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Diskokugel; geschüttelt & gerührt

Bonaparte ist wie ein Freudianischer Totentanz der von einer Diskokugel durchgekaut und wieder ausgekotzt wurde. Die Figuren auf der Bühne tauchen auf, verändern sich in Metamorphosen und verschwinden wieder.


photo: Gregor Fischer

Der Tod und die Schöne tanzen miteinander, Körper an Körper und langsam drehend kippt das Schöne in einen Wahnzustand, in einen Moment der Hysterie. Doch auch dies verschwindet gleich wieder. Schneller und schneller drehen sich die Figuren in und umeinander, die Welt dreht sich, langsam entferne ich mich von der Realität. Da, ein Affengesicht und da plötzlich sehe ich Felix und er sagt:

Wenn ich in Zukunft spät-römische Dekadenz höre, kommt mir Bonaparte in den Kopf.


photo: Gregor Fischer

Und schon ist er wieder verschwunden. Hasen ziehen durch das Blickfeld und dazwischen wie die Ruhe im Sturm Gregor und er intoniert mit tiefer Stimme:

Ich muss näher ran!


photo: Gregor Fischer

Monitorkörper eng umschlungen, ein Tänzer der sich durch die Kabenrollen suhlt, vage über dem Strudel des Wahns höre ich Kathrin rufen:

Beim letzten Mal hat er sich auch ausgezogen. Nicht nur die Frauen.


photo: Gregor Fischer

Doch schon zieht es mich weiter. Die Bilder sind kaum noch Blitze. Zack, ein Putzfrau, zack, ein kreischende Mumie, zack, eine rotlederne Frau und da, inmitten des Bilderstrom, ein letzter rettender (Spreeblick-) Anker der Grundvernunft. Miss Sophie schaut mich an mit amüsierter Miene und sagt:

in indiepop gegossener industrial. knorke.


photo: Gregor Fischer

Ich werde von einem Matrojschka-Unterhosen-Striptease abgelenkt. Eine Diskokugel taucht auf und in der Spiegelung der Diskokugel sehe ich den Chef. Phil winkt als wolle er von der anderen Seite des Spiegel meine Aufmerksamkeit auf sich lenken und körperlos hängt seine Stimme im Raum:

Eine Show wie der Director’s Cut von Donnie Darko. Viel zu lang und viel zu viele Hasen.


photo: Gregor Fischer

Irgendwann bin ich wieder am Zelt. Immer noch benommen sinke ich zurück auf mein Lager. Die Sonne geht schon auf, aber auf der anderen Seite des Zeltplatzes beben noch die Bässe.


photo: Gregor Fischer

7 Kommentare

  1. 01
  2. 02
    Marvin

    Super Bilder!
    Darf man Fragen welche Kamera das ist?

  3. 03
    Julian

    Ich habe sie zweimal live gesehen. Einmal Essen, einmal Hurricane. Man kann es nicht besser in Worte fassen, als da oben.

  4. 04
    Gregor Fischer

    @Marvin: Wäre so als wenn du den Koch nach seinen Töpfen fragst.
    Aber weil wir ja mal nicht so sein wollen.:
    Nikon D2H, D2X mit Sigma 10-20/4-5.6, Nikkor 17-55/2.8, Sigma 70-200/2.8, SB-600

  5. 05
    Moritz Mihatsch

    @Julian:
    Danke :)

  6. 06
    42

    Beim Southside verpasst, weil die Zeltbühne hoffnungslos überfüllt war. Ärgert mich immer noch..

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