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Audimax-Besetzung in der Uni Wien #unibrennt #unsereuni

Ich muss zugeben, dass mir die Zeit für Recherche fehlt und ich mich mit der Situation der österreichischen Studenten noch weniger auskenne als mit der der deutschen. Aber das kann ja nicht allen so gehen, und daher wundert mich die verhältnismäßig dünne Nachrichtenlage bzlg. der aktuellen Studentenproteste in Wien etwas. Immerhin haben mittlerweile wohl ein paar Hundert Studenten das Wissenschaftsministerium gestürmt, wo am heutigen Nationalfeiertag ein Tag der Offenen Tür stattfindet.

Daher hier nur eine kleine Linkliste und die Einladung zum offenen Thread, falls wir Leser/innen in Österreich haben:

derStandard.at berichtet mit regelmäßigen Updates, hier gibt es einen Artikel bei der Reader’s Edition, hier die zentrale Website der Aktion (Twitter-Hashtags #unibrennt und #unsereuni). Einen Video-Stream findet man hier und Facebook ist natürlich auch dabei.

Weitere Links und Anmerkungen bitte gerne in den Kommentaren, dankeschön!

33 Kommentare

  1. 01
  2. 02

    TP: Studentenrevolte in Wien http://www.heise.de/tp/r4/artikel/31/31383/1.html

    Lesenswert auch die Artikel im Blog von Frau digiom http://digiom.wordpress.com/

  3. 03
  4. 04

    Eine umfassende Linkliste gibt es hier.

    Habe den Livestream gestartet und die Website gemacht, da ich glaube, dass noch viel mehr Kommunikation nötig ist. Die letzten Tage war ich auch vor Ort, aber heute hat es mich dahingerafft und muss erstmal für meinen Körper kämpfen. Hoffe später wieder hinschauen zu können.

    Für Fragen stehe ich gerne zu Verfügung.

  5. 05
    AKAlypse

    Linkliste gibts auch hier:
    http://is.gd/4Cujv

  6. 06
  7. 07
  8. 08

    Die dünne Nachrichtenlage hat vor allem damit zu tun, dass dieser Protest spontan entstanden ist und nicht durch eine Studierendenvertretungsorganisation (in Österreich die Österreichische Hochschülerschaft — ÖH).

    Deshalb mangelt es einerseits den Protestierenden an (Kommunikations-) infrastruktur (auch wenn diese in beeindruckender Geschwindigkeit aufgebaut wurde/wird), andererseits wissen die Mainstreammedien nicht mit der Situation umzugehen: Sie übersehen, dass ob der Spontanorganisation der Proteste kein ausgearbeitetes Programm vorliegt, sondern dieses erst erarbeitet wird. Wie das in einer infosphärischen Lebenswelt so schön ist wird aber natürlich Twitter und Facebook geflutet — nur versteht »DER STANDARD« eben nicht, dass man keine Tweets »publiziert«, sondern untereinander kommuniziert.

  9. 09
    Peter

    Und nicht zu vergessen:
    Das Edelprofil auf studiVZ -> http://www.studivz.net/dieunibrennt

  10. 10

    hmm, wollts auch schon bloggen, aber ich hab da dochch null Ahnung von. Aber die Präsenz in den deutschen Medien lässt zu wünschen übrig.

  11. 11
    Julius

    „‚Ein PAL‘, sagte er, ‚ist etwas, das wir nicht sehen oder nicht sehen können oder das Gehirn uns nicht sehen läßt, weil wir denken, es sei das Problem Anderer Leute. Genau das bedeutet PAL. Problem Anderer Leute. Das Gehirn streicht es einfach aus, es ist wie ein blinder Fleck.‘ (Douglas Adams: Das Leben, das Universum und der ganze Rest)

  12. 12
  13. 13
    Besetzerin

    Hier die ofizielle Homepage mir live stream aus dem besetzten Audimax:

    http://unibrennt.at/

  14. 14

    @urbanshit.de: @Besetzerin: Ähm „¦ aber die Links stehen da oben ja schon. Danke trotzdem, sowieso an alle!

  15. 15
    ste

    Jacques Derrida: „Eine gewisse unmögliche Möglichkeit, vom Ereignis zu sprechen“, Berlin: Merve 2003.

  16. 16
    Björn

    es ist feiertag in österreich, keiner hätte damit gerechnet, dass die studenten noch da sind. aber aktuell stören sie den vorlesungsbetrieb nicht, interessant wird es erst wieder morgen. und irgendwann muss bildungsminister hahn reagieren, entweder mit einem gespräch oder mit einer räumung. spätestens im zweiten fall gibt es auch gute bilder und damit mehr berichterstattung.

  17. 17

    Ich muss zugeben, dass ich die Thematik auch noch nicht so lange verfolge. Aber was ich bisher so gelesen habe, finde ich eher bedenklich als gut.

    Vorallem die Thesen auf http://unibrennt.at/?p=383 scheinen mir teilweise etwas wirr und zusammenhangslos.

    Ich selbst arbeite an einer deutschen Uni und muss zugeben, dass die Umsetzung des Bologna-Prozess‘ noch sehr unrund abläuft. Viele Unis kämpfen zur Zeit mit der Umsetzung von Prüfungsordnungen und haben dabei nur wenig Personal, sowohl in der Forschung und Lehre, als auch in der Verwaltung, zur Verfügung. Daher wollen viele Studies natürlich gleich wieder in den Diplomstudiengang und Bachelor/Master-Systeme abschaffen. Tatsache ist aber, dass bereits jetzt schon viele Vorgänge im BA/MA besser ablaufen, als im Diplom. Viele sehen das vielleicht nicht, weil sie nicht direkt davon betroffen sind.

    Ich persönlich bin der Meinung, dass sobald die Diplom Studiengänge ausgelaufen sind, und Ressourcen auf den BA/MA fokusiert werden können, einiges wieder besser laufen wird.
    Aber zur Zeit ist es in der Tat so, dass pro Studiengang zu wenig Personal zur Verfügung steht. Das führt mit unter zu unstudierbaren Prüfungsordnungen und natürlich zu Frust bei den Studierenden.

    Die Kehrseite der „Besetzung“ ist natürlich, dass sich jetzt viele „Nichtstuer“ dazu berufen fühlen ordentlich mitzumischen. Da habe ich dann allerdings wenig Verständnis übrig. Wie in den Kommentaren unter unibrennt.at schon erwähnt wurde, hat jemand der nichts für sein Studium tut, bzw. einen gewissen Leistungsstand nicht erbringen kann, keinen Hochschulabschluss „verdient“. Manch einer würde sich wundern, wie hoch die Zahl solcher Leute an einer Uni sein kann. Diese nehmen natürlich auch Studienplätze in Anspruch, die vielleicht besser anderweitig besetzt wären.

    Summa summarum wird diese Diskussion in der Forschung und Lehre noch einige Jahre überdauern schätze ich. So schnell wird es auch in Österreich wohl keine Lösung finden, die allen Parteien gerecht wird. Das wäre jedenfalls mein Tipp nach dem aktuellen Stand.

  18. 18

    Im Radio auf FM4 wird auch jeden Tag berichtet und morgen ab 15:00 Uhr (wenn ich mich recht erinnere) soll eine ausführlichere Sendung über die Proteste gesendet werden. Link: http://fm4.orf.at/

  19. 19
    Doris

    @Luca:

    WOW ! DANKE für den Livestream ! Supergute Idee !
    Schau schon die ganze Zeit und es freut mich sehr !!!
    Revolution will be televised diesmal … :)

    Bussis !

  20. 20
    Julius

    @weipah: Das wurde alles leider schon tausendmal durchdiskutiert. Natürlich wird sich die Situation nach Vollumstellung auf BA/MA wieder stärker beruhigen. Das Problem ist nur, daß viele halt überhaupt nicht den MA erreichen werden (allein schon wegen den Kapazitäten), sondern mit einem Schmalspur-BA (verlängertes Abitur) in die Wirtschaft entlassen werden.
    Die Sache mit der Besetzung: Viel und heiß diskutiert. Es zeigte sich aber z.B. beim Bildungsstreik in D, daß es deutlicherer Zeichen bedarf (auch für ein Presseecho etc., leider) als nur eine Infoveranstaltung vom Hochschulpolitikreferat.
    Karteileichen gibt es auch, ja. Diese nehmen aber seltener jemandem den Stuhl weg. Und bei gleicher Betreuungssituation muß man sich nur mal vorstellen, wie diese aussähe, wenn die Karteileichen auch noch alle beim Prof. in der Sprechstunde säßen.
    Nichtstuer und Linke und ‚Autonome‘ und ’son Zeuch‘ sind halt auch dabei. Positiv – bei allem was ich aus Wien gehört und gesehen habe – ist, daß wenigstens eine breitere Masse mitzieht und die Demo nicht nur bei ‚linken Krawallmachern‘ hängenbleibt.
    Immer nur ein ‚weiter so und abwarten‘ und ’studieren anstatt meckern‘, wie es hier der RCDS und in Ö z.B. die Burschenschaften fordern, führt auch zu nichts.
    Wenn alles weiterhin friedlich und gesittet bleibt (man vergleiche mal Proteste aus der Vergangenheit), haben die Proteste meine Zustimmung.

  21. 21
    misako

    Gut auf jeden Fall, aber irgendwie was ich zum Teil im Livestream hören konnte, grenzte ein bisschen an Fragwürdigkeit. Von „Antikapitalismus“, „Che Guevara“ und „Marxismus“ war da die Rede.

  22. 22

    Zusätzlich zu den Protesten in Wien wurde in Graz nun die Vorklinik auf der Karl-Franzensuniversität besetzt. Also nicht jetzt – am Freitag Nachmittag. Zu finden sind Neuigkeiten unter dem Hashtag #vorklinik.
    Derzeit sind wir um die 100 Leute, morgen gibt es um 12 in Graz eine Versammlung.

    Was zusätzlich zu den Inhalten und der politischen Dimension interessant ist, ist die Benützung der Online-Kanäle (allen voran Twitter) und der Wiki, in der derzeit Uni Wien, Uni Graz, TU Wien, Uni Linz und BOKU gemeinsam arbeiten.

  23. 23

    Sie sind uns aus FAZ-‚Gastgeberin-der-Hölle‘-Tagen vor zwei Jahren noch in guter Erinnerung. Deshalb hier eine Kopie an Sie unserer soeben abgeschickten E-mail der Solidarität an die Studenten von Graz:

    Sehr geehrte Studenten der Graz Aktion

    Wir haben soeben über Ihre Aktionen erfahren und möchten hiermit unsere
    Solidarität zum Ausdruck bringen.

    Wir haben selbst dieses Jahr Erfahrungen damit gemacht, wie weit die Uni Wien
    von Interessen geleitet wird, die nichts mit freier Meinungsentfaltung zu tun
    haben. Elfriede Jelinek hat ein Buch geschrieben, welches sich an unser Buch
    über die Thyssen-Dynastie anlehnt. So wurden wir zu einer Veranstaltung im
    Elfriede-Jelinek-Forschungszentrum im Mai eingeladen. Problem: Sie war von
    Francesca Habsburg, geborene Thyssen, mitfinanziert. Es geht bei all dem um das
    Rechnitz Massaker an 200 Juden Ende des 2. Weltkriegs am Thyssen-Schloss in
    Rechnitz.

    Wir gaben bei der Veranstaltung ein Statement der Kritik ab (siehe
    http://www.davidrllitchfield.com unter 8. Mai 2009), bezogen hier auch die Fritz
    Thyssen Stiftung mit ein, die Professoren wie Wolfgang Benz (Berlin) und Evans
    (Cambridge) unterstützt hat, die beide unsere Arbeit misrepresentiert haben
    (mit anderen Worten: das Problem der Einflussnahme durch die Industrie und
    wichtige Familien besteht Europa-weit, nicht nur in Oesterreich!).

    Es ist uns gesagt worden, dass keinerlei Spuren unserer Anwesenheit in dem
    Begleitbuch zur Veranstaltung enthalten werden sein. Die Bilder auf der Webseite
    des EJFZ sind bereits so gedoktort worden, dass wir rausgeschnitten worden sind.
    Ein Brief von uns an den Dekan der Uni Wien über unsere Bedenken, dass dies
    Zensur darstellt, wurde lapidar so beantwortet, dass die Verantwortlichen
    ausschliesslich die Mitarbeiter des EJFZ seien.

    Wie gesagt, wir begrüssen Ihre Protestaktion gegen die Einflussnahme der
    Industrie und anderer Interessensgruppen auf die freie Lehre und Meinungsbildung an den Universitäten. Es ist ein Zustand, der in jedem Gerichtssaal als Interessenkonflikt beschrieben und für illegal erklärt würde. Es gibt unserer Ansicht also keinen guten Grund dafür, dass er in Universitäten bestehen sollte.

    Mit besten Grüssen

    David R L Litchfield & Caroline Litchfield Schmitz

  24. 24
  25. 25
    Größter Satan

    Ich denke, die dürre Nachrichtenlage rührt zum einen daher, dass die Studentenproteste vom externen Beobachter als zeitlich befristete Akte der Traditionspflege betrachtet werden. Zum anderen greifen deutsche Medien Ereignisse in Österreich nur sehr selten auf, vgl. z.B. die geringe Aufmerksamkeit, die der Buwog-Affäre in der bundesrepublikanischen Öffentlichkeit geschenkt wurde/wird.

  26. 26
    smartman

    Sonnenaufgang einer europäischen Studentenbewegung? Kommentar auf Glocalist > http://bit.ly/AIsSC

  27. 27
    smartman

    Eben erste deutsche Unis besetzt. Bericht auf Glocalist > http://bit.ly/2NMg4U

  28. 28

    Das Audimax der LMU München ist besetzt!
    infos und forderungen: http://www.bildungsstreik-muenchen.de
    http://unsereunibrennt.de

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