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Weihnachten zuhause: All your christmas pics are belong to us!

christmas

Weihnachtszeit! Die Zeit der crazy bunten Lichter an sonst trostlos grauen Häusern. Die Zeit, in der Berlin schön leer ist, weil 75% der Bevölkerung unter 35 Jahren nach Hause fahren. Die Zeit der Besinnung, der Jahres-Charts, der Rückblicke und der Menschen des Jahres im TV, bei denen man froh sein kann, wenn man zwei davon kennt. Die Zeit, in der Atheisten heimlich in die Kirche gehen. Die Zeit, in der Kinder Hitzewallungen bekommen und sich die Großeltern auf Besuch über dieses komische Bild, das ihr da an der Wand habt, wundern und darüber, ob das Kunst sein soll und ob bei euch alles okay ist. Die Zeit, in der engagierte Blog-Kommentatoren darauf hinweisen, dass ihnen dieses Fest auf die Nerven geht und sie den damit verbundenen Kommerz-Terror strikt ablehnen, weil woanders.

Vor allem aber: Die Zeit des hemmungslosen Kitsches und die Zeit, in der einem in dieser Hinsicht beinahe nichts peinlich zu sein braucht.

Also legt alle eure Ängste ab, kramt durch die Fotokisten eurer Eltern oder euer digitales Archiv und zeigt uns, wie euer Weihnachtsfest aussah, als ihr Kind wart. Wir wollen die ungeschminkte Wahrheit sehen – und wir legen vor.

xmas phil
Weihnachten 1985: Philipp mit zwei Jahren. Sein erstes Gadget.

xmas anne
Anne sucht ihre Geschenke. Das Jahr ist unbekannt, aber man erkennt am Lametta im Hintergrund (benutzt noch jemand Lametta?), dass es Weihnachten war.

xmas tanja
Tanja war vermutlich sieben oder acht Jahre alt, als dieses Bild entstand. Es gab mal wieder nur ein Buch, die Flucht vor dem Weihnachtsmann, der sie nicht halten kann, war also berechtigt. Im Hintergrund: 500 Gramm.

xmas johnny
1970, ich war sechs Jahre alt. Mein Vater sieht furchtbar aus auf diesem Bild, trotz oder ob des klassischen Berliner Arbeiter-Outfits, er konnte wirklich eleganter aussehen! An meiner Mutter gibt es nichts zu meckern: Schicke Socken. Mein Bruder durfte auf den Arm, ich musste neben diesen ekligen Weihnachtsmann, vor dem ich sichtbare Angst hatte und dessen Hand ich nicht halten wollte. Weshalb er mein Handgelenk griff. Man beachte auch die Gummistiefel. Wir hatten ja sonst nichts.

Und nun ihr: In den Kommentaren zu diesem Artikel könnt ihr euer Foto hochladen und gerne ein paar entschuldigende Sätze dazu schreiben. Das Foto ist Pflicht, Kommentare ohne sichtbares und eigenes Weihnachtsfoto werden ganz unchristlich gelöscht, denn wir wollen ein wenig Tumblr-Feeling aufkommen lassen.

Selbstredend verbleiben alle Rechte der Bilder bei euch und wir nutzen sie für nichts anderes als für diese hoffentlich amüsante Weihnachtsaktion.

73 Kommentare

  1. 01

    [img]http://www.spreeblick.com/wp-content/uploads/2010/12/m-p-07-1.jpg[/img]

  2. 02

    @matin:

    Sind das da so Flatterbaenderdinger (wie nennt man die eigentlich wirklich? Gibt’s da ein Wort fuer?) an den Handgriffen?

  3. 03

    @#778588: Heute heißen Ghettoblaster ‚MP3-Handys‘ ;)

  4. 04

    @Armin: „Fuchsschwanzsurrogate“

  5. 05

    [img]http://www.spreeblick.com/wp-content/uploads/2010/12/christmas 1988.jpg[/img]

    Weihnachten 1988

  6. 06
    Regine

    Mein Vater hat zwar immer viel fotografiert, hauptsächlich, als er selbst entwickeln lernte. Aber Weihnachtsfotos gibt’s von mir gar nicht. Auch nicht später. Ich find das sehr cool von meinen Eltern :-)
    Andererseits, was hätten wir fotografieren sollen? Es gab meistens viel Streit, nur nicht an Weihnachten. Das lag daran, daß wir, um nicht zu streiten, einen Fernseher und Videorekorder ausgeliehen hatten (ja, in unserer Familie gab’s das nicht).
    Fazit: wenn man sonst genug streitet, kann Weihnachten auch mal friedlich verlaufen. Und wenn sonst kein Fernseher da ist, kann etwas so Alltägliches mit wenig Aufwand ein richtiges Vergnügen werden.

  7. 07

    Ach, wie schön! Meine Bilder aus den sechziger Jahren – hätte ich sie noch – wären mindestens so schön oder furchtbar wie diese hier, nur ein paar Jahre früher. Eigentlich bin ich ganz glücklich, daß es keine mehr gibt. Nur so viel: Von der Mutter selbst besticktes weinrotes Kleid mit Spitzenkragen und -manschetten und passenden Schühchen. Ich kriegte eine Puppe, während mein Spielfreund Uwe die Carrerabahn bekam. Ich war stinksauer. Zumal Uwe die Bahn an den Folgetagen einschloß und ich auf den Erfindungsreichtum (und die Huld) seiner Mutter angewiesen war, damit ich sie benutzen durfte, während Uwe bei Micha zum Spielen war. Wie hätte aus mir keine Emanze werden sollen? :)

  8. 08

    1968 war ich dreieinviertel und offenbar recht geschafft von Weihnachten, vorher im Kinder-Gottedsdienst wär ich auch fast eingenickt.
    Wir haben grade festgestellt, dass dieses Foto auch eins von meinem Sohn sein könnte, so ähnlich sehen wir uns darauf.
    [img]http://www.spreeblick.com/wp-content/uploads/2010/12/1968.jpg[/img]

  9. 09

    1972 kriegte ich im Jahr meiner Einschulung und somit mit 7 (ich hab im August Geburtstag) zu Weihnachten, was ich erst zu Ostern erwartet hatte und das, was ich mir am meisten gewünscht hatte: ein Bonanza-Rad, mit Dreigang Knüppelschaltung und Bananensitz. Aber ohne Fuchsschwanz.
    Das wurde dann erst zur Gymizeit von einem 10-Gang-Rennrad abgelöst.

    so, allen noch schöne weihnachten :)
    [img]http://www.spreeblick.com/wp-content/uploads/2010/12/1972.jpg[/img]

  10. 10

    Weihnachten 1978 probierte ich mich im Alter von zwei Jahren an meiner ersten Komposition. Es sollte nicht lange dauern, bis ich die Lust am Piano wieder verlor.

    (siehe unten, hat beim ersten Mal nicht geklappt).

  11. 11

    Weihnachten 1978 probierte ich mich im Alter von zwei Jahren an meiner ersten Komposition. Es sollte nicht lange dauern, bis ich die Lust am Piano wieder verlor.
    [img]http://www.spreeblick.com/wp-content/uploads/2010/12/rouvenweihn1978.jpg[/img]

  12. 12

    @Armin:
    Ursprünglich als Accessoire für Amerikanische Motorräder verschönendes Beiwerk. Die Bonanzaräder orientierten sich an den ‚Chopper‘ (to chop = weglassen),
    was andere wieder dazu brachte, ihren pers. Stil einfliessen zu lassen.
    Eben eine Modeerscheinung.

    Lederfransen

  13. 13

    Meine erste Weihnacht, rechts Bruderherz, ich, dann Onkel Hansel als Weihnachtsmann verkleidet (den wir immer na der Stupsnase erkannten) und ganz rechts das stolze Muttertier in grüner Rüschenbluse. Mich gab es knapp zweieinhalb Monate.

    [img]http://www.spreeblick.com/wp-content/uploads/2010/12/ersteweihnacht.jpg[/img]

  14. 14
    Imke

    Knapp vor den 90ern.
    Wenn heute meine Kleider so kurz sind, wird daheim gemeckert!

  15. 15
    Imke

    + Bild
    [img]http://www.spreeblick.com/wp-content/uploads/2010/12/weihnachten-1.jpeg[/img]

  16. 16

    Ich fasse mal zusammen: Früher war mehr Lametta.
    http://www.youtube.com/watch?v=jHUDqgeq10w

  17. 17
    Enquête

    Ich frag mich ja immer woher von Bülow eigentlich unsere Familie kennt.
    :) Nahezu alles was er gemacht hat handelt von ihr.

  18. 18
    mhh

    hat schon einen merkwürdig sentimental anmutenden beigeschmack…

  19. 19

    Ja, ich finde es auch sentimental – da ich es erst kurz vor Silvester entdeckt habe, werde ich euch jetzt mein Silvesterkinderbild präsentieren.

    Meine Mutter hat aus den Papierschlangen für die ganze Familie zwischen Weinachten und Neujahr Hüte gebastelt.

    Hier seht ihr meinen Bruder und mich mit unseren Hüten – wir mußten ins Bett, während unsere Eltern feierten. :-) Es muss so ca. 1969 sein, ich vier Jahre und mein Bruder 2.
    [img]http://www.spreeblick.com/wp-content/uploads/2010/12/30-12-2010 19;44;59.JPG[/img]

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