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Tunesday – Wye Oak, Xrfarflight, Noah and the Whale

Also mir haben die Tunesdays ja besser gefallen, als sie noch niemand kannte…

Wye OakCivilian
Lupe FiascoLasers
XrfarflightUnder the Spell of the Cyclops‘ View
Future IslandsLittle Advances
The Mountain GoatsAll Eternals Deck
Noah & The WhaleLast Night on Earth

Wye Oak
Civilian
Es muss irgendetwas im Wasser sein, da in Baltimore. Oder warum erinnert mich Jenn Wasners raue Melancholie so sehr an meine Lieblingsfee aus Maryland, die nicht nur namentlich große Victoria Legrand von Beach House? Lady Wasner setzt ebenso in bewährter Duo-Kombi mit Partner Andy Stack ähnlich behutsame wie schmerzvoll schöne Akzente, die „Civilian“ zum allerfeinsten Shoegazing mit anschließendem Blick gen Himmel werden lassen. Diese Platte tut schweren Herzen einfach verdammt gut. [Anne]

„Civilian“ bei Bandcamp
♺ 04.03.2011
Amazon & iTunes

Lupe Fiasco
Lasers
We are not losers. We are lasers. – also wenn das kein cooles Motto für eine Platte ist, dann weiß ich auch nicht! Zugegeben, das „Pew, pew!“-Gefühl kommt nicht in jedem Song von Mr. Fiasco rüber und ich finde zum Beispiel manche erklärende Hintergrundgeräusche – wir rappen über sinnlosen Schusswaffengebrauch und feuern mal eben kurz auch eine solche ab? – nicht immer einen gelungenen Griff in die Kreativkiste. Aber der Kanye-West-Kumpel kann was und im Gegensatz zu seinem Buddy überlässt er das Singen ausschließlich denen, die es besser können. Die Gratwanderung zwischen Großraumdissensound und schickem Pop-Hop (es ist nicht nur Hip, es ist nicht nur Hop, es ist schlicht Pop-Hop) hat mich jedenfalls angenehm überrascht. Mein Urteil lautet daher: „Laser!“ [Anne]

„Show goes on“ bei Vimeo
♺ 08.03.2011
Amazon & iTunes

Xrfarflight
Under the Spell of the Cyclops‘ View
Ich kaufe mir bedingungslos alles was Jan Wigger mit mehr als 8 Punkten benotet. Xrfarflight aus Hamburg zum Beispiel. Auch wenn sie mit Albumcover, -typo und -titel weit weit vom ganzheitlichen Kunstverständnis zum Beispiel der Tocotronics entfernt sind, hat Wigger wie immer recht, wenn er resümiert, es gäbe wieder einen Grund nach Hamburg zu schauen. Dabei spielt sich das Duo überragend durch ein gutes Dutzend Genres. Wenn ich sie also der groben Orientierung halber bei Prog-Rock einordne kann’s so falsch (und richtig) nicht sein. [Nico]

„Under the Spell of the Cyclops‘ View!“ bei Bandcamp
♺ 18.03.2011
Amazon

Future Islands
Little Advances
Meine Last.fm-Recommended-Radio-Station ist der letzte Dreck. Der beste Beweis, dass kollaborative Filter nicht funktionieren. Als ich vor einem Jahr unter anderem das erste Ja, Panik!-Album entdeckte, hat’s mir wochenlang alles vor die Ohren gehalten, das mit Kipferln, Nockerln und Buchteln groß geworden ist. Genauso übel war mir dann auch.
Alle Jubeljahre schließlich hat das Ding einen genialen Moment. Gestern war so einer. Wie in einem Rausch haute es eine hammer Band nach der anderen raus. Darunter Future Islands. Eine Post-Punk, Post-Wave Band deren Diskografie ich mir danach aus einem Impuls sofort komplett gekauft habe. Einen Tag später weiß ich, dass die alten, roughen, Sachen besser waren. Aber wann hat man dieser Tag schonmal die Gelegenheit einen Rausch zu bedauern. [Nico]

Future Islands auf Myspace
♺ 12.08.2007
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The Mountain Goats
All Eternals Deck
Alter! Alles gleich! Nur noch Wiederholungen! Radiohead klingt wie Radiohead, R.E.M. klingt wie R.E.M. und die Mountain Goats klingen wie die Mountain Goats. Ein Umstand, der tatsächlich nur noch langweiliger sein könnte, wenn jeder wie Radiohead klingen würde. „All Eternals Deck“ kommt völlig schamlos wie eine homöopathische Version seiner Vorgänger daher. Oder anders: Es ist als hätte jemand einen Mountain-Goats-Kuchen gebacken, sich alle Rosinen heraus gepickt und wir müssen jetzt mit dem Rest klarkommen. Was soll das denn? Ich kann mich doch auch nicht ständig wiederholen und immer nur den alten Alben nachjammern! [Philipp]

Albumstream beim npr
♺ 29.03.2011
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Noah And The Whale
Last Night on Earth
Alter! Alles gleich! Nur noch Wiederholungen! Radiohead klingt wie Radiohead, R.E.M. klingt wie R.E.M. und Noah & The Whale klingen wie Noah & The Whale. Ein Umstand, der tatsächlich nur noch langweiliger sein könnte, wenn jeder wie Radiohead klingen würde. „Last Night on Earth“ kommt völlig schamlos wie eine homöopathische Version seiner Vorgänger daher. Oder anders: Es ist als hätte jemand einen Noah-And-The-Whale-Kuchen gebacken, sich alle Rosinen heraus gepickt und wir müssen jetzt mit dem Rest klarkommen. Was soll das denn? Ich kann mich doch auch nicht ständig wiederholen und immer nur den alten Alben nachjammern! [Philipp]

Albumstream beim NME
♺ 07.03.2011
Amazon & iTunes

Previously on Tunesday

11 Kommentare

  1. 01
    Merkosch

    Apropos Lupe Fiasco, ich mag dieses MashUp von Lupe Fiasco und Coldplay: http://www.youtube.com/watch?v=QL2k1oEh4V8

  2. 02
    stan

    @Philipp: ähm, soll das witzig sein? oder ist es einfach nur überheblich? Ich bin froh das Noah & The Whale nicht plötzlich klingen wie Rammstein oder sowas, weil ich die Band nämlich gern hab… im übrigen klingt das neue Album um Welten positiver und „offener“ als das letzte. Schön zu spüren dass die Musiker leben und lieben.

  3. 03

    ach, ich mag sie, die tunesdays … :)

  4. 04
    Anne Wizorek

    @Merkosch: Hehe, ich liebe ja diesen Kommentar unterm Video:

    This is great, Chris Martin was actually supposed to be on the original song of Superstar but he was too expensive. I don’t know if that’s true but it’s interesting.

    @Bernd: ♥

    @stan: Na, Überheblichkeit würde ich dem Kollegen jetzt nun wirklich nicht unterstellen. Handelt sich eher um enttäuschte Erwartungen, denke ich. Ansonsten wollen wir ja aber auch immer eure Meinungen zu den Alben wissen und wenn diese eine andere Perspektive liefern, umso besser. :)

  5. 05
    Juliane

    Überheblichkeit würd ich es jetzt auch nich grade nennen, aber ganz im Ernst: Klingt wie die Vorgänger? Ganz und gar nicht! Schon mal bemerkt, dass die beiden ersten Alben viel organischer waren? Dass dieses elektronische (also, zumindest für Noah) vollkommen neu ist? Und sie es trotzdem schaffen, unglaublich gut zu klingen? Außerdem muss man ja auch zwischen den Bands unterscheiden, die konstant gleich gut und konstant gleich schlecht klingen, und für Noah trifft wenn überhaupt ersteres zu.

    Was Future Islands betrifft, bin ich jetzt leider genauso schlau wie vorher, nämlich gar nicht. Aber eigentlich mag ich die Tunesdays auch.

  6. 06
    stan

    Mit „überheblich“ habe ich die, in meinen Ohren derart klingende Herabgelassenheit der beiden nahezu gleichen Artikel von Philipp gemeint. Musik derart abzuwatschen ohne dabei wenigstens auf inhaltliche/stilistische Aspekte einzugehen halte ich durchaus für abgehoben, zumal der Autor auch keine wirklichen Gründe für diese rasche Aburteilung nennt. Wenn ich jemanden auf einer Party mit diesem Statement kennen lernen würde, wäre „überheblich“ tatsächlich meine erste Assoziation. Insofern die Frage an Philipp: „Magst du Noah denn überhaupt?“ und wenn nicht, warum rezensierst du ihr neues Album.

    Hmm.

  7. 07

    Also ich finde das neue Album von Noah and the Whale großartig. Grade das Elektronische ist wie Juliane schon sagte für sie neu, aber fügt sich in ihren Stil ein.

    Außerdem mag ich das Original von Modest Mouse lieber als das, was Lupe Fiasco daraus gemacht hat…

  8. 08
    Philipp Jahner

    Oh mann, da hab ich ja was angerichtet.

    Das war alles keinesfalls überheblich gemeint. (Ich glaube ja sogar, ich kann gar kein überheblich.) Ich war tatsächlich einfach von beiden Alben sehr enttäuscht. Für mich liegen beide weit unter ihren Möglichkeiten. Ich liebe das erste Album von Noah & the Whale sehr und die Mountain Goats und ich gehen eine ganzganz lange Zeit zurück.

    Und als ich dann angefangen habe, beide Rezensionen zu schreiben, ist mir aufgefallen, wie genau gleich meine Probleme mit beiden Werken sind.

    @stan: Ich finde, ich gebe sehr wohl an, wo meine Probleme liegen. Denn …

    @Juliane: … sie klingen für mich eben nicht wie ihre Vorgänger. Damit könnte ich nämlich eigentlich sehr gut leben. Meine Vorfreude auf beide Alben wurde davon gebremst, dass ich bei beiden das Gefühl habe, sie sind erst mal nur verwässerte Versionen all ihrer Vorgänger zusammen.

    (Aber ja, ein bisschen witzig sollte das natürlich schon auch sein. Wir sind hier ja nicht bei Zweitausendeins. ;))

  9. 09
    stan

    @Philipp: In Ordnung, ich bin besänftigt :) und freu mich auf das neue Noah-Album.

  10. 10

    in meinen Ohren derart klingende Herabgelassenheit der beiden nahezu gleichen Artikel von Philipp gemeint. Musik derart abzuwatschen ohne dabei wenigstens auf inhaltliche/stilistische Aspekte einzugehen halte ich durchaus für abgehoben, zumal der Autor auch keine wirklichen Gründe für diese rasche Aburteilung nennt.

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