60

Ach, Mainstream, du langweiliger Doofmann

Da hatte ich mich gerade ein klein wenig mit dir versöhnt, deutscher Mainstream, dem ich doch auch manchmal erliege und der mich dafür schon so oft ausgelacht hat. Versöhnt, weil Satellite ein hübsches Stück Pop ist, das niemandem peinlich sein muss und das sich tatsächlich wohltuend vom üblichen Eurovisionsgejammere absetzte.

Und dann ruinierst du wieder ganz schnell alles, lässt die Welt wissen, dass dir Lena Meyer-Landrut eigentlich noch zu interleck intilli schlau ist, dass du es noch viel lieber komplett hirnlos hast. Denn dumm kickt gut, denkst du, weil du es toll findest, blöd zu sein.

Und so lässt du dir von lauter frischen YouTube-Accounts die Aldi-Version von Satellite mit kostenloser Autofahnenbeilage und Schlandschal (siebzehnneunzig) in deinen Facebook-Account kotzen, die, stammte sie tatsächlich von Studenten, ein Plädoyer für die sofortige Einführung gepfefferter Studiengebühren wäre, und glaubst, einen Geheimtipp entdeckt zu haben. Und sogleich beballerst du Twitter-und Mail-Accounts von Bloggern mit Sensationsmeldungen von angeblichen Abmahnungen, denn wenn man „Abmahnung“ drauf schreibt, dann regen sich Pawlowblogger doch immer so schön auf.

Wenige Stunden später jedoch die eigentliche Sensation: Ein Plattenvertrag! Für Studenten! Irre.

Schland o Schland
Wir sind von dir begeistert
Und darum feiern wir mit dir
Schon heute wie die Weltmeister

Wer so etwas reimt und singen lässt, dem gehört die GEMA-Mitgliedschaft entzogen, nicht einmal Mario Barth würde bei noch so intensiver Beschäftigung mit dem gesamten Text auch nur die Andeutung von Talent oder gar Ironie finden können, und wer trotzdem lacht, der gewinnt ein lebenslanges Praktikum in der Kommunikationsabteilung der CDU, dort ist man den ganzen langen Tag so crazy drauf.

Ach, Mainstream, du humorbefreite Zone Deutschlands, Weltmeister im Scherzen wirst du nie, aber du hast immerhin bewiesen, dass dieser ganze Viral-Blödsinn prima funktioniert, wenn man ihn nur flach genug umsetzt. Schland PR möchte dein Freund sein.

Und wenn es doch keine geplante Aktion war, dann ist ja alles nur noch viel schlimmer. Denn das würde bedeuten, dass es tatsächlich jemanden gibt, der sowas lustig findet.

Aber diesmal lass mich nicht von dir auslachen, Mainstream, diesmal nicht. Diesmal find‘ ich dich wieder doof.

60 Kommentare

  1. 01
    eike

    klasse.
    deine schreibweise gefällt!

  2. 02

    du sprichst mir aus der seele, johnny!

  3. 03

    Soweit so gut. Aber in wiefern sollten Studiengebühren da helfen? Haben Menschen mit viel Geld mehr oder besseren Humor, als Menschen ohne?

  4. 04
  5. 05
    Käffchen

    So sehr ich die Verachtung von Mainstream teile. Ein kleiner Einspruch: dank Heinz Erhardt hat Deutschland sehr wohl Chancen auf einen Tiel beim Scherzen. Der Deutsche Humor ist fantastisch – natürlich muss man abseits von Mario Bart udn den ganzen Affen schauen.

  6. 06
    trotzdem

    Ich verstehe deinen Standpunkt nicht.
    Hast du was gegen das Lied als solches, oder glaubst du einfach die Geschichte dahinter nicht? (Studenten machen Quatsch und plötzlich werden sie berühmt und bekommen nen Plattenvertrag)
    Wenns beides ist, wen interessierts? Gabs nicht schon 19283 Beiträge über „hirnlose“ Fußballsongs bzw. Fußballkultur im allgemeinen?
    Ich kann nicht sagen ich bin ein großer Fan, aber eins habe ich erkannt: Man darfs nicht (zu) ernst nehmen. Wenn einem das gelingt kann man selbst über Lena Schland mal grinsen.

  7. 07

    Recht so! Weg mit dem Mainstream!

  8. 08
    Gregor

    Ich such den Like-Button!

    Sehr sehr guter Kommentar!
    Danke!

  9. 09

    Ach Johnny, Du alter Miesepeter. Ich find’s gut. Gönn doch dem Volk, was das Volk haben möchte. Ich freue mich für die Jungs, dass aus ihrem Jux (immer Geschmack kann man bekanntlich immer streiten) so etwas geworden ist und sich Fußball“schland“ nicht Retortenprodukte vorsetzen lässt á la Elton, Pocher & Co. Allein die Tatsache, dass das Lied „Schland“ heißt, zeugt doch von einem entspannten Verhältnis und keiner Deutschtümelei… so what?

  10. 10
    D.Botson

    Für eine Raab-Nummer ist es fast zu schlecht. Wobei… Diese Studentennummer kauf ich jedenfalls nicht ab. No pasaran!

  11. 11

    Ich hatte mich zuerst auch von der geballten Online-Power zum Klick auf das YouTube-Video verlocken lassen.. Die Geschichte klang doch zu schön.. Ich war dann aber bereits nach Sekunden sehr enttäuscht von dem Video und dem Song, schade!

  12. 12
    Phil

    Sehe ich genauso wie #6: Beim ESC haben wir uns ja auch gefreut, aber richtig ernst genommen hat das ja wohl hoffentlich niemand. Warum sollte man nun bei dieser kleinen Geschichte plötzlich wieder die Hochkultur raushängen lassen?

  13. 13
  14. 14

    Tolle Schreibe! Aber man sollte es lassen nach guten Fussballsongs zu suchen. Es gab mal hier und da eine Melodie die mir gefiel (Als Frankreich Weltmeister wurde zb). Aber sonst?
    Udo Jürgens mit „Buenos Dias Argentina“ rührte mich nicht gerade zu Tränen.
    „Pawlowblogger“ ist aber sehr gut!

  15. 15
    crn

    ich stimme zu.
    ich hefte das geistig unter stefan raab ab.
    der macht seit jahren nur SCHEISSE und verdient damit jede menge geld.

  16. 16
  17. 17

    Und wieder ein Zitat mehr in meiner Sammlung Häuslischer-Genial-Sätze, die man einfach lieb haben muss und knuddeln will: „Ach, Mainstream, du humorbefreite Zone Deutschlands“. Danke.

  18. 18

    Ach, ich find Mainstream super. Muss ja irgendwas geben an dem sich der Underground definiert.

  19. 19

    Btw: Das http://www.youtube.com/watch?v=oJst17zXY_E lässt mich dann noch mehr übers auswandern nachdenken.

  20. 20

    Ich nochmal. Die Idee zu einem Video das nicht vorgeschlagen wird, finde ic han sich gut. Das Video ist nicht der Hit.

    Aber wieso hat man was gegen den Raab? Der kann sein Handwerk. Wer sonst? Jauch? Gottschalk?

  21. 21
  22. 22
    tom

    @crn: Solange diese „Scheiße“ thematisiert wird, wird sie vermarktet und gekauft. würde niemand drüber sprechen wäre all das schnell da, wo es hingehört in die Mülltonne.

    Was auch immer hinter diesem Song-Versuch stecken mag, es füttert die mehr und mehr Verblödung der Deutschen …

  23. 23
    Name muss sein

    Naja. In einem Mainstream-Blog über Mainstreamphänomene schreiben (und welche sind das übrigens nicht, denn sonst würden sie ja gar nicht erst in der breiten Öffentlichkeit wahrgenommen), ist erstens: müsig und bringt zweitens: zwangsläufig heftigen Applaus (von denen, die sich natürlich nie dem Mainstream zurechnen würden). Auf dem Mainstream aber treiben wir alle, ob wir wollen oder nicht. Allein schon, wenn – wie hier – darüber geschrieben und diskutiert wird.

  24. 24

    Ja, lieber Johnny Haeussler, heutzutage ist es schwer etwas bzw. jemand besonderes zu sein. Oder sich wenigstens mal so ein klein wenig in der Welt zu positionieren. Eine Jahre alte Ballade, geschrieben von einem amerikanischen Songwriter-Duo, bei einem dänischen Musikverlag geparkt und von Raab auf Up-Tempo-Nummer gepusht: das sagt doch mehr über die Musikindustrie als über den Seelenzustand einer Nation. Ein neunmalkluges und aufgeladenes Mädchen als goldenes Kalb und frohe Botschaft zugleich. So trotzt man der Enke-Dystopie einer depressiven und durchschnittlichen Gesellschaft. Zeitgeist passiert eben und auch wenn man etwas oder jemand besonderes sein möchte und voller Sehnsucht dem Ideal eines Geheimtipps nachtrauert, ist man Teil davon. Mitmachen heißt eben Mitmachen. Aber so ein bisschen Meinung zur Medienlandschaft kommt trotzdem immer ganz gut. Bravo!

  25. 25
    sn

    Aber in wiefern sollten Studiengebühren da helfen? Man darfs nicht (zu) ernst nehmen. Wenn einem das gelingt kann man selbst über Lena Schland mal grinsen. Allein die Tatsache, dass das Lied “Schland” heißt, zeugt doch von einem entspannten Verhältnis und keiner Deutschtümelei. No pasaran! Die Geschichte klang doch zu schön. ich hefte das geistig unter stefan raab ab. Das lässt mich dann noch mehr übers auswandern nachdenken.

    Wer sonst? Jauch? Gottschalk? Solange diese “Scheiße” thematisiert wird, wird sie vermarktet und gekauft. Was auch immer hinter diesem Song-Versuch stecken mag, es füttert die mehr und mehr Verblödung der Deutschen. Auf dem Mainstream aber treiben wir alle, ob wir wollen oder nicht. Ja, lieber Johnny Haeussler. So trotzt man der Enke-Dystopie einer depressiven und durchschnittlichen Gesellschaft.

    Bravo!

  26. 26
    Ste

    es geht nicht um slebstinszenierung und wichtigsein…
    ich bin mir auch nicht sicher ob der beitrag tatsächlich auf den mainstream abzielt…

    Fußball ist ein „Dispositiv“ (Foucault) im Sinn von Effekt und Verdichtung von vormals offenen möglichkeitsfeldern des handelns, welches man „ernst“ nehmen sollte, weil alle mit drin hängen, ob sie wollen oder nicht, weil sich diese möglichkeitsfelder zu erfahrbaren und wahrnehmbaren handlungsformen verfestigen die mit anderen sich verbinden, daher nützt es nichts zu sagen „ach naja, sollen die ruhig die fahnen wedeln oder bescheuerte lieder kotzen, ich les ein buch“.

  27. 27
    echt

    die masse kriegt, was die masse verdient. manche werden einfach nicht satt.

  28. 28

    ach. ich warte ja schon auf ein fettes brot cover mit „lass die finger von der vu-vu-zela“ …

  29. 29
    Mel GibsIhm

    Danke!

  30. 30

    Fußball ist Mainstream; Fußballsongs sind Mainstream. Spreeblick schreibt über Fußball, weil es dem Mainstream entspricht; zumindest habe ich hier noch keinen Artikel über Snooker oder Eiskunstlauf gelesen. Nein, auch Spreeblick biedert sich gerne an den Mainstream an, weswegen dieser Kommentar, so richtig er inhaltlich auch ist, durch seine Aufmachung wirklich daneben ist.

  31. 31
    sw

    danke johnny. LIKE v. much. wenn das so weitergeht, geht mein ganzes flattr budget diesen monat an euch. ist aber auch nicht so schlimm.

  32. 32
    Sascha Stoltenow

    … und dennoch tragen Du und wir hiermit dazu bei, dass wir darüber sprechen. Es ist also ein Erfolg, denn es gibt viele wichtige Dinge, über die wir nur schweigen …

  33. 33

    @Sascha Stoltenow: Ach, nicht alles, über das man spricht, ist auch ein Erfolg, das Ding muss auch noch gekauft werden. Es gibt wichtigeres, aber Hallo, na klar, sehr vieles sogar.

    Aber du klingst, als läge dir etwas ganz besonders Wichtiges am Herzen. Was denn?

  34. 34
  35. 35

    @Name muss sein: Naja, die alte Frage, worüber man nun schreibt und worüber nicht, beantworte ich jeden Tag neu und jeden Tag anders. Und schreibe, worüber ich Lust habe zu schreiben.

  36. 36

    Ist wirklich nicht lustig. Sind vermutlich Mathestudenten.

  37. 37

    @Jonas: Tippe aufgrund der emotionalen Kälte und der kalkulierten Ausrichtung auf Kommunikationswissenschaften. Fürchterlicher Quatsch jedenfalls.

  38. 38

    Jonny, darf ich mir was wünschen? Schreib mal was über Geo-engeneering!

    Was ich an der Schland-Geschichte so ur-typisch für das Ticken der Gesellschaft fand war, dass die Jungs gar kein Geld wollten. Die wollten remixen (Lessig lässt grüßen) und ihr Zeug ins Internet stellen und alle sollten Spaß damit haben. Fertig. Dafür braucht’s nicht sonderlich gute Texte. Wenn eine Truppe soviel Spaß miteinander hat und niemandem schadet, isses gut.
    Aber wo kämen wir da hin, wenn alle irgendwas machten, ohne Geld dafür zu wollen? Was würde da aus der Marktwirtschaft und dem Wirtschaftswachstum?

    Also war da die angebliche Urheberrechtsverletzung. Doch die angeblichen Urheber fühlten sich schon nicht mehr so verletzt, als sie witterten, dass man mit der Sache richtig was verdienen kann. Nur deswegen haben sie den Studis keine reingedreht. Geld oder Anklagebank. Was für eine Option! Und diese Schlands, freuen sich auch noch drüber … Vermutlich haben sie gar nicht gemerkt, dass sie zwar jetzt ein paar Krümel abkriegen, aber der Welt mal wieder bewiesen wurde, dass noch der letzte Spaß vermarktet gehört oder nicht zu sein hat. Wo kämen wir da hin, was würde aus der Wirtschaft, wenn plötzlich alle was verschenken wollten?

  39. 39
    crn

    @tom (22) ich meinte eher die qualität, nicht die vermarktung. ich finde das was raab macht liegt mit dem quatch der studenten da auf einer ebene. das humorbefreite deutschland sorgt dann dafür, dass die sachen populär werden, die leute kohle verdienen und noch mehr leute es gut finden.

    ich kann solchem humor nichts abgewinnen und ich habs versucht. ich kann über den platten humor von raab einfach nicht lachen. genausowenig kann ich über dieses video der studenten lachen. zu einfallslos, zu platt, zu doof.

    deswegen sagte ich, dass ich das bei raab abhefte. =)

    natürlich kommt dann das, was du gesagt hast: es finden eben viele leute gut und deswegen verbreitet es sich. das ist leider so.

  40. 40
    Harm

    @hella: Auch wenn in mir jetzt schon das Gefühl der Zeitverschwendung aufkeimt, hätte ich jetzt gerne von so einem „Lessig lässt grüssen“-Kultur-Remix-Schlauberger gerne mal eine Definition von „angeblicher Urheberrechtsverletzung“. Und bitte nicht bei Elvis und den Baumwollpflückern anfangen, sondern z.B. bei Lena, Raab und lustigen Studenten.

  41. 41
    Harm

    @Harm: Oh, shit. Warum kann man Kommentare nicht mehr löschen?
    Liebe hella, ich habe gerade Dein Blog angelesen. Ich möchte keine Antwort mehr.

  42. 42

    @harm: hmm, Lena ist nicht die Urheberin, Raab auch nicht – warum sollte ich mit denen anfangen? Aufgeregt haben sich vermutlich die Rechteinhaber und nicht die Urheber (es sind meist die Rechteinhaber, die über Urheberrechte diskutieren, nicht die Urheber selber). Ich verdiene meinen Lebensunterhalt in der „Kreativbranche“ und finde es erstaunlich, wie die Anliegen der Urhebern und Rechteinhaber immer schön systematisch verwechselt werden. Und es funktioniert! Alle glauben, es ginge um die Autoren, die Musiker, die Kreativen…

    Nach geltendem Recht sind da womöglich Rechterverwertungsinhaberrechte verletzt worden, So what? Das geltende Urheberrecht ist so schräg, dass man es getrost kritisieren darf. Mein Punkt aber war: dass das plötzlich keine Rolle mehr spielte, als sich die Rechteinhaber bewußt wurden, dass man die Sache umrubeln kann.

  43. 43

    @ harm: na dann, zu spät. ich kann kann meine Antwort nun auch nicht mehr löschen. Danke für den Blogbesuch. :-)

  44. 44
    Harm

    @hella: Ok, in einem (historisch üblichen) Verlagsvertrag steht idR drin, was der Verleger/Vertreter alles mit meinem Werk machen darf, (Handy-Klingelton?, Cover-Version?, etc.) damit u.a. der Urheber Geld verdient. Da vorher gar nicht klar ist, ob überhaupt Geld dabei rum kommt, aber der Urheber trotzdem Rechte abtreten muss, damit der Verleger/Vetreter überhaupt in seinem Namen aktiv werden kann, gibt es idR eine Vorschusszahlung für den Urheber. (und oftmals danach nix mehr)
    Wenn z.B. „Schland“ (worauf Raab das Urheberrecht hält) und „Satelite“, (wobei hier gewiss Verträge zwischen Urheber, Interpret und Verleger existieren) von lustigen Studenten verwurstet wird, was nicht halb so lustig wäre, hätten nicht Verleger, Komponisten und Interpreten, nebst GEZ-Zahlern, etc. sich hierfür vorab mit u.a. echtem Geld engagiert (und nicht pro bono vom Wohnzimmer/Youtube aus), dann doch vom Verleger/Rechteinhaber zu Gunsten der vertraglich Beteiligten nachträglich lizensiert/ausgebeutet wird – ja, dann frage ich mich in diesem Endlossatz dann doch, wo jetzt genau der Aufreger ist, was jetzt falsch gelaufen ist, und was zum Himmels Willen Lawrence Lessig damit zu tun hat?
    Wenn das so eine geile Leistung ist, dann kann man das ja bestimmt auch 2011 raushauen. Oh, dann ist keine WM mehr? Und Lena vergessen? Ah, dafür sind ja Creative Commons erfunden worden.

  45. 45

    Bravo!
    Eine Perle von vielen, die mir besonders gefiel:
    „und wer trotzdem lacht, der gewinnt ein lebenslanges Praktikum in der Kommunikationsabteilung der CDU, dort ist man den ganzen langen Tag so crazy drauf.“
    gruselig….

  46. 46
    Bernd

    Um was geht es hier überhaupt? Hat denn niemand einen Link?

  47. 47
  48. 48

    Warum sollte es eine Viralkampagne sein? Es wird ja nichts beworben (oder habe ich was übersehen)? Und der Sänger wird auch nicht von busigen Mädels geflankt um Sympathie zu heucheln.

    Natürlich ist der Text nicht gerade geistreich … aber wenn wirklich ein paar Jungs etwas Spass mit ihrer 550d hatten … so what? Andere rennen durch die Klassenräume und verhauen ihre Klassenkameraden, während nen dritter meint er müsse das filmen und um dann Respekt bei Youtube zu sammeln.

    Aprospros filmen … vielleicht kam es dadurch zum Eindruck, dass es ne Viralkampagne ist? Die Videoquali ist ja schon ganz gut … aber da muss man halt den Lauf der Zeit anerkennen – für knapp 800 Euro kann man heute extrem gute Bewegtbilder, auch als Laie, aufnehmen … vgl: http://www.youtube.com/watch?v=R2AXjF-wFVo (sorry fürs Fanboy sein ;) )

    Was ich dabei eher befremdlich finde, dass ZDF und sein Fanorakel (oder gehört der zum ARD?) sich anbiedern müssen und sowas auch noch zeigen – nur um zu beweisen, dass sie jetzt auch wissen was Youtube ist und sich als hipper Trendscout für die Bestager zu profilieren.

    Achso – „Pawlowblogger“ fand ich auch ganz groß.

  49. 49

    @harm: Schönes Beispiel: Raab hält die Rechte. Aber komponiert hat er Satelite nicht, wenn ich mich recht erinnere.
    Ja, ich kenne „historisch übliche Verlagsverträge“. Ich denke nicht, dass sie vorwiegend dazu gemacht sind, dass die „Urheber Geld verdienen“. (lassen wir die Zahlen hier mal weg)
    Den Lessig hatte ich lediglich bemüht um zu sagen: „Das ist ein schönes Beispiel für das, was Lessig „remix“ nennt.“ Völlig ohne Aufregung. Wenn Sie aber das Wort „angeblich“ so stört, dann lassen Sie es doch beim nochmaligen Lesen des Kommentars einfach weg.
    Ihren letzten Punkt verstehe ich nicht. „2011 raushauen?“ Die Jungs haben das gemacht weil sie es jetzt lustig fanden und jetzt Lena in ist und jetzt die WM läuft … sie wollten doch gar kein Geld damit verdienen. Anders gesag. Die Frage hat sich ihnen gar nicht gestellt. Sie haben’s einfach ins Internet gestellt und vermutlich vom Urheberrecht zum erstem Mal in epischer Breite gehört. Also, was hat das nun wieder mit CC zu tun?

  50. 50

    @hella: Wenn Studenten noch nie etwas vom Urheberrecht gehört haben, darf man sich Sorgen um die akademische Zukunft machen.

    Und der Schland-Song ist kein Remix.

  51. 51

    @ Johnny; da steht „zum ersten Mal in epischer Breite gehört“, Grundsätzlich stimme ich der Aussage aber zu. Noch besorgniserregender finde dass sich viele Wissenschaftler nicht mit der Diskussion auseinandersetzen.
    Schland-Song: Hm, ich hielt das für einen Remix und tue es immer noch, lass mir aber gern erklären, warum das nicht stimmt.

  52. 52
    Sebi

    @Christoph Salzig:
    Wo ist genau der Unterschied zu Pocher und Elton? Und wieso lässt einen die Verwendung des Wortes „Schland“ nicht mehr deutschtümelnd (komisches Wort) dastehen? Wenn überhaupt ist es doch eher andersherum, wenn man mal schaut wer da alles „Schland“-gröhlend durch die Straßen marschiert.
    Mir ist das irgendwie alles zuviel im Moment. 2006 war diese ganze Feierei spontan und irgendwie auch passend, 2008 schon nicht mehr so ganz und jetzt ist es nur noch ein Event für Besoffene. Der Fussball ist nur Mittel zum Zweck.

  53. 53

    Ich frag‘ mich, ob gegen den Mainstream zu sein, nicht schon wieder Mainstream ist.

  54. 54

    Mir gefällt der Schland-Song gar nicht. Aber man muss schon sagen, dass er gut gemacht wurde.

    Warum alle betonen, dass da Studenten am Werk waren, das versteh ich nun mal gar nicht. Klar, bei der Meldung von BILD verstehe ich es, denn die haben den ganzen Tag nichts Besseres zu tun, als zu vermitteln, dass Studenten ja nichts Besseres zu tun hätten als sowas zu machen.

    Der Schland-Song ist ebenso flachgeistig wie genial. Jeder kennt die Melodie schon, jeder kann im Suff mitgröhlen. Was haben die Leute nur immer für Erwartungen in Pop und Mainstream? Was per se nichts Besonderes sein möchte, das wird auch nie was Besonderes sein.

    Stefan Raab unterdessen beweist volle Professionalität: Zuerst produziert er den Hit mit Lena, und dann vermarktet er auch gleich noch die Verarschung dazu.

  55. 55

    @Sebi: Da schließ ich mich auch an! Die Eventfans stören massiv. Man muss bei uns mittlerweile 2 Stunden vor Anpfiff aufbrechen um in der Kneipe nen akzeptablen Platz zu ergattern. Von dem unqualifizerten Gebrabbel mal ganz abgesehen.

  56. 56
    Jens

    That’s why I love Spreeblick. ?

  57. 57
    Floda Nashir

    Achje.

  58. 58
    Mike

    @Huck: Glaub mir, wenn ich sage: Den wird es immer geben. Man muss ihn eben meiden^^

Diesen Artikel kommentieren