21

„27 und ich“ und ich – Europawahlabend auf arte und Spreeblick


Die größte Herausforderung zur Europawahl wird die Wahlbeteiligung sein. Deswegen hat arte das Projekt 27 und ich auf die Beine gestellt (Twitter); das ist eine Plattform, auf der 27 Korrespondenten aus allen Ecken der EU von den Stimmungen, den Einflüssen der europäischen Politik und den Wahlergebnissen berichten. Zum Wahlabend wird es in Partnerschaft mit Spreeblick live aus Paris ein Streaming geben, an dem ich teilnehmen werde und das auch hier eingebettet sein wird.

PS: Das Wetter in Paris ist beschissen, aber hallo.

21 Kommentare

  1. 01
    jens

    Geht jemand zur Wahl? Ich kenne doch da niemand auf dem Zettel….

  2. 02
    hannes

    also ich geh‘ hin…

  3. 03

    @Jens: Mittlerweile gehen laut des Direktors des Freiburger Zentrums für Europäische Politik, Lüder Gerken, 80% der in Deutschland geltenden Gesetze direkt oder indirekt auf die Europäische Union zurück (Spiegel Online: http://is.gd/Q2IG).

    Dem gegenüber steht eine verhältnissmässig schwache demokratische Legitimation – die Kritik am Vertrag von Lissabon (Telepolis: http://is.gd/Q2XO) ist keine antieuropäische Kritik, sondern ein notwendiges Aufzeigen von Missständen.

    Nun kann man sagen, man fände all das wenig unterstützenswert – und die Enthaltung der eigenen Stimme als Zeichen eigener Missbilligung traumdeuten. Andern wird sich damit auf absehbare Zeit wohl nur wenig bis nichts.

    Natürlich bieten die etablierten Parteien jenen, die sich weder ständig bevormunden noch immer umfassender kontrollieren lassen wollen, aktuell wenig Anlass zur Wahl. Doch erwachsen Alternativen, die gerade erst richtig im Entstehen begriffen sind, und so Möglichkeiten der Mitgestaltung bieten (Isotopp: http://is.gd/Q3k5).

    Die kann man wählen. Zum Beispiel. Oder anderer Meinung sein. Nur am Arsch vorbeigehen, das sollte einem all jenes nicht.

  4. 04

    @Jens: Das mit den >80% ist aber stark anzuzweifeln. Zwar nicht direkt auf Deutschland bezogen sondern eher auf das UK, aber die Zahl wird auch in What percentage of laws come from the EU? diskutiert. Aber auch auf Deutschland bezogen ist die Zahl von 84% bestenfalls „misleading“ (faellt mir jetzt gerade der Deutsche Begriff nicht ein).

  5. 05

    @Armin: Natürlich ist die Zahl eher hochgegriffen, und alleine die Formulierung „direkt oder indirekt“ lässt reichlich Raum zur Interpretation. Unumstritten jedoch dürfte sein, dass die europäische Gesetzgebung einen wachsenden Einfluss auf die nationalen Legislativen hat, der auch in Bereichen von größerer Bedeutung schon heute signifikant ist. Oft genug erleben wir natürlich auch das selbstschützende Achselzucken hiesiger Politiker, bei dem die eigene Verantwortung für unpopuläre Entscheidungen direkt nach Brüssel durchgereicht wird. Das kann dann stimmen, muss es aber nicht.

    Alles in allem ist das Thema aber wichtig genug, um den eigenen kleinen Einfluss auf Europa nicht einfach links (und schon garnicht rechts) liegen zu lassen, sondern wählen zu gehen. ;-)

  6. 06

    Gibt es denn eine Wahlempfehlung vom Spreeblick? Überrascht mich mal! Bitte sagt jetzt nicht „DIE GRÜNEN!“. Ich sagte „Überrascht mich!“ ;))

    Die Financial Times Deutschland hat mich diesmal überrascht, die sagten nämlich „DIE GRÜNEN“. Fand ich zwar komisch, war aber mal was Neues.

    http://www.ftd.de/meinung/kommentare/:FTD-Wahlempfehlung-Europawahl-Warum-nicht-gr%FCn/522360.html

  7. 07

    @Jens: OK, darauf koennen wir uns einigen. Das Problem mit solch (normalerweise falschen) Prozentzahlen ist halt dass sie idR zur Panikmache von Euroskeptikern benutzt werden. Daher halte ich halt Analysen wie die oben verlinkte von Nosemonkey fuer wichtig um verschiedene Euromythen auseinanderzunehmen.

    Viel schlimmer finde ich allerdings dass auch auf der „27 und ich“ Site mindestens ein „Fehler“ bzw eine Ungenauigkeit zu finden ist die von Euroskeptikern gerne ausgenutzt werden wird.

  8. 08

    Hey,

    ich bin längere Zeit im europäischen Ausland (England), kann ich auch ohne Bescheinigung wählen, heißt gibts für mich auch Möglichkeiten hier in London wählen zu gehen?

  9. 09
    Nico Roicke

    @Stefan: das fällt dir vielleicht etwas spät ein. in england waren bereits am donnerstag europawahlen, wenn du hier (in england) statt in deinem heimatland wählen willst, musst du bei deinem council angemeldet sein (über council tax z.B.) und denen schriftlich mitteilen dass du hier und nicht in deinem heimatland wählen willst. bei mir haben sie das vor zwei monaten nachgefragt.

    wolltest du in deutschland wählen hättest du dich zur briefwahl anmelden sollen. ich denke mal dafür ists jetzt auch zu knapp.

  10. 10

    @Die Erklaerung: Ich hab ein Stück weiter links gewählt als die Grünen. Eine Empfehlung ist das nicht, ich glaube weiterhin an den mündigen Bürger. Und überraschend dürfte das auch kaum sein.

  11. 11

    @Frédéric: Noch weiter links? Da fällt man ja fast vom Hocker. Aber:

    „Wer mit 20 Jahren nicht Sozialist ist, der hat kein Herz, wer es mit 40 Jahren noch ist, hat kein Hirn.“

    Churchill/Clemenceau

    ;)

  12. 12

    @Nico Roicke:

    rein beim Council bekannt zu sein duerfte nicht reichen, viel wichtiger ist es im „Register of Electors“ drinzustehen. Da kommt normalerweise ein Mal im Jahr (muesste so im Oktober sein, kann ich mich nicht mehr genau erinnern) ein Brief vom Council wo man sich da eintragen kann (und sollte, ist meines Wissens auch fuer’s credit rating hilfreich). Wie man in das richtige Register reinkommt wenn man zwischendurch umzieht weiss ich allerdings nicht, das Problem hat sich bis jetzt noch nicht gestellt da ich immer passend umgezogen bin.

    Dazu kommt dann die von Dir bereits erwaehnte „UC1 form“, die man unbedingt rechtzeitig ausfuellen muss, am besten mehrere Monate vorher. Vor ein paar Jahren habe ich meine mal zu spaet abgeschickt mit dem Ergebnis dass ich als ich im Wahllokal auftauchte nicht waehlen durfte weil sie noch nicht auf der Liste verzeichnet war. Dafuer habe ich sie dieses Jahr schon im Februar abgeschickt.

  13. 13
  14. 14

    Ich gehe schon lange nicht mehr zur Wahl. Was interessiert es mich, welche der bösen Eidechsen mich regiert? Europa ist eine Fiktion, da helfen auch Korrespondentenberichte aus touristisch ansprechenden Fleckchen des Kontinents nicht weiter…

  15. 15
    Nico Roicke

    @Armin: ich war nur bei der council tax angemeldet und hab das (und ne ganze menge werbung von british airways bis barcleys, so viel zum datenschutz) alles bekommen. das kann sich doch sicher auch von council zu council unterscheiden. das mit dem credit rating wußt ich gar nicht. aber gut zu wissen.

  16. 16

    @Jan(TM): Na das sind doch mal konkrete Aussagen;)

  17. 17

    Die Allergrößte Hemmnis zu wählen ist nicht der gang zum Wahllokal,
    sondern sich für Kandidaten zu entscheiden die einem fremd sind.

    Zur Erinnerung:
    http://www.wahl-o-mat.de/europa/

    Ausgerechnet die ‚Käsrugler‘ veröffentlichen schon vorab die Ergebnisse.

    Danke Johnny ;-)

  18. 18
    rüdiger

    „etwas weiter links“ als die Grünen & das auch noch herausposaunen!

    Klasse, Junge, sei stolz auf Dich!

  19. 19
    jens

    der erste jens, zur erläuterung als ich das letzte mal bei der EU wahl mit gemacht habe wurde ich von diesen unglaublich langen listen mit Namen erschlagen, und wusste wirklich nicht was ich tun soll.

    Ich verstehe es einfach nicht dass man sich bei diesen Listen über die geringe wahlbeteiligung wundert. Ich werde nie die zeit und schon gar nicht die lust haben mich irgendwie über die aufgestellten Personen zu infomieren.
    Warum werden bei der Eu nicht Parteien gewählt?

    Heute war ich übrigends auf Usedom – war ganz schön Nass da hätte ich auch in Berlin wählen können…

    (Aber Stuttgart wird mir sympatisch – das war doch sicherlich nur ein trick von Bosch und Mercedes um neue Fachkräfte ins Ländle zu bringen)

Diesen Artikel kommentieren