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Trent Reznor und Apple

Herr Reznor hat’n Hals. Aber was für einen! Denn während Apple zwar fleißig seinen Song „The Downward Spiral“ via iTunes-Music-Store verkauft, gibt es aufgrund des Songtextes keine AppStore-Freigabe für das Update der ziemlich gut aussehenden NIN-iPhone-App, mit der man u.a. jenen Song per Stream hören kann.

Apples AppStore-Politik benötigt dringend eine klare Form der Nachvollziehbarkeit, nicht nur an dieser Stelle. Hier beschweren sich Entwickler über die rückständige Auszahlung ihrer Anteile, dort entschuldigt man sich für die ursprüngliche Genehmigung des Programms „Baby Shaker“ und während man zwar Waffensimulationsprogramme en masse im AppStore zulässt, mussten die Entwickler der albernen, aber harmlosen Applikation „Wobble“ erst tricksen.

Aber diese merkwürdige Moral kennt man ja auch aus anderen Medien. Warum Waffen dort akzeptierter sind als Nacktheit wird mir wohl nie wirklich klar werden.

10 Kommentare

  1. 01

    Sicher… Waffen OK, Killerspiele NNEEEEEEIN… was zum Teufel.. -.-

    Die da oben müssen doch echt nen Schuss haben. Und als wäre das nicht genug, wird so getan, als wäre Digital böse und Analog gut. Auf Teufel komm‘ raus… *grr*

    Achso: Böser AppStore!

  2. 02

    Ohne jetzt den Jubelperser spielen zu wollen: Genau an dieser Stelle hat Google mit Android etwas richtig gemacht: Da kann man Anwendungen im Zweifelsfall einfach auf die SD-Karte kopieren und dann manuell installieren, wie bei fast allen anderen ordentlichen Betriebssystemen auch. Man bekommt allerdings eine ominöse Garantiewarnung „¦

    Das zu Grunde liegende Problem jedoch ist bei beiden (Google und Apple), dass sie sich anmaßen, mit ihren Betriebssystemen über die Hardware der Nutzer bestimmen zu wollen – ganz so, als wäre diese nicht traditionell erworben, sondern geliehen, geleast, was auch immer. Nunja, wer sich freiwillig in diese Abhängigkeit begibt, nimmt dies wohl in Kauf (höhöhö).

  3. 03

    Warum Waffen dort akzeptierter sind als Nacktheit wird mir wohl nie wirklich klar werden.

    Genauso wie wahrscheinlich den meisten Amerikanern anderherum.

    Und da werden halt irgendwie doch die Schwaechen der „Globalisierung“ und des Internets aufgezeigt. Trotz all der Kommunikation und all den Moeglichkeiten die sich heutzutage bieten faellt es immer noch sehr schwer andere Kulturen wirklich zu verstehen. All die Fernsehserien und Blogs und was es sonst noch alles so gibt oeffnen zwar einen Einblick in die anderen Kulturen, wirklich verstehen lassen sie es aber doch irgendwie nicht.

    Wirkliches Eintauchen und Verstehen einer anderen Kultur ist schwieriger als manche denken. Mal davon abgesehen dass man es wirklich wollen muss gehoeren da sehr viele Facetten zu, nach meiner Erfahrung sind das sehr viele kleine Puzzleteilchen die sich irgendwann zu einem Bild zusammenfuegen. Sachen die einem irgendwann normal erscheinen, teilweise ohne dass man es wirklich merkt. Die „Regeln“ sind halt so, ohne dass man jetzt genau wuesste warum, man befolgt sie fast automatisch. Und dann beginnt man auch zu verstehen.

    Vor einiger Zeit gab es mal ein sehr interessanten Bericht eines BBC USA Korrespondenten (Brite in den USA), der hat das Waffen- und Pruederieverstaendnis ein bisschen klarer machen koennen. Leider ist mir der Name (sowohl des Korrespondenten als auch der Sendung) entfallen, sonst wuerde ich mal sehen ob sie noch irgendwo verfuegbar ist. Der hatte ueber 10 Jahre in den USA gelebt und stellte recht interessant dar wie er langsam das „Wild Frontier“ Gefuehl dass es wohl immer noch in den USA gibt kennen und verstehen lernte und damit das Beduerfnis sehr vieler Amerikaner Waffen zu tragen. Andersherum die Pruederie die wohl grossenteils auf den starken und praktizierten Glauben fusst. Das sind Sachen die man nur schwer durch Blogs lesen und Fernsehserien gucken wirklich verstehen, die muss man erleben, meine ich jedenfalls.

  4. 04
    Jan(TM)

    Ich hab kurz nach dem letzten Amoklauf alle Waffenapps dich ich gefunden habe als anstößig gemeldet.

  5. 05

    @Armin: Stimmt ja alles. Aber ich habe insgesamt etwa anderthalb Jahre in den USA verbracht, empfand das überhaupt nicht so prüde, wie oft dargestellt wird (ok, ich war mit ’ner Band unterwegs) und werde das da oben trotzdem nie wirklich verstehen. Denn irgendwann is‘ auch mal gut mit Cowboy. :)

  6. 06
    jens

    Johnny warst du in New York oder in den USA?

  7. 07

    @Johnny Haeusler:

    Eben, Du warst dort mit (Deiner?) Band unterwegs, vermutlich hauptsaechlich in Hotels und aehnlichem, von einer „management company“ betreut? Ich halte das schon fuer einen gewaltigen Unterschied dazu wirklich in einem Land zu leben, sich mit dem taeglichen Kleinkram rumzuschlagen.

    Die „Szene“ in der Du Dich bewegt hast war vermutlich tatsaechlich bei weitem nicht so pruede, aber wie repraesentativ war sie?

    Du sagst „irgendwann is“™ auch mal gut mit Cowboy“. Ist es das? In Bayern laufen immer noch genuegend Leute in Lederhosen rum und junge Leute nehmen das an. In Deutschland gibt es auch noch immer genuegend Vertriebenenverbaende selbst wenn die Mitglieder dort teilweise bestenfalls die Kinder von V-ertriebenen sind. Ein Grossteil der Schottischen Tourismusindustrie beruht auf irgendwelchen Clan MacMeineAhnenSindSchottisch Touren und ich habe Leute extrem bewegt gesehen (die waren kurz vor den Traenen) weil sie Orte gesehen haben von denen ihre Vorfahren stammen.

    Das ganze ist bei weitem komplexer als es auf den ersten Blick aussehen mag.

  8. 08

    @jens: Überall. Fast. Lange NYC, Kalifornien soweso, aber auch Texas und andere Bundesstaaten bis hin zu Salt Lake City.

    @Armin: Es ist immer komplexer. Aber das hätte dieses kleine Posting gesprengt. ;)

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