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Der schlimmste Job, den ich je hatte

Irgendwann kamen wir uns selbst albern vor, packten unsere iPhones weg und taten das, was andere Leute in unserer Situation auch tun: Wir bestellten drei dritte Bier und packten Anekdoten auf den Tisch. Max erklärte, wie man früher im Osten an eine neue Wohnung kam, René holte die besten Taxifahrer-Stories raus und schon waren wir bei:

Hier dramatische Musik vorstellen
Der schlimmste Job, den ich je hatte!

Obwohl der Ferienjob am Fließband, den ich nach einer Woche gekündigt hatte, wirklich entwürdigend war, obwohl mein Versuch einer Radio- und Fernsehtechniker-Lehre nach drei Wochen in wütenden Tränen endete, weil mir der Meister die Ausbildung nur vorgegaukelt hatte, um temporär an einen kostenfreien Vollidioten zur Unterstützung zu kommen (immerhin: er hat damit meine Entscheidung, nie wieder einen Chef haben zu wollen, maßgeblich beeinflusst), war meine Entscheidung eindeutig.

Denn ich war einen Sommer lang Zeitungsausträger.

Mit meinen rund 20 Jahren hatte ich mir das prima vorgestellt: Bis halb Zwei morgens würde ich auf Parties oder in Clubs rumhängen, dann gut gelaunt mein auszulieferndes Zeitungspaket abholen. Ich würde die Papierbündel in Briefkästen der näheren Umgebung klemmen und die Umschläge mit dem Trinkgeld mitnehmen, hier und da auch mal eine Zeitung vor die Tür im zweiten Stock legen. Am Ende der Schicht würde ich die letzte der intelligenteren Zeitungen zu diesem luxuriösen, nach einem amerikanischen Magazin benannten Penthouse bringen, eine etwa 30-jährige, steinreiche, wegen ihrer enormen Attraktivität alleinstehende Frau würde mir die Tür öffnen, sich dafür entschuldigen, dass sie sich noch nicht richtig angezogen habe und mich zum Frühstück einladen, weil ihr so langweilig sei.

Die Realität sah überraschenderweise ein klein wenig anders aus. Die Realität sah überraschenderweise völlig anders aus. Die Realität sah, ehrlich gesagt, total beschissen aus. Denn Zeitungsausträger, das wurde mir viel zu spät klar, wurde man wirklich nur dann, wenn man keine Chance auf irgendetwas anderes hatte. Kondomverkäufer in einer Lesben-Bar, Nacktschneckenfrisör, Papayazüchter in Sibirien, Farbstilberater in Guantanamo — alles befriedigendere Jobs mit mehr Karriere-Aussichten als meiner damals.

Es hat zunächst etwas leicht demotivierendes, wenn man noch und nicht schon wach und gut gelaunt eine Zeitungsausträgerausgabesammelstelle betritt. Meine in einem ehemaligen Souterrain-Geschäft gelegene Verteilungszentrale, deren Fenster mit Zeitungen (womit auch sonst?) verklebt waren, müffelte nach etwas, das man nicht näher kennenlernen wollte und meine ausschließlich männlichen Kollegen legten den Verdacht nahe, dieses Etwas zu sein. Wortlos wurden die Zeitungsstapel von jemandem, dem ich den Spitznamen „Führer“ gegeben hatte, auf die Schubwagen verteilt, woraufhin der jeweils für den Wagen zuständige Austräger von dannen schob.

Ausgerüstet mit speckigem Auftragsbuch und sperrigem Schlüsselbund begann ich als Newbie mit einer hundertprozentig hoffnungslosen Tour am anderen Ende des Bezirks. Eine nur noch neunundneunzigprozentig hoffnungslose Tour wurde denjenigen in Aussicht gestellt, die ihre komplette Runde in unter 30 Sekunden absolvierten, der Wechsel sollte mit etwas Glück schon nach wenigen Monaten stattfinden können. Und tatsächlich gab es Touren, die himmlisch erschienen: Ausschließlich Briefkasten-Sendungen in höchstens drei verschiedenen einstöckigen Gebäuden ließen den Job, der pro ausgetragener Zeitung bezahlt wurde, annähernd lukrativ werden, und so träumte ich von regelmäßigen Trinkgeld-Meetings und dem Titel „Chief Executive Information Device Distribution Officer“.

Eine solch rare Tour wurde von ihrem Inhaber jedoch bewacht wie ein Waljiunges von seiner Mutter. Es schien ein sich mir nicht näher offenbarendes Tausch-System unter den älteren Kollgen zu existieren, doch aus Gesprächen mit diesen Herren wurde mir schnell klar, dass ich viele kostbare Jahre als Zeitungsausträger verschwenden müsste, um Zutritt zu diesem elitären Zirkel zu erhalten. So sagte ich den Druckauftrag für meine neuen Business-Cards zunächst ab.

Ein schlechte Zeitungstour, also meine, zeichnete sich dadurch aus, dass es pro Wohnhaus nur eine auszuliefernde Zeitung im vierten oder fünften Stockwerk gab (Zustellungsform: „Vor die Wohnungstür legen“), das nächste Haus mit dem nächsten Auslieferungswunsch lag dann einige Gebäude weit entfernt. Für ein paar Pfennige war man also viele lange Minuten unterwegs, in der Summe schob man auch dann noch, wenn der Tag schon lange begonnen hatte. Was natürlich zu massiven Beschwerden der Kunden führte.

Erschwert wurde der Job durch diverse Sonderwünsche langjähriger Abonnenten, welche im Auftragsbuch angemerkt waren. Eine ältere Dame musste bspw. nach einem festgelegten Schema geweckt werden. Um fünf Uhr morgens (war man zu früh, musste man eine andere Auslieferung vorziehen oder warten; war man zu spät, hatte man quasi schon die Polizei im Nacken) musste man als Austräger die Zeitung vor die Tür der Dame legen und dann dreimal kräftig an diese Tür klopfen, wonach man sich schleunigst ein Stockwerk tiefer begeben musste, um der Dame keine Angst einzujagen. Dann musste man warten, bis die Tür geöffnet und die Zeitung in die Wohnung geholt worden war und konnte sich verziehen. Wurde die Tür nach wenigen Minuten nicht geöffnet, musste man die Prozedur wiederholen, bis Oma wach war.

Nein, das habe ich nicht erfunden, das war mein Job. Mein einziger Versuch den Vorgang leicht zu beschleunigen, indem ich nach dem Klopfen sofort verschwand, wurde umgehend mit heftigster Beschwerde registriert und führte zur ersten Abmahnung. Ich frage mich wirklich, ob die Abonnentenbetreuung auch heute noch so umfangreich ist.

Andere Sonderwünsche waren harmloser, aber nicht weniger zeit- und nervenraubend. Die Zeitung sollte in den dafür vorgesehenen, aber völlig unterdimensionierten Zeitungshalter geklemmt, dabei aber auf keinen Fall zerknittert werden, sie sollte vor einer bestimmten Uhrzeit hier, nach dieser Zeit dort abgelegt werden, sie sollte nicht geknickt, sondern aufgefaltet, unbedingt auf den Fußabtreter und keinesfalls daneben gelegt werden (sonst sofortige Abmahnung!) … sowas halt.

Zahllose völlig überspitzte Beschwerden taten ihr Übriges. Manche Leute behaupteten mindestens zweimal wöchentlich, dass ich ihre Zeitung nicht ausgeliefert hätte, andere lauerten offenbar den ganzen enorm frühen Morgen hinter ihrer Tür und führten Buch über die genaue Auslieferungszeit, die sie regelmäßig und natürlich mit Beschwerden an meinen Arbeitgeber reportierten, wieder andere klauten Teile der genau abgezählten Wagen-Ladung und schmissen sie ein paar Meter weiter in den Dreck. Amüsant auf eine stille Art.

Lange also, bevor das Internet jedem diese Lehre erteilte, musste ich feststellen, dass es viel zu viele Menschen gibt, die erstens nichts zu tun haben und zweitens Arschlöcher sind. Obwohl der Job in dieser Erfahrungshinsicht etwas für sich hatte, gab ich nach einigen Monaten erschöpft und ohne spürbar positive Finanzentwicklung auf.

Eine einzige schöne Erinnerung habe ich jedoch behalten: Wirklich frische Brötchen, völlig übermüdet nach getaner Arbeit an einem Sommermorgen genossen, sind der Knaller.

Disclaimer: Ich weiß, dass es auf der Welt viel, viel härtere und ekligere Jobs gibt und dass die Inder in Afrika froh wären, wenn sie einen Zeitungsausträger zu essen hätten, aber dieser Job blieb mir von denen, die ich selbst ausüben musste, am schlechtesten in Erinnerung. Und bei euch?

128 Kommentare

  1. 01

    Prospekte Austragen und wöchentlich einen Anpfiff bekommen, weil die Kassiererin eines beworbenem Supermarktes angeblich NIE ihr Prospekt bekommen hat. DAS ist mein persönlich schlimmster Job, den ich je hatte!

    (Als die gute Dame jede Woch 5 Prospekte von mir bekam, gabs auch ein Anpfiff)

  2. 02

    Das mit den frischen Semmeln (So heißen die bei uns) kann man auch nach dem Clubbing haben, da brauchts keinen Scheißjob! :-)

    Das mit TV-Lehre kann ich in etwa bestätigen, das 2-wöchige Radio- und Fernsehtechnikerpraktikum zeichnete sich durch wenig Werkstatt, viel Ausfahren und demnach auch gutem Trinkgeld aus, aber DIESES Berufsbild hat mich dann abgeschreckt :-)

  3. 03
    Aksel

    Einer meiner schlimmsten Jobs um das Studium zu finanzieren: Hilfs-hilfs-hilfs-Roadie bei East17, unterste Stufe – auf die Bühne geschleuderte Plüschtiere mit herzerweichenden Nachrichten auf Karopapier von 14-jährigen Mädchen abräumen. Ich glaube ich werde nie wieder vertrauensvoller Vater sein können nach dem was ich dort gelesen habe.

  4. 04
    sontyp

    Schichtarbeit in einem Betonfertigteilwerk. Nach 8 Tagen aufgehört.

    „Lange also, bevor das Internet jedem diese Lehre erteilte, musste ich feststellen, dass es viel zu viele Menschen gibt, die erstens nichts zu tun haben und zweitens Arschlöcher sind.“

    sehr schön.

  5. 05
  6. 06

    Ich musste beim Lesen ein paar Mal grinsen, da ich vor ein paar Jahren auch mal einen Zeitungsausträgerjob hatte! Es war zwar nur die wöchentliche, kostenlose Stadtzeitung, aber ich hatte auch ähnliche Sonderwunsch-Fälle!

  7. 07
    Martin2

    Ich habe mal für eine etwas größere Hotelkette das Geschirr gespült. Das war ätzend.

  8. 08
    ichwersonst

    Ich kann mich momentan nicht zwischen Pizza ausfahren in Friedrichshain / Lichtenberg und Winterdienst in Charlottenburg entscheiden. Ist aber die gleiche Liga. Ständig nörglige Kunden usw usf

  9. 09

    Kostenlose Anzeigenblätter sind aber deutlich angenehmer auszutragen. Da wirft man einfach überall eins reins und gut is.

  10. 10
    jochen

    ich war testabonnent und musste die genaue uhrzeit der zeitungsauslieferung notieren ;-)

  11. 11

    Das kommt mir alles sehr bekannt vor: Ich habe das auch einen ganzen Sommer durchgezogen. Bie 7 Uhr mußte die Märkische Allgemeine (eine Zeitung von Welt) im Kasten sein. Und wehe, es wurde 7.01 Uhr. Dann stand Mutti am Gartentor und wetterte was das Zeug hielt. Oder man beschwerte sich eben. Ich hatte einen Ortsteil mit einem Haufen Eigenheimen. Um die 300 Häuser täglich. Wir sind fürs Zeitungsaustragen nicht geschaffen, eher fürs Vollschreiben!

  12. 12
    2raumbewohner

    Inventuraushilfe beim Bauhaus. Beginn der Aktion war 21 Uhr an einem Freitag. Bis ca. 4 Uhr nachts haben wir Fliesen gezählt und Latten nach Größe sortiert und anschließend gezählt. Die ganze Zeit stand ein Mitarbeiter hinter mir und zählte völlig panisch alle Fliesen nach und erklärte mir mehrmals die Relevanz von dem was wir taten. Mal abgesehen davon, dass sich die Uhrzeit nicht zum Zählen eignete, bin ich durch die Mischung aus stupider Arbeit und noch stupiederen Mitarbeitern selbst total abgestumpft. Die ganze Aktion hat mir 50€ eingebracht, was immerhin für 1-2 Abende in der Kneipe reichte – die brauchte ich aber auch.

  13. 13
    frau wanda

    eisverkauf (bauchladen) bei einem pur-konzert an einem regnerischen sommertag.

    ich frage mich noch heute was schlimmer war: der bauchladen oder die musik?

  14. 14
    Anonym

    Genial. Ich war auch Zeitungsausträger und hatte ebenfalls eine ähnliche Wunschvorstellung. Das muss alle Austräger männlichen Geschlechts wohl vereinen :D

    Obwohl die Realität diese Vorstellungen in der Tat unglaublich schnell ruiniert.

  15. 15
    JM

    Ich bin mit 10 (oder so) in die Fänge eines finsteren Gesellen in Gestalt des Besitzers eines Versandhausladens in unserer Kleinstadt geraten. Der versprach mir 20 Mark, wenn ich ihm 1000 Prospekte austrage. Nun hatte ich als zehnjähriger eine recht genaue Vorstellung, was 20 Mark waren (nämlich unfassbar viel Geld) — das mit den 1000 Prospekten, naja, das war zweifellos viel, aber doch irgendwie nicht richtig vorstellbar, daher ging ich davon aus, dass das schon seine Richtigkeit haben müsse. War ja schließlich ein erfahrener Businesspartner, der musste ja wissen, wie es läuft.

    Ich sollte noch hinzufügen, dass es in unserer Kleinstadt so gut wie keine Mehrfamilienhäuser gab.

    Meine Mutter hat mich 3 Stunden später im heimischen Keller und inmitten einer Tränenlache eingesammelt, sich die verbliebenen 950 Prospekte unter den Arm geklemmt und den Ladenbesitzer zum Zwecke einer gepflegten verbalen Kastration aufgesucht.

  16. 16
  17. 17

    @frau wanda: Ganz bestimmt: Die Musik. :) Ich habe aber mit Leuten, die auf Konzerten mit Bauchladen rumrennen müssen, immer Mitleid.

  18. 18

    mit 16 bei einer spedition diese riesigen container ausladen, die man sonst nur auf den schiffens sieht. war in den sommerferien und entsprechend heiss. der vorarbeiter war leicht körperlich behindert und ein riesenarsch. weil ich angeblichg zu langsam arbeitete musste muste ich am abend eine halbe stunde weniger eintragen und bekam nicht den vollen lohn

  19. 19

    Maskottchen im Phantasialand, für einen Sommer. Draußen 30°C, im Anzug 40°C oder mehr. Zum Glück immer nur für jeweils zwei Stunden, einmal weil man es körperlich nicht länger aushält, und natürlich weil die kleinen Pestblagen einem den letzten Nerv rauben, inklusive umschubsen, treten, anspucken und blöde Sprüche reißen.

  20. 20

    @JM: Aber: So müssen Mütter sein. :)

  21. 21
    Abdu

    Vor drei Jahren dachte ich auch, dass Zeitungen-Austragen „reich“ machen kann. Also meldete ich mich bei unzähligen Vertrieben an. Doch nichts passierte. Drei Jahre später ruft bei mir eine hysterische Dame an und möchte, dass ich für eine in den Urlaub gefahrene Person Zeitungen austrage. Ich platzte vor Glück, „weil ich mir doch soo viel von dem Geld kaufen konnte“. Ich sagte zu und Tage später kaum riesiges Paket, welches mit einer Art Katalog gefüllt war. In dem Katalog waren alle Personen, die Prospekte erwarteten, eingetragen, ALPHABETISCH. Also musste ich mir erst einmal die Mühe machen und die Leute den Straßen zu ordnen. Aus Zufall durfte ich das halbe Dorf mit Prospekten beglücken, obwohl ich ja nur EINE Person vertreten sollte. Nach ca vier Stunden „Zuordnung“ war ich fertig. Zwei Tage später um 9.00 Uhr kamen 3 riesige Kartons mit Prospekten ins Haus. WIE UM GOTTES WILLES SOLLTE ICH DAS ALLES HERUMTRAGEN, GESCHWEIGE DEN HERUMSCHIEBEN?!?!? Als ich dieses Problem mit „ich komme immer wieder heim“ gelöst hatte, machte ich mich auf den Weg. Doch ich wusste nicht einmal, wo ich anfangen sollte, denn im Grunde musste ich überall hin. Den Katalog in der Hand, Rucksack auf dem Rücken und Schiebewagen hinter mir fing ich an, auszuteilen. Bei fast jedem dritten Haus beschwerte sich jemand, er/sie wolle keine Prospekte, OBWOHL der Name und die Adresse in dem Katalog standen. Ich machte mir die Mühe und schrieb Kommentare hinter jeden Eintrag, der eigentlich nicht da sein sollte. Später wollte das niemand wissen. Nach unglaublichen 8 Stunden hatte ich alles ausgetragen. Dank der Sonne hatte ich Sonnenbrand und war dazu noch total am Ende meiner Kräfte. Zu Hause rief ich bei dem Betrieb an und sagte durch, dass ich nicht mehr austragen wollte. Verständnis? Nein. Ich solle meine Arbeit machen oder es folgen juristische Schritte. Super, ich war aussichtslos gefangen. Ich durfte drei weitere Male austragen. Motivation war gleich null. Am Ende meiner Vertretung bekam ich mickrige 30 Euro für ca 40 Stunden Arbeit. Yeah! Mit dieser Summe konnte ich mir nicht einmal gute Sportschuhe kaufen. Das war meine schlimmste Joberfahrung.

  22. 22

    Mein schlimmster Job war als Zimmermädchen in einem Berliner Hotel. Versiffte Zimmer mit Duschkabine, in denen das brackige Wasser stand, ein Etagenklo für 10 Zimmer, zu kleine Bettwäsche faltenfrei aufziehen, und bloß das Saugen unter dem Bett und entlang der Scheuerleiste nicht vergessen.
    Nach einer Woche dachte ich, ich wäre langsam. Bis ich kapiert habe, dass ich mittlerweile als einzige für alle 4 Etagen des Hotels eingeteilt war. Dafür gabs 50 Mark auf die Kralle, Rückenschmerzen und Plattfüße gratis.

    Bei den schlimmsten Zimmern – meist die Mehrbettzimmer von Jugendgruppen auf erster Alleinfahrt – habe ich mich immer durch Mundraub gerächt (die großen Gummibärchendosen vom zollfreien Einkauf auf der Fähre!).

  23. 23
    Henning Grote

    Schlimmster Job? In der Austräger Liga kann ich nicht mitspielen, da hatte ich wohl ziemlich Glück – den Arschlöchern und Idioten bin ich auch begegnet, aber eher auf der Kollegen/Cheg Ebene beim Ferienjob. Was damals zwar auch schwer nerven konnte, im Endeffekt aber ein absehbares Ende hatte.

    Einen Zeitungsjob hatte ich auch mal. Anfang 1990, da war ich grade frisch nach Berlin gezogen und hab ein paar Wochen in der Tagesspiegel Nachtauslieferung gejobbt. Das hieß mit dem LT die Zeitungsstapel von der Druckerei zu den Auslieferungsstellen fahren und da die Pakete wieder abladen. Am anspruchsvollsten war das Zurechtfinden in Berlin, vor allem weil ich keine festen Touren hatte. Immerhin hab ich so in kurzer Zeit die Stadt von Mahlsdorf bis Wannsee kennengelernt.

    Das beste aber war: Wenn nachts um drei oder halb vier Schluss war gings von der Druckerei nach nebenan ins Kumpelnest. ;-D

  24. 24

    Aushilfe im Supermarkt. Schäbiger, schmuddliger Supermarkt im Wedding. Einpacken, auspacken, etikettieren (das gab’s damals noch, liebe Kinder). Ich hatte Rückenschmerzen! Und das bei 30 Grad für Geld weit unterm Mindestlohn.

  25. 25

    @Sebastian: Oha, ich dachte, schlimmer als Spam-Kommentare schreiben geht garnicht *hihi*

    Bei mir war’s ein Autoglaser. Eigentlich ein schöner Nebenjob, wöchentlich kamen große Kisten mit neuen Scheiben, die es ins Lager zu stellen galt, da hat man seine Ruhe und man gewöhnt sich dran. Das schlimme waren die physisch viel leichteren Aufgaben wie Scheiben reparieren und der Zusatzservice Scheibenputzen und Wagen aussaugen, weil die Kunden einem die ganze Zeit über die Schulter gucken und auf die ungesaugten Ecken hinweisen. Das ist so erniedrigend. Außerdem war es für mich als Führerscheinneuling eine Tortur die teuersten und größten Bonzenkarren ein- und auszuparken, da gab es jedesmal Schweissausbrüche.

  26. 26

    Das ganze Ausmaß des Leids der gebeutelten Austräger hat Helge Schneider in seinem Epos »Jazzclub« in einer einzigen Sequenz kongenial dargestellt (hier leider von unpassender Hintergrundmusik verhunzt).

    Mein mit Abstand ätzendster Schüler-Job war auch das Austragen tausender Werbe-Flyer. Seitdem habe ich einen Heidenrespekt vor Leuten, die solche Jobs länger als zwei Tage durchhalten.

  27. 27

    Der schlimmste Job? Das war ganz klar als ich auf der Suche nach einer Lehrstelle als Koch in einem recht noblen Restaurant im Sauerland 3 Tage unendgeldlich zur Probearbeit erscheinen sollte. Zufälligerweise am 30. und 31.12 und am 1.1.
    Nachdem ich am ersten Tag gegen 16 Uhr – alle angestellten Köche waren natürlich längst in Pause – zum x-ten mal darauf hinwies, dass ich jetzt doch gewisse Hungergefühle verspüre, sagte man mir das sei jetzt etwas spät. Aber wenn ich den Rest der Küche fertig geputzt hätte, so der Chefkoch, dann bliebe mir ja etwas Zeit bis ich um 18:00 Uhr wieder antreten solle, da könne ich mir ja in der naheliegenden Einkaufszone etwas besorgen.
    Der Inhaber, mit dem der Chefkoch zusammenstand, ergänzte dann, dass das mit der Lehrstelle fürs nächste Jahr leider nichts wird, die hätte er leider dem Sohn eines Stadtrats-Irgendwas geben müssen. Aber — und dabei klopfte er mir generös auf die Schulter — wenn ich mich während der 3 Tage gut anstelle, da hätte ich schon Chancen im übernächsten Jahr genommen zu werden.
    Ich war zu dem Zeitpunkt schon relativ weit mit dem Säubern der Küche — alle Töpfe und Pfannen und alle Zeug war sauber, die Arbeitflächen und Fronten geputzt, ich musste lediglich noch den eben gefluteten und geschrubbten Boden mit so einem breiten Gummiabzieher wieder von den bräunlichen Wassermassen befreien.
    Glücklicherweise war es nicht das erste mal, dass ich die Gelegenheit hatte beim kostenlosen Probearbeiten mit einer Gummifletsche das Wasser aus der Küche zu ziehen. So wusste ich, dass die Dinger beim Ziehen wie gewünscht arbeiten, schiebt man sie jedoch, spritzt es wie Sau.
    Ich schob. Kräftig. Sie fluchten. Ich ging. Ohne Lehrstelle, das war aber nicht so schlimm.

    Während des Schreibens sind mir noch ein paar andere schlimme Jobs eingefallen – aber bei dieser gibts wenigstens ein happy End

  28. 28
    Janin

    meine ersten und gleichzeitig schlimmsten schulferienjobs.
    in einer apotheke,u.a. mischen von „schwedenbitter“. ich weiß bis heute nicht, wer oder wofür man dieses gift verwendet, aber gemischt wird es aus derart feinen pulvern, dass diese sich beim abwiegen/umfüllen in augen, mund und nase setzen. bitter ist kein ausdruck! vier wochen arbeit für ein paar unglaublich teure schuhe, die ich unbedingt haben musste und ein halbes jahr später total ätzend fand.
    der zweite job war allerdings noch schlimmer. für 3, 75 DMARK/stunde im lager einer boutiquenkette kleider auf kleiderbügel hängen. 7 stunden musste man stehend arbeiten und aufgrund einer soziopathischen wärterin, ich meine natürlich vorarbeiterin, durfte nicht, oder nur flüsternd, geredet werden.
    dafür bekam man allerdings 20% auf die klamotten…und sparen wird ja auch überbewertet.

    heute frage ich mich wie ich das nicht hinschmeißen konnte.

  29. 29

    Toller Text, super lustig geschrieben ;)

    Hey, ich hatte auch als 15-jähriger eine Lehre als Radio- und Fernsehtechniker begonnen, habe allerdings ein ganzes Jahr durchgehalten – dann hab auch ich sie geschmissen. Aus dem gleichen Grund wie du. War mein – mit Abstand – bisher schlimmster Job.

  30. 30

    Ich war einen Monat in den Niederlanden, bei einer dubiosen Zeitarbeitsfirma. Den ersten Tag habe ich gleich eine Nachtschicht am Fliessband der Salatfabrik bekommen. Die erste Stunde war’s noch lustig, dann fing ich wegen der monotonen Arbeit an ueber mein Leben nachzudenken. Irgendwann kreisten die Gedanken darum, wie man den Salat am besten schneidet. Und irgendwann kam gar nix mehr. Das hatte ich noch nie gehabt, dass mein Hirn einfach keine Gedanken mehr hat.

    Ich wurde dann in der naechsten Woche einem Papiergrosshaendler zugeteilt. Das war eine super arbeit und die Leute waren freundlich. Doch schlimm war die Unterbringung in den Bungalows; wir bekamen taeglich neue Nachrichten, dass wir doch bitte in eine andere Huette ziehen sollten, usw., die waren aber alle belegt und ab und an gabs auch Krach mit anderen Bewohnern… Naja, einen Monat habe ich’s mir angetan. Gibt schlimmeres, muss aber trozdem nicht sein

  31. 31

    Ach was, Ihr wisst doch gar nicht was hart arbeiten heisst. You had it easy…. So war das naemlich. Damals(tm).

  32. 32

    Fabrikarbeiter in einer Kunststofffabrik.
    Elendsteure Maschine halb geschrottet, weil ich, von den Plastikdämpfen völlig vernebelt, nicht mehr konzentriert arbeiten konnte.

  33. 33

    Johnny, ich kann dich voll und ganz verstehen! Ich trage auch seit ein paar Monaten Zeitung aus und frage mich jeden Sonntagmorgen, warum ich den Job eigentlich noch länger mache. Aber das Gefühl, wenn man fertig ist und seinen Lohn zählt (meine Leser zahlen in bar) ist einfach unbeschreiblich toll. Zumal ich den doch ganz ordentlichen Verdienst als Schüler gut gebrauchen kann.

    Ach ja, bei der Zeitung handelt es sich übrigens um die Bild am Sonntag (kotz!).

  34. 34
    j4k3

    Mein Mitgefühl, Johnny.
    Jedoch. Zum Anfang deines Artikels hatte ich noch besonders viel Mitleid mit dem Zeitung austragenden Großstadtkind, dass bestimmt ne ganze Menge Treppenhäuser zu überwinden hatte. Mir ist dann aber doch eingefallen, welchen großen Vorteil das hatte: Dich kannte da wenigstens keiner.

    Ich war mal so beknackt, den Job für einen Samstagmorgen für einen Freund zu übernehmen. Die Route hat das ganze verdammte Kaff abgedeckt, und einige Leute, die ich vorher noch nie gesehen hatte, schauen mich heute noch schief an, weil sie damals Ihre Zeitungen mit Verspätung bekommen haben.

  35. 35

    Schlimmster Job:

    Bei Harry Brot heiße Brötchen vom Fließband sortieren, wenn sie nicht einer bestimmten Norm entsprachen (z.B. keine fünf Einschnitte für Königsbrötchen).

    … nach 2 Tagen aufgehört.

  36. 36
    rio

    Das Krankenpflegepraktikum im Rahmen meines Studium war toll, v.a. diese eine Episode:

    In einem katholischen Krankenhaus lag auf unserer Urologie Station (toll das ich eine so schlechte Nase habe!) eine ziemlich alte, sowie verwirrte Nonne – Bei ihr war gerade eine Ordensschwester zu Besuch und als nach mir geklingelt wurde war ich bei der chronischen Unterbesetztheit natürlich der einzige auf Station mit 20 Patienten-

    Kurzum: die Nonne war über ihr Bettgitter geklettert (keine Ahnung wie sie das in ihrem Zustand geschafft hat), hat sich ins Bad geschleppt statt nach der Pfanne zu rufen – und hat auf dem Weg dahin wirklich das KOMPLETTE Zimmer vollgekackt

    – war natürlich meine Aufgabe mich zunächst um die Frau zu kümmern – als sie dann wieder im neu-gemachten Bettchen lag, durfte ich dann als Krönung das Zimmer von der Scheisse reinigen, wunderschön untermalt von den extrem giftigen, keifenden, besserwisserischen Kommentaren der besuchenden Ordensschwester: „da ist noch Kacke! Und da ist auch noch was! Sie haben vergessen den Rahmen da zu reinigen! So wischen sie aber nicht richtig! Wenn ich das der Stationsschwester erzähle!“ – Die natürlich bis dahin und auch weiterhin nichts weiter machte als doof rumzusitzen – es fiel er auch im Traum nicht ein vor dieser Episode die andere Schwester daran zu hindern aus dem Bett zu klettern und nach der Pfanne zu rufen- „das sei meine Aufgabe!

  37. 37

    Da habe ich auch einige auf Lager.
    Am schlimmsten war sicherlich als Callcenter Agent den Leuten Zeitungen aufzuschwatzen. 2 Wochen habe ich durchgehalten…

    Blöd war einmal bei VW ein paar Tage fürs nichts tun bezahlt zu werden. Stellen Studis ein und hatten für mich ne gute Woche rein garnichts zu tun. Langeweile kann extrem belastend sein. Diesen Part der Story meine ich völlig ernst. 8 Stunden wirklich nur dasitzen und warten ist schon fast Folter. Gerade weil ich mehr oder weniger alleine warten mußte.

    Besser, weil von zu Hause, war es Sex und Dating SMS zu beantworten. Es wäre lustig gewesen wenn man nicht so unglaublich viele SMS die Stunde beantworten sollte. Was ich nicht mal annährend geschafft habe. Ich bin mir aber sicher bei mir haben die Leute was für ihre 1.99€ pro SMS geboten bekommen :)

  38. 38

    Und die, die das heute noch machen, schreiben auch noch drüber:
    zeitungszusteller.org

  39. 39
    Martin2

    Fällt mir noch etwas ein:

    Ich habe mal für eine größere amerikanische Supermarktkette die Waren einsortiert bzw. nachgelegt. „Wir“ waren ein externer Diensleister der ca. 2 Std. vor Ladenschluss gegen 20 Uhr antrat um eben Deodorants, Gurkengläser und Pudding in dem sehr großflächigen Laden einzusortieren. An den Kühlregalen hat man sich natürlich fast immer eine Erkältung geholt. Eine arrogante Vorarbeiterin hatte mich auf dem Kieker, hatte so getan als sei ich zu blöd um Haarsprays einzuräumen. Ich hatte sie dann – es war noch Publikumsverkehr – angebrüllt. „Ja, ich weiß“, nach irgendeinem blöden Hinweis. Der ganze Körperpflege-Gang war wie erstarrt. Wir mußten natürlich zum Rapport, aber ich bin nicht rausgeflogen.
    Mich amüsiert der Gedanke heute noch, dass einige Gäste sicher sehr erschrocken waren. Ein lausiger Bengel der durch den Gang brüllt mit tausend Haarspraydosen in der Hand.

  40. 40
    j4k3

    Nicht selbst erjobbt, deswegen fällt es mir jetzt erst wieder ein.

    Als ich in der Schlange für mein letztes Mobiltelefon vor dem iPhone anstand, im Media Markt. Folgende Situation: Verkäufer versucht einer rotzfrechen Vierzehnjährigen mit mächtig dimensionierten körperlichen Ausmaßen und ihrer hoffnungslos unterbelichteten Mutter mit noch viel unfassbarerem Körperumfang klar zu machen, dass die Rechnung über die neunzehnhundert SMS im ersten Abrechnungsmonat durch das Versenden eben derselben zustande kommt.

  41. 41
    Maltefan

    Camembert eindosen in einer Käserei (mit 16).

  42. 42

    1. Das mit der Oma ist köstlich, auch wenn damals nicht für dich.

    2. Darf ich mal fragen, was du jetzt machst? (Bin mit den Bios der Spreeblick-Macher noch nicht so vertraut). Bzw. ist es wahrscheinlich wohl die Redaktionsarbeit des Spreeblick-Verlages, wenn ich das richtig vermute.

    3. Auch wenn ich oft auch so denke, sollte natürlich klar sein, dass eine Menschen-Einteilung in Arschloch und Nicht-Arschloch unbefriedigend ist. Aber klar, so war das auch nicht gemeint. Ich denke, wir sind alle mal ein Arsch, mal mehr, mal weniger, der eine mehr, der andere weniger. Und wenn ich mal „Rentner“ (ohne Rente) bin, blogge ich hoffentlich immer noch (oder mache etwas anderes Kreatives), als anderen in irgendeiner Hinsicht mit (m)einer Langeweile auf’n Senkel zu gehen.

    Ach noch was vergessen: Mein übelster Job war es, der Spacko-Schul-Praktikant in einer Bauhaus-Filiale zu sein. Habe da mit anderen Waren etikettiert und wurde von einem älteren Kollegen (oder war es eine Kollegin?), der/die übelst gesächselt hat, angemacht, weil ich mich dabei hingesetzt hatte. Boah, das war ganz weit unten.

  43. 43
    monk

    Ich trage nun seit einem guten Jahr Werbung verschiedenster Anbieter (vor allem Baumärkte) aus, und es ist toll! Sorry, aber ich muss das echt zugeben. Denn der Job zwingt mich einfach, zwei Mal die Woche für zwei Stunden durch die Gegend zu latschen. Und das bei jedem Wetter. Nervt jetzt im Winter schon manchmal, wenn dir die Finger abfrieren, aber wenn ich nach Hause komme, fühle ich mich einfach gut. Und die Zeit ist die perfekte, um Podcasts zu hören.
    Zu Hause bin ich so oder so irgendwie abgelenkt. Wenn ich am PC bin, laufen die nur nebenbei oder abends (wobei ich dann einschlafe) – aber beim Werbung austragen ist die volle Aufmerksamkeit beim Podcast. Insbesondere gut beim philosophischen Radio von WDR, aber das nur btw. Und natürlich beim Spreeblick-Podcast. Weil die Werbung, die ich austrage, aber sowieso niemand haben will, beschwert sich auch niemand, wenn er sie mal nicht bekommt. Deswegen kann ich immer mal je nach Lust ein bisschen abkürzen.
    Die Bezahlung ist übrigens mies, aber das interessiert mich inzwischen gar nicht mehr vorrangig. Brauche den Job gar nicht mehr so dringend, aber er ist auf seine Weise wunderbar.

  44. 44

    Schlimmster Job: Neckermann Bestellannahme

  45. 45
    Jan(TM)

    Callcenter(1und1, Telekom) – Outbound – 1 Tag durchgehalten. Dabei musste ich noch nicht mal ans Telefon, aber das Klima da und die Vorstellung Leute zu verarschen hat mich schon völlig fertig gemacht.
    Hat mich an meine Lehre Ende der 1980er in ner dämlichen DDR Kleinstadt erinnert, bei der ich null Freunde hatte, ständig wegen meiner unmöglichem Vorliebe für Punk/Gothic und dem entsprechenden Aussehen blöd angemacht wurde(weniger von den Ausbildern, mehr von den anderen Lehrlingen) – am Ende war ich da soweit das ich schon gezittert hab wenn mich jemand nur hämisch angeschaut hat. … Run away, turn away – Cry , boy, cry …

  46. 46
    ber

    Und jetzt alle: GRUNDEINKOMMEN!

  47. 47

    ähm …
    weiß jemand, welche tageszeitung heute noch das geschilderte weckverfahren anbietet bzw. ihre zusteller dazu zwingen würde?

    ich würde dem boten natürlich immer ne mark oder so unter die fussmatte legen.

  48. 48
    heiße sch

    Im August bei 32° in einem schwarzen T-Shirt stinkendes schwarzes Bitumen als Feuchteschutz an die Außenwände eines Kindergartens in Köln Chorweiler aufbringen.
    Für 500 DM Praktikumsentgelt!

    Was gibts eigentlich zu gewinnen?

  49. 49
    srm

    „Lange also, bevor das Internet jedem diese Lehre erteilte, musste ich feststellen, dass es viel zu viele Menschen gibt, die erstens nichts zu tun haben und zweitens Arschlöcher sind.“ Auf den Zug springe ich auch auf.
    Allerdings hat es bei mir auch mit Internet etwas gedauert :)

  50. 50

    schlimmster job: zwei wochen lang auf der straße leute anquatschen und davon überzeugen, eine einzugsermächtigung für eine humanitäre hilfsorganisation zu unterschreiben. alle vorweihnachtsgestresst (gerücht, dass vorm fest der nächstenliebe alle spendenfreudig seien…), zehn stunden am stück in der matsch-wind-kälte stehen und die leute sind nur schlecht drauf. seitdem ist hannover ein rotes tuch für mich …

  51. 51
    ben

    Pakete packen für Amazon während des Weihnachtsgeschäfts. Alle sind eine Familie, alle duzen sich, die Hierarchien flach. Aber auch egal, wenn man in der Nahrungskette ganz unten ist.
    Man steht am Fließband holt ein Multipack C/B/A oder sonstwas links oben aus dem Fach, falten, packen, aufs Fließband, fertig. rechts steht ein Scanner der einem die Stückzahl der eingepackten Waren pro Zeit anzeigt. in unregelmäßigen Abständen kommt dann ein dich duzender Areamanager, zeigt eben auf diese Anzeige und sagt im ernsten Ton, dass es doch wünschenswert wäre, wenn diese Zahl doch höher wäre.
    Klar du Arsch, denke ich. ist ja auch bald Weihnachten. Da kann man sich ja allerhand wünschen. Vielleicht noch ne Kirsche obendrauf, der Herr? ähem Achim/Thomas/Ulrike, oder so.
    Jedenfalls gab es dann Leute die das schon über Jahre hinweg perfektioniert haben und eine Art Falt-Kung-Fu entwickelten. Mit der Handkante die Ecken knicken, Inhalt rein, drehen um 180 Grad, knicken, zukleben, zack fertig aufs Band, die Minute hat noch 23 Sekunden. Es waren nur noch verschwommene Konturen eines Paketes wahrnehmbar.
    Dann gab es einmal am Tag eine Pause von 20 min wobei allein 10 für die Metalldetektorprozedur am Eingang draufgingen. das war dann Knastfeeling deluxe.

    Und diese übereifrigen Mitarbeiter die einen anscheißen, weil man mal mit nem Kollegen an der Tränke steht und statt dem dort üblichen Fließbandstumpfsinn sich mal einer Konversation hingibt. die denken doch tatsächlich, dass sie mit ihrem sichzutodeackern Respekt in den Chefetagen verdienen und die flache Hierarchie nach oben klettern zu können. es gab sogar welche die sind mit nem T-shirt rumgelaufen auf dem stand: „Amazon Leipzig – seit Anfang an dabei.“ Gefangen in der Tretmühle und stolz darauf.
    ich mein, Arbeitslosigkeit ist auch eine Option. und nicht mal die Schlechteste. Man muss ja nicht jeden Scheiß mitmachen.

    ok ich fang schon wieder an mich aufzuregen, aber diese Arbeitswelt führt doch eh nur zu den absurdesten Situationen.

    Gute Nacht denn ich muss Morgen nicht früh raus.

  52. 52
    horst

    @Jeriko: hey jeriko… sry das ich einen sommer so ne pestblage war. ich hab allerdings nur genervt und ein bisschen geschubst, nicht gespuckt oder getreten ;-(

  53. 53

    „Lange also, bevor das Internet jedem diese Lehre erteilte, musste ich feststellen, dass es viel zu viele Menschen gibt, die erstens nichts zu tun haben und zweitens Arschlöcher sind.“

    Bin nun endgültig gewonnen.

  54. 54
    jens

    Lager für Dämmatten – glaswolle versteht sich. Einen ganzen Sommer lang. Mich juckt es jetzt noch wenn ich daran denke!

  55. 55
    GnUhu

    Einen halben Sommer in einer Fabrik ohne Schutzkleidung Stahlrohre in irgendwelche stark ätzenden chemischen Bäder tunken und wieder herausholen. Kostet mich vermutlich zehn Jahre Lebenszeit.

    Der zweite Teil des gleichen Sommers war dann netter. Mit den Worten „Du bist doch Abitur, du musst das können, Jung!“ wurde ich zum Gabelstaplerfahrer befördert – natürlich ohne Stapler-Führerschein oder Ausbildung. Den Rest des Sommer konnte ich dann durch die Hallen und gegen allerlei Dinge fahren. Das war nett.

  56. 56
    Ralph

    Ich habe gesuendigt und BamS verkauft. Einmal, im Spaetjanuar 1996 oder so, gabs Kaelteeinbruch. Trotz 10 Paar Socken, massig Hosen- und Jackenlayers war nach 3h nur noch mein Gesicht lebendig. Irgendwie schaffte ich es nach Hause und der Teppich in der Wohnung meiner Eltern war heiss wie Feuer. 2 Tage spaeter begann dann auch mein Herz wieder zu schlagen. Ich erinner mich noch gut an das zerfetzte Raveposter, dass neben meinem Stand mit 3D-Zeugs fuer die Party warb.. Absurd.

  57. 57
    julia

    mein schlimmster job: schoko-früchte 3tage lang an einem festival verkaufen, stehend, 14 stundenlang ohne pause und wenn ich dann mal auf toilette musste hieß es: jetzt wo so viele leute hier sind, also von jemandem mit abitur hätten wir schon gedacht…
    ja was denkt man von jemandem der abitur hat, dass er keine blase hat? ein nörgelnder chef, der auch noch nach dem festival behauptet hat, man hätte geklaut und sich so ja schon seinen lohn genommen, schließlich sei viel zu wenig geld in der kasse…

    @ber: grundeinkommen…naja generation praktikant eher ;)

  58. 58
    Ralph

    Halt stopp.. nee, meinen schlimmsten hatte ich erst neulich: Applikation programmieren und Geld war viel da aber Zeit keine. „Klappt scho!“ denkste dir dann, „Effizienz steigern und Youtube/Spreeblick-Bookmarks temporaer loeschen und das Ding ist drin“. Am Ende hatte ich mehrere Tage Schlafdefizit, erhebliche Erinnerungsluecken und Nachts bruellte ich im Schlaf irgendwas vom Ende der Welt. Nie wieder! Nienienienie!

  59. 59
    Al

    Für Geschichten wie diese liebe ich Spreeblick! Und das mit den Brötchen kann ich nur unterschreiben…

    Mit fiesen Jobs kann ich leider nicht dienen, oder vielleicht doch? Ich musste für die Lokalzeitung mal einen Artikel über die „Ten Tenors“ schreiben. Bei der zweiten Zugabe war Ralph-Siegel-Medley angesagt.

    Der Saal tobte und stand auf den Stühlen.

    Ich saß und weinte.

  60. 60
    mc bastard

    Mit 14 in ner bäckerei… die hygiene hat so sehr gelitten da, dass die prämie vom gesundheitsamt fürs anschwärzen wahrscheinlich höher gewesen wär als der lohn fürs praktikum. Danach war ich in ner druckerei für ne woche.auch hier war das einzigst berauschende die dämpfe der tinte. Zeitungsaustragen hab ich 2 jahre lang jeden sommer als vertretung für nen kumpel gemacht, gott ich weiß bis heute nicht wie der das 2 jahre lang durchgehalten hat.

    Momentan bin ich im aussendienst bei einem großen telekommunikationsunternehmen und muss sagen, dass ist auch nicht immer schön.

    aber scheiße liegt überall, es braucht nur jemanden der reintritt…

  61. 61

    ulkig wie hier ein Haufen Linksintellektuelle rumheulen, weil Sie einmal in Ihrem Leben drei Wochen arbeiten mussten…

    Ich habe einen Bau- und Jahre später einen Pflegeberuf gelernt und befinde mich gerade selbst auf Berufsflucht in die computerbasierte Selbstständigkeit…

    versteht mich nicht falsch, es geht mir nicht darum den Wert intellektueller Arbeit herabzuwürdigen, ich bin an dem einen, oder anderen Studium gescheitert und habe da gebührend Respeckt, aber Intellektuelle, oder „Verantwortungsträger“, allgemein ausgedrückt: die Eliten und solche die es werden, ob Sie wollen, oder nicht… unterschätzen oft was es bedeutet einen stupiden, extrem nervigen Job nicht nur machen zu müssen, sondern sich darüber klar zu sein, daß man das bis zur Rente tun wird.
    Im Zuge der Rationalisierung und Arbeitsteilung werden manuelle Berufe auch immer noch stressiger und stupider, nicht zuletzt auch körperlich erschöpfender, als Ihr Euch das vorstellen könnt.
    Das führt dann in der knappen, kaum selbstbestimmten Freizeit zur Abwendung von wichtigen Themen wie Politik und Gesellschaft, hin zu RTL2, Politikverdrossenheit und Fremdenhass… nicht weil die Leute Dumm sind, sondern weil es in Ihrer Position durch Nachdenken nichts zu gewinnen gibt außer noch mehr Frust.

    Denkt da mal drüber nach, wenn Ihr Euch das nächste mal über eine arschkrampige Bäckereifachverkäuferin ärgert, weil Sie Ihren Frust an Euch auslässt, anstatt ganz individuell, ganzheitlich und gutgelaunt auf Eure Körnerfresserextrawünsche eigehen.

  62. 62
    East17

    @Aksel: Das mit dem Hilfsroadie hab ich auch mal gemacht, sogar für East17. Ca. 94. War aber ne spontane Aktion für einen Abend. Glaube 80 Mark für drei Jungs und zwei Stunden Arbeit. Wir haben uns auch Briefe mitgenommen, da stand aber kein fieses Zeug drin. Lustiger fand ich, dass die Plüschtiere als Füllmaterial für die Container benutzt wurden.
    Danach für den Veranstalter fünf Tage auf nem ordentlichen Festival gearbeitet, Backstagepass inklusive.

  63. 63

    @Jörg Reinhardt: Schön, dass mich endlich mal jemand als Linksintellektuellen bezeichnet :-)

    Das mit dem Frust und allem scheint bei Dir ja schon etwas fortgeschrittener zu sein. Gegenlenken!

  64. 64
    Aksel

    @East17: HAHA. Bei uns sollten die damals nicht in den Container, sondern an das örtliche SOS-Kinderdorf verschenkt werden (hat jedenfalls der Veranstalter gesagt) – deshalb mussten diese persönlichen Briefe auch abmontiert werden. Mitnehmen wollt ich aber keinen, dass war wirklich zu bitter was da stand.
    Ich hab zwar minimal mehr Geld bekommen, dafür das immer erst nach 4-8 Monaten und unzähligem Nachfragen. Das wäre eh eine eigene Rubrik im Bezug auf Kackjobs: der „Oh, das war doch schon längst überwiesen!“-Faktor, und die „Aldi Aurum“-Quote die daraus resultiert.

  65. 65
    sterni

    Das Reinigen des Abflusskanals in einer Werkhalle während der Lehre zum Steinmetz. Granitschlamm (vom sägen und schleifen), vermischt mit allerlei Dingen organischen Ursprungs (!) aus einer 40cm breiten und ca. 1,30m tiefen Rinne schaufeln. Bei 30° Aussentemperatur in einer diesigen Halle mit einem Spaten eine Masse aus dem Graben befördern, die den Aggregatzustand von Hollandtomaten hat und riecht wie eine umgekippte Kläranlage. Je tiefer man kam desto eher näherte sich die Konsistenz wieder dem Gesteinszustand.

  66. 66
    stefanx

    müll wegräumen in einer mehrzweckhalle nach einem fdp-parteitag. „müll“ waren in dem fall essensreste, die in einem heißen sommer schon 3 tage darauf warteten, von einem container in einen lkw umgeladen zu werden.
    bis dahin wußte ich nicht, dass man durch gestank physische schmerzen in der nase bekommen kann.. das letzte woran ich mich erinnern kann war das platzen eines müllsackes und wie mir inzwischen flüssige butter über die schuhe läuft.

  67. 67

    … musiker! grauenhaft. dauernd diese alkoholexzesse und am morgen will keiner die mädels heimfahren. und das für ein zimmer und n kasten bier und schweiss im scheinwerferlicht.

  68. 68

    Ohman ich wusste garnicht das man als Zeitungsausträger so gehasst wird :-D Kann mir vorstellen das es ein schlecht bezahlter Job ist der obendrein noch anstrengend ist … aber i dachte das man wenigstens von den belieferten mit offenen armen emfpangen wird xD

  69. 69
    Lars Amsel

    Schon 68 Kommentare und noch kein Hinweis auf Bukowski?

    Dann hol‘ ich das mal nach. Der Artikel könnte problemlos als Klappentext für Bukowskis ‚Post Office‘ herhalten, das in der Übersetzung den den etwas sperrigen Titel ‚Der Mann mit der Ledertasche‘ bekommen hat.

    @Johnny: Vielen Dank für die Story, auch wenn ich sie im Prinzip schonmal gelesen habe. Für den unwahrscheinlichen Fall, dass Du das Buch noch nicht gelesen hast — schnell nachholen, unbedingt!

  70. 70
    Kommentator

    ACHTUNG: Eklig. Sorry, aber es war echt so.
    Mein schlimmster Job: Fingernägel bis auf’s Fleisch wegschleifen in einer Scharnier-Fabrik. An einer höllischen Schleifmaschine (Endlosband auf Hochtouren, kein Notstop, nichts) mußte ich die Rundung von Autotür-Scharnieren mit einer einzigen Bewegung rund- und glattschleifen. Damit das gelang, mußte man sehr dicht fassen und hat dabei immer ein kleines Stück Daumennagel geopfert. Nach drei Tage hatte ich keine Daumennägel mehr und dann noch zwei Tage weitergemacht.
    Das Ganze Ende der 80er für irgendwas um die 8,50 DM/Stunde und Dauerdruck durch die Aufseher. Ich hab’s geschmissen und wurde dafür noch schief angesehen.

  71. 71

    Nachtschicht in der Tankstelle, 22-6 Uhr, jedes zweite Wochenende. Alles gehabt, von Besoffenen die anfangen um 2 Uhr morgens die Fenster der Tanke zu putzen, über Messerstechereien, besoffene britische Soldaten, Diebstahl, flüchtende Gangster die bei uns getankt haben usw.

    Das Ganze wurde vor allem deshalb so interessant weil es die nächste 24h Tanke von der Innenstadt aus war.

  72. 72

    @Lars Amsel: Hui, das hole ich nun nach, denn tatsächlich kenne ich die Story nicht.

  73. 73
    Frank Schenk

    BAMS hab ich auch mal ausgetragen, das war eigentlich total locker. Gab immer gut Trinkgeld und war schon damals ein guter Stundenlohn. Musste das Käseblatt ja nicht lesen.

    In Rheinhessen (also da, wo ich herkomme) gibts jede Menge Weinberge (Rheinhessen ist das größte Weinanbaugebiet in Deutschland) und natürlich kommt man als Kind – vor allem im Dorf – um die Weinlese nicht drumherum. Los gings immer Anfang/Mitte September. Da wars auch meist noch das Wetter schön. Aber später, Mitte/Ende Oktober – am Wochenende morgens um halb 7 aus dem Bett fallen, lange Unterhosen + Turnhosen + 2-3paar Socken + T-Shirt + T-Shirt + Pullover + Pullover + dicke Jacke + Regenjacke drüber und dann mit Gummistiefeln durch den angefrorenen Schlamm stapfen (Handschuhe gingen nicht wirklich, nur Gummihandschuhe), mit klammen Fingern, Raureif/Tau auf Blättern und Trauben – und nach einer Stunde war man durchgefroren …. brrrr. Dann von morgens halb 8 bis Abends um 18 Uhr Trauben schneiden, zwischendurch ne halbe Stunde Mittag (die Lese muss dringend eingeholt werden, also zack zack) und Abends, wenn man dann um 19 Uhr zuhause war, erst mal ne Stunde hinterm Ofen sitzen und akklimatisieren – das war teilweise schon traumatisch. Gut, am Ende der Saison, wenn man dann etliche hundert Mark bekam (als Wochenend-Leser) und die Feier am Ende der Saison entschädigte schon für einiges. Wenigstens musste ich keine Bütten schleppen.

    http://www.rheinhessen.de/weinlese_frueher.html

    Heutzutage wird fast alles mit Maschinen gelesen – ausser Eisweine und manche Spätlese oder bei Kleinwinzern.

    Aber ja, das waren meine schlimmsten Erfahrungen.

    gruß

  74. 74

    Mein schlimmster Job lässt sich kurz zusammenfassen:

    Salzsäurereste im Heizkraftwerk München-Nord mit Schwamm und Eimer von der Wand wischen. In einem Tragegurt auf 30 Meter Höhe hängend. In 12-Stunden-Schichten.

    Mit mir vor Ort, abgesehen von einer Gang vollkommener Penner: Ein freier Autor der „Du“. Print hatte schon 1995 keine Zukunft.

  75. 75

    @Sebastian S. keine Ahnung, ob Du ein Linksintellektueller bist, aber schau mal wieviele Sätze hier mit „in den Semsterferien, etc…“ anfangen

    Und ja, ich war in meinem Pflegeberuf so gefrustet, daß ich meinen Patienten nicht mehr gerecht wurde… Der gegenwärtige Normalzustand in der Pflege und das ging eigentlich allen so. Warst Du in letzer Zeit mal in nem Krankenhaus?
    Aber das ist ja für mich nun gottseidank vorbei!!!

    Weder Linksintelektuell ist als Beleidigung gemeint, noch glaube ich das Intellektuelle nicht arbeiten.
    Aber sich mal klar zu machen, daß das was die meißten hier als „schlimmster Job im Leben“ beschreiben der ganz normale Beruf der meissten Anderen ist kann nicht schaden.

  76. 76
    Tim

    Schneeräumen in Berlin bei so einem Gehweg-Service. Vom Prestige vergleichbar mit Zeitungsaustragen. Immer in Bereitschaft, falls es schneit. Wenn der Winter mild ist, easy verdienten Geld. Wenn es hart (= schneereich) kommt, ein Scheissjob. Inkl. Beschwerden über schlechte Räumung, Abmahnungen wegen Beulen im Fahrzeug, und Ärger mit der Polizei.

  77. 77

    @Jörg Reinhardt: Ja, dann fangen halt viele Sätze mit „In den Semesterferien“ an. Was sollen sie denn sagen, wenn es doch so war? Kann ja auch nicht jeder einen Disclaimer schreiben, in dem steht, dass man sehr wohl wisse, dass andere diese Scheissjobs ihr Leben lang machen (übrigens Disclaimer: ich habe nie studiert), aber ich denke, das ist hier allen Beteiligten klar, weswegen man es nicht immer wieder sagen muss. Das ist ja nun keine böse Absicht der Leute, noch kann ich irgendwelches Geprotze daraus lesen. Ebenso viele Kommentare fangen hier auch an mit den Worten „Während meiner Lehre…“ etc, ich denke, die Mischung ist hier schon ganz gut.

    Ich glaube Dir, dass das mit den Intellektuellen nicht beleidigend gemeint ist (wie kann man dass auch beleidigend meinen), aber der ganze Ton des Kommentars lässt jetzt auch nicht unbedingt auf Nettigkeit schließen.

    Ich glaube übrigens, dass der Thread und insbesondere die Kommentare genau das schaffen: dass man einen Blick gewinnt für die Scheisse, die da in bestimmten Arbeitswelten läuft. Und dass jeder hier automatisch drüber nachdenkt, dass viele Menschen sich das jeden Tag antun müssen.

    Ich war übrigens noch nie im Krankenhaus, überhaupt war ich noch nie richtig krank, ich finde das selber schon gruselig. Wahrscheinlich arbeite ich einfach zu wenig.

  78. 78

    wie sag ich immer: Es gibt jobs da muss man debil genug sein um sie zu ertragen.

  79. 79

    In einer Marmeladenfabrik während der Kirschenzeit arbeiten.
    An einem Laufband, das uralt und viel zu schnell eingestellt war. Wir hatten nur Zeit, die Kirschen, an denen noch Stiele waren rauszuklauben – die durften auf keinen Fall durchrutschen, weil sonst Maschine kaputt. Die faulen Kirschen, die Kartoffeln, die die schlauen Bauern reingeschummelt hatten und auch vereinzelte Schnecken sind alle in der Marmelade gelandet. *schüttel*

    PS: Firma gibt’s nicht mehr, aber wer damals in ’ner Jugendherberge oder beim Bund war, hat die Marmelade wahrscheinlich gegessen ;-)

  80. 80
    Maltefan

    @mediokra: Ich hab schon in Metzegereien, Bäckereien und Käsereien gearbeitet: Das ist ganz normal.

  81. 81

    @Sebastian S.

    …Sätze mit „In den Semesterferien“ an. Was sollen sie denn sagen…

    war doch gar nicht als Angriff gemeint

    …Ich glaube übrigens, dass der Thread und insbesondere die Kommentare genau das schaffen: dass man einen Blick gewinnt für die Scheisse, die da in bestimmten Arbeitswelten läuft….

    genau das wollte ich ja nur noch mal betonen.

    In meinen normalen Jobs habe ich halt gelernt, daß die meißten Menschen die mir mit Ihrer Unfreundlichkeit und Frustigkeit auf den Zeiger gehen, Gründe dafür haben so zu sein.
    In meinem intellektuellen Freundeskreis erlebe ich häuffig Unverständniss dafür, da man sich von solchen Leuten bewußt fern hält. Mache ich ja im Privaten auch!

    Warum schaun Leute RTL2, warum schimpfen Sie auf „Die da oben“ anstatt sich zu engagieren, warum geht Keiner mehr Demonstrieren, warum wird nur noch aus „Rache“ gewählt, warum wir die Schuld bei Ausländern/Sozialversagern/etc…
    gesucht, kurz und gut, warum wird Unsere Gesellschaft immer unerträglicher?

    Weil Arbeitswelten immer unerträglicher werden!

    Das kann einem leicht entgehen, wenn man seinen Job mag.

  82. 82
    Tin Cup

    @ber: Leute mit Grundeinkommen haben aber nix zu bloggen. ;)

  83. 83

    @Jörg Reinhardt: „Warum schaun Leute RTL2, warum schimpfen Sie auf „Die da oben“ anstatt sich zu engagieren (…) kurz und gut, warum wird Unsere Gesellschaft immer unerträglicher?“

    Die Liste hätte man auch noch um den Satz „warum beleidigen Leute in öffentlichen Kommentaren ihnen wildfremde Menschen als ‚Haufen rumheulender Linksintellektueller‘ und ‚Körnerfresser‘?“. :)

    Was ich sagen will: Du hast ’ne nette Reaktion bekommen und schon kann man wieder respektvoll miteinander reden. Das war Glück und ein geduldiger Leser (Stefan Sebastian), denn du kamst mit deinem ersten Kommentar rüber wie ein pöbelnder Troll, die ignoriert man ja gerne mal.

    Mal abgesehen davon, dass deine Klischeevorstellung wirklich sehr veraltet und unpassend ist („Körnerfresser“ — du musst in etwa meinem Alter sein, wenn du solche Begriffe noch benutzt „¦ heute heißen die LOHAS! :)), weiß ich sehr gut, was du meinst, halte es aber nicht für ganz so einfach. Die Arbeitswelten zu Zeiten, in denen (vermeindlich) mehr demonstriert wurde, waren unter Garantie nicht besser als heute.

  84. 84

    @Johnny Haeusler: Der Stefan ist grade im Urlaub :-)

  85. 85
    Rotti

    12 h Schichten im Verlagshaus Dresden, von Samstag 18 bis Sonntag 6 Uhr. Das einzig lustige daran war, zu sehen, wie die Gespräche an den Sortiermaschinen im Niveau immer tiefer sackten, um 5 konnte sich vor Lachen schon niemand mehr auf den Beinen halten. Weiß nur nicht mehr, war es das stupide Werbung-In-die-Maschine-Sortieren oder die Tatsache, dass Selbige das Einsortierte zwei Meter weiter im hohen Bogen wieder in die Halle zurückspuckte (kleiner Dauerdefekt), der uns so zum Lachen brachte.
    Und dann war da noch Flaschenkrabbeln bei Berl*ner P*lsner, dass war aber nicht ganz so schlimm, wenn man vorhatte, den Rest des Lebens im Vollrausch zu verbringen.

  86. 86

    @Sebastian S.: Auweia, wie peinlich. Ich bitte um Verzeihung und widme dir meinen nächsten Tweet. ;)

    (War keine Absicht, natürlich)

    Update: Es wurden gleich zwei.

    Wieso hast du eigentlich zwei URLs für dein Blog?

  87. 87

    Das ist so: Die Erklärung wegen dem socialissuesandstuff steht ja auf der about-Site. Aber mit der URL komme ich durch keinen Spamblocker und irgendwann hat das mich und auch alle Blogger genervt, darum gebe ich da immer die alte ein. Die führt auf die neue Adresse, weil das halt über das Domainmapping von wordpress.com läuft.

    Oder so.

  88. 88

    Erzählt ihr mir nichts von schlimmen Jobs.

  89. 89

    @Johnny_Haeusler ja sorry mir war mal nach trollen, wollt ich mir eigentlich abgewöhnen.

    Aber nach der Debatte über das bedingungslose Grundeinkommen war mir mal danach.
    Ich frage mich halt (und sollte es evtl. mal vergleichen…), ob nicht die Leute die sich da sehr abschätzig über die vermeindliche Absurdität des Selben ergehen, hier berichten wie Sie unter der nervlichen Belastung eines halben Tages im Supermarkt zusammengebrochen sind…

    Aber stimmt schon, pöblen bringt Uns da auch nicht weiter.

  90. 90
    Trillian

    Arbeiten in einem Hotel in Berlin als einzige „Angestellte“.

    Die ersten drei Monate waren die schlimmsten, ich hatte keinen einzigen (keine Übertreibung) Tag frei – auch nicht die Wochenenden oder irgendwelche Ausgleichstage. Ich habe früh aufgeschlossen und Frühstück gemacht (ab 5:30 Vorbereitung), habe neben der Betreuung des Frühstücks die Rezeption geschmissen, habe abgeräumt, angefangen abzuwaschen und bin dann ab elf in die Zimmer um sie zu reinigen. Das ganze im Dachgeschoss ohne Klimaanlage oder auch nur Jealousien, während des Fußballweltmeisterschaftssommers. Das Haus war voll. Während ich in den Zimmern war, musste ich das schnurlose Telefon bewachen, weil die Gäste sich nicht immer an „Anreise ab 14 Uhr“ hielten. Ich musste dann die 5 Etagen runterflitzen um die Leute rein zu lassen und die entsprechenden Zimmer zuzuweisen (Der Fahrstuhl ist zu langsam, die Beschwerden, wie lange man in der Hitze stehen muss haben mehr genervt, als das Flitzen). Dann wieder hoch in die Zimmer, um zuende zu putzen. Gegen 17 Uhr war ich meistens mit allen Zimmern durch.
    Dann gings daran, den Frühstückssaal sauber zu machen und den Rest abzuwaschen, abzutrocknen , damit ich die Tische wieder eindecken konnte, nachdem ich gefegt und gewischt hatte.(Wir hatten zu diesem Zeitpunkt tatsächlich keine Geschirrspülmaschine, weil die noch in einem anderen Hotel meines Chefs stand, wo sie „dringender“ gebraucht wurde- aber das ist eine andere Geschichte.) Nebenbei musste ich die Gäste in Empfang nehmen, freundlich Telefonate führen und Fragen von schon residierenden Gästen beantworten. Wenn ich damit fertig war, musste meistens nur noch die Küche gewischt werden und dann war gegen 10 oder 11 Feierabend.

    Ich habe anfangs 5 € die Stunde dafür bekommen, später 6,5 €. Als ich dem Chef anbot, mir 5€ für die normale Arbeitszeit (8 Stunden) zu bezahlen, dann aber für die Überstunden mehr, sagte er zu mir, das könne er nicht machen, weil ich dann noch langsamer arbeiten würde.

    Ich habe nach ca. 5 Monaten gekündigt. Jetzt arbeiten in besagtem Hotel 5 Damen. Die allesamt nicht mehr tun, als ich allein. Nur halt halbtags angestellt und unter vernünftigeren Bedingungen.

  91. 91

    Meinen Führerschein habe ich mir verdient mit: putzen. Morgens um 05:00 Uhr im Hospital im Quartier Napoleon, den Soldaten ums Bett fegen, um elf Uhr wieder zu Hause, dann in einem sehr sehr heißen Berliner Sommer den Nachmittag im Schwimmbad Columbiabad Geschirr abwaschen und putzen in dem Kiosk. Danach wusste ich, dass ich mich doch noch ein bisschen für die Schule anstrengen wollte, weil putzen so als berufliches Lebensziel hatte mich nicht überzeugen können. Außerdem wusste ich so, dass es smart sein könnte, den Führerschein gleich beim ersten Mal zu schaffen, weil sonst weiter putzen. Danach wollte ich nie wieder für Geld putzen. Was natürlich nicht ganz geklappt hatte. Habe aber viel und sehr hohen Respekt vor Menschen, die es tun.

  92. 92

    îch habe die EDV bei einem taubenzüchterverein gemacht. 60 euro pro wochenende.

    stellt euch vor fanatische evangelikale hätten so etwas wie kleine glaubenstierchen, die gebete transportieren und wenn die ihre glaubenstierchen zu gott schicken, müssen die fußringe dieser viecher gescannt und verwaltet werden.

    und wenn die glaubenstierchen wieder da sind, müssen die ringe nochmals gescannt und die daten ausgewertet werden, damit die fanatiker wissen, ob gott die gebete erhört hat.

    und jetzt stellt euch vor, daten gehen verloren oder die auswertung dauert ein paar minuten zu lange bis die ergebnislisten gedruckt sind.

    und stellt euch vor, dass dabei der messwein in strömen fließt.

    und jetzt stellt euch vor, dass ein leidenschaftsloser glaubenstierchen-ignorierer am pc sitzt.

    es war nicht immer leicht…

  93. 93
    ToB.

    Wir haben die Austräger der Welt gerächt:
    Mein Freund und ich hatten dank frisch erworbener Motorisierung immer die Gelegenheit, unsere Prospekte und Zeitungen „auszutragen“, und zwar direkt und ungeöffnet zum Bauhof, wo sie fein säuberlich dem Recyclingkreislauf zugeführt wurden. Ich habe teils sogar die Kunsstoffbänder entfernt!
    Wie das möglich war? Spießernest in Unterfranken mit >50% „keine Werbung“-Aufklebern auf den Briefkästen und eine Werbefirma, die sich dessen wohl noch nicht bewußt war. Stundenlohn war dadurch recht erträglich, Benzin war ja auch noch recht günstig vor 10 Jahren…

  94. 94

    Mit Nitro-Verdünnung in einem Eimer Schulwände von Kritzeleien befreien. Nach 2 Stunden total high für den Rest des Tages, 7 mark fuffzich die stunde.

  95. 95
    Richy

    Johnny,

    Hattest Du als Zeitungsausträger schon diese bemerkenswerte Frisur, die in „Richy Guitar“ zu bestaunen ist, als Farin Urlaub mit seiner verstimmten Gitarre in Eurer verlassenen Westberliner Fabrikhalle zum Vorspielen vorbeikommt?

  96. 96
    calistro

    Die schlimmste Arbeit: 2003 an einer meines Erachtens ungereinigten Umreifungsmaschine gearbeitet und mir dabei -wiederum meines Erachtens, denn die Berufsgenossenschft siehts anders- eine Lösemittelvergiftung mit bleibender Gedächtsnisschwäche geholt. War für mich wesentliches Motiv, meine Einstellung zur abhängigen Arbeit völlig zu ändern. Ich gebe zu, ich war vorher der Typ, der gerne auch unten in der Hierarchie gearbeitet hat, z.B. haben mir die ca. 5 Jahre, die ich Zeitungen zugestellt habe, durchaus gefallen, wobei Johnny den Job sehr anschaulich geschildert hat. Am Schluß war es allerdings Krampf, da man heute versucht, immer mehr aus den Zustellern herauszuholen( spätere Anlieferungen wegen Aktualität, die Touren sollen aber trotzdem um 6 Uhr beliefert sein, Resultat: Tourenkürzungen einhergehend mit starken Gehaltskürzungen, Luxustouren, in denen jemand durch Belieferung von einigen wenigen Hochhäusern 3000 Mark in 2 Stunden verdient, sind längst Geschichte, kein Zusteller in Berlin verdient heute mehr als maximal 700 Euro netto, dafür muß er aber noch wöchentlich mehrmals mehrstündig( so von 8bis 15 Uhr) Werbung verteilen.
    Für mich hat diese sehr negative Erfahrung meine ganze Einstellung zum Staat geändert, seitdem versuche ich, mich als Abzocker durchzuschlagen und politisch bin ich-auch wenn ich keine realistischen Hoffnungen auf Verbesserungen habe-schon aus trotz vom überzeugten CDU-Wähler zum Wähler rechtsradikaler Parteien geworden.

  97. 97

    telefonumfrage bei emnid: nach 1,5 h stunden gekündigt. und diese zeit hielt ich da nur aus, weil mein kontostand mir eine predigt gehalten hatte. wobei ich nicht weiß, was schlimmer ist: fragen stellen oder zu beantworten

  98. 98

    Ich war mal Bademeister-Aushilfe. Sehr kühler Job. Und Schneekugeln habe ich auch mal gestapelt. Natürlich im Sommer. Lässig auch die Stapler-Rennen (Jaja, wir waren das Vorbild für „Staplerfahrer Klaus“ …) im Hochregallager. Zumindest bis ich der Personalchefin mal rückwärts driftend über den Fuß gerumpelt bin. Getunte Hubwagen sind aber auch nicht schlecht.

    Eklige Jobs? Das Entseuchen verschimmelter Weihnachtspyramiden vielleicht (Nein, die kommen nicht aus’m Osten, sondern aus’m Container). Wir haben uns erstmal 2 Tage lang in Shorts und mit freiem Oberkörper gegenseitig eingenebelt, bis die Laborfrau das Reinigungsmittel analysierte und anschließend auf Atemmasken und Schutzanzügen für uns bestand (So ein Unsinn, die großflächigen Pusteln waren schon 2 Wochen später kaum noch zu sehen! Ausserdem gab es ja generöse 50 Pfennig Chemiezulage).

    Apropos Container. Das abgestandene Gemisch aus Urin, Kondens- und Seewasser, das einem ins Gesicht schwappt, während man sich beim Ausladen die Hände an den Spannbändern völlig duchnässter Kisten mit Lametta (so ab 35kg) einreisst, ist auch nicht übel. Aber hee, irgendwo müssen die Kollegen in HongKong ja Druck ablassen. Ausserdem geht das Zeug bei 45° und 200% Luftfeuchtigkeit durchaus noch als Erfrischung durch.

    Wirklich heftig waren aber die 2 Wochen an der Windeltüten-Maschine.* Passte man ein paar Sekunden nicht auf (oder musste gar unverschämterweise zur Toilette) blockierte die Maschine und damit die Produktion (Durch grenzwertige Ausnutzung der Limits konnte man bei einer fehlerfrei laufenden Maschine (*hahaha*) bis zu 62 Sekunden für einen Toilettengang bzw. -lauf rausholen.).

    Anschließend Blut und verbrannte Hände (heißes Plastik vs. scharfe Stahlkanten vs. doofer Schüler). Schlosser gab’s nämlich nur offiziell. Und darauf, sie während der Nachtschicht mit Arbeit zu belästigen, verzichtete man ohnehin freiwillig. Dann lieber blutige Hände.

    Der freundliche Russe (ich war tatsächlich der einzige in meiner Schicht, der mehr als nur ein paar Brocken Deutsch sprach) an der Maschine nebenan meinte, er habe gut einen Monat gebraucht, um eine Schicht ohne Fehler zu fahren. Keine Ahnung, ob er damals auch schon gesoffen hat. Nüchtern habe ich ihn jedenfalls nie gesehen. Eigentlich niemanden dort.

    *Irgendwann in der Oberstufe, eigentlich aber kein Schülerjob. Ich war dort durch meine Gier (Nachtschichtzulage!) und einen Softwarefehler gelandet (Und da fragt noch jemand, warum ich SAP hasse?), was mir freilich niemand glaubte.

    Wie auch, sprach ja keiner meine Sprache, und die Schlosser … Ich wollte jedemfalls gerade Arbeiterführer werden und eine Revolte anzetteln, als jemand mein Schicksal bemerkte und mich zur betriebsinternen Rhea schickte.

    Die bestand aus 4 Wochen „Kerne schneiden“ (als Kerne bezeichnet man die Pappe im Inneren z.B. von Klopapier- oder Klebebandrollen. Ja, die muss jemand mit einer programmierbaren Monstermaschine zurechtschneiden). Entspannende Sache, das (Ich vertrat einen Quasirentner, dem man wohl nicht kündigen konnte/wollte). Nach kurzer Optimierung (Hee, Mathe-LK!) und mit vorausschauender Lagerhaltung de facto 2h Arbeit in einer 8h-Schicht. Nur Wodka gab’s keinen mehr ,)

  99. 99
    capisto

    Die schlimmste Arbeit: 2003 an einer meines Erachtens ungereinigten Umreifungsmaschine gearbeitet und mir dabei -wiederum meines Erachtens, denn die Berufsgenossenschft siehts anders- eine Lösemittelvergiftung mit bleibender Gedächtsnisschwäche geholt. War für mich wesentliches Motiv, meine Einstellung zur abhängigen Arbeit völlig zu ändern. Ich gebe zu, ich war vorher der Typ, der gerne auch unten in der Hierarchie gearbeitet hat, z.B. haben mir die ca. 5 Jahre, die ich Zeitungen zugestellt habe, durchaus gefallen, wobei Johnny den Job sehr anschaulich geschildert hat. Am Schluß war es allerdings Krampf, da man heute versucht, immer mehr aus den Zustellern herauszuholen( spätere Anlieferungen wegen Aktualität, die Touren sollen aber trotzdem um 6 Uhr beliefert sein, Resultat: Tourenkürzungen einhergehend mit starken Gehaltskürzungen, Luxustouren, in denen jemand durch Belieferung von einigen wenigen Hochhäusern 3000 Mark in 2 Stunden verdient, sind längst Geschichte, kein Zusteller in Berlin verdient heute mehr als maximal 700 Euro netto, dafür muß er aber noch wöchentlich mehrmals mehrstündig( so von 8bis 15 Uhr) Werbung verteilen.
    Für mich hat diese sehr negative Erfahrung meine ganze Einstellung zum Staat geändert, seitdem versuche ich, mich als Abzocker durchzuschlagen und politisch bin ich-auch wenn ich keine realistischen Hoffnungen auf Verbesserungen habe-schon aus trotz vom überzeugten CDU-Wähler zum Wähler rechtsradikaler Parteien geworden.

  100. 100
    Richy

    Johnny, komisch, dass darauf keine Antwort gekommen ist.
    Das war doch hoffentlich kein sensibles Thema.

  101. 101

    Ehrlich gesagt fand ich die stupiden oder unterbezahlten Arbeiten im Nachhinein am besten. An der Drehmaschine vollkommen das Hirn ausschalten und nur wie ein Automat zu funktionieren gab Ende der 1990er fuer einen Schueler sagenhafte 14,50 DEM pro Stunde. Futter auf, Teil raus, Teil rein, Futter zu, Start. Und ab und zu in den 20 Sekunden Laufzeit das Teil nachmessen.

    Oder fuer weniger als 4 USD pro Stunde bei 104° F und geschaetzten 90% Luftfeuchtigkeit Blockhuetten bauen, ungesichert auf Telefonmasten steigen um WLAN-Router zu resetten, und Gaeste in ihre zugewiesenen Pull-Throughs zu weisen. Bombe.

    Schlimm fand ich dagegen saemtliche Buerojobs, die ich bisher hatte. Man verbloedet so furchtbar in so einer Umgebung, eigenes Mitdenken wird selten belohnt, und die Motivation ist so schnell dahin.

  102. 102

    @Richy: Du meinst die Frisur? Müsste mal nachdenken, wie das zeitlich lag. Um die Zeit rum hatte man jede Woche ne andere Frisur.

  103. 103
    Zeitarbeiter

    @capisto: Deine Einstellung zum Staat ist deine persönliche Freiheit, die dir niemand nehmen kann. Auf diese Freiheit würdest du dann in einem „Rechtsradikalen“ Staat leider verzichten müssen. Dann bliebe dir nur noch dein Selbstmitleid.

  104. 104
    calistro

    Die Freiheit für den Menschentypus des “ Arbeiters“ ist in diesem Land sehr begrenzt, die Grenzen werden durch Hartz-IV gezogen. In den meisten Diktaturen gibt es für die Unterschicht keine schlechteren Lebensverhältnisse als hier. Die meisten Schreiber hier sehen Industriearbeit, die man mal wenige Wochen, maximal einige Monate geleistet hat, als romantisches Abenteuer, von dem sie wie von Kriegserlebnissen berichten. Der Normalo, der sein Leben dauerhaft so fristen muß. wird herablassend als “ Selbstbemitleider“ herabgewürdigt.
    Genau diese Einstellung macht die Demokratie aus Sicht von Normalos- ich selber rechne mich in diesem Punkt nicht dazu, sehe mich als Demokrat- obsolet.
    Kinder bekommen vor allem nicht so demokratisch, dafür mehr religiös orientierte Menschen, in wenigen Jahrzehnten wird es hier keine Demokratie mehr geben. Und das nicht zuletzt wegen solch arroganter Mittelschichtler wie “ Zeitarbeiter“.

  105. 105

    Er ist nicht arrogant, er sagt Dir nur, was die Alternative ist, auf die Du garnicht eingehst: Nämlich, dass Du schon längst im Knast sitzen würdest, würdest Du so etwas der Regierung gegenüber äußern, die Du aus Frust herbeisehnst.

    Ernsthaft, Du wählst rechts, weil Du Dir bessere Verhältnisse als jetzt erhoffst? Wer erzählt Dir sowas?

  106. 106

    @calistro: Es bleibt schwer erträglich, was du immer wieder von dir gibst in unseren Kommentaren „¦ doch das ist Teil der Demokratie: Da muss man durch und eine Meinung hat jeder.

    Viel Spaß wünsche ich dir allerdings bei der Suche nach ähnlichen Freiheiten der Meinungswiedergabe, wenn die von dir unterstützten Parteien jemals Einfluss hätten.

    (Antwort nicht nötig, danke, ich diskutiere solchen Unsinn nicht mehr)

  107. 107
    capisto

    Mein Ideal ist eine Demokratie, in der sich die Menschen für mehr Nationalismus und damit für mehr soziale Sicherheit entscheiden. Den Faschismus, den Du “ von mir unterstützten Parteien“ vielleicht sogar zurecht unterstellst, bekommst Du vermutlich in einigen Jahrzehnten nicht von diesen Parteien, sondern von einer allseits bekannten Wüstenreligion. Mich erstaunt, daß Du den Splitter Faschismus bei Deutschen wahrnimmst und kritisierst, bei Migranten und der von Ihnen hier eingebrachten faschistoiden Religion aber blind zu sein scheinst.
    Bei anderen Mitdiskutanten erstaunt mich, daß man sich nicht verstärkt für Arbeiterrechte einsetzt, ich vermisse auf vielen akademischen gutmenschlichen Blogs Kommentare zum Emmely-Fall.

  108. 108
    Zeitarbeiter

    @capisto: Also dieses Gedöhns zeugt wohl eher von nem kruden Frustzustand bei dir. Ich kann bestimmte Gefühle gut nachvollziehen, die sich nach gewissen „Lektionen“ im Leben einstellen. Ich hatte auch eine Menge von denen. Ich geb aber als allererstes immer mir selbst die Schuld und das funktioniert unterm Strich einfach besser, weil durch den inneren Druck, den man sich damit selbst erzeugt, unglaubliche (positive) Energien erzeugt werden können.

    Klar, das ist eine individuelle Ansichtssache, aber eines sollte man nie mit sich „anrichten“: primitiven Hass- und Neidgefühlen die Zügel in die Hand reichen und dann einfach bockig zusehen, wo der Karren hinrennt. In dem Moment bist du nämlich keinen Deut cleverer als der „Wüstenreligionist“. Derzeit gibt es extrem viele Menschen, die mit gewaltigen Problemen zu kämpfen haben, und das nicht wegen blöden Politikern oder zu vielen Ausländern, sondern ganz einfach weil sich derzeit die Zeiten ändern.

    Das hats schon immer gegeben und wirds auch immer geben. Man muss aber nicht jedesmal die Welt mit sich untergehen lassen, nur weil sich der dumme Affe in einem gekränkt fühlt.

    Ich halte mich weder für arrogant noch abgehoben. Was abgehoben ist, sind frustgetriebener Nationalstolz und Wohlstandschauvinismus. Eigentlich sind das die arrogantesten Haltungen überhaupt.

    Denk nach drüber und sperr den Hund mal in seine Höhle für ne Weile. Hilft.

  109. 109

    Womit auch ich mich ausklinke.

  110. 110

    @capisto: One, two, three strikes: You’re out.

  111. 111
    capistolino

    @Zeitarbeiter: Die von Dir vorgeschlagene Eigeninitiative ist nicht immer möglich. Bei den meisten Menschen-ich schließe mich da ausdrücklich ein-scheitert es schon an der Intelligenz. Die Probleme des Alters( ich bin 48) kommen hinzu. Die strukturelle Gewalt des Extremkapitalismus läßt sich also nur dann eigeninitiativ auskontern, wenn man intelligent und jung ist- die Intelligenz schwindet ja mit dem Alter sowieso.
    Ein extremes Gegenbeispiel zu Deinen Eigeninitiativ-Vorschlägen: sagst Du das auch einem Schlaganfallpatienten, der wegen der miserablen Kassenvorsorgung in einem Pflegeheim vegetiert, obwohl bei guter Betreuung eine fast vollständige Heilung möglich wäre? Das geschilderte Beispiel ist real, es handelt sich um die Frau eines Arbeitskollegen, der durch seine “ Eigeninitiative“ seine Frau aus so einem Heim nach Hause geholt hat, heute arbeitet sie wieder und fährt Auto. Was wäre, wenn sie ledig und ohne Anhang gewesen wäre? Die ausschließliche Konzentration auf Eigeninitiative und das Vernachlässigen des Sozialen ist Kennzeichen für den asozialen Extremkapitalismus, dem ich in früheren Jahren durchaus mal angehangen habe. Die persönlichen Erfahrungen und allgemeine Beobachtungen haben mich aber gelehrt, daß er eben nicht funktioniert.
    Mein Frust ist im Moment zumindest eher allgemeiner denn persönlicher Art. Ich bin eben durch meine legalen Abzockereien finanziell ganz gut aufgestellt, nur möchte ich halt in einer sozial ausgeglichenen Gesellschaft leben, in der nicht extremes Hauen und Stechen herrscht, sondern auch Angehörige der Unterschicht ein annehmbares Auskommen haben. Ich habe bei solchen Diskussionen immer den Eindruck, daß die meisten meiner Mitdiskutanten noch ziemlich jung sind und sich ihre bisherige Lebensleistung darauf beschränkt, vom Geld der Eltern ein Studium zu absolvieren, die Fähigkeit dazu hinsichtlich Intelligenz wurde ebenfalls durch die Eltern vererbt. Warten wir mal ab, ob alle Eigeninitiativ-Prediger in 20 Jahren auch noch ohne Frust dastehen. Oder ob dieser schon in den nächsten Jahren wegen der Finanzkrise Einzug hält.

  112. 112
    Zeitarbeiter

    @capistolino: Also irgendwie versteh ich dich nicht ganz: du willst in einer ausgeglichenen Gesellschaft leben, trägst aber selbst überhaupt gar nicht zu bei – im Gegenteil: du betreibst „legale Abzockereien“, die, was immer die auch sein mögen (Versicherungsklingelputzer? GEZ-Mann?) höchstwahrscheinlich im Dienste des Eigentinteresses und damit auch des „Extremkapitalimus“ stehen. Du predigst Wasser, säufst Wein und jammerst über die Zustände, die dich dahin gebracht haben…

    Ich bin weder hochintelligent, noch der jüngste, bin mittleren Alters, hab auch Rückschläge aller Art und bin KEIN Freund des von dir beschriebenen asozialen Kapitalismus. Gierige Bänker haben so ziemlich die gleiche Stellung bei mir wie hinterfotzige Nazis und Steinzeitkommunisten. Alles, was irgendwie nach unmöglichen Idealen giert, wird früher oder später bruchlanden – wie jetzt der Kapitalismus. Aber alles, was nicht tötet, härtet ab, oder nicht?

    Und deiner Idee von „schwindender Intelligenz“ im Alter kann ich eine ganze Reihe Bekannter entgegenhalten, die deutlich älter sind als Du und nichts eingebüsst haben. Es ist richtig, dass Alter eine Rolle spielt diesbezüglich, aber hey! 48? Das ist im besten Falle mittelalt. Du bescheinigst dir den eigenen Zerfall, hasst alles um dich herum und willst dennoch in einer gerechten Welt leben. WIE denn bitteschön?

    DU bestimmst deine Realität, das klingt vielleicht etwas albern aber im Endeffekt ist es so. Wenn du lachst, ist die Welt nett. Wenn du grummelst, ist sie eben scheisse. Das ist die Freiheit, die uns Gott sei Dank kein System oder sonstwas nehmen kann.

    Ein Schlaganfall ist tragisch und ich sage nicht, dass Eigenitiative genug ist, um Hilfe zu bekommen. Soziales Denken ist essentiell in uns verankert, in dir und auch in mir.

    Frust fühlt sich dumm an – und macht auch dumm. Und ich ferndiagostizier dir hier mal einfach diesbezüglichen „Intelligenzverfall“.

    Aber ebenso kann ich dir sagen: es noch lange nicht zu spät. Anhand deines Schreibstils und Wortwahl sehe ich jemanden, der immer noch mit mehr als ausreichend genug Intellekt und Scharfsinn ausgestattet ist, sich selbst und auch anderen ein gutes Leben zu bescheren.

    Da bin ich mir 1000%ig sicher.

    Gruß

  113. 113
    capistolino

    Will ich in einer extremkapitalistischen Gesellschaft überleben, muß ich mich am Abzocken beteiligen.
    Mein Beitrag zu einer besseren sozialen Welt bestehen aus meinen Kommentaren im Internet.Ich glaube aber nicht mehr an eine entsprechende Veränderung, weshalb ich meine Aktivitäten deutlich zurückgefahren habe und heute nur noch schreibe, um für mich selbst während des Kulturverfalls an meinen Idealen festzuhalten.
    Die Asozialität der Bürgerlichen zeigt sich an Deinen gutgemeinten Wünschen für meine Zukunft, Zeitarbeiter.
    Vielleicht schaffe ich es sogar, mich bis zum Ende meines Lebens brauchbar durchzutricksen. Viele Leute aber schaffen es jetzt schon nicht, und diese scheinen Dir egal zu sein, wenn Du eine Perspektive für mich als ebenfalls von Dir als bürgerlich diagnostizierten Gesprächspartner siehst. Über den mittelschichtigen Tellerand schaust Du nicht hinaus, während ich eine soziale Welt fürs ganze Volk will. Und im Rahmen des Möglichen auch eine soziale Welt für andere Völker, das ist die Idee des Ethnopluralismus.

  114. 114
    Mr. T

    Mein schlimmster Job, den ich immer noch ausführe: Zeitarbeiter, eingesetzt in einer großen deutschen Drogeriekette.

    Am besten sind immer die Tage auf Abruf. Man wird 9 Uhr aus dem Bett geklingelt mit dem Hinweis, das man sich doch spätesten 10 Uhr auf Arbeit zu Frühschicht (die eigentlich 6 bis 14 Uhr geht) einfinden soll (25km Weg), denn es werden dringend Leute im z.B. Warenausgang benötigt. Gut, irgendwie hatte ich das geschafft und war 10 Uhr da. Aber, wider erwarten, nichts zu tun. Ich klappte alle 4 großen Halle ab aber jeder Mitarbeiter meinte, das hier alles fertig sei. Also bis 14 Uhr noch 24 EUR Brutto verdient und ab nach Hause (wieder 25km).

    Das ist aber noch der lustige Teil, Geld verdienen für´s Nichtstun.

    Schlimmer ist dann schon …

    Wenn man in absoluten Schrottabteilungen ist. Man steht in einem Gang mit einem Fließband wo Kisten langlaufen. Die Kisten muss man mit Waren vollpacken. Und wie funktioniert das? Richtig, in dem Gang leuchten rote Lampen. Man sucht sie alle, nimmt die Ware aus dem Fach wo die Lampe leuchtet, drückt sie aus, legt es in die Kiste und schiebt sie wieder auf das Band bis die nächste Kiste kommt – also Langweilig ist da noch freundlich ausgedrückt.

    Na ja und nur solche Faxen, selbst die Festangestellten sind total angepisst und sagen das es für die keine Arbeit ist, obwohl sie dafür das doppelte an Geld verdienen.

  115. 115
    franx

    mit 14 in einem s.g. jahrhundertsommer eine wasserstraße von ihrem üppigen uferbewuchs befreien, mit einem beil, dass bereits nach zehn minuten die schärfe einer urzeitlichen steinaxt hatte, weil man „versehentlich“ immer wieder die ufersteine traf. mit einer stumpfen axt konnte man nichts ausrichten, also war bei der hitze kartenspielen im schatten angesagt, vier wochen lang.
    dann war zahltag. garnicht mal so schlecht, vier wochen kartenspielen auch noch bezahlt bekommen, dachten wir. da wir uns so an das kartenspielen gewöhnt hatten, spielten wir noch schnell ein paar runden zum abschied. diesmal um geld, dass wir ja nun hatten. dabei ging fast unser ganzer lohn an einen fiesen blonden zuhälter-typen drauf, dessen dreckiges lachen ich noch heute höre. der wurde übrigens autoverkäufer.

  116. 116
    PETA

    Zwei Jobs at once. Einer fing um 23 Uhr an in einer Baeckerei. „Alles“ alleine fuer den Tag vorbereiten, danach den Kram in die Regale stopfen und den ganzen Laden saeubern.
    Das alles ohne Pause, bis um 7 Uhr morgens. Schnell duschen, die Ehefrau befragen, wo sie die Nacht verbracht hat und zur naechsten Arbeit.
    Autoreparatur..nein , leider keine Trabbis. Luxusschlitten fuer die Lackierung vorbereiten, nasses #600 Sandpapier fuer Stunden, bis Blut aus den Fingerspitzen kam. Oft waren es mehr wie 40 C im Gebaeude (Kalifornien). Abdecken was nicht lackiert werden soll..eine Ausbildung gibt es dafuer nicht, aechz, da kommt auch ein erwachsener Mann den Traenen nahe. Der Boss hatte oft „Puderzucker“ unter der Nase, doughnuts ass der nervoese Mann aber nicht. Um 17 Uhr dann Feierabend. 4 Stunden Schlaf waren die Regel. Keine Urlaubstage , keine Versicherung oder Krankheitstage ..nichts..Das ging fuer zwei Jahre… damit die Ehefrau ihr Studium auf einer Universitaet erledigen/bezahlen kann.
    Die Mutti gab der Kleinen dann als Belohnung zum bestandenen Abschluss (wieder) ein Ticket nach Deutschland (you got it,meine Heimat). Dann ein Anruf..: Ich bleibe hier, mir gefaellt es besser hier! Dann die Scheidungspapiere in der Post…der Vater des ungeborenen Kindes wollte es so und irgendwo musste sie doch bleiben. Ein paar Jahre spaeter rief mich die Steuerbehoerde (IRS) an , die liebe Frau hatte einen Job auf der Schule (ich hatte keine Ahnung) und vergass Steuern zu bezahlen..
    Wer wartet mit Besonnenheit…

  117. 117
    Markus

    @Jeriko: Würde gerne mehr erfahren von diesem job

    @Jeriko: im maskottchen kostüm

  118. 118
    Wuja

    Arbeit bei Harry Brot – das ist Scheisse! Scheisse!!! Obdachlos zu sein ist besser als Harry Brot! Scheisse!!!

  119. 119

    @Johnny Haeusler: „Lange also, bevor das Internet jedem diese Lehre erteilte, musste ich feststellen, dass es viel zu viele Menschen gibt, die erstens nichts zu tun haben und zweitens Arschlöcher sind.“ Einer der geilsten Sprüche auf Spreeblick bis jetzt, von dir Johnny. Manchmal kommt es ganz witzig, wenn irgendjemand mit einem Post auf 5 Jahre altes Material aufmerksam macht. Auch ich bin Radio und Fernsehtechniker, allerdings ohne Meister Gesocks und Lehrlingsausbeutung; und auch ich war in jungen Jahren Zeitungsausträger, HamaBlaH (Hamburger Abendblatt). Noch Jahrzehnte später – sogar manchmal noch jetzt – träum ich davon, wie ich die Treppenhäuser 4 Etagen hochflitze und oben feststelle, dass ich die Zeitung nicht mehr dabei habe. ;-)

  120. 120
    Karlemann

    Hab ich auch mal gemacht, war nicht ganz das, zugegeben. Freunde von mir (Akademiker, Beamte) haben das jahrelang und äußerst zufrieden als Job gemacht, das Trinkgeld zum Weihnachten/Neujahr ging in die Tausende! Ihr Fazit: Hat man sich einmal richtig eingearbeitet, kann es einen besseren Job neben dem Studium gar nicht geben. Schnelles Geld für einen kleinen, nicht anstrengenden Job.

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