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Frank Schirrmacher: Now panic and freak out

Wenn der Psychologe Peter Kruse im SZ-Interview meint, „Herr Schirrmacher begeht in seinem Buch einen erstaunlichen Denkfehler durch die Einseitigkeit der von ihm gewählten Perspektive“, dann könnte das vermutlich auf jedes Buch von Frank Schirrmacher zutreffen. Gemeint ist in diesem Fall aber das aktuellste Werk des FAZ-Mitherausgebers, ein Buch darüber, dass Herrn Schirrmacher das mit dem Internet alles zu viel ist. Massenweise Einladungen zu den Talkshows des Mediums derer, denen das mit dem Internet alles zu viel ist, werden folgen und wir müssen ein weiteres Mal die unsägliche Debatte über uns ergehen lassen, die seit mindestens 1995 geführt wird: Dass das mit dem Internet alles zu viel ist. Wir werden alle sterben.

Natürlich macht es sich Frank Schirrmacher nicht ganz so leicht und hat sicher kein Buch für BILD-, sondern eben für FAZ-Leser geschrieben (auch wenn er sein neues Werk dennoch gerne per BILD-Interview bewirbt), seine Zeilen bei Edge (in seiner „zweiten Sprache“, Englisch, das dazugehörige Video ist selbstverständlich nicht einbettbar) machen deutlich, in wessen Gesellschaft sich Schirrmacher gerne sieht, und so konnte Edge einen ganzen Haufen Intellektueller gewinnen, die seine Gedanken kommentieren. Glücklicherweise schaffen es einige, ihm zu widersprechen.

I am utterly perplexed by intelligent and innovative thinkers who believe a connected world is a negative one. How can we lambast new technology, transition and innovation? It’s completely beyond my comprehension.

So schreibt bspw. Nick Bilton von der NYT in seiner auch weiter lesenwerten Replik, die Schirrmachers Hauptargumente angeht. Ach was, Argumente. Schirrmachers Sätze sind gespickt mit Sorgen und Ängsten, u.a. vor der wiederholt dargestellten Gefahr für die klassischen Verlage durch Google, vor der Gefahr für das menschliche Hirn durch Informations- und Kommunikationsflut, vor der Gefahr für den freien Willen der Menschen durch Computer.

Sicher verändert sich unsere Gesellschaft (mal wieder) und über Veränderungen nachzudenken kann niemals schaden, aber man muss doch aus der eigenen arroganten und eingeschränkten, geradezu phobischen Weltsicht nicht immer gleich ein Buch machen, ein Blog würde doch genügen! Aber Frank Schirrmacher ist der König des Kultur- und Gesellschaftspessimismus‘, und nach Literatur, den Familien und der Gesellschaft überhaupt sorgt er sich nun anscheinend um die ganze Menschheit. Was dem Buch seinen Erfolg jetzt schon garantiert.

Denn darin ist Schirrmacher wirklich gut: Er weiß, was der deutsche Nachdenker in seinem Bücherregal stehen haben will und er liefert es ihm, wobei es offenbar völlig egal ist, dass keiner der bisher von Schirrmacher angedachten Weltuntergänge jemals stattgefunden hat oder stattfinden wird. Deutsche sorgen sich einfach gerne, und obwohl Frank Schirrmacher reichlich spät auf den digitalen Zug aufgesprungen ist, kann er sich nun gerade noch rechtzeitig auch hier zum Chefwarner aufspielen.

Sobald Frank Schirrmachers neues Buch zur Genüge abverkauft ist, dürfen wir uns sicher auf neue Werke freuen. Wer weiß schon, wo das Unheil noch lauert und mit welchen Thesen uns Herr Schirrmacher in Zukunft erhellen wird? Hier sind ein paar lockere Vorschläge:

Weniger Pixel
Moderne Computerspielgrafik überfordert das menschliche Gehirn.

Wider den Schaltwagen
Kuppeln, schalten und Radfahrerblick: Wie uns Multitasking überfordert.

Ist meine Frau wirklich die richtige?
Studien haben ergeben, dass 2,5 Millionen andere auch passen könnten!

Ich weiß nicht, was ich lesen soll!
Ein Plädoyer für die Einschränkung von Buchveröffentlichungen.

33 Kommentare

  1. 01
  2. 02
    menomena

    seinen auftritt bei beckmann fand ich auch nicht sehr überzeugend:

    http://mediathek.daserste.de/daserste/servlet/content/3403000?pageId=487910&moduleId=443668&categoryId=&goto=&show=
    (video bis zum 1.12.)

    schade auch, dass jauch nichts besseres zu tun hatte, als die ewig gleichen reizüberflutungsphrasen zu dreschen. bezeichnend auch, dass
    ein fernseh- und ein zeitungsmann sich übers internet unterhalten. johnny, warst du nicht eingeladen?

    dieses sorgenmachen kommen mir auch sehr deutsch vor, irgendwie…

  3. 03

    Ich muss immer an den liebgewonnen Satz aus Sixtus vs. Lobo vor 100 Jahren denken: „Wir werden alle an Gehirnpest verenden!“

    Daran, dass Gehirne, auch von älteren Menschen, sich anpassen (ständig!), hat Herr Schirrmacher sicherlich auch noch nicht gedacht?

  4. 04
    shd

    Tut mir leid, aber die Kritik die ich bis jetzt an Schirrmachers Werk gelesen habe lässt sich doch genauso umdrehen. Wenn die Internet-Community behauptet, die „alte“ Welt (zu der ich Schirrmacher mal zähle) lehne reflexhaftig alles neue, fortschrittliche, Web2.0ige ab, so ist das Gegenteil mindestens genauso wahr: Reflexhaftig lehnt die Netz-Community jegliche Kritik an ihrem neuen, heiligen Kommunikationsmittel ab, ohne einmal innezuhalten und nachzudenken. Haltet es lieber mit Weizenbaum, schafft mehr „Perlen“ anstatt den „Misthaufen“ auch noch zu verteidigen!

  5. 05
    Alex

    Netter Beitrag in der Süddeutschen zum Thema: „Schirrmacher ist Zaungast“
    http://www.sueddeutsche.de/,tt7m1/computer/218/495543/text/

  6. 06
    shd

    Kommentatoren, die den Artikel nicht lesen den sie kommentieren: Schirrmacher hat anscheinend völlig recht :)

  7. 07

    Apropos Beckmann: Der zugeschaltete Lobo hat allerdings nur dann recht, wenn die User bei Suchmaschinen über die erste Seite hinausklicken. Sonst hat Schirrmacher recht.

  8. 08

    Wenn Schirrmacher 1835 gelebt hätte, wäre er wohl auch der Meinung gewesen, die hohe Geschwindigkeiten (ca. 35 km/h) würde die Reisenden um den Verstand bringen.

    Fortschrittsskepsis als Geschäftsmodell.

  9. 09

    Peter Kruse im SZ-Interview auf die Frage, ob eine durch das Netz geprägte Welt diejenigen ausschließe, die sich nicht im Internet bewegen: »Die Netzwerke können nicht die Menschen ausgrenzen, sondern nur die Menschen die Netzwerke. „¦ die Netze (sind) ein allgegenwärtiges Angebot und die Schwelle zur ihrer Nutzung ist denkbar gering. Nicht teilzunehmen, ist daher nur noch ideologisch und kaum mehr praktisch begründbar.«
    Ich liebe Menschen, die Fakten kundig und verständlich formulieren können. Daher ist Kruse auch Eröffnungssprecher unserer TYPO-Kommunikationskonferenz im Mai 2010.

  10. 10
    Tharben

    Mir hat Frank Schirrmacher letzten Montag bei Beckmann Spaß gemacht. Da saßen zwei alte Männer aus dem Fernsehen und einer aus der Zeitung und haben vor der Dampflok gewarnt. Oder war es der Buchdruck? Es muss der Verbrennungsmotor gewesen sein. So, da haben wir es. Dieses teuflische Internet!

  11. 11
    ganzunten

    Bei seinem Interview mit der „Kulturzeit“ auf 3sat hatte ich den Eindruck, dass Herr Schirrmachen großen Pessimismus vermeiden wolle.

    Auch wenn ich das Buch noch nicht gelesen habe (du Johnny wohl auch noch nicht?) finde ich deine „Kritik“ etwas daneben. Reizüberflutung ist ja nur ein Aspekt in seinem Buch, Vergesslichkeit beispielsweise ein anderer. Und dass er keinen Ausweg sieht („Wir werden alle sterben!!!“, will ich mal start bezweifeln.

    Ich finde das Thema jedenfalls interessant, auch wenn ich wohl absolut nicht seiner Meinung sein kann. Aber man beobachtet doch schon seit einiger Zeit, wie vor allem einfache Systeme enormen Erfolg haben. Google ist da ja immer das erste Beispiel. Und sein Hohelied auf die Piratenpartei in der FAS hat mir sehr gefallen. Mal gucken, ob mir Amazon das Buch nicht eh schon empohlen hat… ;)

  12. 12
    Mrs Mitte

    Sehr schön auch dieser satirische Kommentar zu Schirrmachers kruder und selbstherrlicher Weltsicht hier:

    http://www.ichwerdeeinberliner.com/25-the-internet

  13. 13
    Michi

    Ich finde diese agressive Haltung gegenüber Autoren total unangebracht. Die Kritikpunkte Schirrmachers sind teilweise doch ziemlich fundiert – zumindest argumentiert er auf einer sachlichen Ebene und weist auf verschiedene, seiner Ansicht nach negative Auswirkungen des Medienkonsums hin.

    Wieso lässt sich Spreeblick nicht mal auf eine sachliche Diskussion ein und versucht mal auf argumentativer Ebene den Inhalt des Buches zu kritisieren, anstatt die Person Schirrmacher zu „analysieren“

  14. 14
    Mrs Mitte

    Michi: Niemand ist aggressiv. Schirrmachers Buch ist von A-Z hirnrissig, und solche Produkte, die ganz klar nur darauf abzielen, Leuten Angst vor Freiheit und Auswahl zu machen, darf man nicht auch noch mit einer „sachlichen Diskussion“ veredeln.

    Schirrmacher hat natürlich Angst vor der Zukunft – das Internet entzieht ihm seine Lebensgrundlage. Für den Rest der Menschheit, also alle nicht Zeitungsverleger, bedeutet es ein Mehr an Freiheit und Fortschritt.

    Wirklich visionäre Menschen wie Nick Blyton von der NYT (übrigens eine weit angesehenere Zeitung als die FAZ) teilen diese optimistische Sicht.

    Schirrmacher ist ein typisch Deutscher Bedenkenträger. Er wird in Deutschland viele Gleichgesinnte finden (dich etwa?), aber das wird das Internet kaum kratzen.

    Deutschland ist sowieso schon fast abgehängt, da braucht es bestimmt keinen Superintellektuellen, der aus Angst um seine Pfründe nun Naivlingen Angst einjagen will.

  15. 15

    @shd (shd): Misthaufen sind eine prima Sache auf denen ständig neues Leben blüht und gedeiht. Wenn noch ein paar Perlen drinstecken: umso besser. Kein Grund, den Misthaufen zu zu betonieren.

  16. 16
    Michi

    @ Mrs Mitte:
    Es geht mir ja gar nicht darum Schirmacher zu verteidigen – ich will ja überhaupt niemand verteidigen. Ich sehe hier nur leider keine Diskussion -über- das Buch sondern nur eine psychologisch analytisch angehauchte Hetze gegen Herrn Schirrmacher ohne wirklich die inhaltliche Thematik zu berühren.
    Sieh mal, ich habe das Buch ja nicht gelesen, sondern nur den Beckmann Beitrag angesehen. Darin wird z.b. unter anderem auch auf Studien eingegangen die auf eine Verschlechterung der Konzentrationsfähigkeiten hinweisen. Da haben wir ja auch schon ein Argument wörüber man köstlich diskutieren kann und soll. Das interessiert ! Welche Studien sind das, was sagen sie aus ? Welche These kann man mit ihnen überhaupt belegen ? usw…

    Ob man dann weiter gegen die Person argumentiert und ihnen irgendwelche Motive unterstellt is für die eigentliche Sache nicht mehr wichtig. Und Sache ist hier nicht: „Ist Schirmacher ein Superintellektueller der Angst vor dem Internet hat“ ?
    sondern „Wo hat er recht / wo hat er unrecht?“

  17. 17
    shd

    Jep Michi, gebe dir recht. Es wird nicht reflektiert, sondern man reagiert sofort, und das meistens sehr gereizt wenn ums Internet geht. Dabei gehört das Kritische Hinterfragen es eigenen Handelns und der eigenen Argumente doch zu den wichtigsten Dingen die man überhaupt tun kann.

    Seht mal, Schirrmacher greift doch garnicht das Internet als Medium an, sondern er ist über die Art und Weise, wie manche Menschen damit umgehen und wie sie sich davon beeinflussen lassen erstaunt und bekümmert. Und jetzt überlegt davon ausgehend mal, ob er nicht vielleicht doch recht hat (in Teilen zumindest)

  18. 18
    malefue

    schirrmacher und jauch sagten bei beckmann aber auch sinngemäß, dass menschen die weniger informiert wären, glücklicher sind, weil sie sich ja nicht solche sorgen machen würden um die welt. selten dämliche aussage: wenn ichs nicht sehe, wirds schon nicht so schlimm sein.

    dann erwähnte schirrmacher auch noch eine studie nach der patienten die nicht so gut informiert wurden vor ihrer behandlung einen schnelleren heilungsprozess durchmachen würden.
    mit solchen ofenschüssen „argumentiert“ schirrmacher also.

    menschen dumm halten -> weniger probleme

    *facepalm*

  19. 19
    shd

    @malefue: Es kommt auf Art und Inhalt der Information an. Wenn du den ganzen Tag Bild.de und Stern.de verfolgst bist du wahrscheinlich besser „informiert“ als jemand der morgens kurz die Zeitung durchblättert. Ob die „Information“ aber was nutzt ist eine ganz andere Frage. Schirrmacher greift ja keineswegs die Tatsache an das man sich im Internet ungehindert über alles Informieren kann. Nur über WAS, das ist doch die Frage. Die Kenntnisse in der Breiten Bevölkerung über Politische Zusammenhänge, Quantenphysik, usw. hat das Internet sicher nicht erhöht.

  20. 20
    malefue

    1. schirrmacher hat nichts über die qualität von informationen gesagt. wie soll er auch die gesamtheit aller informationen im internet beurteilen? und natürlich ist der großteil der verfügbaren informationen gesellschaftlich nicht relevant. aber das internet ist ja auch kein rein journalistisches/wissens-medium.

    2. glaube ich schon, dass das internet durch frei verfügbare informationen (zumindest aber durch die niedrigere schwelle der beschaffung) über politische zusammenhänge den kenntnisstand erhöht haben. dass das nicht den großteil der bevölkerung erreicht ist ja wohl klar, spielt aber keine rolle. alleine schon dadurch, dass informationen über politik über einen längeren zeitraum verfügbar sind. es „versendet“ sich nicht mehr so leicht. siehe savelberg aktuell.

  21. 21
    vib

    Ich mach mir auch Sorgen – nämlich darum, dass ich irgendwann mal aus Versehen ein Buch von Herrn Schirrmacher lese.

  22. 22

    @alle Meine Kritik bezieht sich in erster Linie auf das verlinkte Interview, da ich das Buch in der Tat nicht gelesen habe und auch nicht lesen werde, ich halte das für Zeitverschwendung nach allem, was ich darüber u.a. auch von Herrn Schirrmacher selbst gehört und gelesen habe. Und ich kenne längere Passagen aus anderen Büchern von ihm, das genügt mir dann auch.

    Es gibt natürlich sehr viel zu kritisieren bei der Digitalisierung der Gesellschaft, beim Nachdenken übers Netz und seinen Einflüssen, das tun ja auch viele, mich nervt es aber enorm, dass dies hierzulande immer, sobald es auf intellektuell anerkannter Ebene angelangt ist, voller Sorgen, Warnungen und Ängsten passiert. Schirrmachers Artikel über die Piraten fand ich furchtbar anbiedernd und natürlich könnte ich seinen Sorgen im o.a. Interview einzeln widersprechen, aber ich befinde mich gerade in einer Phase, in der ich weniger Zeit mit den Inhalten Dritter verbringen will und dafür wieder mehr eigene Inhalte schaffen möchte, dazu komme ich nämlich seit Monaten kaum noch.

    Der Artikel oben entstand aus einem Reflex nach dem Lesen des Edge-Interviews und ist eigentlich der falsche Weg. Richtiger wäre der Artikel, das Buch, die es einfach anders angehen und Herrn Schirrmacher links liegenlassen. Dieses sich dauernde Aufregen über andere ist völliger Quatsch, nur das selbst besser (oder wenigstens anders) Machen bringt etwas.

  23. 23
    ganzunten

    @malefue: Es geht doch garnicht um die reine Information sondern darum, welchen Filtern man vertraut. Darum ging es auch in dem von dir angesprochenen Beispiel mit Patienten.

    Die meisten Leute denke, sie haben die volle Kontrolle über die Quellen im Netz, doch in Wahrheit klicken sie nur auf die von Google vorausgewählten Suchtreffer.

  24. 24
    meh

    Das mit dem Sterben ist aber auch erst seit dem Internetz üblich.

  25. 25
    daniel

    @Johnny Haeusler: Johnny! Johnny!
    „Dieses sich dauernde Aufregen über andere ist völliger Quatsch, nur das selbst besser (oder wenigstens anders) Machen bringt etwas.“
    Das Beste, was ich seit langem in dieser Art von Diskussion gelesen hab. Ran an die Bulletten, ich freu mich auf die kommenden Postings!

  26. 26
    xtraa

    Hoffentlich noch < TMTDNR:

    Kann auf 15 Jahre Netz zurückblicken, EZB und Mailboxzeiten mal mitgerechnet. Was Schirrmacher da macht ist ein Anfängerfehler. Da er nicht doof ist, und eine Reputation zu verlieren hat, glaub ich nicht an buchauflagenmotivierte Kontroversenstifterei. Viel mehr plausibel:

    Konservativismus! Der hat ein Problem, weil im Netz jeder seine politischen Splitterüberzeugungen nach und nach wegdiskutiert bekommt. Für eine politische Überzeugung jedoch, die in weiten Teilen für Dogmen und unveränderbare Werte steht, ist das natürlich ein Albtraum gegossen in Flexibilität.

    Trotz teils hervorragender Artikel gehört die FAZ eben auch zu den wichtigen politischen Instrumentarien der konservativen Vertreter. Selbst die Bild macht da orientierungslos erstmal mit – um einen Fuß in keine Ahnung welcher Tür zu haben – und lässt sich die bildreportierenden Maurer morgens beim Bier schon so 2.0-style mäßig selbst digiknipsen.

    Aber dennoch sehen sie den Zug kommen und liegen gefesselt auf dem Gleis. Da helfen weder Kinderporno-Stoppschilder noch Reizüberflutung noch Ritalin Happy-Hour für alle.

    Naja, versuchen kann mans ja mal.

    In diesem Sinne: Hello n00bs, and welcome to teh almighty interwebs! xD

  27. 27
    quasi

    Das is jetzt doch mal richtig interessant – hat die Paranoia schon um sich gegriffen oder dauerts noch…
    Wenn´s um Panikmache und Sorgen geht, dann braucht man in unserem Land bestimmt kein Buch um dran erinnert zu werden.

  28. 28
    Mrs Mitte

    @Michi Ich verstehe ja, dass du bemängelst, dass Schirrmacher hauptsächlich persönlich angegriffen wird, und nicht seine Thesen einzeln widerlegt werden. Nur hast du nicht verstanden, dass keine der Thesen, die Schirrmacher aufstellt, es rechtfertigt, sich näher mit ihr zu befassen, jedenfalls nicht in einer anderen Form als Satire.
    Denn, was Schirrmacher schreibt, ist von A-Z hirnrissig.

    Dann müsste man genauso ernsthaft fordern, Mario Barths krude Thesen zum Unterschied der Geschlechter würden eine nähere Betrachtung / Gegenthese verdienen.

    Schirrmacher ist sehr geschickt darin, unscharfe Theorien, zumeist mit Stammtischniveau, in eine glitzernde, intellektuelle Hülle zu verpacken, in dem er auf zahlreiche Quellen hinweist, die angeblich etwas beweisen sollen. Irgendwelche Statistiken oder Studien, die seine Stammtischweisheiten den Anstrich des Wissenschaftlichen geben sollen.

    Zumindest bei mir schindet er damit keinen Eindruck. Man kann heutzutage für jede noch so krude These Studien finden, die, richtig interpretiert, irgendeine Tendenz beweisen.

    Ich bleibe dabei – das Buch (wie auch alle anderen Bücher Schirrmachers zuvor) verdient keine nähere Beschäftigung. Wer das anders sieht, ist wissenschaftlich schon mal nicht ernst zu nehmen.

    Diese Themen gehören diskutiert, da stimme ich dir zu, nur ist Schirrmacher in keiner Weise fähig, zu der Diskussion etwas beizutragen, ja, überhaupt die richtigen Fragen zu stellen.

    Will er ja auch gar nicht – es geht ihm nur um den Bestseller in Deutschland, dem Land der Bedenkenträger.

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