36

The Specials in Berlin [Update mit Videos] [Update 2 mit Setlist]

specials

Gestern, am 20. September 2011, spielten The Specials endlich in Berlin. Und einer von den rund 3.000 begeisterten Menschen im Publikum war ich.

Manch einer hat den Parka, die Harrington-Jacke oder den Hut noch mal rausgeholt, andere haben die Insignien ihrer britisch geprägten Kultur nie abgelegt und stehen in ihren alten Doc Marten’s vor der Berliner Columbiahalle.

Leere Bierflaschen klappern in den dafür bereitgestellten Einkaufswagen, und nur selten erinnert das Zerscheppern von Glas auf Beton daran, dass beim Besuch eines Specials-Konzerts zu anderen Zeiten nicht nur Vorfreude, sondern auch Aggression in der Luft lag.

All you punks and all you teds
National Front and Natti dreds
Mods, rockers, hippies and skinheads
Keep on fighting ‚till you’re dead

Who am I to say?
Who am I to say?
Am I just a hypocrite?
Another piece of your bullshit
Am I the dog the bit, the hand of the man that feeds it?

Natürlich fühlte sich der gestrige Abend nostalgisch an. Das Durchschnittsalter der Besucherinnen und Besucher lag locker über 35 und wäre ohne einige anwesende jüngere Fans noch wesentlich höher gewesen, doch die mehr als einmal geäußerte Erkenntnis, dass wir alle mal besser aussahen, wurde meist von einem Lächeln begleitet, bevor das nächste Bier geholt wurde. Man kann sich schließlich auch sich selbst schöntrinken.

Doch bei aller Nostalgie, bei all den Erinnerungen an eine Zeit voller Aufregung und Dringlichkeit stand nicht etwa ein diffuses „Früher war alles besser“ im Vordergrund, sondern die pure und endlose Begeisterung für grandiose Songs und Texte und eine Band, die neben The Clash zu den besten ihrer Zeit gehört und die das gestern, über 30 Jahre nach ihrer Gründung, erneut bewiesen hat.

Ich kann nur vermuten und davon ausgehen, dass es für heute 16-Jährige andere, neue Musik gibt, die für sie eine ähnliche Wichtigkeit besitzt wie die der Specials für mich, Musik, die sie prägt und in den kommenden Jahrzehnten durch ihr privates, berufliches und politisches Leben begleiten wird. Denn wäre das nicht so, wäre die aktuelle Generation der Rast- und Ratlosen zu bemitleiden. Fuck Facebook, let’s dance.

Ende der 70er Jahre starteten The Specials inmitten eines von Arbeitslosigkeit und Rassismus gebeutelten England eine neue Welle der in den 60ern entstandenen Ska- und Reggae-Musik, und gemeinsam mit Madness, Selecter, The Beat und anderen, besonders aber durch das von Specials-Gründungsmitglied Jerry Dammers geführte Ska-Label 2 Tone und dessen schwarzweiß gemustertes Erscheinungsbild initiieren sie eine Bewegung, die über die gemeinsame Vorliebe für eine bestimmte Musik hinaus ging.

Each Day I walk along this lonely street
Trying to find, find a future
New pair of shoes are on my feet
‚cause fashion is my only culture

Wer heutzutage aus dem deutschsprachigen Wikipedia-Artikel abschreibt und behauptet, die Specials würden eine Mischung aus Ska und Punk spielen, verbreitet Unsinn, denn The Special spielen Ska und Reggae, und allein die Attitüde und eine gemeinsame Zeit verbindet sie mit dem Punk. Alles war möglich in dieser Zeit, ich sang zum Rock’n’Roll der Ramones und zum Rocksteady der Specials ebenso wie zum Rockabilly der Stray Cats, und wie ein Schwamm sog ich den Tanz zwischen all diesen Stühlen, den niemand so perfekt beherrschte und vereinte wie The Clash, als Geschenk endloser musikalischer Inspiration auf. Es ging um die Haltung, nicht um das Genre, nicht ohne Grund wurde das Debüt-Album der Specials von Elvis Costello produziert.

Dass es trotzdem Lagerkämpfe gab, bittere und dumme Auseinandersetzungen zwischen denen, die eigentlich sowohl jugendliche Hoffnungslosigkeit als auch die Vorliebe zu „ihrer“ Musik teilten, wurde damals nicht wenigen Bands zum Verhängnis, und auch die Specials hatten mit Konzerten zu kämpfen, die in Saalschlachten ausarteten, oder mit zum Hitlergruß emporgereckten Armen der Anhänger der rechtsextremen National Front im Publikum – eine Absurdität ohne Grenzen, wenn man bedenkt, dass die Specials eine der wenigen Bands der Ära waren, in denen schwarze und weiße Musiker spielten.

Just because you’re a black boy
Just because you’re a white
It doesn’t mean you’ve got to hate him
It doesn’t mean you’ve got to fight

It doesn’t make it alright
It doesn’t make it alright
It’s the worst excuse in the world
And it, it doesn’t make it alright

Ich war in den letzten Tagen so nervös und aufgeregt wie schon lange nicht mehr vor einem Konzert. Während ich ansonsten kein Problem damit habe, knapp bis zu spät zu einem Gig zu kommen, rannte ich gestern Abend schon eine Stunde vor dem Weg zur Columbiahalle dauernd aufs Klo und sorgte mich darum, zu spät zu kommen, sogar als die Band noch im Live-Interview auf RadioEins zu hören war und daher keinesfalls in naher Zeit auf die Bühne gehen konnte.

Und dann erlosch das Licht im Saal, der weiße Vorhang ließ die Schatten der Band im Gegenlicht erkennen, fiel mit dem Schlagzeug-Auftakt, um die stilvoll gealterten Musiker (mit Ausnahme von Jerry Dammers spielen die Specials in Originalbesetzung) zu präsentieren und es passierte… außer der Musik erstmal nicht viel.

Zuerst verdächtigte ich das gesättigte Berliner Publikum dafür, dass der von mir erwartete Massenpogo zunächst ausblieb, doch dann wurde mir klar: Es ging nicht so schnell. Wir waren zu beeindruckt, wir waren baff. Alter, das sind die Specials! Da steht Terry Hall, depressiv und bewegungslos wie früher, und er singt mit seiner unverkennbaren Stimme, da rennen Lynval Golding und Horace Panter über die Bühne!

Trotzdem, so ging das nicht. Man kann ein Specials-Konzert nicht einfach nur sehen, man muss es tanzen. Tanja und Katja jagten nach vorn, ich hinterher, verlor die beiden im Gewühl und landete in einer kleinen Gruppe von Skinheads – egal, die singen und springen wenigstens, ich brüllte mir mit ihnen die Seele aus dem Leib, Monkey Man, It’s Up To You, schob mich noch ein wenig weiter nach vorne, dorthin, wo sich die Menge mittlerweile in Richtung Toben bewegte, ließ mich ein bisschen hin und her schubsen und landete wenige Songs später und schweißgebadet wieder weiter hinten, um mich aufs Kopfnicken und Mitsingen und auf die Band zu konzentrieren, und jedes Mal, wenn ich auch nur den Ansatz einer Tanzbewegung machte, schob mich der Typ mit den verschränkten Armen hinter mir ein wenig von sich weg, was mir tierisch auf den Wecker ging, soll er halt YouTube gucken. Ich wollte wieder dorthin, wo wirklich getanzt wurde und überschlug im Kopf die Wahrscheinlichkeit, aufs Maul zu bekommen, wenn ich mich einfach wieder nach vorne durchboxe. Angesichts der Männer mit viel Arm und wenig Haar vor mir fiel das Ergebnis meiner Berechnungen relativ hoch aus und so verweilte ich dann doch eher wippend als tanzend an einer Stelle. Aber nicht mehr vor dem Verschränkten.

Einige Biere später, und nachdem ich Tanja und Katja und alle Anderen, die mit uns da waren, wiedergefunden hatte, war es mir dann auch egal, weiter hinten eher laut als gut mitzusingen, also dort, wo ich sonst bei Konzerten auch gerne mal stehe, zwischen den Passiven eben. Wie man bei einem solchen Erlebnis regungslos da stehen kann, ist mir zwar rätselhaft, aber okay, dann muss man halt auch einen angetrunkenen und schief singenden 47-Jährigen ertragen. Ich muss ja auf Konzerten von neueren Bands mit albernen Namen auch immer mit den dauernd aufs Klo und wieder nach vorne rennenden Teenagern klarkommen, ich betrachte es also als augleichende Gerechtigkeit.

Never right, yes I know
Get wisdom, knowledge and understanding
These three, were given free by the maker
Go to school, learn the rules, don’t be no faker
It’s not wise for you to be a foot stool

Enjoy yourself, it’s later than you think
Enjoy yourself, while you’re still in the pink
The years go by, as quickly as you wink
Enjoy yourself, enjoy yourself, it’s later than you think

Das Repertoire der Specials ist nichts anderes als umwerfend, bedenkt man ihre eher kurze Schaffenszeit: All killers, no fillers. Selbst die wenigen Nicht-Hits der beiden wichtigen Alben „Specials“ und „More Specials“ sowie B-Seiten der Singles kamen zu Gehör und beglückten den Saal, der nach rund 80 Minuten mehr forderte und dafür mit dem Instrumental-Klassiker Guns Of Navarone belohnt wurde.

Curtain has fallen, now you’re on your own
I won’t return, forever you will wait

You’re wondering now, what to do, now you know this is the end

Warum die Specials gestern jedoch ausgerechnet den Song nicht spielten, der sie aktueller denn je macht, Ghost Town nämlich, kann ich nicht einmal vermuten. Der Song ist ein Muss, denn wie beschreibt es der Text auf der Band-eigenen Site so treffend:

Yes the mind numbing town centres are now mind numbing retail villages, but recession and depression have hit again, jobless statistics are heavily on the rise and racial intolerance is the boiling pot it was in the late 70’s, not the melting pot we had long ago assumed it should be by now.

Die Abwesenheit von Ghost Town war jedoch der einzige kleine Downer gestern Nacht. Zufriedene und glückliche, wenn auch leicht gerötete Gesichter beherrschten das Bild nach dem Konzert und wer weiß, wie viele Reunions früherer Berliner Bands gestern beschlossen wurden.

Es geht schließlich nicht ums Alter, sondern um die Haltung.

UPDATE Die ersten YouTube-Videos von gestern tauchen auf:

UPDATE 2 The one and only Germo hat mir ein Foto der Setlist zukommen lassen!

setlist specials

36 Kommentare

  1. 01

    Mein Neid, wäre gern dabeigewesen. Meine musikalische Prägung ist quasi identisch mit Deiner. Bis auf die Ramones, die waren mir immer zu schnell – dafür hatte ich lieber ein bisschen Cramps und Wall of Voodoo.

  2. 02

    War schön zu lesen.

  3. 03

    Als ich sie letztes Jahr in Oslo gesehen habe, wurde Ghost Town auch nicht gespielt – vielleicht hat das was mit dem Fehlen (oder besser Rauskicken) von Dammers zu tun, weil Ghost Town ja einer der Songs ist, die Dammers alleine ohne Band geschrieben hat? Aber das ist auch nur eine Vermutung.

    Über den Oslo-Auftritt:

    http://blogs.taz.de/popblog/2010/08/17/oya_festival_tag_3_curtain_has_fallen/

  4. 04
    Franziska

    Ich habe nach dem Konzert ein Setlist in der Hand gehabt und „Ghost Town“ stand eigentlich als Zugabe auf dem Programm. Schade, dass sie den Song nicht gespielt habe. War trotzdem ein fantastischer Gig.

  5. 05

    @Christian: Auf YouTube findet man einige neuere Auftritte, bei denen sie’s spielen… ich verstehe es nicht wirklich, erst recht nicht nach dem Kommentar von @Franziska: … aber nun ja. Es gibt sehr viel schlimmeres.

  6. 06

    Fantastischer Beitrag, der meine Vorfreude aufs Samstags-Konzert in Köln nur noch mehr steigert! One, two! ;)

  7. 07

    Mensch Johnny, jetzt verstehe ich auch deine G+ Eintrag von gestern. Hey, in mir brodelt es. Von Neid kannst du da nicht mehr sprechen;) Dein Eintrag hat mich dazu veranlasst heute einen „Hörma“ Artikel zu posten. Mit, na klar: Ghosttown.

    Das mit dem Alter ist so eine Sache. Habe mir gestern abend stundenlang Specials angehört, live, Vinyl, mit Amy Winehouse, ohne Amy… Und so weiter. Die sind auf keinen Fall schlechter geworden als damals.

    Vielleicht noch ein paar interessante Links:
    Lynval Golding erzählt, wie alle ihre Lesebrillen für die Setlist aufsetzten (@Franziska: vielleicht war das der Grund für das nicht gespielte Ghosttown gestern):
    http://www.youtube.com/watch?v=2O5ytIxiSUE

    Amplified: The Specials
    http://www.youtube.com/watch?v=gQ2HlqKSzhA

    Und lasst euch das Tanzen nicht vermiesen! Mit 47 und Lesebrille geht oft mehr als mit iPhone und Konzert mitschneiden, um es dann auf YouTube zu posten;) Hattest du eigentlich deinen Pork Pie auf? ;)

  8. 08
    martin0

    oh ja, das hätte ich auch so gern gesehen.
    danke für den bericht. hätteste mal vorher angekünndigt das die in berlin spielen, ich wäre auch noch gekommen, und hätte das durchnittsalter auch gesenkt. :)
    eine zu empfehlende doku in sachen ska und skinhead: „Skinhead Attitude“ (findet man auch bei youtube)
    sehr interesannt. am anfang geht es sehr um ska, den wurzeln dessen und die zeit in der entsanden ist. später wird dann auch geklärt wie es zur bildung der rechten skins kam usw.

    lg m

    gruss
    martin0

  9. 09

    Ja, das machts dann doch noch rätselhafter.
    Aber wie Du schon auch gesagt hast: ansonsten spielen sie soviele Hits, dass man es dann doch verschmerzen kann.

    @Floyd: Zustimmung, Skinhead Attitude ist eine interessante Doku.

  10. 10
    Pebbles

    Du sprichst mir aus der seele! Damit bin ich gross geworden! Grossartig alle lieder mitzugroelen und bis zum umfallen zu tanzen!!!

  11. 11
    Marco La Wrenz

    Könnte es sein, dass die Ghost Town nicht gespielt haben, weil die Specials als englische Muttersprachler evtl. die Städte in dem sie das spielen, auch meinen. Berlin ist ja derzeit nun wirklich kein Ghost Town, sondern leider ziemlich It und „too much fighting on the dancefloor“ findet einfach nicht statt. Nur so net These: Die wollten eigentlich nett sein …

  12. 12

    Himmel, ist das ein schöner Artikel!

  13. 13

    @creezy: Oh, danke. :)

    @Marco La Wrenz: Meinste? Aber ist doch klar, dass es in dem Song nicht um Berlin geht… hm. Aber nett sein wollen sie, na klar. :)

    @Floyd: Nee, der Hut blieb zuhause. :)

  14. 14
    Bunny Elevator

    Ich sage es ungern: Auch ich alter Sack bin mit den Specials groß geworden, habe die Scheiben hunderte, nein: tausende Male gehört, mitgesungen, geliebt. Groß! Ein toller Bericht, ich bin ein bisschen (sehr) neidisch, nicht dabei gewesen zu sein! Danke!

  15. 15
    Krischan

    …und wird es eine Plan B Reunion geben?

  16. 16

    Thanx, Johnny, gut eingefangen. Das letzte Drittel war schlichtweg grandios.
    Wie schade, dass diese Band nur aus dem Fundus ihrer ersten Jahre schöpft und bisher nicht wirklich nachgelegt hat – musikalisch und mental sollten die (locker) in der Lage sein, im Hier und Jetzt mitzumischen, ihren phänomenalen Rude-Boy-Ska-Sound zu erweitern, zu öffnen, uns weiter mitzunehmen, … .
    Aber, gut, die Jungs nun mal Live gesehen zu haben, auch ohne Jerry Dammers, dem Mitgründer und Ex-Mit-Vordenker der Band. Mit dem haben die sich wohl massiv zerstritten – und der ist wiederum ist mit seinem „Spatial A.K.A. Orchestra“ auf einem etwas anderen Trip, wie sich auf seiner Website zeigt: http://www.jerrydammers.com/index.html
    Sun Ra lässt grüssen und genau das könnte der Grund sein, warum die anderen Specials da nicht mitgehen wollten. Mir indes gefällt das auch gut.

  17. 17

    @Henry: Das Specials A.K.A.-Orchestra ist nicht der Grund der Trennung gewesen, dass kam erst Jahrzehnte später. Die Trennung zwischen Hall & Damers entschied sich eher an persönlichen Differenzen und der Frage Pop (Hall, Staple, Goulding und ihre Fun Boy Three) oder ein tieferer, düsterer Sound (Damers, Bradbury und ihre Special A.K.A.)

  18. 18

    PS: Konzert gestern war der Hammer! :-)

  19. 19
    Bettina

    1. Neid
    2. Gänsehaut
    3. Muss dringend umziehen (nach Berlin)
    Danke für den tollen Bericht, ich habe mich wieder wie 20 gefühlt :-)))

  20. 20
    Matthias

    kann das bestätigen mit der Setlist, stand drauf und wir haben uns den Rest des Abends gefragt warum? warum nicht gespielt ?
    Ich denke an Dammers kann es nicht liegen, weil der Song doch auf der Liste stand.
    Also wer eine Erklärung weiss her damit !

  21. 21

    Oben im Artikel dank Germo jetzt die Setlist!

  22. 22
    Matthias

    ups das ist ja eine setliste abgebildet, jetzt erst gesehen ;-)

  23. 23

    12 Punkte für das Einfangen dieses schönen Abends in treffenden Worten, Johnny! Den Verschränkten begegnet man im Übrigen am besten mit mini-skanking mobs – so ab 3 Leuten geht das prima und hat auch gestern wieder wunderbar geklappt.

  24. 24
    lame

    rumsteher gab’s tatsache noch bis in reihe 3. die wurden aber bei monkey man dann gnadenlos weggeschubst.

    sehr treffend beobachtet ansonsten. auch wenn ich mit mitte 30 eigentlich zu jung für die specials im originalkontext bin, haben sie vorgestern einen großen fan aus mir gemacht. was sicher auch daran lag, daß ich ska-konzerte für harmloses reggae-schunkeln hielt bis dato.

    nochmal mann mit karobasecap.

  25. 25

    it’s up to you!!

    die Specials waren meine absolute Lieblingsband, wenn es um Ska ging, dem rassigen Mauerblümchen des Pop.

  26. 26

    bei dem weg:
    „just because you’re nobody
    it doesn’t mean you’re no good!“

  27. 27

    Nichts gegen den Artikel, den habe ich mit Freude gelesen.
    Aber das Konzert war bescheiden.
    Wir hatten eine gute Party, haben die Specials gefeiert, uns, unsere Vergangenheit.
    Ich war einer mit Pork Pie, den ich heute wie meine Docs nie abegelegt habe.
    Wenn ihr z.B. bei Songs wie Gangsters nochmal reinhört, die CD, die man mit dem Mitschnitt nach dem Konzert kaufen konnte, ist nicht so breiig, wie der Sound war, wo wir standen, waren die Specials entweder zu alt oder/und haben den Gig runtergerissen.
    Das Intro „Bernie Rhodes..“ hat keinen Schwung und der Song, der darauf lahm einsetzt, klingt als würde jeder für sich spielen.
    Und wie kann man bitte als muskialisches Intro des Konzertes vom Band mit einen eigenen Song beginnen?
    Dann kommt als erstes Do The Dog, dass die Männer langsamer als auf Platte spielen, statt schneller, was man bei Live-Gigs gewohnt ist.
    Erst ab Monkey Man kamen die Musiker etwas besser rein, trauten sich aber nicht ihre Gemeinde den Song singen zu lassen und selbst bei Wondering Now gab es für die grölende Masse keinen Sologesang. Schade. Deshalb hatte wahrscheinlich auch Terry Hall keine Lust mehr auf Ghost Town, was wir wissen auf der Set-Liste stand, und als Ersatz-Song Guns Of Navarone, bei dem der Sänger nicht mitwirkt.

    Ich hatte großartigen Spaß keine Frage, aber das lag nicht ausschließlich an den alten Herren vorne auf der Bühne.

    PS: Zum Artikel: selbstverständlich mixen The Specials Ska & Punk, und dass nicht nur der Attitüde wegen, sondern auch vom Sound. Was u.a. an dem Leadgitarristen, Roddy, liegt (Concrete Jungle, Do The Dog). Mal abgesehen von der hohen Geschwindigkeit (Little Bitch) oder der Art des Gesangs (Do The Dog). Die Texte der Thatcher-Zeit und die DIY-Mentalität kann man der Attitüde zurechnen.

  28. 28
    matthias

    hast mit allem recht aber wir haben auch nicht mehr bekommen als wir erwarten haben, wenn die band nach 30 Jahren mal wieder live spielt ;-)

  29. 29

    Absolutely. That´s right.
    I enjoyed myself first.

  30. 30
    Duffy

    Sehr schönes Stimmungsbild. Nun bin ich aber extrem hibbelig und kann den Sonntag Abend kaum erwarten, zumal die Specials hier in Hamburgs schönster Halle auf der Großen Freiheit spielen…

  31. 31
    Rudeboy

    In England/London spielen sie Ghost Town. Da wird der Song schon zum Einheizen vorab gespielt.

    Stay rude and rebel.

  32. 32
    advocatus diaboli

    Ich beiß‘ mir noch immer in den Arsch, sie auf dem Hurricane wegen völliger Überfüllung des Zeltes (die wurden ernsthaft ins schon bei kleinen Bands unterdimensionierte Zelt gesteckt!) nur mehr schlecht als recht von außen gehört zu haben :-(

  33. 33
  34. 34

    Hätte heute in Köln dabei sein können.
    Aus innerer Stimme nicht hingefahren.
    Zur Minute wird der Schwiegervater operiert, so passe ich auf die Kinder auf.
    Bin wohl jetzt erwachsen geworden, mit erwachsenen Pflichten.

  35. 35
    Gerrit

    @Duffy: Bin Sonntag ( heute ) auch in der großen Freiheit 36 babei um die Specials abzufeiern,freue mich sehr.

Diesen Artikel kommentieren