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Infografik: PETA

UPDATE Gero hat mich in den Kommentaren auf die Hintergründe von OnlineSchools.org aufmerksam gemacht, den Absender der sehr polemischen Grafik, die hier zu sehen war. Da diese Hintergründe bei aller Kritik an PETA nicht gerade frei von ebensolcher sind, habe ich die Grafik entfernt, sie ist unter dem folgenden Link aber noch zu finden.

Mehr Infografiken gibt es in dieser Sammlung (via).

34 Kommentare

  1. 01
    Wolfgang

    Was hat die Sterilisation von Newkirk mit dem Rest zu tun? Das ist doch nur um „den Amerikanern“ zu zeigen was für eine unmoralische Frau das ist.
    Abgesehen davon finde ich es verständlich, dass das meiste Geld für Kampagnen ausgegeben wird. Schließlich wollen sie so viele Menschen wie möglich davon überzeugen keine Tiere zu „verbrauchen“.
    Und die Frage warum 2301 Tiere getötet wurden, ob die Leute von Peta das gerne gemacht haben und wie viele Tiere im Jahr für Nahrung, Kleidung usw. getötet werden wird hier natürlich auch nicht beantwortet.
    Fazit: Billige Propaganda.

    PS. Nein, ich bin kein Mitglied von Peta und liebe mein Steak medium, aber solche Pamphlete regen mich einfach auf.

  2. 02
    gerd

    diese bösen leute von PETA, nutzen diese deckorganisation um so ihr wahres ziel durchzubringen: alle tiere der welt zu töten

  3. 03
    Goto

    Sehe ich wie Wolfgang, das ist billige Propaganda. Immer schön auf denen rumhacken, die tatsächlich etwas unternehmen, damit man sein schlechtes Gewissen entlasten und weiter fleißig Fleisch mampfen kann.

  4. 04

    Wie Wolfgang.
    Es gibt mehr als genug berechtigte Kritikpunkte an Peta, aber diese Grafik nennt nicht einen davon. Sie wirkt eher wie plumpe Propaganda irgendeiner gegnerischen Lobbyorganisation.

    Warum ihr das jetzt auch noch weiterverbreiten müsst, ist mir ein Rätsel.

  5. 05
    Matthis (the one and only)

    Ich muss sagen, diese Fanatiker waren mir immer suspekt. Das gilt nicht nur für Tierschützer, sondern auch für Religion und Politische Meinung.

  6. 06
    peter H aus B

    Wie sagte schon Friedrich II: „Fanatismus bezwingen heisst, das grausamste und blutigste Ungeheuer zu entwaffnen“.

  7. 07
    Don

    Ich sehe es auch so, dass die Infografik recht einseitig ist. Allerdings bleibt bei mir dennoch hängen, dass lediglich 1% der finanziellen Mittel tatsächlich für Tiere aufgewendet wird. Natürlich muss man auf das Thema aufmekrsam machen und das kostet sicherlich nicht gerade wenig. Aber wenn nur 1% übrig bleibt, ist mir das zu wenig. Es ist ja nicht so, dass PETA die einzige Organisation ist, denen Tiere am Herzen liegen. Und so wie viele bei Spenden im Fall von Erdbeben, Überschwemmungen, etc. danach richten, wieviel von dem Geld tatsächlich bei denen, die’s brauchen ankommt, sollte man auch hier darauf ein Auge haben.

    Auch wenn es polemisch klingt, aber Tiere zu „retten“ um sie dann zu töten, weil das ganze Geld für Werbung draufgegangen ist, macht mich nicht zu einem PETA-Freund.

  8. 08
    danielj

    Es gibt ja prinzipiell mehrere Wege um Tiere zu retten (was auch immer man darunter versteht); man kann beispielsweise alle Tiere aus einem Tierheim aufnehmen und bei sich aufnehmen – oder man kann viel Geld in Werbeaktionen inverstieren die zum Ziel haben das Bewusstsein dafür zu wecken daß man auch Tiere ordentlich behandeln sollte. Im ersten Fall werde ich viel Geld direkt für Tiere ausgeben, im zweiten so gut wie gar keins. Welcher Weg der bessere ist lässt sich daraus aber nicht ablesen.

    Oder um es kurz zu machen – ich schliesse mich den meisten meiner Vorredner an, das ist ziemlich billige Propaganda. Und spätestens bei der Bemerkung über die Sterilisation ist mir dann mal gar nichts mehr eingefallen, das ist Niveaulimbo vom feinsten.

  9. 09

    Vermutlich wird das der nächste Schachzug von Frau vdL: Kinder töten, damit sie nicht missbraucht werden. Auch wenn das SATIRE ist – pervers ist allein schon der Grundgedanke bei PETA.

  10. 10
    Tanja

    Ich finde Peta scheiße, daher hab ich mich zuerst über die Grafik gefreut.

    Bei Punkt 8 wurde ich doch dann schon misstrauisch. Aber in Punkt 10 auf die urpersönlichsten Handlungen und Einstellungen der Gründerin einzugehen ist ja total ekelhaft!

    Wer jemanden in den Dreck zieht um etwas ganz anderes zu kritisieren kann doch nicht erwarten noch ernstgenommen zu werden.

    Alle „Aufklärungsbemühungen“ total versaut. Ich glaub nicht mal mehr das es den Machern der Grafik überhaupt um Aufklärung ging.

  11. 11
    echtjetzt?

    müssen wir uns echt noch über PETA unterhalten? ich meine ernsthaft?

  12. 12

    Lieber Johnny,
    hinter dieser „Infografik“ (die schon ein paar Jahre umgeht) und den Quellseiten für die Infos (in blau auf schwarz am unteren Rand) steckt das Center for Consumer Freedom. Diese Lobby-Organisation entstand auf Initiative von Phillip Morris. Kunden der CCF mit mehr als 100 Unterorganisationen: u.a. Kraft Foods, Coca-Cola, Wendy’s, KFC, Tyson Foods, Standart Meat (grösster amerikanischer Fleischproduzent) und andere total sympathischen Firmen.

    Ich bin kein Peta Mitglied und mir ist der Laden auch aus diversen Gründen nicht immer geheuer. Ziel von Pamphleten wie diesen ist aber allein die Diskreditierung der grössten Tierschutzorganisation der Welt und damit der ganzen Tierschutzbewegung (siehe auch die Erwähnung der ach so ultrabösen „Terrorgruppen“ Animal Liberation Front und Earth Liberation Front in der Grafik).

    Hier geht’s darum Kunden beim Fleisch zu halten und bei Kippen und das am besten ohne gerade zu stehen für den Scheiss den die Firmen den Konsumenten unterjubeln.

    Hier noch ein paar schöne Zitate (Quelle Wikipedia)t: „The president of the American Federation of Teachers referred to the CCF’s leader as „a shameless lobbyist who has shilled for pesticide, alcohol and tobacco companies.“

    A USA Today journalist said that they should change the name of their website to FatForProfit.com.

    It has also been criticized for its efforts to portray groups such as the Humane Society of the United States as „violent“ and „extreme,“ and for its opposition to banning the use of trans fats.

    The group Citizens for Responsibility and Ethics in Washington has also campaigned against the CCF’s validity as a non-profit tax exempt charitable organization, filing an IRS complaint in 2004 attacking the CCF’s claims that its advocacy campaigns were „educational“ in nature.

  13. 13
    Felix Moniac

    „Im Jahr 2003 kamen allein in den USA 10 Milliarden Tiere in den Schlachthäusern um. Das sind pro Tag mehr als 27 Millionen Tiere, die oft unter qualvollsten Bedingungen ins Jenseits befördert werden. In nur zwei Tagen werden also allein in den Vereinigten Staaten so viele Tiere getötet wie in den alten Bundesländern, sprich in Westdeutschland, an Menschen leben.“ Quelle: http://www.roh-vegan.de/artikel/fleisch%20zerstoert%20die%20welt.htm

    Sagen wir mal, dass die Daten falsch sind und gehen anstatt von 10 Milliarden Tieren einfach von 1 Milliarde aus, oder vielleicht sogar nur von 100 Millionen (was als Zahl definitiv zu wenig ist).

    Dann vergleichen wir außerdem das Propagandabild der Graphik von Hund und Katz‘ mit der Mengenaussage über die von Peta getöteten Tiere. Das stimmt auch was nicht.

    Interessant auch, dass zumeist jenen Leuten, die hohe Ansprüche haben, die meisten Vorwürfe gemacht werden, wenn sie sich nicht gänzlich fehlerlos verhalten. – Wenn man keine Moral kennt, so scheint’s, darf man quasi alles machen, wenn man sich aber für etwas einsetzt, darf man sich niemals nimmer etwas zu schulden kommen lassen – ansonsten gilt man als nicht mehr authentisch und ist seine credibility lost.

    Sehr ärgerlich, diese dummen und schlechten Provokationen. (Wobei: lieber schlecht und leicht durchschaubar als gut und schwer durchschaubar)

  14. 14
    Frankee

    Nicht alles, was Zahlen und Piktogramme beinhaltet, ist eine Infografik.

  15. 15
    Jander

    (doppelpost, sry)

  16. 16
    Jander

    Peta-Kritik und an deren Marken-„Botschaftern“: gerne! Aber das hier ist so geschmacklos, dass ich kotzen möchte. BAH! Raus damit aus Spreeblick und nen guten Text geschrieben.

  17. 17

    @bhrgero: Das ist mir alles neu. Ich werde das aber oben vermerken (sobald ich am Rechner bin). Danke dir!

  18. 18
    jce

    PETA nimmt zum CCF übrigens auch Stellung:
    http://www.peta.de/petakillsanimals

  19. 19

    Ich habe die Grafik entfernt, Update oben im Text.

  20. 20
    K. Arl

    Ich bin FÜR PETA bashing…Was man als Angler von denen alles an den Kopf geworfen bekommt geht ja auf keine „Kuhhaut“.

  21. 21
    Christopher

    Mal was grundsätliches:

    Ich les jetzt hier schon seit ein paar Jahren bei Spreeblick mit und habe es bisher immer als einigermaßen vertrauenswürde Quelle eingestuft.

    Die Grafik kam mir sofort, als ich mir sie nach der Veröffentlichung des Posts angesehen habe, einseitig und polemisch vor und intuitiv war mir klar, das damit bestimmt etwas nicht stimmt. Hatte aber leider keine Zeit selber zu recherchieren und hab mich drauf verlassen, dass etwas in den Kommentaren kommt (danke bhrgero!).

    Johnny hattest du bei dieser Grafik nicht selber ein ungutes Gefühl? Und selbst wenn nicht: Ist es nicht Teil der journalistischen Arbeit von Spreeblick die Quellen kurz zu überprüfen? Das wären 10 min Aufwand gewesen, anstatt hier einfach per copy&paste was rauszuhauen.
    Ist es nicht genau das, was von Seiten der Blogger so oft an klassisichen Medien und Journalisten kritisiert wird?

  22. 22
    Felix Moniac

    @Christopher: Ich finde, dass das ein interessanter Punkt ist, weil: die Mehrinformation, die wir nun alle dank des Eintrags haben, halte ich für wertvoller als es für mich gewesen wäre, wenn ich nur z.B. darauf hingewiesen worden wäre, dass es eine Anti-Peta-Kampagne gibt, die von Organisationen X und Y geschaffen wurde und diese mit Vorsicht zu genießen ist.

    Oft finde ich gerade das Mitverfolgen der Kommentare unter Blog-Einträgen konstruktiver als „nur“ den bereits fertig recherchierten Artikel vorgesetzt zu bekommen. Denkt man selber mit, wirkt – zumindest bei mir – die Information nachhaltig und setzt sich fester als wenn ich nur „konsumiere“.

    Zusätzlich hat sich Johnny ja nicht damit zufrieden gegeben, dass diese Grafik hier nun gepostet ist, sondern hat sie nachträglich herausgenommen und damit eine Entscheidung gefällt, die erstens für alle transparent ist und zweitens einen klaren Standpunkt bekennt.

    Sicherlich ist die Kritik grundsätzlich angebracht – hier finde ich es genau so, wie es ist, richtig.

  23. 23
    Irreversibel

    Sehe ich ähnlich wie die 20. Wer nicht spätestens bei Punkt 10 gemerkt hat, dass es sich um Propaganda der übelsten Sorte handelt, der sollte mal seine Antennen überprüfen. Die Alternative ist eben, dass die Grafik ohne Überprüfung übernommen wurde, was fast noch schlimmer ist…..

  24. 24
  25. 25
    Christopher

    @felix
    Hmm ist ja auch ein Punkt, wie man sich als Medium positionieren will. Das was du jetzt machst ist die typische fefe argumentation:
    Ich poste hier irgendwas, kann auch scheiß sein, aber ich schul damit die Medienkompetenz und man muss sich selber über die Quellen informieren.

    Verfolge die Kommentare auch immer gerne bei interessanten Themen mit und habe deshalb auch nichts dagegen, wenn das Eingangsposting provokativ ist, aber trotzdem finde ich, dass Quellenarbeit und Recherche essentiel sein sollten, vor allem wenn ich Spreeblick als Informationsquelle in Zukunft noch ernst nehmen soll.

  26. 26

    @Christopher: Nicht jeder, der sich journalistischer Mittel bedient, ist gleich Journalist. Sonst wäre jeder, der ab und zu Kuchen backt, gleich ein Bäcker. Das Schöne am Bloggen ist doch, dass man sich freier bewegen kann als ein Journalist, der sich mehr oder weniger freiwillig dem Pressekodex verpflichtet fühlt.

    In zehn Minuten findet man im Netz zu einem Thema tausendfache Informationen. Journalismus hieße in diesem Fall: Den Urheber zu befragen und die Gegenseite. Recht aufwendig, oder? Ob da was käme?

  27. 27

    Ich glaube nicht, dass man aus diesem Fall eine Grundsatzfrage machen muss, denn natürlich habe ich mir (einen Teil) der Fakten-Quellen angesehen. Die Zahlen in der Grafik sind nicht falsch – dass sie sehr polemisch ist, war mir bewusst, allerdings war mir nichts davon vorher bekannt, ich vermutete also Polemik für eine erhöhte Lautstärke. Das kann ja manchmal okay sein. Auch der Wikipedia-Artikel über die PETA-Gründerin weist auf einige Kritik hin. Ich hatte aufgrund der Polemik der Grafik auf eine spannende Debatte über PETA und andere gehofft.

    Was ich sträflicherweise nicht genug geprüft habe, war der Absender der Grafik, den wir hier schon ein- oder zweimal hatten und der uns und Lesern bisher nicht kritisch vorkam. Das war ein Fehler, für den ich um Entschuldigung bitte.

    Daraus eine Spreeblick-/ Blogs-Grundsatzfrage zu machen, finde ich albern. Denn natürlich passieren uns Fehler, zum Glück nicht täglich, und es gibt wohl kaum ein Medium, indem man sie so schnell zugeben und korrigieren und diskutieren kann wie in einem Blog. Die Geschichte ist transparent hier nachlesbar – was will man mehr?

    Dass ich nicht absichtlich Lobbyisten-Quellen poste, sollte man voraussetzen können.

  28. 28
  29. 29
    peter H aus B

    Ich finde es recht hilfreich zu wissen, wie krank der Gründer einer radikalen, fanatischen Organisation im Kopf ist. Daher finde ich die Begründung für die Sterilisation erhellend. BTW: Das ist ja auch nichts, woraus Frau Newkirk einen Hehl macht.

    Allerdings braucht es für mich eine solche Grafik auch gar nicht, um mir PETA suspekt zu machen. Die haben, wie viele andere auch, nicht kapiert, das der Mensch ebenfalls nur ein Tier ist.

    Selbstverständlich ist Tierschutz nötig und richtig. Aber Tiere über Menschen zu stellen ist krank. Und eine Welt ohne Menschen zu fordern, ist komplett irre.
    „She stated, in the most unequivocal terms, that the world would be an infinitely better place without humans in it at all…

    Read more http://www.newyorker.com/archive/2003/04/14/030414fa_fact_specter#ixzz0yxuaxvOH

    in diesem Sinne: Sapere aude!

  30. 30
    Hannes

    @Fabian
    An der Aussage „She stated, in the most unequivocal terms, that the world would be an infinitely better place without humans in it at all“ ist meiner Meinung nach nichts verkehrt. Eine Forderung nach einer Welt ohne Menschen kann ich darin allerdings nicht erkennen.

  31. 31
    loko

    @Johnny Haeusler:
    Ich verstehe das Problem auch nicht. Eine Wahrheit bleibt eine Wahrheit, egal welche Quelle sie liefert.

    Aber das ist typisch und erinnert mich an eine Gemeindratstagung vor ein paar Wochen bei der ein sinnvolles Projekt nur abgelehnt wurde weil der Antrag von einer Partei kam gegen die man aus „politischer Korrektheit“ stimmen muss. Bundesweit sieht man dies auch an der aktuellen Debatte über den derzeitigen Bestseller im (Sach-)Buchbereich.

  32. 32

    @loko: natürlich ist die Motivation hinter den ganzen Geschichten wichtig.

    Warum ist die Motivation wichtig? Weil hier Propaganda betrieben wird, um jemanden zu diskreditieren. Wie macht man das? Durch Auslassung. Eine Kunst, die auch der „derzeitige Bestseller im (Sach-)Buchbereich“ sehr gut beherrscht. Statistiken braucht man nicht zu fälschen, man kann sie einfach nach eigenem Gutdünken auswerten.
    Das erfüllt den gleichen Zweck. (PS. finde nur ich es seltsam, dass der gleiche Mann, der den Berliner Bildungssektor fast weggespart hat, sich jetzt über die Verdummung der Bevölkerung echauffiert? Aber das ist ein anderes Thema.)

    Ich stelle gar nicht in Frage, dass die meisten Infos in der Grafik richtig sind. Sind sie fair ausgewählt, sind beide Seiten beleuchtet worden? Wohl eher nicht.

    Beispiele: Die Grafik hängt sich gleich von Anfang an daran auf, dass PETA Tiere die nicht vermittelbar sind „euthanisiert“. Das ist wohl richtig. Und übrigens gängige Praxis bei den meisten Tierheimen, auch denen die von Tierschutzorganisationen betrieben werden, um unvermittelbaren Tieren ein Leben und den langsamen Tod in einem Tierheim zu ersparen. (Frag dich mal wo die ganzen sogenannten Kampfhunde geblieben sind, die bis zum neuen Kampfhundgesetz in Berlin die Strassen bevölkert haben).

    PETA argumentiert, dass dieser Tod der humanste Weg ist, diese Tiere von ihrem Leid zu befreien. Dem kann ich folgen. Zusätzlich fordert PETA und viele andere Organisationen Tierhalter regelmässig dazu auf, ihre Haustiere zu kastrieren und sterilisieren, um überfüllte Tierheime zu vermeiden.

    Und hier kommen wir zum Thema Motivation: Wenn eine Lobbygruppe für Fast Food Restaurantketten und die Fleischverarbeitende Industrie, die zwischen 2000 und 2007 ein Milliardenfaches der Anzahl der von PETA euthanisierten Tieren nicht artgerecht gehalten-, ausgebeutet- und geschlachtet hat, eine Tierschutzorganisation darüber versucht zu diskredieren, stelle ich mir die Frage: Warum?! Die Tiere dürften ihnen ja eigentlich egal. Hier geht es darum, jemanden mundtot zu machen, der einem das Geschäft versaut.

    Peta ist in erster Linie eine Lobbygruppe für Tierinteressen. Und damit in ihrer Sprache sehr radikal. Für mein Dafürhalten vergreifen sie sich oft genug im Ton und schiessen übers Ziel hinaus. Aber das liegt auch in der Natur der Sache.
    Deshalb fliesst das meiste Geld das PETA einnimmt auch in Öffentlichkeitsarbeit. Und das ist PETA-Mitgliedern auch bewusst. So funktioniert Lobbyarbeit nun mal. Was will uns dieser Punkt also sagen?!

    Ich kann es nicht statistisch beweisen, aber ich bin davon überzeugt, dass die Arbeit und das ständige Trommeln von Peta (und Peta2 – der Jugendorganisation) viele Menschen erreicht- und zumindest dazu gebracht hat, den eigenen Konsum und das Verhalten zu überdenken. Die steigenden Vegetarierzahlen (9% in Deutschland und 6% in den USA) und Restaurants sprechen dafür. Tierrechte haben bis vor wenigen Jahrzehnten keine Rolle gespielt und es braucht manchmal den nervenden Clown (auch Amnesty International, Greenpeace und die Grünen waren mal solche „Clowns“), um die Öffentlichkeit zu erreichen. Auch auf die Gefahr hin, sich dadurch angreifbar zu machen.

    Und jetzt noch kurz zu den weiteren Punkten in der „Info“-Grafik:

    Die „Terrorgruppen“ ALF und ELF haben immer Gewalt gegen Sachen propagiert, nie gegen Menschen. So weit ich weiss, ist dabei nie auch nur ein Mensch zu Schaden gekommen. Das muss man nicht gutheissen, aber „Terror“ ist für mich was anderes. Das selbe gilt für die ELF: „The ELF’s guidelines require that individuals or groups acting on its behalf „take all necessary precautions against harming any animal — human and nonhuman.“ Weiterhin gingen diese „Verbindungen“ zwischen PETA und den genannten Aktivisten nie oder selten über wohlwollende Äusserungen hinaus.

    Das ein Pamphlet der Fleischindustrie diversen „Spokes Persons“ von Peta Scheinheiligkeit vorwirft, nun, das finde ich irgendwie … scheinheilig.

    Und ich schliesse mich anderen Vorrednern an: Die reine Feststellung, dass es der Erde oder der Natur wohl besser gehen würde, wenn’s den Menschen nicht geben würde (stellt das wirklich irgendwer in Frage?), heisst noch lange nicht, dass man die Menschen gerne ausrotten würde.

    Gero (Fleischesser und Nicht-Petamitglied)

    Kleines PS an Fabian: (der wichtigste „Zeuge“ in deinem Penn & Teller Link – die ich sonst übrigens sehr schätze – ist auch von der CCF)

    TLDR: „Do not put your faith in what statistics say until you have carefully considered what they do not say.“ ~William W. Watt

  33. 33
    ben

    @bhrgero: Danke für die erheblichen Hintergrundinformationen, das eine Interessenvertretung der (Lebensmittel) Industrie natürlich an einem möglichst negativen Image von Peta interessiert ist liegt auf der Hand.

    Auch wenn für einige Leute Peta als extrem und fanatisch erscheint denke ich das solch ein „Gegenpol“ für das Gleichgewicht notwendig ist und finde es gut wenn Menschen sich für eine Sache einsetzten und hinter ihr stehen, allerdings sollte man auch darauf achten das man nicht ins totale Extrem rutsch und im Endefekt nichts mehr oder gar das Gegenteil von dem erreicht welches man sich eigentlich zum Ziel gesetzt hat.

    Nach kurzen Recherchen bin ich zu dem Ergebnis gekommen das die Zahlen aus der Infografik scheinbar stimmen, allerdings aus dem Kontext gezogen sind und zB die Zahlen der Tiere die vom Besitzer wiedergeholt wurden ein bedeutendes Gegengewicht aufbauen (in der Infografik aber gar nicht erwähnt).

  34. 34
    echtjetzt?

    auch ich danke für die Hintergrundinformationen, die hier inzwischen zu den Quellen der Grafik verbreitet werden. Da bei mir auch immer schnell die Alarmglocken schlagen, habe ich mich nach dem Post auf den genannten onlineschools Seiten einmal umgeschaut. Nachdem ich innerhalb von 2 Minuten und ein paar Klicks kein Impressum o.ä. finden konnte, habe ich aufgegeben und die Sache als zumindest schwer zweifelhaft ad acta gelegt.
    Ein Tag später finde ich hier in den Kommentaren genau die Info, nach der ich gesucht hatte, nämlich wer und mit welcher Motivation solche Sachen verbreitet… das ist doch das eigentlich Spannende, wie ich finde.
    Und wir haben doch jetzt alle was gelernt oder?
    Wäre das mit einer Verbreitung in konventionellen Medien so passiert?

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