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Endlich: Musik-Label veröffentlicht (fast) alle ihm zugesandten Songs

Ich war als junger Musiker überzeugt davon, dass alle Labels nur ahnungslose Vollidioten als Mitarbeiter haben, denen Kunst nichts wert ist, und dass Millionen von guter Bands und deren fantastische Demos zu Unrecht im Mülleimer dieser Ignoranten landen. Erst später konnte ich mich selbst davon überzeugen, dass das nicht stimmt. Und dass stattdessen 99% der zu Labels geschickten Demos unfassbar schlecht sind.

Ein unbekanntes Label geht nun den einzig richtigen Weg und veröffentlicht einige der Demos trotzdem — auf einem tumblr-Blog. Meine bisherigen Favoriten sind dieser „Rap“-Song und dieses … Etwas. Achja, und dieser hochdramatische Song, der das Ableben von Plattenläden thematisiert („What else are we wiling to trade?“). Und das hier nenne ich mal eine gelungene Coverversion!

[via]

25 Kommentare

  1. 01

    „ihm“, nicht „ihnen“ in der Headline.
    Egal – das „“¦ Etwas“ ist jedenfalls ganz famos.

  2. 02

    @Mart: Danke, korrigiert! Da stand vorher ein Plural. Kommt vom zu schnellen Absenden „¦ :)

  3. 03

    Yeah :)… super Fundstück, tausend, tausend Dankeschöns. Das sollte dringend Schule machen.

  4. 04
    Philipp

    Ok, das Zeug ist mies – aber ist es nicht trotzdem ein Copyright-Verstoß?

    Ich mag übrigens die Coverversion, tolle Keyboard-Synthie-Klänge :D

  5. 05

    also der „rap-song“ ist ja wohlaber voll grütze… der hört sichan, als ob er zum rappen einen telepromoter braucht und nicht gut lesen kann…

  6. 06

    Es gab mal „žCabaret Obscur – Das Schlechteste von Ata Tak“. Das war auch lustig; die Grenze zwischen Kunst und Doof war in den 80ern fließend.

  7. 07

    @Martin: Hat sich das wesentlich geändert? ;)

  8. 08

    Leider ist das wirklich so – man sieht es ja auch nicht zuletzt bei Fernsehformaten wir DSDS. Wahsinnig viele Leute denken, dass ihre Musik super ist, dass die Aufnahmen state of the art sind, dass sie toll singen, tanzen blabla können, aber nein:
    DEM IST NICHT SO!:-)
    Als sogenannter A&R hat man es wirklich nicht immer leicht, da man schon die Aufgabe hat, alles zu hören, was da so reinkommt. In den ersten 30 Sekunden muss also ne Bombe platzen und wenn nicht, dann ab in den Müll.

  9. 09

    Ja, hat sich was geändert: Kunst heißt jetzt Pop. Pop oder Hop :-)

  10. 10

    Ich finde die Grenze is fließender denn je…

  11. 11
    vib

    Das ist großartig lustig/tragisch. Witzisches Pianosolo übrigens beim zweiten. Danke dafür, jetzt bin ich die nächsten Tage beschäftigt.

  12. 12
    jens

    Johnny veröffentlichst du bitte auch mal dein erstes Demo :)
    Bin gespannt ob es besser ist!

  13. 13

    Also ich habe jetzt erwartet in schallendes Gelächter auszubrechen und mußte dann aber noch nicht mal meine Mundwinkel verziehen. Wirklich lustig finde ich das nicht.

  14. 14

    hmm,
    den 13.März finde ich sogar irgendwie süß!
    Marvin meets junior boys feat. Tanita Tikaram

  15. 15
    Jeeves

    Ich bin einer von denen, die seit Jahrzehnten Demos unaufgefordert bekommen. Mein Respekt vor den jungen naiven Menschen war und ist allerdings so groß, das nie an die große Glocke zu hängen, mich nicht darüber lustig zu machen und das oft krude Zeugs aus kommerziellem Interesse nicht auch noch zu veröffentlichen.
    Bestimmte Dinge macht man einfach nicht; auch keine Reklame dafür, Herr Häusler. Wer das tut, ist keinen Deut „besser“ als der zu Recht geschmähte Dieter Bohlen. Derjenige hängt sich an Bohlen/RTLs Masche. Ist das Original schon verachtenswert, wie nennt man dann die Nachahmer? ….die wahrscheinlich nicht mal die Einwilligung zu ihrem Tun bei den Urhebern eingeholt haben, also Verbotenes tun.

  16. 16
    Patrick

    @Jeeves: Nicht nur wahrscheinlich, sondern ganz offensichtlich:
    „We do our best to keep everyone anonymous, but if this is your track and you think we’re harsh, let us know, and we’ll take it down.“
    Aber ob sie deshalb „Verbotenes tun“ weiß ich nicht. Nicht in jedem Land gibt es ein so Künsler-freundliches Urheberrecht, wie in Deutschland.

  17. 17
    Patrick

    Johnny, ich bin übrigens auch etwas überrascht… als jemand der auch schon mal Lob für kontroversere Artikel ausgesprochen hat :o). Dieses auf weniger talentierte Menschen einschlagen und so tun als ob sie keine Rechte hätten/minderwertiger sind als Andere, ist mit einer der Gründe, weshalb es zu Unglücken wie dem in Winnenden kommt.

  18. 18

    @jens: Oh, die waren auch furchtbar, natürlich! :)

    @Jeeves: @Patrick: Ich bitte euch „¦

    Natürlich kann man über die Urheberechtsfrage und ob es fair ist, dass zu veröffentlichen, reden, aber ansonsten:

    Wenn Musiker an die Öffentlichkeit wollen werden sie sich noch viel härtere Worte anhören müssen als diese, anders können sie auch nicht besser werden. Künstler stellen sich und ihre Arbeit freiwillig und bewusst dem Urteil eines Publikums, das hat nichts mit Mobbing zu tun. Wenn man nach Winnenden nicht mehr über schlechte Musik lachen darf, dann bin ich sprachlos. Und unter „Einschlagen“ verstehe ich auch etwas anderes.

  19. 19

    Also, ich versteh nicht, das ist doch nicht schlecht, es ist nur etwas lang… Aber ist doch super! Hätt ich alles sofort gesignt!

  20. 20

    …i especially appreciate the step aerobics class from hell…

  21. 21
    Patrick

    @Johnny Haeusler: Naja, es ist doch so, dass die ursprünglichen Interpreten ihre Werke an eine recht begrenzte Audienz geschickt haben. Dass sie sich härtere Worte anhören müssen ist ein guter Punkt, aber selbst dann suchen sie es sich selbst aus. In diesem Fall werden ihre Werke ungefragt online gestellt, damit sich ein nicht unerheblicher Teil an völlig unbekannten Menschen über sie lustig macht. Sich über jemanden lustig machen ist halt schon…. nicht so schön ;)

  22. 22

    @Patrick: Da singen Leute über Mobiltelefone. Ganz ernsthaft. Da darf man schonmal lachen. ;)

  23. 23

    bei 2nd rec kriegen wir auch recht viele demos. unabhängig der qualität finde ich es verblüffend und auch ein wenig traurig, dass sich bands überhaupt keine gedanken machen, an wen sie ihre musik schicken. da werden einfach irgendwelche adress-listen aus dem netz gezogen und blind demos verschickt.

    hier ein paar beispiele, was alles bei uns auf dem tisch landet: http://www.2ndrec.com/blog/2005/11/19/demos/

  24. 24
    Jack

    Ich lache über Sie, Herr Haeusler.
    Lachen Sie doch für sich im stillen über die Demos oder bringt ihnen die Bloßstellung der Künstler eine tiefere Befriedigung?
    Respektlosigkeit pur…

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