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Haiti

Es ist mir ein bisschen peinlich, aber ich vermute, dass es vielen so geht: Über Haiti weiß ich sehr wenig. Hier und da rauschten in den letzten Jahren Berichte an mir vorbei, der Name Jean-Bertrand Aristide war mir ein vager Begriff, nicht viel mehr.

Natürlich ist es sehr bitter, wenn einen erst Katastrophen und Tragödien wie die aktuelle dazu motivieren, ein wenig Recherche zu betreiben, doch so lange ich nichts wirklich hilfreiches tun kann, muss ich einer solchen, unter traurigen Umständen entstandenen Informationsbeschaffung ein bisschen gutes abgewinnen, wenn auch leider nur für mich.

Beim Lesen diverser Artikel über die bizarren Diktatoren François Duvalier („Papa Doc“) und seinen Sohn Jean-Claude Duvalier („Baby Doc“); über Militärputsche, Morde, Korruption, Armut, Hunger und Elend; über die Herrschaft und das Exil des oben erwähnten Aristide fiel mir aber eines auf:

Artikel wie die bei SpOn, in der FAZ oder in der Süddeutschen, die natürlich auch nur kurze Überblicke über die chaotische politische Geschichte Haitis sein können, verlieren kein Wort über die politischen Zusammenhänge in Bezug auf Aristide mit der Clinton-Adminstration und den Folgen dieser Zusammenhänge.

Selbige US-Regierung machte Aristide aufgrund von umfangreichen Verträgen 1994 zunächst seine Rückkehr ins Land möglich und bereitete so dem Regime von Raoul Cédras ein Ende, der zuvor 1991 durch einen Coup (mit Unterstützung der USA …) Aristide gestürzt hatte. Die von Aristide mit den USA geschlossenen Verträge waren, wen überrascht es, ökonomischer Natur und sicherten den USA einen Menge Vorteile, so wurde u.a. im Tausch für ein 61-Millionen-Darlehen das Gesundheitssystem von Haiti in private, US-amerikanische Hände gegeben. Der ebenfalls geplanten Privatisierung der staatlichen Kommunikations- und Strom-Infrastrukturen stimmte Aristide jedoch nicht zu — wofür ihm wenig später die Finanzhilfen der USA gestrichen wurden und er wieder aus dem Amt entfernt wurde. Die Hilfen gingen nun an die Gegner von Aristide, während UN-Truppen gegen seine Unterstützer vorgingen.

All dies ist ausführlicher nachzulesen in einem Artikel über Aristide von Naomi Klein aus dem Jahr 2005 und einem Aufsatz von ihr über Katastrophenkapitalismus.

Aufgepasst: Beide Artikel sind fünf Jahre alt und ich kann ihre Richtigkeit bzw. aktuelle Gültigkeit nicht bewerten. Klein schreibt z.B. über Aristide, dass dieser „sicher kein Heiliger“ wäre, was reichlich untertrieben zu sein scheint. Die Texte verbessern auch die Übersicht über die Lage des Landes ganz sicher nicht, sensibilisieren aber mal wieder für geradezu perverse Zusammenhänge im Fall von Elend und Armut von Regionen und Katastrophenhilfe. Denn auch, wenn das zunächst egal sein muss, solange den Überlebenden des Erdbebens schnelle Hilfe zukommt: Verdient wird trotz allem, auch und gerade in Ausnahmesituationen. Auf der Suche nach Ursachen für die Zustände in bestimmten Gebieten darf der Blick nicht allein ins betreffenden Land gerichtet werden, sondern muss auch denen gelten, die selbiges viele Jahre lang mindestens mitgeformt haben.

Ich habe diesen Text in erster Linie als Gedankenstütze und erstes Ergebnis von Recherchen geschrieben und lasse mich ob meiner oberflächlichen Kenntnis gerne korrigieren bzw. die Ansätze erweitern und ergänzen. Ich bin sogar sehr dankbar dafür. Wer sich also mit Haiti besser auskennt und die Zeit dafür findet, sein Wissen zu teilen: Dankeschön.

Den Opfern der Katastrophe hilft dies alles leider nicht.
Ihren Hinterbliebenen spreche ich hiermit mein Beileid aus.

28 Kommentare

  1. 01

    Es ist mir ein bisschen peinlich, aber ich vermute, dass es vielen so geht: Über Haiti weiß ich sehr wenig.

    Ist jetzt ein bisschen am eigentlichen Thema vorbei, aber warum ist Dir das (auch wenn’s nur ein bisschen ist) peinlich und warum sollte es?

    Je nach Definition gibt es irgendwo zwischen 190 und 200 Laendern, kann man wirklich erwarten da ueber jedes Bescheid zu wissen? Von all den vielen Hunderten und Tausenden anderen Dingen da draussen die man wissen oder kennen koennte/sollte/muss mal ganz abgesehen.

    Ist es nicht viel wichtiger so wie Du die Initiative zu ergreifen und sich mal zu informieren, zu recherchieren, zu lesen und dies dann zu teilen? Das machen doch noch viel weniger und Du solltest „stolz darauf sein“ dass Du zu den wenigen gehoerst die dies tun.

  2. 02
    ml

    Beachtenswert finde ich, dass Haiti das erste Land war, in dem die französische Revolution wiederholt wurde (afaik). Anfang des 19. Jahrhundert erklärte es Unabhängigkeit und das Ende der Sklaverei. Das gefiel der Kolonialmacht natürlich gar nicht
    und nachdem die Revolution dort auch eingemacht wurde, erklärte Napoleon die Unabhängikeit für nichtig, besetzte das Land wieder und verdonnerte die Brüder und Schwestern zu harten Reparationszahlungen, an denen Haiti noch heute krankt.

    Kein schönes Beispiel europäischer Einmischung bis hierhin, leider.

  3. 03

    sorry aber anstatt hier schuldgefühle wegen des erdbebens (WTF?) zu bekommen, wie wärs mit nem spendenaufruf, der hilft wenigstens!

    da das fehlt: Plan International ist relativ transparent und hat keinerlei ideologischen background wegen dessen man schuldgefühle haben muss:
    http://www.plan-deutschland.de/news/article/plan-kuemmert-sich-um-erdbebenopfer/?tx_ttnews%5BbackPid%5D=52&cHash=ac64205afc

  4. 04
    Anmerkungsmann

    Haiti war bis 1936 auch für 20 Jahre von den USA besetzt gehalten worden. Genau wie die Franzosen bevorzugten sie die „mullattische“ Minderheit auf der Insel und gaben ihnen mehr Rechte. Die westliche Welt ist wirklich immer gut dabei im Einmischen, ich find das ekelerregend, jetzt wird von allen mal groß auf Solidarität gemacht, aber die Solidarität gab es genau vor einer Woche noch nicht, obwohl da schon 6 von 9 Millionen Einwohnern unter der Armutsgrenze lebten, viele hungerten und die medizinische Versorgung (dank erwähnter Privatisierung) vollkommen unzureichend war.
    Das richtet sich natürlich an die Staaten und ihre Regierungen, Privatspender sind nicht politische Entscheidungsträger und haben genau wie Johnny noch nichts von Haiti gehört. Denen kann man diese Heuchlerei nicht vorwerfen.

  5. 05

    @Armin: Ich habe oft das Gefühl, das andere besser allgemeininformiert sind als ich. Muss eine tiefsitzende Psychose sein, weil ich mein Studium nach zwei Wochen abgebrochen habe „¦ ;)

    @r0ssi: Ich habe keine Schuldgefühle wegen des Erdbebens, aber ich finde, man müsste über ein Land, das seit langer Zeit derart gebeutelt ist, eigentlich mehr Basiswissen haben.

    Spendenaufrufe poste ich in solchen Fällen fast nie, denn dazu genügt einmal googlen und man kann die Organisation selbst wählen (ich bevorzuge http://www.aerzte-ohne-grenzen.de/, aber das entscheidet ja jeder selbst).
    Trotzdem natürlich mehr als okay von dir, hier darauf hinzuweisen.

  6. 06
    Martin

    @r0ssi: Danke, danach habe ich gesucht.

  7. 07

    Wer den Grund für das Beben noch nicht kennt. Pat Robertson weiß bescheid: http://www.youtube.com/watch?v=mPyyXQN8cG0

  8. 08
    naja

    Einen Text, der nur „Gedankenstütze“ ist und aus „oberflächlichen Kenntnissen“ besteht, zu veröffentlichen erscheint mir sinnlos. Und auf die Schnelle mal ein paar Fakten aus nicht überprüfbaren Kommentaren von anonymen Leuten zu ziehen auch.

    Sorry, aber so wirkt es auf mich wie „Hauptsache mal was zu Haiti geschrieben“.

  9. 09
    Atreju

    gerade im guardian gesehen und zumindest aktueller als die gute Klein:

    http://www.guardian.co.uk/commentisfree/2010/jan/13/our-role-in-haitis-plight

  10. 10

    @Johnny Haeusler:

    Ich schaetze die bluffen nur besser.

  11. 11
    ZeroG

    ah, ok … da liegt Haiti nach nem 7er Beben in Trümmern und wer ists letztendlich nach schonungsloser Recherche wohl Schuld:
    Ohne Zweifel die Yankees. Wer auch sonst ?

    „Romani ite domi“ oder wie nannte Monthy Python das … zum Thema weiss ich über Haiti hauptsächlich was ich bei PJ O’Rourke in den 90ern gelesen habe (All the trouble in the world), der die unendlich desolate Geschichte Haitis auf den Punkt brachte „Of course, the humans in Haiti have hope. They hope to leave.“

  12. 12

    @naja: Geht mir anders. Das hier ist ein Blog.

    @Atreju: Danke!

    @ZeroG: Man kann so ziemlich alles auf einen falschen Nenner bringen. Ist dir in diesem Fall ganz gut gelungen! :)

  13. 13

    Ich habe versucht, mir einen kleinen Überblick über die Geschichte Haitis zu verschaffen, und kann sagen, dass ich daran völlig gescheitert bin. Ich kann das alles kaum vernünftig einordnen. Die Haltung der USA (die beispielsweise das benachbarte und gerne als Urlaubsziel genutzte Puerto Rico mit umfangreichen Subventionen mästen, während sie die Bahamas vor allem als Finanzparadies verwenden und pflegen) ist für mich ebenfalls undurchschaubar. Ich denke, dass man es sich etwas zu leicht macht, wenn man vor allem Wirtschaftsinteressen hinter den Handlungen der USA (z.B. in Bezug auf Aristide) vermutet. Wirtschaftsinteressen gibt es natürlich trotzdem – vielleicht aber dominieren eher regionalstrategische Interessen (Vorhof der USA usw.).

    Aber, wie gesagt, einen Reim kann mich mir darauf nicht machen. Alles in allem sieht es so aus, als ob die Sklaverei ein ziemlich beschissener Ausgangspunkt für die Geschichte Haitis war. Bei allem anderen bin ich mir ziemlich unsicher.

    Die umfangreiche und sehr schnelle Hilfe der jetzigen US-Administration für Haiti könnte mit folgenden Dingen zusammen hängen:

    1. Humanitäre Traditionen der USA
    2. Herkunft des US-Präsidenten (Haiti!)
    3. Profilierungsversuch der jetztigen US-Administration, die beweisen möchte, dass sie in Sachen Katastrophenhilfe weitaus fähiger ist als die Vorgängerregierung
    4. Regionalstrategische Absichten (u.a. Kuba)

  14. 14
    naja

    @Johnny Haeusler:

    Und weil es ein Blog ist, darf es uninformiert und oberflächlich sein?
    Vielleicht sollte das dann nicht in der Kategorie „Politik“ gepostet werden, sondern in „Informationsaustausch“ oder „Wer-weiß-was“.

    Und den Tausenden Hinterbliebenen sein Beileid auszusprechen, obwohl man sich vor 2 Tagen keine Bohne für Haiti interessiert hat, finde ich, ehrlich gesagt, schon irgendwie absurd.

  15. 15
    Nico

    @naja: Ich bitte dich, geht’s mal ’ne Nummer kleiner?

  16. 16

    @naja (13) Ein Blog ist doch nicht dazu da dem Volk in Stein gemeißelte Weisheiten zu präsentieren. Das ist doch das schöne an Blogs; hier kann auch mal eine Diskussion angeregt werden. Austausch und so.

    Mich jedenfalls hat der Post angeregt, mich selbst mal zu informieren.
    Darf man denn nur betroffen sein, wenn man vorher über Haiti promoviert hat?

  17. 17

    @Naja: Nun, jeder hat das Recht seine Meinung und sein Wissen (wenn auch nur oberflächlich) frei zu äussern. Das tut Johnny hier. So einfach ist das. Punkt.

    Ehrlich gesagt finde ich es 10 Mal besser, wenn jemand zugibt, nicht allzuviel über ein Land zu wissen, als so tun als ob es so wäre (ich glaube nicht, dass all die Journalisten da draussen sich schon Jahrzentelang mit dem Thema beschäftigen – da muss einfach informiert werden, egal wie).

    Das schafft Transparenz und Zugänglichkeit, die ich bei so vielen anderen NewsQuellen vermisse.

    Wem Johnny hier aus welchen Gründen auch immer sein Beleid ausspricht, sei wohl ihm überlassen (siehe mein erster Punkt). Und ich finde nicht, dass das hier unangebracht ist.

  18. 18
    naja

    Mich persönlich stört es einfach, wenn ein solches Thema mal so nebenbei eingestreut wird. Hier ein bisschen Bundesliga, da ein Musikvideo und dann noch ein wenig Haiti, ist ja schließlich das Thema der Woche. Hört sich zynisch an und genauso kommt das Spreeblick-Konzept „Von allem etwas“ auch manchmal bei mir an. Manche Themen sind einfach zu „groß“, um mal so nebenbei was dazu zu googlen und zu posten. Ich finde, hier verhebt Spreeblick sich häufig. Ja, genau Nico: Warum nicht mal ne Nummer kleiner? Dafür aber kompetent und glaubwürdig.

    @Martin Gommel: Nur weil man transparent ist und offen zugibt nicht genug informiert zu sein, macht das die Sache ja nicht besser. Man bleibt uninformiert. Warum nicht eine Woche recherchieren und dann einen Text schreiben?

  19. 19

    Das hier ist ein Blog

    Berichte rauschen an mir vorbei

    Ist es Opportun die ÖR-Medienanstalten zu erwähnen?
    .
    Glaube nicht, dass ein Sportkanal darüber berichtet.

    Andere Private Sender wahrscheinlich schon…

    Grüss GEZ
    @PiPi

  20. 20

    @naja:
    Aha. Dein Tagebuch ist also gefüllt mit sorgfältig recherchierten, wochenlang ausgearbeiteten, exzellenten Texten?
    Selbst wenn: Das ist nicht der Zweck.
    Dein Vorwurf an dieses Blog ist in etwa so sinnvoll, wie einen Krimi abzulehnen, weil da Leute sterben.
    Daß in einem Blog, noch dazu von mehreren Autoren betrieben, Dinge unterschiedlichster Art in unterschiedlicher Intenistät bearbeitet werden, liegt in der Natur der Sache. Wie die übrigen Vorredner bereits mitteilten: Es ist ein Blog.

    Zur Sache selbst:
    Haiti ist, grob zusammengefaßt, ein weiteres Beispiel für die weitverbreiteten und überall ähnlichen Probleme postkolonialer Staaten.

  21. 21
    naja

    @Gachmuret:

    Ja, es ist ein Blog. Hab ich verstanden, war mir schon bekannt, super Argument. Warum kann eines der erfolgreichsten deutschen Blogs, wenn es sich „ernsten“ Themen zuwendet und eine ganze Menge Leute damit erreicht, nicht trotzdem den Anspruch haben, besser zu recherchieren und zu informieren? Es gibt doch zahlreiche Blogs, die das schaffen (gut, im deutschsprachigen Raum eher wenige, zugegeben).

    Oder, wenn die Möglichkeiten oder der Wille dazu nicht da sind, sich an solchen Texten halt nicht versuchen bzw. diese in der Schublade lassen.

    Egal, ist halt nur ein Blog.

  22. 22

    @naja
    Und das schlimmste an Blogs ist ja immernoch, dass man gezwungen wird sie zu lesen, selbst wenn man sie nicht gut findet.

  23. 23
    Chan

    @Johnny : Stellvertretend an dich gerichtet: Es verwundert schon etwas, dass Haiti für dich bisher kaum ein Thema war. Schließlich ist spreeblick doch ein Blog mit AutorInnen, die ein starkes Interesse an Pop haben. Das Thema Voodoo/Santería wandelt seit 50 Jahre durch Songs, Performances und Filme. Auch der Duvalier-Clan ist in diesem Zusammenhang immer mal wieder erwähnt worden. Von New Orleans-/Southern-Rock bis Hip Hop gibt es Andockpunkte sich mit der Geschichte von Haiti zu beschäftigen. Nicht zuletzt wirkte der erfolgreiche Befreiungskampf gegen die Sklaverei stark auf die Bürgerrechtsbewegung und Soulmusik der 60er Jahre (inklusive der Wurzeln/Herkunft vieler Haitianer aus West-Afrika). Auch im Trash-Universum der 80er tauchen immer wieder Querverweise auf (wie später bei Techno-Tracks). Nebenbei: Haiti ist ein Musterbeispiel für koloniale und imperiale Bestrebungen von Europa und den USA (aus dem sich z.B. Kuba befreien konnte — ohne Glorifizierung mal erwähnt).

    @John Dean (12): Du hast durchaus Recht, dass die Gemengelage in der Geschichte Haitis sehr komplex ist (sowohl innenpolitisch wie bei den Einflüssen von außen). Als kleinen Hinweis aber: Obama ist mit Hawaii verbandelt.

  24. 24

    @naja (20):
    Zwei Sachen:
    a) Natürlich kann ein Blog auch gut recherchierte Inhalte bieten. Gar keine Frage. Ich finde es nur legitim, ebenso gut auch spontane, schnell geschriebene Beiträge zu schreiben. Wie „führend“ auch immer Spreeblick sein mag, es bleibt doch ein Blog und damit im Wesentlichen sich selbst verpflichtet – was wiederum bedeutet, daß es seine Kriterien selbst aufstellt. Wie jedes andere Blog auch. Wenn Du nur entsprechend recherhierte Beiträge lesen möchtest, dann lies Publikationen, die diesen Anspruch stellen. Keineswegs kann „man“ das legitimerweise „erwarten“.
    b) Ich fühle mich mit der Bemerkung „nur“ ein Blog etwas mißverstanden. Ein Blog ist nunmal per definitionem ein Tagebuch, ein Journal persönlicher Befindlichkeiten. Das bringt genrebedingt auch ein paar Eigenarten mit sich. Und spontane, nicht tiefgründig recherchierte Beiträge gehören da nunmal dazu.

  25. 25
    Lauralie

    Ich möchte mich für diesen Beitrag bedanken. Vor allem für die Links zu Naomi Kleins Artikeln – die haben mir heute im GMK Unterricht geholfen.

  26. 26

    Die Diskussion, ob dieses Thema (exzessiv recherchiert oder nur angerissen) veröffenticht wird liegt eindeutig im Ermessen von Spreeblick. Eine kritische Diskussion in den Kommentaren finde ich allerdings auch ok.

    Doch zurück zum Thema:
    „Haiti – ich weiss nichts über diese Insel. Dominikanische Republik, super Urlaubsinsel, da war ich schon oft.“ Solche Aussagen habe ich in den letzten Tagen von mehreren Menschen zu hören bekommen. Hallo? Mal die Politik beiseite geschoben und die Bevölkerung in den Mittelpunkt gerückt! (auch wenn beides zusammenhängt) Die Sklaverei ist definitiv nicht zu Ende. Wer das behauptet lebt in einer anderen Welt. Bin mal mit dem Roller durch Teile der Dominikanischen Republik gefahren. Kaum bist du auf freiem Land siehst du überall Haitianer arbeiten. Die Jobs, die kein anderer machen möchte. Dabei ist die Dominikanische auch nicht gerade reich. Aber selbst unter den Dominikanern geniessen Haitianer keinen Ruf.

    Als Bild habe ich eine Leiter vor Augen und sie stehen auf dem Boden. Vergleichbar wie in vielen teilen Amerikas und Europas die schwarze Bevölkerung hauptsächlich die Schwerst/Drecksarbeit leistet.

    Equal rights and justice!

    Mein Herz blutet, wenn solche Szenen vor mir ablaufen. Der Weltschmerz wird wirklich schwer, im Wissen, dass Haiti alleine keine Chance hat sich aus seiner Situation zu befreien. Das Regime bereichert sich, die Bevölkerung leidet. Letzte Chance: Flucht. Und dann? Sklave.

    By the rivers of Babylon…

  27. 27

    @naja

    mach dir nichts daraus, die yankees *wissen* dass frankreich an allem schuld ist.

    http://www.thedailybeast.com/blogs-and-stories/2010-01-14/why-haitis-earthquake-is-frances-problem/

    und wenn sie pat robertson sind wissen sie, dass es die haitianer selbst waren, von wegen pakt mit dem teufel.

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