fakt ist allerdings, dass gerade in der IT mit Offshoring so gut wie nichts eingespart wird, weil es bspw. mit der hochgelobten Qualität der indischen und chinesischen SW-Ingenieure einfach nicht weit her ist. Indische IT-Firmen, die seriös kalkulieren (Wipro, Infosys, …), überbieten ihre Konkurrenz aus Deutschland mittlerweile regelmäßig. Typisches Beispiel: 3 Angebote für ein SW-Projekt eingeholt, jeweils von einer indischen, ukrainischen und deutschen Firma: Die Inder sind die teuersten, die Deutschen im Mittelfeld, dicht gefolgt von den Ukrainern, die ein bisschen billiger sind.

  72. 72

    @Malte Welding: Das geht natürlich auch nur im Zuge einer großen Reform in Sachen Familienpolitik. Eher eine Anti-Familienpolitik- ein Aufbrechen der atavistischen Clanstrukturen. (Ja, ich weiß, dass Frau Lafontaine mir da an die Gurgel springen würde) Das Wohl der Kinder muss ausschließlich vom Staat organisiert werden. D.h. Vollbetreuung, Ganztagsschulen und Grundgeld, das nur den Kindern zur Verfügung steht. Und zwar für alle gleich.

    Im übrigen würde ich mir um die Altersvorsorge in so einem radikalen Tabula-rasa-Saat als letztes Sorgen machen. Geld wäre genug für alle da.

    PS: ich gebe zu, ich schweife hier in utopische Gefilde ab. Ist natürlich nicht zu realisieren und stände bis auf weiteres auch nicht in meinem mentalen Parteiprogramm. Aber schön wär’s doch.

  73. 73
    tamtam

    @scipio &modinberlin
    was arbeiten Sie eigentlich so schwer, dass es ihnen so gruselt?
    Muss schon etwas sehr anstrengendes sein, dass Ihnen kaum die Zeit lässt, mal einen Moment nachzudenken, bevor Sie posten.

    Denn sonst wäre Ihnen eventuell aufgefallen, dass niemand hier die Auffassung geäußert hat, dass wir alle nicht mehr arbeiten bräuchten (nicht mal Marx tat das).
    Allenfalls, dass wenn alle arbeiten könnten, wir alle weniger arbeiten müssten und so alle mehr Zeit hätten, das was wir uns erarbeitet haben, auch zu genießen. Eine wirklich gruselige Vorstellung. ein Alptraum geradezu.

  74. 74
    Maltefan

    @Malte Welding: Und weil Amerika so leistungsfeindlich und sozialistisch ist, ist die Erbschaftssteuer dort deswegen viel höher als bei uns?

  75. 75
    ber

    @modinberlin: Mod, bitte entspannen und eine Prise mehr Disskussionskultur. Arroganz werfen der von dir verteidigten Fraktion schon genuegend Leute vor.

  76. 76
    Maltefan

    @modinberlin: Was Du nicht kapierst ist, dass es hier nicht um „Leute wie Dich“ geht (es sei denn, Du bist im Vorstand eines großen deutschen Konzerns). Ich beobachte seit geraumer Zeit fasziniert, wie sich hierzulande Leute, die es, wenn sie Glück haben, vielleicht mal auf 200k Jahreseinkommen bringen werden, mit absoluten Spitzenverdienern im Millionenbereich verwechseln (und solidarisieren).

  77. 77
    Tim

    @ber
    Vielleichtm weil sie der Politik nicht trauen?

  78. 78
    westernworld

    @Maltefan: solltest du dir nicht mal einen neuen nick suchen TAFNAMF vielleicht ; )

  79. 79
    Maltefan

    @Tim: Das beobachte ich auch in Diskussionen wo keine absurden Politikerforderungen im Raum stehen ;)

    @westernworld: ROFL. Nö, wieso? Ich bin ja nicht wegen seiner politischen Ansichten fangirl, sondern wegen seines literarischen Talents ;)

  80. 80
    westernworld

    das geht mir genauso, aber ich wünschte er würde sich auf seine stärken besinnen „¦

    ich hab ja auch meine drei jahre in einem dax-konzern abgleiset und danach bin ich zu den selben ansichten wie du gediehen „¦

  81. 81
    melmoth

    Hoffentlich gibts bald wieder Ernteeinsätze für Studenten…Kartoffelferien und so…ist ja kaum auszuhalten, derart verschwendete Bildung!

  82. 82
    soralis

    Zuerst wollte ich einen Mumpitz schreiben , wie: Also ich wunder mich nur noch in welchen der im BT vertretenen Scheißhaufen ihr nächstes Jahr im Herbst wohl treten wollt. Wenn ihr jetzt zu 80% die Partei Bibeltreuer Christen wählt, wird mir das schon zu denken geben…aber sonst?

    Sowas wollt ich schreiben. Doch dann dachte ich mir: Jürgen stop! Im Gegensatz zu mir, müssen sie ja in ihrer 100%-Verfasstheit wirklich wählen. Da überkam mich das Mitleid von nietzscheanischem Ausmaß. Auch wenn 99% zu Hause bleiben, wird Infas die Wahlbeteiligung erst um 1 Uhr 52 bekannt geben, wenn sie schon längst wieder von Anne Will, der Lindenstraße oder Dieter Bohlen träumen, Dieter Zimmer wird den Abend über so tun , als ob nichts passiert wäre und die ungültigen Stimmen werden nie bekannt gegeben.

    Sitzverteilung wie folgt:

    CDU: wählt Angela Opel!
    SPD: wählt Frank-Walter von Betriebsraete zu Opel
    Grüne: Yes we Cem (kam heute morgen im Deutschlandfunk, eine türkische Zeitung verglich den Vielflieger mit Obama und meinte tatsächlich verglichen mit Obama wäre er die wirkliche Sensation, ich wollts zitieren aber sie haben es schamhaft von ihrer Website entfernt) Auf Claudia „Schäferhund“ Roth geh‘ ich jetzt nicht ein, die war schon 2001 die Gurke des jAHRES, und das ist sie geblieben, Jahr um Jahr.
    FDP: Kanzlerpartei der Schwulen, fühlt sich wie die SED nach dem 9. November ’89. . Mehr Kapitalismus waagen, nein, das war ja Merz, aber ist doch egal!
    Linke: Fühlt sich wieder wie die SED vor 89 (den Sozialismus in seinem Lauf…) und verbietet die Wikipedia.

    Zeit und Spiegel fragen entsetzt: WO ist der deutsche Obama?
    Im Ernst?

    Ach, dieses vermaledeite Mitleid!, und dann die kommenden Wochen, wo sie unterstützt von der Presse eine Koalition auskungeln, die nichts wirklich ändern wird, es sei denn zum Schlimmeren…

    Dann wählt mal schön!

    *Lach*

  83. 83
    henker

    Interessant wäre doch die Zahl der Arbeitsplätze von Puma in Deutschland vor Zeitz mit denen von heute zu vergleichen, vielleicht würde das die Hetzer aus den ersten Kommentaren auch interessieren

  84. 84
    Irreversibel

    @modinberlin:
    „Falls Ihr Typen tatsächlich durch Volxverdummung an die Macht kommen solltet, dann wird halt von Leuten wie uns wieder mit den „Füssen abgestimmt“.“
    Wenn man sich Deine von Arroganz und Besserwisserei gekennzeichneten Beiträge so durchliest kann man es eigentlich nur begrüßen wenn Leute wie Du „mit den Füßen abstimmen“ würden.

  85. 85

    @mspro: Ich bin da unsicher, was die Progression angeht. Was (keine rethorische Frage!) wäre so falsch an einem halbwegs einheitlichen Steuersatz, der erst ab einer bestimmten Summe einsetzt?

    Der Witz an der Sache ist doch: Wer durch diverse Stellen und Positionen wirklich viel Geld verdient, hat ganz andere Möglichkeiten, Teile seiner Steuerschuld zu umschiffen, als jemand, der als „normaler“ Angestellter von mir aus auch ein sehr gutes Gehalt hat. Dieses ganze System der Abschreibungen hier und Investitionen da, das dauernd überprüft werden muss und trotzdem massenhaft Lücken offen lässt, ist doch auch Wahnsinn und kostet unglaublich viel Geld.

    Warum also nicht: Alles über Summe X wird mit Y Prozent versteuert. In den Sozialtopf zahlen auch alle den gleichen Satz, selbst wenn sie privat (zusatz)versichert sind und wer sich drei dicke Autos leisten kann und will, der kann das gerne machen, aber seine Steuern senkt das nicht, auch nicht als Firmenwagen (schwaches Beispiel, bin müde).

    Ich bin auch der Meinung, dass Millionengehälter Wahnsinn sind. Aber es gibt — im Prinzip — gute Gründe für sehr hohe Gehälter in bestimmten Funktionen, die nicht allein mit Gier zu tun haben (Beispiel: Unbestechbarkeit garantieren), nur leider ist das alles völlig absurd (selbst in den Regionen der Millionengehälter gibt es schließlich Bestechlichkeit). Siehe dann auch noch die Kommentare von Maltefan.

    Ich glaube nicht, dass erhöhte Steuersätze das Problem irrer Gehälter lösen. Aber ich glaube, dass ein einfacheres Steuersystem mit niedrigeren Steuersätzen unglaublich viel Geld in die Steuerkassen spülen würde.

  86. 86

    Übrigens halte ich es nicht für besonders hilfreich, wenn gegenseitige Meinungen mit persönlichen Abwertungen des Gegenübers kommentiert werden. Das nervt.

    Jeder will Frieden, Gerechtigkeit und Fairness für alle, und jeder ist sich selbst der Nächste. Ich kenne niemanden, der für diese Grundproblematik die Lösung gefunden hat, denn unter Garantie würde derjenige sonst nicht hier in den Kommentaren tippen (oder den Artikel! :)), sondern er oder sie würde an der Umsetzung dieser Lösung arbeiten, Tag und Nacht.

    Ich schätze, wir suchen alle Lösungen und Antworten. Und wer meint, bereits alles gefunden zu haben, ist mir suspekt. Und daher habe ich massive Problem mit Leuten wie Lafontaine, der den billigsten Trick der Welt fährt: Gib‘ deinen (potentiellen) Wählern ein klares Feindbild, das möglichst weit weg von ihnen ist, und sie folgen dir fast überall hin.

  87. 87
    Maltefan

    @Johnny Haeusler: Wegen der in Aussicht gestellten Steuervereinfachung hätte ich letztes Mal auch beinahe CSU gewählt, aber dann hat das Merkelsche den Kirchhoff ja schon vor der Wahl abgesetzt. Sprich: Das kriegst Du in unserer Konsensdemokratie einfach nicht durch.

    Erhöhte Steuersätze lösen freilich nicht das Problem irrer Gehälter, wie auch? Worum’s hier geht ist evtl. mal mit der weiteren Umverteilung von unten nach oben Schluss zu machen. Dass auch ein höherer Spitzensteuersatz, Vermögenssteuer, Erbschaftssteuer, you name it dies wegen allerlei Schlupflöchern vermutlich nicht leisten können, ist die eine Sache. Dass sinnlos auf jemandem rumgebasht wird, der dieses Problem überhaupt mal anspricht (und zwar auch wenn er Lafontaine heisst und so sympathisch ist wie Fußpilz), und dann auch noch so getan wird, als wäre jede Umverteilung in die andere Richtung gleichbedeutend mit Sozialismus, ist ne andere.

  88. 88

    @Johnny Haeusler: Weil ein solcher Steuersatz den selben Denkfehler macht, wie er letzten Jahre in der Arbeitsmarktpolitik vorherrschte. Man kann das Gehalt nicht einfach als Ergebnis eines freien Marktes ansehen, denn:

    1) Gibt es eine Untergrenze, für die es sich nicht mehr lohnt zu arbeiten, weil man nicht davon leben kann. (Die Lücke wird aber derzeit durch Hartz4 vom Staat subventioniert)

    2) Kann man den Nutzen eines hohen Gehalts nicht ewig skalieren. Ob jemand 2 oder 3 Yachten sein eigen nennt, ist für sein Lebensglück nicht mehr entscheidend.

    3) Ist eine breite Verteilung des Wohlstands eben makroökonomisch sinnvoll, weil nicht die Reichen ihr Geld ausgeben, sondern zunächst vor allem die unteren und mittleren Schichten. Sich durch gesetzlich subventioniertes Lohndumping und massiven Sozialkürzungen derart von der Weltwirtschaft abhängig gemacht zu haben, ist das Ergebnis der neoliberalen Politik seit Schröder.

    Zu den Steuerschlupflöchern habe ich mich ja oben bereits geäußert. Da bin ich ganz bei Dir, sehe aber nicht, warum das stopfen solcher und die Progression sich ausschließen sollten.

    Aber grundsätzlich halte ich die Diskussion insofern für sinnvoll, wenn man von der tatsächlich populistischen Eifersucht auf die Managergehälter mal absieht. ich habe das versucht, auch weil ich den weit aus umfassenderen Forderungskatalog von Lafontaine mittlerweile etwas kenne. Mein educated guess: Er nutzt nur das populistische Vehikel, um das eigentliche Anliegen, die Anhebung der Progression, salonfähig zu machen. Kann man gerne verurteilen. Aber so funktioniert Politik nun mal.

  89. 89
    Maltefan

    @mspro:

    Ist eine breite Verteilung des Wohlstands eben makroökonomisch sinnvoll, weil nicht die Reichen ihr Geld ausgeben, sondern zunächst vor allem die unteren und mittleren Schichten. Sich durch gesetzlich subventioniertes Lohndumping und massiven Sozialkürzungen derart von der Weltwirtschaft abhängig gemacht zu haben, ist das Ergebnis der neoliberalen Politik seit Schröder.

    … und wenn die SPD hier die CDU nicht rechts überholt hätte, wäre Lafo heute noch genauso bedeutungslos wie vor 6 Jahren.

  90. 90

    Das Gleiche läßt uns in Ruhe,
    aber der Widerspruch ist es,
    der uns produktiv macht.“
    Die Klasse, welche die herrschende materielle Macht der Gesellschaft ist, ist zugleich ihre herrschende geistige Macht.
    Na dann ackertman schön……
    Baby ,es gibt Peanuts !

  91. 91
    moses aka. DER PROPHET

    Harret der Dinge die da kommen mögen mit lachender Zuversicht meine Kinder, die Rettung ist uns erschienen!
    In Person von Frank-Walter Steinmeier und Thorsten Schäfer-Gümbel, auch einigen mehr, ist uns das scheeläugige Wunder gesandt!
    Sie zerschlagen Agonie, Politikverdruss und – noch wichtiger – die Linkspartei!
    Stimmt an den Gesang: Der Berg ist hoch, der Weg ist weit; aber da kommen sie schon, sie sind zu zweit…

  92. 92
    cjs

    maltes artikel rührt an einem spannenden punkt, der frage, ob die ungleichheiten die durch anreizstrukturen entstehen moralisch zu rechtfertigen sind, wenn sie letztlich zu einer höheren produktivität der volkswirtschaft beitragen und somit letztlich das wohlfahrtsniveau einer gesellschaft anheben. in der analytischen politischen philosophie wird das seit etwa zwanzig jahren diskutiert. wer sich für solche fragen auf einem etwas abstrakteren niveau interessiert als es die linkspartei (oder dieser artikel) bieten, sollte hier nachlesen. ist allerdings kein pageturner, aber wenigstens wurde hier länger als fünf minuten nachgedacht…
    http://www.tannerlectures.utah.edu/lectures/documents/cohen92.pdf

  93. 93
    Chris

    @henker: Genau. Und da sage noch einer, die Linke sei nicht nationalistisch. Und du möchstest, dass in der sog. Dritten Welt keiner die Möglichkeit hat, Schuhe zu fertigen? Und da sage noch einer, die Linke sei nicht chauvinistisch.

    Wenn Puma noch soviele Arbeitsplätze in Deutschland hätte, wie Du scheinbar verlangst, wären sie nächstes Jahr pleite.

  94. 94
    luminanzmuster

    @Chris: würdest du bitte die feiertags-, urlaubs- & wannimmeresmöglichist-vertretung von malte übernehmen?

  95. 95

    @Frank Schenk: Mehr zum Thema Trigema gibt’s bei mir.

  96. 96
    Chris

    @luminanzmuster: hahaha, danke! Ich find‘ aber Maltes Arbeit sehr gut, und wie man diese youtube-Sachen in so eine Webseite einbaut, weiss ich auch nicht. Ich wär‘ da echt fehlbesetzt.

  97. 97
    tamtam

    @cjs(92)
    wobei zu hinterfragen wäre, ob die hier diskutierten Anreizstrukturen, denn wirklich “ zu einer höheren produktivität der volkswirtschaft beitragen und somit letztlich das wohlfahrtsniveau einer gesellschaft anheben.“
    Und zwar nicht nur hinsichtlich des Apektes, ob der Herr Zeitz seine Job auch für 2 Mio im Jahr ebenso engagiert tun würde (wie hier zumindest behauptet wird), weil es ab einem bestimmten Punkt egal ist, ob man sich noch einen Viertwagen oder ein drittes Ferienhaus leisten kann.
    Denn dieses Gehalt bezieht seinen Anreiz ja nicht einfaus seiner bloßen Höhe, sondern vor allem aus der Relation zu anderen Spitzengehältern.
    Schaut man sich nun bspw. den Zusammenhang zwischen in Aussicht gestellten Spitzengehältern und den dafür zu erbringenden Profitraten an und untersucht, wie sich das auf das bspw. auf Risikoverhalten ausgewirkt hat, das die Spitzenverdienern in den Banken an den Tag gelegt haben, dann ist zumindest ein dickes Fragezeichen hinter einer solchen These angebracht.
    Und weil wir gerade dabei sind: das Problem, mit dem wir es doch seit geraumer Zeit zutun haben ist, dass das Anwachsen der Produktivität einer Volkswirtschaft ja gerade nicht mehr mit einer allgemeinen Anhebung des Wohlfahrtsniveau einhergeht, sondern die Schere zwischen „arm“ und „reich“ immer weiter auseinandergeht, auch weil es für erstere weitgehend stagniert oder absinkt.
    Da muss man gar nicht als erstes auf die sog. Transferempfänger schauen, viel spannender ist der Blick auf den sog. Niedriglohnsektor, wo Leute für `nen Appel und `nen Ei schuften gehen, auf die Facharbeiterschaft, die mit der beständigen Sorge vor dem Absturz lebt oder die gut ausgebildeten Akademiker, die sich als „Freie“ durchschlagen und von Auftrag zu Zeitjob durchhangeln. Schaut man sich deren Situation an und vergleicht sie, mit ihrer gesellschaftlichen Stellung von vor 20-30 Jahren, dann wird das mit der Wohlfahrt mal ein bisschen plastischer.

  98. 98
    Chris

    @tamtam: Alles richtig. Ich kann aber nicht sehen, dass „die Linke“ (ach hätte ich größere quotes) hierauf einen Lösungsansatz bietet. Und das war ja – auch nach 98 Einträgen – der Ausganspunkt. Schon irre, dass man irgendwie als Neoliberaler darsteht, nur weil man nicht „Verbrennt die Reichen!“ brüllt.

    Und auf Deine Antwort No 58: Sorry meine Analogie war zugespitzt. Das war Du richtigerweise ansprichst, ist mit der Ökobank auch schon mal gescheitert; ich hab‘ da auf sehr viel Geld verzichtet (für meine Verhältnisse).

  99. 99
    archeophyt

    Lustig finde ich, dass gerade viele Leute aus einer eher linken Ecke (was auch immer links sein mag) auf der einen Seite immer für Freiheit plädieren und damit auch meine absolute Sympathie haben. Wer will schon einen Überwachungsstaat mit Vorratsdatenspeicherung, Trojaner und Spähangriff? Und Eingriffe in die eigene Lebensgestaltung sollen auch möglichst außen vor bleiben. Trotzdem fordern häufig die gleichen Leute massivste staatliche Eingriffe bei allen Dingen, die ihnen nicht passen, wie z.B. die Fantasiegehälter von Managern, Sportlern oder Königen.
    Ich finde es auch absurd, dass solche Gehälter bezahlt werden. Aber ich bin so froh, dass ich in einer freien Gesellschaft leben kann, dass ich auch bereit bin, diese Ungleichheit hinzunehmen, denn Gleichheit und Freiheit schließen sich tendenziell aus.
    Wo es aus meiner Sicht definitiv eine möglichst große Gleichheit geben muss, ist beim Zugang zu Bildungs-, Aufstiegs- und Teilhabemöglichkeiten. Hier müssen Staat und Gesellschaft alles daran setzen, die unterschiedlichen Startchancen der Kinder auszugleichen. Ob der Einzelne diese Chancen dann aber nutzt oder nicht, ist letztlich seine Sache und nur seine. Wenn sich jemand freiwillig entscheidet, nicht sein ganzes Leben nur seiner Arbeit zu widmen und damit seine Karriere voranzutreiben, sondern Zeit für Freizeit, Familie und andere schöne Dinge haben möchte, dann muss er halt damit leben, dass er weniger verdient.
    Der Skandal ist doch nicht, ob ein Zeitz 7,2 Mio. überwiesen bekommt oder ein Gates Milliarden besitzt. Der Skandal ist, dass ein Kind, wenn es in die falsche Familie geboren wird, faktisch keine Chance hat, jemals selbst zu einem Zeitz oder Gates zu werden.

  100. 100
    mackenzen

    aber nu glor: cem oezdemir und seine oeko-fdp wird es dann mit den schwarzen viel viel besser machen: g a r a n t i e r t! die sind auf jeden fall noch staerker als die ‚linken‘ fuer die interessen der herrschenden klasse zustaendig! sorry: 7,irgendwas millionen in einem jahr ist voelliger bullshit: so viel ‚werte‘ schafft kein mensch so viel ist einfach keiner keiner wert auch wenn sich das so ‚eingebuergert‘ hat!

  101. 101
    archeophyt

    @mackenzen: Wie viel Geld ist er denn wert? Wie viel schafft ein Mensch denn objektiv?

  102. 102
    tamtam

    @chris
    d`accord, mit einer bloßen Neiddebatte wird man der Sache nicht gerecht. Und leider hat Lafontaine diesen Zungenschlag mit drauf. Verdienstvoll finde ich allerdings, dass in diesem Zusammenhang mal wieder die Frage thematisierbar wird, wer denn wirklich gesellschaftliche Werte schafft und daran dann wie beteiligt wird.
    Hier wird von einigen so getan, als wären das lediglich die Eigentümer/ Manager für deren selbstlosen Einsatz wir uns gefälligst dankbar im Staub zu wälzen haben, weshalb ihnen gefälligst auch nicht das ein oder andere Milliönchen mehr zu missgönnen ist. Das finde ich verwegen.

    und sorry, @archeophyt, die Möglichkeiten über die Verteilung der geschaffenen Werte zu befinden sind, gerade weil sie nicht gleich sind, eben auch nicht gleich frei. Da sind eben halt die einen freier als die anderen. Meine Zielvorstellung ist in dieser Hinsicht übrigens auch nicht einfach nur der Staat als allmächtige Regulierungsinstanz. Aber wie wäre es denn bspw. mit der zugegeben tewas utopischen Vorstellungen, dass die nicht nur die Eigentümer über die Gehaltsstrukturen und Managergehälter in einem Unternehmen befinden, sondern auch die Beschäftigten. Wobei, wieso utopisch. Es gibt Mitbestimmungsgesetze, die das vom Ansatz her beinhalten. Lohnend wäre die Frage, weshalb sie so wenig greifen.

    P.S. @chris
    auch eine gute Idee, schützt nicht vor schlechtem Management, woran aber nicht zwangsläufig die Idee schuld tragen muss. Andere Banken, wie bspw. GLS- Bank, die insbesondere Kredite an Genossenschaftsprojekte u.ä. ausreicht, funktioniert mittlerweile seit Jahrzehnten.

  103. 103
    Maltefan

    @archeophyt:

    Wo es aus meiner Sicht definitiv eine möglichst große Gleichheit geben muss, ist beim Zugang zu Bildungs-, Aufstiegs- und Teilhabemöglichkeiten. Hier müssen Staat und Gesellschaft alles daran setzen, die unterschiedlichen Startchancen der Kinder auszugleichen.

    Schhön. Wenn die Kinder von Armen da die gleichen Chancen haben sollen wie die Kinder von Reichen, dann kostet das den Staat allerdings Geld. Die Armen können es sich schließlich nicht leisten, bildungstechnisch den gleichen Aufwand zu treiben wie die Reichen. Und woher soll das Geld denn bitte kommen, wenn man nicht irgendwen, der es sich leisten kann, ein bisschen höher besteuert als jemanden, der es sich ohnehin nicht leisten kann (und um nichts anderes geht es schließlich, die 80%, von denen Lafontain faselt, befürwortet hier, soweit ich dasüberblicken kann, ohnehin niemand, also warum weiter auf diesen Strohmann einprügeln)?

    Momentan hat der Staat das Geld einfach nicht, was auch, ich wiederhole es gerne nochmal, an der durchaus moderaten Gesamtsteuerquote in D liegt.

    Trotzdem fordern häufig die gleichen Leute massivste staatliche Eingriffe bei allen Dingen, die ihnen nicht passen, wie z.B. die Fantasiegehälter von Managern, Sportlern oder Königen.

    Also wenn Du jetzt nicht von Lafontaine redest sondern von den Leuten hier, dann muss ich sagen: Du halluzinierst. Steuern sind so oder so eine Notwendigkeit, die Frage, die hier diskutiert wird, ist doch lediglich, ob man die Entlastungen für absolute Spitzenverdiener, die in den letzten 10 Jahren gemacht wurden, wieder zurückgenommen werden sollten (vulgo höherer Spitzensteuersatz auf Fantasieeinkommen). Wo Du da so einen außergewöhnlichen Eingriff in die persönliche Freiheit siehst musst Du mir mal erklären.

  104. 104
    mackenzen

    @archeophyt: soviel wie er mehrwert bringt duch verkauf seiner lebenszeit durch verkauf seiner muskelkraft und seiner gedanken- und nervenkraft! mr. pumachef macht da nicht viel mehr her wie z.b. die putzkraefte und naehkraefte im unternehmen die im uebrigen genau so wichtig sind wie er auch um den laden am laufen zu halten… mehr mehrwert ist eh NICHT drin: nirgendwo! alles andere sind die 0 nummern wie wir gerade sehen koennen und wie wir leider noch deutlicher sehen werden! niemand ‚besitzt‘ irgendetwas geschweige denn die produktionsmittel! man kann nicht mehr besitzen als im wort ‚besitzen‘ steckt… es macht einfach keinen sinn dass ein einzelner mehr verdient wie er in 300 jahren lebenszeit verbrauchen kann… was soll das wenn er dann in 10 jahren 72 000 000 hat und andere verrecken oder naehen die schuhe fuer nothing?! es geht nicht um die absolute totale gleichmache aber es kann auch einfach nicht bei dieser bewusstseinseinengenden saeugetier politik bleiben!

  105. 105

    @Maltefan: „Wenn die Kinder von Armen da die gleichen Chancen haben sollen wie die Kinder von Reichen, dann kostet das den Staat allerdings Geld.“

    Nein, es bringt ihm welches.

  106. 106
    Maltefan

    @Johnny Haeusler: Erstmal kostet es welches. Dass es hinterher mehr einbringt als es kostet, sollte eigentlich auch dem letzten Trottel noch klar sein. Man nennt das ganze in der Management-Sprache dann übrigens „Investition“ :P.

    BTW kann es dem Staat auch nur Geld bringen wenn er es dann von gutausgebildetetn Gutverdienern wieder einsammelt, vulgo Steuern erhebt. Dieses ganze Geschwätz weiter oben von wegen Steuern seien ein unzumutbarer Eingriff in die persönliche Freiheit nervt mich irgednwie.

  107. 107
    melmoth

    Bitte Malte beschaff deinen Kommentatoren hier Geld, damit man sich dieses Zeuchs nicht mehr anhören muß. Da fragt man sich ähnlich wie bei dem ja doch gebildeten und intelligenten Papst und Konsorten, ob die das wirklich glauben was sie so von sich geben, oder wie es dazu kommt, das man trotz unbestrittenen IQs nicht klarkommt? Wie kann sich Gehirnschmalz derart verrennen? Ist ja bald ne Diskussion zwischen Fussballfans: Schalke oder Dortmund? Schreib einfach nie mehr über Themen aus dem linken Stammteritorium, laß die auf ihrer ewigen geistigen Montagsdemo am Alex…Kannste auch alternativ im Bierzelt in Unterfranken über Migration sprechen wollen, als Festrede, verläuft sicher ähnlich differenziert…obwohl, man sollte fränkische CSU Leute nicht unterschätzen, hehe!

  108. 108
    Maltefan

    @melmoth: Danke für diesen wertvollen Beitrag, dem der IQ nur so aus allen Poren trieft. Es ist immer wieder putzig wie automatisch unterstellt wird, jeder politische Standpunkt müsse aus der Position der persönlichen Betroffenheit entstehen.

  109. 109
    archeophyt

    @Maltefan: Ich habe nur allgemein meiner Beobachtung Ausdruck verliehen, dass gerade Leute aus dem linken Lager gerne das hohe Lied der Freiheit singen, aber gleichzeitig solche aus meinem Verständnis freiheitswidrigen Dinge wie den Eingriff in die Vertragsfreiheit fordern.
    Dass der Staat Steuern für eine gerechtere und auf Chancengleichheit setzende Bildungspolitik Geld braucht, ist mir auch klar und die soll er ja auch einnehmen dürfen. Ich kann auch nicht entdecken, an welcher Stelle ich mich gegen Steuern ausgesprochen habe. Ähnlich wie einige meiner Vorredner finde ich es dabei auch am gerechtesten, einen einheitlichen Steuersatz von allen zu verlangen (mit einem relativ hohen Freibetrag für Geringverdiener) und das Steuersystem ansonsten radikal zu vereinfachen. Mit Steuern zu steuern ist nicht nur ein doofes Wortspiel, sondern führt auch meistens zu nix. Viel größere Effekte kann der Staat durch gezielte Investitionen erzielen. Und diese müssten eben auch stärker als bisher in Bildung, insbesondere in die frühkindliche Bildung gesteckt werden. Und da müssen eben insbesondere Kinder aus den berühmten bildungsfernen Familien gefördert werden.

    @mackenzen: Und wie berechnet sich das?

  110. 110
    Maltefan

    @archeophyt:

    Ähnlich wie einige meiner Vorredner finde ich es dabei auch am gerechtesten, einen einheitlichen Steuersatz von allen zu verlangen (mit einem relativ hohen Freibetrag für Geringverdiener) und das Steuersystem ansonsten radikal zu vereinfachen.

    Radikale Vereinfachung würde ich auch befürworten … weiter oben sagte ich ja schon, dass ich letztes Mal beinahe CSU gewählt hätte, wäre Kirchhoff nicht schon vor der Wahl geschasst worden. Bloß aus DER Geschichte kann man, wenn man die Sache realistisch betrachtet, auch lernen, dass sich eine derartige Flat Tax in Deutschland wohl nicht durchsetzen lässt. Wenn man also mal aufhört von offensichtlich unrealistischem zu träumen bleibt halt einfach die Frage, wie man das bestehende System ändern muss, um mit dieser unsäglichen Umverteilung von unten nach oben, die, wie schon öfter ausgeführt, letztendlich der ganzen Volkswirtschaft schadet, schluss zu machen.

    Mit Steuern zu steuern ist nicht nur ein doofes Wortspiel, sondern führt auch meistens zu nix. Viel größere Effekte kann der Staat durch gezielte Investitionen erzielen.

    Wie schon gesagt braucht man zum Investieren erst mal Geld. Wo soll das herkommen?

  111. 111
    archeophyt

    Das meiste ist ja gar nicht so sehr ein Umverteilen von unten nach oben, auch wenn das gerne behauptet wird. Häufig handelt es sich um ein Umverteilen von der Mitte zur Mitte. Die relative Steuer- und Abgabenlast ist hier am höchsten und hier sitzen auch die artikulationsstarken und -willigen Bürger, die sich mehr oder weniger aktiv beteiligen und deshalb von der Politik überproportional berücksichtigt werden.
    Zum Investieren ist grundsätzlich Geld da, es wird nur für andere Dinge ausgegeben. Das hat zum Teil was mit der Staatsverschuldung und der damit einhergehenden Zinslast zu tun, zum Teil mit dem mangelnden Willen und/oder Mut zu klaren Entscheidung für etwas und gegen etwas anderes (z.B. Subventionen für unwirtschaftliche Unternehmen in strukturschwachen Regionen) und zum Teil mit einer Ressourcenfehlallokation innerhalb des betreffenden Subsystems. Im Bereich Bildung zeigt sich das u.a. dadurch, dass der Staat ein (fast) kostenloses Studium ermöglicht, das in erster Linie von Mittelschichtskindern genutzt wird. Kindergärten, die allen nutzen würden und ganz besonders den bildungsferneren Kindern, kosten hingegen richtig Geld. Gymnasiallehrer werden deutlich besser bezahlt als Grund- oder Hautschullehrer, obwohl sie es mit einer einfacheren Klientel zu tun haben und pädagogisch häufig schlechter ausgebildet sind. Die Liste lässt sich beliebig erweitern.
    Eine konsequente Umorientierung auf Bildungsinvestitionen würde natürlich viel Widerstand mit sich bringen, weil das Geld an anderer Stelle eingespart werden muss. Irland hat das beispielsweise in den 80ern so gemacht. An Sozialleistungen, Kulturausgaben etc. massiv gespart und nur in Infrastruktur und v.a. Bildung richtig viel Geld reingesteckt. Das hat für ziemlich viel Ärger gesorgt, war aber gleichzeitig die Basis für den enormen Wirtschaftsaufschwung der vergangenen 20 Jahre, der aus dem Armenhaus Europas den keltischen Tiger gemacht hat. Der Verweis auf die EU-Subventionen zieht nicht, da es anderen Ländern mit ähnlich vielen Subventionen nicht gelungen ist, einen vergleichbar stabilen, selbsttragenden Aufschwung hinzubekommen. Der Aufschwung hat auch einige negative Effekte gehabt, aber insgesamt geht es fast allen Iren deutlich besser als vor 20 Jahren.

    Off Topic: Mit welchem Tag bindet man eigentlich Zitate ein?

  112. 112
    Maltefan

    @archeophyt:

    Das meiste ist ja gar nicht so sehr ein Umverteilen von unten nach oben, auch wenn das gerne behauptet wird. Häufig handelt es sich um ein Umverteilen von der Mitte zur Mitte.

    Wenn in den letzten Jahren die Mittelschicht immer schmäler geworden ist und große Teile derselben in die Unterschicht abgerutscht sind, wohingegen die oberen 10% immer reicher werden, wie willst Du das dann anders nennen als ein Umverteilen von unten nach oben? Ob das Geld noch einen Umweg über irgendeine obere Mitte genommen hat ist dafür doch erstmal nebensächlich.

    Zum Rest stimme ich Dir uneingeschränkt zu.

    Zitate einbinden:

    Zitat

    (blanks zwischen den spitzen Klammern löschen)

  113. 113
    Maltefan

    Hmpf … jetzt stimmt die Vorschau nicht mit dem was gepostet wird überein und die Editierfunktion zickt auch.

    Also nochmal: Zitate einbinden mit (blockquote) Zitat (/blockquote), aber statt runden klammern spitze nehmen.

  114. 114
    AP

    Nicht umsonst stellen die Linke nicht die Regierung. In diesem Fall würde ich so eine Abwertung verstehen. Aber es sind nun mal auch die Oppositionsparteien, die ein Gleichgewicht in der Demokratie herstellen. Wer so über die Linke herzieht, hat wohl vergessen, welche Politiker gerade nicht ihren demokratischen Pflichten nachkommen – und getreu den hier unterstellten Absichten einer Oppositionspartei – eine Art neue Stasi institutionieren. Und über Gerechtigkeit wollen wir gar nicht erst diskutieren…

  115. 115
    archeophyt

    Danke. Hätte ich eigentlich auch selbst draufkommen könnenmüssen. Blockquote also. Gleich mal ausprobieren.

    Wenn in den letzten Jahren die Mittelschicht immer schmäler geworden ist und große Teile derselben in die Unterschicht abgerutscht sind, wohingegen die oberen 10% immer reicher werden, wie willst Du das dann anders nennen als ein Umverteilen von unten nach oben?

    Von einem Abrutschen „großer Teile“ zu sprechen halte ich für stark übertrieben, auch wenn die größere Öffnung der Schere zwischen Arm und Reich ein zentrales gesellschaftliches Problem ist. Die psychologischen Effekte, also insbesondere die Abstiegsängste der Mittelschicht, halte ich für gravierender als die tatsächlichen Effekte. Eigentlich geht der Lebensstil halt nur auf ein Maß zurück, das auch tatsächlich finanziert werden kann und nicht auf Kosten nachfolgender Generationen auf Pump finanziert wird.
    Mir gefällt der Begriff der „Umverteilung von unten nach oben“ allerdings v.a. deshalb nicht, weil er impliziert, dass hier bewusst den Armen genommen und den Reichen gegeben wird und das kann ich im Großen und Ganzen nicht so sehen. Ich erkenne hier aber eher Effekte eines schlechten Steuersystems als einer organisierten Verschwörung oder ähnlichem. Ist auch nicht schön, trifft die Realität meiner Meinung nach aber eher.
    Vielleicht liege ich auch völlig daneben, aber dafür müsste ich mich intensiver mit den Zahlen auseinandersetzen und die Zahlen habe ich nicht.

  116. 116

    achja.. zu welchem zeitpunkt ist eurer meinung nach die deutsche wikiepdia gesprerrt gewesen? es war lediglich die domain wikipedia.de gesperrt indem sie nicht mehr auf de.wikiepdia.org weiterleiten durfte. der grund dafür war lediglich dass heilmann keine andere möglichkeit hatte die wikimedia auf sich aufmarksam zu machen und er schlecht einen artikel sperren lassen kann der garnicht ins juristische wirkungsfeld von deutschland fällt.

  117. 117
    Andre

    Ist es eigentlich nicht schade, dass Geld zu unserem liebsten Anreiz geworden ist?

  118. 118
    Maltefan

    @archeophyt:

    Mir gefällt der Begriff der „Umverteilung von unten nach oben“ allerdings v.a. deshalb nicht, weil er impliziert, dass hier bewusst den Armen genommen und den Reichen gegeben wird und das kann ich im Großen und Ganzen nicht so sehen. Ich erkenne hier aber eher Effekte eines schlechten Steuersystems als einer organisierten Verschwörung oder ähnlichem.

    Verschwörung sehe ich da auch keine, aber der Effekt bleibt einfach. Dass der Lebensstandard im Schnitt zurückgeht ist kein Naturgesetz, sondern eben Resultat der Tatsache, dass das gleiche Geld sich bei weniger Leuten ansammelt. Und auch das ist kein Naturgesetz sondern eben Resultat verfehlter Politik (lief alles unter der Rubrik „Stärkung des Standorts Deutschland) und ist, wie schon oft erkärt, volkswirtschaftlich bedeutend schädlicher als wenn das vorhandene Geld sich etwas gleichmäßiger verteilt.

    Vielleicht liege ich auch völlig daneben, aber dafür müsste ich mich intensiver mit den Zahlen auseinandersetzen und die Zahlen habe ich nicht.

    McKinsey-Sudie: Berlin – Millionen Menschen steigen nach einer neuen Studie bis zum Jahr 2020 aus der Mittelschicht ab, wenn die Wirtschaft nicht stärker wächst. Weniger als die Hälfte der Deutschen bezögen dann ein Einkommen im mittleren Bereich, meldete die „Welt am Sonntag“ unter Berufung auf die Studie „Deutschland 2020“ der Unternehmensberatung McKinsey. Zur Einkommensmittelschicht gehören nach dieser Definition alle, die 70 bis 150 Prozent des Durchschnittseinkommens verdienen. 2006 entsprach dies einem Jahreseinkommen von 25 000 Euro. (…)

    Spiegel: Deutschlands Mitte schrumpft dramatisch – Top-Verdiener legen zu (…) Mitte der Woche wollen der Verteilungsforscher Markus Grabka und Joachim Frick vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) eine Studie über die Verschiebung des sozialen Gleichwichtes in Deutschland vorstellen. Hinter den nüchternen Zahlen und den rosa gefärbten Balken in komplexen Diagrammen verbirgt sich ein erschreckender Befund: Unter dem Druck der Globalisierung hat sich die soziale Lage der Republik sehr viel unvorteilhafter entwickelt als bislang bekannt. (…)

  119. 119
    melmoth

    @maltefan…: Ach Mädel…du scheinst echt viel Zeit zu haben! Natürlich trieft meine Einwurf nur so vor Intelligenz, hehe, na Logen! Wenn du ein Zeilenhonorar für all deine Beiträge hier bekämst, hättest du direkt eine andere Einstellung zu der hier sehr meandrierend erörterten Thematik. Hast du im Moment Schnupfen, oder warum schaffst du es in Kommentaren den Wochenoutput einer deutschen Tageszeitung an einem Nachmittag in die Welt zu blasen? Grandios… Ach neee, sehe grade mit ein wenig googlen: Schwanger! Na gut…irgendwo müssen die 15 000 Worte ja hin…nix für ungut!

  120. 120
    Maltefan

    @melmoth: Jaja, ad hominems … the last resort of the incompetent.
    Was kapierst Du eigentlich nicht daran, dass nicht jede politische Einstellung aus der Position der persönlichen Betroffenheit entsteht? Ist doch eigentlich nicht so schwierig, hm?
    Diese Unterstellung, jeder, der mit der derzeitigen sozialen Situation in Deutschland unzufrieden ist, müsse ein Transferleistungsempfänger sein, ist langweilig und, nun ja, dumm.
    Und im Übrigen braucht nicht jeder Stunden, um einfache deutsche Sätze zu formulieren, gell?

  121. 121
    melmoth

    „Latürnich“! Im allgemeinen hast du Recht mit der durchaus vorhandenen Divergenz zwischen Einstellung und persönlicher Betroffenheit. Ist wünschenswert, verriete menschliche Größe. Genau das vermisse ich hier meist.
    Schopenhauers Kunstgriff Nr.38? Cool! Wieder was gelernt, ick danke dir!

    Ich halte es eher mit Karl Kraus: „Was trifft, trifft auch zu!“ Bin mal gespannt ,welche Sophismen mich nun erwarten…aber eigentlich habe ich keine Zeit…ich muß noch was tun, dort unten, in meinem kleinen Hobbykeller des Grauens. Allgäuer Käsescheiben aussägen zum Beispiel…oder arbeiten, Ach…. ich weiß es doch auch nicht so genau…Guts Nächtle gnä Frau!

  122. 122
    Maltefan

    @melmoth:

    Ist wünschenswert, verriete menschliche Größe. Genau das vermisse ich hier meist. […] Ich halte es eher mit Karl Kraus: „Was trifft, trifft auch zu!“

    Mir scheint, Du hast ein kleines epistemologisches Problem, hrchrch …

  123. 123
    melmoth

    Hehe…der war gut! Respekt, Hut ab! Werde ich jetzt zu deinem Geburtstag eingeladen? Ist doch sicher bald?

  124. 124
    moses

    @melmoth: Ich weiß nicht, ob du den Kraus schon rausgehauen hast, wurde mir zu langweilig, aber: (sinngemäß) „Im Abendrot werfen auch die kleinsten Kulturzwerge lange Schatten.“
    Nichts für ungut.

  125. 125
    melmoth

    „Wenn die Sonne der Kultur niedrig steht, werfen selbst Zwerge einen langen Schatten.“ Wenn schon, denn schon!

    Oder wie mein Kammerjäger immer sagte: „Ordentlich auf den Busch klopfen, dann kommt das Ungeziefer von selbst hervor…“

    Oder biblisch, werter Gesetzestafelmann: „Wer den Sturm sät, braucht ne lange Unterhose!“

    Von nun an schwieg er der Wanderer!

  126. 126
    thoh

    27% der Steuerpflichtigen erwirtschaften derzeit 80% des gesamten Einkommensteueraufkommens (Quelle: Statistisches Bundesamt).

    Die Umverteilung von „Reich“ zu „Arm“ scheint zu funktionieren, ist aber manchen Leuten nicht genug (bewusst).

    Was steht noch in der o.g. Statistik:

    Es gibt in Deutschland gerade einmal 9.688 Einkommensmillionäre, das sind 0,01% der Bevölkerung. Wir haben also überhaupt kein Problem, welches regelungsbedürftig wäre.

  127. 127
    Maltefan

    @thoh: Die Umverteilung von „Reich“ zu „Arm“ scheint zu funktionieren, ist aber manchen Leuten nicht genug (bewusst).

    Dass die unteren Einkommen immer weniger zum Steueraufkommen beitragen, liegt halt auch daran, dass mit der HartzIV-Gesetzgebung Armutslöhne auf einmal funktionieren. Früher war die Sozialhilfe eine wirksame untere Lohnschranke, heute werden HartzIV-Empfänger gezwungen, Vollzeitjobs anzunehmen, von denen sie nicht leben können. Wieso sollte ein Unternehmer also mehr bezahlen, wenn er doch auf jeden Fall Leute findet, die für weniger arbeiten (weil sie dazu gezwungen werden) und so eben auch die indirekte Lohnsubvention vom Staat einstreichen kann.

    Dass die Umverteilung eben nicht mehr zu funktionieren scheint, sieht man, wenn man den Links in meinem Kommentar #118 folgt.

  128. 128
    thoh

    @Maltefan: Dass die unteren Einkommen immer weniger zum Steueraufkommen beitragen, liegt halt auch daran, dass mit der HartzIV-Gesetzgebung Armutslöhne auf einmal funktionieren.

    Das mag auch ein Grund sein. Der Hauptgrund liegt aber im Steuertarif begründet. Die ersten 10.000 EUR Einkünfte p.a. jeder Person sind (unter Berücksichtigung üblicher Sonderausgaben) komplett steuerfrei. Bei Ehegatten macht das zusammen 20.000 EUR. Danach setzt die Einkommensteuer mit moderaten 15% ein und steigt dann an bis zu 42% bei einem zvE von 52.000 EUR p.a. pro Person. Inkl. SolZ und ggf. KiSt kommen für das darüber hinausgehende Einkommen 48 % Steuern zusammen, also fast die Hälfte.

    Ich möchte damit noch einmal betonen, dass die Umverteilung, soweit sie das Steuersystem betrifft, sehr wohl funktioniert. Allenfalls mittlere und gute Einkommensbezieher können sich hier benachteiligt fühlen.

    … Früher war die Sozialhilfe eine wirksame untere Lohnschranke, heute werden HartzIV-Empfänger gezwungen, Vollzeitjobs anzunehmen, von denen sie nicht leben können. …

    Unsere Sozial- und Wirtschaftspolitik ist eine andere Sache und war nicht Kerngegenstand des Malteartikels. Ich stimme Dir aber insoweit zu, dass dort Verbesserungsbedarf besteht.

  129. 129
    melmoth

    Wollte zwar schweigen, muß aber @thoh Respekt zollen. Schlüssige, vor allem sachliche Argumentation, ohne Emotionen. Gelingt mir hier augenscheinlich nicht immer, liegt wahrscheinlich an meiner entfernten Gallenblase, da wird man cholerischer. Hut ab und Verneigung vor dem Stoiker!

  130. 130
    Maltefan

    @thoh:

    Das mag auch ein Grund sein. Der Hauptgrund liegt aber im Steuertarif begründet.

    Was noch zu zeigen wäre. Wenn diese niedrigen und damit steuerbefreiten Einkommen nicht einen immer höheren Prozentsatz an den Erwebseinkommen ausmachen würden (was man ja, wie schon gesagt, sehr schön nachvollziehen kann, wenn man die Links in meinem Kommentar #118 verfolgt), wäre die Steuerlast ja auch wieder etwas gleichmäßiger verteilt. Die Bezieher mittlerer Einkommen können sich freilich zurecht benachteiligt fühlen (ich kriege auch immer einen Herzinfarkt wenn ich meinen Steuerbescheid kriege und habe für’s nächste Jahr schon mal 40k beieseite gelegt), da sie neben den Steuern, wie auch schon mal gesagt, mit Sozialabgaben hoch belastet sind. Die Gesamtabgabenlast sinkt ja wieder, sobald man signifikant über den jeweiligen Beitragsbemessungsgrenzen verdient. Den Spitzensteuersatz hat man dann ja sowieso schon erreicht. Aber, wie auch schon gesagt: Der Effekt der steuerfreien Einkommen wäre weniger drastisch wenn nicht immer mehr Leute tasächlich so wenig verdienen würden.

    Unsere Sozial- und Wirtschaftspolitik ist eine andere Sache und war nicht Kerngegenstand des Malteartikels. Ich stimme Dir aber insoweit zu, dass dort Verbesserungsbedarf besteht.

    Des Artikels nicht, aber in der Diskussion hier in den Kommentaren ging es nicht mehr ausschließlich um das Steuersystem, oder sagen wir mal, auf jeden Fall mir nicht. In meinem allerersten Kommentar habe ich Malte ja auch schon zugestimmt, dass die paar Spitzenverdiener nicht das eigentliche Problem sind (bzw eine höhere Besteuerung derselben das Problem als Einzelmaßnahme jedenfalls nicht löst). Falls ich das nicht deutlich genug gemacht habe, sorry.

    @melmoth: „Nicht immer“ ist gut. Als ob Du in dieser Diskussion ein einziges Argument vorgebracht hättest. Und nein, „Ihr schreit hier doch nur, weil Ihr selber nichts verdient“, „Du hast zuviel Zeit“ und „Du bist schwanger“ sind keine Argumente. Für nichts.

  131. 131
    thoh

    @Maltefan (130): Das mag auch ein Grund sein. Der Hauptgrund liegt aber im Steuertarif begründet.

    Was noch zu zeigen wäre.

    Auch hier hilft eine öffentlich zugängliche Statistik weiter.

    Die Gesamtabgabenlast sinkt ja wieder, sobald man signifikant über den jeweiligen Beitragsbemessungsgrenzen verdient.

    Diese Aussage verstehe ich nicht. Die Gesamtabgabenlast steigt mit jedem hinzuverdienten Euro absolut an. Die prozentuale Gesamtbelastung als Quotient aus (Steuern+SV)/Gesamteinkünfte steigt ebenfalls und nähert sich immer weiter dem Grenzsteuersatz an.
    habe für“™s nächste Jahr schon mal 40k beieseite gelegt

    Unterstellt, Du meinst die Steuer für ein Jahr für Dich als Einzelperson, enspräche das einem zu versteuernden Einkommen von 110.000 EUR. Respekt.

    Eine Bitte zum Schluss: Gegenargumente bitte immer fundiert unterlegen, möglichst keine Verweise auf popuärwissenschaftliche Artikel und weniger Polemik, dann bin ich gerne bereit, die Diskussion fortzusetzen.

  132. 132
    Maltefan

    @thoh:

    Auch hier hilft eine öffentlich zugängliche Statistik weiter.

    Es wäre hilfreich, wenn Du ein bisschen genauer ausführen würdest, was Du mir mit dieser Statistik zeigen willst. MMn unterstützt die meinen Punkt: 73,2% der Steuerpflichtigen hatten im Jahr 2004 Einkünfte unter 37 500 Euro;

    Diese Aussage verstehe ich nicht. Die Gesamtabgabenlast steigt mit jedem hinzuverdienten Euro absolut an. Die prozentuale Gesamtbelastung als Quotient aus (Steuern+SV)/Gesamteinkünfte steigt ebenfalls und nähert sich immer weiter dem Grenzsteuersatz an.

    Ich meinte die prozentuale Abgabenlast. Entweder verstehe ich Dein Argument oder unser Steuer- und Sozialabgabensystem nicht: Auf alles, was man unterhalb der Beitragsbemessungsgrenzen verdient, zahlt man tw. erhebliche Sozialabgaben (z.B. Rente), die man auf alles, was man über dieser Grenze verdient, nicht mehr bezahlen muss. MMn sinkt damit die prozentuale Gesamtabgabenlast wieder, wenn man deutlich über bspw. 80k verdient (die Bemessungsgrenzen sind mit nicht geläufig da selbständig).

    Unterstellt, Du meinst die Steuer für ein Jahr für Dich als Einzelperson, enspräche das einem zu versteuernden Einkommen von 110.000 EUR. Respekt.

    Ich weiss nicht wieso Dir das Respekt abnötigt dass ich dieses Jahr ganz gut verdient habe. Ja, nur für mich, mein Mann ist angestellt und hat schon bezahlt.

    Eine Bitte zum Schluss: Gegenargumente bitte immer fundiert unterlegen, möglichst keine Verweise auf popuärwissenschaftliche Artikel und weniger Polemik, dann bin ich gerne bereit, die Diskussion fortzusetzen.

    Keine Verweise auf „populärwissenschaftliche“ Artikel? Du bist lustig. Aber dann nimm halt nur die darin enthaltene Statistik des DIW, wenn Du den Artikel selber nicht lesen willst. Im Übrigen kann ich das zurückgeben: Wenn Du mit einer Statistik was beweisen willst, dann führ wenigstens das zentrale Argument bitte aus, statt mir eine Tabelle hinzuknallen und es mir dann zu überlassen, rauszufinden, was Du mir damit sagen willst. Und wo, bitteschön, ganz ehrlich, war ich Dir gegenüber polemisch? Würde mich jetzt wirklich interessieren.

  133. 133
    melmoth

    Hehe…,nun gut das mit der Abhängigkeit von Transferleistungen hast du ja eindrucksvoll widerlegt (auch wenn meine plakative Trommelei das gar nicht so meinte, ich dachte an Besitz), zu viel Zeit und Schwangerschaft kann ich letztlich nicht beurteilen, sei hiermit auch zurückgezogen. Aber anscheinend bekommst du ja doch ein gutes Zeilenhonorar. ;-) Ich glaube im Zwiegespräch unter vier Augen würden wir uns gar nicht mehr auf die Fresse hauen wollen. Im Gegenteil. Von daher: Confiteor…quia peccavi nimis cogitatione, verbo et opere: mea culpa, mea culpa, mea maxima culpa.

    Irie?

  134. 134
    Maltefan

    @melmoth: Ego te absolvo.
    P.S.: Ich kriege kein Zeilenhonorar hier, aber da ich u.a. mit Schreiben mein Geld verdiene, kann ich es mittlerweile ganz gut und schnell.

  135. 135
    melmoth

    Vortrefflich!

  136. 136

    @maltefan
    kann ich bei dir als hofnarr anfangen?

  137. 137
    Maltefan

    @Malte Welding: Klar. Wann kannst Du anfangen?
    (Be still my heart …)

  138. 138

    Die o.g. Äußerungen beweisen das lebhafte Interesse an notwendiger Aufklärung.
    Der einfache Bürger [ich] muss lernen zu hinterfragen. Aber welches Medium ist
    tatsächlich unparteiisch und kritisch genug, gegenüber der ‚Staatsmacht‘, den
    Bürger/Wähler sachlich und faktisch zu informieren?


    EDIT
    @PiPi:

    Nur eine Auflistung Österreichischer Politiker gefunden:
    http://diepresse.com/home/politik/innenpolitik/402038/index.do

    Schade

  139. 139
    ike

    „auf kosten spaeterer generationen auf pump zu leben“

    wer sowas sagt hat geld nicht verstanden.

  140. 140
    achmedkachmed

    will da einer sich beim herrn zeitz gut stellen?

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