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#StopWatchingUs, Berlin, 27.7.2013 (Fotos, Video)

Zunächst war ich enttäuscht, als ich gegen 14 Uhr am Heinrichplatz in Berlin-Kreuzberg angekommen war. 400 bis 500 Menschen, schätzte ich, hatten von der Demo mitbekommen und sich in die Hitze geschleppt, ich fand, es hätten trotz der hohen Temperaturen von rund 35 Grad Tausende sein müssen. Als sich der Zug dann nach einigen Reden in Bewegung gesetzt hatte, kamen jedoch immer mehr Menschen hinzu und während des Spaziergangs zum Brandenburger Tor werden es dann wohl doch 2.000 oder sogar mehr Leute gewesen sein.

Viel mehr kann man wahrscheinlich nicht erwarten. Die Demos sind relativ kurzfristig angekündigt worden, niemand bekommt alles mit, was irgendwo im Internet veröffentlicht wird, und außerdem bleibt das Thema diffus. Ganz besonders, wenn man sogar vor Ort (also auch vor den Menschen, die zufällige Zeugen der Demo wurden und die man vom Thema überzeugen müsste) so kommuniziert, wie es einige der Rednerinnen und Redner taten.

Denn wenn etwas auf der ansonsten gut gelaunten und angenehmen Demo genervt hat, dann die streckenweise merkwürdige thematische Unterwanderung. Auf dem Sprecher-Wagen war zu gefühlten 80% der Zeit von Bradley Manning die Rede, beim Abschluss fand das dann auf Englisch statt, zwischendurch sollten sich alle noch mit Südamerika verbünden und um Gustl Mollath ging es auch. Außerdem um Kommunismus.

All diese Themen sind wichtig, alles hängt zusammen, sowieso. Aber wenn Demos mehr als Selbstbeweihräucherung und Rundumschlag gegen das Schweinesystem sein sollen, und wenn auch den Passanten und TV-Kameras eine klare Botschaft vermittelt werden soll („Das geht euch alle an“), dann funktioniert das so nicht. Ich fürchte, diese Demo kam streckenweise so rüber, wie so viele andere Demos auch: Die sind da alle gegen irgendwas.

Dabei könnte eine Demo gegen die Einrichtung einer neuen Stasi sicher mehr Sympathisanten in Deutschland auf die Straße bringen, als eine Free-Manning-Demo (auch, wenn man das traurig finden kann).

Aber Schluss jetzt mit dem Gemecker, es war ein Anfang und Spaß gemacht hat es auch! Nette Menschen – auch jede Menge junge Menschen übrigens –, tolles Wetter, gute und viele Schilder und eine sehr entspannte Stimmung.

Und bei euch so?

Hier noch ein paar Fotos, weiter unten ein kurzes und unspektakuläres Video.

48 Kommentare

  1. 01
  2. 02

    Volle Zustimmung. Mich hält die „Unterwanderung“ & Themenumleitung von inzwischen fast JEDER Demo ab. Da muss sich was ändern.
    Ideen?

  3. 03
    Franz

    Sehr treffend bemerkt. Die ganzen Vögel, die IMMER, BEI JEDER Demo versuchen, ihr Themo noch mit dranzuhängen, sind für den eigentlichen Zweck meistens nicht hilfreich bzw. eher im Gegenteil. Dann noch ein feiner schwarzer Block dazwischen und es ist garantiert, dass viele die man erreichen will, ein falsches Bild haben und sich abwenden. Klare Regeln könnten helfen (so wie bei den Diggies mit „Parteifahnen zuhause lassen“ beim BND Spaziergang).

  4. 04

    Berliner aller Länder …
    Ja, viel Bandbreite unter einem eigentlich eindeutigen, klaren Dach:
    #StopWatchimgUs!
    Und „andere Tonarten“ sind zu tolerieren – wie in anderen Momenten des Lebens auch.

  5. 05

    In Hamburg waren die Reden zum Glück alle sehr klar auf Anti-Überwachung gerichtet. Dafür hat ein Idiot den FDPler von den Beinen geholt…
    Aber wovon war das der Anfang? Gehen wir nächste Woche wieder auf die Straße? So lange bis… irgendwas passiert? Diese begrenzten Möglichkeiten sind bald genauso frustrierend wie die Untätigkeit der Politik.
    Meine pessimistische Prognose: Zur Freiheit statt Angst kommt nochmal ein bisschen Volksaufstand/Medieninteresse danach hat Merkel das erfolgreich ausgesessen.

    achja, Bilder aus Hamburg gibt es hier: http://www.flickr.com/photos/frufus/sets/72157634811941417/

  6. 06

    Ich finde Kommunismus wichtig.

  7. 07
    Eule

    Ich bin da sehr skeptisch. So lange solche Demos wirken wie eine Mischung aus Ostermarsch und 9GAG-Betriebsausflug, ist glaube ich wenig Wirkung zu erwarten. Das ist mehr Freizeitspass als Politik.

  8. 08
    Husqvarna

    Was für eine Farce! Bei Acta waren mehr Leute auf der Straße!

    Und Johnny, kannste Dir sparen Leute zu screenen! Biste nich besser, als die Überwachungslutscher! Nur mal für die Zukunft!

    Früher hatten die Menschen wenigstens noch Eier!
    https://de.wikipedia.org/wiki/Der_Hessische_Landbote

    Im gegensatz zu Euch Spaß-(Ex-Punk)Hipsters!
    Erbärmliche Show!

  9. 09

    Bei mir in Hamburg sah es wie folgt aus, was ich in meinem Blog in Worte und Bilder gefasst habe http://kurzundknap.blogspot.de/2013/07/freiheit-die-ich-meine.html

  10. 10

    In München waren die Reden recht widersprüchlich:
    – Es kann nicht angehen, dass ich mich durch Verschlüsselung vor dem Staat schützen muss / Ihr müsst verschlüsseln, geht auf Cryptopartys!
    – Es geht nicht um Datenschutz, sondern ums System! / Es geht um Datenschutz, hier unser Entwurf für Europa!
    Und ja: Vom Thema abgekommen (Wikileaks, Mollath) wurde auch hier.

  11. 11

    @Husqvarna: zitaz WP:
    In späteren Schriften drückt sich Büchner noch deutlicher, vielleicht resignierter aus, so verleiht er beispielsweise in einem Brief an Gutzkow[8] seinem Glauben Ausdruck, dass das Volk nicht durch Idealismus zur Revolution zu bewegen ist: „Und die große Klasse selbst? Für die gibt es nur zwei Hebel, materielles Elend und religiöser Fanatismus.“ Auch ohne den religiösen Fanatismus bedienen sich Büchner und Weidig im Hessischen Landboten dieser beiden Hebel, um „die große Klasse“ für ihre Ziele zu gewinnen: Die Autoren führen den Bauern deren materielles Elend insbesondere im Kontrast zu „den Vornehmen“ vor Augen und liefern zugleich eine religiöse Rechtfertigung des angestrebten Aufstandes.

    So in etwa?

  12. 12
    Husqvarna

    Ciao Namensvetter! Sollte es zutreffen! Hehe,…

    Anyway! ‚Krieg den Palästen und Friede den Hütten‘ ist wohl die universale Formel, die – leider – niemals umgesetzt wurde. Und siet 2008 ist es eigentlich selbstverständlich dafür zu sorgen, daß GB- und US-Banken zu bezahelen haben für die Misswirtschaft! Abgesehen davon, daß man die Rating-Agenturen ‚bomben‘ sollte und jegliche Existenzgrundlage entziehen muss!

    Würde ick in Detroit leben, wie olle Eminem, ick würde dafür sorgen, daß die Banken brennen! Aber sowat von! Und das nicht nur in Michigan!

    So! Ick hoffe Du hörst gute Musik, und weißt, was die RZ früher in D. waren. -> Kann man auch global denken! Womit die Screening-Lutscher wieder einer Existenzberechtigung kriegen. Wird wohl nicht ausbleiben, solange das Volk nicht reagiert!

    Keep on movin‘!
    Marc

  13. 13
    Tijuana

    Puh, zum Glück hast Du den Technoviking aus dem Video rausretouchiert.

  14. 14
    Nachdenklicher

    Lieber Johnny, liebe Kommentatoren:

    Ja, wenn man den Fokus darauf legt GEGEN etwas zu protestieren, dann kann das so sein, dass man empfunden hat, als würde die Demo „thematisch unterwandert“ werden.

    Es wurde zwar auch gegen Überwachung demonstriert, vor allem aber FÜR die Freiheit der Gedanken. Was ihr da gesehen habt, war ein Fest der freien Gedanken und diese wurden friedlich, und ohne dass es dabei zu Aggressionen kommt, ausgetauscht.

    Jeder kann sich nun selbst ein Urteil über das bilden, was so gesprochen wurde. Und wenn das einem so ganz und gar nicht in den Kram passt, dann halt nächstes Mal früher dabei sein und selbst eine Rede vorbereiten. Ausgeschlossen wird niemand…kann es nicht sein, dass genau das mit dem Begriff „Demokratie“ gemeint ist? :

    Dezentral auf unseren Plätzen zusammenkommen und sich austauschen? Wir haben das vielleicht verlernt in der Vergangenheit und wenn wir nun damit anfangen wollen sich vielleicht einige auch erstmal auskotzen…und vielleicht wird auch erstmal einiges vermischt. Aber genau auf diese Art und Weise werden wir eben auch Antworten auf die wichtigen Fragen der Zukunft finden…nur so!

    #27J war ein Anfang…und es geht weiter. Schon sehr bald…follow the white rabbit und sei dabei :-)

  15. 15

    Ja. Das ist ein Anfang. Diese Geschichte hier wird kein Sprint, sondern ein Langstreckenlauf. Kein schnelles Thema, aber eines das bleiben wird und hoffentlich mit der Zeit Fahrt aufnimmt. Auch die Kernkraft ist nicht in drei Wochen vom Tisch gefegt worden.

    Ich tue mir Demos aus den oben beschriebenen Gründen auch ungern an. Aber diesmal ist es mir wichtiger, dass mit mir einer mehr dabei ist. Was auf einer Demo an Unsinn geredet wird, verhallt schnell, aber wenn Menschen in nennenswerter Zahl auf die Straße gehen, wird berichtet. Auch in den USA:
    http://www.washingtonpost.com/world/europe/thousands-take-to-streets-in-germany-to-protest-us-surveillance-of-internet/2013/07/27/dbe3333e-f6c6-11e2-81fa-8e83b3864c36_story.html

    Es ist also nicht so, dass das gar nichts brächte. Wie sowas witziger und professioneller organisiert werden kann und wie Kaperungs- und Instrumentalisierungsversuche effektiv abgewehrt werden, lässt sich ja mit der Zeit lernen.

  16. 16
  17. 17
    Jacob Appelbaum

    hier noch ein paar schilder-bilder: http://www.youtube.com/watch?v=n8cmFwesl0E

  18. 18
    Moimoi

    @Husqvarna: Ey spacki, wenigstens WAREN wir auf der Straße, auch wenns nicht so viel wie bei der ersten ACTA Demo waren. Und du? Warst du heute maschieren?

  19. 19
    Britta Werner

    Ist es eine Abweichung vom Thema, wenn ich bei StopWatchingUs in Trier öffentlich frage, wer die Abhöranlagen und Datenspeicher eigentlich finanziert? Unter dem Vorwand von Sicherheit und Schutz des Bürgers vor Terrorismus wird eine Infrastruktur geschaffen, die einen Return on Investment bringen soll. Sicherheit und sozialen Frieden könnte man auch durch Investitionen in Bildung und Grundeinkommen erreichen, riskiert dadurch aber mündige Bürger, die ihre Rechte kennen und einfordern. Die CEOs der großen Automobilhersteller bezeichnen ihre Konzerne inzwischen als Mobilitätskonzerne. Diese benötigen erweiterte Profile ihrer potenziellen Kunden, liefern aber auch selbst Daten durch ihren eigenen Produkte, die das Outernet einer zunehmend digitalen Gesellschaft bilden. Ist das bereits Teil von Prism oder die nächste Facette, die geleakt wird?

  20. 20
    stynxarorrer

    Es war ein Anfang? Ich denke eher, das ist das Ende.
    Freiheit und Demokratie sind zerstört und niemanden interessiert es. Diese Massen mobilisiert niemand mehr.

    Vielleicht findet sich noch irgendwo noch ein Verfassungsrichter, der Kinder und ein wenig historisches Verständnis hat und die Politik wieder auf Grundrechtewahrung und Bürgervertretung zurückverurteilt, aber auch das wird nicht lang helfen.

    Ich geh Montag trotzdem auch noch zum BND, aber jetzt schon eher aus Nostalgie.

  21. 21

    Auch in Hannover hat der Demo gefühlt etwas die Klarheit gefehlt. Könnte daran gelegen haben, dass hier viele Dinge mitspielen und viele Ziele da sind, könnte auch daran gelegen haben, dass das Thema einfach noch zu groß ist und die Menschen noch Zeit brauchen, sich alles klar zu machen.

    Gibt es denn irgendwo ein Manifest, das die Punkte klären helfen kann? Allerdings unbedingt unabhängig und parteilos, denn auch da versuchen mir schon wieder zu viele, die Demos für ihre eigene Sache zu instrumentalisieren.

  22. 22
    hardbonemac

    DIE FREIHEIT PRIVATLEBEN JEDES MENSCHLICHE WESEN IST
    UNANTASTBAR!!

    ende und basta.

    wenn wir uns darüber hinwegsetzen, und es scheint ja momentan
    MODERN zu sein SICH ZU NEHMEN was man will, auch mit Gewalt,
    dann sind wir bald am ende.
    ALS das was wir MENSCHEN nennen.

    Wenn also ausgefressene botoxaufgepumpte konsummiergeilheit
    wichtiger ist als alles und wir uns nur noch auf dem huxxleyschen
    Sofa räklen und in weiter Ferne da is halt wieder zufällig einer
    GEKILLT worden, was is des dann?

    Liebes und verlogenes Amerika, dass du genau so verlogen bist wie
    alle anderen, der unterscheidlichen Schattierungen des menschen-ver-achtenden, mordneden, ausbeutenden..
    -das war ein guter START wieder für die DEMOKRATIE zu KÄMPFEN
    -ein marketingmässiger SCHISS in deine eigen HOSE
    WER EINMAL LÜGT DEM GLAUBT MAN NICHT MEHR
    -und nein, meinen EUROPÄISCHEN GEISTIGEN WOHLSTAND
    der aus erworbenem FRIEDEN durch sehr viel BLUT und UNGERECHTIGKEIT erschaffen wurde, tausche ich nicht gegen den
    US-LIVESTYLE aus PLASTIK-OBORTUNISTEN-VERLOGENHEIT mal
    GESCHMACKLOSIGKEIT DUMMHEIT UND US-ARMUT.

    Geh und stirb für dich alleine..wenn es dann vorbei is, können wir
    ja eine CHRISTOPH KOLLUMBUS 2.0 schicken.

    inzwischen du bist ja so was von tot. dein fauligerGestank riecht bis
    über den Atlantik. ekelerregend und billig

  23. 23
    Marcus

    Also ich habe gestern in Köln zwei Veranstaltungen besucht. Einmal die StopWatchingUs, bei der max. 300 Leute dabei waren, also eher kläglich. Ein bunt zusammen gewürfelter Haufen verschiedener thematischer Ausrichtungen. Bei der Abschlusskundgebung funktionierte die Technik nicht so dolle. War alles ein wenig unrund. Aber immerhin.
    Die andere Veranstaltung war eine Open-Air-Party in einem Park, Eintritt frei, sehr entspannt und am Ende haben mehr als 500 Menschen getanzt und es waren ca. 1000 da und alle hatten Spaß.
    Ich will damit nur sagen, wenn man Leute für eine Sache zusammenbringen will, dann sollte man evtl. mal einen DJ buchen bzw. Parties im Zusammenhang mit den Demos planen, weil Freiheit statt Angst auf solchen Parties gelebte Realität sind. Niemand möchte von irgendeiner verkopften negativen Scheiße belehrt werden. Das ist nicht der Weg.

  24. 24
    Klaus D. Ebert

    Die Berliner Demo war für mich ein Erfolg, auch wenn sie mich inhaltlich nicht überzeugt hat. Wenn man sich z. B. den Aufruf des CCC durchliest http://www.heise.de/newsticker/meldung/US-Ueberwachung-CCC-greift-Bundesregierung-scharf-an-1923684.html dann kamen diese Inhalte quasi nicht zur Sprache und auch der Rechtsmissbrauch durch deutsche Dienste wurde an keiner Stelle angesprochen. Warum die Demo trotzdem für mich ein Erfolg war, ist ganz einfach erklärt. Bei der lange geplanten Demo „Freiheit statt Angst“ die auch bei den Aufrufen zur Teilnahme und der Pressearbeit extrem gut organisiert war, kamen damals 5000 Menschen. Setzt man diese Zahl in Relation zu der Zahl der gestrigen Teilnehmer ist das für mich das erfreuliche Signal, dass sich mehr Menschen für dieses elementare Thema interessieren und bereit sind auf die Straße zu gehen. Die nächste Demo muss besser vorbereitet werden und die Redner müssen vorrangig zum Thema Überwachung etwas zu sagen haben. Wünschenswert wäre für mich, dass sich aus Demos heraus etwas entwickelt, denn es geht nicht darum nur anzuklagen, sondern darum etwas nachhaltig zu verändern.

    Ich persönlich habe den Eindruck, dass nicht die Bundesregierung die Kontrolle über die diversen deutschen Dienste hat, sondern das die Dienste ein unkontrolliertes Eigenleben führen und der Bundesregierung erlauben z. B. mit dem Kontrollgremium den Eindruck zu erwecken als dürfte sie etwas kontrollieren.

    Dieses Land gehört uns und die Regierung hat uns zu dienen, was im Moment keines Wegs so ist und deshalb sage ich “People should not be afraid of their governments, governments should be afraid of their people“

  25. 25
    Eule

    @Marcus (#24):
    Wenn 1.000 Menschen tanzen und lustige Plakate hochhalten, dann hat man eine Party.
    Wenn 100.000 Menschen sauer sind und konkrete, erreichbare Ziele fordern, dann hat man eine Demo.

    Was auf mehreren Blogs jetzt ein wenig bemüht als Erfolg verkauft wird, war eine Party. Leider.

  26. 26
    HCL

    @Moellus: was moellus sagt!

    und noch: der RBB hat gerade nochmal die kurve gekriegt. bis vor einer stunde stand da nämlich »500 Berliner gegen Überwachung« als überschrift und im text war auch nur von 500 die rede, inzwischen wurde das geändert: http://rbb-online.de/nachrichten/vermischtes/2013_07/stopwatching_demo.html

  27. 27
    maumau

    Ich war in Würzburg dabei, auf einer Veranstaltung der Piraten. Es waren ungefähr 200 Leute da, maximal 300. Ein paar Oberpiraten hielten Ansprachen, eine oder zwei waren gar nicht schlecht.
    Skandiert wurde auf vielleicht 2 km Strecke „weil man uns die Daten klaut“ und „Asyl für Snowden“, u.a. Wir hatten bestimmt 50 Grad in der Sonne und so gut wie keinen Schatten, es war anstrengend und nicht langweilig.
    Den Aufruf des CCC (http://www.ccc.de/de/updates/2013/demonstration-wiedereinfuehrung–rechtsstaatlichkeit) trage ich persönlich voll und ganz mit. Auf der Demo sah und hörte ich davon aber kaum etwas. Meine Daten sind komischerweise auch noch alle da, Raubmordkopierer anyone? Asyl für Snowden war vor zwei Wochen aktuell.
    Immerhin war es ein Anfang. Dank an alle, die dabei waren!

  28. 28

    Auf dem Sprecher-Wagen war zu gefühlten 80% der Zeit von Bradley Manning die Rede, …
    Und das aus gutem Grund und aktuellem Anlass. Der 27. July war auch Internationaler Tag der Solidarität mit Bradley Manning.
    Bradley Manning sitzt in diesen Minuten in einem fast leeren Gerichtssaal in Fort Meade (die Presse hat sich bis zur Verkündung des Urteils zurückgezogen nur wenige Aktivisten und sein Anwaltsteam stehen Bradley Manning im Moment bei) und erwartet sein Urteil. Gefordert wurden Lebenslänglich + ca154 Jahre.
    Er ist heute 25 Jahre alt und hat sich im alter von 21 Jahren entschieden das Richtige zu tun.
    Sein Vorbild gab Edward Snowden den Mut und die Motivation uns zu Informieren. Wir sollten Ihn nicht allein lassen.
    und können gar nicht oft und laut genug ausrufen
    FREE BRADLEY MANNING.

  29. 29
    PolitikOhneNick

    @Frufus:

    Aber wovon war das der Anfang?

    Einzig relevante Frage zu diesem Zeitpunkt. Mal sehen was die Amnesty-Gruppensitzung morgen so bringt. So lustig es war, das bisschen Demo von gestern wird definitiv ausreichen.

    @maumau:

    Meine Daten sind komischerweise auch noch alle da, Raubmordkopierer anyone? Asyl für Snowden war vor zwei Wochen aktuell.

    Asyl für Snowden ist immer noch aktuell, weil es (zumindest imho) ein Skandal ist, dass jemand wie Snowden in keiner west-europäischen Demokratie Asyl angeboten bekommen hat. Ansonsten ist es gar nicht so simpel etwas slogan-kompatibel zu formulieren…

  30. 30
    Tobi

    Fakt. Solange solche Demos, war in Hamburg dabei, von Statusgruppen und den Piraten benutzt werden um eigene Ziele durchzusetzen werde ich es mir in Zukunft schenken. ich möchte bei einem solch wichtigen Thema nicht hinter den Flaggen einer Partei, auch den Piraten, hinterherlaufen. Das hat übrigens eine Menge freunde abgehalten die der Meinung waren das Datenschutz sicher wichtzig ist und die Überwachung zum kotzen aber Sie sich nicht zu Handlangern von Politischen Parteien, egal welcher Farbe, machen wollten

  31. 31

    Ich war in Hamburg dabei. Bebilderter Bericht hier:
    http://edv-dompteur.de/forum/index.php?page=Thread&threadID=158

    Diese mit reingemischten Nebenthemen störten mich etwas.
    Und mir scheint, dass Otto Normalbildleser noch immer nicht geschnallt hat, warum wir Netzies uns so aufregen.
    Vielleicht könnte – gerade vor und auf auf solchen Demos – etwas stärker betont werden, dass JEDER von uns jederzeit in die Situation eines Bradley Manning, oder Edward Snowden kommen kann, wo eine Entscheidung anliegt:

    a) Das Richtige tun, auch wenn massive, eigene Nachteile die Folge sind.
    b) Klappe halten, die Menschheit ins Messer laufen lassen und bis ans Lebensende Gewissensbisse haben.

    Wie man sieht, sind es heute die ANSTÄNDIGEN, also die, die das Richtige tun, die fliehen und sich verstecken müssen, um Folter und drakonsichen Haftstrafen zu entgehen, die ein angeblich „demokratischer Rechtsstaat“ leider nicht nur androht.

    Aber man versuche heutzutage mal, vor einer Staatsmacht wie den USA zu fliehen …
    Snowden hatte das sehr geschickt vorbereitet und offenbar nicht mal seine Freundin eingeweiht. Aber wie bitter ist der Preis!
    Vielleicht wäre seine Freundin sogar mitgekommen, wäre mit ihm zusammen geflohen. Aber das hätte eventuell im Vorfeld zu viel Aufmerksamkeit und Verdacht erregt.

    Wohin soll das führen, wenn praktisch kein Staat es mehr wagt, sich gegen die USA, auf die Seite der Gerechtigkeit zu stellen?
    Wie sieht die Zukunft dieser Welt aus, wenn ein noch gefährlicherer Idiot Präsident der USA wird, als G.W. Bush es war?
    Und wenn der dann unsere Länder mit in seine absurden Kriege zu reißen versucht?
    Wenn keine Flucht und keine Fernkommunikation mehr möglich ist, weil alles überwacht wird?

    Es wird überdringend Zeit, die Notbremse zu ziehen! Auch wenn der Zug eigentlich schon längst abgefahren ist.
    Bei diesem Thema sollten die Leute millionenfach auf die Straße gehen!

    Wer „nichts zu verbergen hat“ und sich daher für Freibad statt Freiheit entscheidet, geht in der Tat bald baden!

  32. 32
    Benjamin Wagener

    Vielleicht sollte man da mal an eine gewisse Rede von Sascha Lobo auf der re:publica erinnern. Einige verstehen es immer noch nicht, dass man so halt nicht wirklich etwas verändert, wenn man die Reden usw. ständig nur auf den eigenen Dunstkreis und Selbstbestätigung ausrichtet und dazu auch kein klares Ziel oder einfach zu viele Ziele verfolgt. Es bringt nicht wirklich etwas über wichtige Dinge zu reden, wenn man das so tut, dass sich kaum jemand dazu bewegt fühlt einem zuzuhören und mitzumachen. Da kann man noch so sehr meckern und zetern. So ungern einige das hören mögen, aber da muss man halt ein paar PR-Techniken lernen und den Mainstream erreichen, sonst wird das nichts. Und neben diesem PR-Problem besteht auch noch jenes, dass man sich so gewaltig gegen die Realpolitik versucht zu stemmen, dass man sich an dieser einfach mal komplett verhebt. Was bringt denn dieses Gemeckere gegen „die da oben“, „DIE Parteien“ usw.? Herzlich wenig! Zum Einen gibt es „die da oben“ in dem Sinne eigentlich gar nicht. „Die da oben“ sind auch nur welche von unten, die von anderen nach „oben“ gewählt wurden und eben von den meisten einfach nur dort oben gelassen werden, weil man da so schön über die meckern kann und halt selber nicht wirklich was machen muss. Und auch wenn einige gerne Verschwörungstheorien noch und nöcher über „DIE Parteien“, welche letztendlich auch nichts anderes sind als Ansammlungen von Bürgern, welche halt entweder Selbstdarstellung betreiben oder wirklich was verändern wollen, so liegt doch die Macht in diesem Land im Wesentlichen in deren Händen, eben weil sie diejenigen sind, welche am Meisten am Rädchen drehen können, wenn es darum geht Leute nach „oben“ zu wählen. So lange die Mehrheit der wirklich unzufriedenen aber immer nur über „DIE Parteien“ und ihre Vertreter meckert, anstatt in diese einzutreten, sie mitzugestalten und dadurch an einer Veränderung mitzuwirken, wird sich nichts ändern. So lange werden immer die ewig gleichen Gesichter „da oben“ das Sagen haben. So lange werden die wirklich Unzufriedenen kaum bis gar nicht von denen zu unterscheiden sein, welche sich zwar beschweren, aber eigentlich doch irgendwo zufrieden sind, weil sie sich so wenig Veränderung wie möglich wünschen. Ja, Realpolitik ist nervig, ja Realpolitik ist anstrengend und es ist häufig nicht wirklich schön welche Kompromisse man eingehen muss, aber so funktioniert die Welt halt im Moment nun einmal und wenn man das ändern will, dann muss man sich halt der Werkzeuge bedienen die entsprechend Veränderung bewirken können. Wenn man sich ständig nur an seinen Idealismus klammert und daran, dass alle anderen ja nur doof und ignorant seien, dann kann man sich vielleicht schön was darauf einbilden was man doch für eine tolle Ideologie vertrete, aber eben nicht darauf, dass man auch sonderlich was erreicht. Also liebe Leute, wie wäre es denn mal neben dem Idealismus auch mal etwas Pragmatismus zu pflegen?

  33. 33
    Lrock

    Sehr gute Rede von Bruno Kramm auf der Abschlussveranstaltung am Brandenburger Tor https://vimeo.com/71205706

  34. 34

    Schon im Demo-Aufruf in Hamburg wurden so viele Themen gefordert, dass es Leute von vorne herein ausschließt. Unterwegs hat man sich dann auch noch mit dem Gängeviertel solidarisiert. Am Ende sollte wir uns dann auch noch mit den Esso-Häusern solidarisieren. Eine Demo für alles, was die Hamburger Subkultur für gut, schön und wahr hält. Und wer nicht bei 3 dabei ist, muss ein Feind sein: http://kaffeeringe.de/2952/wer-nicht-fuer-uns-ist-ist-gegen-uns/

  35. 35
  36. 36

    Ich stimme den Einschätzungen zu. Die Teilnehmerzahl hätte trotz der Hitze höher sein müssen. Zur Schlusskundgebung am Brandenburger Tor waren es noch weniger. Die Qualität der Reden dort hielt sich ebenfalls in Grenzen. Teilweise ging es um andere Themen als NSA & Co. Auf meinem Blog habe ich auch einige Fotos veröffentlicht: http://hottelet.wordpress.com/2013/07/27/impressionen-von-stopwatchingus/

  37. 37
    3c5x9

    hier ist mein Bericht aus Hamburg. Mit Reden von Fukami (CCC), MdB Burkhardt Müller-Sönksen (FDP), MdB Jan van Aken (die LINKE), Thilo Weichert (Datenschutzbeauftragter des Landes Schleswig-Holstein), Fred (AK Vorrat) und Johannes (Mehr Demokratie e.V. LV Hamburg)

    http://www.youtube.com/watch?v=5qe8SB5qKqg

  38. 38

    Wenn ich „Daniel Domscheit Berg“ richtig verstanden hab ist das Internet, eine Gedanken-Reisemaschiene die von #NSA #Prism #fp kaputt gemacht werden kann. Vileicht kann dies hir auch niemand sehn, da die DE-Netfilter schon aktiviert sind…hmm !?
    Ich glaube jedoch dieses alles nur dazu dient die Menschen auch Emotional von einander zu Isolieren, dies ist vileicht nur meine eigne Meinung, die aber (cc) umsonst ist, oder kostet sie mich bald meine Freiheit?

    Leider kein Sory für meine Legasthenie zur Zeit.

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