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Tunesday – Fujiya & Miyagi, Cut Copy, Say Hi

Da sind wir wieder! Zwei Wochen sind um und es ist Zeit für unseren zweiten Tunesday. Anne, Nico und Philipp berichten von aktuellen Lieblingsalben und erklären, was ihnen an diesen so viel Freude macht.

Heute auf unseren digitalen Plattentellern:

Fujia & MiyagiKills
James BlakeJames Blake
Cut CopyZonoscope
Say HiUhm, Uh Oh
ModdiFloriography

Und bei euch so? Was ist euch kürzlich tolles auf den Tisch gekommen?

Fujia & Miyagi
Kills
Kann man über Fujia & Miyagi schreiben ohne die Krautrock-Litanei auf schwerer Rotation herunter zu beten? Ick nich. Hab‘ sie selber erst auf dem Tribut-Sampler „Brand Neu!“ so richtig gern haben gelernt. Und es kommt noch besser, öffnen die vier Brightoner den Sound auf dem Viertling „Ventriloquizzing“ schließlich synthieunterstützt in Richtung 80er und klingen dabei noch neuer [sic!], noch weiter und noch fresher, als sie es eh und schon immer waren. [Nico]

Songstream- und download in der Soundcloud
♺ 17.01.2011
Amazon & iTunes

James Blake
James Blake
2011 wird das Jahr des James Blake, in dem ihm alle Kritiker bedingungslos huldigen und ihn anbeten werden. Es handelt sich hier jedoch mitnichten um ein pures Wunder des festen Hype-Glaubens, hat dieser talentierte junge Mann doch tatsächlich eine moderne Form von Gospelgesang erschaffen, in dem sich seine fragile Stimme nahezu perfekt an den rauen Ecken elektronischer Sounds reibt. In seiner melancholischen Besonnenheit erinnert Blakes erstes Album manchmal an Bon Ivers “For Emma, forever ago” und zwischendurch scheint es, als stecke das ganz große Gefühl sogar nur in den gewagten Pausen. Diese Platte kann klitzekleine Spuren von Dubstep enthalten, protzt mit Reduziertheit und wird euch allein mit „The Wilhelm Scream“ das Herz brechen. Wickeln wir uns einfach fest darin ein. [Anne]

„The Wilhelm Scream“ bei Vimeo
♺ 04.02.2011
Amazon & iTunes

Cut Copy
Zonoscope
Ach, ich werde gar nicht erst versuchen, meine Meinung hierzu in objektive Worte zu kleiden. Warum auch? Cut Copy gehören für mich schlicht zum Großartigsten, was den Namen Popmusik wirklich verdient und “Zonoscope” reiht sich galant in die Tradition der bisherigen Perlen, die meine geliebten Australier bereits veröffentlichten. Sythesizermelodien in den schillerndsten Farben, sich bis in den Himmel türmende Uh-uh-yeahs und leidenschaftlichstes Händeklatschen. Dazu Einflüsse von Fleetwood Mac, über Grace Jones bis hin zu den Talking Heads und Songs, die einen wie verliebte Teenager in ganz unerwartete Richtungen über den heimischen Tanzboden wirbeln. Ich bin so verdammt glücklich, dass es diese Musik gibt! [Anne]

„Need you now“ bei Hype Machine
♺ 11.02.2011
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Say Hi
Um, Uh Oh
Eric Elbogen, der unerschöpfliche Einmannband-Mann mit dem tollen Namen, hat sich vom Klavier rüber ans Schlagzeug gesetzt und reicht uns von dort sein mittlerweile siebtes Album herüber. Dabei erzählt er so verschmitzt zwinkernd und wohlig theatralisch vom älter werden, dass ich liebend gerne mal von ihm für einen Nachmittag zum gemeinsamen Gitarre spielen und Kuchen essen eingeladen werden möchte. Schade, dass ich gar nicht Gitarre spielen kann. Meine kleinen Freudenstücke: „Devils“ und „My, How It Comes“ [Philipp]

„Devils“ bei Barsuk Records
♺ 25.01.2011
Amazon & iTunes

Moddi
Floriography
Moddi beginnt sein Debutalbum mit „Rubbles“ (siehe höre Hörbeispiel), meinem absoluten Lieblingstrack des Albums, und hebt einen damit ganz weit nach oben auf einen riesigen Gefühlsturm. Diesen umlegt er dann in den folgenden Songs mit den flauschigsten Bergen aus Geige, Gitarre, Akkordeon und Norwegerpullovern, in die man sich nach kurzem Schreckensmoment mehr als gerne fallen lässt. Man. Also ich. Das Album erschien bereits letztes Jahr in Norwegen, wir dürfen diesen Monat nun aber auch endlich offiziell ran. [Philipp]

„Rubbles“ bei Bandcamp
♺ 28.01.2011
Amazon & iTunes

Außerdem: Alle Tunesdays in der Übersicht

14 Kommentare

  1. 01
    Matthias

    Moddi – Floriography
    unfassbar gut!

    James Blake ist an mir vorübergegangen. Danke für den Tipp!

  2. 02
    skump

    Momentan bricht ja scheinbar eine regelrechte Folk-Welle los…mein aktueller Tipp: Delta Spirit-History From Below

  3. 03
    das

    Mann, was stellt ihr hier lauter Zeug vor, dass man noch nicht kaufen kann? Bis nächste Woche hab ich das alles wieder vergessen, und dieser Blogeintrag ist schon lange den Äther runtergeflossen. Also alles vergeblich. (Außer, ihr wollt darauf hinweisen, dass ihr Presseexemplare bekommen habt.)

  4. 04

    Hui, Danke für den Moddi-Tipp! Ich hatte ihn schon im Vorprogramm von Angus & Julia Stone gesehen, aber wieder aus den Ohren verloren.
    Und siehe da, er kommt Ende Februar nach Köln! :)

  5. 05
    Anne Wizorek

    @Matthias: Das Album brauch ein wenig, aber ich bin gespannt, wie du den Mr. Blake findest.

    @das: Ja, wir Internetmenschen sind schon crazy drauf und stets unserer Zeit voraus. Muss man auch erst mal mit klarkommen.

    @Jan: Gibt hier demnächst sogar auch ein Interview mit ihm zu lesen. :)

  6. 06
    sascha

    james blake ist natürlich… ach… toll. cut copy und fujia & miyagi sind ganz klar dabei. wunderbar dabei. zu erwähnen wären noch: owen pallett (a swedish love story) und nicolas jaar (space is only noise). gemeinsam besiegen wir diesen winter! yeah!

  7. 07
    Anne Wizorek

    @sascha: Aber sowas von! :) Und danke für die tollen Ergänzungen. Nicolas Jaar steht hier auch noch auf der Muss-ich-mal-hören-Liste.

  8. 08
    cmi

    James Blake ist ganz groß. Vor allem natürlich die Vorab-(Cover-)Single „Limit To Your Love“ mit diesem extrem fiesen Bass, der das Lied auf ein ganz neues Level hebt. Man stelle sich mal dieses Lied auf einer Anlage ohne halbwegs vernünftigen Bass vor – der „Warum macht der so lange Pausen?“-Effekt dürfte.. interessant sein.

    The Wilhelm Scream ist auch sehr nice, den Rest kriegt man ja ansatzweise über das „Sampler Video“ mit. Ich bin gespannt.

  9. 09
    cmi

    Achja, gerade mal bei Youtube noch mal reingehört, immer wieder witzig wie die Plattenlabels das Marketing ihrer eigenen Künstler torpedieren.

    Bei immer mehr der offiziellen Videos (@jamesblakeproductions) kommt mittlerweile „This video contains content from UMG. It is not available in your country.“.

    Da müsste man das Album schon aus Prinzip nicht kaufen bzw. ggf. erst bei einem Konzert o.ä. (keine Ahnung, wo die Labels am wenigsten von haben)

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