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De Beers vs The Yes Men

Ihr erinnert Euch an die gefakete New York Times-Ausgabe der Yes Men? Darin (und in der Online-Ausgabe der „žSpecial Edition“) waren auch gefälschte Anzeigen echter Unternehmen, die in der öffentlichen Kritik stehen. Unter anderem nebenstehende Fake-Anzeige für das Unternehmen De Beers.

De Beers gilt als weltweit wichtigster Diamantenhändler und steht unter Verdacht, mit seinen Geschäften unter anderem einige Kriegsparteien, zum Beispiel in Sierra Leone , dem Kongo und früher in Angola die UNITA zu unterstützen. De Beers verdiene direkt an Kriegen und steht deswegen bei Menschenrechtsorganisationen in der Kritik. Da sie mit Abstand der weltweit größte Akteur am Markt sind, bestimmen sie die Preise für Diamanten nach Belieben: momentan halten sie Steine im Wert von 2,7 Milliarden Dollar zurück.

De Beers fand nun diese falsche Anzeige gar nicht so prickelnd, schließlich gehört sich es ja auch nicht, Kritik an einem Unternehmen zu üben, und dazu seine Corporate Identity ad absurdum zu führen. Nun gehen De Beers nicht vor Gericht, sondern wenden sich gleich an den Hoster der dazugehörigen Website. Die Electronic Frontier Foundation (via Laughing Squid) schreibt dazu:

Miffed by the criticism, De Beers responded not by confronting the authors (whose parody is protected by the First Amendment) but instead by threatening their Swiss-based domain name registrar, Joker.com. De Beers has demanded that Joker.com disable the spoof website’s domain name or face liability for trademark infringement.

4 Kommentare

  1. 01
    Felix

    Ich hoffe auf einen ordentlichen Streisandeffekt. Danke.

  2. 02
    schomsko

    Warlords verchecken Rohstoffe eben immer billiger als intakte Demokratien.

  3. 03

    Und ich wette darauf, dass sie sich grandios selbst ins Bein geschossen haben mit der Aktion.

    Streisandeffekt, aha. Wieder was gelernt.

  4. 04

    Getroffene Hund bellen.

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