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Bundesliga 20

Dieter Hoeneß ist die Victoria Beckham der deutschen Fussballmanager. Im Kaufrausch verleibt er sich so viel wie möglich Luxusgüter ein und kotzt sie dann in kleinen Brocken wieder aus. Und was am Ende übrig bleibt, ist das klapprige Gestell eines zuvor einigermaßen funktionierenden Korpus, vom exzessiven Größenwahn gezeichnet.

Wie wird man nur Fussballmanager? Oder, anders gefragt: Wenn man einmal Fussballmanager geworden ist, wie fällt man aus diesem Berufsstand wieder raus? Oder ist es so, dass, wer einmal Fussballmanager geworden ist, nie wieder aus dieser Berufskaste herausfällt? Ist das so eine Art Ernennung auf Lebenszeit? Ein Anrecht, das man nicht mehr verwirken kann? Das man sich erwirkt hat, wenn man nur einigermaßen erfolgreich Fussball gespielt und eine Tabelle lesen kann? Warum sind derart viele Manager die perfekte Illustration des Peter-Prinzips?

Der VfL Wolfsburg hat Dieter Hoeneß geholt, um die mangelnde Fussballkompetenz auszugleichen. Sagten sie. Bitte was? 33,5 Millionen Euro Schulden hatte Hertha nach der Demission Hoeneß‘. Warum? Erinnert sich noch jemand an André Lima? Oder Kaká? Zusammen 5.5 Millionen Euro. Denis Lapaczinski, SSV Reutlingen, 2.25 Millionen. Bart Goor, 6.25 Millionen. Das sind nur jene teuren Fehleinschätzungen, an die sich niemand mehr erinnert. Von den menschlichen Führungsqualitäten , von Deisler bis Boateng, mal ganz zu schweigen.

Geballte Fussballkompetenz. Durch Hoeneß Handy ist so viel Scheiße abgewickelt worden wie in 300 Jahren römischer Kanalisationsgeschichte. Aber genug hat er nicht: Mandzukic, 7 Millionen Euro. Diego, 15,5 Millionen Euro. Simon Kjaer, 12 Millionen Euro. Klar kann da einer nicht funktionieren, aber: Einmal Pech ist Pech. Zehmal Pech ist Unvermögen. Zehnmal Unvermögen, dafür brauchen wir ein neues Wort. Wahrscheinlich schon sehr bald.

Und was kommt jetzt? Als Dzeko-Ersatz Lakic und Mbokani? Kauft ein Zoo, der sein Löwengehege auslagert, als Ersatz einen Käfig voller Riesenrammler?

„Leider lustig“, schrieb Johnny, als er das Video durch den Verteiler jagte. Ziemlich wahr:

Ein wenig Fussballhistorie:

Beim Caribbean Cup (Meisterschaft der Karibik) 1994 Barbados und Grenada gegeneinander. Barbados mußte das Spiel mit zwei Toren Differenz gewinnen, um in die nächste Runde zu kommen, Grenada hätte eine Niederlage mit einem Tor Differenz gereicht.

Ausgangslage für die Kuriosität des Spieles war ein Regelexperiment der FIFA mit dem Golden Goal. Auch in Gruppenspielen gingen Unentschieden in die Verlängerung und wurden im Sudden Death entschieden. Daraus ergibt sich natürlich die Frage nach dem Torverhältnis, da es ja für ein Team von Nachteil sein kann, daß es in der Verlängerung nicht mehr als einen Treffer erzielen kann. Um einen solchen Fall auszuschließen, wurde festgelegt, dass ein Golden Goal doppelt zählt. Das führte prompt zum vielleicht witzigsten Spiel der Fußballgeschichte …

Die ganze Geschichte plus Videobeweis.

15 Kommentare

  1. 01

    So wahre Worte. Verrgessen hast du noch die Unfähigkeit, halbwegs fähige Übungsleiter einzustellen, ich sag nur Stevens, Götz und McClown.
    Manchmal reicht halt schon der Familienname als Qualifikation für Führungspositionen aus. Wenn es nicht meinen Club ruiniert hätte, würde ich die Hoeneßsche Inkompetenz ja lustig finden. So kann ich mich höchstens damit trösten, dass es jetzt die Wolfsburger erwischt. Die kann eh keiner leiden.

  2. 02
    Jüppi Hansen

    Ich finde auch das Hoeneß für Misserfolg und schlechte Einkaufspolitik steht. Es gibt wohl nur wenige Leute die man als Manager in Bundesligavereinen Einsätzen kann, sonst wäre Dieter Hoeneß auch schon aus der Bundesliga verschwunden.
    Aber Mandzukic hätte ich auch gekauft. Der soll mal innerhalb der Bundesliga wechseln und endlich zeigen was er drauf hat.

  3. 03

    Wow, gleich Kuriositäten am Morgen!

    1. Der Hoeneß Dieter hatte bei all seinen Managerstationen immer die Möglichkeiten das Geld freizügig zu verteilen und ein erwähnenswerter sportlicher Erfolg ist ihm damit nicht gelungen. So wird er auch in Wolfsburg die VW-Millionen verprassen, eine Mannschaft im Abstiegskampf, wenn nicht sogar in der 2. Liga, hinterlassen, die zwar auf dem Papier Gold wert ist, aber auf dem Platz eine Ansammlung von Einzelkämpfern.

    2. Da ist Wembley tatsächlich nichts dagegen. Vielen Dank für diese wahrhaft einzigartige Geschichte.

  4. 04
    Frank

    Ich würde auch ganz kurz an Alex Alves erinnern (15 Millionen DM) damals.

  5. 05
    Ralf

    Ich finde, da fehlt durchaus noch Herr Meier in der Geschichte.

  6. 06

    @Frank: Also ich bin erklärter Alves Fan. Der war bestes Entertainment wenn er einen guten Tag hatte. Und überhaupt, wer einen weißen Pelzmantel trägt, kann kein schlechter Mensch sein. Oder?!??

  7. 07

    Als Manager wird man geboren, das lernt man nicht. Bei den Hoeneßens liegt’s in der Familie.

  8. 08

    Update zum Thema Wolfsburg: Helmes verlässt wohl Leverkusen und wechselt für schlanke 8 Mio. nach Wolfsburg. Immerhin 7 Mio. als die kolportierten 15 Mio. für Farfan. Hoeneß lernt dazu ;-)

  9. 09
    Frank

    @Michael: Modisch war er eine Perle, hat ja auch damals seinen Goldring-Kumpel Franca in Leverkusen gehabt. Trotzdem, Millionen für die Katz.

  10. 10
    tomtom

    im nachhinein sind wir alle schlauer, aber es ist mir zu billig rückblickend zu lästern.

    der autor sollte also die wintertransfers von D. Höness, abgänge und zugänge öffentlich bewerten und in 1,5 Jahren könnte man dann sehen, ob er Fachmann ist oder nur ein Schmierfink, der durch billige, reißerische und populistische lästerein um anerkennung buhlt.

  11. 11
    nelder

    @tomtom: seit wann schreibt Dieter Höneß? Hab bis jetzt noch nichts von ihm gelesen…

  12. 12

    Jetzt schreib ich jede Woche hier rein, dass Dortmund schon wieder gewonnen hat xD
    und dann lade ich euch (genau wie letzte Woche) zur Meisterschaftsfeier im Dortmunder Borsigplatz ein!
    :)

  13. 13
    Frédéric Valin

    @Uguero: PAss auf, wenns soweit ist, ich würd fast noch kommen!

  14. 14

    @Frédéric Valin:
    Das könnte richtig teuer werden.
    Uguero verkennt die anzahl derer
    die hier mitlesen.
    Andere hoffen auf Spielergebnisse,
    die die Tabelle durcheinanderbringt.

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